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Die Überlebenden

von Deira
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Agron Duro Lucretia Nasir Pietros Spartacus
14.02.2020
03.07.2022
47
117.628
4
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31.05.2020 3.102
 
Dieses Kapitel ist ein wenig länger geworden. Erst mal vielen Dank an Isaria, für dein Review. So einfach mache ich es Agron, Duro und Pietros mit dem Wiedersehen natürlich noch nicht. Aber am Ende….aber lest selbst.


Kapitel 27



Duro und Pietros folgten der römischen Straße, achteten aber stets darauf, dass Büsche und Bäume in der Nähe genügend Deckung bieten würden, sollten sie sich schnell verstecken müssen. Dennoch hatten sie sich für diesen Weg entschieden, da sie dort weitaus schneller voran kamen als durch das Unterholz.

Sie kamen nur langsam voran und Pietros ärgerte sich darüber, dass es ihm bislang nicht gelungen war, Schuhe für sich und seinen Begleiter aufzutreiben. Beider Füße wiesen Kratzer und kleine Schnittwunden durch Steine und Äste auf.

Hinzu kam, dass Duro trotz der Salbe, die ihm eine gewisse Erleichterung brachte, des öfteren eine Rast einlegen musste. Beiden war bewusst, dass sie auf diese Weise länger als die halbe Tagesreise unterwegs sein würden.
Aber zumindest hatten sie nun ein Ziel und eine ungefähre Angabe, wo sie die Gesuchten finden konnten. Das war mehr als alles, was sie bislang gehabt hatten.

Während einer Rast um die Nachmittagszeit, sie hatten die Straße verlassen und sich ein Stück in den Wald zurück gezogen, lehnte Duro sich erschöpft an einen Baumstamm und Pietros zog seinen Mantel aus und rollte ihn zusammen. „Komm, leg deinen Kopf da drauf und ruh dich ein wenig aus. Es ist sowieso viel zu warm, um einen Mantel zu tragen.“

In der Tat hatte sich das Wetter gebessert und die Sonne schien. Aber Duro schien zu frieren und entledigte sich nicht seiner wärmeren Kleidungsstücke.

„Darf ich?“, fragte Pietros besorgt und Duro nickte, während Pietros eine Hand auf seine Stirn legte.
„Kein Fieber. Aber wir brauchen beide ein bisschen Ruhe, nur für einen Augenblick!“, sagte Pietros leise, als er ein Geräusch hörte.

Es handelte sich um ein leises Piepen und Pietros stand auf und ging dem Geräusch nach. Er sah einen kleinen Vogel, der offenbar aus einem Nest gefallen war und er bemerkte den Fuchs, der sich dem Tierchen näherte.

Pietros griff nach einem auf dem Waldboden liegenden kleinen Stein und warf ihn nach dem Fuchs, verfehlte ihn beabsichtigt knapp und das Tier lief davon.

Dann hob er den kleinen Vogel auf und blickte nach oben. In der Tat befand sich in einiger Höhe ein Nest. Andere Jungvögel streckten ihre Köpfe heraus und warteten offenbar auf das Futter der Mutter.

„Ich glaube ich muss dich zurück in dein Nest setzen“, sagte Pietros zu dem kleinen Vogel und er betrachtete den Baum genauer. Allzu schwer zu erklettern war er nicht und so saß er nicht lange danach auf einem Ast neben dem Nest und setzte den kleinen Vogel hinein. Gleichzeitig konnte er von seinem Standort aus bis auf die nahe Straße blicken und er sah mehrere römische Soldaten, die die Straße entlang ritten.

So schnell er konnte stieg Pietros wieder vom Baum herunter und lief zurück zu Duro, der zwischenzeitlich eingenickt war. Er setzte sich neben ihn und lauschte auf sich nähernde Hufgeräusche oder Schritte. Aber die Soldaten schienen es nicht auf sie abgesehen zu haben oder aber sie ahnten nicht, dass sie sich in der Nähe befanden.

