Viktor?

von Black One
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Arthur Weasley Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Viktor Krum
10.02.2020
14.02.2020
5
8600
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Viktor?

Huhu allerseits!
Und schon sind wir am Ende angelangt O.O
Danke vielmals für alle Reviews und Empfehlungen und Favo-Einträge! *-*
Jetzt aber noch einen schönen Valentinstag - verbringt ihr den auch so langweilig wie ich? XD
Viel Spass beim letzten Kapitel!

Valentinstag

“Nicht so wichtig”, wiegelte sie schnell ab. Vielleicht etwas zu schnell.
Viktor trat neben sie und musterte sie kurz, ehe er nickte. “Es gibt jetzt Abendessen. Komm, Bill und Fleur haben darauf bestanden, dass wir uns zu ihnen setzen.” Er griff nach ihrer Hand und zog sie zu einem der hinteren Tische.
“Oh ‘Ermine, wie schön, disch zu se’ön!” Fleur sprang auf und zog sie in eine stürmische Umarmung. “Dein Kleid ist wirklisch wunderschön.” Sie schob Hermine etwas weg von sich und betrachtete es. “Ein Traum, wirklisch”, bekräftigte sie, als Hermine errötete und ihrem Blick auswich.
“Danke, Fleur. Du siehst aber auch wundervoll aus.” Hermine lächelte sie an. “Habt ihr die Kinder Zuhause gelassen?”
Bill umarmte sie nur locker, ehe er nickte. “Ja. Sie wären wohl vor Langeweile eingegangen. Nur Geplaudere und Zuhören, nichts für die Kleinen.” Er grinste dieses typisch schelmische Weasley-Grinsen, das auch Ron immer auflegte, wenn er Malfoy hatte eine auswischen können.
Das Abendessen durch unterhielten sie sich wild durcheinander, Bill erzählte von seinem neuen Auftrag in Südfrankreich und Fleur davon, wie begeistert sie war, in ihre alte Heimat zu reisen. Hermine erfuhr viel über Kinder, wie anstrengend sie waren und wie sehr man sie dennoch liebte.
Irgendwie war es eine seltsame Vorstellung, wenn sie an sich selbst mit Kindern dachte. Wäre sie geeignet? Noch war das alles viel zu früh. Ihre Karriere stand in den Startlöchern und sie konnte und wollte gar nicht aufhören zu arbeiten. Zwar war sie flexibel, aber wenn sie Kinder nicht unbedingt wollte, nicht jetzt zumindest, wäre es nicht fair, sie in die Welt zu setzen, nur um dann festzustellen, dass sie gar keine Zeit hatte. Ganz abgesehen davon, dass ihr der Mann fehlte.
Viktor gab lachend einige Geschichten aus den Mannschaften zum Besten. Er verriet, dass er ein Angebot bekommen hat, Sucher in einer britischen Liga-Mannschaft zu werden. Er liebäugelte sehr damit und als er erklärte, dass er gerne in London leben würde, griff er unter dem Tisch nach Hermines Hand. Ihr blieb fast die Luft weg.
Nachdem auch Ron seine Rede zum Besten gegeben hatte - Hermine war gar nicht mehr aus dem peinlich berührten Grinsen und lauthalsem Lachen herausgekommen - eröffneten Ginny und Harry die Tanzfläche. Unter eifrigem und arrhythmischen Applaus der Gäste wirbelten sie durch die Gegend.
Viktor war einer der ersten, der zusammen mit Hermine nach dem Brautpaar auf die Bühne eilte. Arm in Arm schwebten sie zu den fröhlichen Takten durch die Gegend und Hermine vergass für einen Moment ganz, dass sie nicht tanzen wollte und es auch nicht wirklich konnte. Sie fühlte sich wie eine Prinzessin.
Viktors dunklen Augen hielten Hermine voll und ganz gefangen. Ihr Herz pochte laut in ihren Ohren, passend zu der Musik, die in einem leisen Singsang in den Hintergrund gerückt war. Mit gleichmäßigen Bewegungen strich Viktor mit dem Daumen über ihren Handrücken und ihr war schwindelig von all den Sachen, auf die sie sich konzentrieren wollte.
