**Twoshot** Auf der Abschussliste

von Kameo98
KurzgeschichteFreundschaft / P12
Alexandra Rietz Gerrit Grass
09.02.2020
16.02.2020
2
4.392
3
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09.02.2020 1.927
 
Hallöchen ihr Lieben☺️

ich hoffe es geht euch gut und ihr habt schon alle die Frohe Botschaft gehört? ☺️

Es werden neue K11- Folgen produziert

Ich habe jetzt natürlich sehr viel Motivation neue Storys zu schreiben, werde aber erstmal klein anfangen. Ich hatte teilweise einfach eine riesige Schreibblockade, aber ich hoffe das ist nun vorbei! ☺️

Ich hoffe auch,  bald wieder viele neue Story's hier lesen zu können! Schläft ja irgendwie etwas ein! ☺️

Hier meine persönliche Fortsetzung zur Folge: "Auf der Abschussliste".

Viel Spaß und ich bin über Rückmeldung sehr erfreut! ☺️❤

Eure Kameo8

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Quietschenden Reifen und das aufheulende Motorengeräusch, ließ den Schrecken in ihre Glieder fahren. Sie rannte nun schon eine gefühlte Ewigkeit. Aber wohin? Das war ihr nach der geglückten Flucht egal. Alex rannte einfach. Der Regen hatte ihr knappes Outfit bereits komplett durchnässt und die Kälte nahm immer mehr Besitz von ihr. Es war keinesfalls die angemessene Jahreszeit um sich, leicht bekleidet wie sie es war, draußen aufzuhalten. Der Wind pfiff in ihren Ohren und verstärkte den Kälteschmerz nur mehr.  Die weißen Lack- Stiefel, waren Schuld, dass sie ihre volle Geschwindigkeit nicht ausnutzen konnte. Doch um sie auszuziehen war nicht die Zeit geblieben. Sie musste sich konzentrieren, nicht umzuknicken oder zu fallen , denn dann war alles verloren und sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tot.

Das Auto kam immer näher und die Angst übermannte jede Zelle ihres Körpers, als die Schweinwerfer sie in der Dunkelheit erfassten. Sie war aufgeflogen und fürchtete nun um ihr Leben. Ihre Lunge schmerzte bei jedem Atemzug den sie tat und der Regen schränkte ihr Sichtfeld deutlich ein.  Kein Mensch war zu sehen, keine Möglichkeit bot sich ihr zu entkommen. Sie hatte nur eine Wahl. Sie musste um ihr Leben rennen. Zum nachdenken blieb keine Zeit, doch trotzdem rasten ihre Gedanken unkontrolliert. Die blonde Frau tat einen kurzen Blick über die Schulter. Sie nahm nur die Lichter des schwarzen SUV's wahr und die immer geringer werdende Distanz. Wie würden sie es tun? Sie einfach überfahren? Oder doch hinterrücks erschießen, wie sie es bei dem BKA'ler tun sollte? Sie wusste, dass ihr Körper nicht mehr lange mitspielte. Ihre Muskeln waren gefühlt eingefroren und schmerzten bei jeder Bewegung. Sie hatte ihre Ausdauer fast verbraucht. Kurzzeitig spielte sie mit dem Gedanken, sich geschlagen zu geben und einfach stehen zu bleiben, denn ihre Lage war Aussichtslos. Niemals konnte sie schneller sein, als ihre Verfolger in dem Auto. Sie gaben mit Absicht kein Vollgas. Wollten sie wahrscheinlich erst völlig verausgaben, ehe sie sie töten würden. Doch ihr Lebenswillen siegte. Sie gab noch einmal alles und rannte im Zickzack über die nasse, dunkle Straße. Sie versuchte den Schmerz und die Erschöpfung auszublenden und die aufkeimende Verzweiflung herunter zu schlucken. Sie wollte nicht sterben, aber wartete irgendwie nur auf den Schuss, der alles beenden sollte.

Plötzlich ertönte wieder das Geräusch quietschender Reifen, doch diesmal hörte Alex noch etwas anderes. Alles geschah Schlag auf Schlag. Sirenen, die die Hoffnung in ihr wieder aufkeimen ließen, erleuchteten plötzlich die Straße. Sie hörte, wie ihre Verfolger abrupt zum stehen kamen und auch wie ihre Kollegen von der Streife den Wagen einkesselten. Sie traute sich nun stehen zu bleiben. Ihre Beine zitterten vor Erschöpfung und sie wusste, dass sie nicht mehr lange durchgehalten hätte. Trotzdem hielt sie Ausschau nach einem bestimmten Wagen, doch sie konnte ihn in dem Starkregen nicht ausmachen. Nach Luft ringend stützte sie sich auf ihren Knien ab und versuchte ihre Atmung zu kontrollieren, doch der einschneidende Schmerz machte dies fast unmöglich und ließ den Versuch in einem kläglichen Husten scheitern. Übelkeit kroch in ihr hoch und Tränen der Erschöpfung und Erleichterung, brannten hinter ihren Lidern. Alex war gewiss keine Heulsuse, aber sie hatte die Hoffnung schon beinahe aufgegeben.
Sie hob den Kopf und beobachtete, wie ihre Kollegen die Verfolger mit gezückter Waffe aufforderten, den Wagen zu verlassen. Ein lautes Stimmengewirr war um sie herum, während sie weiterhin versuchte ihre Atmung zu kontrollieren.

