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We're both the crazy kind

von SnowBlade
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Vergil
09.02.2020
12.02.2020
3
5.345
2
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Dieses Kapitel
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09.02.2020 2.050
 
Dante ist irgendwo im Qliphoth. Niemand weiß, ob er noch lebt.

„Wir sollten uns aufteilen“, murmelt V, während er seinen Arm ausstreckt, um Griffon einen Platz zu bieten.
„Lasst euch einfach nicht umbringen“, kommentiert Nero und nimmt den linken Weg der Gabelung, die vor ihnen war.
V läuft nach rechts und Lou muss sich ein bisschen beeilen, denn Shadow zerfällt zu schwarzem Staub, um unter V wieder aufzutauchen und mit ihm als schwarze Wolke durch die Straße zu gleiten. Lou trabt los und hat den Poet schnell eingeholt. Das Laufen macht sie nicht müde. Im Gegenteil. Sport und Dämonenjagt. Das sind die zwei Begriffe, die ihr Leben aus machen und die sie glücklich machen. Besonders im Kampf fühlt sie sich wie in einem Rausch, der sie süchtig macht. Sie hört nur noch das Blut in ihren Ohren rauschen und wie die Klinge ihres Schwertes durch die Monster schneidet. Der Rest um sie herum ist egal.
„Übermotiviert?“
Lou schüttelt den Kopf. Ihre blonden, kurzen Haare verschwinden aus ihrem Gesicht und ihr Pony sticht ihr nicht mehr in die Augen. V reißt sie aus ihren Gedanken, da sie beim Joggen das Tempo ran gezogen hat. Ihr ist es nicht aufgefallen.
„Ich war in Gedanken, entschuldige“, spricht Lou in einem lockeren Ton. Sie fokussiert sich wieder auf ihre Umgebung und zieht die Ärmel ihrer alten, braunen Lederjacke hoch. Darunter trägt sie ein weißes Top.
„Halt an.“
V bleibt stehen und Lou auch. Sie dreht sich überrascht zu ihm und will fragen, was los sei, doch die Worte bleiben ihr im Hals stecken. Aus den Fenstern der Häuserruinen klettert eine Gruppe Empusas. Sie springen aus allen Stockwerken des Gebäudes und kommen mit schnellen Insektensschritten auf Lou und V zu.
„Rise!“, haucht V und zeigt mit seinem Gehstock auf eine Empusa. Aus seinem Schatten erhebt sich Shadow, der mit ausgefahrenen Krallen und bleckenden Zähnen auf das Gesicht des Monsters zielt.
Lou wartet keine Sekunde länger, dreht sich auf dem Absatz ihrer Stiefel um und springt einer weiteren Empusa entgegen. Blitzschnell streckt sie die Hand aus, genauso wie das Monster vor ihr und ruft: "Fireball!"
Vor ihrer Hand und damit auch im Gesicht des Monsters bildet sich ein Feuerball. Die Empusa weiß nicht, wie ihr geschieht. Sie schreit als ihre Haut verbrennt, doch auch der Schrei verstummt schnell, da nur noch Asche übrig bleibt.
Innerhalb eines Wimpernschlags hat sie ihr geliebtes Silberschwert in der Hand, welches sie wie Dante bei Bedarf beschwören kann. Lous Schwert ist nur nicht so schwer wie Rebellion oder andere Schwerter, sondern wesentlich leichter. Silber schadet den Monstern noch zusätzlich und das wenige Gewicht erlaubt Lou deutlich mehr Geschwindigkeit.
Ein Monster holt zum ersten Schlag aus. In der gleichen Zeit hat Lou das Bein der Kreatur vom Rest getrennt und sprang bereits weiter, um dem Vieh von hinten das Schwert durch den Kopf zu rammen.
V schickt Griffon, um die grünen Empusas vom Himmel zu holen. Drei Blitze schießen durch die Luft, gefolgt von einem Krähen. Noch bevor die Monster auf den Boden aufkommen, gibt V ihnen den Rest, indem er sie aufspießt.
Lou lebt ihren Rausch. Nach nur wenigen Monstern ist sie warm und sie ist auf dem Schlachtfeld nichts anderes als ein kurzer Moment, ein tödlicher Hauch oder ein Wimpernschlag. Mit flinken Drehungen und schnellen Schritten spielt sie die Dämonen aus, die hastig nach ihr schlagen und beißen. Es dauert nicht lange, bis V und Lou die einzigen Lebenden sind.
Die Dämonenjägerin schnauft und reibt sich den Schweiß aus dem Gesicht. An ihren Klamotten klebt das Blut der Dämonen. Sie ist glücklich.
V schließt zu ihr auf und sie gehen die Straße weiter entlang auf ein Hotel zu.
„Deine Fähigkeiten sind beeindruckend. Schnelligkeit und Präzision so kombinieren zu können, erfordert Talent“, merkt V an, als sie nebeneinander gehen. Lou will schneller gehen, aber sie ist sich um Vs körperlichen Zustand nicht sicher. Er sieht gebrechlich aus und sie will ihn nicht überfordern.
„Ich danke für dein Lob.“ Sie trägt ihren Kopf höher als vorher. Es ist nur ein bisschen, doch so zeigte sie ihre Freude und ihren Stolz. Ein Lächeln steht auf ihren Lippen.
