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Ein Abschied für immer?

von Lady0409
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Lea Peters Tim Peters
07.02.2020
13.04.2020
13
29.810
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13.04.2020 2.110
 
Kapitel 12
eine Schocknachricht

Diesmal war es allerdings ein Patient, den viele der Ärzte und Schwestern in der Sachsenklinik gut kannten; ein Patient, der darauf hindeutete, dass es bei dem Unfall wohl nicht nur Unbekannte getroffen hatte, sondern auch Menschen, die noch gestern fröhlich durchs Leben spazierten…

„Tim… Oh, mein Gott. Was ist denn mit dem Jungen passiert?" Der Chefarzt der Sachsenklinik kam nach der Alarmierung sofort in die Notaufnahme und erblickte auf der Trage den kleinen Jungen liegen. „Wie geht es dem kleinen Patienten?"
„Tim Peters, drei Jahre alt. Wir haben ihn an einem der Autos am Unfallort gefunden; er saß in einen Auto. Seine Mutter… Seine Mutter hat auf der Autobahn einem schwer verletzten Unfallopfer geholfen. … Der kleine Junge steht unter Schock. Er redet nur von seiner Mama…"

„Was ist mit seiner Mutter? Sie ist eine… eine Kollegin von uns.", erkundigte sich der Chefarzt besorgt und der Notarzt nickte zur Bestätigung, als er antwortete: „Ja, ich weiß… Frau Doktor Peters war am… die Kollegin ist durch einen rücksichtslosen Autofahrer, der mit einer riesen Geschwindigkeit durch die Rettungsgasse gerast ist, selbst schwer verletzt worden. Sie hat eine offene Schädelfraktur von dem Zusammenstoß mit dem Kombi davon getragen. Außerdem ist sie mehrere Meter durch die Luft gewirbelt wurden. Wir mussten sofort reanimieren… Allerdings… es war…"
„Nein… Nein, bitte bitte nicht… Das ist… Das kann nicht sein… Frau Doktor Peters ist nicht tot, oder?", fragte Doktor Hoffmann mit einem Blick auf das Kind, das sich auch durch die beruhigenden Worte des Sanitäters und dem Streicheln nicht beruhigte. „Das ist nicht wahr! Nein, das ist doch nicht wahr!"

„Die Verletzung von Frau Doktor Peters sind zu schwer gewesen; sie hat eine Prellung am Herzbeutel gehabt. Außerdem war ihr Gehirn durch die Schädelverletzung stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie war bereits tief bewusstlos, als wir die Kollegin am Unfallort aufgefunden haben. Ich habe alles versucht… Es war zu spät, die Kollegin… Sie ist ihren Verletzungen leider noch am Unfallort erlegen…"

Erschrocken sah der Chefarzt auf den kleinen Patienten und seufzte kurz, als er sagte: „Das… Das ist nicht… Das ist nicht wahr… Frau Doktor Peters ist mit Sicherheit nicht tot… Sie kann gar nicht tot sein.“, erklärte Doktor Hoffmann und zuckte noch einmal kurz zusammen, als er erfuhr, dass seine Kollegin bei dem Unfall ums Leben gekommen war.

„Ich… Das ist doch nicht… Das ist doch nicht etwa… wirklich… wirklich die Wahrheit…“ „Doch… Doch, leider ist Doktor Peters bei dem Unfall ums Leben gekommen. Und der kleine Tim steht völlig unter Schock. … Wir machen uns große Sorgen um den Kleinen. … Was ist denn los? Was ist denn mit dir los?“, fragte der erfahrene Notarzt den kleinen Jungen, der sofort wieder zu schreien und zu weinen anfing, als er die Kollegen von seiner Mutter erkannte und nach seiner Mutter rief.
„Mama… Mama…“, rief der kleine Junge wieder und wieder, doch Doktor Hoffmann streichelte ihm nur ein wenig liebevoll über den Kopf und erklärte: „Du brauchst keine Angst haben, Tim… Ich kümmere mich jetzt um dich, du kleiner Spatz. Wir machen keine… Wir machen gar keine schlimmen Sachen mit dir. … Wir müssen nur ein kleines bisschen untersuchen, wie es dir geht. … Hat er Verletzungen?“
„Nein, jedenfalls habe ich soweit den kleinen Spatz nicht untersuchen können. Aber er saß die ganze Zeit über im Auto von Doktor Peters in seinem Kindersitz. Ich gehe nicht davon aus, dass er Verletzungen hat.“, erklärte der erfahrene Notarzt dem Kollegen.