„Alex, Gott sei Dank!“, hörte sie nun eine besorgte, sich nähernde Stimme. Die blonde, zierliche Frau drehte ihren Kopf in die Richtung aus der sie die Stimme vernommen hatte. Erleichterung überschwemmte ihre Seele, denn nun war ihr klar, das alles vorbei war. Gerrit kam angelaufen, zog sich noch im laufen seine Jacke aus und legte sie ihr um die Schultern, als er bei ihr ankam. Dankbar blickte sie ihn an, fand noch keine passenden Worte. „Alles in Ordnung?“, fragte ihr Kollege besorgt. „Geht’s dir gut?“
Sie nickte, versuchte sich ihre nun langsam abklingende Angst nicht anmerken zu lassen. „Ja, aber ich hab Hunger, mir ist kalt und ich hab keinen Bock mehr auf diese Treter!“, sie deutete auf ihre Schuhe und versuchte sich an einem Lächeln. Auch Gerrit lächelte und rieb ihr sanft über ihre Schultern. Gemeinsam beobachteten sie, wie ihre Verfolger festgenommen wurden. Sie dachte für einen Bruchteil einer Sekunde daran, wie schief das alles hätte laufen können. Sie sah unsicher zu ihrem Kollegen hoch und in seinen blauen Augen, erkannte sie dass er so ähnlich dachte. Dankbar und erschöpft, legte sie ihren Kopf an seine Schulter und spürte wie er sie sanft an sich drückte und ihr einen sanften Kuss ins nasse Haar hauchte, ehe er sie wieder frei ließ.

„Es ist vorbei!“, sagte Gerrit erleichtert und sah sie an. „Du bist in Sicherheit!“ Sie nickte nachdenklich und der kalte Wind brachte sie wieder zum Zittern. „Mein Gott Alex! Du holst dir ja den Tod! Komm ich fahr dich nach Hause!“, er legte einen Arm um ihre Schultern und stützte sie beim Gang zum Auto. Das war gut, denn ihre Kraft hatte sie verlassen. Völlig erschöpft ließ sie sich auf den Beifahrersitz fallen, lehnte ihren Kopf nach hinten und seufzte erleichtert auf. Jetzt spürte sie, dass sie nicht mehr länger auf ihren Beinen hätte stehen können. Ihre Muskeln zuckten selbst in sitzender Position und da sie seit mehr als 24 Stunden nichts mehr gegessen hatte, spielte ihr Kreislauf etwas verrückt.
Gerrit nahm neben ihr auf dem Fahrersitz platz und schaltete die Heizung ein. Besorgt musterte er seine zierliche Kollegin, wie sie völlig durchnässt und immer noch etwas atemlos neben ihm saß und ihre Augen geschlossen hatte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich ungleichmäßig und ihre Lippen waren ganz blau. Ihr hübsches Gesicht war voller Schmerz und Anspannung.  Kopfschüttelnd beugte er sich zu ihr rüber, griff nach ihrem Sicherheitsgurt und schnallte sie behutsam an. Als sie durch die Bewegung kurz die Augen öffnete um ihn anzusehen, strich er ihr beruhigend über ihre kalte, nasse Wange. „Ich bring dich nach Hause, Alex!“, versprach er leise und sie schloss ihre Augen mit einem kurzen Nicken.
Sie nahm wahr, wie sich der Wagen in Bewegung setzte und durch die Fensterscheibe warf sie einen letzten Blick auf die Straße, die ihr beinahe das Leben gekostet hatte. Ihren Kopf lehnte sie gegen die Scheibe und erneut musste sie husten. „Ich dachte, ich würde sterben", sagte sie leise und ehrlich und blickte nun zu ihrem Kollegen, der den grauen Skoda konzentriert durch die Straßen lenkte. Nachdem der Satz gefallen war, löste sich sein Blick von der Straße und traf ihren. Ein verständnisvolles Nicken war die Folge und dann spürte sie seine Hand auf ihrem unbekleidetem Bein. „Du bist ganz kalt!“, stellte Gerrit erschrocken fest. „Du brauchst dringend ein warmes Bad und trockene Klamotten!“, sagte er und streichelte sanft über die Stelle. „Danke Gerrit!“, hauchte sie erschöpft und schloss wieder die Augen. Selbst als ein Anruf einging, öffnete sie sie nicht. Sie lauschte stumm. „Ja Michael, wir haben sie!“, Gerrits Stimme klang erleichtert und angespannt zugleich. „Sie ist total unterkühlt und durchnässt. Ich glaube sie steht ein wenig unter Schock", eine kurze Zeit lang war nichts zu hören. „Ich bringe sie nach Hause und kümmere mich um sie! Wir kommen morgen ins Büro. Robert kümmert sich um alles weitere!“, anscheinend war das Gespräch nun beendet und bis zum Ende der Fahrt gab keiner der beiden einen Ton von sich.

