thoughts & scars

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
General Hux Kylo Ren Rey Snoke
08.02.2020
26.03.2020
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Eine Zeitlang war es friedlich auf dem Sternenzerstörer. Man begegnete sich, sprach miteinander, wenn es sich nicht umgehen ließ, blieb aber zurückhaltend. Beinah höflich.
In keiner Nacht kam Kylo Ren in seine Kabine und ließ auch sonst mit nichts erkennen, was er dachte. Er trug wieder ständig seine Maske wie ein Feigling und ließ ihn im Dunkeln stehen. Es fehlte nur die übliche Aggression. Das Fehlen nahm Armitage so intensiv wahr, dass er sich fragte, woran es lag.
Als Snoke sie beide zu sich rief, war er darüber nicht erfreut. Die Angst, dass ihre fragile Harmonie wieder zerstört wurde, war stark. Eine Alternative gab es aber auch nicht.

„Wir nähern uns morgen der Kolonie Candoria. General Hux wird dort von dem Anführer der Brüder der Rache X’lite erwartet. Er hat mir mitteilen lassen, dass er an einem Zusammenschluss interessiert wäre. Sprich mit ihm, höre dir seine Vorstellungen an und entscheide, ob es sich lohnt die Brüder in die Erste Ordnung einzufügen. Es sind nur wenige, doch ihre Kampfkunst ist legendär.“
Hoffentlich hörte nur er Kylos leises Knurren an seiner Seite und nicht Snoke.
„Und was soll ich machen?“, fragte Ren.
„Du sollst es nur wissen“, entgegnete Snoke ausdruckslos und verschwand. Kaum war er weg, lief Ren mit großen Schritten weg. Irritiert sah er ihm nach.


Kylo lief direkt in seine Kabine und nahm sich seinen Helm ab. Seit jener Nacht in General Hux‘ Kabine fühlte er sich noch viel zerrissener als sonst. Er war nicht mehr er selbst. Rey. Ben. Wo und wer war er?
Trotzdem er wieder ein Bett hatte, schlief er weiterhin am Boden. Nichts anderes konnte ihn beruhigen, als die Kälte des Untergrundes. Den General zu sehen, war Folter. Nur zu ertragen hinter seiner Maske. Wie sonst könnte er seine Gedanken verstecken? Wie sonst könnte er verbergen, dass er jede Nacht darüber nachdachte wieder zu ihm zu gehen. Um nicht allein zu sein. Und, um es diesmal vielleicht anders zu machen. Mit beiden Händen rieb er sich über sein Gesicht, drängte die Tränen der Hilflosigkeit zurück und ließ die Wut kommen.
Dann war sie da, überwältigte ihn wie immer. Sein Griff zum Schwert war automatisch, das Zerschlagen seiner Einrichtung auch. Er brüllte dabei wie ein eingesperrtes Tier und hört auch nicht auf, als nur noch Trümmer übrig waren. Seine Arme zitterten, seine Stimme war heiser und doch wusste er noch immer keine Lösung.
Was fühlte er?
Für Rey?
Für Hux?
Für sich selbst?

Erschöpft blieb er auf dem Boden liegen. Als er irgendwann wieder zu sich kam, wusste er nicht mehr als zuvor. Er sah sich um. Alles war zerstört, wie alles in ihm. Nur Scherben. Scharfe Stücke seines Selbst. Vielleicht wusste er nie, wer er war, weil er es nie selbst herausfinden durfte? Nur dieser Moment, neben Hux, hatte ihm gesagt, dass er nicht das war, was er von sich selbst dachte.
Seine Hand auf Armitages Gesicht – das könnte er sein. Das war Ben ohne Wut.
Kylo zog sich seine Kleidung bis auf die Unterhose aus, nahm sein Schwert zur Hand und musste dabei erstaunt feststellen, dass sein rechter Arm immer noch zitterte. Behutsam legte er seine Waffe weg.
Hux kam er allein mit seiner Macht bei. Entschlossen, es ein Mal richtig zu machen, um zu wissen wie es sich anfühlte, ging er nach nebenan. Ohne etwas zu sagen, packte er Hux mit einer Hand am Hals und presste ihn gegen die Wand. Hux hatte zumindest in seinem Bett gelegen. Ob er geschlafen hatte, war unklar. Das Licht war an und neben seinem Bett lagen Karten der unterschiedlichsten Quadranten und Sektoren. Wenn er es an Hux‘ blütenweißen Shorts festmachen wollte, war es wohl mitten in der Nacht. Der Rothaarige röchelte in seinem Griff und versuchte seine Hand loszubekommen.