Pietros dachte an den kleinen Vogel und er erinnerte sich an Barcas Vögel. Dieser hatte sie von seinem ehemaligen Geliebten Auctus nach dessen Tod übernommen und nach Barcas Tod hatte er, Pietros, sich eine Weile um die Tiere gekümmert. Er hoffte, dass die Vögel in der Freiheit zurecht kamen und nicht bereits einem Fuchs oder einem anderen Tier zum Opfer gefallen waren.

Zumindest wurden sie nicht, so wie Duro und er, von Soldaten verfolgt.



Spartacus und seine beiden Begleiter benutzten die Straße. Schließlich gab es für Kaufleute, die ihre Waren anbieten wollten, keinen Grund, dies nicht zu tun. Ihre Waffen hatten sie unter ihren Mänteln verborgen.
Gegen Mittag begegneten sie zwei Händlern, die in die entgegensetzte Richtung unterwegs waren sowie einem Trupp Soldaten, die ihnen einen kurzen Blick zuwarfen, den vermeintlichen Händlern dann aber keine weitere Aufmerksamkeit schenkten.

Aus ihren kurzen Gesprächen hörten sie heraus, dass die Soldaten die ganze Nacht über unterwegs gewesen waren und sich nun danach sehnten, so schnell wie möglich in einer Taverne in Capua einzukehren.

Sie ritten an Spartacus und den anderen vorbei und ließen sie unbehelligt.

„Hoffentlich sind die beiden nicht in einer ganz anderen Gegend unterwegs“, äußerte Donar nach einer Weile seine Befürchtungen.
„Wir werden uns bald umhören. Vielleicht hat sie jemand gesehen oder etwas von ihnen gehört. Ich habe mir bereits verschiedene Geschichten zurecht gelegt, die wir den Menschen erzählen könnten, wenn wir nach ihnen fragen!“, antwortete Spartacus nachdenklich.

„Crixus müsste bereits aufgebrochen sein“, sagte Agron.

In der Nähe von Aulus Villa besaß ein reicher Kaufmann ein Haus. Der Mann kannte so ziemlich jeden Sklavenhändler, den es weit und breit gab. Dies hatte Aulus Crixus selber erzählt.

Spartacus nickte. „Ich hoffe, er erregt nicht zu viel Aufsehen. Aber dieser Kaufmann könnte ihm einige Namen nennen, die ihm bei der Suche nach Naevia hilfreich sein könnten.“

In einiger Entfernung stand ein Haus, offenbar eine Taverne, in der wahrscheinlich regelmäßig Reisende einkehrten.
„Wir sollten dort hineingehen“, schlug Donar vor und Agron warf seinem Freund einen missmutigen Blick zu. „Wir suchen meinen Bruder und sollten uns nicht die Zeit in einer Taverne vertreiben!“

Aber Spartacus schien den Vorschlag durchaus zu billigen. „Vielleicht sind unsere Chancen, ihn zu finden, am größten, wenn sie solche Orte aufsuchen. Duro und Pietros könnten genauso vorgehen, um an Informationen zu gelangen. Sie könnten sich, wenn es ihnen gelingt ihren Arm abzudecken, unter die Gäste mischen und Fragen stellen, ob jemand etwas über uns gehört hat. Betrunkene lassen sich häufig recht gut aushorchen.“

Agron musste zugeben, dass diese Möglichkeit durchaus bestand und daher banden die drei angeblichen Kaufleute kurz darauf ihre Pferde vor der Taverne an und gingen hinein. Die Taverne war trotz des frühen Nachmittags gut gefüllt und Agron reichte seinen beiden Begleitern kurz darauf jeweils einen Becher Wein, während sich ein römischer Soldat zu ihnen gesellte und seinen eigenen Becher hob.
„Auf den neuen Prätor. Und auf Hauptmann Aurelius! Vielleicht wird der neuer Kommandant!“

„Wäre das denn gut?“, erkundigte sich Donar und der betrunkene Soldat, dessen Rüstung bereits mit Weinflecken bekleckert war, lachte und schlug dem Gladiator kräftig auf die Schulter. „Natürlich! Wegen ihm könnt ihr Kaufleute wieder unbehelligt auf den Straßen reisen.“

Er machte Anstalten, auch Agron auf die Schulter zu schlagen, aber dieser wich ihm geschickt aus, indem er die Weinbecher auf einen Tisch stellte.
„Ja, gut, dass ihr eine so gute Arbeit macht“, lobte Spartacus den betrunkenen Soldaten. „Mit entflohenen Sklaven gibt es ja sehr viel Ärger.“
„Das stimmt“, stellte der Soldat lachend fest. „Aber Glaber hat neulich ein paar in der Stadt hinrichten lassen. Das Gejammer hättet ihr mal hören sollen. Sind unverschämt und laufen weg. Aber wenn es ihnen ans Leben geht, dann….“
„Tiziano, du redest zu viel“, mischte sich ein anderer Soldat ein. „Geh deinen Rausch ausschlafen. Wir müssen noch heute Abend in Capua sein und so solltest du Glaber nicht unter die Augen treten!“
„Du klingst schon wie Aurelius,“ murrte Tiziano. „Der versteht auch keinen Spaß! Ich wollte doch nur mit meinen neuen Freunden einen Becher Wein trinken!“

„Aurelius wird auch Bericht erstatten müssen! Er sucht ebenfalls nach Spartacus und seinem Pack! Das weißt du doch!“, fuhr der Soldat Tiziano an, der sich nun, mit seinem Weinbecher in der Hand, davon stahl.

„Ihr habt kein leichtes Leben!“, stellte Spartacus fest und der Soldat zuckte die Achseln.
„Im Moment ist es schwierig. Wir suchen immer noch diesen Spartacus und ein paar aus dem Gefängnis geflohene Verbrecher. Aurelius nimmt es fast schon persönlich, dass ihm zwei von ihnen entkommen sind. Ich will nicht in ihrer Haut stecken, wenn er sie erwischt! Er sagte, er wäre noch viel zu freundlich zu ihnen gewesen und hätte ihnen weitaus mehr zusetzen müssen!“

„Wenn wir sie sehen, werden wir es natürlich melden!“, versprach Spartacus und der Soldat sah ihn dankbar an.
„Wir sind auf solche Informationen angewiesen. Wir hatten auch schon Informationen bekommen. Vorhin sagte mir eine Frau, dass ihr ein junger Mann auf einem Markt auffiel, auf den die Beschreibung eines der Sklaven passte. Dunkle Haut, lockiges Haar, ehemaliger Haussklave. Der Name war Pietros oder so ähnlich. Einer der beiden Sklaven, die vor allem Aurelius in die Hände bekommen will. Natürlich wäre seine Verhaftung nichts im Vergleich zu der von Spartacus. Aber den fangen wir auch irgendwann. Einige von uns suchen noch nach diesem Pietros, wenn er es denn war, in der Nähe des Dorfes...“

„Wie heißt das Dorf denn?“, erkundige sich Spartacus, während Donar Agron zur Seite zog. „Bitte tue jetzt nichts unüberlegtes! Lass Spartacus das Gespräch führen! Ich kenne dich!“

„Was glaubst du von mir?“, zischte Agron empört. „Dass ich diesen Kerl jetzt nach draußen schleppe und ihm alle Informationen, die er haben könnte aus dem Leib prügle? Ich bin nicht verrückt!“

„Du warst es eine Weile...“, stellte Donar fest und reichte Agron einen Becher mit Wein. „Wir sollten austrinken und dann gehen. Spartacus hat sein Gespräch mit dem Soldaten beendet. Aber eigentlich sind es doch gute Nachrichten. Wir wissen, dass Pietros in der Nähe war. Und er wird vielleicht zumindest wissen, was mit Duro geschehen ist. Vielleicht sind sie gemeinsam unterwegs!“

Darauf hoffte Agron und er leerte schnell seinen Weinbecher zumindest zur Hälfte, während Spartacus dem Soldaten noch einmal zunickte, ehe er mit seinen beiden Begleitern den Gastraum verließ.
„Wir haben wirklich Glück gehabt, dass wir direkt im ersten Gasthaus einen Hinweis bekommen haben. Die Götter müssen es heute gut mit uns meinen!“



Nach einer Weile setzte Duro sich auf und er griff nach der neben ihm stehenden Wasserflasche. Noch besaßen sie genügend Vorräte, dennoch würden sie die Flaschen hoffentlich bald nachfüllen können. Schließlich wussten sie nicht, wann sie das Haus von diesem Aulus erreichen würden und ob sich sein Bruder und die anderen überhaupt noch dort befanden.

Er fragte sich, wie Agron reagieren würde, wenn sein jüngerer Bruder, den er für tot hielt, plötzlich lebendig vor ihm stand. Duro hoffte auf eine freudige Umarmung, wusste aber dass der Augenblick nicht einfach sein würde. Würde Agron seinen Augen trauen? Dennoch hoffte er, dass letztlich die Freude bei ihnen beiden überwiegen würde.

„Machst du dir Gedanken wegen deinem Bruder?“, fragte Pietros schließlich, während sie schweigend nebeneinander durch den Wald gingen und Duro lächelte kurz. Anscheinend war er recht leicht zu durchschauen oder aber Pietros war ein guter Beobachter.

„Ja, ich mache mir Gedanken darüber, wie es für ihn sein wird, wenn ich vor ihm stehe. Er glaubt, dass ich tot bin und ich bin mir sicher, das er getrauert hat oder noch immer trauert. Und jetzt ändert sich alles erneut für ihn...“

„Ich wäre froh, wenn Barca plötzlich lebendig vor mir stünde. Irgendwie hab ich es Anfangs, kurz nachdem ich von seinem Tod erfuhr, sogar gehofft. Aber so ein Geschenk habe ich leider nicht bekommen und weiß jetzt endgültig, dass ich es auch nicht bekommen werde!“, antwortete Pietros und Duro schwieg betroffen.

Er und Agron würden das bekommen, was Pietros sich so sehr wünschte und was für immer für ihn verloren war.

„Er wird sich freuen, dich zu sehen!“, sagte Pietros und deutete auf einen Baum. „Dort habe ich vorhin einen kleinen Vogel zurück in sein Nest gesetzt. Er war raus gefallen. Bestimmt hatte er auch nicht damit gerechnet, seine Eltern und seine Geschwister wiederzusehen.“

Duro dachte bei sich, dass Pietros wahrscheinlich einer der freundlichsten Menschen war, den er kannte. Er kümmerte sich sogar um ein kleines, hilfloses Tier. Er hoffte darauf, dass dieser freundliche junge Mann niemals wieder den Römern in die Hände fallen würde.



Die Sonne stand bereits tief und Spartacus und seine beiden Begleiter befanden sich noch immer auf der Straße und achteten auf Hinweise an den Büschen und Bäumen, ob jemand die Straße verlassen hatte. Außerdem gingen sie das Risiko ein, keine Kapuzen zu tragen, damit Duro oder Pietros, falls sie sich irgendwo in der Nähe verbargen, erkannten, wen sie vor sich hatten.
Sie waren sich nicht sicher, ob sie auf der richtigen Spur waren und ob es sich bei dem jungen Mann, den diese Frau erkannt haben wollte tatsächlich um Pietros handelte.

Aber die Suche an dieser Stelle zu beginnen war so gut oder schlecht, wie es an anderer Stelle zu tun.

Sie hörten Reiter, die sich näherten und bemühten sich erneut wie harmlose Reisende zu wirken, waren aber kurz darauf von acht römischen Soldaten umzingelt, die sie eingehend betrachteten.
Schließlich griff einer von ihnen nach Spartcus` Arm und lachte auf. „Ich kenne den Mann! Das ist Spartacus! Ich habe ihn in der Arena gesehen und war mit Glaber mehrmals im Ludus. Dort habe ich ihn gesehen. Bei den beiden anderen bin ich mir nicht so sicher.“

Er lachte verächtlich, während seine Kameraden ihre Schwerter zogen. „Ein paar unbedeutende Gladiatoren, die es niemals zu wirklichem Ruhm gebracht haben!“

Spartacus wusste, dass diese Worte für Agron und Donar eine Beleidigung darstellten und er war froh darüber, dass beide sich so gut im Griff hatten und nichts unüberlegtes taten, denn ihre Gegner waren in der Überzahl.
Vor allem Agron hätte vor kurzem noch anders reagiert und sich wahrscheinlich auf den ersten Römer gestürzt und diesen vom Pferd gestoßen. Aber nun reagierte er besonnener…

Dennoch konnten sie in ihrer derzeitigen Situation nur noch verlieren, wenn sie nichts unternahmen. Sie waren erkannt worden und Spartacus dachte nicht daran, sich den Soldaten zu ergeben und ins Gefängnis von Capua bringen zu lassen.

Er griff zu dem unter seinem Umhang verborgenen Schwert und noch ehe die Soldaten wussten, was geschah, stürzte einer von ihnen, durch die Waffe durchbohrt von seinem Pferd auf die Straße.
Die anderen Soldaten zogen ihre Schwerter, aber noch ehe sie wirklich reagieren konnten hatte Agron einem von ihnen sein Schwert in die Kehle gestoßen, während Donar einen Hieb gegen einen weiteren Angreifer führte.

Der Arm des Mannes wurde abgetrennt und mit einem Schrei umklammerte der Verletzte den Stumpf.

So leicht gaben drei der verbliebenen fünf Soldaten nicht auf, aber zwei von ihnen ritten davon und schlugen sich ins Unterholz. Wahrscheinlich würden sie ihre Pferde über kurz oder lang zurück lassen müssen. Einer der Kameraden der Geflüchteten blickte ihnen zornig hinterher. „Feiglinge!“, zischte er voller Wut, während er mit seinem Schwert nach Donar schlug und diesen am Oberarm erwischte, aber laut aufschrie, als Spartacus ihn mit seiner Waffe durchbohrte.



„Hast du das gehört?“, fragte Duro und blieb stehen. „Jemand hat geschrien.“

Pietros nickte. Auch er hatte den Aufschrei in einiger Entfernung gehört. „Das muss von der Straße gekommen sein. Vielleicht hatte jemand einen Unfall mit einem Pferd oder einem Wagen. Oder es wird gekämpft….“

Aber sie wussten nicht, was vor sich ging und wer im Fall eines Kampfes gegen wen kämpfte. Dennoch wollte Duro wissen, was geschah.
„Warte hier, Pietros. Ich werde nachsehen!“, sagte er, aber der andere schüttelte den Kopf und hielt ihn am Arm fest. „Bist du dir sicher? Falls ja, komme ich mit. Aber...“

„Wir sollten vorsichtig sein“, antwortete Duro und sie gingen in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war.

Sie bemühten sich dabei, sich so leise wie möglich zu bewegen und sie versteckten sich schnell hinter einem Busch, als sich ihnen Stimmen und Schritte näherten.
„Ich glaube wir haben Spartacus und die anderen abgehängt! Wir hätten sie verfolgen und dann mit viel mehr Männern angreifen müssen!“, sagte einer der beiden Männer, die Duro und Pietros als römische Soldaten erkannten.

Also befand sich zumindest Spartacus, wahrscheinlich auch noch andere der Gladiatoren, in der Nähe. Duro konnte das Glück, dass er und Pietros an diesem Tag hatten, beinahe nicht fassen. Leider mussten sie zuerst an diesen beiden Soldaten vorbei kommen, die nun zu allem Übel stehen blieben und sich umsahen.

Dabei bemerkten sie offenbar eine Bewegung hinter dem Busch und beide eilten mit gezogenen Schwertern dorthin, während Duro einen Fluch ausstieß. Sie hatten sich zu auffällig verhalten und dies hätte niemals geschehen dürfen!

„Noch mehr von diesen entflohenen Sklaven“, sagte einer der beiden Soldaten und stürzte sich mit seinem Schwert auf Duro, der ihm im allerletzten Augenblick ausweichen konnte, aber der Soldat war schneller und versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht, der ihn zu Boden gehen ließ.

Pietros erging es nicht viel besser. Auch er erhielt einen Schlag, machte einige Schritte zurück und stolperte dabei über eine Wurzel. Dabei spürte er einen scharfen Schmerz in seinem Knöchel und er stieß nun, ebenso wie einer der Soldaten zuvor, einen Schrei aus…

„Spartacus wird euch nicht retten!“, sagte einer der Soldaten und beugte sich über Duro, der den Mann aber überraschte, als er schnell in dessen Haar griff und ihn zu sich auf den Boden zog.
Der Soldat wollte nach ihm schlagen, aber es gelang Duro, die Hand des Angreifers zu packen und sich ein Stück zur Seite zu rollen, während Pietros erneut einen Schrei ausstieß, als einer der Soldaten neben ihm hockte und ihm sein Schwert an die Kehle hielt.

„Ihr beiden solltet besser aufgeben, wenn ihr nicht wollt, dass ich diesen hier auf der Stelle töte!“, zischte der Soldat wütend und er drückte Pietros unsanft zu Boden und fügte ihm einen leichten Schnitt am Hals zu. Ein klein wenig Blut quoll hervor und Duro stellte seine Gegenwehr ein.

Vielleicht bot sich bald eine Gelegenheit, wenn Pietros das Schwert an seinem Hals los wurde…

Aber dann wurde der römische Soldat zur Seite gerissen und ein Schwert bohrte sich in seine Brust. Duro hörte den anderen Römer schreien und sah, als er zur Seite blickte, dass dieser ebenfalls tot zusammenbrach, während jemand neben Pietros in die Knie ging. Er erkannte Spartacus.

Dann wurde er selber in eine Umarmung gezogen und als er bemerkte, wer ihn umarmte, drückte er den anderen ebenfalls so fest er konnte an sich.

Diese Umarmung war vertraut, er hatte sie sein Leben lang gekannt…

„Agron“, murmelte er und spürte Tränen aufsteigen.

Alle Zweifel, die er vor kurzem noch gehegt hatte und seine Sorge, ob es wirklich richtig war, die Welt seines Bruders zum Einsturz zu bringen waren verschwunden. Diese Gedanken waren so unsinnig gewesen. Endlich waren sie beide wieder an der Seite des anderen und alles war gut.

Auch Agron fühlte sich, als würde eine kaum verkrustete, bis vor kurzem noch heftig blutende Wunde endlich verheilen. Sein Bruder war wieder bei ihm. Er lebte und er atmete. Sie konnten später über all das reden, was seit Duros vermeintlichem Tod im Ludus geschehen war. Nun war es nur noch wichtig, dass sie wieder beisammen waren.

„Du lebst...“, stammelte Agron und drückte Duro noch fester an sich, während beide auf dem Waldboden saßen.


Im nächsten Kapitel gibt es weitere Wiedersehen. Außerdem haben Agron und Duro sich einiges zu erzählen.
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