Vor Alex Haus brachte Gerrit den Wagen zum stehen. Er hatte angenommen, dass seine Kollegin eingeschlafen war, doch sie öffnete nun die Augen und schnallte sich ab. „Danke für’s heimfahren, Gerrit!“, er sah wie sie müde um ein Lächeln rang und fasste einen Entschluss. „Alex ich bleibe jetzt erstmal bei dir! In deinem Zustand lasse ich dich sicherlich nicht allein!“, er stieg aus und öffnete ihr die Tür. Sie konnte nicht einmal mehr gerade stehen, also fasste er ihr kurzerhand in die Kniekehlen und unter die Arme, hob sie an seine Brust und trug sie ins trockene Haus. Sie protestierte nicht einmal und das tat sie sonst immer. Er war sich sicher, dass sie diesen Schock schnell verarbeiten würde. Sie war eine gute Kommissarin und er schätzte ihre Arbeit sehr. Immer war sie für ihre Kollegen da, auch wenn es um private Probleme ging. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen,  an dem er für sie da sein wollte.

Er trug die zierliche Frau in ihre Wohnung und ließ sie dort erst, wieder auf ihren eigenen Beinen stehen. Besorgt sah er sie an. „Du musst aus diesem nassen Fummel raus!“, sagte er und betrachtete das Outfit. Es stand ihr unglaublich gut, so Figur betonende Kleidung zu tragen, auch wenn sie dies sicherlich nicht freiwillig angezogen hatte. „Hoffentlich haben die Schweine ihr nicht noch mehr angetan oder sie zu irgendwas gezwungen!“, dachte er zornig. Zu seiner Erleichterung hatte sich ihre Atmung wieder normalisiert und sie schien wieder etwas lebendiger zu werden. Sie lächelte nickend und schien sich zu freuen, endlich Zuhause zu sein.  „Ich lasse dir ein Bad ein, okay? Und dann koche ich dir etwas schönes!“, mit diesen Worten verschwand er in ihr Badezimmer um gesagtes zu erledigen.

Er hing seinen Gedanken nach. Den ganzen Tag hatte er sich um sie gesorgt. Als sie ins Internet- Cafè gefahren waren und außer ihrem Handy , keine Spur von ihr zu sehen war. Ein eiskalter Kloß hatte sich in seinem Magen gebildet und die schlimmsten Szenarien waren durch seinen Kopf gewirbelt. Als dann auch noch dieser BKA'ler aufgetaucht war, der durch Alex rechtzeitige Info seinen Tod vortäuschen konnte, war bei ihm alles vorbei. Er hatte damit gerechnet sie nie wieder zu sehen. Wenn dann auf dem Tisch in der Rechtsmedizin. Unwirsch schüttelte er den Kopf. Es war alles gut ausgegangen und jetzt war es wichtig, Alex wieder auf die Beine zu bekommen.
Er gab etwas Badeöl ins Wasser und zündete ihr ein paar Kerzen an. Sie sollte sich entspannen und aufwärmen. Gerade wollte er sie rufen, als er ein zaghaftes Räuspern hinter sich vernahm. Gerrit drehte sich zur Tür und musste schlucken. Nur in einem Handtuch eingewickelt, stand seine hübsche Kollegin im Türrahmen und sah ein wenig unsicher zu ihm. Er ließ seinen Blick über ihren Körper schweifen. Einerseits um mögliche Verletzungen an ihr auszumachen, andererseits weil er es einfach genoss sie anzusehen. Warum war ihm nie aufgefallen, wie hübsch sie eigentlich war? Er senkte den Blick, als er ihre braunen Augen erblickte, die sich in seine Seele zu bohren schienen. „Ich wollte nur sichergehen, dass die Typen dir nichts… dass sie dich nicht verletzt haben!“, er sah sie nun wieder direkt an. „Ruh dich aus, ja? Wenn du fertig bist, können wir essen!“, er ging an ihr vorbei und wollte das Badezimmer gerade verlassen, blieb aber vor ihr noch einmal stehen. „Ruf mich, wenn du was brauchst!“, er strich ihr, wie so oft schon an diesem Abend, über die Wange und lächelte sie an, ehe er das Bad verließ und in die Küche ging.
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