Ben atmete nur. Sah auf die rotblonden Wimpern, die flatterten und atmete nur die Lust weg, die ihn überspülte. Jetzt waren es doch gewaltige Wellen, die in ihm gegen eine Mauer brandeten. Wie hatte der General das gemacht? Mit was hatte er ihn derart manipuliert, ohne in seine Gedanken sehen zu können? Er tat es bei ihm und fand nicht viel, außer Todesangst und einen Hauch Ärger. Abrupt ließ er Hux los. Der Mann glitt zu Boden, hatte beide Hände am Hals und keuchte und hustete eine Weile. In dieser Weile setzte sich Kylo aufs Bett und sah sich die Karten an.
„Erwartest du morgen Ärger?“, fragte er beiläufig, weil es Karten der umliegenden Kolonien waren.
„Ich … bin gern … vorbereitet“, sagte Hux mit rauer Stimme. Er kniete noch immer. Kylo beobachtete ihn, dachte darüber nach seine Hose nach unten zu ziehen und die Formel abzurufen, ließ es aber sein.
„Soll ich mitkommen?“
„Nein, ich schaffe das schon. Ich nehme ein Fire Team mit. Das reicht sicherlich. Es soll nur ein Sondierungsgespräch sein. Warum …“ Hux kam endlich wieder auf die Beine. Die Beule in seinen Shorts sprach Bände und Kylo verkniff sich ein Schmunzeln, als er es bemerkte.
„Warum bist du hier?“
Irgendwas war mit Armitage Hux passiert. Sein Ton war noch immer unterkühlt und hochmütig. Aber in seinen Augen war diese winzige Glut, die er das erste Mal dort gesehen hatte, als er ihn mit dem Servilen überrascht hatte. Diese Glut sorgte dafür, dass seine Augen nicht mehr wie Eisstrahler wirkten. Ja, warum war er hier? Es war eine gute Frage, auf die er nicht exakt würde antworten können. Um es richtig zu machen, wäre eine vage Antwort. Die Wahrheit war, er wusste es nicht so genau und müsste es herausfinden. Deshalb war er hier.
Kylo deutete mit dem Kopf neben sich aufs Bett. Er sah, wie der Rothaarige angespannt schluckte, schließlich aber zu ihm kam und sich setzte. Kylo warf die Sektorenkarten achtlos zur Seite. Es war nur eine Kolonie und Hux würde schon wissen, was er tat. Schließlich war er nicht umsonst General. Mit einem schnellen Griff drückte er ihn nach hinten. Hux keuchte erschrocken auf, wehrte sich aber nicht vehement.
„Würdest du mir erklären, was du … vorhast?“, fragte er atemlos. Nein, würde er nicht. Stattdessen erwiderte er nur:
„Was? Keine Drohungen? Keine Anschuldigungen? Keine Warnungen?“ Verunsichert blinzelte Hux.
„Falls du mir die Schuld gibst, dass du … in dieser Nacht bei mir geblieben bist, dann … dann ist das einfach lächerlich.“ Darauf gab Kylo ihm keine Antwort. Er kniete sich über Hux und zog ihm nicht gerade sanft seine Shorts nach unten. Dabei fiel sein Blick auf den hellen, muskulösen Bauch. Irgendwas daran stimulierte ihn immens. So sehr, dass seine Hose unangenehm eng wurde. Aber dafür war er eigentlich nicht hier.
„Was … tust du da?“, hörte er Armitage verwundert keuchen, als er seinen Mund auf den bebenden, weißen Bauch drückte. Das Zusammenzucken des Generals war überdeutlich und setzte sich in seinem eigenen Körper hundertfach fort. Nackt und verwundbar lag der andere Mann vor ihm. Es wäre so einfach ihn zu töten und diesem Konflikt ein für allemal zu entfliehen. Ein toter Hux forderte keine Zuneigung und gab auch keine Zärtlichkeit mehr. Ein toter Hux brachte ihn nicht in Bedrängnis über die Wahrheit seiner eigenen Gefühle nachgrübeln zu müssen. Er würde ihm nie mehr in einsamen Nächten Gesellschaft sein und ihn nie mehr von oben herab behandeln, als wäre er ein Kind. Der Ozean seiner Augen würde erlöschen, ebenso die Glut darin. Nicht jetzt, Kylo, sagte er sich und berührte die Muskeln unter der weißen Haut mit seinen Lippen. Anders als Armitage Hux schloss er nicht seine Augen. Ganz im Gegenteil, er sah ihn oft an. Er sah nach oben, als er seine Hände um seine Taille legte. Die meergrünen Augen waren geweitet und ungläubig, seine Augenbrauen fragend zusammengeschoben.
