Sag es mit Schokolade

GeschichteRomanze / P12 Slash
Kuroo Tetsurou Miya Atsumu Miya Osamu Semi Eita Shirabu Kenjirou Tsukishima Kei
11.02.2020
14.02.2020
6
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Yeah, ich habs geschafft! Wolaley!
Und einige haben sich vielleicht schon denken können, welches Pair das Nächste sein wird, da es im Vorigen eine Andeutung gab.
Durch Crispie bin ich auf den Geschmack KuroTsukki gekommen. Und wie es bei dem Pair so schnell passieren kann... kommt etwas Dramatik auf uns zu.
Bittersüße Schokolade zum Valentinstag, lecker!

Hoffe es gefällt euch :3

Miya

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KuroTsukki




Manchmal glaubte Tsukishima, er war in einem falschen Film. Dass er für ein paar Pralinen gefeiert wurde, als wäre er ein Held. Musste man das verstehen?
Als Kind hatte er mit seinem Bruder und mit seiner Mutter oft Schokolade gemacht und Pralinen waren da auch oft an der Tagesordnung gewesen. Klar waren diese etwas schwieriger zu gestalten und er hatte auch nicht allzu viele Mittel von der Schulküche zur Verfügung gestellt bekommen, um die verschiedensten Kreationen erstellen zu können.
Aber er hatte eben das Beste daraus gemacht.

Die Lehrerin war begeistert gewesen und um ihn herum gab es viel Trubel, Getuschel und Gequietsche, wie cool Tsukishima doch sei.

Dabei war das nichts Besonderes, wie er fand. Für ihn eben etwas „Alltägliches“ und die anderen machten darum einen Terz.

Mit dem Beutelchen in der Hand lief er mit Yamaguchi nach dem Training nach Hause. Er würde das Tütchen womöglich seiner Mutter schenken.
Er hatte keinen Schwarm, den er damit beglücken wollen würde.
Auch wenn seine Gedanken kurz in eine ganz böse Richtung abdrifteten. Zu einer Person, an die er am Allerwenigsten denken wollte. Zu einer Person, die eher eine Ohrfeige als eine Tüte Pralinen verdient hätte.

Hah… er tat es schon wieder. Er sollte aufhören in der Vergangenheit zu leben.
Es war vorbei. Ein Ausrutscher. Eine einmalige Sache. Nichts von großer Bedeutung. Weder für ihn noch für Tsukishima.
Gefühle… Gefühle waren doch nur was für Schwächlinge.

„Tsukki?“
Da erklang Yamaguchis Stimme und der blonde Brillenträger schreckte aus seinen finsteren Gedanken heraus.
„Was?!“ Gereizter als gewollt sah er ihn an. Als wenn sein bester Freund was dazu konnte, dass er vor einem Vierteljahr dem Charme Kuroo Tetsurous erlegen gewesen war.
Als wenn er dazu was konnte, dass er gerade an ihn denken musste wegen diesen blöden Pralinen.

Tief atmete er durch und er schob sich die Brille etwas zurecht, schloss die Augen.
„Gomen…“, murmelte er, weil Yamaguchi vor Schreck auch nichts mehr gesagt hatte.
„I-Ich geh jetzt in die andere Richtung. Bis Morgen“, verabschiedete Yamaguchi sich unsicher und Tsukishima nickte.
„Bis Morgen.“

Ohne weiter etwas zu sagen, lief Tsukishima weiter und setzte sich die Kopfhörer auf. Yamaguchi sah ihm noch hinterher, er ahnte, dass seinen besten Freund etwas beschäftigte, aber er wusste auch, dass es vorerst nichts bringen würde ihn darauf festzunageln. Er würde schon auf ihn zugehen, wenn er es wollte.



Es war nicht mehr weit bis nach Hause. Tsukishima sah vor sich auf den Boden und achtete nicht auf seine Umgebung. Nur an den Kreuzungen sah er mal auf, so lebensmüde war er nicht, dass er einfach blind über die Straße laufen würde.

Und dann rempelte ihn irgendwer an. Tsukishima stolperte ein wenig auf die Seite und murrte.
„‘Tschuldigung“, würgte er hervor und wollte weiter, als er am Handgelenk gepackt wurde.
„Ahhh, wenn das nicht Tsukki ist!“
„Was?“

Mit großen Augen starrte er den Kerl an, der ihn festgehalten hatte. Und beim Anblick Kuroos sackte ihm sprichwörtlich das Herz in die Hose. Sprachlos stand ihm der Mund ein wenig offen und sofort setzte in ihm ein richtig eklig starkes Kribbeln ein.

Tsk!

