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Dark Secrets

von Amyna
GeschichteDrama, Thriller / P16 / Gen
Beth Chapman Duane "Dog" Chapman Duane Lee Chapman Leland Chapman Lyssa "Baby Lyssa" Chapman OC (Own Character)
04.02.2020
25.12.2020
23
21.556
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04.02.2020 1.050
 
Tiefschwarze Nacht war über Kona herein gebrochen. Ein schlimmes Unwetter hatte sich hier niedergelassen und trieb sein bösartiges Spiel mit der Stadt. Regen schoss Sinnflutartig vom Himmel, überschwemmte Straßen und Gärten in nur wenigen Sekunden, während der Wind die kleineren Häuser zum Zittern brachte.
Kaum ein Mensch wagte sich jetzt noch auf die Straße, selbst die Obdachlosen fanden irgendwo Unterschlupf, denn niemand wollte Opfer dieses Unwetters werden. So lagen sie alle friedlich schlafend in ihren Betten und träumten, was ihr Unterbewusstsein ihnen offenbarte.
Niemand von ihnen, nicht einer, bemerkte die schmerzerfüllten Schreie, die in dieser Nacht durch die Straßen halten und sich schließlich in den tosenden Fängen des Windes verloren. Nur er kannte das blutige Geheimnis, das sie mit sich brachten, er allein wusste, dass dies die Schreie eines sterbenden Menschen waren.
Und er schloss sie ein und trug sie mit sich auf das Meer hinaus in die tiefe, dunkle Nacht.




„Hast du alles zusammen Kleines?“, flüsterte sie.
Das Mädchen nickte und wischte sich eine letzte Träne aus dem schmutzigen Gesicht.
„Ich habe Angst Ash!“, die Kleine drückte ihren zitternden Körper an Asshleys und klammerte sich an ihrem Bein fest.
Ashley strich ihr sanft durch die dunklen Locken: „Mach dir keine Sorgen Schatz, wir haben doch alles durch gesprochen, uns wird nichts passieren das verspreche ich dir.“
Sie nahm den Kopf des Mädchens in ihre Hände und küsste sie sanft auf die Stirn. Sie setzte ihr den rosa Rucksack auf den Rücken und zog ihr die Kapuze ihres Mantels über den Kopf. Dann schnappte sie sich ihren eigenen Rucksack und die kleine Tasche. Sie hob das Mädchen auf den Arm und zog ihr die Kapuze tief ins Gesicht. „Hör zu Lilly, du machst jetzt deine Augen ganz fest zu und egal was passiert, du machst sie erst wieder auf, wenn ich es dir sage ok?“
Lilly nickte ängstlich und schloss schnell ihre Augen.

Ashleys Blick wanderte hektisch durch den Raum. Hatten sie alles? Waren alle Spuren verwischt? Nachdem sie festgestellt hatte, dass alles ok war, öffnete sie leise die Tür und spähte raus auf den Flur. Das kaputte Türschloss rutschte ihr entgegen, sie schaffte grad noch es aufzufangen, ehe es mit einem lauten Poltern zu Boden gefallen wäre.

Langsam schlich sie den dunklen Flur entlang und drückte Lillys zierlichen Körper ganz fest an sich. Sie schaute die Treppe hinunter. Es brannte immer noch kein Licht, das ganze Haus wirkte ruhig und verlassen, einzig ihr Atem war zu hören.
Vorsichtig schlich sie Stufe für Stufe die alte Holztreppe hinunter. Das leise Knarren der Stufen durchbrach die Stille und ließ sie panisch zusammen zucken. Lilly schien ihre Anspannung zu spüren, sie merkte wie der Körper des Mädchens sich verkrampfte und ihre kleinen Hände umklammerten Ashleys Hals so fest, dass diese kaum noch Luft bekam. Ashley suchte Halt am Treppengeländer,  Ihre Hand glitt am Geländer entlang , als sie plötzlich etwas feuchtes spürte. Hastig zog sie die Hand zurück und ein leiser Aufschrei durchbrach erneut die Stille.  Sie wusste genau was es war, sie schluckte schwer und kniff die Augen schmerzerfüllt zusammen.
„Hast du schön die Augen zu?“, fragte sie Lilly kaum hörbar. Die Kleine hatte ihr Gesicht tief in Ashley Jacke vergraben und brachte ein kaum hörbares „Ja“ hervor. Der kleine Körper zitterte unaufhaltsam. Ashley zerriss es fast das Herz. Was hatte dieses arme Mädchen alles ertragen müssen in ihren ersten Lebensjahren?
Wie sollte so ein junger Mensch das alles bloß verkraften?

