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Das Tagebuch von Jehan Prouvaire

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Combeferre Courfeyrac Enjolras Gavroche Grantaire Jean "Jehan" Prouvaire
12.02.2020
07.07.2020
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12.02.2020 3.135
 
Liebes Tagebuch,                                                                                         16.06.

heute war ein schöner, sonniger Tag. Die Wolken sahen fast aus wie kleine Schäfchen und allgemein war es einfach perfekt. Ich liebe den Sommer so sehr! Und ich liebe es noch mehr, dass ich endlich mit der Schule fertig geworden bin. Nicht nur, weil die Ferien angefangen haben. Nein, dieses Mal für immer. Ich werde mich morgen an verschiedenen Universitäten bewerben. Es ist vielleicht etwas spät, aber ich hatte vorher keine Zeit und keine Lust.
Wenn es dieses Jahr nicht klappt, dann eben nächstes Jahr. Ich habe keine Probleme damit länger zu warten. Die Zeit in der ich warte kann ich mich auf das konzentrieren, was mir wirklich viel Spaß macht: Schreiben. Gedichte und Lieder und dich, liebes Tagebuch. Ich werde alles daran setzen, dich jeden Tag zu updaten. So habe ich einen Grund draußen zu sein, während die Sonne so schön scheint. Ich kann nämlich nur draußen wirklich konzentriert schreiben, zumindest im Sommer. Im Winter kann ich natürlich nicht draußen sitzen. Der Winter macht mich allgemein sehr traurig. – Aber egal, darauf will ich nicht hinaus. Ich lasse mich wieder zu sehr ablenken.
Es geht eigentlich um eine Begegnung, die ich vorhin hatte, als ich heute Abend in das Café ging, in welchem ich immer meine Snacks für zwischendurch hole, wenn ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich habe noch nie eine Person wie diese gesehen. Wenn ich den Gott Apollo beschreiben müsste, ich würde diesen jungen Mann im Café beschreiben. Er sah so beeindruckend aus...
Ich habe ihn wohl ein bisschen zu lange angesehen, denn er kam nachdem er seine Bestellung gemacht hatte auf mich zu und hielt mir seine Hand hin. Ich konnte es nicht fassen. Habe ich wirklich so auffällig gestarrt? Ich hörte, wie er sich mir vorstellte.

Sein Name ist Enjolras.

Zumindest ist das sein Nachname. Glaube ich… Er meinte einfach, dass jeder ihn so nennen würde. Ich stellte mich auch vor und er lächelte tatsächlich eine Spur breiter – er hatte vorher kaum gelächelt – und sagte: „Dann ist es ein Wunder, dass wir uns noch nie begegnet sind.“
Verwundert fragte ich ihn: “Warum?”

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich einen Mann wie ihn irgendwo sonst hätte zufällig treffen können. Selbst jetzt wirkte es für mich wie ein Traum.

Er setzte sich zu mir und erklärte mir, dass seine Familie viel mit meiner zu tun hätte. Sowohl geschäftlich, als auch privat. Hätte ich gewusst, dass meine Eltern etwas mit denen von Enjolras zu tun haben, ich hätte mich wahrscheinlich mehr mit deren Arbeit befasst. Oder wäre hin und wieder zu den Einladungen zu Partys gekommen, die in unserem Haus veranstaltet wurden.
Die Familie Prouvaire hatte also Kontakte mit der Familie des schönsten Mannes auf diesem Planeten und meine Eltern hatten mich darüber im Dunkeln gelassen. Das würde ich ihnen wohl nie verzeihen.
Kurz nach seiner Erklärung erhob er sich wieder und sagte, dass er dringend zu einer Besprechung müsste, was ich wirklich schade fand. Schnell ließ ich ihn wissen, dass ich hoffte, wir würden uns noch einmal wieder sehen und er hoffte dies auch! Er meinte sogar, dass er mich gerne besser kennenlernen will.
Das klingt vielversprechend, nicht wahr?

