Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein Abschied für immer?

von Lady0409
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Lea Peters Tim Peters
07.02.2020
13.04.2020
13
29.810
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
10.02.2020 1.828
 
Kapitel 2
Tims Unfall

Recht schnell traf die Neurochirurgin nach dem Anruf auch schon am Kindergarten von Tim ein und sie wurde fröhlich lachend von Arzus und Philipps Tochter Pauline, die bereits ein knappes Jahr älter war, als Tim, an der Eingangstür abgeholt.

„Hallo Pauline… Sag mal, weißt du, wo Tim im Moment ist?", fragte Lea, als sie kurz  in die Hocke ging, um mit der kleinen Pauline auf einer Größe zu sein. Doch die Vierjährige musste auf die Frage der Ärztin schon gar nicht mehr antworten; Lea hörte schon ihren kleinen Sohn lauthals schreien.
„Timmi, deine Mama kommt doch sicherlich auch gleich… Beruhige dich doch  jetzt bitte wieder… Es ist doch jetzt schon… Es ist doch jetzt noch gar nichts Schlimmes passiert; du bist doch auch bestimmt nicht zum ersten Mal hingefallen, armer, kleiner Mann… Komm, deine Mami ist ja gleich schon wieder bei dir. Es wird alles gut. Du bist doch… Du musst doch jetzt keine Angst haben; du bist doch ein ganz tapferer Junge. Wir sind ja alles für dich da…", beruhigte die Erzieherin den kleinen Jungen, der lautstark schrie und Lea fast schon zum Weinen brachte.

„Ah… Frau Doktor Peters. Gut, dass sie jetzt endlich da sind. … Wir haben alles versucht, um ihren kleinen Sohn zu beruhigen. Aber es hilft bisher… Aber es hilft bisher alles nichts. Wir haben keine Chance, den kleinen Mann zu beruhigen…", meinte die Erzieherin von Tim zu der beunruhigten Mutter und Lea nickte, bevor sie sofort ihren schreienden und weinenden Kleinen auf den Arm nahm und ihn zu beruhigen versuchte.
„Tim… Mama ist doch da… Tut dir etwas… Mein Schatz, tut dir etwas weh?", fragte die besorgte Ärztin ihren schreienden Sohn und sah sich ihren Kleinen sofort beunruhigt an, nachdem sie den Dreijährigen vorsichtig auf dem Tisch ablegte und seinen Bauch abtastete, was Tim noch stärker zu schreien anfangen ließ.

„Mein kleiner Tim, es ist doch gut. Ich will doch nur schauen, wie es deinem Bauch geht… Tut dir der Bauch… Tut dir dein Bauch weh? … War Tim nach dem Sturz von der Schaukel denn bewusstlos? Oder hat er sich seit dem Sturz erbrochen?"
„Nein, Frau Doktor Peters. Bisher hat sich Tim noch nicht erbrochen… Aber er war in den letzten paar Minuten kaum ansprechbar. Wir haben gedacht, dass er sich vielleicht doch beruhigt hätte und er keine Schmerzen mehr hat. … Aber er war vermutlich bewusstlos. Denken wir zumindest… Er lag eben hier auf der Liege und hat sich nicht mehr bewegt. Erst jetzt ist er wieder wach geworden und… Und dann hat er wieder zu schreien angefangen…", erklärte die Erzieherin und Lea zuckte kurz zusammen, als sie erfuhr, dass ihr Sohn wohl wirklich bewusstlos gewesen war.

„Ich werde Tim sofort in die Klinik bringen müssen. Vielleicht hat er durch den Sturz sogar eine Hirnblutung davongetragen. Oder etwas Schlimmeres ist mit ihm nicht in Ordnung. Wie können sie denn meinen kleinen Sohn… meinen kleinen Sohn alleine auf der Schaukel lassen? War keiner da, der sich um die Kinder kümmern konnte? Haben sie wieder nur noch gequatscht?“
„Wir haben nicht gequatscht; natürlich haben wir auf Tim und die anderen Kinder aufgepasst. Sie… Sie können uns glauben, dass wir uns immer darum gekümmert haben, dass sowohl Tim, wie auch den anderen Kindern nichts passiert…“, erklärte die Erzieherin, doch Lea erwiderte: „Ich kann nicht glauben… Ich kann nicht… Ich kann nicht glauben, dass sie quatschen; meinen Sohn und andere Kinder nicht im Blick haben und… Und es dann zu einem schweren Unfall kommt. … Ich sage ihnen, wenn meinem Sohn etwas Schlimmeres passiert ist und er vielleicht sogar auf dem OP-Tisch landen muss, dann werde ich sie anzeigen. Wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Sie hätten auf Tim aufpassen müssen…“

