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Vergangenheit

von IcGatter
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Het
Dr. Nate Getz Eric Beal Nell Jones OC (Own Character)
07.02.2020
28.08.2020
30
45.696
3
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21.02.2020 1.504
 
Sam lenkte den Challenger ruhig aber zügig durch die Straßen L.A´s. Sie waren vor dem Rettungswagen losgefahren und er wollte vermeiden vorher an der Notaufnahme zu sein. Er schaute immer wieder in den Rückspiegel zu Kensi, die auf der Rückbank Platz genommen hatte. Sie strich in gleichmäßigen Abständen über Eric´s Schulter und versuchte ihm Halt zu geben.
Eric war versteinert und viel stiller als sonst. Sam erinnerte sich an die kurzen Einsätze in denen er Eric hatte mitnehmen müssen, dort war er immer aufgedreht und hibbelig gewesen. Anders als heute.
Eric hatte seine Hände zu Fäusten geschlossen und rammte sich seine Fingernägel in die Handflächen. Seine Knöchel wurde immer weißer, je näher sie dem Krankenhaus kamen. Kensi versuchte immer wieder ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch auch ihr fiel es schwer positiv zu denken. Irgendwann schwieg auch sie.
Sam musterte beide abwechselnd. Sie waren nun wenige Blocks vom Krankenhaus entfernt. Vorsichtig wurde er langsamer und versuchte jede rote Ampel mitzunehmen. Keiner der Beiden sprach ihn darauf an.
Als sie nun endlich die Notaufnahme erreichten, stand der Krankenwagen schon vor Ort. Er wurde bereits vom Personal für den nächsten Notfall vorbereitet. Sam parkte gekonnt ein und stoppte den Motor. Nun herrschte eine beklemmende Stille im Auto. Niemand wagte sich einen Laut von sich zu geben.
Sam seufzte und steckte den Schlüssel in seine Tasche. Eric ergriff den Hebel, um die Tür zu öffnen und stieg mit zitternden Beinen aus. Kensi drückte den Sitz nach Vorne und folgte Eric augenblicklich. Langsam schritten sie in die Notaufnahme und meldeten sich an. Sam erklärte den Schwestern sein Anliegen und Kensi und Eric nahmen im Wartebereich platz. Nach wenigen Minuten kam Sam zurück und erklärte: „Sie werden noch operiert. Sie können bis jetzt noch nichts genaues sagen.“
Eric starrte die weiße Wand mit dem typischen grünen Krankenhausstreifen an und schwieg. Kensi nickte leicht und fuhr Eric sanft über den Rücken.
Sam begann leicht auf und ab zu laufen. Nach und nach wurden seine Laufwege länger bis er plötzlich hinter einer Ecke verschwand. Kensi blickte ihm kurz hinterher und wandte sich dann Eric erneut zu.
Kurze Zeit später stand Sam nun wieder vor ihnen und reichte Eric einen Plastikbecher mit frischem Wasser. Eric nahm mit zittriger Hand den Becher und führte ihn langsam an seine Lippen. Er nippte kurz daran und umklammerte den Becher danach mit beiden Händen.
Sie schwiegen. Nach einer Stunde Wartezeit wurde Sam immer nervöser. Es fiel ihm immer schwerer ruhig zu bleiben, bis es schließlich aus ihm herausbrach: „Ich...Leute ich..“ Er fand einfach nicht die richtigen Worte, doch Kensi wusste was ihn wurmte und meinte: „Geh schon. Ich bleibe hier.“ Dankend nahm Sam das Angebot an.
Er hasste Krankenhäuser genauso sehr wie Kensi, aber was er noch mehr hasste, war tatenlos rumstehen und so machte er sich schnellstmöglich auf den Weg zum Bootshaus. Bevor er aber endgültig ging, meinte er: „Ich schicke nachher Deeks vorbei.“ Kensi nickte und kümmerte sich weiter um Eric, der immer noch bedächtig schwieg.
