Die Frau des Musketiers

GeschichteAllgemein / P12
Aramis Athos D'Artagnan OC (Own Character) Porthos Tréville
07.02.2020
30.09.2020
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16.09.2020 1.037
 
"Ja, bitte?", sagte ich und die Tür öffnete sich. Die Magd trat ein und sagte: "Der König erwartet Euch, er richtet ein Bankett zu ehren derer, die ihn gerettet haben aus.", sagte sie mit einem Knicks. Als sie aufschaute, sagte sie erschrocken: "Mit dieser Frisur kann ich Euch aber nicht zum Bankett gehen lassen."
Sie leitete mich zu dem Friseurtisch und begann mir die Haare zu kämmen und hochzustecken. Das dauerte einige Minuten und dann geleitete mich die Magd zum Eingang des Festsaals.
Ich war überrascht, wie viele Menschen schon da waren und schluckte nervös. Da traten die 3 Musketiere mit D'Artangan aus dem Hintergrund. Sie hatten sich mit meinem Vater unterhalten.
"Na endlich.", sagte Porthos.
"Ihr habt Euch aber Zeit gelassen.", sagte Athos.
"Das ist doch bei Frauen normal, und schaut mal wie schön sie sich hergerichtet hat.", sagte Aramis und ich wurde etwas rot aufgrund des Kompliments.
"Aramis, du bist heute Abend nicht hier um den Frauenheld zu spielen, oder?", fragte D'Artangan.
Ich machte schmunzelnd einen Knicks vor den Herren, als mein Vater auf mich zukam.
"Wie wunderschön du bist, meine Tochter.", sagte er mit Tränen in den Augen.
Da hörten wir 3 Schläge eines Holzstabs am Boden. Am Eingang stand der Ausrufer, der uns nun nacheinander ankündigte, mit vollem Namen und Titel.
"Eure Majestäten, meine Damen und Herren:
Jaques de Fleur, seine Tochter Jeanne.
Charles d’Artagnan de Batz-Castelmore.
Armand de Sillégue d’Athos d’Autevielle.
Isaac de Portau
Henri d’Aramitz."
Ich war ein wenig Irritiert, da ich die 4 nur als Athos, Porthos, Aramis und D'Artangan kannte. Dass die 3 eigentlich anders hießen und sie sich nur bei ihren Spitznamen nannten hätte ich nie gedacht. Aber es erschien mir doch auch irgendwie logisch, bei den teilweise doch echt langen Namen. Wir traten in der Reihenfolge in der wir genannt wurden vor den König und verbeugten uns. Nach einem Kopfnicken seinerseits traten wir an seine rechte Seite, an seiner linken stand Königin Anna.
"Wir haben uns heute hier versammelt, um zum einen die Heldentat dieser 4 jungen Musketiere zu danken, und Madame Fleur die Unser Leben gerettet haben. Aufgrund dieser Heldentat wird außerdem Miseur Jaques de Fleur der Grafentitel zurückgegeben, der ihm einst ungerechfertigterweise aberkannt wurde. Er und seine Tochter werden wieder Teil meines Hofstaats und Graf Jaques de Fleur wird außerdem Mitglied meines Beraterstabes.", verkündete der König feierlich.
Die anwesenden jubelten und applaudierten.
"Derweilen, steht es jedem hier anwesenden Mann zu, der Madame de Fleur den Hof zu machen.", fügte der König noch hinzu.
Ich starrte den König fassungslos an. Was sollte das denn jetzt. Mein Vater war dieser Blick nicht entgangen und er wandte sich an den König: "Eure Majestät, ist das wirklich notwendig gewesen?"
"Miseur, Eure Tochter ist wie alt?", fragte der König
"Eure Hoheit, im November wird sie 21."
"Dann ist es an der Zeit, dass sie Verheiratet wird. Andere Frauen haben in ihrem Alter schon eine Familie.", sagte der König entrüstet, "Sie muss bald verheiratet werden, oder ihr kehrt wieder zurück in euer Dorf."
Mir schossen Tränen in die Augen, das blieb den Musketieren nicht verborgen. Als ich begann zu schwanken, fing Portos mich auf und setzte mich auf einen Stuhl.
"Das war aber nicht nett vom König.", flüsterte D'Artangan.
"Aber er hat doch recht.", sagte Aramis, "In ihrem Alter hätte sie längst einen Ehemann und Kinder haben müssen."
"Was auch immer dich davon abgehalten hat, du wirst jetzt nicht mehr drumherum kommen können.", sagte Athos, "Es sei denn du willst zurück ins Dorf."
"Nein... aber... ich würde gerne selbst entscheiden, wen ich heirate.", sagte ich schluchzend.
"Tja, aber so läuft das hier nicht.", sagte Athos.
"Seht mal, ich glaube es hat sich schon eine Schlange gebildet.", sagte D'Artangan.
Ich konnte durch die von den Tränen getrübten Augen kaum erkennen, wie viele Leute Schlange standen, um mit mir zu sprechen.
"Ich muss hier raus.", murmelte ich.
Da packte Athos mich am Arm und zog mich nach draußen auf den Balkon, während die anderen die ganzen Verehrer in schach hielten.
Meine Knie zitterten, als wir an der Balustrade standen, also setzte Athos mich auf die Balustrade und schwang sich dann neben mich.
"So schlimm, wie Ihr meint, ist es doch nicht verheiratet zu sein. Schaut, wie viele Männer euch den Hof machen wollen. Andere würden sich geschmeichelt fühlen.", sagte Athos.
Das sagte gerade der richtige. Aber seine sanfte Stimme hatte irgendwie eine beruhigende Wirkung auf mich.
"Es wird Zeit, dass Ihr Euren Platz in der Gesellschaft einnehmt. Ihr mögt den Mut eines Musketiers haben, aber Ihr seid trotz allem eine Frau. Ihr habt andere Verpflichtungen. Und außerdem... glaube Ich nicht, dass Ihr für den Kampf gemacht seid. Das ganze Blut und der Dreck und...", Athos räusperte sich und ich musste schmunzeln.
"Ich weiß das ich eine Frau bin. Aber dass der König meine Heirat nun an die Rehabilitation knüpft und mich quasi wie auf dem Servierteller präsentiert hat fand ich schon etwas...", ich näherte mein Kopf näher an Athos um ihm zuzuflüstern, sodass es keiner sonst hören konnte: "Unverschämt."
Athos zuckte mit den Schultern: "Er ist der König."
"Ich weiß.", sagte ich seufzend und sah Athos lange an. Er erwiderte meinen Blick und ich tauchte in seine himmelblauen Augen ein. Ich spürte, in diesem Augenblick geschah etwas zwischen uns... es war, als würden wir voneinander magisch angezogen. Unsere Gesichter näherten sich...
"Jeanne! Wo bleibst du, die Herren werden ungeduldig und der König knirscht schon mit den Zähnen!", platzte mein Vater in die Szene.
Seine laute Stimme hatte uns erschreckt und Athos sprang in Windeseile von der Brüstung. Ich wollte es ihm nachtun, aber landete mit meinem Absatz auf dem Saum meines Kleides und drohte, der länge nach hinzufallen. Ein spitzer Schrei entwich mir, als ich aufgefangen wurde. Athos hatte das schlimmste verhindert.
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