Vergangenheit

von IcGatter
GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Dr. Nate Getz Eric Beal Nell Jones OC (Own Character)
07.02.2020
14.02.2020
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Unerwartete Hilfe

Nell schlug die Augen auf und fühlte kurz in sich hinein. Außer einem kleinen Zwicken an der Schulter spürte sie nichts. Kurz ging sie die Möglichkeiten in ihrem Kopf durch. Hatte Akrim sie verfehlt? Wenn ja, warum war sie dann auf dem Boden aufgeschlagen? Noch bevor sie die Gedanken zu Ende bringen konnte, huschte ein Schatten an ihr vorbei. Sie folgte ihm mit ihrem Blick und entdeckte das Ziel, ihre Dienstwaffe.
Dann ertönte erneut ein Schuss und der Schatten blieb kurz vor ihrer Waffe liegen. Sie blinzelte. Erst jetzt erkannte sie, das es nicht Akrim sondern eine kleine, zierliche Frau gewesen war. Nell´s Blut begann zu rasen und sie sprang direkt auf und stürmte auf Akrim zu. Dieser war sichtlich überrascht und Nell verwickelte ihn in eine Rangelei.
Die Frau, die nun eine Schusswunde oberhalb ihres Knies hatte, robbte weiter in Richtung Waffe. Während Nell und Akrim weiter kämpften.
Akrim hatte immer noch seine Schusswaffe in der Hand und Nell konnte gerade so dagegenhalten. Sie schaffte es einfach nicht ihn zu entwaffnen. Immer wieder versuchte sie ihn auszuhebeln. Leider ohne Erfolg.
Dann eine unerwartete Bewegung Akrim´s und er hatte die Oberhand. Er hatte Nell nun im Schwitzkasten und hielt ihr seine Waffe an die Schläfe. Nell wehrte sich vehement, doch Akrim drückte ihr ebenfalls, mit seinem Arm, der um ihren Hals lag, die Luft ab. Ihre einzige Chance lag nun in den Händen der Frau, die nun ihre Waffe erreicht hatte oder aber bei Sam und Callen, die jeden Moment hereingestürmt kämen.
Jede Sekunde fühlte sich an wie eine Ewigkeit und Nell bekam immer weniger Luft. Sie sah wie die Frau ihre Waffe auf sie und Akrim richtete und konnte nur noch Hoffen.
Es war nun der dritte Schuss innerhalb kürzester Zeit und ihre Ohren klingelten unerträglich. Ein stechender Schmerz breitete sich in ihrer Schulter aus. Akrim hatte einen Schuss in den Arm bekommen, der gleichzeitig als Durchschuss bis in seinen Oberkörper ging. Dabei war er nach hinten übergekippt und hatte Nell mit sich gerissen.
Jetzt lag er am Boden und Nell rappelte sich schnell auf. Sie sicherte ihn und seine Waffe, dann ging sie mit langsamen, vorsichtigen Schritten auf die Frau zu. Diese senkte die Waffe und drehte sie gekonnt in ihrer Hand und reichte Nell somit den Griff. Nell ergriff sie und hockte sich gerade neben sie um ihre Wunde zu begutachten, als Eric´s Stimme aufgeregt über Funk zu hören war.

