Die Stärke der Welt ist die Schönheit der Herzen

OneshotRomanze, Freundschaft / P16 Slash
14.02.2020
14.02.2020
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Geneigter Leser!
Vielen Dank, dass Du Dich für diese Geschichte entschieden hast. Möge sie Dich unterhalten und zu Fanfictions, Fan-Arts und Tagträumen inspirieren.
Ich begrüße besonders herzlich all jene Leser, denen meine anderen Geschichten bereits gefallen haben. Vielen Dank für den regen Zuspruch!
Natürlich seien auch alle Neueinsteiger aufs Herzlichste begrüßt!

Hinweis:
Die auftretenden Charaktere gehören nicht mir, sondern dem Anime-Filmstudio Toei Animation, ich habe sie mir nur ausgeliehen und für meine Zwecke missbraucht. Ich verdiene mit dieser Fanfiction kein Geld.
Angelehnt ist die Geschichte an den Handlungsverlauf des Anime von HeartCatch Pretty Cure, die siebte Serie aus dem Pretty-Cure-Franchise.
Ähnlichkeiten zu sonstigen realen sowie fiktiven Personen oder Vorkommnissen sind zufällig. Das Kopieren und Verbreiten dieser Fanfiction ohne Genehmigung des Autors ist untersagt.
Es handelt sich bei dieser Geschichte um reine Fantasie, deshalb sind einige Fakten aus dem Original abgeändert worden. Die Namen der auftretenden Charaktere richten sich nach der japanischen Reihenfolge, beginnend mit dem Familiennamen und gefolgt vom Eigennamen. Teile der Geschichte können auf Anfrage gern weiter verwendet werden.

Meine Anime-Empfehlung:
Ich möchte den Anime „Yu-Gi-Oh!“ empfehlen. Einzuordnen in das Genre Action und Fantasy handelt dieser Anime basierend auf dem gleichnamigen Manga von dem introvertierten Yugi Muto, der sich einen wahren Freund wünscht. Als er das mysteriöse Millenniums-Puzzle, ein altes ägyptisches Artefakt, zusammensetzt, entfesselt er eine zweite Persönlichkeit in sich selbst. Der „König der Spiele“ ist so ganz anders als Yugi. Während ihrer gemeinsamen Abenteuer rund um das Kartenspiel „Duel Monsters“ zusammen mit ihren Freunden lernen Yugi und Yami-Yugi voneinander und werden sich bald unersetzlich.
Der Anime umfasst mehrere Serien.
Die erste Anime-Serie „Yu-Gi-Oh!“, die die Geschichte von Yugi und seinen Freunden erzählt, ohne das Kartenspiel in den Vordergrund zu stellen, umfasst 27 Episoden.
Die vermutlich bekannteste Serie „Yu-Gi-Oh! Duel Monsters“ umfasst 5 Staffeln zu 224 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist, allerdings teilweise zensiert.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! GX“ umfasst 4 Staffeln zu 180 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! Capsule Monsters“ umfasst 12 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! 5D’s“ umfasst 5 Staffeln zu 154 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! Zexal“ umfasst 2 Staffeln zu 146 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! Arc-V“ umfasst 3 Staffeln zu 148 Episoden, die auch in Deutschland erschienen ist.
Die Serie „Yu-Gi-Oh! Vrains“ wird aktuell ausgestrahlt.
Darüber hinaus existieren die Filme „Yu-Gi-Oh!“, „Yu-Gi-Oh! – Der Film“, „Yu-Gi-Oh! 3D: Bonds Beyond Time“ und „Yu-Gi-Oh! The Dark Side of Dimensions“.
Wer das Kartenspiel „Yu-Gi-Oh!“ kennt und nicht genug von den Abenteuern von Yugi und Co. bekommen kann, ist bei „Yu-Gi-Oh!“ genau richtig.



Die Stärke der Welt ist die Schönheit der Herzen


Erhaben und silbrig gleißte das helle Licht der untergehenden Sonne über die flache, sandige Ebene, nur von wenigen halbkreisförmigen Schatten unterbrochen. Auf seinem langen Haar tanzten silberne Tupfen und sein Gesicht leuchtete. Tief einatmend nahm er die Stille des Moments in sich auf, während er an dem schwarzen Wurzelgebilde lehnte, das niemals wieder ins Leben zurückkehren würde; zu sehr hatte schwarze Magie die pflanzlichen Zellen zersetzt. Ein Wunder, dass es noch nicht explodiert oder in Flammen aufgegangen war. Brach lag die endlose Weite der Wüste vor ihm, grau der Sand, schwarz die wenigen strapazier- und überlebensfähigen Pflanzen. Der wundervolle Moment, da die Sonne nicht rot glühend unterging, sondern silbergrau, gehörte zu seinen schönsten Erinnerungen und er würde diesen Anblick nicht mehr missen wollen. Ständig auf der Suche nach der Schönheit der Dinge, getrieben von Hass und Unzufriedenheit, genoss er jetzt in diesem fahlen, kalten Licht einen wunderbaren Augenblick der Ruhe. Gewiss, die Kälte machte ihm trotz allem zu schaffen und sobald das Licht vollends erloschen war, würde es eisig kalt in der Wüste werden. Wie jedes Mal fröstelte er bei dem Gedanken daran und bemühte sich, ebendiesen Gedanken beiseite zu schieben. Er wollte jetzt genießen, nicht sich sorgen.
Die silbrig funkelnde Umgebung bescherte ihm einen angenehmen Schauder, der ihm kribbelnd über den Körper fuhr und seine Körperwärme ankurbelte, so schien es jedenfalls, denn ihm wurde innerlich ganz warm. Still. Silbern. Sündhaft schön.
Und dennoch... Trotz aller Zufriedenheit, die ihn eigentlich wie immer erfüllen müsste, spürte er, dass ihm etwas fehlte. Etwas, das so gar nicht seinem Schönheitssinn entsprach, zumindest nicht im eigentlichen Sinn. Er musste auch nicht lange darüber nachdenken, was es war, das ihm fehlte. Er wusste es längst und Sehnsucht keimte in ihm auf. Ein ganz ähnliches Gefühl wie Hass und Unzufriedenheit, aber noch viel, viel mächtiger.
So besessen Cobraja davon war, die Schönheit aller Dinge anzuhimmeln – er hätte sich wohl niemals selbst als ein solches schönes „Objekt“ betrachtet. Natürlich war er sich seiner Schönheit bewusst, denn wie könnte er nach Schönheit streben, wenn er selbst nicht danach aussah?! Aber er machte sich vielmehr Sorgen um die Schönheit anderer, die er suchte. Nein, um sich selbst war er nicht besorgt. Höchstens... Nun, er hoffte seit einiger Zeit, dass seine eigene Schönheit genügte, um dieses belastende Gefühl der Sehnsucht irgendwie einzudämmen. Jetzt, in diesem stillen Moment der Perfektion, rätselte er, warum er sich bisher nicht mehr um sich selbst bemüht hatte. Ob es an dem jetzigen Zustand etwas geändert hätte. Und gleichzeitig schüttelte er nachsichtig lächelnd den Kopf. Es nützte nichts, sich über das „Was wäre, wenn...“ das Hirn zu zermartern.
Raschelnd verschränkte er seine Arme vor der Brust, verlagerte sein Gewicht auf das andere Bein, verbot sich jeglichen aufdringlichen Gedanken und kostete die letzten Sekunden des ungewöhnlichen, traumhaft schönen Sonnenuntergangs in vollen Zügen aus.