Ich kann es kaum erwarten ihn wieder zu sehen. Vielleicht sogar morgen? Ich werde morgen auf jeden Fall wieder in das Café gehen und hoffentlich treffen wir uns da noch einmal. Ich habe nämlich ganz vergessen ihn nach seiner Telefonnummer zu fragen. Das hätte ich tun sollen… Aber ich vergesse oft, dass ich ein Telefon besitze.  Nachdem er mir gesagt hatte, dass wir uns treffen müssten, hatte er das Café ganz schnell verlassen. Wenn er nur ein paar Sekunden länger geblieben wäre, hätte ich es sicher geschafft ihm diese Frage zu stellen, denn es wäre mir sicher eingefallen. Vielleicht hatte er auch nicht darüber nachgedacht, dass das notwendig sein könnte.
Vielleicht findet er Mobiltelefone genauso überbewertet, wie ich? Wobei sie in diesen Momenten natürlich wirklich nützlich wären...  Egal was der Grund war, am Ende habe ich  einfach zu lange gebraucht um die Frage laut auszusprechen.

Nachdem das passiert war begann ich mein Croissant zu essen und nachdenklich Löcher in die Luft zu starren. Mein ganzer Kopf war voll von Enjolras und seinem Lächeln, seinen Blonden locken und den strahlenden blauen Augen. Seine Lippen, die sich nur zu einem schmalen Lächeln verzogen hatten, zogen mich immer noch in den Bann, obwohl sie nur noch in meinen Gedanken existierten. Allein zu diesen Lippen hätte ich drei Haikus schreiben können. Über die Augen ein ganzes Gedicht verfassen und … für sein wunderschönes Erscheinungsbild… eine Ballade schreiben. Ich weiß nicht ob mein Poesiebuch genügend Seiten hätte um alles festhalten zu können, was mir bei seinem Anblick durch den Kopf ging. Denn es war unglaublich viel.

Ich biss mir ausversehen in den Finger und gelangte zurück in die Realität. Mein Croissant war weg und ich wieder zurück im Café, raus aus meiner Gedankenwelt. Das war gut, denn jetzt konnte ich mich endlich wieder draußen in den Park setzen und weiter an meinem momentanen Werk arbeiten.
Ich arbeite zurzeit an einem traurigen Gedicht. Es geht um die Liebe. Ich weiß, es geht in vielen Gedichten um Liebe und auch in vielen Gedichten um die unerfüllte und einseitige Liebe. Ich habe mich bisher noch nie verliebt, doch ich weiß, wie sich dieses Gefühl im Körper äußern sollte. Darum kann ich auch darüber schreiben. Ich stelle es mir einfach vor und das warme Gefühl von Geborgenheit, Zufriedenheit und Leidenschaft erfüllt meinen Körper. Leidenschaft habe ich oft gefühlt. Doch ich war noch nie verliebt… zumindest nicht in einen Menschen. Ich habe schon so oft Liebe für meine Blumen im Garten gefühlt und fast alle meiner Gedichte habe ich für eben diese geschrieben. Also weiß ich auch, wie es ist, dass sie nicht erwidert wird. Blumen sind die schlimmsten Geliebten…

Vielleicht werde ich auch mal hier eines meiner Gedichte aufschreiben, wenn mein Poesiealbum zu voll ist… oder wenn ich das Gefühl habe es passt gerade gut. Auch wenn ich meine geschriebenen Werke gerne voneinander trenne, um eine gute Übersicht zu behalten.

Jedenfalls macht das Gedicht, an dem ich gerade arbeite mich besonders traurig. Das Mädchen hat ihrem Geliebten eine Kette geschenkt, bevor er in den Krieg gezogen ist und ein paar Monate später bekommt sie einen Brief, dass er verstorben ist und die Kette liegt mit bei. Ungefähr so soll das werden. Ich habe meine Idee im Kopf, aber das aufzuschreiben und auszuarbeiten ist schwieriger, als es erscheinen mag. Ich weiß gar nicht ob ich das so auf das Papier bekommen kann, wie ich es mir ausmale und wenn mich dauernd jemand oder etwas ablenkt, wird das erst recht nicht funktionieren. Ich habe heute an einer Zeile ganze fünfzehn Minuten gefeilt, weil mich diese blauen, kühlen, aber ausdrucksstarken Augen nicht loslassen wollten.

Darum habe ich mich wohl auch entschieden dieses Buch zu holen und reinzuschreiben, was ich über ihn denke. Aber auch alles, was mich im Moment davon abhält mich zu konzentrieren. Damit mein Kopf freier wird und ich wieder an meiner Kunst arbeiten kann.

Ich muss meinen Kopf frei schreiben, um schreiben zu können, ist das nicht paradox?