Der Plastikbecher war mittlerweile leer und Eric knetete und knickte ihn hin und her. Nachdem Kensi sich das eine Weile lang angesehen hatte, fragte sie vorsichtig: „Soll ich dir noch ein Wasser holen?“ Eric schüttelte langsam den Kopf und verneinte so ihre sanfte Geste. Er zerknüllte den Becher nun vollends und warf ihn in den Mülleimer neben sich.
Kensi schluckte und fuhr mit ihrer Hand sanft weiter über Eric´s Rücken. Jetzt herrschte erneutes Schweigen, doch dieses Mal brach Eric es. „Kensi...glaubst..“ Er musste abbrechen und sich räuspern. Dann versuchte er es erneut: „Kensi, glaubst du Nell schafft es?“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern und der Blick mit dem er sie ansah, sprach Bände. Zugleich war es das Erste was er sagte nachdem sie die Mall verlassen hatten.
Kensi schluckte, zwar hatte sie die ganze Zeit auf diese Frage gewartet und doch wurde sie nun vollends überrumpelt. Eric blickte ihr immer noch tief in die Augen und Kensi fragte sich warum er ausgerechnet jetzt diese Frage stellte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit antwortete sie: „Nell ist eine Kämpferin. Alles was sie sich in den Kopf setzt schafft sie.“ Jetzt musste sie kurz schmunzeln und fügte leise hinzu: „Manchmal ist sie ein richtiger Sturkopf.“ Eric schmunzelte ebenfalls, wurde aber direkt wieder ernst: „Aber du hast recht. Bis jetzt hat sie alles was sie erreichen wollte, erreicht.“
Kensi nickte stumm und erinnerte sich an die Zeiten in denen Nell ihren Sturkopf durchsetzten wollte. Auch Eric schien darüber nach zu denken, denn zwischendurch zuckten seine Mundwinkel kurz nach oben.
Als sie beide ihren Gedanken nach hingen, öffnete sich gerade die Tür der Notaufnahme und ein Pfleger kam mit einem Krankenbett heraus.
Kensi und Eric sprangen sofort auf und der Pfleger fragte: „Leonie Vegas?“ Kensi und Eric schüttelten verwirrt den Kopf und stellten erst jetzt fest das es ich nicht um Nell handelte. Enttäuscht ließ Eric sich wieder auf die Bank fallen. Mittlerweile war er den Tränen so nahe wie nie zuvor. Kensi tätschelte ihm weiterhin den Rücken.
Als der Pfleger von der Intensivstation zurückkam, stand Kensi auf und machte ein paar Schritte auf ihn zu. „Entschuldigen Sie.“, räusperte sie sich und der Pfleger blieb nun kurz vor ihr stehen. „Können sie mir etwas zum Zustand von Leonie Vegas sagen?“ Der Pfleger hob misstrauisch die Augenbraue und fragte: „Eben schienen Sie sie nicht zu kennen. Sind sie verwandt?“ Kensi druckste herum und erklärte dann schnell: „Bundesagentin. Miss Vegas war in eine Explosion verwickelt in der auch unsere Kollegin und Freundin verwickelt war."
„Sie meinen Miss Jones?“, fragte er genauer nach und Kensi stockte der Atem. Ihre Stimme versagte und sie fragte stockend: „Wie geht es ihr? Wird sie wieder?“
Der Pfleger hob entschuldigend die Arme und erklärte sanft: „Also was Miss Vegas betrifft, kann ich keine Angaben machen. Und Miss Jones wird weiterhin operiert, aber es dürfte nicht mehr sehr lange dauern.“ Kensi nickte und ließ in wieder passieren.