Leise knirschte der Sand unter seinen schweren Stiefeln, die er mühelos meilenweit mit seinen Beinen durch die Gegend schleudern konnte, wenn er es wollte. Er hinterließ schwarze Spuren im silbrigen Sand, denn das fahle Licht reichte nicht mehr so tief, um sie auszuleuchten. Die einsetzende Kälte, die nicht schleichend daherkroch, sondern einen wie ein Blitzschlag traf, mochte er nicht sonderlich, er verabscheute sie. Überhaupt verabscheute er diesen Ort, wenn das Licht sich so kühl verabschiedete, um nach wenigen Stunden mit gelben Strahlen und roter Hitze ungebremst zurückzukehren. Dagegen hatte er nichts einzuwenden, denn wie es seinem Temperament entsprach, empfing er die flimmernd hitzige Luft wie einen guten Freund. Allein der Gedanke an diese tiefschürfende Wärme bescherte ihm eine zarte Gänsehaut auf den Armen.
Allerdings... Es gab da etwas, was ihm an dieser Hitze missfiel, denn so sehr er seinen stahlharten Körper auch trainierte und stärkte – manchmal zwang ihn die Natur in die Knie, auf denen er sich wacker hielt. In solchen Momenten, da er von der Sonne nahezu verbrannt wurde, wünschte er die silberne Kälte an seine Seite. Die Kälte, die ihn auf kuriose Art und Weise schützte, ja, ihn wärmte. Nicht jede Kälte vermochte ihm dieses Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln; es war eine ganz bestimmte Kälte. Und so kalt war sie auch gar nicht. Er war nur selbst so heiß!
Je näher er dem riesigen schwarzen Wurzelgebilde kam, desto langsamer und leiser wurden seine Schritte. Kumojaki zeichnete sich wohl vor allem durch seine Ungeduld und Lebhaftigkeit aus, doch dieses Bild, das sich ihm bot, lehrte ihn Respekt vor Sanftmütigkeit und verschaffte ihm inneren Frieden. Er fühlte sich ganz entspannt und ausgeglichen. Es fühlte sich erschreckend gut an, wie diese Stille von ihm Besitz ergriff und jedweden Gedanken fortspülte. Da war sie, seine perfekte warme Kälte. Sofort begann sein Herz wie wild zu schlagen und kochendes Blut durch seine Adern zu pumpen. Dieses neue Gefühl mochte er nicht und gleichzeitig... konnte er nicht genug davon bekommen. Kumojaki wusste längst, wonach er sich verzehrte, wenngleich es einige Zeit gedauert hatte, um es sich einzugestehen. Er hielt an und wartete geduldig ab.

Als würde jemand einen Schalter betätigen, erlosch das letzte Licht des Tages auf einen Schlag und die Wüste lag in tiefer Schwärze. Einige Sterne sprangen an das Himmelszelt, doch der Mond würde sich heute nicht zeigen. Neumond... Cobraja mochte den Mond nicht, denn dieser Felsen leuchtete nicht von selbst, sondern wurde nur läppisch von der Sonne angestrahlt. Darin konnte er keine Schönheit finden und so war er dankbar für diese dunkle Neumondnacht.
Nachdem er einen flüchtigen Blick zu den Sternen hinauf geworfen und frierend die Arme enger um sich geschlungen hatte, stieß er sich vom hochaufragenden Wurzelgebilde ab und drehte sich um. Unweit von ihm entfernt erkannte er eine Silhouette. Wie oft hatte er sie schon gesehen! Und jedes Mal musste er an einen Piraten denken: der bauschige Mantel, die spitzen Stulpenstiefel und die Schwertscheide an der Seite, dazu das wilde, ungebändigte Haar. Cobraja kannte es – im Tageslicht – als rotes Buschwerk, das viel zu viel von dem Gesicht darunter verbarg. Unzählige Gedanken darüber hatten ihn bereits an seinem Verstand zweifeln lassen. Wie fühlte es sich an? Welchen Duft verströmte es? Wie war es beschaffen? War es warm wie die Sonne? Könnte sich das silberne Licht des Sonnenuntergangs darauf niederlassen? Wie sah es dann wohl aus? Wie fühlte es sich an, wenn er es mit dem M-
„Cobraja, was tust du hier?“

Das Licht wurde ausgeknipst und Kumojaki schwankte, als er wegen der plötzlichen Finsternis aus seinen Gedanken gerissen wurde. Er schüttelte leicht den Kopf, wobei seine rote Mähne um ihn herumpendelte. Die sanfte Stille war ebenso verschwunden wie das perfekte Bild vor ihm. Und er wusste, dass er seinen Irgendwie-Partner Cobraja ansprechen konnte, ohne dafür geköpft zu werden. Am Anfang ihrer „Partnerschaft“ hatte Kumojaki sein zügelloses Gemüt noch kein Stück im Griff gehabt und Cobraja hatte sich oft über ihn geärgert. Persönliche Kämpfe mittels bloßer Fäuste und Magie waren keine Seltenheit in ihrem tristen Alltag. Doch irgendwann begann es ihnen regelrecht Spaß zu machen, sich gegenseitig zu triezen. Verschiedene Standpunkte mussten verdeutlicht, Diskussionen ausgetragen werden. Ihr Boss ahnte nichts davon – oder ignorierte es. Vielleicht hatte er sie ohnehin nie ernst genommen nach den zahlreichen Misserfolgen, die sie verbuchen konnten. Schuld daran waren nur diese verfluchten Pretty Cures...!
„Kumojaki, zerstöre nicht den Moment der Schönheit der Naturgewalten mit deinem Geplapper“, antwortete Cobraja mit herablassender Stimme.
Auch seine Schritte knirschten leise im Sand. Kumojaki sah den schönen Mann auf sich zukommen und sein Herz flippte schier aus. Dabei war das nun wirklich nichts Neues! Kumojaki mochte wohl eher nach Stärke denn nach Schönheit streben, doch Cobraja... Noch nie hatte er etwas Schöneres gesehen und noch nie hatte so etwas Schönes sein ganzes Sein eingenommen. Zugleich wusste er, dass er sich nach keinem besseren oder stärkeren Gegner sehnen konnte als Cobraja, der ihm genügend Paroli gab, ganz wie er es wünschte. Genau genommen... brauchte er nichts weiter als Cobraja an seiner Seite. Das war auch der Grund, weshalb Kumojaki noch immer hier war.

