Zu wissen, dass ich lebe

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P16 Slash
Carl Gallagher Debbie Gallagher Ian Gallagher Kevin "Kev" Ball Mickey Milkovich Phillip "Lip" Gallagher
08.02.2020
08.02.2020
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08.02.2020 2.571
 
Es ist Freitag früh, so gegen acht. Ian ist gerade erst aufgewacht und genießt die Aussicht, beziehungsweise den Blick auf seinen Verlobten. Es ist schon einige Tage her, dass sie wieder zusammen sind und dennoch ist es ein unglaubliches Gefühl wieder neben Mickey einzuschlafen und auch aufzuwachen. Als hätte Mickey es gemerkt öffnet er langsam seine Augen. Er blinzelt ein paar mal um einen scharfen Blick zu bekommen und schaut Ian dann tief in die Augen. „Hast du mich etwa angestarrt? Du weißt genau, dass das einen Wahnsinnig macht.“ blafft Mickey. Ian lächelt ihn nur an und als das Lächeln erwidert wird küssen sie sich sanft. Ihre Lippen lösen sich wieder und Mickey streicht sanft über Ians Wange. Dieser umfasst mit seiner Hand die seines Freundes und richtet sich auf. Mit seinen Händen versucht er vergeblich an seinem linken Bein zu kratzen.

Als er anfängt seine Haut fast schon aufzukratzen schlägt Mickey ihn auf den Arm „Hör auf damit, hat dir wer ins Hirn geschissen, oder was? Das Teil kommt doch heute eh wieder ab. Wenn du so weitermachst wird das mit dem vögeln nie wieder was.“

Ian schaut ihn leicht verärgert an „Hast du überhaupt eine Ahnung wie doll das juckt, ich hab das Gefühl, dass mein Bein abfällt.“

„Wenn du so weitermachst passiert das auch noch.“ Mickey hat sich mittlerweile auch aufgerichtet und schwingt seine Beine über die Bettkante. „Komm schon, schwing deinen Hintern aus dem Bett und mach dich fertig. Sonst verpasst du noch deinen Termin beim Arzt.“ Er schmeißt Ian  ein paar Klamotten ins Gesicht und geht ins Bad.

Ian zieht sich schnell das Shirt über und dreht die Jeans auf die richtige Seite.  Er zieht sich fertig an, nimmt seine Krücken und macht sich auf dem Weg ins Bad. Während Mickey auf dem Klo ist putzt er sich die Zähne und macht sich dann mit Mickey auf den Weg nach unten. Lip und Debbie sitzen am Küchentisch und unterhalten sich über Milwaukee. Ian mag den Gedanken nicht, dass sein Bruder nun auch wegziehen wird. Er muss ständig daran denken wie es wohl seien wird, wenn er nicht mehr da ist.



Er wird von einem Babyschrei aus seinen Gedanken gerissen. Er schaut auf und sieht wie Lip sich auf den Weg zum Babybett macht und versucht das Kind zu beruhigen.

„Ist alles ok bei dir Ian? Du wirkst nachdenklich.“ fragt Debbie.

„Nah, ich freu mich nur endlich dieses Teil abzubekommen, dann werd ich erstmal diese Stelzenteile in die Ecke pfeffern und mich freun wieder frei laufen zu können.“

„Das kann ich mir denken, wann ist dein Termin nachher? Vielleicht kann Lip dich ja mitnehmen er wollte noch irgendwas kaufen oder so.“ sagt Debbie, ihr Blick wandert dabei zu Lip der damit beschäftigt ist seinen Sohn sanft zu schaukeln. Ian dreht sich zum Kühlschrank und schaut über Mickeys Schulter auf den Terminplan. „Halb zwölf muss ich dort sein“

Lip hörte die beiden anscheinend reden als er wieder in die Küche kam. „Klar kann ich dich mitnehmen, das Krankenhaus ist eh auf dem Weg. Aber ich dachte, dass Mick dich begleiten wollte?“

„Nah kann heut nicht muss noch Dinge vorbereiten und Zuhause vorbeischauen um noch ein paar Sachen zu holen.“ sagte Mickey als er sich mit seiner Tasse an den Tisch setzte.

„Ok Ian, dann solltest du dich bereit machen dass wir etwa um elf losmachen.“

Ian schaut kurz auf seine Uhr, nimmt einen letzten Schluck Kaffee und humpelt mit den Worten „Geh noch mal eben duschen“ die Treppe hoch.



