Vampir-Enten züchten?

von Joahar
GeschichteHumor, Familie / P12
04.02.2020
04.02.2020
1
1.205
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
04.02.2020 1.205
 
Sehr geehrte Herr Karl Janssen,


als ich neulich bei Ihnen zu Besucht war, lernte ich Ihre entzückende kleine Vampir-Ente kennen. Da ich nun ein erfahrender Geflügelzüchter bin, möchte ich gerne mehr über diese und ihre Haltung erfahren, denn ich spiele mit den Gedanken, eine Zucht dieser seltenen Exemplare zu beginnen. Deshalb wende ich mich an Sie mit folgenden Fragen.

1. Wo bekommt man solche Enten her bzw. wie kommt an an solche
Exemplare heran?

2.Wie groß muss ein Stall für sie sein? Wie groß ist ihr Platzbedarf?

3.Wie gestaltet sich ihre Haltung?

4. Wie ist es mit der Ernährung?

5. In welchem Alten sind sie Geschlechtsreif? So dass man an eine
Züchtung dieser Rasse beginnen kann?


6. Gibt des noch weiteres bei der Züchtung von Vampir-Enten zu bedenken?

Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen,


A. Henne (Vorstand Geflügelzüchter-Verbands)


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Sehr geehrter Herr A. Henne,

ich muss zugeben Ihr Anliegen hat mich mit einiger Verwunderung erfüllt und ich möchte Ihnen nach meinen besten Wissen und Erkenntnisstand antworten.

Zur Frage 1.
Vampir-Enten sind wie Sie selbst bemerken eine selten anzutreffende Geflügelgattung.  Unseren Vladimir habe ich selbst während meiner Kriegsgefangenschaft als Soldat in Rumänien kennengelernt.  Seiner Aussage nach findet man die meisten Exemplare dieser Familie in Ost-Europa.  Es sollen aber auch verstreut welche in Spanien oder Schottland finden zu sein.  Nur möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es nicht möglich ist eine Art "Wildfang" zu finden, da sie meist häuslich sind und sehr heimatverbunden. Vladimir war lediglich ein Opfer des Krieges, den man in seinem Land nicht mehr duldete.

Zur Frage 2.
Die Haltung einer Vampir-Ente ist sehr umfangreich. Einen Stall als Unterkunft sollte man ihnen nicht anbieten,
da man damit ihren Unmut und auch Zorn auslösen würde. Ein recht junges Einzel Exemplar begnügt sich
mit einem eingerichteten Kinderzimmer. Je nach Gewohnheit sollten Sie ihm als Schlafgelegenheit entweder ein
Kinderbett oder sein Kindersarg anbieten. Was die Ansprüche der Einrichtung angeht ist dies aus individuell.
Um sicher zu gehen, dass man eine zufriedene Vampire-Ente hat, kann man mit dem Anspruch eines
menschlichen Kindes vergleichen. Dies sollte als Richtlinie gelten. Nur ist zu bedenken dass der Zeitraum, bei weitem den eines menschlichen Kindes übersteigt.

Zur Frage 3.
Ihre Haltung bereit einige Ansprüche. Eine Vampir-Ente bevorzugt nicht nur menschliche Kleidung,
sondern ähnelt in ihrem Anspruch und Vorstellungen der eines Menschen. Das bedeutet dass sie einen Wunsch
nach Bildung besitzt und nach Entfaltung ihrer Persönlichkeit in allen möglichen Fassetten.
So kann es sein dass sie Interesse an bildende Künste entwickelt oder darstellende Künste und dieses auch ausleben will. Wobei man daran denke sollte, dass ein solches Wesen sehr lebhaft ist und oft eine Schnelligkeit besitzt welches das menschliche Auge nicht mehr verfolgen kann.

zu Frage 4
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einer Vampir-Ente um einen Vampir.
Welcher sich von Blut ernährt. Hier kann auch den auf den Galapagos-Inseln lebenden "Vampir-Fink" als Beispiel nehmen. Da aber eine Vampir-Ente größer ist als die erwähnten Finken, muss man von einen höheren Bedarf ausgehen.  Es ist ratenswert diese Nahrung jeden Tag zu gewährleisten, zwar kann eine Vampir-Ente eine gewissen Zeit ohne solche Nahrung auskommen, bleibt diese aber länger aus, muss man mit einem hören Aggressions-Potenzial rechnen und damit, dass es sich seine Nahrung selbst besorgt. Da man nicht bei jedem Exemplar davon ausgehen kann, dass sich dieses mit den erjagten von Mäusen und Ratten begnügt, ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass es Ärger mit der Nachbarschaft gibt oder man sogar eines Tages eine Polizeiliche Anzeige bekommt. Es sollte also für ein Vorrat an frischem Blut gesorgt werden.
ACHTUNG! Man sollte strickt darauf achten dass man der Vampir-Ente niemals erlaubt das Blut von einem selbst zu trinken, erstrecht nicht sollte man anschließend nicht etwas von deren Blut sich zu genüge führen.
Das erhöht zwar (theoretisch) die eigene Lebenserwartung, steigert aber die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Sonnenallergie. Zudem nimmt man die Nahrungsgewohnheiten der Vampir-Ente an, was zu weiteren Schwierigkeiten führt.