Cobraja kannte Kumojaki nicht als stumm oder um eine Widerrede verlegen, deshalb klopfte sein Herz doppelt so schnell wie normal. Eine unbekannte Situation bereitete ihm Unbehagen, denn er wünschte sich aus tiefster Seele, dass alles genau so blieb, wie es war: Kumojaki als ewig ungeduldiger, trainingsbesessener und streitsüchtiger Partner an seiner Seite. Es war der rothaarige Pirat, der Cobraja das Leben lebenswert erscheinen ließ. Dieses Gefüge wollte er schützen. Unter allen Umständen.
„Das Licht ist aus und somit auch der Moment“, sagte Kumojaki mit einiger Verzögerung und Cobraja atmete ungehört erleichtert auf, dass sein Partner so bärbeißig wie immer klang.
Sie wussten beide, dass sie aufeinander mehr Rücksicht nahmen, als sie es gemusst hätten, und Cobraja spürte seinen Puls beschleunigen, denn es bedeutete ihm so viel, dass Kumojaki tatsächlich bis zur Dunkelheit gewartet hatte. Wäre es taghell, hätte Kumojaki vermutlich eine peinliche Frage bezüglich Cobrajas unkontrolliertem Grinsen gestellt.
„Komm jetzt, ich habe Hunger“, fuhr Kumojaki fort und wandte sich zum Gehen.
„Willst du in unsere Stammkneipe?“, fragte Cobraja und holte seinen Partner nur mühsam ein.
„Ja, wieso nicht, es ist nett dort.“
Cobraja schwieg angesichts dieser Worte, die irgendwie danach klangen, als mochte Kumojaki nicht reden. Wieder etwas Neues und sein Herz hüpfte auf und ab.
Sie traten durch ein magisches Tor und materialisierten sich auf dem Gehweg vor einer Bar ungeachtet zwischen den Passanten. Als ihnen rosa Glitzerlicht entgegensprühte, nahmen sie sofort eine Kampfposition ein und Kumojaki stellte sich vor Cobraja. Doch es passierte nichts. Sie wurden nicht wie befürchtet erneut von den schrecklich bunten und glitzernden Pretty Cures angegriffen, sondern lediglich von einer verkleideten Stadt, die den Valentinstag feierte. Überheblich schnaubend entspannten die beiden Bösewichte sich. Zum Valentinstag hatten sie eine klare Einstellung: völlig unnütze Zeitverschwendung.
Gähnend streckte Kumojaki seine Glieder und stapfte ins Lokal, Cobraja folgte ihm elegant.
Leise Musik umfing sie in einer fast unerträglichen Atmosphäre, trotz des eisblauen Lichtes hinter dem Tresen. Dort setzten sie sich etwas abseits auf Barhocker und bestellten sich etwas zu essen und zu trinken. Der Valentinstag hatte auch hier Einzug gehalten. Überall flatterten Herzen herum und ein stechender Geruch nach Schokolade hing in der Luft.
„Mir wird gleich schlecht von diesem Zuckerzeug“, murmelte Kumojaki angewidert.
„Und mir von diesen säuselnden Liebespärchen“, ergänzte Cobraja wenig zurückhaltend.
„Wieso muss es so was geben? Man erstickt ja förmlich an dieser Zuckerwattenluft! Die Menschen haben es nicht anders verdient, dass wir sie drangsalieren“, meinte Kumojaki.
„Wie ist es heute übrigens gelaufen?“, erkundigte Cobraja sich vorsichtig, als sie ihre Bestellungen vor sich stehen hatten, und steckte sich eine Schmetterlingsnudel in den Mund.
Kumojaki kaute gerade herzhaft auf drei Stücken Rindfleisch herum und wandte sich mit vollen Hamsterbacken Cobraja zu. Der Blick sollte offenbar Bände sprechen oder zumindest die Arbeit seines übervollen Mundes übernehmen, doch Cobraja (der sich schwer damit tat, sein aufsteigendes Gelächter zurückzuhalten) hob nur bedauernd die Schultern und schüttelte leicht den Kopf. Also verdrehte Kumojaki genervt die Augen und bearbeitete sein Essen eifriger mit seinen scharfen Zähnen, um reden zu können, ohne dass ihm etwas aus dem Gesicht fiel. Manchmal vergaß er beinahe, dass Cobraja Schönheit wirklich vor alles stellte. Dazu gehörten auch Tischmanieren.
„Natürlich erfolglos wie immer, sonst wäre ich wohl nicht zu dir gekommen“, erklärte er resigniert, sah Cobraja aber nicht an.
Das Essen war wie immer köstlich, trotz der Valentinstags-Pest.
„Die Pretty Cures mal wieder. Ich frag mich, wie die das schaffen, immer am Ort des Geschehens aufzutauchen. Natürlich ist so ein Kampf eine hervorragende Übung für mich, aber so langsam steigt uns der Boss aufs Dach, wenn wir nicht bald Erfolge liefern.“
Früher hätte Cobraja wahrscheinlich höhnisch gestichelt, dass Kumojaki sich mal wieder nicht gegen ein paar – zugegeben sehr schlagkräftige – Mädchen hatte durchsetzen können und ob er immer noch glaubte, dass er jemals eine ultimative Stärke erreichen konnte. Kumojaki wäre daraufhin ausfallend geworden, hätte Cobraja am Kragen seines weißen Mantels gepackt und ihn zu sich herangezogen, um ihm die Ohren voll zu schreien, dass er selbst es ja auch nicht besser gemacht hätte. Und Cobraja hätte vielleicht grinsend erwidert, dass er es doch nicht riskieren wollte, ihren heißen Wettbewerb untereinander so vorschnell zu beenden; immerhin hätte er die Hoffnung nicht aufgegeben zu erleben, dass Kumojaki eines Tages doch von sich behaupten könnte, er wäre stark. Kumojaki wäre wutschnaubend keine verbale Gegenwehr eingefallen und erneut hätte Cobraja den Sieg ihres persönlichen Zweikampfes davongetragen.
Ab und an hatte Kumojaki seine Zurückhaltung vergessen und zugeschlagen. Darauf folgten dann Tage später so halbwegs reuevolle Sätze wie, dass Cobraja noch Glück gehabt hätte, denn Kumojakis Schlag wäre nicht perfekt gewesen. Ja, Cobraja erinnerte sich noch sehr gut an diese vergangenen Tage. Wann hatte Kumojaki eigentlich aufgehört, ihn am Kragen zu packen, um ihn (erfolglos) zu beschimpfen? Das vermochte der Schönling nicht zu sagen. Wenn er ehrlich darüber nachdachte, konnte er sich vorstellen, welche Gefühle es in ihm hervorriefe, sollte sich diese fast gewalttätige Geste wiederholen. So nah an Kumojakis Gesicht... Er bräuchte sich nur ein klein wenig mehr vorzulehnen und er könnte die seidig glänzenden, roten und bestimmt sehr heißen L-
„Was ist? Ja, ja, ich weiß schon, du denkst, ich hätte plötzlich ein Gewissen oder das Bedürfnis danach, Karriere zu machen“, sagte Kumojaki energisch.
Cobraja zuckte ertappt zusammen. Hatte er... Hatte er Kumojaki gerade wirklich auf den Mund gestarrt? Er spürte, wie sich ein zarter Rotschleier auf seine Wangen legte, und er wandte sich schleunigst seinem Nudelsalat zu. Innerlich vergrub er sein Gesicht in seine schönen, makellosen Hände und schämte sich ob dieser Peinlichkeit. Wieso nur musste der rothaarige Pirat seinen Blick auch bemerken?!
„So ist das aber nicht“, fuhr Kumojaki unbeirrt fort.
Cobraja schielte aus den Augenwinkeln zu seinem Partner hinüber, der... resigniert klang. Das war ungewöhnlich und ließ Cobraja aufmerksam lauschen. Außerdem lenkte es ihn von seinem eigenen inneren Aufruhr ab.
„Es ist... Ich sehe keinen Sinn hinter dieser Sache. Mir kommt es genauso trostlos vor wie die Wüste, wo wir uns gerade aufhalten. Es ist kein Ende in Sicht. Natürlich kann ich dadurch ja nur noch stärker werden, aber... ich möchte irgendwann auch mal ankommen. So seltsam es auch klingt.“
Während Kumojaki sich wieder seinem Teller widmete, sah Cobraja seinen Partner erstaunt an. In der Tat klang es seltsam, solche Worte von Kumojaki zu hören, immerhin gehörte es nicht unbedingt zu seinem Charakter, dass er sich ernsthafte Gedanken machte. Cobraja hatte immer gedacht, sein wilder Partner würde das Leben so nehmen, wie es kam, doch offenbar fühlte auch dieser sich sonderbar unerfüllt. Das lag gewiss nicht am Ausbleiben der Erfolge oder daran, dass sie nur nichtige Handlanger waren, sondern... Es fehlte einfach etwas in ihrem Leben. Etwas, das sie vervollständigen konnte. Bedrückt wandte Cobraja den Blick wieder ab. Kumojakis unbeschwerte Art hatte es ihm möglich gemacht, das hier durchzustehen (sogar halbwegs mit Vergnügen), denn er vertrat Kumojakis Ansicht ohne Ausnahme (bis auf die Sache mit dem Stärkerwerden, das hielt Cobraja für lächerlich – zumindest an sich selbst). Was sollte er tun? Eine kalte Welle der Depression erfasste ihn am Rande, das durfte er nicht zulassen! Sonst war er bald ganz und gar nicht mehr schön und dann konnte er auch nicht mehr versuchen, Kumojaki vom Streben nach Schönheit zu überzeugen. Ob... Ob Kumojaki überhaupt jemals in Betracht gezogen hatte, dass Cobraja schön war?

