I solemnly swear that I am up to no good

von Catterfly
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Dorcas Meadowes James "Krone" Potter Lily Potter Marlene McKinnon Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
10.02.2020
14.02.2020
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Am nächsten Tag, es war Freitag, wachte Remus so wie immer früh auf. Das gestrige Gespräch mit Lily in der Eulerei kam ihm in den Sinn und erst jetzt gestand er sich ein, dass er sich in Sirius, einen seiner besten Freunde, verliebt hatte. Leise fluchend stand er auf, schnappte sich seine Schuluniform und verschwand damit ins Bad. Schnell zog er sich aus und stellte sich unter die Dusche, um einen klaren Kopf zu bekommen. Das Wasser prasselte auf ihn herab und er lauschte dem Geräusch, es beruhigte ihn. Er war in Sirius verliebt. Sirius war einer seiner besten Freunde und hatte jede Woche eine neue Freundin. Die Chance, dass Sirius homosexuell oder bisexuell war, war verschwindend gering. Remus Atem stockte, was war er überhaupt? Fand er generell nur Männer anziehend oder fand er auch Frauen anziehend? Wenn er so nachdachte, fand er beide Geschlechter anziehend. Eine Zeit lang fand er auch Lily anziehend, aber mittlerweile sah er in seiner besten Freundin eine kleine Schwester. Und der Gedanke daran, seine kleine Schwester sexuell anziehend zu finden, ließ ihn sich vor Ekel schütteln. Außerdem würde ihn James umbringen, wenn er jemals etwas mit Lily anfangen würde. Und außerdem war sein Herz an Sirius vergeben. Er kam zu dem Entschluss, dass er wohl bisexuell war. Aber wie sollte er sich nun in Sirius Nähe verhalten? Sollte er auf Abstand gehen? Er beantwortete sich diese Frage mit Nein. Er mochte Sirius viel zu sehr, nicht in seiner Nähe zu sein, das konnte er auf gar keinen Fall durchziehen. Also blieb ihm nur die Option „Gefühle unterdrücken und hoffen, dass sie verschwinden würden" übrig. Diese Option klang sogar richtig gut, fand er und lobte sich selbst für diesen grandiosen Einfall. Er würde einfach so tun, als wäre nichts. Als wäre alles so wie immer. Nachdem er fertig geduscht hatte, stieg er aus der Dusche, trocknete sich ab und zog sich an und begann mit seiner Morgenroutine. Zähne putzen, seine Haut mit Feuchtigkeitscreme eincremen, ansonsten wäre sie so unangenehm trocken und würde spannen, anschließend trocknete er seine Haare und kämmte sie. Als er fertig war, nickte er seinem Spiegelbild ermutigend zu. Er würde es schaffen, seine Gefühle zu unterdrücken.

Mit einem beschwingten Gefühl ging Remus zurück in den Schlafsaal. Er war sich absolut sicher, dass heute ein toller Tag werden würde. Sie hatten nur bis mittags Unterricht und dieses Wochenende war ein Hogsmeadewochenende. Er weckte Peter, James und Sirius auf, damit sie nicht zu spät zum Frühstück kamen. Glücklich pfeifend ging er schon vor und gabelte im Gemeinschaftsraum Lily auf.

„Guten Morgen, Lil.", flötete Remus ihr zu und legte einen Arm um sie. Lily sah ihn verwundert an, so gut gelaunt war er schon seit Tagen nicht mehr.

„Guten Morgen, Rem.", grinste sie zu ihm hoch und legte einen Arm um seine Hüfte, „Gut geschlafen?"

„Ja, wirklich gut.", erklärte Remus ihr fröhlich und ging mit ihr in die Große Halle zum Frühstücken. Seine Laune wurde noch besser, als er Schokoladenkuchen auf dem Tisch stehen sah. Heute war ein grandioser Tag. Mit knurrenden Magen ließ er sich auf die Bank vom Gryffindortisch fallen und lud vier Stück Schokokuchen auf seinen Teller auf. Lily musste ein Lachen unterdrücken. Sie kannte niemanden, der Schokolade so sehr liebte wie Remus. Remus goss sich heiße Schokolade in seinen Becher und begann genüsslich zu essen. Lily begnügte sich nur mit einer Scheibe Brot, belegt mit Frischkäse und Tomaten. Morgens hatte Lily kaum Hunger und zwang sich immer, wenigstens eine Kleinigkeit zu essen.

Als Remus bereits bei seinem fünften Stück Kuchen ankam, betraten die restlichen drei Rumtreiber die Große Halle. Mary folgte ihnen. Lily bemerkte die vier erst, als sie Marys Stimme hörte.

