Paper Mario Bros. Der Segen des Königsjuwels

von Visus
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P6
Bowser Koopalinge Luigi Mario OC (Own Character)
10.02.2020
14.02.2020
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Eine Schlacht

Der Windstoß riss Mario und Peach an den Kleidern und wirbelte noch mehr Papierflocken auf. Dennoch zögerte der Held des Pilzkönigreiches keinen Moment länger. Voller Wut und erbost Bowsers Namen rufend, rannte Mario mitten durch das tobenden Chaos und den Gang zurück, an dessen Ende noch immer der Minister wartete. Aufgebracht hin und her laufend.
„Bring die Prinzessin in Sicherheit, ich werde Bowser in seinen Schranken weißen“, bat Mario ihn im vorbeilaufen und hastete dann hinaus auf die Zugbrücke, die völlig verlassen vor ihm lag.
Zumindest, wenn man von vielen Luftschiffen einmal absah, die wie ein Schwarm unheilbringender Vögel über dem Palast und der kleinen Stadt schwebten. Hier und da entdeckte Mario kleine Pilzköpfe, die sich angstvoll in Ecken und hinter Büsche duckten, oder sich gar schützend ganz zusammengefaltet hatten. Doch für sie hatte der Held gerade keine Zeit, andere mussten sich um die Verschreckten kümmern. Marios Aufmerksamkeit galt allein dem Koopa-König, der im Bug des größten Luftschiffes stand und stolz zu ihm hinunter lachte.
Mario stellte sich kampfbereit, die Fäuste geballt und wartete darauf, dass Bowser zu ihm hinab springen würde. Irgendwie musste der Held die Flammen des Koopas von den versteckten Pilzköpfen fernhalten können. Doch der Herrscher des Darklandes machte nicht die geringsten Anstalten sich zu Mario auf die Zugbrücke zu bemühen. Lieber betrachtete er die Klauen seiner Pranken und schenkte Mario dann erst wieder seine Aufmerksamkeit.
„Ah, da bist du ja, bereit für unseren Kampf“, rief er voll falschem Erstaunen und  zuckte dann fast bedauernd mit den Schultern. „Ich fürchte nur, das könnte noch ein wenig dauern, denn ich habe meinen treuen Scheren versprochen, dass sie erst ein wenig mit dir spielen dürfen, bevor ich dir den Gar aus mache.“ Die dunklen Augen des Koopa-Königs blitzten hinterhältig auf und erst jetzt erkannte Mario, dass er in eine Fall geraten war. Bowser hatte etwas vor.
„Was hältst du von Puzzeln?“, fragte dieser nur einen Herzschlag später und winkte lässig mit der Pranke durch die Luft.
Auf diesen Befehl hin öffneten sich die kartonenen Bäuche von sieben Luftschiffen, die mittlerweile auch aneinandergereiht wie Perlen über dem ganzen Königreich in der Luft schwebten. Geradezu aufreizend gemächlich, wurden mächtige Pakteschnüre herabgelassen, an denen jeweils eine Klinge aus scharfen Metall hing. Die Kanten funkelten im Sonnenlicht bedrohlich und senkten sich immer tiefer auf die wehrlose Papierwelt herab. Erst, als die erste Klinge die rasenbedeckten Weiten einer fernen Landschaft berührten, erkannte Mario, dass sie wie Puzzleteile geformt waren. Papierstanzen, mächtig und gefährlich. Das hatte Bowser also gemeint. Völlig machtlos musste der Held des Pilzkönigreiches dabei  zusehen, wie sich die Formen in erstaunlicher Gleichzeitigkeit in die Welt um ihn herum versenkten. Es gab, ein scharfes, schneidendes Geräusch, als die Klingen ihren Dienst verrichteten und große Stücke aus der Welt schnitten. Einfach so. Totenstille blieb zurück.
Bowser lachte noch lauter und stemmte die Arme in die Hüften, um sich stolz in die Brust werfen zu können. „Sind das nicht hübsche Erfindungen?“, fragte er herausfordernd und winkte erneut.