Er sah Hux an, als er mit seiner Zunge jeden Muskel und seinen Bauchnabel umrundet hatte. Die Lippen des Rothaarigen waren ein wenig geöffnet und feucht. Nie hatte er den Mann kopfloser gesehen. Der arme Mann wirkte verwirrt und hilflos. Kylo war noch längst nicht fertig. Bisher hatte er versucht Abscheu und Wut heraufzubeschwören. Es war erfolglos. Als seine Lippen die rotglänzende Spitze der fremden Männlichkeit erreichte, sah er hoch.
Hux gab ein erschrockenes Stöhnen von sich. Ein heftiges Zittern lief durch seinen Körper, seine Augen schlossen sich kurz, sein Adamsapfel hüpfte und sein Bauch hob und senkte sich schnell.
Dieses Bild hatte er in Najarka schon betrachten dürfen. Auch damals war er dabei erregt gewesen. Hux‘ Erregung und Ergriffenheit aber so hautnah zu erleben, war einschüchternd. Die Hände des Generals hatten sich neben seinem Körper in das Laken verkrampft. Als Kylo seinen Mund weiter über das harte Glied stülpte, stöhnte Hux unterdrückt. Es klang wie der Beginn von Tränen. Je länger und intensiver er seine Erektion liebkoste, desto schneller ging der Atem des Anderen. Längst standen seine Lippen offen. Manchmal begegneten sich ihre Blicke. Kylo wusste nicht, was er sah. Vom grausamen, emotionslosen Androiden Hux war nichts mehr übrig geblieben. Der Rothaarige wirkte wie ein anderer Mann, nicht so weit entfernt von seinem eigenen, ständigen Feuer, was ihn antrieb und um den Verstand brachte.
„Warte …“, keuchte Hux mit kratziger Stimme. Es klang leidend. Sollte er aufhören? Das konnte Hux vergessen, weil er keine Befehle von ihm entgegen nahm. Wie um ihn zu ärgern, nahm er dessen Männlichkeit noch tiefer in den Mund. Der andere Mann wimmerte und versuchte dann halbherzig sich ihm zu entziehen. Kylo hielt ihn fest. Niemand entkam seinem Griff, wenn er das nicht wollte.
Die meergrünen Augen waren ganz glasig, als er ihn flehend ansah. Noch war seine Mission nicht erfüllt. Sie enthielt Bestrafung, Demütigung und Erleichterung. Nur keine Erlösung, denn die konnte nur das Mädchen ihm geben. Trost war allerdings auch nicht zu verachten.
Hux‘ Stöhnen wurde tiefer, sein Zittern stärker und am höchsten Punkt ließ Kylo ihn los. Fasziniert sah er auf den milchigen Samen, der sich auf dem weißen Bauch verteilte. Sein eigener Unterleib zog dabei süß und sehnsüchtig. Nur langsam beruhigte sich der Rothaarige. Es war noch nicht das Ende aller Demut. Die Bestrafung begann jetzt erst. Kylo küsste den hellen Bauch. Unter seinen Lippen spürte er noch immer das Vibrieren und schmeckte den Samen. Es war salzig und menschlich. Er nahm es mit seinen Lippen und seinem Mund auf.
„Hör‘ auf damit …“, keuchte Armitage atemlos, blieb trotzdem reglos.
„Sag mir nicht, was ich zu tun habe!“, knurrte Kylo, kam noch oben und küsste sofort seinen Mund. Wenn er geglaubte hatte Hux damit zu demütigen, hatte er sich gewaltig geirrt.