Nachdem sie sich wieder neben Eric gesetzt hatte, schüttelte sie vorsichtig den Kopf. Eric´s unausgesprochene Frage hallte förmlich durch den Flur. Am liebsten hätte sie sich dafür eine deftige Ohrfeige verpasst, denn wenn der Pfleger schon erläuterte, dass es nicht mehr sehr lange dauern könnte, war dies ja kein allzu schlechtes Zeichen. Dennoch entschied sie es erst einmal für sich zu behalten, sie wollte Eric nicht unnötig Hoffnung machen.
Mittlerweile war schon wieder eine Stunde vergangen, nachdem Leonie Vegas auf ihr Zimmer auf der Intensivstation gebracht wurde. Die Anspannung, die zwischen Kensi und Eric in der Luft lag, war kaum noch auszuhalten. Glücklicherweise wurde endlich die Tür der Notaufnahme geöffnet und der Pfleger schob erneut ein Krankenbett in Richtung Intensivstation. Eric brauchte dieses Mal nicht lange und erkannte direkt Nell´s Rotschopf unter der Decke.
Kensi konnte ihn gerade noch bremsen und auch der Pfleger erklärte im Vorbeifahren: „Bitte warten sie hier. Der behandelnde Arzt kommt sofort zu ihnen.“ Eric wäre am Liebsten sofort mit gelaufen, doch nun wartete er brav mit Kensi auf den Arzt.
Es dauerte nicht lange und der leitende Arzt trat an die Beiden heran. „Nell Jones?“, fragte er und allein Eric´s Blick reichte als Antwort aus. „Miss Jones hat eine Patientenverfügung unterzeichnet. Daran müssen wir uns halten.“ Er machte eine kurze Pause und fragte: „Nate Getz? Henrietta Lange?“
Beide schüttelten den Kopf. „Eric Beale?“
Eric´s Herz machte einen Sprung und er stotterte: „Ja...ja das bin ich.“
„Und sie sind?“, die Frage ging an Kensi.
„Kensi Blye. Eine Freundin.“, erklärte sie leise.
Der Arzt schaute Eric an und fragte: „Darf ich in ihrem Beisein offen sprechen?“ Eric nickte und der Arzt begann die Beiden aufzuklären.
„Miss Jones, hat massive innere Verletzungen. Wir konnten zwar alle inneren Blutungen stoppen. Allerdings hat sie sehr viel Blut verloren und ihr Körper ist sehr geschwächt. Wir mussten sie in ein künstliches Koma legen.“ Er machte eine Pause und gab den Beiden so Zeit das Gesagte zu verarbeiten.
„Wird..wird sie wieder aufwachen?“, fragte Eric ängstlich.
Der Arzt holte tief Luft und erklärte leise: „Wir tun unser bestes. Leider gibt es keine Garantie. Ebenfalls darf ich ihnen nicht vorenthalten, wir mussten Miss Jones zweimal während der Operation reanimieren. Es hat wirklich sehr schlecht um sie gestanden. Unser Glück war es, dass die starke Verletzung an der Schulter direkt abgebunden worden ist. Das hat ihr wohl das Leben gerettet. Des Weiteren tun wir alles in unserer Machtstehende damit sie wieder gesund wird. Wenn sie jetzt keine Fragen mehr haben, würde ich mich gerne entschuldigen.“
Kensi und Eric nickten und beobachteten wie er wieder in den Operationsbereich verschwand. Mit wackeligen Schritten machten sie sich auf den Weg zu Nell´s Zimmer.
Sie lag im gleichen Zimmer wie Leonie Vegas. Die Beiden schauten durch die heruntergelassenen Rollos hinein und Eric flüsterte zu Kensi: „Danke, das ihr sie gerettet habt.“ Kensi schluckte und meinte kleinlaut: „Die Wunde war schon abgedrückt als ich ankam.“ Eric wandte sich fragend zu ihr um und Kensi blickte nur auf das Krankenbett, welches neben Nell stand. Es dauerte nicht lange und Eric verstand worauf Kensi heraus wollte.
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