„Sirius, du hast noch gar nicht meine Frage beantwortet! Gehen wir morgen gemeinsam nach Hogsmeade?", fragte Mary Sirius, hielt ihn dabei am Arm fest und sah ihn bettelnd an. Lily stupste Remus an und deutete auf die Szene. Remus Laune verschlechterte sich minimal, aber hob sich paar Sekunden später wieder direkt.

„Mary! Wie oft noch? Nein! Ich habe keine Lust, mit dir nach Hogsmeade zu gehen.", gab Sirius eine genervte Antwort von sich. Lily kicherte leise. Und im gleichen Augenblick taten ihr Sirius sowie Mary leid. Mary sah Sirius mit großen, traurigen Augen an. Sirius drehte sich genervt von ihr weg und ging zum Gryffindortisch und setzte sich neben Lily hin. Überrascht und erstaunt sah diese ihn an.

Sirius nahm sich ein Brötchen, schnitt es auf und belegte es mit Schinken. Peter und James hatten sich mittlerweile zu den dreien gesellt und unterhielten sich über die Verwandlungshausaufgaben. Mary hatte sich mit etwas Abstand zu der Gruppe hingesetzt und warf Sirius hin und wieder todtraurige Blicke zu.

„Lily?", sprach Sirius Lily an. Diese verschluckte sich an ihrem Orangensaft, denn damit hatte sie jetzt wirklich nicht gerechnet und fing erstmal zu husten an. Remus, der mit seinem sechsten Stück Kuchen beschäftigt war und dem Gespräch von Peter und James lauschte, bemerkte dies nicht. Sirius klopfte ihr auf den Rücken und grinste sie an. Lily sah ihn mit einem fragenden Blick an.

„Lass uns später reden. Nach dem Mittagsessen.", meinte Sirius nur und widmete sich seinem Frühstück. Lily nickte nur.

Nachdem Remus ein siebtes Kuchenstück gegessen hatte, erhob er sich und ging mit Lily in die Kerker. Sie hatten eine Doppelstunde Zaubertränke gemeinsam mit den Slytherins. Für Lily verging der Unterricht rasend schnell, sie liebte Zaubertränke und war neben Snape die Beste in diesem Fach.

Nach weiteren drei Stunden Unterricht hatten die Schüler des sechsten Jahrganges endlich Unterrichtsschluss. Sämtliche Schüler machten sich auf dem Weg in die Große Halle, um ihren Hunger zu stillen. Sirius saß dabei wieder neben Lily und als beide fertig waren, sahen sich Lily und Sirius an und nickten unisono. Als sie dann auch noch gleichzeitig aufstanden und „See?" fragten, brachen sie in Lachen aus und gingen lachend zum See. Lily war froh darüber, dass es nicht komisch zwischen ihnen war.

Am See angekommen, setzte sich Lily im Schneidersitz an den Fuß eines Baumes und lehnte sich an dessen Stamm. Sirius setzte sich neben sie und lehnte sich ebenfalls an dem Baumstamm.

„Es tut mir leid.", sprachen beide gleichzeitig und wieder mussten sie lachen. Lily bedeutete Sirius grinsend, dass er anfangen solle.

„Nah, Ladies first.", grinste Sirius ihr charmant zu. Lily schmunzelte, nickte und begann zu reden: „Es tut mir leid, Sirius. Du hattes Recht mit dem, was du vor zwei Wochen gesagt hast. Ich war unfair gegenüber Po-... James."

„Mir tut es auch leid, Lily. Mary nervt mich jetzt seit zwei Wochen jeden verdammten Tag mit der Frage nach einem Date! Und ich wollte Nein sagen, wirklich, aber ich kam mir so gemein vor. Also habe ich das Nein abgeschwächt, so wie du. Und jeden Merlin verdammten Tag wurde es nerviger. Wie hast du das all die Jahre geschafft, Nein zu sagen und gleichzeitig nicht komplett auszurasten? Mich wundert es wirklich, dass es erst so spät kam. Und ich kann dich jetzt so gut nachvollziehen. Es ist echt verdammt schwer, die Tür für das Gegenüber komplett zu schließen, wenn man mit Freunden von der Person befreundet ist.", erklärte Sirius Lily. Während er geredet hatte, legte er sich hin und bettete seinen Kopf in Lilys Schoss. Automatisch fuhr Lily durch Sirius schwarzes Haar. Sirius genoss diese Berührungen, er hatte sie vermisst.

„Ich habe dich vermisst, Lils. Tut mir leid, dass ich auch so ausgeflippt bin.", entschuldigte sich Sirius abermals und sah hoch zu Lily. Diese konnte nicht anders, als zu lächeln. Sirius erwiderte das Lächeln sofort.

„Ich hab' dich auch vermisst, Sirius.", meinte sie, hob ihren Blick und sah auf den See. Dann begann sie wieder zu reden: „James allein war nicht der Grund, warum ich so reagiert habe. Ich habe meine Wut an ihm ausgelassen."

