Die Überlebenden

von Deira
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 Slash
Agron Duro Lucretia Nasir Pietros Spartacus
14.02.2020
08.08.2020
44
112.180
3
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
01.08.2020 1.531
 
Es geht nach einer kleinen Pause weiter mit dieser Geschichte.


Kapitel 43



Einen Tag später hatte auch Ashur Capua verlassen und er befand sich auf dem Weg nach Rom. Er hoffte, dort nicht gänzlich unwillkommen zu sein, immerhin galt er ja jetzt ebenso wie Spartacus als ein gesuchter Verbrecher. Er hatte den Weg durch die Kanalisation genutzt. Zu seinem Glück kannte er sich dort sehr gut aus.

Er hatte bereits mehrfach dort einige Dinge zu erledigen gehabt. Zuerst für Batiatus und auch für sich selber. Nun würde er diese Stadt, in der er einst ein Gladiator gewesen war, hinter sich lassen. Seine Zukunft fand in Rom statt und er würde sich dort irgendwie durchschlagen. Zuerst einmal würde er zu seiner Domina Lucretia gehen. Er hoffte, dass sie ihn nicht an Glaber ausliefern würde, aber er rechnete, trotz allem, nicht damit.

Lucretia hasste Glaber und dessen Ehefrau Ilithyia und sie wollte ihnen sicherlich keine Freude bereiten, indem sie ihnen ihren Sklaven auslieferte. Außerdem hatte er ihr durchaus einiges zu bieten. Er war selbstverständlich nicht untätig geblieben, während er sich in Glabers Nähe aufhielt. Viel hatte er nicht herausfinden können, aber vielleicht war doch das ein oder andere dabei, dass Lucretia interessieren würde.

Nachdem Ashur die Stadt verlassen hatte blickte er sich noch einmal um. Er würde diese Stadt nicht sonderlich vermissen, dennoch hatte er einen wichtigen Teil seines Lebens dort verbracht. Er hatte sich viele Feinde gemacht und im Grunde nur einen einzigen Freund, Matay, gefunden…

Die Gedanken an andere, die er auch einst „Freund“ genannt hatte und die ihm vertrauten schob er beiseite.




Chadara saß neben dem schlafenden Rhaskos und sie wunderte sich über sich selber. Sie hatte nicht damit gerechnet, ihn wiederzusehen. Schließlich waren die Aussichten, dass Spartacus´Plan gelang alles andere als gut gewesen. Aber nun war Rhaskos zu ihr zurück gekehrt und die Heilerin sagte, dass er sich von seinen Verletzungen erholen würde.
Chadara freute sich über die guten Nachrichten und sie griff nach Rhaskos Hand als dieser blinzelte und den Kopf in ihre Richtung drehte. Sie drückte seine Hand und er erwiderte ihren Händedruck und schenkte ihr ein kleines Lächeln. Er schien sich über ihre Anwesenheit zu freuen.

„Die Heilerin sagt, dass es dir bald wieder besser gehen wird“, sagte sie und er schloss müde die Augen. Offenbar brauchte er noch ein wenig Ruhe.


Sie drehte sich um und sah Pietros hinter sich stehen. Er hielt einen Becher in der Hand. „Gib ihm den. Die Heilerin sagte, es wird ihm gut tun“, sagte der junge Mann, der einen müden Eindruck machte.
Sie nickte und Pietros wandte sich ab, um nach Acer zu sehen, der neben Rhaskos lag. Er befand sich in einem weitaus schlimmeren Zustand als sein Gladiatorenbruder. Seine Schulter war verbunden und er lag reglos da, atmete aber noch.

Pietros bemerkte, dass der Mann Fieber hatte und legte ein feuchtes Tuch auf die Stirn des Verletzten. Er hoffte, das die Heilerin bald Zeit für Acer haben würde. Aber die Frau kümmerte sich in der Zwischenzeit um Oenomaus und ließ ihn kaum aus den Augen.

Nachdem sie die Wunden von Rhaskos und Acer versorgt hatte, hatte sie die leichteren Wunden der anderen, die aus der Arena zurück gekehrt waren, Aurelia und Pietros überlassen.

Pietros wusste, dass auch Naevia unter anderen Umständen der Heilerin zur Hand gegangen wäre, aber er verstand, dass sie nach den letzten durchwachten Nächten dringend Ruhe benötigte und außerdem ein wenig Zeit mit Cixus brauchte.

Wahrscheinlich würde sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Räumen der Heilerin erscheinen um die Frau zu unterstützen. Pietros wandte sich an Aurelia und deutete auf Acer. „Glaubst du, dass er durchkommen wird? Ich mache mir Sorgen um ihn.“

Aurelia sah zweifelnd zu Acer hinüber. „Ich weiß es nicht. So ein Bruch ist nicht ungefährlich und selbst wenn er überlebt kann es passieren, dass er die Schulter und seinen Arm nicht mehr richtig benutzen kann.“
Sie lächelte traurig. „Einem meiner Onkel ist es so ergangen. Er wollte das Dach seines Hauses reparieren und ist dabei gestürzt. Er konnte den Arm nie mehr benutzen und hat sehr darunter gelitten.“

Pietros hoffte, dass Acers Heilung besser verlaufen würde. Für einen ehemaligen Gladiator wäre eine dauerhafte Verletzung seines Armes sicherlich entsetzlich. Schließlich litt auch Duro darunter, noch nicht trainieren zu können und Acer würde es sicherlich nicht anders ergehen, vor allem wenn dieser Zustand von Dauer sein würde.