„Sie können mir glauben… Wir haben wirklich auf Tim und auf die anderen Kinder aufgepasst. Es ist… Es ist einfach viel zu schnell… Dieser Unfall ist viel zu schnell passiert; wir hätten ihn nicht mehr verhindern können. Auch, wenn wir uns um Tim noch mehr gekümmert hätten. … Aber wir waren doch auch sofort bei Tim und haben uns um ihn gekümmert… Machen sie sich doch jetzt… Machen sie sich doch bitte keine Sorgen mehr.“, beruhigte die Erzieherin die aufgebrachte Mutter des kleinen Tim und Lea erwiderte sofort: „Sie brauchen mich hier nicht versuchen einzulullen; ich kann meinen Sohn… Ich werde mit meinem Kind jetzt sofort in die Klinik fahren und ihn dort untersuchen. … Sie hätten einfach schon viel früher nach dem Unfall richtig reagieren und… und mich anrufen müssen. Oder zumindest nach dem Sturz von Tim sofort einen Rettungswagen holen müssen… Was haben sie denn eigentlich in ihrer Ausbildung gelernt? Wie man am besten miteinander quatscht, ohne auf die Kinder aufzupassen?!", fuhr Lea mit ihrer energischen Stimme die Erzieher an und setzte ihren kleinen Sohn auf die Garderobenbank, um ihn anzuziehen.

Dies gefiel dem Jungen allerdings gar nicht und er brüllte weiterhin aufgeregt, weswegen Lea ihn liebevoll streichelte und versuchte, den Kleinen zu beruhigen. „Du brauchst doch nicht weinen, du lieber Spatz. … Ich bin doch für dich da. … Mama ist doch da… Tim… Tim, komm. Sei doch jetzt bitte ruhig… Ruuuhig, Tim; es wird alles wieder gut. Ich bin bei dir. … Tim… Tiiim, es ist guut, du lieber Engel. Komm, sei doch jetzt bitte ruhig… Beruhige dich… Pschscht… Komm, ich ziehe dir die Schuhe an und dann fahren wir ins Krankenhaus.“

„Mama… Mami…", weinte der kleine Junge und die um Tim sehr besorgte Lea, die die Erzieherin des kleinen Jungen immer wieder böse ansah, gab ihrem schreienden Sohn einen liebevollen Kuss auf die Stirn und auf die Wange, während sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versuchte, dem bereits dreijährigen Jungen, den sie auf die Garderobenbank setzte, seine Latzhose anzuziehen.

„Timmm… Komm jetzt bitte… Süßer… mein kleiner Engel… Ich ziehe dich noch an und dann fahren wir sofort zu… zu deinem soo lieben Onkel Doktor ins Krankenhaus… Ich untersuche meinen süßen kleinen Jungen doch… Ich untersuche meinen kleinen Sohn doch dann gleich selbst… Es passiert dir nichts, versprochen…"

Lea hielt ihren weinenden Tim weiterhin sehr kräftig an den Beinen und am Arm fest und versuchte, das schreiende Kind, das sich immer mehr aufregte und gegen seine liebevolle Mutter heftig zur Wehr setzte, langsam wieder zur Ruhe zu bringen
„Es wird doch sicherlich alles ganz ganz schnell wieder gut, Tim. Mami tut dir doch nichts, mein kleiner Engel. … Pschscht, es ist alles gut… Ich bin ja bei dir. Du süßer Schatz… Mami ist ja da; hab doch jetzt bitte bitte… bitte keine Angst mehr, mein Junge. … Du bist doch sooo ein tapferer Junge; ich werde mich persönlich im Krankenhaus um dich kümmern…"

Beruhigend streichelte die Neurochirurgin ihrem Kind über den Kopf und gab Tim einen liebevollen Kuss auf die Stirn. „Es ist alles gut…", beruhigte sie das Kind immer wieder sanft und hob ihren kleinen Tim auf den Arm, um ihn auf den Wickeltisch zu legen.