Er lächelte leicht. Hermine konnte gar nicht anders, als es zu erwidern. Ihre Mundwinkel hoben sich und als er sich etwas vorbeugte, drängte alles in ihr sie dazu, sich auf die Zehenspitzen zu stellen und Viktor einfach vor allen Anwesenden zu küssen.
Hermine tat es nicht. Sie blinzelte und ihr war, als würde sie aufwachen. Hatte sie das gerade wirklich gewollt? Viktor küssen? Sie war immer noch vollkommen verliebt, bis über beide Ohren. Er musste nur lächeln und sie schmolz dahin.
Just in diesem Moment endete das Lied. Hermine räusperte sich und trat etwas zurück. Wer wusste schon, was Viktor dachte? Sie sollte nichts riskieren. Der Abend war so wundervoll, sie musste sich nicht in eine unangenehme Situation hineinbefördern, indem sie ihrem Verlangen nachgab. Ob Viktor den Kuss erwidern würde?
Viktor zog sie von der Tanzfläche weg zu Ginny und Harry, die Arm in Arm da standen und die Gäste beobachteten. Ein glückliches, aber erschöpftes Lächeln lag auf ihren Zügen. Als Viktor und Hermine sich ihnen näherten, hellten sich Harrys Züge auf.
“Ihr saht wundervoll aus!”, lachte Ginny auf und zog Hermine an sich.
“Und ihr erst. Wie einem Märchen entsprungen”, konterte sie. Dann wandte sie sich an Harry und lächelte ihn breit an. “Nun bist du also ein verheirateter Mann, Harry. Ich kann es kaum glauben. Euch beiden ganz herzliche Gratulation! Ihr passt einfach perfekt zueinander.”
Das Brautpaar sah sich kurz in die Augen, ehe Ginny auflachte. “Das glaube ich ehrlich gesagt auch”, sagte sie augenzwinkernd. “Hast du eigentlich deine Quidditch-Sachen dabei, Viktor?”
“Natürlich! Immerhin muss ich mich doch morgen gegen das beste Sucher-Paar Großbritanniens behaupten!”, neckte Viktor sie.
“Nur Großbritanniens?” Pikiert rümpfte Ginny die Nase.
“Natürlich, du hast Recht. Tut mir Leid! Das beste Sucher-Paar der ganzen Welt. Aller Zeiten”, korrigierte Viktor sich grinsend.
“So gefällt mir das doch weitaus besser. Also, morgen Vormittag. Hermine, bist du unsere geliebte Kommentatorin?” Harry sah sie an, als erwartete er schon eine Absage.
“Na von mir aus. Weil ihr es seid!”, lachte Hermine.
“Wirklich?” Überrascht hob Harry beide Augenbrauen, ehe er sich an Viktor wandte. “Was hast du denn mit der gemacht? Verhext?”
“Vielleicht ein bisschen”, schmunzelte Viktor. Als sich Arthur und Molly näherten, nickte er entschuldigend. “Ich fürchte, man verlangt nach euch. Danke noch einmal vielmals für die Einladung und bis Morgen! Ich erwarte ein schnelles Spiel.”
Auch Hermine verabschiedete sich von ihren Freunden, um dann gemeinsam mit Viktor aus dem Zelt zu schlendern. Die Sterne standen hoch über ihnen am Himmel und erleuchteten die ansonsten verlassene Wiese. Es war wundervoll, eine Feier ganz ohne Presse und unangenehme Gäste zu feiern. Erleichtert atmete Hermine die Nachtluft ein.
Hand in Hand schlenderten sie über die Wiese zur Heide, wo sie am Rand stehen blieben und gemeinsam in den dunklen Himmel blickten. Die Luft war kühl, doch noch befanden sie sich innerhalb des Wärmezaubers, sodass Hermine mit ihren dünnen Kleid nicht einmal fröstelte.