Oje, jetzt hatte er die Stimmung aber hoffnungslos ruiniert. Wie bescheuert war er denn bitte, mit diesem ganzen Ernst die Situation komplett zu verfahren?! So etwas sagte er doch sonst nicht! Und Cobrajas besorgten Blick, der eindeutig der Besorgnis um Kumojakis schwindenden Verstand entstammte, hatte er deutlich gespürt. Innerlich schlug er sich die Hand vor die Stirn.
Nach dem heutigen Misserfolg, der Kumojaki keineswegs berührte, sondern eher das unlogische Kauderwelsch der Pretty Cures über Liebe und Freundschaft, hatte er sich mehr denn je nach Cobrajas Nähe gesehnt. Nun gut, wie nah konnten sie sich schon kommen, aber der ausschlaggebende Punkt war vielmehr Cobrajas Anwesenheit, das genügte. Alles wäre ihm recht gewesen, wirklich alles, wenn nur Cobraja an seiner Seite war. Wie üblich hatte dieser ihn nicht enttäuscht, sondern mit seiner atemberaubenden Schönheit erwartet. Das silberviolette Haar (oder auch eher bläulich, die Farbe war wirklich unheimlich schwierig zu beschreiben) glänzte vom silbernen Licht der Abendsonne und seine schlanke, hochgewachsene Gestalt bestach mit Eleganz und umwerfender Präsenz. Kumojaki hatte nie viel für Schönheit übrig gehabt, das war bei der Erringung von Stärke nicht anders möglich. Aber... genau genommen hatte er doch nur nach der Stärke gesucht, die ihn in die Lage versetzen würde, Cobrajas Aufmerksamkeit und – ja – Bewunderung zu gewinnen. Er seufzte tief. Wie er sich gerade selbst hasste...
Er drehte den Kopf zu Cobraja, um auszukundschaften, inwieweit er Schaden angerichtet hatte, als urplötzlich ein sinnlicher Mund auf seinen Lippen lag. Glücklicherweise befand sich gerade nichts Essbares zwischen seinen Zähnen, wie er im Nachhinein irgendeinem Kami-sama dankte, doch im Moment dieser Berührung war er zu keinerlei Gedanken oder Reaktionen oder sonst etwas fähig.
Cobraja küsste den rothaarigen Pirat leicht auf den vorlauten (und heute wirklich sehr seltsam daherredenden) Mund, schaute tief in die roten Augen und zog sich dann zurück. Verblüfft sah Kumojaki ihn an. Wie hätte er auch anders reagieren sollen? Man wurde ja nun nicht jeden Tag von seinem heimlichen Schwarm geküsst! Am liebsten hätte Kumojaki seine Finger auf die Lippen gelegt, um den Kuss dort festzuhalten, dieses kribbelnde Gefühl, das seinen gesamten Körper erfasst hatte...

Cobraja war einerseits über sich selbst erstaunt, andererseits wunderte es ihn kein Stück, dass er mal wieder vollkommen abwegig und unvorhergesehen gehandelt hatte. Doch seinen Partner so betrübt und beinahe verloren auf dem Barhocker sitzen zu sehen, gefiel ihm nicht und er wusste sich nicht anders zu helfen. Außerdem WOLLTE er es. Was für ein Glück, dass er sich aus dieser Angelegenheit mühelos herausreden konnte, am besten mit einer abfälligen, höhnischen Bemerkung oder so!
Bevor er allerdings zur Ausführung dessen gelangte, unterbrach Kumojaki den Blickkontakt, kramte eilig in seiner Hosentasche nach etwas, das sich kurz darauf als ein ausreichender Haufen Yen-Münzen entpuppte, und packte Cobrajas Arm, ohne ihn anzusehen. Er zog ihn hinter sich her aus der Bar heraus mitten in das magische Zaubertor, das sie zurück in die Wüste beförderte, und dort weiter in ihr unterirdisches Zuhause, wo sie ihre Ruhe vor der täglichen Hitze und ihrem Oberboss hatten. Cobraja wagte es nicht zu sprechen, denn Kumojakis Griff schien kein Gespräch zuzulassen. Ohnehin war er viel zu perplex. Also musste er sich wohl oder übel gedulden.
Sie kamen ein wenig abgehetzt vor einer stabilen Holztür an, nachdem sie den reichlich langen Tunnel und mehrere andere Türen passiert hatten, vor der Kumojaki sich endlich umdrehte und Cobraja musterte.
„Ich bin lange genug gewandert, habe lange genug nach etwas Unerreichbarem gestrebt, ich habe die Schnauze gestrichen voll“, erklärte Kumojaki mit Nachdruck. „Lass mich bitte ein einziges Mal wenigstens erfahren, wie es sich anfühlt, irgendwann mal etwas erreicht zu haben. Wirst du mir diese Ehre erweisen, Cobraja?“
Der Schönling stand nur mit leicht geöffnetem Mund da – ohne sich seiner Anziehungskraft bewusst zu sein – und versuchte zu begreifen, was der rothaarige Pirat ihm mitteilen wollte. War... War das etwa eine Aufforderung zu... dem, was Cobraja dachte, dass es war? Wenn man seine konfusen Worte richtig interpretierte, hatte er eben ein eindeutiges Angebot unterbreitet und gleichzeitig Cobraja die Entscheidung überlassen, ob er es annahm. Auf diese Weise wollte er möglicherweise eventuelle Gefühle seitens des Schönlings für ihn erfahren. Möglicherweise. Aber egal, was Kumojaki beabsichtigte, wie könnte er es ihm abschlagen? Er wollte doch selbst diesen temperamentvollen Mann näher kennenlernen, also auf einer gänzlich anderen Ebene als der „beruflichen“ und alltäglichen. Deshalb nickte er und rückte ein schiefes Lächeln zurecht. Kumojaki erwiderte das Lächeln und trat dann durch die Tür ins Zimmer.