„Tante Lea… Tante Lea?! Nicht weh tun… Da tut es dem Tim wehhh…", weinte nun plötzlich die kleine Pauline und Lea fragte: „Warum tut es dem Tim denn immer weh, wenn er hier liegt? Manchmal macht der Tim doch noch in sein Höschen. Und dann gibt es eine Windel um den Pops..."
„Die Frau macht manchmal das Fieber bei dem Tim weg. Dann weint der Tim immer ganz ganz doll…“, erzählte die kleine Pauline und deutete auf ihre Erzieherin, bevor diese sich verteidigte: „Es ist doch… Das mache ich doch nur, wenn es dem armen, kleinen Tim… oder anderen Kindern ganz schlecht geht. Dann muss ich bei den kranken, kleinen Kindern das Fieber weg machen, damit die Mama und der Papa von den kranken Kindern herkommen können und die Kinder abholen. Die Mama von dem kleinen Tim zieht dem Kleinen jetzt aber nur kurz die Latzhose an, damit er auf dem Weg ins Krankenhaus nicht sooo sehr friert…"

„Krankenhaus? Zu meiner Mama? Und zu meinem Papa?", erkundigte sich die kleine Pauline und schien sich zu freuen, als Lea zur Bestätigung nickte, bevor sie erklärte: „Ich fahre jetzt mit meinem kleinen Tim zu deinem Papa und zu der Mama ins Krankenhaus. … Dich kann ich aber leider leider nicht mitnehmen; deine Mami und dein Papi haben noch keine Zeit für dich. Du musst leider leider noch hier im Kindergarten bleiben…"

Endlich hatte es die erfahrene Neurochirurgin in der Zwischenzeit geschafft, ihrem immer noch laut schreiend auf dem Wickeltisch liegenden Kleinen die Latzhose, die er für die Spielzeit im Garten in der Kita hatte und die man ihm nach seinem Unfall ausgezogen und gegen die Leggings getauscht hatte, anzuziehen. Ihrem Sohn die Schuhe anzuziehen war allerdings genauso wenig möglich, denn Tim fing sofort lautstark an, zu schreien, als Lea auch nur versuchte, ihm einen der beiden Schuhe, die der Dreijährige eigentlich über alles liebte, anzuziehen.

„Komm… Na, komm jetzt… Schuhe an, Tim. Wir müssen… Wir müssen jetzt leider los… Na… Tim, du bist doch tapfer. Komm, wir fahren jetzt zusammen ins Krankenhaus.“, flüsterte die Ärztin auf ihren kleinen Sohn ein und gab ihm einen Kuss, woraufhin der Kleine sich wenigstens ein kleines bisschen beruhigte.

Wieder begann der kleine Tim, als er hörte, was seine Mutter vorhatte, lautstark zu brüllen und sich heftig strampelnd gegen Lea zu wehren versuchte an.
„Es… Es ist doch alles gut… Tim, wir fahren doch nur ins Krankenhaus, damit ich dich richtig… damit ich dich richtig untersuchen kann, mein Schatz… Beruhige dich doch bitte…“, flüsterte Lea ihrem kleinen Sohn sanft ins Ohr, bevor sie erklärte: „Im Krankenhaus mache ich dann sofort eine CT-Aufnahme von deinem Kopf und wir nähen deine Platzwunde an der Stirn… Du musst aber keine Angst haben, deine Mami ist immer für dich da. … Und für das CT gebe ich dir ein kleines Beruhigungsmittelchen. Da ist es für dich dann gar nicht mehr sooo sehr schlimm, wenn Mami den kleinen Jungen untersucht…"

Beruhigend streichelte Lea ihrem Kind über die Wange und zog ihm unter einem grellen Schrei die Schuhe an, bevor sie Tim wieder auf den Arm nahm und sanft auf und abschaukelte.
„Alles wird wieder gut, Tim. … Es tut mir leid, aber wir müssen jetzt ins Krankenhaus. Aber du brauchst keine Angst haben. Ich… Ich bin immer dir meinen kleinen Jungen da und passe auf dich auf…", beruhigte Lea ihr Kind und gab Tim einen liebevollen Kuss, bevor sie sich noch die Sachen von Tim schnappte und mit Sorge im Gesicht und mit einem schreienden Jungen auf dem Arm den Kindergarten verließ.

„Tiiim, es ist doch guuuut. Ich trage dich jetzt zum Auto und dann fährt die Mama mit dir ins Krankenhaus… Duuu tapferes Baby, Mama ist doch für dich da…"
Behutsam trug Lea ihren Sohn zu ihrem vor dem Kindergarten geparkten neuen Kombi und setzte den schreienden Jungen ganz vorsichtig in den Kindersitz auf der Rückbank, bevor sie sich sofort auf den Weg in die Klinik machte, um ihren Jungen augenblicklich von ihren diensthabenden Kollegen untersuchen zu lassen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast