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Die unglaubliche Gwendolyn Klein bei den Cardassianern

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18 / Gen
Garak Gul Dukat OC (Own Character)
07.02.2020
28.10.2020
7
23.156
 
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Die unglaubliche Gwendolyn Klein bei den Cardassianern


Schlüpfling


“Die Zeit steht still in diesem Raum

Doch merken´s andere Menschen kaum


Es steht die Luft hier in der Schwebe

Als ob der Wind auch nicht mehr lebe

Die Stille schmerzt in meinen Ohren

Ich wünscht ich hätt dich nicht verloren


Während Träume sich erinnern

An die Zeit vor unserer Zeit

Vergisst du alle Sorgen

Was dir ein wenig Kraft verleiht


Du enthältst dich vieler Dinge

Erklärst dich klug als Philosoph

Du entehrst so viele Dinge

Bist dir hörig wie ein Zof!


Wirst du mich nie verstehen?

Wirst du denn nie verstehen?

Hast du noch nie gesehen...

Wie meine Augen glitzern?”


Traumtänzer - Diary of Dreams



Gwendolyn


Mir ist kalt, eiskalt. Warum ist mir so kalt. Und warum brauchen meine Gedanken so lange, bis sie zu Gedanken geworden sind, die mir klar sind? Als wenn sich jede Idee von Neuron zu Neuron durch zähen Honig kämpfen muss. Mir ist kalt, schweinekalt, soviel ist mir inzwischen bewusst. Aber da muss doch noch mehr sein, dass ich wahrnehmen kann.

Ich strecke meine Sinne durch den substanzlosen Honig aus und versuche an mehr Eindrücke zu kommen, die mir verraten, wo ich bin und was hier los ist. Ich bin schon mal aus einer Narkose erwacht, das war für einen Augenblick ähnlich, aber dieser Moment dauert schon viel zu lange und warum eine Narkose? Woran erinnere ich mich als letztes?

Der Versuch, nach einer Erinnerung zu greifen, wird durch einem stechend aufpulsenden Schmerz im Ansatz abgewürgt, wie ein dicker, stumpfer Nagel, der sich von hinten nach vorn durch meine graue Hirnmasse schiebt und an meinem Augapfel zersplittert. Nicht denken, erst mal nur fühlen.

Der Schmerz ebbt in Wellen ab und wird durch die Erkenntnis ersetzt, das ich liege. Ich beginne meinen Körper wahrzunehmen. Ganz flach, auf dem Rücken liegend, meine Arme liegen an meinen Seiten eng neben mir. So kalt, meine Fingerspitzen und Zehen müssen ganz weiß vor Kälte sein. Ich müsste zittern, bin mir aber nicht sicher, ob mein Körper auf diese Weise reagiert um meine Muskeln zu erwärmen.

Meine Augen sind geöffnet und brennen ein wenig, ich kann eine Träne fühlen, die aus meinem linken Augenwinkel heraus und über meine Schläfe zum Ohr kriecht. Es ist hell, ich nehme Helligkeit wahr, keine Konturen, nichts, von dem ein Leuchten ausgeht. Einfach nur diffuse, milchige Helligkeit.

Diese ganze Situation ist surreal und ich versuche den Vorgängen Zeit beizumessen. Langsam macht sich Panik in mir breit. Was ist los mit mir? Wenn ich geschlafen habe, warum werde ich nicht richtig wach? Änderungen, neue Empfindungen und Sinneseindrücke kommen so langsam zu mir, ich bin hilflos, das gefällt mir nicht, das ist ganz großer Scheiß! Ich möchte Rufen, aber mein Mund reagiert nicht auf meinen Wunsch.

Ein entferntes Pochen erreicht mein Ohr, und noch eins. Dann ist es wieder still. Dabei ist es gar nicht still, merke ich jetzt. Ein gleichmäßiges Rauschen ist da, wie ein stetiger Luftstrom, und mir wird klar, dieses Geräusch war schon die ganze Zeit da, leise, aber stetig.

Ein Schatten wabert durch die Helligkeit und da noch einer. Oder wird meine Sicht einfach klarer? Wieder ein Schatten, und der bleibt in meinem Sichtfeld, und dann wieder das Pochen, zwei Mal, drei Mal Ich kann ein Zischen und Ruckeln fühlen. Und dann prasselt die Realität wie eine Explosion auf meine Wahrnehmung ein.

2355 - Cardassianische Raumstation Terok Nor - 3 Stunden zuvor


Der cardassianischer Offizier Glinn Dulon Ravek trat aus dem Turbolift in die Ops, ging zielstrebig an den Arbeitsstationen vorbei und die Stufen hoch zum Büro des Kommandeurs. Vor der Tür blieb er stehen, betätigte den Schalter, der Gul Dukat von seinem Einlassbegehr in Kenntnis setzte und wartete. Es war untypisch, nicht einfach durch die Tür zu treten und den Kommandanten sofort anzusprechen, insbesondere wenn es um dienstliche Belange ging, doch Ravek war kürzlich in Dukats fruchtlose Bemühungen geplatzt, eine bajoranische Zwangsarbeiterin mit seinem Charm zu überzeugen, ein angenehmeres Leben an seiner Seite und insbesondere in seinem Bett zu führen. Ein solches Arrangement bedeutete für die Frau ein durchaus angenehmes Leben und viele Vergünstigungen, wenn sie es geschickt anstellte, auch für ihre Familie und es hieß, die Frauen wären mit seinen Fähigkeiten als Liebhaber nicht unzufrieden. Außerdem hielt das Interesse Dukats nie lange, und die Bajoranerin konnte davon ausgehen, nach ihrem “Dienst” mit etwas Geld nach Bajor zurück zu kehren.

Doch Linesa Navi war von den Avancen alles andere als begeistert und entschied sich für die Arbeit in der Erzaufbereitung.

Ravek, der die letzte Demütigung Dukats mithören, und sich ein Grinsen nur schwer verdrücken konnte, wartete ab sofort vor dem Büro, bis sein Kommandant ihn mit einer Geste hineinrief.

“Ravek, was gibt es? Ich hoffe, es ist wichtig, für Lappalien fehlt mir heute die Geduld.” Gul Dukat sah Ravek herausfordernd an. “Gul Dukat, der angekündigte orionische … Frachter, den Du erwartest, ist eben eingetroffen. Er liegt an Pylon drei und Kapitän Thevna bittet um Dein Erscheinen an Bord.” Der Frachter war bekanntermaßen ein Piratenschiff, das sowohl in den Randbereichen der Föderation als auch in der neutralen Zone schwach bewaffnete Schiffe überfiel und auf diversen Planeten Siedlungen plünderte. Dukat stand mit einem Ruck auf. “Ja, Kapitän Thevna hat mich vor zwei Tagen über seine Ankunft informiert, angeblich hat er einen ganz besonderen Schatz für mich an Bord, um den er ein großes Geheimnis macht. Komm mit, Ravek.”

“Kapitän Thevna, was hast Du für mich geladen, das so besonders ist, aber zu geheim für Subraum-Kommunikation?” Kommandant Dukat fiel direkt mit dem Schott in den Frachtraum des orionischen Piraten-Frachters. Freundlichkeiten und Smalltalk waren für einflussreiche Personen reserviert und Thevna und seine Crew standen in Dukats Ansehen nur knapp über cardassianischen Wühlmäusen. “Gul Dukat, ich danke Dir für Dein Erscheinen, Du wirst es nicht bereuen, Deine wertvolle Zeit für mein Anliegen zu opfern.” Diese Unterwürfigkeit war für den feisten Thevna ungewöhnlich, der eher für seine dreiste Art berüchtigt und kaum anfällig für Angst war. Doch um den Kommandeur der Raumstation milde zu stimmen und ihm möglichst viel Latinum abknöpfen, war Thevna nicht zu stolz zum katzbuckeln. “Sieh her, was ich auf dem Schiff eines Sammlers entdeckte, ich musste sofort an Deine..., Deine Interessen denken und Du bist der erste, dem ich dieses Stück anbiete.” Kapitän Thevna zog eine Plane von einem großen, rechteckigen Kasten mit gewölbtem, durchsichtigen Deckel, der auf einem niedrigen Gestell mit Rollen befestigt war. Dukat trat näher und versuchte durch das Glas zu sehen, das von innen beschlagen oder mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen war. Nach einigen Momenten erkannte er, dass in diesem Behälter eine Person lag, wenn er die Konturen richtig deutet, ein weibliche Person mit einem Wust langer, schwarzer Haare und überzogen mit einem flockigen grau-blauen Film. Er merkte es nicht aber ein kleines Lächeln stahl sich in seinen rechten Mundwinkel.

“Wer ist sie?” fragte Dukat, und drehte sich zu Thevna um. “Woher kommt sie? Lebt sie überhaupt, oder willst Du mir eine gefrorene Leiche anbieten?”

Thevna hob beschwichtigend die Hände “ Gul Dukat, Du solltest mich besser kennen. Habe ich Dich bei unseren früheren Geschäften jemals enttäuscht? Natürlich lebt sie. Am Kopfende siehst Du eine Anzeige und auch, wenn ich weder das Fabrikat noch die Sprache kenne, die Symbole sind eindeutig, sie lebt. Ich kann Dir allerdings weder sagen, woher sie kommt, noch wer sie ist, oder zu welchem Volk sie gehört. Man sieht so wenig durch das Eis. Es könnte eine menschliche Frau sein, oder eine Betazoide. Mir fehlen die technischen Mittel um diese Kryostase Kammer, denn dafür halte ich es, zu öffnen, aber ich bin mir sicher, Deine Techniker finden einen Weg.” Thevna lächelte breit und verbeugte sich leicht. Natürlich wusste er, dass er mit diesen Worten den cardassianischen Ehrgeiz geweckt hatte.

Der Kommandant wandte sich wieder der Gestalt zu. Seine Neugier war geweckt und Ablenkung von seinen Pflichten hatte er in den letzten Monaten wenig. “ Wieviel?” fragte er scharf. Kapitän Thevna druckste ein wenig “Fünf Barren Latinum!” brachte er schließlich entschlossen vor. Dukat fuhr herum. “Willst Du mich betrügen? Wir wissen noch nicht mal, ob die Frau aus der Kryostase befreit werden kann oder ob sie, wenn es gelingt, von irgendeinem Interesse ist. Wie lange liegt sie schon dort, weißt Du wenigstens das? Zwei Barren sag ich, nicht mehr. Und bedenke bei Deiner Antwort, dass ich sie Dir auch einfach nehmen kann, zusammen mit Deinem Schiff.” Gul Dukats Stimme wurde immer leiser und bedrohliche Untertöne schwangen mit. “E-Eine Analyse des Materials ergab, dass die Kryostase-Kapsel mindestens 700 Jahre alt ist und von unbekannter Herkunft. Selbst der Staub in den Ritzen ist so alt, diese Frau muss also annähernd 700 Jahre darin liegen. Vielleicht erkennst Du jetzt den Wert dieser Ladung. Dukat, Du musst doch sehen, dass fünf Barren in diesem Fall gerechtfertigt sind.”

Gul Dukat kniff die Augen zusammen und biss sich entnervt auf die Lippen. Er wollte dieses Geheimnis ergründen, vor 700 Jahren tummelten sich noch nicht viel der heute so aktiven Rassen im interstellaren Raum, aber 5 Barren Latinum waren auch für ihn eine Menge Geld. Eine Frau wäre ihm das niemals wert gewesen, aber dieses Geheimnis schon, es konnte ein weiterer Stein auf dem Weg zum Titel eines Legaten sein.

Dukat betrachtete die Kryostase Kammer. “Ich gebe Dir drei Barren, und Du wirst sie annehmen Thevna! Wenn, und nur dann, wenn wir diese Frau lebend und gesund herausholen können, bekommst Du bei Deinem nächsten Aufenthalt hier die restlichen zwei Barren Latinum.” Er hielt Thevna seine Hand hin. Thevna zögerte und überlegte, schlug dann aber doch ein. “Ich werde bald wieder herkommen, um mir den Rest zu holen. Wohin soll ich die Kammer bringen lassen?”

Einige Stunden später betrat Dukat gefolgt von Ravek die Krankenstation. Die medizinischen Wissenschaftler sowie einige Techniker hatten sich des Problems der Kryostase Kammer angenommen und ihn nach erfrischend kurzer Zeit mit einer Erfolgsmeldung zu sich gerufen. Mir Tripan, der oberste Mediziner kam sofort zur Sache. “Gul Dukat, wir haben nach eingehenden Scans der Kammer festgestellt, dass die in ihr befindliche Frau lebt und nach meinem Dafürhalten in gutem Zustand ist. Wir konnten die Funktionsweise der Kammer nicht ergründen, ich hoffe mich später eingehender mit ihr beschäftigen zu dürfen. Ich habe aber herausgefunden, wie die Kryostase beendet und die Kammer geöffnet wird. Zumindest glauben wir das. Fakt ist aber auch, wir wissen so wenig, dass wir es auf einen Versuch ankommen lassen müssen.”

Dukat mochte Tripans rationale Einstellung, hoffte aber gleichzeitig, dass der Mediziner sich nicht verschätzte. Immerhin hatte er bereits drei Barren Latinum investiert. “Also beginnen Sie, Tripan!” Sofort kam Leben in die bisher ruhig wartenden Anwesenden. Knöpfe wurden gedrückt und nach wenigen Momenten veränderten sich die Anzeigen auf dem medizinischen Monitor. Der sehr langsame Herzschlag nahm zu, die Anzeigen für Gehirnaktivität wandelten sich von ruhigen, gleichmäßigen Wellen zu einem wilden auf und ab mit immer größerer Amplitude. Einer der Techniker entriegelte mit pochenden Schlägen die Siegel der Kammer und durch die ersten entstehenden Ritzen trat ein kalter Nebel aus, der wie ein Wasserfall zu Boden stürzte. “Haltet eine Decke bereit, der Frau wird kalt sein. Wir werden sie zuerst vorsichtig aufwärmen müssen. Ist das Becken mit dem Thermogel fertig?” “Ist fertig!” kam eine Antwort aus einer weniger beleuchteten Ecke der Krankenstation von Apella Kinat, der Assistentin Mir Tripans. Zwei Techniker hoben den Deckel endgültig zur Seite und der Rest der kalten, nebelartigen Schwaden verzog sich auf den Boden des Raumes. Dukat trat zwei Schritte vor und sah die Frau, ihre weit aufgerissenen, aber glasigen Augen und die struppige, schwarze Mähne um ihren Kopf. Sie war nackt, aber von komischen, im Licht bläulich schimmernden Flocken bedeckt. Tripan schob sich mit einer Decke in sein Sichtfeld. “Können Sie sich erheben? Ihnen ist kalt, nehmen Sie die Decke.” Ein gurgelnder, kurzer Schrei entfloh dem Mund der Frau. Sie versuchte nach der Decke zu greifen, war aber ganz offensichtlich zu schwach, ihren Arm zu heben. Zudem zitterte sie am ganzen Körper. “Sie versteht uns wohl nicht und hat auch noch nicht wieder volle Kontrolle über ihre Motorik, eventuell haben wir den Vorgang des Aufweckens zu stark beschleunigt.” bemerkte Tripan und winkte einen weiteren Mediziner auf die andere Seite der Kammer “Wir müssen sie rausheben und ins Thermogel stecken. Um die Verständigung kümmern wir uns danach.” Beide griffen zu und hoben die schlotternde und sich winde Frau aus ihrem eisigen Bett, trugen sie zum vorbereiteten Gel-Bad und tauchten sie, mit sanfter Gewalt ihre Versuche der Gegenwehr vereitelnd, bis zum Kinn in das Gel. Die Frau wand sich noch einen Moment, wurde aber ruhiger als die Mediziner mit beschwichtigenden Gesten zurücktraten und ihr die wärmenden Eigenschaften des Gels bewusst wurde.

“Was für ein Zeug klebt da auf ihrer Haut, Tripan?” Dukat trat an das Becken, gefolgt von ihren misstrauischen Blicken. “Das scheint einmal Kleidung gewesen zu sein, eine Naturfaser. Mit einer künstlichen Faserstruktur wäre das nicht passiert.” “Und wann können Sie ihr den Translator einsetzen?” hakte Dukat nach. Tripan überlegte einen Augenblick “Ich möchte warten, bis sich ihre Temperatur und alle Körperfunktionen auf normalen Werten eingependelt haben. Ich mache gleich einen Gentest um zu klären, zu welchem Volk sie gehört.” “Machen Sie das so und geben Sie mir Bescheid, wenn Sie den Translator aktivieren, ich möchte dabei sein.”

Der Kommandeur wand sich der Frau zu und beobachtet sie. Sie blickte aus inzwischen klaren Augen zurück, eine Mischung aus Unbehagen und Trotz, die Dukat gefiel und man konnte sehen, wie es hinter den Augen arbeitet. Aus einem Impuls heraus lächelte er sie an und zwinkerte. Ihre prompte Reaktion darauf, sie streckte ihm die Zunge raus, löste ein herzhaftes Lachen bei Dukat aus, ein Ereignis, dass die anderen Anwesenden noch nie erlebt hatten. Noch immer lachend verließ er die Krankenstation. Die fünf Barren Latinum waren es definitiv wert gewesen.

Gwendolyn


Mit einem Mal waren alle Sinne da. Das milchige Licht wurde von einer klaren, scharfen Helligkeit abgelöst, die Kälte wurde von verwirbelnder Luft intensiviert und kurz darauf durch warme nachströmende Luft leicht gemildert. Die diffuse Geräuschkulisse wurde von elektronischem Piepen und einem Stimmengewirr abgelöst. Die Wesen, zu denen die Stimmen gehörten waren keine Menschen, ganz und gar keine Menschen. Ich versuchte, bei dem Anblick dieser Aliens nicht in Panik zu geraten, versuchte, herauszufinden, was vor sich ging. In meinen Augen brannte die plötzliche Helligkeit und ich musste sie angestrengt aufreißen, um diese großen Männer, denn dafür hielt ich sie, betrachten zu können. Humanoid, Sie hatten annähernd olivfarbene Haut, schwarze, streng nach hinten frisierte Haare, Knochen- oder Knorpel-Wülste an Stirn, um die Augen, an Nase, Wangen, Ohren und Kinn. Eine schuppige Kante prägte die breiten Schultern.

Eine fremdartige, ebenfalls mit kleinen Wülsten auf dem Rücken überzogene Hand mit einem dünnen Tuch darin kam auf mich zu und schlagartig war mir klar, ich bin nackt, total nackt, und diese Wesen begaffen mich! Ich schäme mich nicht, nackt gesehen zu werden, ich liebe die Sauna, doch in dieser Situation war das einfach zu viel für mich. Ein panisches Quieken wollte aus meinem Hals, aber es kam nur ein Gurgeln heraus. Mein Versuch, nach dem Tuch zu greifen scheiterte, ich hatte kaum Kontrolle über meine Muskeln, meine Glieder fühlten sich an, wie mit Pudding gefüllt. Vermutlich zappelte ich wie ein Fisch auf dem Trockenen. Das war kein würdevoller Auftritt.

Das fremde Wesen mit dem Tuch ließ selbiges auf mich fallen, so dass es unzureichend meine Mitte bedeckte und Griff zugleich mit einem anderen dieser Wesen nach meinen Schultern und Knien. Ich versuchte mich instinktiv gegen die Berührung zu wehren und aus dem unerwünschten Griff zu winden, aber meine Muskeln versagten weiter ihren Dienst. Das beide Wesen in beruhigenden Tönen auf mich einsprachen, bemerkte ich zwar, das beendete meinen Unwillen aber nicht, angefasst und durch die Gegend getragen zu werden. Die beiden trugen mich quer durch den Raum und bemühten sich jetzt, mich in einen mit glibberigem, klarem Schleim gefüllten Behälter zu stecken. Und erneut versuchte ich den Widerstand und spreizte so gut es ging die Arme ab. Doch zum einen versagten immer noch meine Kräfte, zum anderen waren diese … Aliens verflucht stark. Schließlich gab ich einfach auf. Nachdem ich also bis zu meinem Kinn in Glibber steckte, hoben die Beiden etwas ihre Hände und gingen ein Stück zurück. Die Geste wirkte friedlich, so dass ich es mir erlaubte, langsam etwas zu entspannen während ich die Geschehnisse um mich herum weiter vorsichtig beobachtete und bemerkte erst jetzt die angenehme Wärme, die von dem Schleim ausging. Offensichtlich wollte man mir nichts Böses, zunächst.

Ein dritter dieser großen Aliens kam mit eher düsterem Blick näher. Zumindest interpretierte ich diesen Ausdruck so, schließlich hatte ich keine großen Vergleichsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu den anderen Anwesenden, die einfarbige Einteiler und etwas, dass mich an Laborkittel in grau erinnerte, trug er eine Art schwarzer Uniform, die stellenweise fast wie ein Panzer anmutete. Er redete mit harsch klingenden Worten auf den “Tuchträger” ein und als dieser sich entfernte lag sein Blick unbeweglich auf mir. Ich beobachtete ihn meinerseits. Er erinnerte mich an ein Reptil. Wie fühlte sich wohl diese Haut an mit ihren Schuppen hier und da? Als die beiden Wesen mich getragen haben, war ich durch meine Panik zu abgelenkt, um zu bemerken, wie sich ihre Hände anfühlen. Stark waren sie, so viel hatte ich mitbekommen. Die Leichtigkeit, mit der sie mich getragen haben, war bemerkenswert.

Der Uniformierte verzog jetzt sein Gesicht zu einer Art Lächeln und zwinkert mir zu, ich konterte, indem ich ihm reflexhaft die Zunge rausstreckte. Ich wusste nicht mit welcher Reaktion ich hätte rechnen sollen, nicht gerechnet hatte ich mit dem Lachanfall, den ich durch meine Zunge auslöste. Er lachte laut und schallend und alle anderen in diesem großen Raum Anwesenden beobachteten ihn Misstrauisch. Immer noch lachend drehte er sich um und verließ den Raum.
 
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