Ich bin ein paradoxes Geschöpf… Im Gegensatz zu dem perfekten Enjolras. Ob er mich wohl mag? Als Freund? Ich sehe ihn im Augenblick wie eine meiner geliebten Blumen. Er würde in meinem Garten auch sehr gut aussehen. Vielleicht kann er uns ja mal besuchen kommen, wenn seine Familie vorbeikommt. Dann würde ich mich auch einmal nicht in meinem Zimmer verstecken sondern herauskommen und mit ihm reden. Wenn ich ihn nicht morgen oder übermorgen oder… überübermorgen in dem Café wieder sehe und nach seiner Telefonnummer fragen kann, werde ich meine Eltern darum bitten eine kleine Feier zu veranstalten. Vielleicht kann ich ihn auch zu meinem Geburtstag einladen. Es würde sonst ja niemand zu mir kommen, da ich erst wieder hier eingezogen bin.

Meine Blumen konnte ich zum Glück aus dem Internat mitbringen, in dem ich meine letzten vier Schuljahre verbracht hatte. Ja, da kommt man hin, wenn die Eltern viel Geld und wenig Zeit haben. Meine Freunde von dort sind alle auf der ganzen Welt verstreut, seit die Schule vorbei ist. Ich war mit niemandem so gut befreundet, dass er aus Kanada oder sogar nur Deutschland rüber kommen würde, um meinen 19. Geburtstag zu feiern. Aber Enjolras könnte ich ja mal fragen. Auch wenn wir (noch?) keine Freunde sind, wir können welche werden. Er schien ja nicht ganz abgeneigt zu sein.

Ich wünschte es wäre schon morgen.

Die Tage gehen immer langsamer vorbei, wenn man sich wünscht, sie würden schnell vorbei gehen und die schönsten Momente sind immer viel zu schnell vorbei. Zeit ist ein furchtbar unfaires Mysterium.

Was will ich eigentlich mit meiner Zukunft machen?

Das ist auf den ersten Blick ein großer Sprung, aber wenn ich gerade schon von Zeit schreibe, dann ergibt es Sinn auch über die Zukunft nachzudenken. Morgen will ich mich bei Universitäten bewerben, aber ich weiß nicht einmal für was. Bis jetzt habe ich jeden Tag nur das getan, worauf ich Lust hatte. Jetzt kann ich das nicht mehr. Ab morgen entscheide ich mich für meine gesamte Zukunft, nicht wahr?
Wenn ich etwas studiere, was mir nicht gefällt muss ich mich selbst darum kümmern, dass ich mich noch einmal anders entscheide und exmatrikuliere. Jetzt denke ich schon darüber nach mich zu exmatrikulieren, dabei habe ich mich weder beworben, noch eingeschrieben und erst recht nicht immatrikulieren lassen.
Ich habe so viel Angst vor der Zukunft. Darum liebe ich die Vergangenheit so sehr. Ich liebe es über Frankreich im 19. Jahrhundert nachzudenken und zu lesen. Manchmal stelle ich mir vor, wie es gewesen wäre, wenn ich zu der Zeit gelebt hätte. Es war keine schöne Zeit, aber eine sehr spannende, das kann keiner bestreiten.

Ich liebe die Vergangenheit, ich lebe im hier und jetzt, doch ich fürchte mich vor dem, was kommen wird.

Vielleicht ist das sogar der Grund, warum ich mich noch nie ganz und gar dem Gefühl der Liebe für echte Menschen hingegeben habe? Weil ich Angst habe, dass sie mich in Zukunft wieder verlassen und nicht das gleiche fühlen? Niemand ist für immer an deiner Seite und das ist mir wahrscheinlich viel zu klar, als das ich mich einfach jemandem hingeben kann. Jede sterbende Blume hat mir das wieder ins Gedächtnis gerufen.
Immer wieder aufs Neue.
Jedes Jahr.
Ich kümmere mich um sie, gieße sie, topfe sie um … und sie vergehen.
So wie die Liebe irgendwann vergehen wird…

Bin ich eigentlich ein Realist oder Pessimist, wenn ich mir diese Gedanken mache? Ich weiß es nicht. Ich kann mir diese Frage schwer selbst beantworten, aber jemanden fragen geht auch nicht. Das würde doch sehr verbittert klingen, nicht wahr? Ich will nicht, dass Menschen so von mir denken, denn das würde nicht stimmen. Ich höre viel Musik.
Ein norwegischer Komponist, der Geige spielt und viele berührende Lieder singt, gibt mir Hoffnung, dass ich doch jemanden finden werde, der zu mir passt. Vielleicht macht mich das Ganze auch zum Optimist?