Zu Frage 5.
Wollte man Vampir-Enten züchten, sollte man vieles nicht außer acht lassen.

- Schon Reinrassige Vampir-Enten sind (wie schon erwähnt) höchst selten und die einzufangen und bei sich zu halten, ist so gut wie unmöglich und in Bezug der möglichen Aggressivität nicht ratsam.

- Mischlings Vampir-Enten ( Alte Ausdrucksweise "Bastard-Vampir" Enten)
wie unser Vladimir kommen noch viel seltener vor, selbst unter ihresgleichen gelten diese als absolute Ausnahme.

- Vampir-Enten lassen sich nicht wie gewöhnliche Haustiere verpaaren, sondern stellen in Bezug ihrer Partnerwahl sehr hohe Ansprüche. Zu einer "Zucht" benötigt man zudem noch ein (Erpel) Vampir dieser Art, und eine "gewöhnliche" sterbliche Ente. Ob es umgekehrt funktionieren könnte entzieht sich meines Wissens.
Bei zwei reinrassigen Vampiren wird man keinen Erfolg haben da zwei "Untote" kein Leben erzeugen können.
Und selbst wenn man eine "Mischverpaarung" bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit auf Nachwuchs äußerst gering bis unwahrscheinlich.

- Wenn bei einen Einzelexemplar noch ein Kinderzimmer als Unterkunft genügt, sollte man bei einem Pärchen davon ausgehen, dass diese einen eigenenHausstand gründen wollen. Sie sollten ihnen also ein eigenes Haus zur
Verfügung stellen. Was selbstverständlich, bei jeder neuen Generation zu beachten ist. Vielleicht aber wäre ein größerer Bauernhof oder besser ein Gutshaus eine gute Lösung dieses Problems.

- Es ist auch zu bedenken, dass mit jeder Generation der Bedarf an Nahrung, also Blut, größer wird. Wie schon erwähnt darf man dies nie außer Acht lassen, wenn man nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen will.
Zudem sollte man bedenken dass es auch Vampirjäger gibt. Und es wäre doch ärgerlich wenn die Familie seit mehren Hundertjahren ihre Arbeit in eine solche Zucht legt und das Ergebnis dieser Arbeit mit einem Schlag von einem Vampirjäger vernichtet wird.

- Schwangt die Bissigkeit einer solchen Vampir-Ente von Exemplar zu Exemplar.
So dass es durch aus möglich ist, dass man selbst oder die Familie Opfer eines solchen Angriffes wird.
Auch wenn unser Vladimir ein harmloses Exemplar dieser Gattung ist, sollte man nicht generell davon
ausgehen. Hierbei kann ich selbst nur als Empfehlung geben, dieses Wesen so freundlich und liebevoll wie möglich zu behandeln (eben wie ein eigenes Kind) um die Gefahr eines Angriffe zu mindern.

- Zu Bedenken ist auch, dass Vampir-Enten sich in Normalfall in anderer Weise weiter vermehren.
Welche ein Züchter "unkontrolliert" nennen würde. Diese Formulierung ist zutreffend.
Entzieht sie sich doch jeglicher Kontrolle und verbreitet meist nur weitere bissige Exemplare.


- Muss man einen langen Zeitraum einplanen, der mehrere Generationen einer Familie umfasst.
Ein Mischling dieser Art, hat eine sehr langsame Entwicklung. Die Geschlechtsreife ist mit 150 Jahren zu erwarten, was aber nicht bedeutet, dass diese dann auch gleich bereit ist sich weiter zu verpaaren.
Vom Elternpaar auszugehen, bis zum weiteren Züchtung mit deren Jungen sollte man von einen Zeitraum von 200 Jahren als Massstab nehmen. Die nächste Generation wäre also in 400 Jahren soweit.
In wie fern ihre Familie bereit ist soweit voraus zu planen kann ich nicht beurteilen.


Ich hoffe ich habe all Ihre Fragen ausreichend beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen,

Karl Janssen (Tierarzt)

Ps. Da unser Vladimir andere Zukunftspläne hat, steht dieser einer Zucht
nicht zur Verfügung.
Review schreiben