Dunkelheit umfing sie und die Luft roch unglaublich frisch, als hätte man in einer kühlen Sommernacht das Fenster mehrere Stunden offengelassen. Ja, es gab ein Fenster, oben an der Decke, überschattet von dem vertrockneten Wurzelgebilde und abgeschirmt von einer speziellen Schicht Magie, die UV-Strahlen und Hitze absorbierte. Cobraja kannte dies von seinem eigenen Zimmer, das ein paar Türen weiter gelegen war.
Kumojaki ließ ihn los, verschloss die Tür und stürmte dann geradezu hastig durch den Raum, um sämtliche Kerzen zu entzünden, die er tatsächlich überall aufgestellt zu haben schien. Cobraja sah sich währenddessen ein wenig um, hatte er doch irgendwie etwas anderes erwartet. Eine Fitnessbank zum Beispiel oder mehrere Hanteln unterschiedlicher Größe... Doch es war geradezu romantisch eingerichtet: ein hölzernes, schlichtes Bett, daneben ein Schrank, neben der Tür mehrere Regale und direkt unter dem Fenster eine kleine Gruppe von Sitzkissen. Gemütlich, befand Cobraja und richtete dann wieder den Blick auf Kumojaki, der die letzte Kerze entzündet hatte und sich langsam zu ihm umdrehte. Cobraja sah Unsicherheit in seinen Augen, gleichzeitig ein immenses Verlangen, was ihm eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Er wagte ein hoffentlich beruhigendes Lächeln, denn aus irgendeinem unerfindlichen Grund fing es in seiner Brust, direkt über den Lungen, wie blöd zu pochen an. Ob er wohl krank war?
Kumojaki wusste nicht, was er tun sollte. Wie musste er die Sache jetzt angehen? Cobraja hatte ihn geküsst und plötzlich war ihm klar geworden, was er dringend tun wollte, unter allen Umständen: Er wollte Cobraja spüren, ihm ganz, ganz nah sein, ihn... ja, ihn einfach erkunden! Nur wie sollte er das jetzt anstellen, damit Cobraja ihn nicht... verachtete oder verspottete? Hm, vielleicht offensiv?
„Du... du hast mich geküsst“, brachte er heraus.
Cobraja hob eine schön geschwungene Augenbraue, wartete ab, doch offenbar wurde eine Antwort von ihm verlangt.
„Ja“, sagte er schlicht.
„Nach diesen seltsamen Worten von mir?“, hakte Kumojaki nach.
„Ja“, wiederholte Cobraja ohne jegliche Emotion in seiner Stimme. „Ich kann dich verstehen.“
Kumojaki zeigte sich ein wenig erstaunt angesichts dieser Äußerung, andererseits hatte er Cobraja tatsächlich richtig eingeschätzt. Das erleichterte ihn ungemein.
„Darum...“, zögerte der Schönling, „darum komm doch einfach bei mir an.“
So. Jetzt hatte Cobraja den Vorstoß gemacht und Kumojaki blieb nur noch, ein möglicherweise vorliegendes Missverständnis richtigzustellen. Zum Beispiel, dass Kumojaki gar nicht das wollte, was Cobraja in ihm zu sehen geglaubt hatte, oder etwas anderes Enttäuschendes. Cobraja bereitete sich innerlich auf das Zerbersten ihrer bisherigen... naja, Partnerschaft vor. Doch Kumojaki grinste breiter.
„Sehr gern, Cobraja, sehr gern“, raunte er und bewegte sich auf den Schönling zu.
Mit diesen Worten und unter Cobrajas perplexem Blick legte er seine leicht rauen Hände auf die zarten Wangen Cobrajas. Dieser spürte den warmen Atem des rothaarigen Piraten auf seinen Lippen, die kurz darauf erneute Bekanntschaft mit Kumojakis Mund machten, diesmal allerdings wesentlich länger und wesentlich intensiver. Genussvoll senkten sich seine Augenlider herab und er versank in diesem himmlischen Gefühl der Erleichterung. Oh ja, da war mehr für Kumojaki, so viel mehr...
„Darf ich dich ausziehen?“, fragte Kumojaki ein wenig verlegen, nachdem er etwas atemlos den Kuss gelöst hatte.
Cobraja öffnete langsam seine Augen und nahm erst einmal diesen wunderschönen Anblick in sich auf. Das dunkle Zimmer erstrahlte in dämmrigem, orangem Licht, Kumojakis Augen glänzten, funkelten vor Verlangen, seine Lippen glutrot, seine Haarmähne wie die Flammen eines großen Feuers, das an ihm entlangzüngelte... Kumojaki war in der Tat wunderschön!
Dabei sah Cobraja mindestens genauso schön aus, zumindest blieb Kumojaki kurzzeitig die Luft weg, als er seinen Partner aus nächster Nähe betrachtete.
„Wenn ich dasselbe bei dir tun darf...“, antwortete Cobraja fast träge, schien sich nicht beeilen, sondern jede Sekunde genießen zu wollen.
Kumojaki grinste nur und ließ seine Hände von Cobrajas Kopf zu dessen Brust gleiten. Der andere folgte seinem Beispiel wie ein Spiegelbild.
Zunächst strichen sie dem anderen den langen Mantel von den Schultern, öffneten den Gürtel und zauderten ein wenig bei der Hose. Kumojaki knöpfte Cobrajas schwarzes Hemd auf, während dieser Kumojakis weißes aus dem Hosenbund zerrte und schließlich über den Kopf des Piraten schob. Allein die Geräusche der fallenden Stoffe riefen bei ihnen eine Gänsehaut hervor und jetzt standen sie auch noch oberkörperfrei voreinander. Eigentlich sollte Cobraja diesen Anblick gewöhnt sein, immerhin stellte sich Kumojaki öfter mal mit nur einem lächerlich kompliziert gewickelten Stück Stoff um die Körpermitte ins pralle Sonnenlicht oder unter einen Wasserfall, um zu trainieren. Doch dieses Mal war es anders, ganz anders.
Sie zögerten, doch wieder war es Kumojaki, der den ersten Schritt machte, vermutlich, weil er sich dafür verantwortlich fühlte, immerhin hatte ER das Angebot unterbreitet. Er näherte sich Cobraja, ohne den Blick abzuwenden, allerdings mit einer interessanten Röte auf den Wangen, und platzierte vorsichtig seine starken Hände auf Cobrajas Taille. Erneut küsste er den Schönling, beginnend bei den Kieferknochen hinab zum Kehlkopf und den Hals entlang. Cobraja schloss genussvoll die Augen und gab seinem Partner mehr Raum, damit er die vollen, warmen Lippen auf seiner kühlen Haut noch viel intensiver spüren konnte. Langsam heizte sich sein Körper auf von diesen sinnlichen Berührungen, die jedwedes Denken bei ihm ausschaltete. Dann tauchten die zärtlichen Finger tastend zu seiner Hose hinab und nestelten an dem Verschluss herum. Cobraja half ihm, den störenden Stoff von seinen Hüften zu schieben, und entstieg auch den Stiefeln. Sekunden später ließ Kumojaki seine restlichen Hüllen fallen. Vollends nackt und in höchstem Maße verlegen sahen sie sich an, betrachteten einander scheu und hungrig zugleich. Dann führte Kumojaki sie beide umsichtig zu seinem Bett und brachte Cobraja dazu, sich möglichst bequem auf den Rücken zu legen, während der rothaarige Pirat sich über ihn beugte. Er hielt inne.
„Ähm... du weißt, worauf das hier hinausläuft?“, vergewisserte sich Kumojaki zaghaft.
Cobraja lächelte und nickte.
„Es ist mir ein Vergnügen, dass du mich gewählt hast“, hauchte er.
„Tche“, machte Kumojaki belustigt, weil ihn Glückshormone durchströmten, die alles heller und heißer in ihm machten. „Klingt irgendwie sehr nach kitschiger Romantik aus deinem Mund.“
Cobraja kicherte. Und es begann.
Kumojaki verwöhnte seinen Partner mit zärtlichen Küssen und Berührungen, die Cobraja schnell den Verstand verlieren ließen. Irgendwann waren seine Augen zugefallen und er konzentrierte sich nur noch auf Kumojaki, begab sich vertrauensselig in dessen Hände und verankerte jedes schöne Gefühl, jede schöne Erinnerung, jede Sekunde in Kumojakis Nähe tief in seinem Inneren, um zukünftig daran festhalten zu können, wenn es mal nicht so rosig aussah.
„Cobraja“, seufzte Kumojaki und streichelte mit seinen rauen Händen die zarten Wangen seines Bettgefährten.
„Mh?“, machte dieser und öffnete mühevoll seine lustgetränkten Augen.
„Du bist wunderschön“, sagte Kumojaki und lächelte ehrlich.
Cobrajas Augen weiteten sich erstaunt, doch dann begannen sie verdächtig zu wackeln und in dem hauchdünnen Wasserfilm, der sich über den blaugrauen Iren bildete, funkelte und glänzte das orange Licht der Kerzen um ein Vielfaches verstärkt. Es schien, als würde Kumojaki sich in ihnen spiegeln...
Cobraja war gerührt. Hatte er sich selbst nie richtig als schön betrachtet, so war es ihm dennoch wichtig, dass Kumojaki ihn für schön hielt. Und nun war es endgültig um ihn geschehen. Er schob seine schlanken Hände in Kumojakis warmen Nacken und kämmte mit ihnen durch die feuerroten Strähnen. So warm und weich...
Kumojaki beugte sich hinab und küsste Cobraja auf den Mund, zuerst ganz zärtlich, dann fordernder. Seine Finger krallten sich in das silberviolette Haar seines Partners, bevor er von diesem kribbelnden Gefühl weggeschwemmt wurde, das ihn zu überrollen drohte. Noch immer konnte er es nicht glauben, dass er mit Cobraja in einem Bett lag, ihm so nah war, ihn so berühren konnte, wie er es sich immer vorgestellt hatte. Dabei lagen zwischen seinen Fantasien und Träumen und der Realität ganze Welten! Alles an Cobraja fühlte sich weich und zart an, seine blasse Haut schien zu leuchten und sein langes Haar schimmerte silbern wie das Mondlicht persönlich. Oder wie das Glitzern des Sonnenlichts auf den Wellen des unendlichen Meeres, das Kumojaki ebenso liebte wie die flimmernde Hitze der Wüste... Diese breitete sich gerade von seinem Bauch in sämtliche Körperzellen aus; sein Inneres glühte vor Verlangen und Sehnsucht und Erregung. Zittrig presste er seinen Mund auf Cobrajas seidige, kühle Lippen und versuchte die Kontrolle über sich selbst zu behalten.
