Die Wölfin und ihr Zorn

GeschichteDrama, Romanze / P18
Eric OC (Own Character)
09.02.2020
17.08.2020
41
200.602
61
Alle Kapitel
338 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
09.02.2020 1.107
 
Hallo und herzlich willkommen zu meiner zweiten Divergent-FF!



Und wenige Tage nach Ende des 1. Teils startet schon der 2. Teil. Unglaublich. Aber ich freue mich. Für diejenigen, die mich nicht kennen und auch nicht meine erste FF »Der Zenturio und sein Herz« gelesen haben: dies ist mehr oder weniger ein Crossover zwischen »The Hungergames« und »Divergent« und wenn sich hier jemand ohne Vorkenntnisse reinwagt, Respekt, aber ich empfehle, vorher Teil 1 zu lesen. Sonst wird hier nichts einen Sinn ergeben. Hier der Link: Der Zenturio und sein Herz.

Alle Alteingesessenen und auch neue Leute, die vom 1. Teil hierher gefunden haben, begrüße ich ganz herzlich. Schön, dass ihr auch dieses Abenteuer mit mir erleben wollt. Ein paar Dinge muss ich vorher noch loswerden.

Erstens: manche glauben anhand der Zusammenfassung vielleicht, dass sie im falschen Film gelandet sind :D Aber das ist nicht der Fall. Es hat nur einen Zeitsprung zwischen Teil 1 und Teil 2 gegeben und dieser beträgt sage und schreibe 2 Jahre. Puh. Das ist lang. Außerdem hat sich unser System etwas geändert. Im »Zenturio« sind erste Andeutungen diesbezüglich gefallen, jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß: Das Fraktionssystem hat das System, bestehend aus Distrikten und Hungerspielen, ersetzt. Wir befinden uns sozusagen in einem Post-Hungerspiele-, Prä-Chicago-AU. So ähnlich jedenfalls. Mehr erfahrt ihr im Prolog.

Zweitens: wir springen in dieser Geschichte direkt ins Geschehen. Das, was in den letzten zwei Jahren geschehen ist, erfahren wir nach und nach. Wir werden also Fragen haben, die erst noch geklärt werden müssen. Ihr kennt mich ja, ich liebe es, den Geist zu verwirren :D

Drittens: der Upload wird regelmäßig sein, aber etwas willkürlicher. Ich lege mich nicht mehr eindeutig auf Mittwoch fest, weil es oft so war, dass ich an diesem Tag im Stau stand. Es kann also auch mal ein Donnerstag sein. Oder ein Samstag :)

Ansonsten gibt es gar nicht mehr so viel zu sagen. Einen ausführlichen Disclaimer spare ich mir, leider habe ich nach wie vor keine Rechte an »Divergent« und »The Hungergames«.

Meine Lieben, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen des Prologs. Nachher kommt außerdem noch das 1. Kapitel, in dem schon ein bisschen mehr passiert.


LG
Eure dreamy



───── ❁ ❁  ─────




Prolog: Schöne Neue Welt




Ein Land, verwüstet von Naturkatastrophen. Eine Stadt, die Zeuge zweier Rebellionen geworden war, die die Dunklen und die Feurigen Tage gesehen hatte. In diesem Land, über dieser Stadt ging gerade die Sonne auf und sie brachte die Fassaden im Innern, den See davor zum Glitzern. Hätte ein Fremder sie besucht und nach ihrer Geschichte gefragt, hätte er wohl nicht geglaubt, was sich erst vor zwei Jahren hier zugetragen hatte. Damals hatten die monumentalen Bauten in Flammen gestanden und innerhalb weniger Sonnenaufgänge war eine ganze Zivilisation ausgelöscht worden. Den Flammen verdankten jene Tage ihren Namen: die Feurigen Tage. Und im Gegensatz zu ihren Dunklen Namensvettern waren sie ein voller Erfolg gewesen, denn die Rebellen hatten gesiegt und eine Zeit der Unterdrückung beendet. Doch je höher eine Sonne steigt, desto länger werden auch die Schatten, die sie wirft. In dieser Stadt wurden einst Gebäude unvorstellbarer Höhe errichtet, deswegen war die Dunkelheit insbesondere in den Abendstunden ausgeprägter. Sie schlich in schmale Gassen und abgeschiedene Nischen und erlaubte den Zornigen unter uns, Pläne zu schmieden, erlaubte der Gewalt, sich bahnzubrechen ...

Panem existierte noch. Doch wie man die alte Zivilisation gerufen hatte – das Kapitol und seine Kapitolianer –, das wurde nur noch hinter vorgehaltener Hand geflüstert. Jene Ausdrücke waren verboten. Nichts sollte mehr an das Jahrhundert erinnern, in dem ein Präsident regiert hatte und alljährliche Hungerspiele uns oftmals 24 unserer Kinder genommen hatten. Eines der 24 hatte überlebt, war aber danach nie wieder frei gewesen. Das war jetzt Chicago. Man hatte die Stadt nach einem fiktiven Ort aus einer der Arenen benannt. Als Erinnerung an die Helden, welche an den letzten Hungerspielen beteiligt gewesen waren. Nun gab es keine Spiele mehr. Auch unser System hatte sich nach den Feurigen Tagen verändert. Nicht länger waren wir durch Örtlichkeiten voneinander getrennt, stattdessen lebten wir alle gemeinsam in Chicago und grenzten uns durch unseren Charakter voneinander ab: Klugheit, Tapferkeit, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Selbstlosigkeit, oder übersetzt in eine Sprache, die die Klugen zu bewahren anstrebten und noch älter als die ersten Hungerspiele war: Ken, Ferox, Candor, Amite, Altruan. Fraktionen hatten die Distriktzugehörigkeit ersetzt, die Distrikte selbst waren aufgegeben worden und sahen sich dort draußen Mutter Natur sowie dem Zahn der Zeit ausgesetzt. Lediglich im ehemaligen Landwirtschaftsdistrikt regten sich gelegentlich ein Pflug, eine Sense und angeschirrte Tiere, um die Ernährung von so vielen Menschen auf einem Haufen zu gewährleisten.

In zwei Jahren hatte sich vieles verändert, aber nicht alle waren mit dieser Änderung einverstanden und nicht alle hatten ihren Platz gefunden. Der Frieden war nur oberflächlich. Wenn man genau hinsah, in öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Parkanlagen, fiel einem das Rot an den Wänden und im Gras auf. Das Blut. Es stammte von Überlebenden der Herrschergeneration. Ehemaligen Kapitolsbewohnern. Die Schöpfer von Chicago, die Ken und die Ferox, jagten sie unerbittlich, weil sie jeden Beweis, dass es mal eine alte Ordnung gegeben hatte, vernichten wollten. Aber das Blut stammte auch von Menschen, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen waren. Überraschend viele vermissten die Hungerspiele, die Gewalt und den Tod. Das waren vor allem Jugendliche, ehemalige Karrieros, die sich nicht damit abfinden konnten, bis zu ihrem 18. Lebensjahr zu warten, um sich für die Kriegerfraktion zu entscheiden. Bei ihnen könnten sie zuschlagen, zur Waffe greifen, den Jagdtrieb ausleben, mit dem sie dank der Spiele großgeworden waren. Die Kinder unter uns hatten sich dem Testergebnis ihrer Eltern beugen müssen, erst mit 18, am Tag ihrer Bestimmung, dürften sie selbst wählen. So hatten es unsere Anführer beschlossen. Und bis es so weit war, häuften sich bei den Nicht-Krieger-Fraktionen die Unruhen. Viele junge Menschen waren noch nicht da, wo es ihr Herz hinzog.

So erging es auch mir. Ich, Maia Black, lebte nun in Chicago bei den Candor. Nicht, weil ich so ehrlich war. Das verdankte ich vielmehr meiner einzigen noch lebenden Verwandtschaft, namentlich Tante und Cousin. Die wiesen einen schon am Morgen unverblümt darauf hin, dass man sich noch so sehr aufbrezeln könnte, die hässliche Narbe am Knie würde deswegen auch nicht verschwinden. Na ja ...

Hier war ich nun. Und ich schreckte weder vor Chicagos Schatten noch seinem Blut zurück.



───── ❁ ❁  ─────



Glossar:
Die Dunklen Tage: Bezeichnung für die Zeitspanne, in der die erste Rebellion in Panem stattgefunden hat. Das Äquivalent >Die Feurigen Tage< ist von mir frei erfunden und meint die Zeit nach den 100. Hungerspielen, als das Kapitol von einer zweiten Rebellenbewegung vernichtet wurde.
Review schreiben