Die Puzzleformen hoben sich wieder, um in die Luftschiffe zurückzukehren und ein jedes trug ein ausgestanztes Teil der Landschaft mit sich. Zurück blieb in der zerstörten Welt nur ein Loch, in dem es schwarz und grau brodelte. Geformt wie ein Puzzleteil. Die Klappen in den Luftschiffbäuchen schlugen zu und das Gelächter unzähliger Schergen vermischte sich mit dem ihres Königs.
„Nein, Bowser, was tust du da nur?“, hörte Mario die Prinzessin zu seinem Schrecken in seinem Rücken rufen. Es gelang ihm gerade noch zuzupacken und sie am Handgelenk zurückzuhalten, ehe sie Bowser entgegenlaufen konnte.
Der schönen Hoheit standen Tränen der Verzweiflung in den Augen und sie warf funkelnde Blicke zu Bowser hinauf.
Der verneigte sich nochmals und wiegte bedauernd den Kopf. „Ich bringe das hübsche Juwel in meine Burg. Da ich dort aber mit einem unerwünschtem Besuch rechnen muss...“, lachte der König und starrte Mario an, „Habe ich dafür gesorgt, dass ihm der Weg dorthin so schwer wie möglich gemacht wird. Ich nehme ihn einfach mit.“ Das grollende Lachen hallte durch die Luft und diesmal klang es schrecklich endgültig siegessicher. Vor allem, als die sieben Luftschiffe an dem Bowsers anlandeten und die Besatzung stolzer Schergen sieben Origamisterne aus Papier an den Koopa-König überreichten. Der betrachtete sie stolz und schwenkte einen von ihnen durch die Luft. „Sind sie nicht hübsch? Und so praktisch, damit kannst du dir den Weg wieder zusammensetzten, wenn es gelingt an sie heranzukommen“, spottete Marios Erzfeind und starrte dabei den Helden an, damit der auch ganz klar wusste, dass diese Häme ihm galt. Schergenjubel brandete auf, Bowser tätschelte die Sterne liebevoll und machte tatsächlich Anstalten in Richtung Darkland zu verschwinden.
Mario knurrte zornig und sprang erst auf das Geländer der Zugbrücke, dann auf den kleinen Balkon vor dem Buntglasfenster und von dort auf das rote Dach. Er war entschlossen den Koopa-König aufzuhalten, komme was da wolle. Wenn die Luftschiffe erst im Himmel verschwunden waren, gab es keinen Weg mehr sie aufzuhalten.
Der Held rannte über die glänzenden Ziegel, sprang waghalsig über Lücken, die zwischen den Türmchen klafften und schwang sich dabei immer noch eine handbreit weiter das Dach hinauf. Der Atem des Helden ging schnell, sein Herz hämmert und der Kleister stand ihm auf der Stirn. Doch Mario wusste, dass er nicht aufgeben durfte. Und gleich würde er es auch geschafft haben, Bowsers Luftschiff war zwar mächtig, aber auch langsam. Nur noch ein Sprung, dann würde der Held des Pilzkönigreiches es erreichen. Mario duckte sich und presste die Füße in das Dach unter ihm, um soviel Schwung wie möglich zu holen...
Beinahe lautlos schob sich ein deutlich kleineres Luftschiff mit schlanken Flanken zwischen ihn und Bowser. Voll besetzt mit johlenden Schergen, die es scheinbar kaum erwarten konnten, Mario einen Kampf zu liefern. Geschützt im Rücken des Schergenluftschiffes verschwand das Bowsers zwischen den Wolken.
„Nein!“, schrie Mario auf und wollte unter dem Luftschiff vor ihm durchtauchen, um eine letzte Verzweiflungstat zu wagen.
Etwas fuhr knisternd und prasselnd heran und warf ihn unsanft zu Boden. Blaue Funken liefen über Marios Körper und ließen ihn seufzen. Jemand lachte mechanisch.
„Aber, aber, nicht so hektisch, Klempnerlein, das kann fürchterlich ins Auge drehen... wehen... gehen“, rief eine merkwürdige blecherne Stimme zu Mario hinunter.