„Er hat eine Bombenweste.“, mehr bekam Eric nicht zustande und Sam zog geistesgegenwärtig im Rennen den nächsten Knopf für den Feueralarm. „Eric. Schaff die Leute hier raus.“, befahl Callen direkt. „Aber Nell,..“ „Eric wir kümmern uns um Nell. Schaff die Zivilisten hier raus.“, forderte nun auch Sam.
Eric musste sich kurz überwinden und wandte seinen Blick zu den anderen Monitoren. Er bat die Leute über Lautsprecher zur Ruhe und verwies auf die existierenden Ausgänge. Er lotste so viele Menschen wie möglich hinaus.
Callen und Sam waren nur noch eine Etage von Nell entfernt. Sie erreichten gerade die letzte Rolltreppe, als die Bombe explodierte. Das Glas über ihnen splitterte und sie warfen sich schützend hinter den nächsten Blumenkübel. Die Hände und Arme zum Schutz über ihren Kopf gehoben.
Nach der Explosion herrschte eine unangenehme Stille. Sam war als erstes wieder auf den Beinen und rannte die Rolltreppe hinauf. Oben wäre er fast mit Deeks zusammengestoßen, der Kensi hinterher eilte.
Sie sahen wie Kensi die neben Nell kniende Frau unsanft bei Seite stieß und rannten ebenfalls zu ihr. „Eric, wir brauchen einen Krankenwagen.“, flüsterte Deeks außer Atem über Funk. „Eric?“, fragte Deeks erneut, als er keine Antwort erhalten hatte. Bevor er ein drittes Mal nachfragen konnte, räusperte sich Hetty und meinte mit rauer Stimme: „Die Sanitäter sind auf dem Weg, Mister Deeks.“ Hetty machte kurz eine Pause und fügte hinzu: „Mister Beale ist ebenfalls auf dem Weg zu ihnen.“ Danach schwieg sie wieder.
Deeks hörte Eric auf sich zu rennen und stoppte ihn im letzten Moment. „Lass mich durch, Deeks!“, fuhr Eric ihn scharf an. „Eric, warte. Sam und Kensi kümmern sich um Nell.“, versuchte Deeks ihn zu beruhigen. „Lass. Mich. Durch. Deeks.“, knurrte Eric, doch Deeks dachte nicht einmal im Traum daran.
Eric wurde immer aufbrausender und Deeks musste ihn nun schon in den Schwitzkasten nehmen. „Bleib hier Eric. Lass Sam und Kensi ihr helfen.“, appellierte er erneut.
Nach einigen misslungenen Versuchen, sich aus Deeks´ Griff zu befreien, sackte Eric in dessen Armen zusammen. Tränen stiegen ihm in die Augen und er fragte vorsichtig: „Ist sie..“ Den Rest des Satzes verschluckte er. Deeks schaute zu Kensi und Sam und hoffte so auf eine Antwort. Er wollte gerade etwas antworten, als Sam rief: „Sie lebt. Aber ihr Puls ist schwach. Wir brauchen dringend die Sanitäter.“
Etwas erleichtert ließ Eric sich von Deeks an die Balustrade bugsieren und setzte sich, mit dem Rücken anlehnend, hin. Deeks hockte sich vor ihn und versuchte ihn weiter zu beruhigen, doch auch ihm fehlten die passenden Worte und so schwiegen sie beide.
Nach wenigen Augenblicken kamen die Sanitäter an ihnen vorbei gerauscht und versorgten die Verletzten. Eric hatte der Weil sein Gesicht in den Händen vergraben.
Callen trat nun auf die Beiden zu und fragte Deeks so leise wie möglich: „Wo ist Dylan Chester?“ Deeks schaute ihn verständnislos an und brummte: „Im Wagen. Im Kofferraum.“ Callen nickte und ließ die Beiden wieder alleine.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen Kensi und Sam aus den Trümmern des Fashion Stores. Deeks drehte sich fragend um und Eric schaute hoffnungsvoll auf. „Nell wird stabilisiert und ins Krankenhaus gefahren. Ebenso die Frau.“, erklärte Sam langsam und fügte vorsichtig hinzu: „Momentan sind Beide nicht ansprechbar. Ihre Werte sind aktuell stabil, aber kritisch.“ Das letzte Wort hauchte er fast. „Kann...kann ich...kann ich im Krankenwagen mitfahren?“, stotterte Eric fragend.
Kensi schüttelte langsam den Kopf und erklärte: „Auf Grund ihres aktuellen Zustandes nicht, aber wir fahren selbstverständlich hinterher.“ Dabei streckte sie Eric die Hand entgegen und half ihm auf die Beine.
„Ich fahre euch.“, erklärte Sam und begleitete die Beiden zum Challenger. Callen nickte zustimmend und beobachtete mit Deeks wie ihr Team die Mall verließ. Deeks und Callen warteten bis die Sanitäter den Tatort verlassen hatten und inspizierten diesen vorsichtig. Den Umschlag den Akrim versucht hatte in einem Stapel Jacken zu verstecken, entdeckten beide, halb verbrannt und vor sich hin rauchend, in der Nähe der Explosionsstelle. Callen hob ihn auf und packte ihn in die Beweisstücktüte.
Nachdem er sich weiter umgesehen hatte, erklärte er leise: „Den Rest übernimmt die Spurensicherung. Wir fahren mit Dylan Chester zum Bootshaus.“ Deeks nickte eisern und machte sich mit Callen auf den Weg zum SUV im Parkhaus.
Die Fahrt zum Bootshaus verlief ohne Zwischenfälle und so konnten sie Dylan Chester nach wenigen Minuten in den Verhörraum verfrachten. Callen wollte gerade mit der Befragung beginnen, als sich plötzlich die Tür öffnete und Hetty vor ihnen stand.
„Mister Callen, Mister Deeks. Auf ein Wort, bitte.“ Als sich keiner der Beiden auch nur einen Millimeter bewegte, fügte sie hinzu: „Sofort.“ Nur widerwillig folgten die Beiden ihrer Chefin nach Draußen an den Holztisch.
„Hetty..“, begann Callen, doch sie unterbrach ihn mit einer einzelnen Handgeste. Danach holte sie Luft und erklärte: „Es war ein ereignisreicher Tag. Ich verlange von ihnen, dass sie eine Pause machen und Dylan Chester schmoren lassen. Ich sehe an ihren Blicken zwar, das ihnen das ganz und gar nicht gefällt und mir gefällt es ebenso wenig, aber Vorschrift ist Vorschrift.“
Sie beobachtete die Beiden und konnte in Deeks´ Blick so etwas wie Erleichterung lesen. Wohin gegen Ratlosigkeit und eine Spur von Wut in Callen´s Blick lag. Dann fügte sie hinzu: „Frühstens in einer Stunde erwarte ich sie wieder hier.“
Mit diesen Worten scheuchte sie Callen und Deeks vor die Tür und seufzte erst einmal ausgiebig. Auch ihr ging diese Fallentwicklung an die Nieren.
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