Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Überlebenden

von Deira
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Agron Duro Lucretia Nasir Pietros Spartacus
14.02.2020
03.07.2022
47
117.628
5
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
09.07.2020 1.738
 
Es geht weiter mit einem nächsten Kapitel. Vielen Dank an Brigitte für das Review zum letzten Kapitel. Ich habe mich sehr gefreut. In diesem Kapitel kommt es zum Kampf zwischen Duro und Menes. Ich wünsche euch viel Spaß beim Weiterlesen.


Kapitel 35



Pietros sah Menes mit einem Schwert in der Hand an ihm vorbei eilen und daraufhin blieb der ehemaligen Leibwächter stehen und zog den jungen Ägypter zur Seite. „Ich werde jetzt mit Duro kämpfen. Dies war seine Idee. Du weißt genauso gut wie ich dass er noch Probleme mit seiner Wunde hat und dass ich diesen Kampf gewinnen werde. Er wird in Kürze wimmernd oder bewusstlos auf dem Boden liegen. Vielleicht verschlimmert sich seine Verletzung und er überlebt es nicht. Willst du das?“

Pietros sah den anderen erschrocken an. „Du darfst nicht gegen ihn kämpfen. Ich werde zu Donar gehen. Er ist im Augenblick unser Anführer und ich werde es ihm sagen. Er wird es verbieten. Und ich werde mit Spartacus und Agron sprechen wenn sie zurück kehren. Agron wird dich töten, wenn du seinen Bruder tötest.“

Menes sah den jungen Mann grinsend an. „Wenn sie denn zurück kehren. Vielleicht ist Spartacus längst tot. Und willst du wirklich wie ein kleines Mädchen zu den Anführern laufen und dich über den bösen Menes beklagen? Was genau willst du sagen? Dass ich eine berechtigte Herausforderung zu einem Kampf angenommen habe? Oder dass du wie ein kleines Kind Angst vor mir hast?

Er spuckte verächtlich auf den Boden. „Kleiner Feigling.“

Aber dann lächelte er beinahe freundlich auch wenn es ein falsches Lächeln war von dem Pietros sich nicht einen Augenblick täuschen ließ. „Ich werde den Kampf freiwillig verlieren. Soll Duro diesen kleinen Triumph genießen. So lange er nicht versucht mich zu töten werde ich ihm nichts tun. Aber dafür musst du mir ein klein wenig entgegen kommen. Irgendwo, allein im Wald. Das wirst du doch für einen Freund tun, oder? Übrigens, wenn du zu Donar gehst und ihn dazu bringst den Kampf zu verbieten wird Duro wütend auf dich sein. Er wird denken, dass du ihm den Sieg nicht zutraust.“

Menes wandte sich ab ohne auf den angeekelten Gesichtsausdruck von Pietros zu achten und machte sich auf den Weg, um sich dem ehemaligen Gladiator im Kampf zu stellen.

Tatsächlich wartete Duro bereits, ein wenig abseits von den anderen, die sich zum Aufbruch bereit machten, auf Menes. Dieser hatte sich sehr viel Zeit bei seiner Rückkehr gelassen. Spöttisch sah er den Leibwächter an.
„Wo warst du so lange? Konntest du dein Schwert nicht finden? So oft brauchst du es ja nicht. Du hast ja nicht mal deinen Dominus beschützt, so wie es eigentlich deine Aufgabe gewesen wäre. Das wäre übrigens für uns alle eine gute Lösung gewesen. Denn dann hätten dich Spartacus oder einer der anderen vielleicht schon beim Überfall auf die Villa getötet. Aber wie ich hörte, hast du dich versteckt. Wo denn? Unter einem Tisch?"

Menes lachte spöttisch auf. „Willst du mit Worten kämpfen? Deine Arroganz wird dir gleich vergehen. Eigentlich wollte ich ja nicht so hart mit dir umgehen, weil du ja noch verletzt bist und ich keine schwachen Menschen angreife. Das ist so, als würde man eine alte Frau angreifen...“

Duro hatte genug gehört und machte einen Schritt auf Menes zu. Noch ehe dieser reagieren konnte versetzte Duro ihm einen Schlag mit dem Schwert den der andere mit Mühe abwehrte, dabei aber rücklings taumelte und in einer Pfütze landete die von einem kurzen Regenschauer am frühen Morgen übrig geblieben war.