Der saß zu seinem eigenen Ärger noch immer auf dem Hosenboden, elektrische Funken im Bart. Eher unwillig und zähneknirschend sah er zu dem Schergenluftschiff auf. Dort musste auch irgendwo der hämische Sprecher sein. Allerdings entdeckte Mario neben einer großen Gruppe vielfarbiger Shy Guys und ein paar Gumbas nur noch einen Robo-Koopa, der sich weit über die Reling beugte. Seine Scheinwerferaugen funkelten abwechseln und als erneut das mechanische Lachen erklang, drehte sich der Aufziehschlüssel auf dem Rücken des mechanischen Wesens. „Ja, bei diesem Anblick verschlägt es dir die Sprache, was? Wenn du klug bist, bleibst du gleich siegen... biegen... liegen, Held. Das erspart dir eine Menge Scherz... Terz...“, der Robo-Koopa kam in seiner Drohung mächtig ins Stammeln. „... Schmerz. Denn wir werden nicht zimperlich darin sein, dich aufzuhalten.“  Endlich hatte der mechanische Bursche noch das richtige Wort gefunden. Allerdings verkam seine Drohgebärde damit ziemlich lächerlich und auch die Kumpane in seinem Rücken schüttelten seufzend darüber den Kopf. So wie sie dreinblickten, schienen sie dieses Drama schon zur Genüge zu kennen.
Mit einem beinahe mitleidigen Schmunzeln erhob sich der Held des Pilzkönigreiches wieder, um sich diesen ‚Gegnern‘ zu stellen. Bedrohlich war keiner von ihnen und wenn er danach schnell genug war, konnte er Bowser doch noch aufhalten.
Doch der Robo-Koopa schien sich schon wieder gefasst zu haben. Er ließ seinen Schlüssel wirbeln und erzeugte noch mehr blaue Funken, die über seinen Panzer liefen. Offenbar hatte Mario tatsächlich diesem Burschen den, zugegeben, schmerzhaften Schlag zu verdanken. Die Shy Guys und Gumbas hinter dem Roboter zückten eher verlegen als bedrohlich ein paar abgegriffene Waffen und schwenkten sie halbherzig in Marios Richtung.
Der Robo-Koopa schien derweil erst so richtig in Fahrt gekommen zu sein. Seine Augen strahlten heller denn je und die blauen Funken umwirbelten ihn aufgeregt. „Stell dich uns hier und jetzt oder fürchtest du den Krampf... Hanf... Kampf? Hast wohl zu Recht Angst, wehrlos im Staub zu biegen... siegen... liegen und mitansehen zu müssen, wie König Bowser wiegt... biegt... siegt“, schrie der Robo-Koopa da knirschend. Seine Maschninerie dampfte fast bedrohlich, als er die Kiefer weit öffnete und über seinen Lautsprecher mechanisch lachte. Dabei beugte der Roboter sich noch ein Stück weiter über die Bordwand. Nur einen Moment später knisterte er nervös, als er vorneüber kippte und heftig hoppelnd versuchte das Gleichgewicht wieder zu finden. Ein merkwürdiger Anblick, da der Robo-Koopa dabei noch immer aus vollem Halse lachte. Offenbar hing das Band.
„Das ist doch nicht auszuhalten, dieser marode Schrotthauften. Eine Schande von einem Schergen“, stöhnte einer der Shy Guys auf, der eine Bazooka geschultert hielt.
Nach einem raschen Blick über die Schulter, verpasste er dem Robo-Koopa einen rüden Tritt. Der stürzte über die Bordwand, konnte sich aber mit einem seiner Füße an der Flanke des Luftschiffes festkrallen. Dort baumelte er jetzt hilflos, was den traurigen Anblick, den er allgemein schon bot, noch mehr verstärkte.  Panisch rollte der Roboter mit den Scheinwerferaugen. „Hilfe, Freunde, ich falle. Helft hier... schier... mir.“ Noch mehr Funken sprühten und liefen dabei auch schon über das Luftschiff, immer mehr, immer heftiger.
