Die Überlebenden

von Deira
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 Slash
Agron Duro Lucretia Nasir Pietros Spartacus
14.02.2020
19.08.2020
46
115.790
4
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
08.08.2020 1.495
 
Auch hier gibt es nach einer Pause jetzt das nächste Kapitel. Ich wünsche euch viel Spaß beim Weiterlesen.

Kapitel 44


Tempel am Vesuv

Nasir lag neben Agron und dieser strich sanft über seinen Arm. Agron hatte sich einen eigenen kleinen Bereich im Tempel abgetrennt und dort hatten er und Nasir es sich gemütlich gemacht. Beide trugen sie keine Kleidung und hatten aufgrund des warmen Wetters auf eine Decke verzichtet.
Schläfrig spielte Agron mit einer von Nasirs Haarsträhnen und der junge Syrer lächelte glücklich. Leider konnten sie noch keine weitergehenden Zärtlichkeiten austauschen, dafür bereitete Nasirs Verletzung noch zu viele Schwierigkeiten.
Aber es war auch schön, einfach neben seinem Geliebten zu liegen und Küsse auszutauschen. Aber auch Nasir war müde und er schloss die Augen und dachte bei sich, dass er sich seit langer Zeit nicht mehr so wohl gefühlt hatte wie in diesem Augenblick.

Er dachte daran, dass er noch vor gar nicht zu langer Zeit erschrocken über das Eindringen der Rebellen in die Villa seines Dominus gewesen war. Wie sehr hatte sich sein Leben doch seither verändert. Er musste sich eingestehen, dass er, obwohl er nun ein gefährlicheres Leben führte, glücklicher war als zuvor und dies lag vor allem an dem neben ihm liegenden Gladiator.

Auch Agron war in diesem Augenblick zufrieden wie lange nicht mehr. Die beiden Menschen, die ihm am nächsten standen hatten sich weitgehend von ihren Verletzungen erholt. Sein totgeglaubter Bruder war zu ihm zurück gekommen und der junge Mann, für den er so starke Gefühle hegte lag neben ihm in seinem Arm und erwiderte seine Gefühle.

Sie hatten mit diesem Tempel einen ruhigen Ort in relativer Sicherheit gefunden. Aber er befürchtete, dass es nicht lange so friedlich wie im Augenblick bleiben würde. Glaber suchte nach wie vor nach ihnen und er würde keine Ruhe geben bis er sie und vor allem Spartacus fand.


Capua

Ilithyia zog es in diesen Tagen vor, ihrem Mann aus dem Weg zu gehen. Sie fühlte sich unwohl in seiner Gegenwart und er ließ keinen Zweifel daran, dass er nach wie vor über sie verärgert war. Aber war es denn ihre Schuld, dass er nicht in der Lage gewesen war, den Brand in der Arena zu verhindern? Er hätte die Gefangenen schließlich auch anders töten können. Warum hatte er sie nicht einfach neben den Minen kreuzigen lassen, nachdem er sie gefangen genommen hatte? Dies tat er im Augenblick in Capua mit Sklaven, die es wagten den Namen Spartacus in den Mund zu nehmen und selbst einigen Römern ging dies mittlerweile zu weit.

Während die Bewohner von Capua erschrocken über den Brand der Arena waren hatte es Varinius geschafft, sich von seiner guten Seite zu zeigen. Er hatte Ärzte geschickt, die sich um die Verwundeten kümmerten und es sollte Angehörigen dabei geholfen werden, die Toten angemessen zu bestatten.
Varinius hatte Verletzte besucht und diese grässliche Seppia hatte ihn dabei begleitet. Dann war die Nachricht von der Verlobung der beiden eingetroffen und Ilithyia hätte vor Wut am liebsten eine von Lucretias Vasen an die Wand geworfen.

Sie hatte sich selber Hoffnungen auf Varinius gemacht. Für ihn hätte sie ihren Mann verlassen. Aber diese Hoffnung war nun endgültig zerschlagen worden.
„Dieses Biest hat sich durchgesetzt“, fluchte sie leise und verfluchte noch mehr den Umstand, dass sie sich in Lucretias Haus, das so einsam lag, beinahe wie eine Gefangene fühlte.

Tempel am Vesuv

Chadara zielte mit einem Pfeil auf einen Baum, aber noch immer fielen ihr die meisten ihrer Geschosse aus der Hand, noch ehe sie sie abschießen konnte. Das Erlernen des Bogenschießens erwies sich als sehr schwierig und sie fragte sich, ob sie es jemals lernen würde.

Erst viermal war es ihr gelungen, einen Pfeil auch wirklich abzuschießen, auch wenn sie noch weit entfernt davon war, ein Ziel zu treffen. Glücklicherweise besaß Iras viel Geduld und machte ihr immer wieder Mut. Aber nun lag ihr etwas anders auf dem Herzen, dass sie mit ihrer Freundin, denn zu so einer wurde Iras nach und nach, besprechen wollte.

Seufzend blickte sie auf Duro und Pietros, die in der Nähe ebenfalls trainierten. Wieder nutzten sowohl sie und Iras und auch die beiden jungen Männer die frühen Morgenstunden, noch ehe andere dazu kamen. Erneut erklärte der junge Gladiator dem anderen einige Dinge über den Schwertkampf und zeigte ihm das ein oder andere.