Aurelia wischte sich mit der Hand über die Stirn ehe sie sich einem der anderen verletzen Gladiatoren zuwandte, die Spartacus in die Arena begleitet hatten. Dieser hatte leichtere Brandverletzungen erlitten und Aurelia begann, diese mit einer Salbe zu behandeln. Sie ging dabei sehr vorsichtig vor und Pietros fragte sich, wie dieselbe sanfte Frau, die sich so fürsorglich um die Verletzten kümmerte in der Lage gewesen war, Numerius zu töten. Dies hatte er, wie so vieles, von Letitia erfahren.

Natürlich wusste die Köchin, wie einst im Haus des Batiatus, auch jetzt über alles Bescheid, was im Rebellenlager vor sich ging.

Offenbar hatte Aurelia sich für den Tod ihres Mannes an diesem römischen Jungen, Numerius gerächt. Dennoch schien sie nach wie vor auch Spartacus die Schuld zu geben. Immerhin war er derjenige gewesen, der durch Numerius dazu bestimmt worden war Varro nach dem verlorenen Kampf zu töten.


Pietros und auch viele andere wussten, dass dieser Vorfall auch Spartacus sehr schwer getroffen hatte und dass sich niemand, außer Aurelia, mehr wünschte, es ungeschehen zu machen, als er. Pietros hoffte, dass Aurelia und Spartacus eines Tages ihren Frieden miteinander machen würden. Offenbar hatte er gesehen, wie sie Numerius, aus Rache für Varro, tötete.

Und nun verhielt sich Aurelia so sanft gegenüber einem der Verletzten und auch sonst machte sie sich überall bei den Rebellen nützlich….

„Pietros, ist alles in Ordnung? Du siehst so nachdenklich aus“, erkundigte sich Aurelia nun und er zuckte schuldbewusst zusammen. Natürlich würde er ihr nicht sagen, dass er gerade über den Tod von Numerius und Aurelias Rolle dabei nachgedacht hatte. Sicherlich war dieser verwöhnte römische Junge das letzte, worüber sie im Augenblick sprechen oder nachdenken wollte.

Sie lächelte. „Wir sind jetzt auch erst einmal fertig. Die Wunden sind versorgt. Acer, Rhaskos und Oenomaus brauchen vor allem Ruhe. Geh zu Letitia und hol dir dein Abendessen.“

Pietros gesellte sich kurz darauf zu Letitia, die sich einen halb verfallenen Raum zu einer Art provisorischen Küche umgebaut hatte. Einige der Männer hatten ihr dabei geholfen. Ein paar Kessel standen herum und es gab eine Feuerstelle, über der ein Topf hing. Alsuna und Ania saßen in einer Ecke und waren dabei, Gemüse klein zu schneiden.
„Du willst bestimmt das Abendessen für dich und wahrscheinlich auch für Duro holen, nicht wahr?“, erkundigte sich Letitia und sie reichte Pietros zwei Stücke Brot. „Ich habe es geschafft, frisches Brot zu backen. Mit einem uralten Backofen. Aber es hat funktioniert.“

Pietros bedankte sich bei Letitia und eilte zu Duro, der, wie erwartet, neben dem Übungsplatz saß und den trainierenden Haussklaven zusah.
Pietros setzte sich neben seinen Freund und reichte ihm ein Stück Brot. „Hier, es ist noch frisch. Von Letitia.“
„Danke“, sagte Duro und stopfte sich einen Bissen in den Mund, während er auf einen der Haussklaven deutete. „Du bist schon besser als er...“

Er sprach leise, schließlich wollte er den Mann, der so fleißig trainierte, nicht entmutigen.

„Es ist sehr warm heute“, sagte Pietros und Duro reichte ihm eine Flasche Wasser, die neben ihm stand. Dankbar nahm Pietros sie entgegen.

Auch Duro hatte die Hitze an diesem Tag zu schaffen gemacht und er hatte es nicht als die schlechteste Lösung gefunden, an diesem Tag mit dem Training aussetzen zu können. Statt dessen hatte er, gemeinsam mit anderen, die nähere Umgebung erkundet.

„Es gibt einen See in der Nähe. Er ist recht klein, aber für ein abkühlendes Bad reicht es. Ich wollte nachher hingehen und ein Bad nehmen. Begleitest du mich?“, schlug er vor und Pietros nickte. Die Aussicht auf eine Abkühlung war verlockend.

Ein wenig später legten Pietros und Duro ihre Kleidung am Ufer ab und wagten sich dann in das kühle Wasser. Es war angenehm, den Tag auf diese Weise ausklingen zu lassen und Duro schwamm bis zur Mitte des kleinen Sees. Dort konnte er nicht mehr stehen, während Pietros sich in Ufernähe aufhielt.
„Ich kann nicht schwimmen. Wo hätte ich es lernen sollen?“, sagte er und Duro schwamm auf den anderen zu. „Ich kann es dir zeigen. Es ist nicht wirklich schwer. Soll ich?“

Pietros nickte. Er wollte tatsächlich gerne schwimmen lernen und jetzt hatte er die Gelegenheit dazu. „Aber tauch mich nicht unter Wasser, denn dann trete ich dich!“, drohte er lachend und Duro zeigte ihm kurz darauf, wie ein paar Schwimmzüge durchgeführt wurden.

Schließlich saßen sie am Seeufer und ließen sich von der Sonne trocknen. Duro war froh, diesen See entdeckt zu haben. Auch zuhause hatte es einen ähnlichen See gegeben. Dort war er oft mit seinem Bruder und den anderen Kindern des Dorfes geschwommen. Seine heilende Verletzung bereitete ihm beim Schwimmen keine Schwierigkeiten. Duro war sich sicher, dass auch Pietros bald schwimmen lernen würde, außerdem rechnete er damit, dass auch andere diesen See bald als Abkühlung nutzen würden.

Es ist heiß heute. Erster Tag im August. Da bekommen wenigstens meine Charas eine kleine Abkühlung.
Review schreiben