Blaue Sandrose

von nimmernie
GeschichteAllgemein / P16 Slash
James T. Kirk Spock
12.02.2020
26.03.2020
9
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Hey liebe Leser!
Hier das nächste Kapitel. ^^
An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Ti Leyni Miju bedanken. Sie macht sich die Mühe, jedes meiner Kapitel zu lesen und zu verbessern. Dabei haucht sie noch ein Stück mehr Leben in die Geschichte. Danke schön!

Jetzt aber zur Geschichte!

***

Gemütlich kuschelte sich Jim etwas tiefer in die dünne Decke auf seinem Bett. Immer noch etwas verschlafen blinzelte er aus seinem Kokon. Vor dem Fenster herrschte wunderbares Wetter. Es schien ihn förmlich einzuladen draußen umher zu rennen. Doch nach der letzten Aktion ließ Jim den Gedanken lieber schnell wieder fallen.

Mit geschlossenen Augen drehte er sich auf den Rücken und dachte versonnen an den gestrigen Abend. Das Schachspiel mit Spock hatte ihm ungewöhnlich viel Spaß gemacht. Der unerwartete Sieg hatte Jim in Hochstimmung versetzt. Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Gut gelaunt richtete er sich auf und streckte sich ausgiebig. Noch mit keckem Grinsen im Gesicht, betrat er etwas später die Küche. Amanda saß mit einer Tasse ihres Lieblingstees am Tisch. In ihrer Hand erkannte Jim ein Datenpadd. Sobald Jim den Raum betrat, hob sich ihr Blick.

„Guten Morgen Jim. Wie geht es dir?“ fragte sie und ihre Stimme klang wie warmer Honig.

Das sanfte Lächeln, welches ihre Augen umschmeichelte, verlieh ihr eine erhabene Ausstrahlung. Wieder einmal schoss Jim die Frage durch den Kopf, wie der Botschafter bloß an so eine wundervolle Frau gekommen war.

„Prima! Mir ging es schon lange nicht mehr so gut.“ antwortete Jim und seine Augen leuchteten regelrecht.

„Da wird der Sieg vom gestrigen Abend wohl dazu beigetragen haben.“

Lachend legte sie das Padd auf den Tisch. Elegant erhob sie sich und schritt auf den Replikator zu. Kurze Zeit später stellte sie für Jim einen Teller mit verschiedenen Früchten auf den Tisch.

„Bevor Spock heute Morgen das Haus verließ, bat ich ihn um ein Gespräch. Ich konnte ihn mit logischen Argumenten davon überzeugen, dass für dich in meinem Garten keinerlei Gefahr bestünde. Daher dachte ich, dass wir uns heute einen schönen Tag im Grünen machen.“

„Wirklich? Das ist ja wundervoll!“ jauchzte Jim freudig, sprang begeistert auf und verschlang schnell die Früchte auf seinem Teller im Stehen.

„Nicht so stürmisch Jim. Uns hetzt niemand!“ versuchte sie Jim lachend zu bremsen.

Voller Verzückung darüber hinaus zu dürfen, verließ er das Haus nahezu stürmisch wie ein Schuljunge, der nach einer schweren Arbeit in die große Pause entlassen wurde. Überwacht wurde die ganze Aktion aus der Nähe von I-Chaya, die im Schatten des Hauses lag. Das Selathweibchen beobachtete mit einem gemütlichen Ausdruck in den Augen, wie Jim umher rannte und sich austobte, den Garten erforschte, sich eigentlich wie ein kleiner Junge verhielt.

***

Irgendwann tauchte unvermittelt ein schwarzer, akkurat geschnittener Haarschopf über Jim auf. Erschrocken machte sein Herz einen Sprung.

„Wah! - Spock! Um Himmels Willen, erschrick mich doch nicht so!“ fuhr Jim Spock an.

„Dies war keines Falls meine Absicht, Jim. Du hast auf meinen Versuch, dich auf mich aufmerksam zu machen, nicht reagiert. Daher war es logisch mit dir einen visuellen Kontakt aufzubauen, damit ich mir deiner Aufmerksamkeit sicher sein kann.“ kam prompt eine sachliche Antwort. Jim richtete sich halb auf.

„Mutter hat das abendliche Mahl zubereitet und erwartet uns nun.“ gab Spock sein Anliegen bekannt.

„Ich komme ja schon, Spock.“ erwiderte Jim zögerlich und streckte die schlaf müden Glieder nochmals kräftig aus.

Bevor Spock sich zum Gehen umdrehte, nickte er Jim kurz zu. Seufzend stand Jim nun endgültig mit einer fließenden Bewegung vom Rasen auf und folgte Spock. Nach dem Mittagessen, welches er alleine mit Amanda eingenommen hatte, hatte er sich zu I-Chaya in den Schatten gelegt. Scheinbar war er eingeschlafen. Die Tatsache, dass Spock wieder da war und nirgends eine Spur des Selath zu sehen war, ließ drauf schließen, dass es mehrere Stunden gewesen sein mussten. Er fühlte sich so ausgeruht wie lange nicht mehr.