„Duro wird froh sein, dass er zumindest das wieder kann“, stellte Iras fest und fügte hinzu: „Ich kenne mich mit dem Schwertkampf nicht aus, aber ich glaube, Pietros schlägt sich nicht schlecht.“
Chadara seufzte. „Nicht so schlecht wie ich beim Bogenschießen….“
„Aber du bist mit deinen Gedanken woanders“, vermutete Iras und Chadara nickte. „Ja, bei Rhaskos. Er durfte die Räume der Heilerin verlassen. Er soll sich noch ein wenig schonen, aber es geht ihm wieder viel besser. Und ich...mag ihn. Aber...“
Iras lachte. „Das ist doch gut so. Sei doch froh, wenn du für denjenigen, der so etwas wie dein Mann oder Gefährte ist, Gefühle hast. So sollte es eigentlich sein.“
Jedoch Chadara senkte unsicher den Blick.„Aber ich habe so etwas noch nie erlebt und ich habe Angst….“
„Dass du verletzt wirst?“, fragte Iras und schenkte der anderen ein trauriges Lächeln „Ich glaube, diese Angst hat jede von uns, wenn sie sich verliebt und manchmal kommt es dazu. Aber ich glaube nicht, dass du dir bei Rhaskos Sorgen machen musst….“
„Und was ist mit dir?“, fragte Chadara aber Iras senkte den Blick. „Ich war verliebt. Aber es war nur vorübergehend.“
Chadara wollte etwas erwidern aber dann betrat Rhaskos den Übungsplatz und Iras gab ihr einen kleinen Schubser. „Geh schon zu ihm und zeig ihm, was du mit dem Bogen kannst. Es wird ihn bestimmt interessieren...“

Duro und Pietros sahen, wie Rhaskos, der noch an einigen Stellens seines Körpers Verbände trug und Chadara den Übungsplatz verließen.
„Er scheint sich recht gut zu erholen. Leider sieht es für Acer nicht so günstig aus. Er kann seinen Arm nicht heben, soll es nach Anweisung der Heilerin auch nicht. Aber natürlich versucht er es trotzdem. Die Heilerin hat sich deswegen schon aufgeregt“, sagte Pietros.
„Armer Acer“, murmelte Duro. „Es hat ihn wirklich schlimm getroffen. Aber vielleicht verheilt seine Verletzung ja doch noch mit der Zeit. Bei mir geht es ja auch wieder einigermaßen. Wenigstens wird er überleben. Trotzdem ist es bitter für ihn.“

„Immer noch besser als wenn er in der Arena gestorben wäre oder seine Gefangenschaft aus anderen Gründen nicht überlebt hätte“, antwortete Pietros. „Und vielleicht findet er eine andere Aufgabe. Nicht alle von uns sind Krieger, die kämpfen können. Schau dir Letitia an. Oder die Heilerin. Sie sind auch nicht nutzlos.“
„Sie leisten einen sinnvollen Beitrag. Aber wenn Acers Arm nicht mehr zu benutzen ist, dann wird es ihm wahrscheinlich auch schwer fallen Letitia zu helfen“, gab Duro zu bedenken.

Er hob sein Holzschwert und deutete damit auf Pietros. „Wir sollten unser Training fortsetzen. Ich greife dich an und du versuchst, den Angriff abzuwehren.“
Pietros nickte und sie setzten ihr Training fort, auch wenn Pietros sich dabei bewusst war, dass er noch sehr viel lernen musste.

Immerhin erhielt auch Duro auf diese Weise wieder ein wenig Training und beide hatten etwas davon. Ein Übungskampf mit einem der anderen Gladiatoren wäre wahrscheinlich für Duro noch zu viel gewesen.
Pietros fragte sich, was Oenomaus, dessen Zustand sich nach Angaben der Heilerin verbessert hatte, nach seiner Genesung unternehmen würde. Würde er sich ihnen anschließen und vielleicht sogar das Training übernehmen?

„Gehen wir heute Abend zum See?“, fragte er und Duro nickte.

Sie hatten die vergangenen Tage mit einem erfrischenden Bad beendet, auch wenn sie sich den See mittlerweile mit anderen teilen mussten. Auch andere hatten diesen Ort entdeckt und nutzten ihn ausgiebig zur Körperreinigung oder Erfrischung an den warmen Abenden.


Rom

Matay befand sich auf seinem abendlichen Rundgang durch Lucretias Haus. Er hatte die Türen kontrolliert und betrat nun den Garten. Ein heißer Tag ging in Rom zu ende und er genoss die frische Luft. Seine Domina war bereits zu Bett gegangen und auch die anderen Sklaven schliefen wahrscheinlich.

Auch er würde sich bald zur Ruhe begeben, aber sein Schlaf war leicht und er war sich sicher, dass er einen möglichen Eindringling rechtzeitig entdecken würde. So war es auch jetzt. Er sah eine Bewegung hinter einem Baum, vor dem eine Statue, die den verstorbenen Titus darstellte, stand. Lucretia mochte diese Statue nicht, hatte einmal erwähnt, dass sie das Gefühl habe, vorwurfsvoll angeblickt zu werden. Offenbar hatte es Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihrem verstorbenen Schwiegervater gegeben.
In den nächsten Tagen würde diese Statue aus dem Garten entfernt und woanders, im Keller des Hauses, untergebracht werden. Wahrscheinlich würde sie dort verstauben und vergessen werden.

Mit wenigen Schritten erreichte Matay die Statue und zog sein Kurzschwert, ehe er einen Mann aus den sich hinter der Statue befindlichen Büschen  hervor zog. Aber er ließ den Eindringlich sofort wieder los, als er erkannte, um wen es sich handelte.

„Ashur?“, fragte Matay und er fing den anderen Syrer gerade noch rechtzeitig auf als dieser zusammen zu brechen drohte.
Review schreiben