Melancholisch lehnte sie sich an Viktor, der einen Arm um ihre Hüfte legte und sie näher zu sich zog. Mit einem Mal war ihr Herz ganz ruhig und ihre Gedanken rasten nicht mehr. Sie war in Viktor verliebt. Vielleicht tat ihr diese Erkenntnis auch gut, damit sie weitermachen konnte. Einsicht war doch der erste Schritt zur Besserung, das konnte man auch auf die Liebe beziehen. Oder?
“Ich habe dich sehr vermisst. Die letzten Jahre über.” Viktor sah sie nicht an, als er sprach. Aufmerksam lauschte Hermine seinen Worten und beobachtete dabei jede Regung in seinem Gesicht.
“Das ist mir noch nie vorher passiert. Dass ich jemanden vermisse, wenn ich nicht bei ihm bin, und dass ich ihn auch schon in dem Moment vermisse, wenn er noch bei mir ist, bald aber nicht mehr. So geht es mir jetzt gerade. Ich möchte morgen nicht wieder abreisen.” Er lachte trocken auf. So traurig, dass es Hermine das Herz zerriss.
“Als du mir geschrieben hast, war ich überglücklich. Du hast schon damals, am Trimagischen Turnier, einen gewaltigen Platz in meinem Herzen eingenommen, Hermine. Erst als ich dich aber heute wiedergesehen habe, ist mir voll und ganz klar geworden, wie riesiger dieser Platz wirklich ist.” Er stockte kurz.
“Jetzt, in diesem Moment…” Viktor zögerte, ehe er fortfuhr: “Mein Herz rast, in meinem Bauch explodieren Schmetterlinge und meine Hände zittern pausenlos. Das bist du. Du verunsicherst mich so unglaublich und auch wenn ich es lange nicht geglaubt habe, muss ich jetzt anerkennen:
Hermine, ich bin in dich verliebt. Schon seit so vielen Jahren, aber ich Dummkopf habe bis jetzt, bis zu diesem Augenblick gebraucht, um das zu realisieren. Ich… ich muss das einfach machen.”
Hermines Hirn war stehen geblieben. Sie wusste nicht mehr, wo oben und unten war oder dass sie auf Beinen stand. Nur langsam sickerte die Bedeutung seiner Worte zu ihr vor. Bevor sie überhaupt etwas erwidern konnte, bevor sie auch nur begreifen konnte, welche Gefühle sich ihrer ermächtigten, beugte Viktor sich vor und legte seine Lippen auf ihre.
In ihr explodierte ein Feuerwerk. Er war sanft und warm, seine Lippen rau und sie schmeckten nach Kuchen. Mit halb geschlossenen Lidern vergrub Hermine eine Hand in seinen Haaren, die andere hing nutzlos hinab. Sie taumelte leicht und lehnte sich gegen ihn.
Wie gerne hätte sie die Zeit angehalten, in diesem Augenblick. Er bewegte sich leicht auf ihr und stupste mit der Zunge ihre Unterlippe an. Doch Hermine musste vorher etwas sagen. Bevor sie sich ganz fallen lassen konnte.
Sie löste sich von ihm und trat einen winzigen Schritt zurück. Ihr Atem ging schnell, ihr Herz pochte. War das wirklich passiert? Hatte Viktor sie gerade geküsst? Der Mann, in den sie seit wie vielen Jahren verliebt war? Sie musste im Paradies sein!
Viktor lächelte gequält. “Es tut mir-”, setzte er an, doch Hermine unterbrach ihn.
“Ich bin auch in dich verliebt, Viktor.” Nur dieser eine Satz. Nur diesen einen Satz hatte sie loswerden müssen, bevor sie sich ganz fallen lassen konnte.
Stürmisch zog sie Viktor an sich und presste ihre Lippen auf seinen Mund. Überrumpelt reagierte Viktor und schlang beide Arme um sie. Er erwiderte den Druck und packte mit einer Hand ihren Nacken.
Nach wenigen Sekunden schienen ihre Worte bis zu ihm vorzudringen. In ihren Küssen hinein flüsterte er: “Froher Valentinstag.”
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