Der grobe Shy Guy schrie fast zornig auf und warf leicht panisch die Ärmchen in die Luft. „Bring ihm zu schweigen und sorgt dafür, dass er gefälligst loslässt. Der Schwachkopf macht noch das Luftschiff kaputt mit seinem Strom.“
Das war nicht zu verleugnen, denn langsam aber sicher zischten die blauen Blitze in ganzen Bündeln bis beinahe hoch zu den Propellern. Hektik kam auf dem Luftschiff auf, als alle durcheinander liefen und versuchten etwas zu unternehmen.
Dazwischen das erneute Flehen des Robo-Koopas. Doch statt einer helfenden Hand, erhielt der kleine Roboter nur einen Schraubenschlüssel als Antwort. Von geübter Hand geworfen. Offenbar von einem Monty, der auch auf dem Luftschiff gelauert hatten. Zielsicher traf das Werkzeug zwischen die alten Drähte des mechanischen Burschen und verursachte einen heftigen Kurzschluss. Ein durchdringender Funkenschlag erschütterte die Pappe des Flugvehikels, ließ Motoren heulen und Propeller stottern. Das Schiff bekam Schlagseite und sank schnell und unkontrolliert immer weiter vom Himmel. Der arme Robo-Koopa, heftig qualmend und die Augen abwechselnd aufleuchtend, stürzte kreischend zwischen zwei Türmchen hinunter in den Palast.
Mario sah fassungslos dabei zu, wie die übrigen Schergen offenbar die Kontrolle über das Luftschiff verloren, dessen Schlagseite auch immer heftig wurden. Unter wildem Gekreisch und planlosem Gerenne, verschwand Shy Guys und Gumbas immer schneller in den Wolken. Das beschädigte Luftschiff zerriss sie mit seinen wirbelnden Propellern.
Dann war da plötzlich Bowsers Galeere, bisher unsichtbar in den Wolken versteckt und noch immer auf triumphalem Rückzug. Zumindest noch für den Moment, denn nur einen Augenblick später krachte das Schergenluftschiff in die Flanke von Bowsers Gefährt. Pappestücke flogen umher, es qualmte und etwas explodierte immer wieder an unterschiedlichsten Stellen. Propeller wurden heruntergerissen und Takelagen zerschlagen, bei dieser Kollision. Der heftige Schlag ließ Bowsers Luftschiff schwer erbeben und es wurde heftig herumgeworfen. Unter dem zornigen Gebrüll des Koopa-Königs ergossen sich die gestohlenen Origamisterne von Bord und verteilten sich in der gesamten Landschaft darunter. Vom Wind getragen, schwebten die sternförmigen Puzzlestücke geradezu schwerelos überallhin, bis jedermann sie völlig aus den Augen verloren hatte.
Der Held des Pilzkönigreiches sah Bowser noch ein letztes Mal, wie der an Bord stürzte und mit heftigen Befehlen versuchte die Kontrolle wieder zu erlangen und die Sterne irgendwie zurück zu befehlen. Er tat alles, um seinen sicheren Sieg nicht verschenkt zu sehen. Doch trotz größter Mühe durch seine Schergen, musst ihr König am Ende einsehen, dass ihm nichts anderes blieb, als sich zurück zu ziehen. Schwer angeschlagen in Stolz und Armee. Immerhin blieb ihm noch das Königsjuwel, das nun aufreizend an Bowsers Panzer funkelte.
Doch auch Mario fühlte sich nicht wie der Gewinner dieser Schlacht. Die Hände ungläubig in seine Latzhose gekrampft, sah er mit jagendem Herzen dabei zu, wie der Koopa-König immer weiter aus seiner Reichweite verschwand. So sehr er es auch wollte, der Held des Pilzkönigreiches hatte keine Möglichkeit mehr seinen Erzfeind zu erreichen und das wertvolle Juwel zurückzuholen. Die Prinzessin würde es während der Zeremonie nicht übergeben können und somit standen Ruf und Schicksal des Pilzkönigreiches vor einem völlig ungewissen Ende. Er hatte versagt, das erkannte Mario mit schmerzhafter Deutlichkeit.