Sirius betrachtete sie weiterhin von unten und ein verwirrter Ausdruck legte sich auf sein Gesicht. Mit einem Seufzen fuhr Lily fort: „Kurz zuvor bin ich Snape über den Weg gelaufen. Er hat mich in eine Nische gezogen und hat um Entschuldigung gefleht und meinte dann, dass ich ihm verzeihen sollte. Sein Griff war unglaublich fest und ich konnte mich nicht befreien. Dann hat er mich um ein Date gebeten und dass ich ihn nach Hogsmeade begleiten sollte. Naja, gebeten ist das falsche Wort. Er hat es gefordert. Mit einem Kopfschütteln habe ich verneint. Er hat mich als wertloses Schlammblut beschimpft und dann war er mir so nah. Er hat seine Lippen auf meine gepresst. Sein kompletter Körper hat sich an mich gepresst. Und er war so viel stärker als ich. Ich hab ihm dann mein Knie in die Eier gerammt und als er mich endlich losgelassen hat, bin ich runter zum See, zu Remus, gerannt. Und naja, als ich Remus gerade davon erzählen wollte, hat mich James mit seiner Frage unterbrochen und er ist einen Schritt auf mich zu gekommen. Bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt. Ich bereue ja auch, dass ich das gesagt habe..."

Unglaublicher Hass auf den ekelhaften Schleimbeutel breitete sich in Sirius auf. Er setzte sich auf und zog Lily beschützend in seine Arme. Schniefelus konnte sich auf etwas gefasst machen...

Lily lehnte sich an Sirius und redete weiter: „Ich wollte mich auch bei euch beiden entschuldigen. Aber ihr seid mir beide aus dem Weg gegangen. Ich möchte mich mit James anfreunden. Wenn er schon dein bester Freund ist, dann wird er wohl nicht so schlimm sein."

Sirius grinste und nickte zustimmend. Als ihm klar wurde, dass Lily das ja nicht sehen oder bemerkten konnte, stimmte er ihr zu: „Ja, das ist eine großartige Idee. Und wenn man vom Teufel spricht..." Sirius entdeckte James und Remus und winkte beiden zu, dann legte er sich wieder hin und bettete wieder seinen Kopf in Lilys Schoß. Von Peter fehlte jegliche Spur. Remus packte James am Arm und zog ihn ohne Widerworte zu Sirius und Lily.

„Jamsie, Lily möchte dir etwas sagen.", erklärte Sirius James, als Sirius James vernichtenden Blick auf sich spürte. Lily verdrehte grinsend die Augen und wandte sich dann an James, der sich neben Sirius Beine gesetzt hatte. Remus hatte es sich neben Lily gemütlich gemacht und war in ein Buch vertieft.

„Es tut mir leid, James. Ich hätte dich nicht so anfahren sollen. Das war nicht fair von mir. Ich habe meine Wut, die ich wegen Snape hegte, an dich ausgelassen.", Lily sah James entschuldigend an und erklärte ihm mit den gleichen Worten, wie sie es Sirius erzählt hatte, was zwischen Snape und ihr vorgefallen war. James ballte dabei wütend seine Hände zu Fäusten. Dieser schmierige Slytherin würde noch sein blaues Wunder erleben. Ein Blick zu Sirius genügte James, um zu wissen, dass der Slytherin mit den schwarzen, fettigen Haaren nicht so leicht davonkommen würde. Und Remus würde bestimmt auch nichts dagegen sagen. James widmete sich wieder Lily.

„Und da du Sirius bester Freund bist, und ich seine beste Freundin. Und wir die gleichen Freunde haben... lass uns Freunde sein, Po-... James?", fragend sah Lily James an. Dieser nickte grinsend.

„Freunde?", fragte Lily grinsend und hielt James ihre Hand hin. James erwiderte das Grinsen, schüttelte ihre Hand und antwortete ihr: „Freunde!"

Kleine Stromschläge wanderten durch seinen Körper ausgehend von seiner Hand, wo Lily ihn berührte. Sein Vorsatz, die rothaarige Schönheit zu vergessen, schwankte. Aber er würde das durchziehen. Auch wenn er gerade überglücklich war, dass Lily ihn beim Vornamen nannte und mit ihm befreundet sein wollte.

Lily hingegen war überrascht, wie angenehm sich James Hände anfühlten. Beide beendeten das Händeschütteln. Remus und Sirius grinsten glücklich, endlich mussten sie sich nicht mehr zwischen Lily und James entscheiden.

Zu Feier des Tages, dass Lily und James ihr nicht vorhandenes Kriegsbeil begruben, besorgte Remus Schokokuchen, den sie zu viert am See verdrückten und sich lachend über Merlin und die Welt unterhielten.





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