Er entriss ihm sofort das Handgelenk und drehte sich von ihm weg.
„Was machst du hier?“, fragte er schroff und mied es ihn anzusehen. Sein Herz flatterte nervös gegen seinen Brustkorb und es wurde ihm übel. Speiübel.
Er hatte ihn nicht sehen wollen. Auch wenn er selbst wusste, dass das nicht ganz möglich war solange Kuroo noch für Nekoma spielte.

„Welch nette Begrüßung. Krieg ich keine Umarmung?“, fragte Kuroo und legte den Kopf ein wenig schief.
„Ich umarme nicht mal meinen besten Freund. Und du wärst eh die letzte Person, die ich jemals nochmal an mich ranlassen würde“, zischte er und er drehte die Musiklautstärke seines Players lauter, um die nächsten Worte Kuroos übertönen zu können.

Tsukishima ging und ließ einen überraschten Kuroo zurück, dessen Augen sich erst von ihm lösten, als er ins Haus gegangen war, in dem er wohnte.
„Oh…“, machte Kuroo, der was vor sich entdeckt hatte und ging nun in die Hocke.
Fragend hob er es hoch und es knisterte leise zwischen seinen Fingern.



„Verdammt!“
Es kam selten vor, dass Tsukishima laut wurde. Kaum war er in sein Zimmer angekommen, hatte er seine Faust gegen die Schranktür geboxt, die er gegen das Holz gedrückt hielt und zitterte. Er biss sich auf die Unterlippe.
Gefühle kamen in ihm hoch. Schwach. Er war schwach.
Wut. Enttäuschung. Scham. Liebeskummer.

Tsukishima kämpfte dagegen an, aber je stärker er sich gegen diese geballte Ladung an Empfindungen wehrte, desto dicker wurde der Kloß in seinem Hals.
Er schlug sich die Hand vor den Mund, konnte aber das Aufschluchzen nicht gänzlich dämpfen.
Heiße Tränen liefen über seine Wangen und dafür hasste er sich.
Niemals hatte er wegen diesem Kerl heulen wollen. Und er hatte sich die letzten drei Monate gut gehalten, obwohl es in seinem Innern so wehgetan hatte.

Sein Herz blutete. Seine Seele weinte.

Und kaum hatte er dieses dümmliche Grinsen gesehen und schon riss diese Wunde auf, die eigentlich schon längst hätte verheilen müssen.
Wieso konnte er ihn nicht vergessen?! Wieso war er so blöd und war immer noch nicht darüber hinweg?!

Tsukishima verstand sich nicht. Er verstand das Herz nicht. Die Gefühle darin erst recht nicht. Die sollten nicht sein. Liebe tat weh. Liebe brachte Unglück.
Liebe machte schwach!


Es klingelte.
Tsukishima schreckte ein wenig zusammen und kam nun wieder ins Hier und Jetzt zurück. Er setzte seine Brille ab und ging ins Badezimmer, um sich kaltes Wasser ins Gesicht zu werfen.
Er bekam nicht mit, wer kam.
Und ihm entging auch, dass die Person wegen ihm hier war und im Zimmer auf ihn wartete.


Seine Augen waren rot und seine Gesichtsfarbe ein wenig blass. Aber da er nicht mehr vorhatte, heute wegzugehen, war es ihm egal. Er verließ das Bad wieder und ging in sein Zimmer. Er würde jetzt seine Hausaufgaben machen und noch etwas Musik hören.
Dachte er.

Doch als er Kuroo auf seinem Bett sitzend vorfand, blieb er wie vom Blitz erschlagen stehen.
„W-Was?“
„Yo, Tsukki. Das hast du verloren“, sagte Kuroo und hob das Päckchen mit den Pralinen in die Höhe.
Tsukishima brauchte einen Moment, um zu realisieren, was sich gerade vor seinen Augen abspielte. Dass gerade wirklich Kuroo Tetsurou auf seinem Bett saß.

„Raus“, murmelte er und er senkte sofort den Kopf. Er hatte eben geheult, er wusste, dass man ihm das ansah. Peinlicher konnte es für ihn wirklich nicht mehr werden.
„Tsukki… ich würde gerne…“
„Sofort raus hier!“ Seine Stimme überschlug sich nun und er griff grob nach Kuroos Kragen, wollte ihn vom Bett zerren. Aber Tsukishima gehörte nun wirklich nicht zu der superstarken Kategorie, weswegen er Kuroo keinen Zentimeter vom Bett wegbekam.