Armitage schmeckte sich selbst. Salzig, verloren vor Lust, sehnsüchtig in seinem Verlangen. Dass Kylo ihn küsste, konnte mit nichts zerstört werden. Er hatte keine Ahnung, was mit dem Schwarzhaarigen los war. Vielleicht hatte er nur eine neue Idee ihn zu demütigen. Vielleicht hatte sich aber wieder etwas zwischen ihnen geändert. Das hatte begonnen, seit Rey dazugekommen war. Kylos Lippen auf seinen, war die Erfüllung eines Traums. Seine Liebkosung eben, war die eine Sache, die ihm sehr gefallen hatte und die er so nie erwartet hatte. Aber dieses Eingeständnis nach Nähe, die Ren gerade mit seinem wilden Kuss preisgab, war unendlich wertvoller. Und der Kuss war exquisit, so wie Ren. Ungestüm, verschlingend, roh und intensiv. Ihn schwindelte vor Ergriffenheit. Kylos Zunge drang in seinen Mund ein, seine linke Hand schob sich schmerzhaft in seine Haare, seine andere lang im Würgegriff um seinen Hals. Es war egal, Hauptsache er hörte nie wieder auf ihn auf diese brutale Weise zu begehren. Endlich, hätte er am liebsten glücklich gekeucht. Endlich gab Kylo Ren zu, das da zwischen ihnen mehr als Hass und Verachtung war. Vielleicht keine Liebe. Vielleicht fühlte der Schwarzhaarige nur einen Bruchteil von dem, was er für das Mädchen empfand. Aber was es auch war, es fühlte sich wundervoll an und machte ihn zu einem Gott, an der Seite eines viel größeren und dunkleren Gottes, als er es je sein könnte.
Kylo saugte an seiner Zunge und hatte sich zwischen seine Beine gedrängt. Er nahm ihn in Besitz, mit seiner Kraft, seinem Mund und seinem Willen. Es fühlte sich noch viel besser an, als in seiner zornigen Umarmung zu sein. Als er seine Lippen verließ, entfloh ihm ein enttäuschtes Stöhnen. Aber Ren sah ihn nur dunkel an und flüsterte drohend:
„Ich will dich!“ Vor Erleichterung wären ihm fast die Tränen gekommen. Ren hatte die Formel nicht nur verstanden und verinnerlicht, er war so klug und konnte sie umschreiben.
„Du wirst gierig“, flüsterte er und war absurd stolz auf den Schwarzhaarigen. Die dunklen Augen sahen ihn an. In den Tiefen glomm ein erheiterter Funke. Bis auf die vage Erheiterung wirkte Ren wie ein wütender Kriegsherr, der zum letzten Angriff blies. Und das war er wohl auch.
Als der Schwarzhaarige aufstand, war sich Armitage plötzlich nicht mehr sicher, ob nicht er die Formel falsch verstanden hatte. Ren ließ es sich nicht nehmen, ihn mithilfe seiner Macht nicht besonders behutsam auf den Bauch zu drehen. Dabei zog er sich hektisch seine Hose aus.
„Ohne Zwang geht es nicht, oder Hux?“, fragte er dunkel und drängte sich zwischen seine Beine.
Armitage kam nicht mehr zum antworten. Was hier und heute geschah, war etwas, was er eigentlich nicht mehr erwartet hatte. Es war immer nur ein schmerzvoller Traum gewesen. Ein Traum, dass auch Kylo Ren ihn so begehren konnte, wie er ihn. Aber so war es gerade. Und das begriff er nicht.
„Ich will dich …“, murmelte er nur belegt und erwartungsvoll auf das Laken, als er Kylos Hände zwischen seinen Lenden spürte.
„Ich weiß. Diesmal werde ich mich auch daran erinnern …“, sagte er nüchtern und drückte dabei seine Lenden noch ein wenig mehr auseinander. Seine Hände verkrampften sich wieder in das Laken, als der Andere in ihn eindrang. Es war schmerzvoll und gleichzeitig so lustvoll, dass er wieder hart wurde. Das könnte das Ende aller Dinge sein. Das Ende seines leeren Lebens. Das Ende einer langen Suche nach Zuneigung. Das Ende von Kylo und ihm.
Rens heißer Atem war auf seiner Haut so gut zu spüren, als würde ihn ein Drache mit seinem Feuerodem versengen. Sein eigenes Stöhnen kam ihm dagegen banal vor. Kylo keuchte schneller, als er begann sich in ihm zu bewegen. Er öffnete sich für ihn, ließ seine unfassbare Macht in sich hinein, ergab sich ihr und ließ sich von ihr demütigen. Es machte nichts, so lange ihm der schwarzhaarige Mann dabei so nahe war.
Schließlich legte sich Kylo Ren auf ihn, drückte ihn mit seiner Kraft gegen die Unterlage, packte seine Handgelenke und bewegte sich auf eine seltsame träge Art. Sein Keuchen war dicht an seinem Ohr. Es klang losgelöst und verträumt. Dachte er an Rey? Vermutlich. Auch das würde er ertragen.