Cobraja spürte natürlich die Wärme, die von Kumojaki ausging (wenngleich Cobraja genauso heiß war), was ihn keineswegs kalt ließ. Seit der Pirat den Schönling komplett entkleidet hatte, wollte das Brennen auf den Wangen des Größeren einfach nicht verschwinden. Nackt und entblößt lag er unter ihm, konnte nichts mehr vor diesen ehrlichen, prüfenden roten Augen verbergen und wollte es vielleicht auch gar nicht. Seine Männlichkeit reagierte höchst euphorisch auf Kumojakis Berührungen, obwohl diese sich noch gar nicht mit dem sensiblen Intimbereich beschäftigten. Die etwas raue Haut an Kumojakis Händen kratzte ganz leicht und herrlich erregend über Cobrajas Seidenhaut; ein vorsichtiges Streicheln ließ den Schönling bereits den halben Verstand verlieren. Er hatte nicht gewusst, dass er dermaßen empfindlich auf solche Liebkosungen reagierte.
Doch der intensive Kuss, bei dem sich ihre beiden Zungen duellierten, genügte dem Größeren nicht, deshalb fing er unruhig zu zappeln an. Kumojaki grinste und löste sich von dem unwiderstehlichen Mund seines Partners.
„Na, na, da ist wohl jemand ungeduldig, was?“, murmelte er neckend und ließ seine rechte Hand über die glatte Brust des Schönlings streifen.
Cobraja kommentierte das mit einem leisen Stöhnen, während sich sein feingliedriger Körper der Berührung entgegendrängte.
„Aus Ungeduld ist noch nie etwas Gutes entstanden“, sagte der rothaarige Pirat zwischen zehn Küssen, die er auf Cobrajas Hals und Brust platzierte.
„Ausgerechnet von dir-hh! solche Worte...“, stöhnte Cobraja erregt.
Kumojaki vermochte nicht eindeutig zu bestätigen, ob die Ironie in Cobrajas Stimme fehlte oder ob sie sich direkt an die Bedeutung der Buchstaben selbst geheftet hatte. Allerdings war die Erregung ganz unverkennbar anwesend. Dazu bräuchte es nicht einmal den neugierigen Blick Kumojakis in Cobrajas Schoß. Der gesamte Körper des Schönlings schrie nach Zuwendung, was Kumojaki liebend gern übernahm. Vor allem durfte er seinen Partner nicht zu lange hinhalten, denn Cobraja hätte so gern selbst die Kontrolle über ihr gegenwärtiges Spiel, doch Kumojaki sah es gar nicht ein, seine Macht jetzt abzugeben. Beinahe professionell leckte er über Cobrajas heißen Oberkörper, kostete von dem eigentümlichen Geschmack und nahm diesen ganz tief in sich auf, indem er seine Zunge immer wieder am Gaumen abrieb. Bald verteilte sich Cobrajas Geschmack in Kumojakis Mund und machte ihn schwindlig.
Dem Schönling ging das alles viel zu langsam gemessen an dem Fluss des Hochspannungsstroms, unter dem sein Körper stand. Kumojakis Berührungen zündeten immer wieder kleine, heiße Blitze, die ihm direkt in die Körpermitte fuhren und alles an Muskeln anspannten, was dort existierte. Die rauen Fingerkuppen des Piraten reizten die dunklen Brustwarzen des Schönlings, die sich der Behandlung entgegenreckten und Cobraja vollends den Verstand verlieren ließen, als Kumojaki sie einzeln nacheinander einsaugte und minutenlang mit Zunge, Zähnen und Lippen stimulierte. Cobraja kratzte mit den Fingernägeln über Kumojakis festen Rücken und legte den Kopf – soweit das möglich war – in den Nacken.
„Mehr...“, keuchte er flehend, kaum in der Lage, seine Stimme zu kontrollieren.
Von zarten Bissen abgesehen wollte Kumojaki keinen Schandfleck auf diesem göttlichen Körper hinterlassen, deshalb schob er stattdessen – und auch, um ihr Tun ein wenig voranzubringen – sein rechtes Bein zwischen die langen Gräten des Schönlings, der sie bereitwillig spreizte und das Becken absenkte, bevor er es rasch anhob. Plötzlich traf Erektion auf Erektion und beide Männer zuckten stöhnend zusammen. Vorsichtig und sehr zurückhaltend begann Kumojaki sich an Cobraja zu reiben. Sie ließen ihre Becken gegeneinander kreisen und vereinten ihre Lippen vorläufig zu einem wilden Kuss. Cobraja schlang sein linkes Bein um Kumojakis Hüfte, um ihn irgendwie dazu zu animieren, sich vollständig auf den Schönling zu legen. Als ihre Schwanzspitzen zuckend gegeneinander sprangen, stemmte Kumojaki angestrengt stöhnend seine Unterarme neben Cobrajas Kopf und richtete sich ein wenig auf. Beide versanken in den dunklen, hungrigen Augen des jeweils anderen.
„Ich kann nicht mehr aufhören, wenn du weiterhin so fordernd bist“, sagte Kumojaki mit ernster Miene.
‚Es steht ihm so gut‘, dachte Cobraja hingerissen. ‚Seriös zu sein steht ihm so unglaublich gut!‘
„Ich bin so fordernd, weil ich dich will“, antwortete der Schönling versonnen. „Und deshalb will ich auch nicht, dass du aufhörst.“
Kumojaki zog skeptisch eine Augenbraue hoch und grinste dann zufrieden.
„Aha“, machte er, schwieg eine Weile und rutschte zwischen Cobrajas Beine, die ihn sofort in die Mangel nahmen.
„Kumojaki, ich“, begann Cobraja, sah tief in die dunkelroten Seelenspiegel, doch sein Gegenüber unterbrach ihn.
„Ssscht“, zischte er leise und küsste Cobrajas mittlerweile geschwollenen Lippen hingebungsvoll. „Sag nichts, genieße es einfach.“
Cobraja nickte gehorsam und atmete einmal tief durch. Kumojakis besonderer Duft segelte dabei durch seine Lungen und machte ihn glücklich.
Der rothaarige Pirat kam sich ein klein wenig hilflos vor, denn – er hatte keinen blassen Schimmer, was er jetzt tun sollte. Er konnte sich aber Cobrajas feixendes Grinsen vorstellen, sollte der Schönling merken, dass Kumojaki keinen Plan von Sex hatte. Aber woher sollte es kommen? Gefühle und Körperlichkeiten hatten sich beim Piraten ausschließlich (wenn überhaupt) aufs Training beschränkt, etwas anderes hatte nie gezählt. Abgesehen von den paar zehn Malen, bei denen sein Körper irgendwie total verrückt gespielt hatte und nur entweder Kumojakis eigene massierende Hand, eine sehr, sehr kalte Dusche oder stundenlanges Schattenboxen hatten Abhilfe schaffen können. Zählte das zu sexuellem Verlangen, wie er es seit einiger Zeit gegenüber Cobraja empfand? Wie würden wohl diese entsetzlich nervigen Pretty Cures vorgehen, wenn SIE sich in seiner Lage befänden? Okay, na gut, sie würden erst einmal lang und breit ihre Problemchen mit ihren Freundinnen ausdiskutieren. Und weil sich ja alle so lieb hatten, musste ihnen das nicht mal peinlich sein. Und dann? Ah, Moment, da gab es doch so eine Art Sprichwort, wenn es um Körperlichkeiten ging! Wie war das noch... Ja! „Vertraue auf dein Gefühl!“ Na gut, hörte sich leichter an, als es getan war. Vielleicht bedeutete das, dass Kumojaki sich einfach von seinen Gefühlen leiten lassen sollte? Aber... Manchmal machte es ihm auch gute Gefühle, wenn andere sich nicht so gut dabei fühlten. Zum Beispiel wenn er sich mit Cobraja stritt. Er liebte diese Auseinandersetzungen, aber womöglich verletzte er den Schönling dabei mit unbedachten Worten? Selbst wenn Cobraja es nie zugeben oder sich anmerken lassen würde... Nein! Kumojaki wollte Cobraja nicht wehtun, alles, nur das nicht! Also musste er jetzt irgendeine Art Kompromiss finden, um einerseits Cobrajas Wohlergehen zu gewährleisten und andererseits einer Blamage zu entgehen. Das Vorhaben mochte sich eventuell als unlösbar darstellen, doch wie bei allem, das mit Cobraja zu tun hatte, fiel es Kumojaki hier sehr leicht.
„Also gut, sag mir bitte, wenn ich dir wehtue, ja?“
Cobraja schluckte ein Kichern hinunter, merkte er doch, wie unsicher sein Partner war.
„Verlass dich ganz auf mich“, antwortete der Schönling und küsste den Piraten beruhigend.
Ein wenig umständlich tauchte Cobraja mit seiner rechten Hand zwischen ihre Körper und packte Kumojakis halb erigierte Männlichkeit, an deren Schafft er seine Finger tanzen ließ und somit den Rothaarigen in aufgeregtes Stöhnen versetzte. Wie ein Vorhang fiel Kumojakis üppige Mähne hinab auf den weißen Körper des anderen und deckte diesen zu, als er sich hochstemmte und gelegentlich in Cobrajas Hand stieß. Mit seiner anderen freien Hand griff Cobraja nach Kumojakis rechter Hand und nahm seinen Zeige- und Mittelfinger in den Mund, an denen er sorgfältig lutschte.
Der Pirat beobachtete den Schönling mit deutlich geröteten Wangen. Was für ein Anblick! War so etwas überhaupt erlaubt? Heiß rauschte das Blut durch Kumojakis Körper und entzündete kleine Leuchtfeuer an seinem Skelett, sodass er ins Schwitzen geriet. Er hielt es bald nicht mehr länger aus, er musste mit dieser überschäumenden Hitze irgendwohin, um sich abzukühlen! Am besten... Ja, Cobraja war doch so viel kühler als er! Vielleicht, wenn er in ihm wäre...