Mit schweren Gliedern und ebenso schweren Schritten wandte er sich um und verließ das Dach des Pilzpalastes wieder. Nun musste er geschlagen zur Prinzessin zurückkehren, seine Niederlage eingestehen und sich hilflos der Enttäuschung und dem Entsetzen aller gegenübersehen. Marios Augen brannten und sein Ärger auf sich selbst war maßlos. Er hatte doch versprochen das Königreich und seine Bewohner zu beschützen, sie vor allem Schlechten zu bewahren. Heute hatte er dieses Versprechen gebrochen und sie sicher alle bitter enttäuscht. Mario konnte sich gerade selbst nicht ertragen. Sie nannten ihn einen Helden, dabei war er nichts weiter als ein Versager. Er brauchte lange, um in den Palasthof zurück zu kehren, wo sie alle standen  und ihm erwartungsfroh entgegensahen. Die Hoffnung im Blick.
Der Held senkte den Kopf und zog voller Schuld seine rote Mütze. Er sah die Prinzessin  nicht an, als diese zu ihm trat, verneigte sich so nur so tief wie möglich vor der Schönen. „Hoheit, verzeih mir. Bowser ist mit dem Königsjuwel entkommen, ich konnte ihn nicht aufhalten. Ich habe versagt“, gestand Mario und fürchtete sich vor dem Schreck in ihren Augen und der Verzweiflung in ihrem Gesicht. Aber vor allem vor ihren nächsten Worten. Sicher würde sie ihn verachten und zurechtweisen für die Enttäuschung, die der Held nun für sie sein musste.
Ganze Herzschläge voll Schweigen vergingen, dann legte Peach Mario eine zarte Hand ganz sachte auf den Kopf. Als der Held es wagte aufzusehen, erblickte er die Hoheit zu seinem völligen Erstaunen gütig lächelnd. „Ach, Mario, sei nicht so hart  zu dir, noch ist nicht alle Hoffnung verloren“, sprach sie ihm leise Mut zu. Etwas, das Mario zuletzt erwartet hätte. Die Hoheit deutete in den Himmel, dorthin wo Bowsers Luftschiff eine Spur aus dicken Qualmwolken hinterlassen hatte. „Bowser mag das Königsjuwel haben, doch wir alle haben gesehen, dass er die Origamisterne verloren hat. Wenn es uns gelingt sie rechtzeitig einzusammeln und wieder zusammenzusetzen, dann kannst du Bowser in seiner Festung aufsuchen und stellen.“ Ihre Hand zeichnete eine auslandende Geste über das gesamte Pilzkönigreich. Dort irgendwo mussten die Sterne zu finden sein.
Mario sah die Schöne mit großen Augen an und nickte dann entschlossen. Natürlich, Peach hatte Recht, es wäre falsch jetzt schon aufzugeben, ohne alles getan zu haben was möglich war. Noch hatte er den ganzen Monat Zeit alles wieder in Ordnung zu bringen. Das würde reichen, das musste reichen.
Mit neuem Mut setzte Mario sich seine Mütze wieder auf und sah Prinzessin Peach fest an, die noch immer an ihn zu glauben schien. „Ich mache mich sofort auf den Weg. Ich werde die Origamisterne finden und das Juwel zurückholen“, versprach er ihr.
Wieder lächelte die schöne Hoheit so lieblich, dass Mario ganz weiche Knie davon bekam und nickte. „Ich weiß, dass du es schaffen wirst“, ermutigte sie ihn weich und schüttelte nur einen Moment später den Kopf. „Jetzt müssen wir nur noch herausfinden wo genau die Origamisterne sich befinden. Das könnte sich als schwierig erweißen. Keiner von uns hat gesehen, wohin sie gefallen sind.“
Und schon wieder hing der Kummer und die Mutlosigkeit zwischen den Wänden des Palastes, doch nur für einen Moment. Denn kaum hatte Peach diese Bedenken geäußert, kam ein Toad herangewuselt, der sich stolz vor der Hoheit aufbaute. Aufgeregt wedelte er mit seinem Speer, der ihn als Palastwache auszeichnete. „Wir könnten unseren Gefangenen befragen, Hoheit. Der weiß sicher mehr“, schlug er vor und warf sich gewichtig in die Brust.
Das ließ sowohl Peach als auch Mario aufhorchen, da so etwas in all den Jahren voller Ärger mit Bowser doch noch niemals vorgekommen war.
„Wir haben einen Gefangenen?“, fragte Prinzessin Peach sehr verwundert.
Der Pilzkopf nickte wild und winkte den Beiden ihm zu folgen. „Ja, allerdings“, freute er sich, zuckte dann aber doch mit den Schultern und zog eine vielsagende Schnute. „Im weitesten Sinne zumindest. Eigentlich ist es eher ein armer Tropf.“ Doch recht kleinlaut trat er um ein dichtes Gebüsch herum und deutete auf einen kleinen Rasenrund, der von einigen Toads umstanden war.
Inmitten der grünen Fläche, hopste und stakste der Robo-Koopa herum, der von seinen eigenen Kameraden so grob vom Luftschiff gestoßen worden war. Da ihm der Schraubenschlüssel des Monty noch immer zwischen den Drähten steckte, qualmte er nach wie vor. Seine Schweinwerferaugen flackerten wild, die maroden Drähte warfen mehr Funken denn je und der Roboter verbreitete schon den Geruch nach angebranntem Schmieröl. Sein Maul war weit aufgerissen, aber es ertönte nur ein kreischender, knarrender Ton der an- und abschwoll. Ein durch und durch erbärmlicher Anblick, der allgemein Mitleid erregte.
„Oh, du meine Güte. Ich glaube kaum, dass er überhaupt in der Lage ist uns irgendetwas zu sagen“, gab Peach zu Recht zu bedenken und hob die zarten Hände vors Gesicht. Ihre mitleidigen Blicke galten dem funkensprühenden Robo-Koopa und ihr weiches Herz klagte. „Aber womöglich können wir für ihn etwas tun. Der Arme wurde von seinen eigenen Freunden doch wirklich gemein hintergangen.“ Flehend sah sie Mario an, der diesem Blick noch niemals hatte widerstehen können.
Diesmal gelang es ihm auch nicht und so nickte er, blöde lächelnd. Vorsichtig, um von den fliegenden Funken nicht doch noch getroffen zu werden, näherte Mario sich dem kleinen Roboter, der noch immer wild im Kreis stakste. Der Schraubenschlüsseln zwischen seinen Drähten schmorte und glühte schon verdächtig. Es wäre also keine sehr gute Idee ihn mit bloßen Händen anzufassen. Daher bediente sich der Held des Pilzkönigreiches einer anderen Sache, die er gut beherrschte. Mit einem gezielten Tritt seiner braunen Stiefel, beförderte Mario den Schraubenschlüssel ein wenig grob zwischen die Büsche auf der anderen Seite des Palastgartens.
Sofort verstummte das bösartige Zischen der Drähte, der Funkenschauer ebbte ab und auch der schwarze Qualm verzog sich rasch. Der Robo-Koopa blieb endlich stehen, knarzte überrascht und brach dann einfach scheppernd auf dem Rasenrund zusammen. Die Schweinwerferaugen flackernden nur noch schwach und erloschen dann ganz. So blieb er er liegen und zwar so lange, dass Mario, Peach und die Pilzköpfe schon glaubten die letzte Stunde des kleinen Roboters wäre gekommen. Misstrauisch wurde er von allen Seiten betrachtet, damit niemand hinterher zugeben musste, in eine perfide Falle getappt zu sein. Doch alles blieb wie es war, bis Mario behutsam den Schraubenschlüssel im Rücken des Robo-Koopa antippte. Als der sich noch immer nicht regte, drehte der Held des Pilzkönigreiches das Schlüsselchen entschlossen ein paar Mal nach rechts.
Unter dem Geräusch eines anfahrenden Motors, kehrte das Leben, wenn man es so nennen wollte, in den kleinen Roboter  zurück. Seine Augen leuchteten noch etwas unschlüssig zuckend auf und endlich erhob er sich ganz auf seine Füße. Noch immer dezent qualmend.
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