Lilly atmete schwer. Ashley spürte das etwas nicht stimmte. „Was ist los Kleines?“
„Ash?“, Lilly drehte ihren Kopf etwas zur Seite, behielt jedoch die Augen geschlossen, „Ist Momy noch hier?“
Ashley begann zu zittern. Wieder wollte sie schreien, die Wut, den Schmerz, alles raus schreien, doch sie wusste dass das vielleicht ihr Ende wäre. Also drehte sie den Kopf in Richtung Küche, ihr Blick fiel auf den leblosen Körper, der dort im Licht des Mondes, der durch das Fenster schien, auf dem Boden lag. Kalt und leblos, getränkt im eigenen Blut.
Schnell wandte sie den Blick ab und schaute auf die Kleine in ihren Armen. Ihre Stimme brach, als sie leise flüsterte: „Nein mein Schatz, Momy ist schon im Himmel!“




Sie erreichten den Flughafen, als es fast schon hell wurde. Den ganzen Weg waren sie zu Fuß gelaufen, fast fünf  Meilen. Zu ihrem Glück hatte der Regen bald nach gelassen. Trotzdem waren sie durchnässt bis auf die Haut.
Nachdem Ashley die Tickets besorgt hatte, gingen sie auf die Toilette, um sich umzuziehen. Lilly kletterte auf den Waschbeckenrand und kämmte sich ihre langen, dunklen Locken.
„Müssen wir jetzt immer so heißen Ash?“, sie schaute Ashley mit großen Augen an, „Mein alter Name gefiel mir aber viel besser!“
Ashley versuchte zu lächeln: „Also erstens hast du dir deinen Namen selber ausgesucht und zweitens ja müssen wir und ich will auch nichts mehr darüber hören, das hatten wir schon oft genug ok?“
„Ok Ash!“, sagte sie und kletterte wieder runter, „Und wo fliegen wir jetzt hin?“
„Erstmal nach Oahu, dort muss ich etwas erledigen und dann fliegen wir weiter, aber wohin verrat ich dir nicht, das wird eine Überraschung!“
„Doch sag es mir Ashley bitte bitte!“
Doch Ashley schnappte sich das Mädchen und kitzelte sie durch: „Nichts bitte bitte, Überraschung ist Überraschung, du wirst es schon früh genug sehen du kleine Zicke!“
Lilly quiekte freudig auf und Ashley war mehr als froh, dass sie wenigstens für einen Moment ein Lächeln in das Gesicht des Mädchens zaubern konnte.




Eine halbe Stunde später saßen die beiden im Flieger. Dank der perfekt gefälschten Papiere, war alles glatt gelaufen. Aus Ashley Simmons und Lillian Meloa waren nun Yasmin und Anna Dover geworden.
Völlig erschöpft kamen sie am Flughafen Honolulu an.
Nachdem sie in ihrem Hotel angekommen waren und geduscht hatten, brachte Ashley Lilly sofort ins Bett.
Die letzten zwei Tage waren einfach zu viel für die Kleine gewesen. Zum Glück fiel es kleinen Kindern leichter trotz schlimmer Erlebnisse einzuschlafen. Darum beneidete Ashley das kleine Mädchen. Sie hatte das letzte Mal vor über einer Woche mehr als drei Stunden pro Nacht geschlafen.


Nachdem sie sicher war, dass Lilly tief und fest schlief, machte sie sich auf den Weg in die Stadt. Sie musste noch einige Besorgungen machen und vor allem musste sie die Nachrichten und die Zeitungen checken. Hoffentlich hatte noch niemand etwas bemerkt.
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