„Du brauchst… Du brauchst doch jetzt gar keine Angst vor mir zu haben. Ich kümmere mich um dich, du kleiner Mann. Wir machen jetzt erst einmal eine komplette Untersuchung bei dir.“
Beruhigend streichelte der erfahrene Chefarzt seinem kleinen Patienten liebevoll über den Kopf und versuchte, das Kind zu besänftigen.

„Du brauchst… Du brauchst doch gar keine Angst zu haben. Wir machen nichts Schlimmes mit dir. … Ich kümmere mich jetzt erst einmal komplett… komplett nur um dich. Doktor Brentano übernimmt bestimmt die Behandlung von der jungen Mutter, die wir eingeliefert bekommen haben.“, erklärte der erfahrene Chefarzt dem kleinen Jungen. „Du brauchst keine Angst haben. … Wir bringen Tim jetzt erst einmal in den Untersuchungsraum. … Du armer Spatz… Du armer, kleiner Spatz. Wir kriegen dich schon wieder auf die Beine. Und dann wird alles wieder gut. … Beruhige dich doch bitte, du kleiner Mann.“
„Mama… MAMA! MAMA!“, weinte das Kind und Doktor Hoffmann streichelte dem kleinen Jungen sanft über den Kopf. „Du brauchst… Du brauchst doch keine Angst haben, du kleiner Mann. Wir… Wir machen dich gleich wieder gesund. … Pschschscht, Tim. Jetzt wird alles wieder gut.“

„Mama… MAMA! MAMA!“, weinte das Kind und wurde von Doktor Hoffmann sanft gestreichelt. „Wir machen jetzt erst einmal eine kleine Untersuchung bei dir und dann kümmere ich mich sofort darum, dass er von einer Betreuerin vom Jugendamt abgeholt wird, wenn alles in Ordnung ist. … Der Kleine soll nicht allzu lange hier im Krankenhaus bleiben müssen.“

„Mama… MAMA! MAMA!“ Schreiend strampelte der kleine Junge mit panischem Weinen und Doktor Hoffmann streichelte wieder über den Kopf des kleinen Patienten. „Es wird alles wieder… Es wird alles gleich wieder in Ordnung kommen. Keine Angst. … Schau mal, wir holen gleich den lieben Onkel Doktor Philipp und dann machen wir alles wieder gut.“

„MAMA! MAMAAAAAA!“ Noch einmal schrie Tim und strampelte. „Du brauchst gar keine Angst zu haben, du süßer Fratz… Komm, wir bringen dich jetzt in den Behandlungsraum und dann wird alles wieder gut.“

„Mama… MAMA!“, schrie Tim lautstark und weinte kräftig, als der Chefarzt sich genauer um den kleinen Jungen kümmern wollte und vorsichtig über den Kopf des Jungen streichelte. „Du brauchst doch keine Angst haben. Tim… Tim, es ist alles in Ordnung. Wir werden jetzt erst einmal zusammen in den Untersuchungsraum gehen und dann schauen wir, wie es dir körperlich geht. … Auf jeden Fall bleibst du über Nacht bei uns in der Klinik. Mit einem Schock ist nicht zu spaßen, du kleiner Spatz…“

Von dem Notarzt verfolgt machte sich Doktor Hoffmann mit seinem kleinen Patienten auf den Weg in den Untersuchungsraum, wo der Dreijährige auf die Untersuchungsliege gelegt wurde.
„Siehst du, Tim… Das kennst du alles schon, hm? … Ja, ich bin ja da. Und wir sagen jetzt auch gleich dem lieben Onkel Philipp Bescheid, den kennst du viel besser, als mich… Siehst du… Da ist auch schon die liebe Schwester Arzu… Wir haben den kleinen Tim gerade eingeliefert bekommen. Einmal komplette Untersuchung und dann verfrachten wir den kleinen Mann auf die Kinderstation. … Haben wir ein Einzelzimmer gerade vorrätig?“, erkundigte sich der Chefarzt, während Arzu kurz auf den kleinen Tim starrte und anschließend erklärte: „Nein… Nein, momentan leider nicht. Aber wir können Tim auch zu der kleinen Stella ins Zimmer legen. Da können sich die Zwei miteinander anfreunden. Tim ist doch eigentlich… Aber wie geht es Lea? Was ist mit Doktor Peters?“
„Doktor Peters… Doktor Peters hat einen Patienten am Unfallort behandeln wollen. Und bei der Versorgung wollte einer der Autos im Stau plötzlich über die Rettungsgasse wieder weiterfahren. … Es kam zu einem schrecklichen Unfall. Doktor Peters… Wir haben… Wir müssen uns jetzt darum kümmern, dass das Jugendamt so schnell wie möglich eine Pflegefamilie für den kleinen Mann findet, damit wir Tim schnell wieder entlassen können…“

„Lea… Doktor Peters ist tot?“, erkundigte sich Arzu und Doktor Hoffmann schluckte kurz beim Blick auf den kleinen Tim, als er antwortete: „Ich… Ja, leider… Der Notarzt konnte nichts mehr für Frau Doktor Peters tun. Sie ist noch am Unfallort an ihren Verletzungen… an ihren Verletzungen verstorben. … Aber jetzt müssen wir uns erst einmal um den kleinen Tim kümmern; er braucht eine komplette Untersuchung. Mit einem Schock ist bei einem so kleinen Kind, wie bei Tim nicht zu spaßen.“
„Natürlich… Na, Tim… Hallo, du kleiner Mann. Erkennst du mich? … Ich bin es, Tante Arzu… Hallo Tim. … Hallo, du kleiner Mann. Wie geht es dir denn?“, erkundigte sich die Oberschwester bei dem kleinen Jungen und streichelte Tim sanft über den Kopf.

Der kleine Patient allerdings schrie sofort wieder nach seiner Mutter und schien sich im ersten Augenblick nicht einmal an seine geliebte Babysitterin erinnern zu können, als sie sanft über Tims Kopf streichelte. „MAMA! MAMA!“, schrie der kleine Junge und Arzu beruhigte den Kleinen schnell.
„Pschschschscht. Es ist alles gut, Tim. Es ist alles gut… Mama kommt bald wieder zu dir und dann könnt ihr beide zusammen zu… zu deinem lieben Papa… Komm, Tim. Wir untersuchen dich jetzt und dann kümmern wir uns um deine Mama. … Sie kommt dich bestimmt bald abholen.“, versuchte die Krankenschwester, mit einer Lüge den kleinen Jungen von dem schweren Schicksalsschlag abzulenken.

Doch Tim wusste wohl schon Bescheid, dass seine Mutter nicht mehr wiederkam und er schrie weinend nach Lea, als er sich an Arzus Hals klammerte und sich panisch gegen die Berührungen von Doktor Hoffmann wehrte.
„Du brauchst doch keine Angst haben, Tim. Wir werden dich jetzt nur untersuchen. Und dann kannst du dich in einem unserer tollen Zimmer ein bisschen von deinem Schock ausruhen. … Onkel Philipp kommt sicherlich auch gerne zu dir und… und wir begleiten dich auch an deinem ersten Tag bei deiner neuen Familie. Aber jetzt machen wir erst einmal eine komplette Untersuchung bei dir. … Du musst keine Angst haben, Tim. Du wirst sicherlich wieder gesund. Und dann darfst du nach Hause…“


Nach einer eher schwierigen Eingangsuntersuchung hatte Doktor Hoffmann dem kleinen Tim ein Beruhigungszäpfchen verabreicht und ihn auf die Kinderstation bringen lassen, wo das Kind das Zimmer der kleinen Stella bezog und dort von zwei freundlichen Krankenschwestern noch etwas abgelenkt wurde, bis das Beruhigungsmittel zu wirken begann.
„Du brauchst jetzt gar keine Angst zu haben, Tim. Wir kümmern uns hier alle sehr gut um dich, damit du schnell wieder auf die Beine kommst.“, hatte Arzu den kleinen Jungen noch einmal beruhigt, bevor sie aus dem Zimmer gegangen war und sich auf den Weg zu ihrem Mann Philipp machte.