„Du hast geweint“, merkte Kuroo nun an und in seinem Blick regte sich etwas. Sanft entzog er Tsukishimas Finger von seinem Kragen und erhob sich nun. Dicht stand er vor ihm und legte seine Handfläche auf seinen Kopf.
„Verschwinde bitte einfach…“, wisperte Tsukishima schwächlich und er lehnte seine Stirn kraftlos gegen Kuroos starke Brust.
„Warum meidest du mich seit drei Monaten, Kei“, fragte Kuroo nun leise und er legte die Arme um den Blonden. Da Tsukishima sich nicht wehrte, konnte er ihn sanft halten und streichelte ihm über den Rücken.


„Ist doch egal…“
„Ich sehe doch, wie du dich quälst. Du weinst wegen mir, oder nicht? Denkst du, ich kann das ignorieren?“, bohrte Kuroo nach und er spürte nun, wie Tsukishimas Finger sich fest in seine Weste krallten und daran zogen.
„Es sollte dir aber egal sein!“
„Das entscheide immer noch ich. Und jetzt nochmal. Warum hast du dich seit drei Monaten nicht mehr gemeldet und hast meine Nachrichten oder meine Anrufe ignoriert?“ Als wenn Kuroo lockerlassen würde.

Es war eine Weile still zwischen ihnen. Tsukishima biss sich auf die zitternde Unterlippe, während die Wärme und der Geruch Kuroos ihn immer mehr für sich einnahmen. So wie damals. Da war er einfach schwach geworden.

„Es war eine einmalige Sache“, murmelte Tsukishima nun.
Kuroo schnaufte tief durch.
„Wenn du das so siehst, warum weinst du dann, Kei?“
„Hah?!“ Nun stieß Tsukishima Kuroo von sich und starrte ihn mit zornigen Augen an. „Du warst derjenige, der gesagt hatte, dass wir es so nicht mehr miteinander machen würden! Warum schiebst du das jetzt auf mich?!“

Dieser miese… Am liebsten würde er ihn schlagen und aus dem Fenster werfen. Es brodelte in ihm. Ein falsches Wort und Tsukishima würde sich wohl wirklich vergessen.
Kuroo blinzelte nun mit den Augen. Die Verwirrung war ihm deutlich anzusehen. Und dann sah man deutlich, wie es in seinem Oberstübchen Klick machte und nun seufzte er schwer.
„Ach, Kei…“, brummte er und er fuhr sich mit geschlossenen Augen über den Nacken, stieß die Luft aus.
„Du hast mich falsch verstanden.“
„…Was?“

Kuroo stemmte eine Hand in die Seite und hob leicht einen Mundwinkel nach oben.
„Du bist wirklich ein Idiot. Und dabei bist du eigentlich so superschlau. Ich bin ein wenig enttäuscht…“ Wieder dieses schwere Seufzen.
„Wenn du dich jetzt über mich lustig machen willst…“, begann Kei, doch da legte Kuroo ihm den Zeigefinger auf seine Lippen und näherte sich ihm. Seine bernsteinfarbigen Augen bohrten sich nun in Tsukishimas.

„Ich liebe dich, Kei.“

„Bitte?“
Verwunderung. Verwirrtheit. Unglaube. Freude. Unbändige Freude.
Das waren nun die Emotionen, die sich auf Tsukishimas Gesicht abzeichneten. Es war ein regelrechter Wechsel, wovon Tsukishima fast schwindelig wurde.
Sein Herz schwoll an und nun traten wieder Tränen in seine Augen.

„Aber…“
„Ich hatte mich damals dumm ausgedrückt. Ich wollte damit sagen, dass ich offiziell mit dir zusammen sein will, wenn wir es wieder miteinander tun. Keine Affäre eben… Sorry.“ Kuroo bemerkte natürlich, was er in Tsukishima auslöste und er nahm sanft sein Gesicht in die Hände.
„Wir hätten das so lange schon klären können, aber du bist vor mir weggerannt. Tu das bitte nie wieder“, bat Kuroo ihn und küsste ihn leicht auf die Lippen. „Oh und die Pralinen behalte ich.“

Tsukishima konnte deutlich das Grinsen spüren, das Kuroo nun aufgesetzt hatte.
„Die wären auch für dich gewesen. Aber ich hätte sie weggeworfen“, log er und Kuroo lachte leise.
„Da hab ich ja echt Glück gehabt.“
Ihre Lippen fanden wieder zueinander und sie küssten sich gefühlvoll. Tsukishimas Augenlider senkten sich immer mehr, bis sie komplett geschlossen waren. Er krallte seine Finger in die Haaren Kuroos und zog ihn näher zu sich, um den Kuss zu vertiefen.

Es war ein dummes Missverständnis gewesen. Ein Missverständnis, was ihn so lange gequält hatte.
Dabei wäre es so einfach gewesen.
Kuroo liebte ihn. Seine Gefühle wurden erwidert.
Endlich konnte er sich seine Schwäche eingestehen und ihn ebenfalls lieben.