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12. Februar: Amara, die Wüstenreiterin [by Liana-Medea]

OneshotMystery / P12 / Gen
Rey
12.02.2020
12.02.2020
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12.02.2020 1.357
 
Tag der Veröffentlichung: 12. Februar
Zitat: „Eine Blume, die in der Dürre erblüht, ist die seltenste und schönste von allen.“ (Mulan)
Titel der Geschichte: Amara, die Wüstenreiterin
Autor: Liana-Medea
Hauptcharaktere: Rey Skywalker
Pairings: Rey/Ben (erwähnt)
Kommentar des Autors:  Mein erster Versuch eines tatooinischen Märchens – die Rahmenhandlung erhält Spoiler zu „Der Aufstieg Skywalkers“, da sie nach Ende des Films spielt.




Rey mochte Tatooine – es war eben eine Wüste, wie es Jakku gewesen war – allerdings mit freundlicheren Menschen. Auch sammelte hier draußen kein Mensch Schrott, das machten im Normalfall die Jawas und die Menschen hier draußen waren Feuchtfarmer. Auch die Farm,  auf der Luke aufgewachsen war (die Einheimischen nannten sie die „Lars-Farm“, nach Lukes Tante und Onkel, die hier mit ihm gelebt hatten), war eine Feuchtfarm gewesen.
Eine Feuchtfarm, die zwar inzwischen ziemlich verfallen war, aber die Rey für ihre Zwecke wiederherrichtete – denn sie hatte vor, etwas zu bleiben. Lange genug, um zu trauern, lange genug, um wieder zu sich selbst zu finden, lange genug, um herauszufinden, wer die neue Rey Skywalker war und was sie anderen von der Macht zeigen konnte.
Skywalker, nach Anakin Skywalker, der ihren Großvater getötet hatte, nach Luke Skywalker und Leia Organa, die sie unterrichtet hatten und nach Ben Solo, der sie gerettet hatte, auch wenn ihn das das Leben gekostet hatte und den sie geliebt hatte. Auf jeden Fall nicht Palpatine, auch wenn das der Name ihrer Familie gewesen war – ein Name, der am besten auf ewig vergessen blieb und den sie nicht wollte.
Stattdessen Skywalker, der Name, den sie gegenüber der Nachbarin – Sharay – wie sie später lernte, genannt hatte – ein Name, der zumindest auf Tatooine bekannt war, auch wenn die Geschichten mittlerweile schon fast zu den Sagen zählten, die man nachts am Feuer erzählte. Die von Anakin Skywalker, dem menschlichen Sklavenjungen ohne Vater, der das Boonta Eve gewonnen hatte, stand da neben den Sagen von Elra, der Geierfrau und dem Nachtwanderer Denion.
Alle diese Geschichten hatte Rey nach und nach bei Sharay gehört, die es liebte, eben diese alten Geschichten am Feuer zu erzählen.  Auch heute Abend wollte Sharay wieder einmal eine dieser alten Geschichten erzählen. Sie wartete daher, bis sich alle auf die Kissen gesetzt hatten und begann dann: „Habt ihr schon einmal von Amara, der Wüstenreiterin gehört?“ Rey und die anderen schüttelten die Köpfe, worauf Sharay mit der Geschichte begann:
Vor langer Zeit, als Tatooine noch nicht von den Hutts beherrscht wurde, lebte eine junge Sklavin namens Amara. Sie war noch ein Mädchen, weshalb sie weitgehend unbemerkt blieb, aber als sie älter wurde, wurde sie auch immer schöner und schöner, so lange, bis es schließlich auch ihr Herr merkte. Dieser war aber ein älterer Mann mit schlechter Hygiene, mit dem sie wirklich nichts zu tun haben wollte, vor allem nichts, was näheren Körperkontakt erforderte.
Aber wie konnte sie ihm etwas entgegensetzen? Sie war eine Sklavin, er konnte also eigentlich mit ihr machen, was er wollte – jeglicher Schaden an ihr war nur „Sachbeschädigung“ und er konnte sie auch einfach in die Wüste schicken, wenn sie ihm nicht mehr gefiel. Sie war zudem eine Frau, er war also zumindest körperlich stärker als sie, wogegen sie auch kaum etwas tun konnte. Eine Familie hatte Amara auch nicht mehr, sie war von ihrem jetzigen Herrn gekauft worden, als sie wenige Jahre alt war und erinnerte sich kaum an sie. Auch hatte sie keine Freunde, die mächtig genug waren, um gegen ihren Herrn vorzugehen und selbst wenn, wären diese doch auch nur machtlose Sklaven und jeglicher Schaden wäre „Sachbeschädigung“.
Auf natürlichem Weg konnte sie ihm so auf jeden Fall nichts entgegensetzen, aber vielleicht auf übernatürlichem Weg – eine der alten Sklavinnen hatte von der Göttin der Wüste gesprochen, die zwar als grausam galt, aber die doch Wünsche erfüllen konnte.
