Zeitlose Liebe

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
05.02.2020
26.03.2020
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Kapitel 6

Der Mittwoch nahte und Adrian hatte keine Ahnung, was auf ihn zu kommen würde, als er in einer der Gebiete von New York ausstieg, das nur von reichen Leuten bewohnt war.

Es gab mehrere Hochhäuser und wenn er sich richtig an die Adresse erinnerte, dann wohnte sie in einem Apartment ganz oben. Sie musste einen wunderschönen Ausblick über die Stadt haben, wie ihm auffiel, als er in den Fahrstuhl stieg,

Was nicht ungewöhnlich war. Viele Reiche hatten ein Apartment ganz oben. So wie er ein Penthouse. Mit seiner schwarzen Aktentasche in der Hand richtete er seine Krawatte und seine Manschettenknöpfe an den Ärmeln im Spiegel des Fahrstuhls. Viel sauberer war er auf jeden Fall als in Isabellas Hochhaus.

Gespannt sah er auf die Anzeige, die ihm sagte, in welchem Stockwerk sie sich befanden. Was würde ihn wohl erwarten?

Der Fahrstuhl ging auf und er fand sich ganz oben in einem kleinen, sehr schön eingerichteten Vorraum wieder. Jedoch betrat er noch nicht direkt ihr Apartment, was ihn durchaus verwunderte. Unten gab es einen Wachschutz, der darauf achtete, wer alles hereinkam. Warum also noch einmal eine Art Eingangstür?

Diese wurde geöffnet und Audrey lächelte ihn an. Sie trug ein asiatisches, silberfarbenes Kleid und hatte ihre Haare am Hinterkopf hochgesteckt. Eine große asiatische Spange in der Form eines Drachens war zu erkennen, doch wahrscheinlich hielt sie ihre Haare nicht und war nur Deko. "Danke, dass Ihr gekommen seid", sagte sie und bat ihn einzutreten.

Dort empfing ihn ein riesiges Wohnzimmer mit einer völlig verglasten Fensterfront. Es gab eine Tür, die hinaus auf das Dach des Hochhauses führt und dort war ein großer Pool in den Boden eingelassen.

Erstaunt darüber, über was für einen Geschmack Audrey verfügte, pfiff er leise und anerkennend. So hatte er sie nicht eingeschätzt. Sein Penthouse war ähnlich wie ihres. Der Ausblick war jedoch anders, da sie beide in verschiedenen Stadtteilen wohnten.

Andere Einrichtungsgegenstände hatte sie, die trotzdem sehr gut zusammenpassten und eine schöne Gesamtharmonie entstand.

Solche Gebäude und Einrichtungen konnten sich nur Reiche leisten. Er gehörte zwar teilweise dazu, aber so reich war er noch nicht. Aber auf dem besten Wege dorthin, wenn er weiterhin hart arbeiten würde.

"Guten Morgen, Audrey", grüßte er die Frau vor sich. Zuerst hatte Adrian sie angesehen, wurde jedoch von ihrer Wohnung gefesselt. Nur schwer konnte er sich davon losreißen und seine Aufmerksamkeit zu Audrey lenken. Wie hübsch sie aussah!

Ein Kommentar lag auf seiner Zunge, den er bei anderen Frauen mit Sicherheit gebracht hätte. Nur nicht bei einem Kunden. Das gehörte sich nicht, weshalb er ihr nicht sagen konnte, wie hübsch sie aussah. Adrian bedauerte das sehr.

Dass er als Firmenchef diese Regel aufgestellt hatte, konnte die junge Frau vor ihm nicht ahnen. Für ihn war Diskretion und höfliche Distanz zu seinen Kunden wichtig. Egal, wer derjenige war.

Dass sie China anscheinend mochte, konnte Adrian nicht leugnen. Ihr stand das Kleid wirklich sehr gut. Hatte sie das extra angezogen, weil sie wusste, dass er die asiatische Kultur so mochte?

"Möchtet Ihr vielleicht eine kleine Führung durch die Etage?", fragte sie freundlich. Auf dem Stubentisch stand bereits ein Teeservice, das asiatisch anmutete. Es passte zu den Tellern, auf denen sich kleine Süßspeisen befanden und zu den Vasen, die überall im Raum verteilt waren. Ihm fiel erst jetzt auf, dass es nur das Wohnzimmer war. Eine Küche oder andere Räume waren nicht sofort zu erkennen.

Nur zu gern wollte er eine Führung. Wenn sie vorhaben sollte, diese zu vermieten oder sogar zu verkaufen, war es wichtig, die Immobilie zu kennen. So eine wurde sehr häufig gesucht und war nicht immer leicht zu bekommen.

"Sehr gerne", sagte Adrian zu ihr, wobei er bereits seine Schuhe auszog. Das gehörte sich für ihn einfach. Obwohl viele Leute Schuhe in den Wohnungen trugen, war er der Typ, der das nicht tat. Zuhause hatte alles seine Ordnung. Die Schuhe wurden fein säuberlich abgestellt und aufgeräumt.

Adrians Blick erkundete bereits den Raum eindringlich. Ein leichtes Lächeln zierte seine Lippen, sobald er die chinesischen und japanischen Elemente erblickte.

Auch Audrey trug Socken und Adrian bemerkte schnell, dass nicht nur die Teppiche seine Füße warmhielten, sondern auch eine Fußbodenheizung.