Cobraja entließ Kumojakis gründlich befeuchtete Finger aus seinem Mund und auch das harte Glied ließ er nun los. Er fing Kumojakis Blick ein, der ihn anstarrte wie einen ganz besonders delikaten Leckerbissen, als würde er überlegen, an welcher Stelle er seine Zähne zuerst hineinschlagen sollte. Dieser Anblick entlockte Cobraja ein Kichern, das er irgendwie noch rechtzeitig in ein Räuspern umbiegen konnte. So gern er mit Kumojaki auch diskutierte – jetzt war es unangebracht (zumindest wenn Cobraja heute noch mal zu seiner Befriedigung kommen wollte) und er musste behutsam vorgehen.
„Kumojaki?“, raunte er leise mit dunkler Stimme.
Aha, er selbst war also auch randvoll mit Verlangen und Erregung angefüllt, das vereinfachte die Sache natürlich. Cobraja schüttelte leicht den Kopf über diese nüchterne Feststellung. Er lächelte den Piraten an, der offenbar ins Diesseits zurückgekehrt war.
„Erst einen Finger“, erklärte Cobraja kryptisch. „Folge dann einfach deinem Gefühl.“
Hä? Finger? Wofür? Kumojaki hatte wohl Glück, dass seine derzeitige Erregung sämtlichen Platz in seiner Mimik einnahm und deshalb die vielen Fragezeichen trotz Überzahl keine Chance für einen öffentlichen Auftritt bekamen, sonst hätte Cobraja vermutlich kein amüsiertes Glucksen mehr zurückhalten können. Und nicht nur das: Kumojaki erhielt sogar eine stumme Antwort auf seine Fragen. Cobraja entließ ihn nämlich aus seiner Beinklammer, spreizte seine Beine etwas mehr und hob seinen Hintern an. Der Pirat verfolgte diesen Vorgang und dann brauchte er nur noch eins und eins zusammenzuzählen. Nervös lächelte er Cobraja zu und berührte zaghaft den einzig möglichen Eingang in den schönsten Körper, der dem Rothaarigen je untergekommen war.
Sanft massierte Kumojaki den Muskelring, bevor er ihn mit einem angefeuchteten Finger durchbrach. Es fühlte sich merkwürdig an, wie er so umschlossen wurde. Der Druck war bereits enorm und er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie er mit seinem nicht gerade mickrigen Heiligtum DORT hineinpassen sollte, ohne zerquetscht zu werden. War das überhaupt möglich? Konnte man daran eigentlich sterben? Kumojaki schüttelte den Kopf, wobei seine langen Haare um ihn herumflogen und dabei Cobraja streichelten, der bei Kumojakis Probe-Eindringen geseufzt hatte; schien ihm gut zu gefallen und die haarige Streicheleinheit ließ eine dicke Gänsehaut über seinen ganzen Körper rieseln. Zutiefst erregt bemühte Cobraja sich darum, seinen Liebhaber nicht aus den Augen zu lassen, denn der Pirat, der nach Stärke strebte, wirkte im dämmrigen Licht der Kerzen noch verwegener als sonst und kümmerte sich dennoch so sanftmütig um Cobraja, dass es einem die Tränen der Rührung in die Augen treiben konnte. Allerdings lenkte der warme vorwitzige Finger in seinem Inneren den Schönling gekonnt ab. Das Gefühl, zu wissen, dass Kumojaki wirklich null Erfahrungen bei Zärtlichkeiten hatte, beruhigte ihn so sehr, dass er sich schnell entspannte. Es blieb nur noch das Endergebnis abzuwarten.
Um Gottes Willen, Kumojaki musste dringend sein Gehirn abschalten! Bevor er zu intensiv darüber nachdachte, welche anatomischen Teile eines menschlichen Körpers er da gerade mit dem Zeigefinger auskundschaftete. Seltsamerweise verflogen diese Gedanken dann auch, als er sah, wie gut Cobraja sich unter Kumojaki fühlte. Der junge Mann räkelte sich lasziv vor ihm, hatte die Hände neben dem Kopf in Kissen und Laken gekrallt und schaute ihn aus lustverschleierten Augen an. Kumojaki erlebte die längste und kribbligste Gänsehaut seines bisherigen Lebens. Er sollte also seinem Gefühl folgen... Sachte bewegte er den Finger in Cobraja, der leise seufzte und sich ihm entgegenschlängelte. Dann nahm Kumojaki einen zweiten Finger hinzu, was wieder für Spannungen sorgte. Cobraja gelang es nicht mehr, seine Augen offen zu halten; die Erregung beherrschte ihn – sie und Kumojakis Finger.
Der Pirat wurde immer sicherer und stimulierte seinen Partner mit den Händen, auch um die Schmerzen verblassen zu lassen. Cobraja wand sich, gab sich bald nicht mehr nur mit den Fingern zufrieden, obwohl sie ihn schon sehr reizten. Wenn sie zufällig seinen ganz besonderen Punkt gestreift hätten, wäre er vermutlich gekommen und zwar nicht zu knapp. Kumojaki wäre davon allerdings dermaßen überrascht gewesen, dass er sein Konzept vergessen hätte und das konnte Cobraja nicht zulassen. Nicht heute, nicht jetzt, dafür war das hier viel zu schön.
Kumojaki entfernte seine Finger vorsichtig und war stolz auf sich, dass er sich weder ekelte noch besonders viel nachdenken musste, denn wie von Cobraja empfohlen folgte er seinem Gefühl oder eher Instinkt. Er stahl sich einen tiefen Kuss, während er sich zwischen Cobrajas langen Beinen platzierte und vorsichtig und langsam in den zarten Körper eindrang.
Cobraja schnappte seinem aktiven Partner gerade sämtliche Luft aus den Lungen, als er Kumojaki spürte. Dieser bohrte sich tief in ihn hinein und Cobraja unterbrach den Kuss, um seine Organe hechelnd mit Sauerstoff zu versorgen, weil gerade alles in ihm verrücktspielte. Kumojaki erging es ähnlich, da er das Gefühl hatte, zerquetscht zu werden. Er hielt immer wieder mühevoll inne, um sie beide aneinander zu gewöhnen. Der Schönling griff fest in das rote, volle Haar und schmiegte sich enger an Kumojakis nackten Körper. Dieser wiederum bedeckte den blassen Hals mit sanften Küssen, die allerdings Zügellosigkeit und große Anstrengung ahnen ließen. Langsam versenkte er sich bis zum Anschlag in dem schönen Mann und sie stöhnten beide lustvoll auf, bevor ihre Lippen zu einem unkontrollierten Kuss zusammenfanden. Inzwischen war ihnen vollkommen gleichgültig, wie sie für den anderen aussahen, es zählte nur noch ihre Nähe, ihr... Gefühl füreinander. Denn es war etwas zwischen ihnen, das sie umklammert hielt und vor dem sie sich scheuten es zu benennen, sonst wäre es wohl zu Komplikationen gekommen.
„Be... Beweg dich, Kumojaki“, hauchte Cobraja atemlos.
Der Pirat konnte nur nicken und gehorchte. Umsichtig entfernte er sich ein Stück aus Cobrajas Körper, bevor er wieder hineinstieß. Tiefe, kehlige Laute rasten durch das Zimmer und vibrierten in der erhitzten Luft. Eine Gänsehaut befiel Kumojaki. Er fuhr in seinen Bewegungen fort, stieß fast ruppig in den unschuldigen, wunderschönen Körper unter sich und genoss die Töne, die er dadurch verursachte; ob es nun Cobrajas oder seine eigenen waren, konnte ihn nicht weniger kratzen.
Nach einiger Zeit veränderte er das Tempo und den Winkel seiner Stöße, als Cobraja plötzlich besinnungslos aufschrie und sich aufbäumte. Dabei hinterließ er blutige Spuren auf Kumojakis Oberarm, was er allerdings nicht bemerkte. Stattdessen war der Pirat damit beschäftigt zu erkennen, dass er einen besonders empfindlichen Punkt in Cobraja getroffen hatte, den er von nun an zielgerichtet anvisierte. Das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Noch nie in seinem ganzen Leben hatte Kumojaki eine solche Befriedigung empfunden. Es schien fast so, als wäre alles andere zuvor Erstrebte völlig bedeutungslos geworden.
Cobraja vergaß, wo er sich befand. Er vergaß seinen eigenen Namen, konnte nur noch den Namen flüstern und schreien, stöhnen und denken, der ihm Halt gab, das einzig Verlässliche gerade. Kumojaki. Was für ein Gefühl! Unerträgliche Hitze gepaart mit eisiger Kälte, die in Form greller Blitze seinen Körper anregend durchzuckte, brachte ihn auf Touren. Er spürte, dass er nicht mehr allzu weit von etwas entfernt war, das wie ein Abgrund wirkte, der nach oben führte – in einem schwindelerregenden Looping. Sozusagen ein freier Fall gen Himmel. Helle Sterne tanzten zusammen mit irre bunten Lichtern vor seinen geschlossenen Augenlidern, als er plötzlich den angestauten Druck loswurde und in die Schwerelosigkeit entschwebte. Alles war egal geworden, nur dieses Gefühl, dieses Hochgefühl, das wollte er nicht mehr missen! Für eine Weile wähnte er sich im Paradies, vor allem als er fühlte, dass ein zweiter Jemand neben ihm durch dieses Nirwana schwamm. Jemand, den er für immer bei sich behalten wollte.
Sie hielten beide ihre Augen geschlossen. Cobraja spürte das warme Sperma durch seinen Körper schießen. Kumojaki fror ein wenig von den feuchten Klecksen auf seinem Unterleib. Trotz absoluter Blindheit fanden sie sich für einen liebevollen Kuss, der sie allmählich zurück auf den Boden der Tatsachen holte. Das war besser gewesen, als je ein Triumph über die Pretty Cures für sie sein könnte. Vielleicht konnten sie ja beim nächsten Mal eher den Mädchen einen Vortrag über Liebe und Vertrauen halten...