Wellen. Strand. Meer.
Rette mein Herz.
Rey und Ben.
Er liebte sie, begriff er mit einer Klarheit, die er bisher nie gehabt hatte. Sie sollte ihn retten, weil nur sie es konnte. Sanft bewegte er sich mit den Wellen seiner Lust. Warm und hell durchströmte ihn das Licht, ebenso das Glück. Dabei hatte er nicht vergessen, dass Armitage Hux unter ihm lag. Ganz und gar nicht. Sein williger Körper erregte ihn sehr. Und der Blick in seine bedürftige, verletzliche Seele spornte ihn an.
Hux und seine Sehnsucht nach dem Mädchen verschmolzen zu einem süßen Strudel, der ihn einsaugt. Kylo verlor die Orientierung, ließ sich treiben und gab sich auf. Nur kurz, nur um eine Sekunde nicht gefoltert zu werden. Der General erlaubte es ihm. Und so sehr er ihn hasste, so sehr liebte er ihn in diesem Augenblick für seine Hilfe. Es war viel mehr als Spannungsabbau. Sie beide teilten eine Sehnsucht, die unerfüllt bleiben würde. Hux war ihm ähnlicher als er sich eingestehen wollte.
Jetzt und hier, ließ er los. Er umarmte den Mann unter sich nicht nur mit seinen Armen, sondern mit seinem Geist und nahm ihn mit in den dunklen Abgrund. Sein Stöhnen war grauenvoll und gewalttätig. Das lustvolle Wimmern des anderen Mannes war sicherlich ebenso furchterregend, als er ihn mit nach unten riss. Zusammen sterben.
„Kylo …“, hörte er Hux‘ Stimme aus weiter Ferne. Sein schmerzerfülltes Rufen verursachte Tränen. Fallen. Niemals aufschlagen. Fallen. Rey ….
Als Kylo wieder zu sich kam, schmeckte er Blut. Gleich darauf sah er Blut. In seinem Rausch hatte er dem General in die Schulter gebissen.
Schwer atmend, unfähig sich aus dem anderen Mann zurückzuziehen, sah er darauf. Armitage Hux atmete schwer, schien sonst aber in Ordnung zu sein.
„Du … solltest mich nicht wollen!“, flüsterte er tonlos. Es kam einer Entschuldigung gleich.
„Und du … solltest dich hören, Ren. Du klingst wie … ein verwundetes Tier“, erwiderte Hux. Nie war er diesem Idioten dankbarer für seine Verachtung. Sie brachte ihn zu Boden, erinnerte ihn daran, wer er war und stellte ihn wieder auf die Füße. Hux wusste immer die richtigen Worte im schrecklichsten Moment. Nur dieser Moment war schön und innig. Zärtlich küsste er Armitags heiße Wange, bevor er sich ihm entzog und aufstand. Der General blieb auf dem Bauch liegen, sah ihm nur aus halbgeschlossenen Augen dabei zu wie er seine Hose anzog.
„Danke, General.“ Er musste es aussprechen. Nur ein einziges Mal, um es richtig zu machen.
„Bleib bei mir.“
„Nicht … heute“, erwiderte Kylo und ging. Es war unerwartet schwer und wenn er ehrlich zu sich war, so wäre er am liebsten umgekehrt und hätte sich wieder zu dem anderen Mann gelegt. Mit Hux zusammen konnte man gut allein sein. Aber da war die Leere, mit der nun erst mal diskutieren müsste.
Wo war Rey?


Erschöpft sah Armitage ihm nach. War Glück in Worte zu fassen? Wäre es zu viel gewesen, wenn Kylo die Nacht bei ihm verbracht hätte? Wahrscheinlich.
Waren sie nun einen Schritt weiter, oder war es ein Schritt in die falsche Richtung gewesen? Er fühlte Kylo noch tief in sich. Spürte den Schmerz, die Lust und die Verbindung, die auch Ren nicht leugnen könnte. Es waren allerdings drei Personen daran beteiligt. Aber das Ergebnis war befriedigend und wühlte ihn trotzdem auf.
Und wenn Rey nie wieder ihre Welt betreten würde?
Würde ihn Kylo dann eines Tages lieben?
Mit diesem Gedanken schlief er ganz unerwartet ein, obwohl er im warm-feuchten Fleck seiner zweiten Lust lag und das Blut als Zeugnis von Kylo Rens Lust immer noch aus seiner Bisswunde lief.
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