Als er ins Haus kam, saß Spock bereits am Tisch und Amanda sprach gerade mit ihm. Spock wirkte selbst ihr gegenüber kühl und unnahbar. Dabei war Amanda doch so warmherzig. Abermals fragte sich Jim, wie sie es nur unter diesen Eisklötzen aushielt und schüttelte sich innerlich. Da bemerkte sie Jim und winkte ihn heran.

„Sarek hat mir heute Nachmittag eine Nachricht zukommen lassen. Während du draußen geschlafen hast, habe ich sie empfangen. Die Verhandlungen scheinen gut zu verlaufen. Es wurde bereits ein Bindungstermin vereinbart. Morgen werde ich eine Heilerin informieren.“

Amanda legte eine Hand auf Spocks Arm und blickte nun ihren Sohn an.

„Dein Vater ist der Meinung, dass es nur zum Vorteil wäre, wenn sich dein und Jims Geist aneinander gewöhnen würden. Eine regelmäßige Gedankenverschmelzung wird die Risiken minimieren.“

„Ich verstehe Mutter.“

Aufmerksam beobachtete Jim die ganze Konversation. Ihm gefiel es nicht zu wissen, dass bereits ein offizieller Termin festgelegt wurde. So rückte das unausweichliche Übel für ihn immer näher.

„Was meint der Botschafter mit regelmäßiger Gedankenverschmelzung?“ fragte Jim beunruhigt.

„Dir wird sicher bekannt sein, dass Vulkanier telepathische Wesen sind. Bei der Bindung werden unsere Geister miteinander vereint. Da du diese Fähigkeiten nicht besitzt, können Komplikationen auftreten. Die logische Lösung dieses Problems ist, dass wir unsere Geister aufeinander einstimmen. Das gelingt uns, indem wir von nun an regelmäßig eine Gedankenverschmelzung vollziehen. Ich schlage vor, dass wir diese abends vollziehen werden. Dich wird die ganze Prozedur ermüden. Dein Gehirn ist diese Art der Kommunikation nicht gewöhnt.“ erklärte Spock.

Es schien wie ein Scherz, als Jim die Worte aus Spocks Mund hörte.

„Ich habe mich zwar allgemein damit abgefunden, aber eine geistige Verbindung? Reicht es denn nicht, wenn wir »heiraten«? Außerdem, Amanda ist doch sicher auch mit Sarek geistig verbunden. Da gab es ja scheinbar keine Probleme.“ protestierte Jim gegen diese neue Klausel die ihm hier aufgedrückt wurde.

Um Jims Augen erschien ein verbissener Ausdruck.

„Bei der Bindung von Sarek und mir waren auch andere Voraussetzungen. Du wirst, … sagen wir mal, nicht ganz freiwillig der Bindung zustimmen. Zwar hast du es akzeptiert, doch dein Geist wird sich dennoch wehren.“ versuchte Amanda Jim zu besänftigen.

„Es liegt ja aber nicht nur an mir. Spock wird schließlich auch gezwungen!“ kämpfte Jim trotzig weiter.

Empört zeigte Jim auf den Vulkanier, der neben ihm saß.

„Diese Annahme ist nicht ganz korrekt. Von meiner Seite wird es keine Probleme geben. Ich habe mich bereits vollkommen auf die Bindung eingelassen. Es ist schließlich vollkommen logisch für uns, diese Bindung einzugehen.“ widerlegte Spock Jims heftige Anklage.

An sich war Jim dieses kalte, logische Verhalten von Spock schon gewohnt. Doch in diesem Zusammenhang machte es ihn unglaublich wütend.

„Wie kannst du dabei nur so ruhig bleiben. Du wird gezwungen, eine dir fremde Person zu heiraten. Das kann dir das ganze Leben versauen. Verstehst du das nicht?“ spie er ihm zornig entgegen.

„Ich verstehe vollkommen Jim. Jedoch betrachte ich es nicht so wie du. Es ist die Möglichkeit eine stabile Bindung zwischen zwei Welten zu schaffen. Und es, … um es mit deinen Worten auszudrücken, versaut nicht mein Leben. Im Gegenteil, es bieten sich viele neue Möglichkeiten sich fortzubilden. Bereits jetzt sind zwei Plätze in der Sternenflotte für uns verfügbar.“ blieb Spock vollkommen gelassen, als er Jim dieses Angebot offerierte.

Erstaunt weiteten sich Jims blaue Augen.

„Sagtest du grade - Sternenflotte?“ hauchte Jim nun andächtig und schluckte einmal trocken.

„Affirmativ, Jim.“ antwortete Spock und hob dabei einladend eine Augenbraue mit einem leisen Funkeln in den dunklen Augen.
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