Inzwischen sahen einige der Gladiatoren, die nicht mit Agron oder Spartacus gegangen waren, dem Kampf zu und auch einige der befreiten Haussklaven ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Menes stand mühsam auf was ihm ein klein wenig Anerkennung durch die Zuschauer einbrachte aber der ehemalige Leibwächter bemerkte schnell, dass die meisten auf Duros Seite waren. Nun, dies war verständlich. Sie kannten ihn bereits seit längerem, sein überraschendes Wiederauftauchen nach seinem vermeintlichen Tod hatte sie beeindruckt, außerdem sahen sich die Gladiatoren als eine Bruderschaft an und da hatte er, der er kein Gladiator war, keinen Platz.

„Zeig es ihm, Duro. Zeig ihm alles, was wir im Ludus gelernt haben. Mit dem wirst du doch fertig“, sagte einer von Duros Gladiatorenbrüdern nun.

Diese Worte machten Menes wütend und noch mehr war er verärgert als Duro ihn erneut in die Pfütze stieß. Aber er rollte sich zur Seite und war schnell wieder auf den Beinen und griff seinen Gegner erneut an.

Der Kampf gegen einen richtigen Gegner war etwas, wonach Duro sich gesehnt hatte. Er wollte sich selbst und auch den anderen beweisen, dass er noch in der Lage war zu kämpfen. Und dass er es gegen einen widerlichen Menschen wie Menes tat gab ihm eine gewisse Genugtuung.

Gleichzeitig bemerkte er, dass er eigentlich noch nicht so weit war, aber es gelang ihm, jedenfalls hoffte er dies, die neuen Schmerzen an seiner Wunde zu verbergen.
Leider schien Menes von seiner Verletzung zu wissen denn er führte mehrere Angriffe genau gegen seine empfindliche Seite aus. Aber es gelang Duro, Menes Versuche ins Leere laufen zu lassen. Statt dessen wirkten die Versuche des Leibwächters eher unbeholfen und brachten einige der Umstehenden zum Lachen.

Duro sah, dass auch Pietros mittlerweile dem Kampf zuschaute und er sah auch, dass er alles andere als glücklich darüber war. Dies lenkte ihn kurz ab und beinahe gelang es Menes einen Schlag mit dem Schwert gegen Duros Arm zu landen aber im letzten Moment bemerkte dieser den Fehler den er durch seine Unaufmerksamkeit beinahe gemacht hätte.

Statt dessen stieß er Menes den Schild, den ihm jemand gereicht hatte, ins Gesicht und der Leibwächter stürzte erneut zu Boden.

Er schaffte es nicht mehr aufzustehen als Duro mit seinem Schwert über ihm stand. „Ich gebe auf“, sagte Menes aber sein Blick sagte: „Dieses Mal. Nur dieses eine Mal.“

Duro zog sich zurück als er Donars Stimme hörte. „Was zum Hades geht hier vor?“

„Menes hat Duro beleidigt und da haben sie gekämpft. Duro hat gewonnen“, sagte einer der Umstehenden und Donar blickte zu Menes und für einen Augenblick sah er aus als wolle er Duro auf die Schulter klopfen und ihm zu seinem Sieg gratulieren.

Aber dann wurde er sich seiner Verantwortung als vorübergehender Anführer bewusst. „Wir haben keine Zeit für so etwas. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“

Menes stand mit etwas wackeligen Beinen und seinem Schild in der Hand auf und stürzte sich auf Duro. Dieser fuhr zu ihm herum und Menes versetzte ihm einen heftigen Schlag mit seinem Schild gegen seine verletzte Seite.
Duro stürzte zu Boden und wurde im letzten Augenblick von Donar aufgefangen während Menes selber stürzte als jemand auf seinen Rücken sprang und ihm einen Schlag in den Nacken versetzte.

Duro erkannte Pietros der nun auf Menes Rücken hockte und schließlich von zwei Gladiatoren weggezogen wurde. Menes wurde auf die Füße gezogen, erhielt aber von einem von ihnen einen heftigen Schlag in den Magen für seinen unfairen Angriff.

Menes brach zusammen und rührte sich nicht mehr.

