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After we became friends.

von Tischahmc
OneshotLiebesgeschichte / P6 / Gen
Hardin Scott Tessa Young
13.02.2020
13.02.2020
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Nachdem ich letztes Jahr im Urlaub innerhalb von zwei Wochen alle Bücher von Anna Todd verschlungen hatte, kam mir die Idee zu dieser Kurzgeschichte.  Und da es auf dieser Plattform eher wenige davon gibt, hab ich mich dazu entschlossen sie mit Euch zu teilen!

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Pre-Valentinstag/Valentinstag Euch allen! (auch wenn ich mir persönlich nicht viel aus diesem Tag mache :D)

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Vergebens habe ich dagegen angekämpft. Es geht einfach nicht. Meine Gefühle lassen sich nicht unterdrücken. Sie müssen mir gestatten Ihnen zu sagen, wie glühend ich Sie verehre und liebe.“



Ich seufzte und drückte das gefaltete Blatt mit der ordentlichen Schrift an meine Brust.

Es ging jetzt schon seit vier Monaten so. Jeden Donnerstag fand ich eine Zitat meiner Lieblingsschriftstellerin vor meiner Tür. Anfangs waren es nur belanglose Sachen, amüsante Textauszüge aus ihren Büchern, aber von Woche zu Woche wurde es persönlicher. Ich wusste nicht wer der Verfasser dieser Nachrichten war, anfangs war es mir auch nicht wichtig. Ich dachte, dass sich bestimmt einer der Jungs an der Uni ein Spaß mit mir erlaubte, da ja quasi jeder hier wusste wie vernarrt ich in die Bücher von Jane Austen war. Doch die Nachricht heute, fast schon eine Liebeserklärung, war das erste Mal seit Monaten auch unterzeichnet.

„In Liebe…

Dein Mr. Darcy“

stand drunter.

Ich hatte mir bisher nicht viel aus der Männerwelt gemacht. Ich kam hierher, um zu studieren, alles andere interessierte mich nicht. Außerdem waren die meisten Jungs in meinem Alter viel zu kindisch und unreif. Ich schämte mich kurz für diesen Gedanken und korrigierte mich. Fast alle waren kindisch und unreif. Da war ja noch Hardin, mein bester Freund und der wahrscheinlich gutaussehendste Mann an der ganzen Uni.

Apropos bester Freund, wo steckte der bloß schon wieder?

Ich stopfte den Brief in meine Tasche und schaute auf die Uhr. Verdammter Mist, ich war schon wieder spät dran. Eine negative Seite hatte meine Freundschaft mit Hardin. Er war nicht gerade der pünktlichste Mensch und wegen ihm kam ich auch immer zu spät zu den Vorlesungen.

Ich seufzte übertrieben genervt, warf mir meine Tasche über die Schulter und wollte gerade losgehen als ich mit jemandem zusammenstieß.

„Aua, pass doch auf“, sagte ich leise, während ich mir über die Stirn rieb. Unter meinen Fingern zeichnete sich bereits eine deutliche Beule ab. Ich schaute auf, um zu sehen wer der Übeltäter war. Vor mir stand Zed. Er war ein guter Freund von Hardin, ich hatte allerdings bisher eher wenig mit ihm zu tun gehabt.

„Also eigentlich bist du diejenige, die ja quasi in mich hineingerannt ist. Warum so mürrisch heute Elizabeth?“, fragte er mich breit grinsend.

Na großartig. Wir hatten einige Kurse zusammen und waren beide mit Hardin befreundet, aber er wusste anscheinend nicht mal meinen Namen.

„Erstens, ich bin nicht mürrisch und zweitens, heiße ich Tessa und nicht Elizabeth!“, sagte ich und verdrehte die Augen.

„Ich weiß,“, sagte Zed und zwinkerte mir zu, „da kommt schon die Schnarchnase, man sieht sich Tessa.“

Ich drehte mich um und sah in einiger Entfernung Hardin auf mich zulaufen. Ich ging ihm entgegen und bereitete mich darauf vor ihm eine Standpauke zu halten, warum er schon wieder so spät dran ist.

Als er allerdings vor mir stand, völlig außer Atem, sah ich, dass er wirklich fertig aussah. Dunkle Schatte lagen unter seinen Augen und bildeten einen großen Kontrast zu seinen glühenden grünen Augen. Die Haare standen wild in alle Himmelsrichtungen ab.

Er hob einen Finger als Zeichen, dass ich noch warten soll bevor ich was sage.

„Warte…ich hab’s gleich.“, er holte tief Luft, „so, jetzt geht es wieder.“

„Es tut mir soooo leid Tess, wirklich! Ich habe total verpennt, Zed hat die halbe Nacht über irgendwelchen Beziehungskram gequatscht und ich bin erst spät nach Mitternacht eingeschlafen und der Depp ist einfach gegangen, ohne mich zu wecken. Ich hatte natürlich meinen Wecker nicht gestellt, so ein scheiß. Jetzt bist du schon wieder spät dran wegen mir, tut mir echt leid.“, sprudelte es nur so aus ihm heraus.

Er schaute mich mit so einem Hundeblick an, dass ich lachen musste. Man konnte ihm einfach nicht lange böse sein.

„Schon gut, Hardin. Laufen wir los, vielleicht können wir uns noch unbemerkt reinschleichen.“

Er verzog das Gesicht: „Meinst du nicht, dass es besser wäre, wenn wir gar nicht hingehen? Ich bin am Verhungern und muss ein paar Stunden Schlaf nachholen. Bitte Tess.“

„Du hast Glück, dass du so süß aussiehst, wenn du bettelst. Zu dir oder zu mir?“, fragte ich und wackelte gespielt mit den Augenbrauen.

„Du bist echt die Beste! Zu dir.“, er nahm meine Hand und wir gingen los.

„Übrigens Hardin, ich glaub Stefanie hat es schon geschnallt, du musst also nicht mehr mit mir Händchen halten.“ Vor zwei Wochen hatte meine Mitbewohnerin angefangen sich täglich an Hardin ranzumachen, was ich ihr auch nicht verübelt konnte, immerhin war ich auch mal verknallt in ihn. Sie ging Hardin aber so sehr auf die Nerven, dass er irgendwann auf die Idee kam ihr zu sagen, er wäre mit mir zusammen. Seit dem Tag hasste sie mich, aber ihn ließ sie endlich in Ruhe. Er nannte es einen Kollateralschaden.

Hardin zuckte nur mit den Schultern: „Ich finde es schön deine Hand zu halten.“

Ich schaute zu ihm auf. Wurde er etwa gerade rot?

Im Zimmer angekommen, ging ich zu meinem Schrank und holte mir bequeme Sachen raus.

„Dreh dich um, ich muss mich umziehen.“

Er brummte etwas unverständliches, schmieß sich auf mein Bett und vergrub brav das Gesicht zwischen den Kissen.

Ich zog mir meine schwarzen Jogginghose und ein blaues T-Shirt mit Batman Logo, an und setzte mich zu ihm.

„Wollen wir was zu essen bestellen, ich hätte Lust auf Tortellini.“

Doch statt einer Antwort hörte ich nur sein leises Schnarchen. Ich schmunzelte und schüttelte den Kopf.

Beim Versuch ihm seine Schuhe auszuziehen, fiel sein Rucksack vom Bett und verteilte seinen gesamten Inhalt quer über den Boden.

Ich hielt kurz inne, aber Hardin schien der Krach gar nichts auszumachen.

Ich sammelte alle Stifte ein und war erneut erstaunt darüber, wie unordentlich dieser Kerl doch ist. Dann fiel mein Blick auf sein Notizbuch, welches aufgeschlagen da lag.

Ich nahm es in die Hand und die Röte schoss mir sofort ins Gesicht.

Die Seiten waren alle vollgeschrieben mit Zitaten von Jane Austen, überwiegend aus meinen Lieblingsbüchern. Ganz unten stand in einer ordentlichen Blockschrift:

„In einer Jane Austen Welt wärst du meine Elizabeth...“

In meinem Kopf bildeten sich hunderte Fragen auf einmal, während ich auf die Wörter starrte.

Und dann sah ich es. Es war wie im Film, als sich plötzlich vor meinem geistigen Augen die einzelnen Puzzleteile zusammenfügten. Zed hatte mich heute Elizabeth genannt, nachdem er bei Hardin war. Dann die Nachrichten vor meiner Tür, die Notizen in Hardins Notizbuch. Ich schloss die Augen und atmete tief ein, damit sich mein Herz beruhigt. Wie oft habe ich mir früher vorgestellt, Hardin würde in mir mehr sehen als nur eine Freundin. Aber Monate vergingen und ich fand mich damit ab, die Rolle der besten Freundin einzunehmen. Ich mochte ihn wirklich und wollte einfach nur ein Teil seines Lebens sein.

Ich öffnete meine Augen und sah zwei grüne vor mir, die mich aufmerksam musterten. Keiner von uns sagte etwas, auch nicht als sein Blick auf meine Hände fiel und er das Notizbuch sah.

„Tessa...ich...“, seine Stimme brach ab. Er nahm meine Hand und zwang mich neben sich aufs Bett zu setzen, sein Buch fiel mit einem dumpfen Schlag auf den Boden.

Er sah mich eindringlich an: „Das war so nicht geplant musst du wissen. Morgen ist Valentinstag und ich wollte ihn unbedingt mit dir verbringen. Zed hat mir geraten dir alles zu gestehen, also was ich für dich fühle. Ich habe einen Tisch reserviert, sollte eine Überraschung werden und dann hätte ich es dir gesagt. Romantisch...so wie du es liebst, so wie du es verdient hast.“

„Ich verstehe, wenn du in mir nur einen Freund siehst und die Sache dabei belassen willst. Ich schwöre dir, dass wir das hinkriegen werden, ich meine, dass wir weiterhin gute Freunde bleiben. Aber ich musste es einfach loswerden, sonst hätte ich mich mein Leben lang gefragt was wäre, wenn…“

„Hardin…“, ich schaute ihm in die Augen, „würdest du jetzt bitte still sein und mich endlich küssen?“


THE END.
 
 
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