Ich hätte nie gedacht, dass meine Gedanken niederzuschreiben so ein Durcheinander werden würde. Zum Glück wird das niemand lesen, diese Gedanken zu sortieren würde ewig dauern, darum werde ich das auch nicht tun. Ich werde die einzige Person sein, die in dieses Tagebuch schreibt und irgendwann in 50 Jahren oder so hole ich es wieder heraus und lese mir durch, was ich hier hineingeschrieben habe nachdem ich die Schule abgeschlossen habe. Ich werde es lesen und mir denken: “Jehan, du warst so ein naives Kind, damals”, aber ich werde mich freuen. Es vielleicht sogar meinen Enkelkindern vorlesen.

Ich werde mich an meine Freunde erinnern.
An die Freunde, die kommen werden.
Die Freunde, die ich in der Universität finden werde.
An Enjolras und an die schönen Sommertage. Daran, wie ich meine wahre Liebe getroffen habe.

Ich werde alles Schöne und nicht so Schöne hier aufschreiben. Dann werde ich mich zurück an die Zeit erinnern, wenn ich alt bin. Ich werde mich freuen und vielleicht ein bisschen weinen.
Aber nicht viel.

Wenn man mich nicht an der Universität annehmen wird, dann kann ich auch damit leben. Ich werde auch so Freunde finden und dieses Mal werden sie für immer sein.
Echte Freunde und nicht nur Zweck-Freunde, die dich nur akzeptieren, weil du mit ihnen im Unterricht sitzt. Darauf freue ich mich schon so lange. Freundschaften vergehen, doch ich weiß, dass ein paar für immer bleiben werden.

Wenn ich es nicht auf die Universität schaffe, dann ist das auch nicht schlimm. Ich werde schon etwas finden, was ich stattdessen machen möchte. Ich muss einfach versuchen alles in einem schöneren Licht zu sehen. Ich werde es zumindest versuchen. Zur Not werde ich einfach meine Eltern bitten mir einen Platz in einem Amerikanischen College zu erkaufen. So nehme ich zwar einem anderen die Chance dorthin zu gelangen, doch ich bin ja viel wichtiger, da ich Geld besitze, für das ich nicht gearbeitet habe. Wenn man schreibt sieht man das nicht, aber das war ein Scherz.

Ich kann nicht verstehen, warum Menschen das anderen antun. Es ist nicht fair sich Plätze zu erkaufen. Es ist nicht fair, wenn man sein Geld nutzt und sich dadurch für besser hält, als andere. Es ist auch nicht richtig.

Ich werde langsam wirklich müde, vielleicht sollte ich langsam Schluss machen und mich schlafen legen? Was ich mit meiner Zukunft anfangen will, kann ich auch noch morgen entscheiden, aber es ist so schwer aufzuhören. Mein ganzer Kopf ist so voller Ideen und alle wollen auf das Papier vor mir gebracht werden.
Ich kann einfach nicht so schnell schreiben, wie mein Kopf denkt. Das muss ich irgendwann auch versuchen in den Griff zu bekommen. Vielleicht lasse ich das aber auch so und schreibe einfach weiter frei vom Herzen. Das ist ganz angenehm, einfach nur das aufzuschreiben, was gerade durch meinen Kopf geistert.