„Er lebt noch“, sagte eine Frau, die sich zu ihm bückte und an seinen Hals fasste.

Donar nickte. „Legt ihn auf eine Bahre und nehmt in mit. Die Heilerin soll nach ihm sehen.“
Dann wandte er sich an Duro und fragte leise: „Geht es? Bist du verletzt? Was hast du dir dabei gedacht? Hätte das nicht warten können?“

Duro schüttelte den Kopf. „Nein, es konnte nicht warten...es geht schon. Ich kann reiten...“

Er stieg auf sein Pferd und ritt kurz darauf an Pietros Seite. Dieser blickte ein wenig unsicher zu Boden und Duro wollte den Grund wissen. „Danke, dass du eingegriffen hast...“
„Er war unfair. Aber du hast ihn besiegt? Er hat dich nicht….gewinnen lassen?“, fragte Pietros und die Frage war ihm sichtlich unangenehm.
Duro schüttelte den Kopf und er fragte sich, was seinen Freund bedrückte.„Nein, er hat mich nicht gewinnen lassen. Er ist tatsächlich kein sonderlich guter Kämpfer. Ich habe ihn schon beim Training gesehen. Wahrscheinlich musste er seine Fähigkeiten bei Aulus nicht allzu häufig unter Beweis stellen. Aber….wieso fragst du?“

Die Frage schien Pietros wirklich sehr unangenehm zu sein. „Er hat gesagt, dass er dich gewinnen lassen würde wenn ich dafür nett zu ihm bin und damit meinte er wohl dass ich mit ihm….“

„Was hat er gesagt?“, unterbrach Duro den anderen ungläubig. „Aber du hast dich darauf doch hoffentlich nicht eingelassen, oder? Zum einen wäre es nicht nötig gewesen. Ich bin mit ihm fertig geworden. Aber vor allem darfst du so etwas nicht tun. Weder für mich noch für irgend jemand anderen! Nicht mit so einem Schwein wie Menes!“

„Ich habe ihm nichts versprochen. Aber er scheint es wohl zu glauben. Er wird wütend sein wenn er wieder bei Kräften ist“, befürchtete Pietros mit unsicherer Stimme und sah Duro erleichtert an. „Aber ich bin froh, dass dir nichts geschehen ist….“

Duro nickte auch wenn er diesbezüglich nicht wirklich ehrlich zu Pietros war. Seine Wunde bereitete ihm wieder größere Schwierigkeiten und der Kampf hatte der Heilung sicherlich nicht gut getan. Aber es war seine Entscheidung gewesen und allzu schlimm schien es nicht zu sein.

„Bleib am besten in meiner Nähe“, sagte Duro nachdenklich. „Da wird er sich nicht an dich heran wagen. Und ich werde mit Donar sprachen. Es geht nicht, dass jemand, der für dich und andere eine Gefahr darstellt, bei uns bleibt. Ich bin mir sicher, dass auch Spartacus so jemanden nicht unter uns haben will.“

Pietros nickte und fügte hinzu: „Ich habe darüber nachgedacht, ob ich nicht auch am Unterricht mit Waffen teilnehmen soll. Ich kann nicht immer hoffen, dass mir jemand hilft. Und Nasir hat es auch gelernt….“

Wirklich wohl schien sich Pietros bei diesen Worten nicht zu fühlen. Er war kein Krieger und er mochte es nicht, anderen Schmerzen oder Leid zuzufügen. Aber auch Duro fand es wichtig, dass der andere lernte, sich zumindest zu verteidigen.
„Nimm am Unterricht teil. Es wird damit weitergehen, sobald wir einen Platz gefunden haben an dem wir uns für eine Weile niederlassen können. Ich hoffe, dass ich dann auch wieder trainieren kann….“

Pietros wollte etwas antworten als Duro sich zusammenkrümmte und eine Hand auf seine alte Wunde presste. Schmerzverzerrt verzog er das Gesicht und Pietros sah ihn erschrocken an. „Duro, was ist los? Du hast dich doch verletzt!“

„Es geht schon...“, sagte Duro als ihm schwindelig wurde und er sich nur mit Mühe auf dem Rücken seines Pferdes halten konnte während Pietros laut nach Donar rief.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast