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Thomas Jefferson is coming Home

OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Thomas Jefferson
13.02.2020
13.02.2020
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Thomas Jefferson is coming Home


Endlich sollte er wieder zurück nach Hause können. Die Zeit war schneller vergangen, als er es sich vorgestellt hatte. Die letzten Monate waren anstrengend gewesen. Ein Ereignis hatte das nächste ereilt. Die Gründerväter und Politiker dieser Zeit mussten immer schneller handeln. Keiner von ihnen konnte eine Pause nehmen, da alle denkenden Köpfe gefragt worden waren. Das erste, riesige Ereignis war der Tod Alexander Hamiltons gewesen. Bei einem Duell gegen seinen Freund, aber auch Konkurrenten Aron Burr, war der Mann gefallen. Ein Schuss zwischen die Rippen hatte dann sein Ende besiegelt. Der Mann erinnerte sich noch immer gut daran, was an den kommenden Tagen geschehen war. Besonders Hamiltons Frau Eliza und deren Schwester Angelica hatten alles getan, was sie konnten. Oft war ihm dieser Mann in die Quere gekommen. Die Beziehung zu ihm war nicht immer von einem guten Licht bestrahlt worden. Besonders, als er gemeinsam mit Aron Burr und seinem engsten Freund Madison, die Affäre öffentlich gemacht hatten. Die Reynolds Pamphlet. Noch immer konnte der Brünette die Briefe vor seinen Augen sehen. Die unzähligen Wörter, mit denen Hamilton versucht hatte, sich zu verteidigen. Aber es hatte alles nichts gebracht. Hamilton und seine Karriere waren beschmutzt worden. Ein Makel, der auch noch nach seinem Tode geblieben war. Seine Frau war gemeinsam mit ihren  Kindern noch einmal umgezogen. Etwas außerhalb von London lebten sie nun in einem relativ großen Haus. Es war, laut den Aussagen und Gesprächen der Bewohner, ein Geschenk von Philipp Schuyler, dem Vater von Eliza und Angelica. Diese verbrachte auch immer mehr Zeit dort und unterstützte ihre Schwester.

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“


Auch seine Zeit war nun gekommen. Nachdem auch sein engster Freund sich entschieden hatte, der Politik den Rücken zu zukehren, kam auch seine Zeit. Thomas Jefferson. Ein Mann von Ehre und Glanz, wie die Bewohner in ganz London und Umgebung ihn betitelten. 1789 war er zurück hierher gekommen. Sein Leben davor war durch die Schönheit und den Lebensstil Frankreichs geprägt worden. Ein Land, welches ihm nicht nur gefiel. Er liebte es. Der Gedanke, am Ende seiner Zeit dort zu verbringen, hatte ihn sehr gereizt. Aber sie sagte man so schön? Zeit brachte Veränderung. Nun, nachdem er die meisten Jahre hier verbracht hatte, wollte er nicht mehr fort. Von seinem letzten Geld, welches er verdient hatte, kaufte er sich ein Haus. Am Rande Londons. Er konnte einfach mit der Kutsche das Stadtinnere erreichen, behielt aber wenn er es wollte aber auch die Ruhe um sich herum.

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“


Heute war er auch endlich soweit. Seine Koffer standen bereits in der kleinen Kutsche. Seine lockigen, dunkelbraunen Haare flogen umher. Den Trubel dieser Stadt sollte er nicht vermissen. Eigentlich seltsam. Als er jünger war, hatte er es genossen. Gemeinsam mit Madison durch die Bars zu ziehen und das Leben einfach einmal zu genießen. Die Politik war nicht einfach. Sie zerrte an der Konzentration, aber auch an den Gefühlen und Emotionen jedes Einzelnen. Niemand hielt diese Ämter lange aus. Irgendwann war auch die Zeit gekommen, zu gehen. Neue und vor allem jüngere Männer und Frauen konnten sich nun beweisen. Sie alle sollten diesem Land gute Wächter sein.
„ Thomas. Dann müssen wir uns also nun verabschieden…“
„ Weine nicht, mein Freund. Das Leben ist noch lang und wird uns alle an einen schönen Ort bringen.“, erklärte der Brünette und stützte sich leicht auf seinem Gehstock ab. Seit Beginn seiner politischen Karriere trug er diesen bei sich. Eleganz wurde durch diesen symbolisiert, was hervorragend zu diesem Mann passte.
„ Außerdem ist meine Zeit nun auch gekommen.“
Sein Gegenüber lächelte nur noch einmal, bevor sich beide Männer die Hand gaben. Jefferson lächelte. Dieser junge Mann vor seinen Augen hatte ihm in den letzten Jahren über die Schulter geschaut. Ein interessanter Jüngling, der durchaus einiges erreichen konnte. Da war Thomas sich mehr als sicher.

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“


Behutsam lehnte er seinen Rücken zurück. Die Kutsche fuhr bereits und trug ihn somit immer weiter fort. Seine Gedanken ruhten zum ersten Mal seit vielen Jahren. Friede. Dieses Wort war groß gefasst und sein früheres Ich hätte es wohl kaum in den Mund genommen. Aber nun konnte der Brünette es tun. Seine Zeit hatte er genutzt, um eine Basis für kommende Generationen zu erschaffen. Nun lag es an ihnen, dieses Land weiter zu erheben. Unbewusst sah er aus dem kleinen Fenster neben sich. Der dunkellilane Stoff seines Anzugs glitzerte leicht. Lila war schon immer seine Farbe gewesen. Anzüge, Hemden, Hosen. Alles mögliche trug er in diesem Farbton. Auch hier hatte er sich immer eingeredet, dass sie ihm schmeichelte und seinem Glanz entsprach. Aber von heute an… sollte dieser prächtige Anzug eher im Schrank seine kommenden Jahre verbringen. Im einfachen weißen Hemd sah er sich dort bereits sitzen. Er wollte die vergangenen Jahre aufschreiben. Ein Buch, welches aber nicht nur seine Geschichte erzählen sollte. Bevor er seinen Rückzug bekannt gegeben hatte, war er zu Eliza Hamilton gegangen. Ein kurzes Gespräch mit dieser wirklich bewundernswerten Frau hatte er geführt.

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“  


Er wollte Hamiltons Geschichte ebenfalls erzählen. In seinem Buch sollte auch sein Name stehen. Auch, wenn Thomas Jefferson es nie hatte zugeben wollen. Die Resultate, die Hamilton gebracht hatte, waren revolutionär gewesen. Seine Gedanken, Vorstellungen und Ideen sollte niemand mehr haben. Da war Jefferson sich doch sehr sicher. Aber dies alles war noch in der Vergangenheit. Nun sollte er erst einmal nach Hause kommen… und seine Frau wiedersehen. Unbewusst lächelte er. Doch dieses Lächeln… war sanfter. Solch ein Lächeln kannte man sonst von diesem Mann gar nicht. Aber sobald seine Gedanken sich an die Frau richteten, wurde er gar handzahm. Das sagte sie zu mindestens immer. Vor einigen Jahren war Thomas ihr begegnet. Dieser klugen und gleichzeitig selbstbewussten Frau. An einem Abend war er innerhalb einer Bar auf eine Frauengruppe getroffen. Sie unterhielten sich damals über die Arbeit der Frauen und wie diese sich zu ändern hatte.
„ Ja und wenn ich Thomas Jefferson treffen werde, sage ich ihm ganz deutlich, dass wir Frauen endlich einmal an der Reihe sind.“
Und das hatte sie. Beide waren aufeinander getroffen und hatten eine sehr interessante und tiefgründige Diskussion geführt. Erstaunlicherweise war aus ihrem Treffen ein weiteres Treffen entstanden. Sie waren ebenfalls unterwegs gewesen und hatten ihre Gedanken wieder miteinander geteilt. Ja… sie war wahrlich eine Frau von Größe und Stärke. In manchen Situationen bewunderte er dies regelrecht.
„ Ich werde bald zurück sein, meine Liebste.“
„ Ich weiß, Thomas. Deine Arbeit, die du dort leistest, ist sehr wichtig für dieses Land. Ich werde hier auf dich warten.“
Nun sollte er sie wiedersehen. Zwar standen beide im ständigen Briefkontakt, aber… die restlichen Monate spürte er deutlich, dass er sich nach Zuhause sehnte. Diese Frau war sein Zuhause. Geheiratet hatten sie ebenfalls schon. Wie schön seine Frau damals ausgesehen hatte, blieb noch immer in seinen Gedanken.  Eine Frau wie sie… traf man nur einmal im Leben.  

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“  


Da war sie. Mit einem behutsamen Lächeln kam die Schönheit auf ihn zu. Vor wenigen Minuten hatte er sein neues Anwesen erreicht. Die Koffer waren bereits von der Hausdame in sein Büro gebracht worden. Er stand nun im Flur und besaß sich die Dame, die gerade auf ihn zukam. Ihre kastanienbraunen Locken fielen ihr wie immer über die Schultern. Die tiefblauen Augen sahen ihn an. Liebe und Zuneigung spiegelten sich in diesen wieder. Wie er diesen Ausdruck vermisste hatte.
„ Du hast mich warten lassen, Thomas.“, durchdrang die sanfte Stimme den Flur. Wenige Sekunden später nahm er ihre Hand und küsste diese. Ein Gentleman der alten Schule, fuhr es durch ihren Kopf.
„ Aber deine charmante Art lässt mich darüber hinweg sehen…“
„ Wie gnädig, meine Dame…“, lächelte der Brünette und sah auf die Frau herab. Sofort lächelte er mehr. Seine noch freie Hand legte er auf den bereits sehr stark gewölbten Bauch.
„ Wir haben dich vermisst, Thomas…“
„ Ich habe euch genauso vermisst. Wie geht es unserem Schatz denn?“
Die Angesprochene lief behutsam mit ihm los und erzählte ihm, was in den letzten Wochen geschehen war. Thomas selbst genoss die ruhige Stimme seiner Frau. Ja… Er war zuhause angekommen. Jener Ort, an dem seine Frau auch war.
„ Allerdings glaube ich, dass du die kommenden Nächte nicht neben mir schlafen solltest, Geliebter. Unser kleines Engelchen bewegt sich besonders nachts immer sehr gerne…“, erklärte die junge Dame lächelnd und betrat mit ihm das Büro. Während ihr Mann Platz nahm, schnappte sie sich seine lilane Jacke und hing diese bereits auf.
„ Soll ich dir einen Tee machen? Du hattest bestimmt eine lange Reise…“
Doch es kam keine Antwort. Die Frau wandte sich um und konnte sich ein leises Lächeln nicht verkneifen. Ihr Mann hatte sich erhoben und stand direkt vor ihr. Eine Hand deutete an, die seine zu ergreifen. Sie wusste genau, was er vor hatte. Behutsam sank sie in seine Arme und ließ sich führen. Sie liebte es, mit ihm zu tanzen. Nur selten war dies auch geschehen. Die Frauen um ihn herum hatten ihn immer mal wieder aufgefordert. Doch nie war er darauf eingegangen. Er tanzte nur mit ihr… und das ließ ihr Herz steht’s aufs neue erblühen.
„ Ich liebe dich…“
Er lächelte nur und küsste ihre Stirn. Dabei schmiegte ihr Körper sich an seinen. Er war wieder zu Hause…

„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“
„ Thomas Jefferson geht nun heim…“












Liebe Grüße

Eriza-chan *––*
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