„Philipp… Tim… Der kleine Tim… Leas Sohn… ist oben auf der Kinderstation. Es gab doch diesen… diesen schrecklichen Unfall auf der Autobahn… Es war… Philipp, Lea… Lea ist tot!", fuhr Arzu, die eben selbst erst vom Tod ihrer guten Freundin gehört hatte, ihren Mann an und Philipp schüttelte ungläubig den Kopf, als er erwiderte: „Quatsch… Lea ist doch nicht tot… Sie ist auf dem Weg nach München… wegen ihrer neuen Stelle am neurochirurgischem Zentrum. Sie ist doch nicht tot… Das kann doch nicht sein…"

„Philipp, ich sage dir die Wahrheit… Lea ist tot… Sie wollte einen Patienten verarzten und… und dabei… Philipp… Philipp, Lea ist tot… Sie hat… Tim liegt oben auf der Kinderstation; er musste von Doktor Hoffmann ein Beruhigungsmedikament verabreicht bekommen, weil er völlig durcheinander war. … Wir müssen Tim jetzt helfen. Besonders wir, als seine… als seine Babysitter. Er hat doch jetzt nur noch uns beide… Die Großeltern von Jenne leben zu weit weg und das Jugendamt würde auch gar nicht akzeptieren, wenn die beiden den kleinen zu sich nehmen würden. Und wir… Zu uns hat Tim die größte Vertrauensbasis. Wir müssen den kleinen Mann jetzt zu uns holen. Sonst… Philipp… Eine Frau vom Jugendamt will den kleinen Tim abholen und ins Heim bringen! … Philipp, Lea… Lea ist gestorben! Sie kommt nie wieder zurück…"

„Ach, Arzu… Du schwindelst doch. Lea ist nicht tot; sie ist auf dem Weg nach München. … Das kann doch gar nicht sein, dass Lea… Dass ausgerechnet Lea tot ist. … Tim ist vielleicht wirklich auf der Station oben. Aber… Aber Lea ist nicht tot. Sie ist doch noch so jung.“, erklärte der Oberarzt und Arzu, die den Tränen nahe war, schüttelte noch einmal den Kopf und erwiderte: „Ich habe gerade mit dem Jugendamt gesprochen; die werden später eine Mitarbeiterin schicken, damit Tim nach dem Krankenhausaufenthalt schon… schon ins Kinderheim gebracht werden kann. … Philipp, wir müssen jetzt schnellstens entscheiden. Und dann einen Adoptionsantrag stellen. … Pauline freut sich doch sicherlich über ein kleines Brüderchen. Und die Jungs… Max und Oskar haben doch gestern schon gefragt, wann sie Tim endlich besuchen können.“

„Und wie sollen wir das Jugendamt überzeugen können, dass wir die richtigen Adoptiveltern für Tim ist. … Andere Leute sind schon jahrelang beim Jugendamt als Adoptiveltern gemeldet. Und jetzt auf einmal kommen wir beide an und wollen plötzlich den Kleinen adoptieren.“, erklärte Philipp, doch wieder schüttelte Arzu den Kopf.
„Ich will nicht, dass Tim jetzt auch noch ins Kinderheim muss. … Weißt du… Weißt du, was Lea zu mir einmal gesagt hat, als wir einen Abend gemeinsam… gemeinsam verbracht haben, dass sie will, dass ihr armer, kleiner Tim… dass ihr armer, kleiner Tim nicht ins Kinderheim gebracht werden soll, wenn etwas passiert. … Philipp, na komm… Komm, wir haben doch… Wir müssen uns doch gerade jetzt um den kleinen Tim kümmern.“, erklärte die Krankenschwester noch einmal ihrem Mann, als eine ältere Frau ins Ärztezimmer kam.
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