Nach vielen Stunden, vielleicht sogar Tagen, das wussten sie beide nicht mehr, trennten sie sich schweren Herzens aus ihrer innigen Umarmung, in der sie in tiefen Schlaf gefallen waren. Es meldeten sich tausend fundamentale Körperfunktionen, weshalb sie voneinander ablassen mussten, wenigstens für einen Moment. Verlegen sahen sie sich an.
„Ich... Es war schön“, sagte Kumojaki leise.
„Ja, mir hat es auch gefallen“, bestätigte Cobraja mit einem beruhigenden Lächeln.
„Also... Was ist denn jetzt eigentlich... mit uns?“
„Naja... Sind wir jetzt ein Paar?“, fragte Cobraja nachdenklich.
„Wenn... wenn du das möchtest... Von mir aus sehr gern“, antwortete Kumojaki und wurde fast so rot wie seine zerzausten Haare.
Cobraja lehnte sich zu ihm hinüber und küsste ihn zärtlich.
„Ja, ich möchte mit dir zusammen sein“, hauchte er.
Kumojaki nickte erleichtert und zog den Schönling nochmals für einen tiefen Kuss zu sich heran.
„Ach übrigens“, murmelte er an Cobrajas Lippen.
„Ja?“
„… Einen schönen Valentinstag, Cobraja.“
Cobrajas Herz hämmerte wie irre, aber er durfte nicht zulassen, dass sie beide jeden Sinn und Verstand verloren wie die Menschen!
„Kumojaki, zerstöre nicht den Moment der Schönheit der Naturgewalten mit deinem Geplapper“, fauchte er deshalb.
Kumojaki lachte und schlang seine Arme um seinen Partner.
„Du bist keine Naturgewalt, Cobraja“, sagte er amüsiert. „Obwohl du wirklich wunderschön bist.“
„Hm… Und du bist stark. Sehr stark. Wahrscheinlich der stärkste.“
„Wenn du meinst“, zuckte Kumojaki mit den Schultern.
Er klang deutlich zufrieden, fand Cobraja. Hatte er etwa sein Ziel aufgegeben? Oder ging es ihm wie dem Silberhaarigen, dass es nicht mehr wichtig war, wonach sie strebten, solange sie einander hatten?
„Wollen wir zusammen duschen gehen?“, fragte Cobraja herausfordernd.
„Bloß nicht!“, wehrte Kumojaki sofort ab.
Cobraja zog skeptisch eine Augenbraue in die Höhe.
„Wieso?“
„Na, du magst das Wasser doch am liebsten eiskalt! Nein danke, ich will mir nicht den A-“
„Du wirst dir schon nicht deinen süßen Hintern abfrieren“, unterbrach Cobraja ihn belustigt und packte Kumojaki überraschend fest am Arm, um ihn mit sich zu ziehen. „Ich werde dir ordentlich einheizen, dann wirst du dir kaltes Wasser wünschen!“
Kumojaki schwieg verblüfft bei dieser Androhung, was Cobraja zum Lachen brachte.
„Herrlich! Du solltest dein Gesicht sehen! Zum Schießen!“
Daraufhin begann der rothaarige Pirat zu knurren und zusammenhanglose Widerworte zu rufen. Cobraja kicherte bloß. Endlich war alles wieder beim Alten, nur irgendwie doch nicht so ganz. Endlich waren sie beide komplett. Dafür hatte es sich schon gelohnt, für Kumojaki so schön und so stark zu werden, genau wie Kumojaki für ihn stark und schön geworden war. Und beim nächsten Angriff auf die Pretty Cures würden sie als Team zusammenarbeiten...


Happy Valentine!

Wenn Dir, geneigter Leser, die Geschichte gefallen hat, dann schaue doch gern auch bei meinen anderen Geschichten vorbei. Die nächste Fanfiction findest Du Anfang März 2020 unter dem Titel „Die Spieluhr“, die im Uta-no-Prince-sama-Universum spielt. Ich würde mich sehr über Deinen Besuch freuen.
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