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Die Überlebenden

von Deira
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Agron Duro Lucretia Nasir Pietros Spartacus
14.02.2020
03.07.2022
47
117.628
4
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.07.2020 1.677
 
Hier haben wir ein neues Kapitel. Spartacus und andere sind zu den Minen aufgebrochen um Naevia zu retten während andere sich auf dem Weg zum Vesuv machen. Viel Spaß beim Weiterlesen.

Kapitel 34

Duro wusste, dass es eigentlich die richtige Entscheidung war, so schnell wie möglich zum Vesuv aufzubrechen. Agron hatte die Aufgabe übernommen, eine große Gruppe der entflohenen Sklaven dorthin zu führen. Auch Duro und Pietros befanden sich unter denjenigen, die dorthin aufbrachen. Außerdem war Duro sich sicher, dass es beinahe Wahnsinn war, dass Spartacus sich, gemeinsam mit mehreren anderen, zumeist Galliern, entschlossen hatte, Crixus zu den Minen zu begleiten. Auch Nasir begleitete die Gruppe zu den Minen, da er sich dort ein wenig auskannte. Er hatte seinen Dominus einst dorthin begleitet.

„Es ist gefährlich. Aber ich denke, dass Agron Crixus die Wahrheit hätte sagen sollen“, sagte Pietros leise, der auf einem Pferd neben Duro ritt.
Es handelte sich dabei erneut um das zahme Tier, auf dem er bereits zur Villa des Aulus geritten war. Sein Fuß war zwar mittlerweile weitgehend verheilt, dennoch konnte er noch keine größeren Strecken damit gehen.
Duro sah den anderen ein wenig zweifelnd an.„Es tut mir auch leid wegen Naevia. Aber vielleicht lebt sie gar nicht mehr und Spartacus und die anderen riskieren ihr Leben umsonst. Dennoch kann ich auch verstehen, dass es auf Nasirs Gewissen gelastet hat….“

„Hast du mit Agron deswegen gesprochen?“, fragte Pietros.

„Ja. Er scheint nicht wütend auf Nasir zu sein. Er versteht ihn sogar und sieht ein, dass er etwas von ihm verlangt hat, was er nicht wirklich bereit war zu tun. Aber er macht sich Sorgen. Um Nasir und auch um Spartacus und die anderen. Es ist fast unmöglich, jemanden aus den Minen zu befreien“, antwortete Duro.
„Ich hatte immer Angst, eines Tages dorthin geschickt zu werden“, gestand Pietros und Duro nickte zustimmend. „Mir und Agron ist auch damit gedroht worden. Aber bislang blieb uns das zumindest erspart.“

Beide dachten sie daran, dass es sie wesentlich schlimmer hätte treffen können und sie fragten sich, ob und wie eine zarte junge Frau wie Naevia die schwere Zeit überstehen sollte. Sie befürchteten, dass sie nicht mehr lebte.

„Hoffentlich kehren sie zurück“, murmelte Pietros leise. „Wir haben es doch auch geschafft...“



Zur selben Zeit versuchten Spartacus und diejenigen seiner Begleiter, die noch unter den Lebenden weilten, sich vor den Römern in Sicherheit zu bringen. Es war ihnen gelungen, Naevia zu befreien aber die junge Frau wirkte verstört und verängstigt.
Das kurze Glück des Wiedersehens mit Crixus war jäh zerstört worden und nun war der Gallier möglicherweise tot, genauso wie andere derjenigen, die aufgebrochen waren. Kurz dachte Spartacus daran, dass Agron mit seinen Bedenken nicht unrecht gehabt hatte. Dennoch war er froh, dass es ihnen gelungen war, Naevia zu befreien.

Diese wiederum zitterte bei dem Gedanken daran, dass es erneut Ashur war, der ihr kleines Glück mit Crixus zerstört hatte. Woher hatte er gewusst, dass er Spartacus und andere in den Minen antreffen würde? Diese Frage stellte sich die junge Frau während sie sich in der Nähe von Mira, der einzigen anderen Frau in der Gruppe, aufhielt.
Die Männer der kleinen Gruppe waren ihr nicht ganz geheuer, auch wenn ihr bislang keiner zu nahe getreten war. Der einzige junge Mann, der ihr nicht diese Furcht einflößte war Nasir. Sie hatte ihn bereits zu einem früheren Zeitpunkt getroffen und er hatte versucht, ihr im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen indem er ihr in der Villa seines Dominus Nahrung und eine warme Decke besorgt hatte.

Bei den anderen Männern, die noch gemeinsam mit ihnen auf der Flucht waren handelte es ich um einige Gallier, die Freunde von Crixus waren oder gewesen waren…
Sie verdrängte den Gedanken an letzteres denn sie wusste, dass sie dann endgültig zusammenbrechen würde. Dann könnten ihr auch Mira und Nasir, die sie ermunterten, ihre Flucht fortzusetzen, nicht mehr helfen.

Aber ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Crixus, der ihretwegen wahrscheinlich in den Minen gestorben war und sie wusste, dass dies für immer auf ihrem Gewissen lasten würde.



Agron und seine Begleiter näherten sich unterdessen dem Vesuv und er beschloss, eine Rast einzulegen, denn einige der befreiten Sklaven machten einen erschöpften Eindruck.
Vor allem Silla und ihr neugeborenes Baby brauchten dringend ein wenig Ruhe und so hielten sie Ausschau nach einem geeigneten Lagerplatz.

Schließlich saßen Pietros und Duro gemeinsam mit Ania und den anderen beiden Mädchen aus der Küche, Alsuna und Miria, im Schatten der Bäume zusammen. Duro erhob sich als Agron nach ihm rief und er schien froh zu sein, sich in irgendeiner Weise nützlich machen zu können.

Pietros blickte unterdessen zu Miria und Alsuna. „Du stammst also aus Nubien und du aus Germanien?“, fragte er und die beiden Mädchen nickten.“
„Ja, ich wurde vor drei Jahren aus meiner Heimat weggeholt“, sagte Miria und Alsuna blickte traurig zu Boden.
„Bei mir ist es vier Jahre her. Es ist gut, dass wir jetzt wieder frei sind, auch wenn ich Angst vor den Römern habe. Ich habe Angst, dass sie schlimme Dinge mit uns tun, wenn sie uns wieder einfangen. Vielleicht schicken sie uns in die Minen oder töten uns auf der Stelle.“
„Oder sie stecken uns in ein Bordell. Davor hätte ich fast am meisten Angst“, fügte Ania hinzu und Miria nickte. „Da kommen bestimmt so unheimliche Männer wie dieser Menes hin. Der starrt uns drei immer so merkwürdig an. Und er schaut auch immer zu Nasir und dir. Ich glaube, er ist verrückt. In meinem Heimatdorf gab es auch mal so einen Mann. Den haben sie irgendwann vertrieben weil er eine Frau überfallen hat.“

„Dann macht ihr euch wegen ihm auch Sorgen?“, fragte Pietros.

Offenbar waren weder junge Frauen noch junge Männer vor Menes sicher und Pietros machte sich nun auch Sorgen um Nasir, sollte er zurück kehren und um die Mädchen aus der Küche.
„Ich glaube, ich werde am Schwertkampftraining teilnehmen“, sagte Miria schließlich. „Dann kann ich mich wenigstens wehren wenn die Römer oder Menes mir etwas antun wollen! Oder ich lerne Bogenschießen, so wie Mira und Iras.“

„Ich werde es Letitia erzählen, wenn er noch einmal in unserer Nähe herumlungert“, fügte Ania hinzu, die offenbar fest davon überzeugt war dass die alte Köchin sie beschützen würde.

Pietros ging davon aus, dass sie es zumindest versuchen würde, aber der Gedanke an den ehemaligen Leibwächter, der im übrigen beim Überfall der Gladiatoren nichts getan hatte, um seinen ehemaligen Herrn zu beschützen, es war ihm erzählt worden, erfüllte ihn mit Unbehagen.

Auch Duro hatte bereits bemerkt, dass Menes sich auffällig oft in ihrer Nähe aufhielt und er hatte ihn erst am Vormittag vertrieben indem er ihn direkt ansprach und fragte ob es irgend ein Problem gäbe.
Menes hatte ihn spöttisch angesehen, sich dann aber von Duro und Pietros entfernt.