Und so machte sich Amara am nächsten Morgen mit genug Wasser auf in die Wüste, um die Göttin der Wüste zu finden. Ihrem Herrn hatte sie gesagt, sie sei „unrein“, der einzige Grund, weshalb er Sklavinnen in Ruhe ließ und nicht nach ihnen suchte. Sie begann zunächst in den Ausläufern der Wüste, fand aber dort niemanden, sodass sich Amara immer tiefer in die Wüste begab. Hier draußen, dort wo sie am Ende des dritten Tages stand, gab es nur Tuskenräuber und Kraytdrachen oder zumindest hatte Amara das gehört. Denn wer – abgesehen von Tuskenräubern – wollte freiwillig einem Kraytdrachen begegnen?
Als Amara schon aufgeben und umkehren wollte – sie konnte schließlich nicht ewig vorgeben, ihre Tage zu haben, hörte sie plötzlich das Brüllen eines Kraytdrachens. Erschreckt suchte sie nach einem Versteck, fand aber keins, da sie mitten in der Wüste stand – es waren keine Höhlen oder ähnliches in der Nähe, nur Sanddünen. Hinter einer erschien der Kraytdrache – aber Amara erkannte gleichzeitig, dass hier etwas nicht stimmen konnte: Auf seinem Rücken ritt eine Gestalt in einem langem Kapuzenumhang in der Art Tatooines. Als die Gestalt abstieg – es musste sich dabei um die Göttin handeln, niemand sonst konnte auf einem Kraytdrachen reiten.
Die Göttin kam auf Amara zu und fragte sie, was sie denn hier draußen mitten in der Wüste wolle: „Hier draußen ist doch nichts, Schwester, was möchtest du denn?“ Amara antwortete, dass sie frei sein wollte, frei von ihrem Herrn, der sie nun begehrte und den sie nun einmal überhaupt nicht begehrte.
„Was wärst du bereit aufzugeben? Ich kann dir die Freiheit schenken, aber sie kommt mit einem Preis: Du wirst keine normale Frau mehr sein – dafür kannst du aber jeden Mann dieser Welt besiegen – besonders, wenn er dich begehrt und mit dir schlafen möchte“, fragte sie die Göttin. Amara verstand und überlegte kurz, aber wollte lieber frei und keine normale Frau mehr sein, als eine gebrochene Sklavin.
Sie sagte also ja. Die Göttin kam noch näher zu Amara heran und küsste sie auf die Stirn, auf die Wangen und schließlich auch – wie es Amara bislang nur von Paaren kannte – auf den Mund. Erstaunlicherweise fand Amara das nicht einmal merkwürdig, im Gegensatz, sie fand das gut und versuchte sogar den Kuss zu vertiefen.
Schließlich richtete sich aber die Göttin auf und erklärte: „Amara, Schwester, du wirst nun aus jedem Mann dieser Welt, der versucht, dir etwas anzutun, Kraft schöpfen können. Leb wohl, kleine Schwester mit meinem Segen.“ Sie drehte sich anschließend um und stieg wieder zurück auf den Kraytdrachen. Amara sah der Göttin noch nach, bis sie wieder hinter den Dünen verschwand – anschließend machte sie sich selbst auf den Rückweg.
Wieder zurück passierte das, was schon lange überfällig war: Ihr Herr verlangte nach ihr – nachdem sie endlich, wie es die anderen Sklavinnen erzählt hatten, ihre „unreinen“ Tage hinter sich hatte. Amara betrat das Schlafgemach hoch erhobenen Hauptes – schließlich wusste sie ja nun, dass sie Macht gegen ihn besaß.
Und tatsächlich, sobald seine Lippen die ihren berührten, als ihr Herr sie zu küssen versuchte, spürte Amara Kraft in sich wachsen, die immer stärker wurde, je länger sie sich küssten. Gleichzeitig merkte sie, zuerst kaum, dann immer mehr, dass ihr Herr schwächer wurde, bis er schließlich so schwach war, dass er heute nichts mehr mit Amara anfangen zu verstand.
Amara wusste aber auch, dass er das gerne auch mit anderen Frauen versuchte – so dass sie es am nächsten Abend noch weiter trieb und schließlich nach einigen Tagen frei war, da sie so viel Kraft von ihm genommen hatte, dass er daran gestorben war.
So hatte Amara ihre Freiheit und was nun mit ihr geschah, ist nicht genau geklärt: Die einen sagen, sie sei als freie Frau glücklich geworden und habe ihre Kraft nicht mehr benutzen müssen – das, Frauen, sind vor allem Männer. Frauen aber; kommt etwas näher her: Man sagt, Amara, die Wüstenreiterin, habe einen Kraytdrachen gezähmt und zieht durch die Welt, um Frauen zu helfen, die ihre Hilfe brauchen.

Dieses Märchen wurde zu Reys Lieblingsmärchen, auch wenn sie noch viele weitere hörte.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Ich habe tatsächlich bisher nur den ersten dieser neuen Teile rund um Rey gesehen und kenne mich daher nicht wirklich aus, was sie betrifft. Die Geschichte, vor allem das Märchen, fand ich trotzdem sehr schön.

Eure lula-chan
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