Beide zucken zusammen als sich vor ihnen ein Portal öffnete und zwei Hell Antonera heraus steigen. Die schweren Beile der Dämonen fallen auf den Asphalt und hinterlassen ihre Spuren. Ein siegessicheres Schreien erfüllt die Straße. Lou zögert nicht und auch V schickt sofort Griffons Blitze, die den ersten Antonera in die Mangel nehmen. Mit geschickten Sprüngen nähert sie Lou dem Zweiten an und springt immer zurück, wenn er mit seinen Beilen ausholt. Sie selbst hölt ihr Schwert fest in der Hand, doch sie weicht immer wieder zurück und grinst dabei. Es ist für sie ein Spiel, an welchem sie sich jede Sekunde mehr ergötzt. Das Beil zischt nochmal durch die Luft und bleibt in einem kaputten Auto stecken. Lou hat sich geduckt und nutzt die Chance, dem Antonera das Schwert durch den Hals zu stechen. Und so sackt das Monster in sich zusammen.
Zum Verschnaufen hat sie diesmal keine Zeit. Während ihrem Spiel hatte sie V aus den Augen verloren. Ihre Gedanken gelten ihm erst, als Shadow fauchend in dem Auto neben ihr einschlägt und sie zu sieht, dass der andere Antonera von Griffons Blitzen nicht aufzuhalten war.
Die Beile des Dämons zerschnitten die Luft; V stolpert weiter zurück, doch der Abstand zwischen Ihnen wird immer geringer.
Lou sprintet sofort los. Sie weiß, dass der Antonera beim nächsten Schlag treffen würde. Das Monster holt aus und fixiert V mit seinen roten, kleinen Augen. Die Klinge saust Richtung Boden, Lou schließt die Augen und stößt sich ab. Im letzten Augenblick schubst sie V und sich selbst vom Dämon weg. Beide schlittern über den Asphalt und werden unangenehm von der nächsten Hauswand gebremst.
„So `ne Scheiße“, flucht Lou und fasst sich an den Hinterkopf, der zuerst Bekanntschaft mit der Wand gemacht hat. Schmerzen durchzuckt ihren Körper und ihr ist schwindelig. Dennoch zwingtsie sich zurück auf die Beine zu kommen, was ihr auch gelingt.
Shadow und Griffon haben den Antonera in die Mangel genommen. Der Dämon schreit bei jedem von Shadows Schlägen und nach einem weiteren Blitz von Griffyn lässt er sogar seine riesigen Beile fallen, da er keine Kraft hat, sie zu führen. Schwer atmend beschwört Lou ihr Schwert zurück in ihre Hand und nähert sich dem letzten Dämon. Ohne Gegenwehr rammt sie ihm das Silber durch die Brust und beendet damit den Kampf.
V sitzt gegen die Hauswand gelehnt, gegen die er von Lou geschubst wurde. Er schaut sie überrascht an. Weitere Emotionen kann Lou aus seinem Gesicht nicht lesen. Sie kommt zu ihm zurück und versucht locker zu wirken, jedoch brennt ihr die Lunge.
„Es liest sich schlecht, wenn der eigene Schädel von einem Dämon gespalten wird. Glaub mir“, scherzt sie und grinst leichte. Dabei hält sie V ihre Hand hin, um ihm beim Aufstehen zu helfen, die er annimmt.
„Ich danke dir für deine Hilfe und für diesen Rat“, sagt er und dabei klingt das Ende seines Satzes bissig.Versteht er keinen Spaß?  
„Gern geschehen. Nun lass dich einfach nicht umbringen“, brummelt Lou und geht die Straße weiter entlang. Sie gelangen kurzer Zeit später an ein Hotel, welches von den Wurzeln des Qliphoth durchzogen ist. In der großen Eingangshalle können sie nur noch die Treppen hinauf, denn die Bereiche im Erdgeschoss sind zugewuchert.
Dämonische Schreie sind durch die zerbrochenen Fenster aus der Ferne zu hören.
„Das ist bestimmt Nero“, flüstert Lou und hatte eine Sekunde später ihr Schwert in der Hand, denn sie befürchtet, dass auch hier Dämonen auf sie lauern können.
Auch V rechnet mit einem Gegner hinter jeder Ecke und schreitet angespannt durch die Flure.
Sie durchstreifen das Gebäude bis sie auf dem Dach ankommen.
„Wollen wir eine kurze Pause machen?“, fragt Lou schließlich, die vom ersten Kampf immer noch unter leichten Kopf- und Rückenschmerzen leidet. In der Stadt herrscht Stille. V nickt nur gleichgültig und setzt sich auf die Lüftungsrohre. Dort schlägt er sein Buch auf und liest darin.
Lou setzt sich auf den Boden und konzentriert sich auf ihre Atmung. Sie füllt ihre Lunge mit der staubigen Luft und verdrängt die Schmerzen aus ihrem Körper. Ihre Augen sind geschlossen. Und so vergeht die Zeit, bis V sein Schweigen bricht.
„Was bedeutet dein Tattoo?“ Eine direkte Frage. Der Kragen ihrer Lederjacke ist runter geschlagen, sodass man in filigraner Schrift die Worte Ocultatum libera lesen kann.
Sie antwortet zögerlich, da sie nach den richtigen Worten sucht: „Es soll mich an ein Versprechen erinnern. Und an einen sehr guten Freund. Er starb vor paar Jahren. Lange Geschichte mit großem Drama. Nicht der Rede wert.“
„Der Verlust deines Freundes tut mir Leid. Ich habe bei meiner Frage nicht erwartet, einen wunden Punkt zu treffen.“
„Mach dir keinen Vorwurf“, erwiderte sie gespielt locker, „Ich kann damit umgehen.“ V ahnt nicht, dass diese Aussage eine glatte Lüge ist, doch Lou lässt sich nichts anmerken.
„Was liest du?“, fragte sie daraufhin und dreht sich zu V. Bewusst lenkt sie von diesem Thema ab.
„Poesie“, ist seine kurze Antwort, während er sein Buch in den Händen hält.
„Ich weiß sofort, was du meinst“, meint sie ironisch, doch V steigt nicht auf ihr Gezicke ein.
Nach einem Moment füllt sie ihre Lunge mit Luft und trägt vor:
„Once a dream did weave a shade
O'er my Angel-guarded bed,
That an Emmet lost its way
Where on grass methougt I lay.“