Wobei, im Augenblick ist es wieder Enjolras. Dieser Mann hat mich einfach so sehr in seinen Bann gezogen, ohne das er es gewusst oder gewollt hätte. Ich sehe es kommen, ich werde heute Nacht von ihm träumen. Wenn ich ihn nur einmal zwischen meinen Blumen sehen könnte… Götter im Himmel, helft mir, dass ich mich von diesen Gedanken losreißen kann. Ich will ihn als Freund sehen, einen Freund und kein wunderschönes, überirdisch wirkendes Objekt wie ich meine Blumen betrachte. Was stimmt nur nicht mit meinem Kopf? Moment… Mir kam gerade der Gedanke, dass ich vielleicht wirklich in Enjolras verliebt sein könnte? Wenn er mir das gleiche Gefühl gibt, wie meine Blumen und ich mir doch sicher bin, dass ich mich in meine Blumen verliebt habe… Dann liebe ich Enjolras auch.
Das ist die einzig wahre Schlussfolgerung.
Das kann doch nicht wahr sein, ich habe so lange gebraucht um das zu verstehen. Jehan, du naives Kind! Liebes Tagebuch, ich bin gerade sehr überfordert mit der Situation… Wie soll ich denn jetzt damit umgehen? Ich kann wieder mal niemanden fragen. In solchen Situationen wäre es echt toll lebende Freunde zu haben! Ich werde mich wohl kurz zu meinen Blumen setzen und ihnen schildern, wie ich mich fühle. Vielleicht können sie mich ja beruhigen. Mein Herz schlägt gerade wie wild und ich weiß nicht wohin mit mir. Mein Kopf dreht sich. Ich habe mich noch nie so gefühlt, wenn ich an einen Menschen gedacht habe.
Es fühlt sich nicht real an.
Aber … Enjolras ist ja auch kein Mensch. Er ist immernoch ein Engel. Ein Gott. Apollo. Ja, vielleicht habe ich auch einfach den wahrhaften Gott der Poesie gesehen und erst jetzt realisiert, dass er mich so sehr berührt hat, wie nur die Musen selbst es sonst konnten. Oder es ist Liebe… Wieso weiß ich das nicht? Ich kann mich doch nicht innerhalb von nicht einmal 10 Minuten Hals über Kopf verliebt haben! Das ist unrealistisch. Aber ist Liebe denn jeh realistisch?
Das weiß ich gar nicht. Ich kann darüber doch gar nichts wissen! Okay, ich versuche mich jetzt zu beruhigen. Ich werde einfach kurz zu meinen kleinen Freundinnen gehen, ihnen genau wie dir, mein Herz ausschütten und dann gehe ich schlafen. Morgen werde ich mich dann wie geplant zu meinem Café begeben. Wenn ich Enjolras sehe werde ich ganz sicher auch eine Antwort auf meine Ängste bekommen. Ängste? Habe ich denn Angst, dass ich mich verliebt habe? Ja, sicher… Jemand wie Enjolras wird mich niemals mögen.
Nicht mehr, als einen Freund.
Und wenn ich ehrlich bin, ist das auch genug für mich. Solange ich weiß, dass ich ein wahrer Freund für ihn sein werde und er für mich...
Das nehme ich mir vor. Ich will ihm immer treu sein, egal was passiert. Er ist ein guter Mensch, das weiß ich. Auch wenn ich ihn nur kurz von außen gesehen habe, kann ich es sagen. Denn keine böse Person konnte so ein Gesicht haben. Abgesehen von Dorian Gray, vielleicht... Aber das ist ja nur eine fiktive Person. Ich frage Enjolras denke ich trotzdem, ob er dieses Buch gelesen hat. Es kann ja sein, dass er sich mit ihm identifiziert … das würde mir Angst machen.

Jetzt bin ich wieder ganz weit weg von der Verabschiedung. Also, da ich wirklich noch mit meinen Blumen reden will muss ich wohl oder lebe wohl sagen. Zumindest für heute.
Ich will eigentlich gar nicht aufhören zu schreiben, aber du weißt ja, man muss aufhören wenn es am Schönsten ist. Möglicherweise kann ich morgen mit einem klareren Kopf an diese Sache rangehen und habe meine drängendsten Fragen beantwortet. Das wäre wirklich wünschenswert.
Ich hatte wirklich Spaß mit dir heute, liebes Tagebuch. Hoffentlich werden wir auch weiterhin so gut miteinander auskommen. Du bist ein großartiger Leser. Warum ist es so schwer für mich, mich von leblosen Objekten zu verabschieden?
Oh jeh, jetzt habe ich sogar das Gefühl, dich mit der Bezeichnung „Lebloses Objekt“ verletzt zu haben. Das tut mir leid.

Ich höre jetzt lieber wirklich auf.

In Liebe
Jehan Prouvaire


P.S: Wenn du mich jemals irgendwie ansprechen willst, ich benutze die Pronomen They/Them, egal in welcher Sprache. Wenn du nicht weißt, wie das geht, dann versuche es einfach zu vermeiden. Das ist auch gar nicht schwer. Ich fühl mich so einfach viel wohler. Vielen Dank.

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Hallo!
Tut mir leid, dass ich mit meiner kleinen Nachricht die Atmosphäre zerstöre, aber ich wollte euch kurz für die Zeit danken, die ihr euch genommen habt das zu lesen!

Dies ist mein NaNoWriMo Projekt für 2019 gewesen und von daher könnt ihr euch auf eine lange Fanfiction gefasst machen, schließlich muss man mindestens 50.000 Worte geschrieben haben.

Ich hoffe ihr werdet auch weiterhin Spaß beim Lesen haben!

Liebe Grüße,

Ellis
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