„Vielleicht sollte ich Duro erzählen, dass er uns hinterher schleicht und dass es viel häufiger geschieht als er es mitbekommt“, dachte Pietros, verwarf diesen Gedanken aber schnell wieder. Ihm war der spöttische Blick, den Menes seinem Freund zugeworfen hatte schließlich nicht entgangen. Offenbar fühlte er sich Duro überlegen und war es möglicherweise auch. Pietros befürchtete, dass es zwischen Menes und Duro zu einem handfesten Streit kommen würde, sollte der ehemalige Gladiator der Ansicht sein, dass er seinen Freund schützen musste.

Und war die Gefahr, dass Duro diesen Streit und einen möglichen Kampf verlor und dabei erneut verletzt wurde nicht zu groß? Pietros musste und wollte alleine mit der Situation fertig werden. Schließlich konnte er sich nicht immer hinter anderen verstecken und diese sogar in Gefahr bringen.

Er dachte ernsthaft darüber nach, sich ebenfalls dem Schwertkampftraining anzuschließen. Vollkommen fremd waren ihm die Waffen schließlich nicht. Er hatte verschiedene Formen des Kampfes im Ludus beobachtet, auch wenn er sich selber bislang nicht darin versucht hatte. Vielleicht war es an der Zeit, dies zu ändern.



Duro bemerkte Agrons Unruhe. Sein Bruder schien sich nicht sonderlich wohl in seiner Haut zu führen.
„Irgend etwas stimmt nicht“, sagte Agron. „Ich habe kein gutes Gefühl...“

„Natürlich nicht. Ich habe auch kein gutes Gefühl“, stimmte Duro zu. „Das ganze ist Wahnsinn und das wussten wir und das wussten sie. Aber du kennst ja Spartacus...“
„Ja, ich kenne ihn. Eigentlich war sein Plan zum Ausbruch aus dem Ludus bereits Wahnsinn. Dennoch ist es uns gelungen.“

Er blickte Duro traurig an. „Zu einem sehr hohen Preis….“

Agron zögerte noch einen Augenblick. Dann stand er auf und winkte Donar heran. „Ich werde nach Spartacus und den anderen suchen. Führe du, gemeinsam mit Duro, die anderen zum Vesuv, so wie wir es geplant hatten.“


Nicht lange danach blickte Duro seinem Bruder und einigen der anderen hinterher, als diese sich auf den Weg machten um nach Spartacus und den anderen zu suchen. Er wusste, dass Agron sich vor allem auch um Nasir sorgte und auch er hoffte, dass der Syrer, der seinem Bruder trotz ihrer Uneinigkeit in Bezug auf Crixus und Navia so sehr ans Herz gewachsen war, zurück kehren würde.

Wieder einmal verfluchte er seine alte Verletzung die es ihm unmöglich machen seinen Bruder zu begleiten und zu allem Übel trat nun auch noch Menes an seine Seite und sah ihn mitfühlend an. „Schade, dass du sie nicht begleiten kannst. Aber es geht dir wohl nicht so gut, oder?“, fragte der ehemalige Leibwächter aber Duro wandte sich ab und gab sich nicht die Mühe dem Kerl eine Antwort zu geben.

Schließlich war es offensichtlich dass er nicht aus aufrichtigem Mitgefühl oder auch nur Interesse fragte, sondern Duro war sich sicher, dass es aus Schadenfreude geschah.
„Vielleicht wirst du es nie wieder können,“ sagte Menes in diesem Augenblick und Duro fuhr zu ihm herum.
„Ich glaube nicht, dass du das beurteilen kannst.“
„Du wirst deine Freunde nicht schützen können….“, fügte Menes noch hinzu und nun hatte Duro genug gehört. Er machte einen Schritt auf Menes zu und blieb dann vor ihm stehen. „Glaubst du ich habe nicht bemerkt dass du Pietros und Letitias Mädchen hinterher starrst? Lass sie in Ruhe! Und ich werde dir gerne zeigen, dass ich noch in der Lage bin zu kämpfen. Hol dir ein Schwert und wir werden das alles hier und jetzt klären.“
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