„Du kennst es?“, haucht V atemlos und klappt das Buch mit einer schnellen Handbewegung wieder zusammen. Er traut seinen Ohren kaum, doch Lou steht langsam auf, stellt sich voller Stolz aufrecht hin und sagt die zweite Strophe des Gedichts. Sie spricht es nicht wie eine Geschichte oder eine Erzählung, sondern gibt jeder Silbe das Maß an Gefühl, was sie benötigt.
„Troubled, 'wilder'd, and forlorn,
Dark, benighted, travel-worn,
Over many a tangeld spray,
All heart-broken I heard her say:“

V wartet, bis sie fertig ist. Dann stellt er sich zu ihr. Die dritte Strophe ist seine.
„Oh my children! Do they cry?
Do they hear their father sigh?
Now they look abroad to see:
Now return and weep for me.“

Lou und V ziehen sich gegenseitig in ihren Bann. Sie hängen sich förmlich an den Lippen und sind mit entfachter Leidenschaft dabei.
„Pitying, I drop'd a tear;
But I saw a glow-worm near,
Wo replied: What wailing wight
Calls the watchmann of the night?“

„Deine Art, das Gedicht vorzutragen, ist wunderschön“, gesteht V, der sich auf seinem Gehstock stützt.
„Ich danke dir. Es zählt zu meinen aller Liebsten.“
„Heißt es, du kennst noch mehr?“
Sie zögert kurz: „Ja, vor der Dämonenjagt hatte ich tatsächlich auch andere Hobbys.“
V zog verdutzt die Augenbrauen hoch.
„Das hier ist nichts anderes als ein Tapetenwechsel für mich. Ein Tapetenwechsel mit viel Blut“, scherzt Lou und dreht sich lässig um, da sie von hinten ein Beben gehört hat, „Und jetzt lassen wir den sentimentalen Scheiß mal sein, sonst stürze ich mich hier runter.“
In der Ferne sehen sie, wie ein riesiger Dämon vom Turm einer zerstörten Kirche hinunter springt. Er brüllt angsteinflößend und spricht, doch V und Lou verstehen kein Wort.
„Glaubst du Nero ist da?“, fragt die Blonde.
„Vermutlich“, murmelt er als Antwort, wobei sich Griffon in die Luft erhebt.
„Uuuhhh, ich kenne ihn!“, ruft der Vogel quirlig, „Es ist Goliath! Aus der Unterwelt! Er ist zwar groß, aber besonders gut denken kann er nicht.“
„Denken zählt auch nicht zu den Stärken der meisten Dämonen“, kommentiert Lou und starrt weiter voraus.
„Hey! Sei bloß nicht so-“
Griffon saust vor Lou durch die Luft. Blitzschnell beschwört sie ihr Schwert und schlägt dem Vogel mit der breiten Seite des Schwertes über den Kopf.
„Fass mich nicht an“, faucht sie, „und geh mir nicht auf die Nerven.“
Er kehrte wieder zu Vs Seite zurück, der ihm ein „Selber Schuld“, zu knurrt.
„Wir gehen hin. Auf geht’s.“



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Hallo ihr süßen Mäuse!
Ich fasse mich kurz! Vielen Dank, dass ihr das erste Kapitel gelesen habt. Es folgen noch einige andere.
Fühlt euch frei, mir Kritik zu hinterlassen und eure Meinung kund zu tun.
Das Gedicht ist von William Blake.
Meine Geschichte ist auch auf Wattpad und Tumblr zu finden. Das sind also keine Plagiate, sondern einfach meine anderen Accounts.
Fühlt euch gedrückt, eure Snow
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