"Das hier ist das Wohnzimmer", begann Audrey zu erklären und lächelte dabei. "Küche, Badezimmer und Schlafbereich gehen von hier ab, aber die Türen sind versteckt", erklärte sie und trat auf einen großen Wandspiegel zu. Dieser versteckte eine Tür, die sie ins Badezimmer brachte.

Adrian öffnete seine schwarze Aktentasche und fischte nach einem Klemmbrett, um sich Notizen zu machen. Immer wieder nickte er bei Audreys Worten und stellte knappe Fragen.

Dabei gab er keine Anzeichen nach außen hin, ob es ihm gefiel oder nicht. Dass es das tat, stand außer Frage. Doch Audrey war Kundin und würde somit die gleiche Behandlung wie die Anderen bekommen.

Dadurch, dass es versteckte Türen gab, war diese Immobilie für ihn sehr interessant. Gerade Schwerreiche wollten viel Sicherheit, was das hier auch bieten würde.

Ständig kritzelte er auf dem Papier herum, machte sich kleine Notizen, sowie einen Grundriss der Wohnung.

"Leider ist die Wohnung, die ich eigentlich vermieten möchte, gerade wegen eines Unwetterschadens in Renovierung, aber sie sieht dieser hier vom Grundriss her ähnlich", erklärte sie. "Die Türen sind genau wie hier, aber der Pool draußen fehlt und sie befindet sich nicht ganz oben", erklärte sie weiter und führte ihn weiter in die offene Küche. Auch hier war alles verglast und man konnte Japan-Feelings bekommen.

Hätte er das Geld dazu, würde seine Wohnung genauso aussehen. Sicherlich war das später einmal der Fall. Noch war es nicht soweit. Und wer wusste schon, ob er nicht doch ins Ausland ging, um dort seine Firma weiterzuführen.

Adrian stellte verschiedene Fragen zu der Küche. Welche speziellen Materialien benutzt worden waren, wie alt sie war und solche Dinge, die wichtig für manche Kunden waren. Nachdenklich sah er dabei aus, als hätte er etwas im Kopf.

Audrey ab ihm ziemlich konkrete Angaben, als hätte sie vorher alles auswendig gelernt. Was jedoch nicht stimmte. Sie konnte sich diese Dinge allerdings sehr leicht merken. Was sie auch bemerkte, war sein Gesichtsausdruck. "Gibt es etwas?", fragte sie freundlich.

"Ich denke gerade nur über einen Kunden nach, der genau so etwas sucht", gab Adrian zur Antwort. Dass dieser sehr viel bezahlen würde, wenn der Firmenchef ihm das Richtige fand, stand außer Frage.

Adrian war nicht hinter dem Geld her, wie viele andere Immobilienhändler, die er kannte. Für ihn war die Zufriedenheit der Kunden wichtig. Dass sie das bekamen, wonach sie suchten.

Ihm fiel auf, wie groß die Kücheninsel war, in der ein Herd mit Ofen eingebaut war. Somit gab es zwei, denn in der Küchenzeile an der Wand war ebenfalls einer. Die Ausmaße des Kühlschranks waren typisch amerikanisch und nicht verwunderlich.

Der Blick auf New York war atemberaubend und würde sicherlich viele Interessenten anziehen. Doch halt, Audrey hatte noch gar nicht darüber gesprochen, dass sie diese hier verkaufen oder vermieten wollte. Sie hatte lediglich von einigen Immobilien gesprochen.

Adrian riss sich zusammen und wandte sich an die junge Frau neben ihm. "Entschuldigen Sie die Frage. Möchten Sie diese Wohnung denn verkaufen?", fragte er. "Am Telefon sprachen Sie von Immobilien."

"Nicht diese, die andere da drüben", erklärte sie und deutete aus dem Fenster zu einem etwas niedrigeren Hochhaus. "Oder besser gesagt vermieten", erklärte sie. Draußen konnte man sehen, das dort gerade gebaut wurde. "Was die Immobilie betrifft, würde ich Euch gern Bilder zeigen, da sie sich nicht hier vor Ort befindet", erklärte sie weiter.

Da hätte er sich beinahe wirklich ein Eigentor geschossen. Er war so begeistert gewesen, dass er gar nicht darauf geachtet hatte, ob sie diese Immobilie gemeint hatte oder nicht.

"Entschuldigen Sie bitte das Missverständnis", bat er und folgte ihrem Finger nach draußen. Wenn die andere Wohnung dieser hier sehr ähnlich war, hatte er keine Probleme, sie zu vermieten. "Haben Sie einen Wunsch, wie lange sie vermietet werden soll?", fragte Adrian. Manche Vermieter wollten ihre Wohnungen nur für eine gewisse Zeit an jemanden geben, wenn sie zum Beispiel nicht da waren.

"Ich möchte sie tatsächlich einfach nur loswerden", gestand Audrey und ein leicht trauriger Unterton hatte sich in ihre Stimme geschlichen. "Glauben sie, dass es Probleme geben könnte, wenn man erfährt, dass dort jemand gestorben ist?", wollte sie wissen und ihr Lächeln war schief.

Das kam wirklich überraschend für ihn. Erstaunt warf er Audrey einen Blick zu und nickte dann langsam. Solche Dinge konnten dazu führen, dass die Wohnung nur schwer vermittelt werden konnte.
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