Als er oben verschwunden war versammelten sich die restlichen am Küchentisch. Die Hintertür öffnet sich und Kev und V kommen rein. V setzt sich fix auf einen Stuhl, Kev steht hinter ihr. Sie lehnt sich vor und fragt im Flüsterton „Ist er hier unten oder können wir frei reden?“



„Er ist eben duschen gegangen, ich denke dass er sich Zeit lassen wird. Muss erstmal sein Bein einpacken damit es nicht nass wird und so.“ sagt Mickey



V schaut ihn lächelnd an und sagt jetzt in relativ normaler Lautstärke „Ok also eine Überraschungspary für Ian. Was außer der dramatischen Verlobung wird noch gefeiert?“



Diesmal übernimmt Debbie die Antwort „Also wir wollten noch mal eine typische Gallagherparty feiern bevor Lip weg ist, Ian und Mick sich vielleicht eine neue Wohnung holen und ein bisschen auch weil wir alle erleichtert sind dass Ian den Verband los ist.“

„Und am wichtigsten ist natürlich dass Gallagher endlich mal den Arsch in der Hose hatte und nicht nochmal kneifen wird.“sagt Mickey und sieht direkt die Blicke welche bei diesem Satz auf ihn fallen. „Ich werd einfach versuchen ihn noch ein wenig abzulenken den Tag über und so 18 Uhr kommen wir dann wahrscheinlich her. Denkt ihr bis dahin habt ihr alles klar gemacht?“

Die meisten nicken darauf und schmunzeln immer noch bei dem Gedanken an die vorherige Aussage.







Ian brauchte etwa eine halbe Stunde um endlich fertig zu duschen. Es ist jetzt kurz nach neun und Ian kann es kaum erwarten den Verband loszuwerden. Er hat gefrühstückt, etwas Zeit mit Mickey verbracht und war froh dass er da war, denn Ian hatte plötzlich mal wieder Nasenbluten bekommen und ohne Mickeys Taschentuch hätte er sich wohl nochmal umziehen müssen. Mickey musste anschließend los. Ian lag noch eine Weile auf der Couch bis Lip ihm sagte dass sie gleich los machen.

Er machte sich auf den Weg zum Auto und setzte sich auf den Beifahrersitz.

Auf der Fahrt unterhielten sie sich vor allem über Lips Kind und auch über die bevorstehende Hochzeit. Es macht Ian nervös darüber nachzudenken aber trotzdem freut er sich extrem.

Sie sind am Krankenhaus angekommen und Ian steigt aus. Er weiß mittlerweile den Weg gefühlt auswendig zur Orthopädie und das obwohl das Krankenhaus echt übertrieben groß ist. Er hat sich am Schalter der Orthopädie angemeldet und kam auch relativ schnell dran. Dr. Holten hat ihn zuvor schon ein paar mal untersucht und war wohl heute der glückliche, der den Verband abmachen sollte. Da Holten wusste wie dringend Ian den Verband abhaben wollte machte er keine großen Umschweife und öffnete den Verband mit der Schere. Ian lehnte sich zurück, es war ein befreiendes Gefühl, was jedoch nicht lange anhielt, Ian schaute zu Holten, da dieser ein ziemlich besorgtes Geräusch machte. Als Ian nach unten sah war ihm klar wieso. Obwohl der Bruch in seinem Schienbein glatt und schon verheilt war war sein Bein immer noch mit blauen Flecken übersät. Fragend schaut Ian den Arzt an, welcher jetzt aufsteht und sich doch einen Stuhl ranzieht.

„Das ist wahrscheinlich nichts, wegen den Schmerztabletten haben Sie sicherlich nicht gemerkt, dass Sie sich gestoßen haben oder etwas in der Art.“ sagt Holten als er sich das Bein genauer anschaut. „Haben sie sich in letzter Zeit irgendwie unwohl gefühlt oder ähnliches?“



„Nicht wirklich, ich hab nur ein bisschen abgenommen, aber das kann auch an dem Stress liegen wissen Sie, ich werd nämlich demnächst heiraten. Zumindest hoffe ich das.“ Ian konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Der Gedanke daran, Mickey zu heiraten lies sein Herz immer höher schlagen.



„Das freut mich.“ sagt Holten als er aufsteht. Er geht zu einem der Schränke im Zimmer und nimmt einige Spritzen und andere Dinge heraus. „Um auf Nummer sicher zu gehen sollten wir noch einmal ein paar Test machen. Keine Sorge nur ein kurzer Bluttest und dann sind Sie endlich erlöst.“ er lächelt Ian an als er auf ihn zukommt. Er nimmt schnell etwas Blut ab und gibt es einer Schwester.

Ian wurde angewiesen sich wieder ins Wartezimmer zu setzen.







Ian sitzt jetzt seid etwas über einer Dreiviertelstunde in einem der monotonsten Zimmer die er jemals gesehen hat, als sein Handy vibriert. Er holt es aus seiner Hosentasche und entsperrt es. Es war eine Nachricht von Mickey was wohl zu erwarten war, immerhin ist er jetzt schon eine Stunde länger weg als vorgesehen.

Mick:

‚Hey, was brauchst du so lange? Schwing deinen Arsch hier her.‘


Ian seufzt und schaut kurz die Decke an ehe er antwortet.


Ian:

‚Es mussten noch ein paar Untersuchungen gemacht werden, ich warte momentan auf die Ergebnisse. Dürfte noch ne Weile dauern die lassen sich echt Zeit!‘

Es dauerte eine Weile bis Mickey antwortete. Ian lächelt ein wenig als er sieht, dass das einzige was aber als Antwort bekam ein simples ‚Fuck you‘ war.

Nach etwa einer Stunde kommt eine Schwester ins Wartezimmer und fragt die wartenden Patienten „Gallagher, Ian Gallagher?“ Ian sieht kurz zu ihr und steht mit einem knappen Handzeichen auf.

„Würden sie mir bitte folgen, Dr. Holten möchte noch ein paar Untersuchungen vornehmen lassen.“

Ian folgt ihr ohne etwas zu sagen. Er hat ein ungutes Gefühl, da Holten ihm sonst steht’s gesagt hat, was nicht stimmt und was als Nächstes mit seinem gebrochenem Bein gemacht wird.







Währenddessen fährt Debbie mit Mickey und Franny in den nächsten Supermarkt. Wenn sie eine Party im Gallagher Stil machen wollten brauchten sie zwei Dinge : Alkohol und noch mehr Alkohol. Sie kamen am Parkplatz an und im Laden teilten sie sich auf.

„Ich schätze mal, dass du mehr von Deko und so verstehst. Kannst du Konfetti oder so holen?“ fragt Mickey, schaut seitlich an der Schwester seines Verlobten vorbei und streicht sich dabei mit dem Daumen über die Braue. Er war echt komplett aufgeschmissen was die richtige Planung von richtigen Feiern angeht. Dort wo er herkommt war schließlich das einzige freudige Ereignis das verprügeln eines Obdachlosen oder ein glücklich verlaufendes Drogengeschäft. Als er darüber nachdenkt, wie viel sich in seinem Leben dank Ian zum besseren verändert hat wird ihm wieder mal klar was für ein Glück er hat ihn zu haben.



„Jo, mach ich, ich hatte schon erwartet, dass dich das ein bisschen überfordert.“ Debbie schaut ihn an und lächelt genauso dämlich wie der Typ in den Mickey sich verliebt hat. Mickey kann nicht anders, als zurück zulächeln.

Debbie setzt Franny in den Einkaufswagen und macht sich auf den Weg. Der schwarzhaarige sieht ihr noch ein wenig nach und denkt darüber nach, dass er bald zu ihrer Familie gehört und dass die Gallaghers wirklich um Welten besser sind als seine Familie. Es ist echt krass, was Fiona aus der Situation mit Frank und Monica als Eltern machen konnte.



Mick wacht wieder aus seinen Gedanken auf, sieht sich kurz um und macht sich dann auf den Weg zu dem gewünschten Alkoholregal. Er hatte sogar extra einen Zettel bekommen, auf dem die Extrawünsche jedes einzelnen standen. So wollte Veronica zum Beispiel irgendein Champagner Zeugs und Lip eine regelrechte Auswahl an alkoholfreiem Bier. Warum auch immer man sowas freiwillig trinken sollte.



Nachdem sie alles gekauft hatten und dabei waren, den Kofferraum vollzupacken kann Mickey nicht anders als mal wieder auf sein Handy zu schauen. Ian hatte ihm vor einer Weile wieder geschrieben und hat an sich nicht viel mehr gesagt als ‚Brauch noch nen paar Untersuchungen, nichts großes. Dauert echt ewig. Das Alibi können wir wohl knicken‘

Und diese Nachricht ist jetzt auch schon gut eineinhalb Stunden alt. Aber dass das echt so lange dauert hätte Mick nicht gedacht. Immerhin ist Ian jetzt seit etwa vier oder sogar fünf Stunden im Krankenhaus um seinen Gips abzubekommen. Debbie schaut ihn an, anscheinend hat sie gemerkt, dass er sich Sorgen macht. „Hey, du hast jetzt schon das locker 30 mal auf dein Handy geschaut. Wenn du mit jemand anderem als Ian schreibst werd ich das petzen.“ sagt sie grinsend.

Erst nach einer Weile hat der ältere gemerkt, dass das ein Spaß war. Er zeigt ihr den Finger und schiebt sein Telefon zurück in seine Jacke. „Ich warte drauf, dass dein Bruder zurückschreibt, der Arsch hat sich seit fast zwei Stunden oder so nicht mehr gemeldet. Am Ende geht er heimlich nach Hause und die ganze Planung ist wegen diesem Idioten hinüber.“

Debbie fängt an zu lachen und boxt Mickey sanft auf den Arm, bevor sie ihre Tochter in den Kindersitz schnallt und ins Auto steigt.

Sie hatte Recht, es gibt noch viel zu tun und das Essen musste auch noch gemacht werden.











Ian wurde langsam echt nervös, er hatte leider eine grobe Vermutung was falsch sein könnte und leider fügt sich alles zusammen. Er sitzt mittlerweile wieder in einem der Behandlungszimmer und schaut sich die Bilder der inneren Medizin an, denn dort ist er jetzt. Eine Krankenschwester hat ihn vor ein paar Minuten in diesen Teil des Gebäudes gebracht.

Als er anfing mit dem Reißverschluss seiner Jack zu spielen ging die Tür auf. Ian schaut die drei Leute an, die reinkommen. Einer ist Dr. Holten mit einer Akte in der Hand, der andere ist ein weiterer Arzt, wahrscheinlich von der inneren, und eine Krankenschwester. Dr. Holten fängt als erstes an „ Also Herr Gallagher, das hier ist Dr. Blake Ross. Er ist ein wirklich guter Arzt der inneren Medizin und Onkologie.“ Holten machte eine Pause und Ian war sich jetzt sicher. Er schaut zu seinen Händen und wartet darauf, dass einer der beiden Ärzte fortfährt. Dr. Ross setzt sich auf einen der Hocker und öffnet die Akte, welcher er von Holten bekam. „Nun Mr. Gallagher, wir haben ihr Blut gründlich untersuchen lassen und sie haben deutlich erhöhte Leukozyt–Werte. Ich nehme an sie wissen, was das im Zusammenhang mit den anderen Symptomen, welche sie nannten zu tun hat aber ich bin verpflichtet es ihnen nochmals zu sagen.“ es gab eine Pause.

Ians Gedanken überrumpelten sich. Er wusste, was er als Nächstes zu hören bekommt und doch wollte er es nicht wahrhaben. Er wollte taub sein, alles was um ihn herum war ausblenden. Alles, alles ist vorbei wenn er diese Worte hören würde. Und Mick, was ist mit Mickey. Wird er ihn verlassen? Nein, würde er sicher nicht. Es wird viel schlimmer sein, es wird sein wie damals als ihm gesagt wurde, dass er bipolar ist. Mickey wird mit ihm zutun haben und Ian kann es nicht ändern. Aber er hat Hoffnung, Mick wird bei ihm sein und alles wird gut. Alles wird gut bis auf die Worte „ …Wir nehmen an, dass sie aufgrund der Laborwerte an einer Form von Leukämie erkrankt sind.“

Ian nickt. Es war ihm bereits seit einigen Minuten oder Stunden bekannt. Aber er darf nicht den Kopf hängen lassen, noch nicht. Erst wenn er zuhause ist und den anderen sagt, was er eben hörte kann er traurig sein oder so.

„ Und können sie sich da ganz sicher sein? Es gibt auch andere Erkrankungen, welche so etwas verursachen können.“ sagt Ian und lässt dabei seine linke Hand durch seine roten Haarsträhnen gleiten und versucht dabei möglichst nicht seine Stimme brechen zu lassen.

„Nun, wir würden am liebsten noch eine Knochenmarkprobe nehmen, dafür müssten Sie noch etwa zwei Stunden hierbleiben aber die Ergebnisse wären dann eindeutig.“ sagt Holten. Ian nickt nur.

„Wenn unsere Vermutung richtig ist werden wir Ihnen ein paar Rezepte ausstellen und für Sie einen Termin morgen in der Onkologie machen. Es tut mir Leid Ihnen das jetzt schon zu sagen aber wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass unsere Vermutung richtig ist.“ Ian nickt wieder, er kann es verstehen. Er geht mit der Schwester in einen anderen Raum, er soll dort für die Entnahme vorbereitet werden. Ihm wird gesagt, dass er in etwa 15 Minuten wieder geholt wird.

Er nimmt sein Handy aus der Tasche und schreibt Mickey. Er kann den Bildschirm nicht wirklich erkennen, denn jetzt hat er Tränen in den Augen. Nachdem er ein paar mal blinzelte konnte er halbwegs erkennen was er schreibt. Er steckt das Handy wieder in die Tasche und macht sich fertig
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