Einfach Sein

von TSevans
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Andreas "And.Ypsilon" Rieke Michael "Michi" Beck Michael Bernd "Smudo" Schmidt OC (Own Character) Thomas "D" Dürr
02.02.2020
29.03.2020
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Endlich war die letzte Schulstunde vor den Ferien zu Ende und alle packten schnell ihre Sachen in die Rucksäcke.
„Was macht Ihr in den Ferien?“, wollte meine Freundin Carina wissen und schaute fragend in die Runde während wir das Klassenzimmer verließen.

„Ich weiß noch nicht, ich muss wahrscheinlich mit meinen Eltern weg fahren!“, stöhnte Sabrina und verdrehte die Augen.

„Und du, Bianca?“, alle schauten zu Ihr.

„Ich muss meinen Eltern im Laden helfen!“, auch sie verdrehte die Augen.
Dann blickten alle drei zu mir. „Und du, Sina?“

„Mein Bruder nimmt mich wieder mit nach Berlin heute Nachmittag. Die Fantas haben einen Auftritt!“, sagte ich und strahlte voller Vorfreude.
„Na klar, wer’s glaubt!“, sagte Jan und drängelte sich an uns vorbei. „Den Scheiß kauft dir doch mittlerweile keiner mehr ab!“

„Es ist so!“, sagte ich und lief stur weiter.

Ich wusste, dass mir so gut wie keiner Glaubte, aber mein Bruder Christian arbeitete als selbstständiger Audiotechniker mit Firma Four Music zusammen und wann immer es ging, durfte ich Ihn begleiten.
Das erste Mal hatte er mich mitgenommen als ich 14 Jahre alt war.
Anfangs sehr zum Unmut der Fantas. Schnell stellte sich aber heraus, dass wir uns gut verstanden, zumindest mit drei von Vier. Ich half meinem Bruder bei der Arbeit und fand eigentlich immer eine Sinnvolle Beschäftigung.
Und in den letzten 4 Jahren entwickelte sich tatsächlich eine Freundschaft zwischen uns und ich war verdammt stolz darauf.
„Ach hör nicht auf den Idioten!“, sagte Carina und legte einen Arm um meine Schulter. „Wir glauben dir!“, sie sah die anderen beiden durchdringend an und sofort stimmten sie Ihr zu.

„Meinst du, du kannst diesmal Fotos machen? Wär ja schon cool, da mal was zu sehen. “, fragte Bianca, die langsam auch zu zweifeln begann.

„Ich versuche es!“, sagte ich und verabschiedete mich. Auf dem Parkplatz stand Christian mit seinem Jeep und wartete auf mich.

„Na Schwesterlein, bereit für Berlin?“, fragte er und umarmte mich.

„Auf jeden Fall!“, ich klatschte in die Hände und schon fuhr er los.
Erst nach Hause, Sachen packen, Mittag essen und dann auf zum Flugplatz. Ich drückte meinen Eltern, die immer mit fuhren um uns zu verabschieden, lud meine Tasche ins Flugzeug und schon saßen wir bereit im Flieger.

„Berlin, wir kommen!“ jubelte er und zog sich sein Headset auf. „Noch 4 Monate und dann können wir auch endlich mal richtig feiern gehen in Berlin!“, sagte er.

„Ich freu mich schon so drauf, endlich 18 zu sein. Lässt du mich dann mit deinem Jeep fahren?“, fragte ich mit einem Dackelblick.

„Vergiss es!“, lachte er und startete die Motoren.

Nach fast zwei Stunden Flugzeit waren wir in Berlin angekommen. Ich hatte diesmal extra meine Kamera dabei und knipste auch im Flugzeug fleißig, machte Selfies und Fotos vom Piloten. Als wir auf einem kleinen Flugplatz in Berlin gelandet waren und die Maschine geparkt war, stiegen wir aus und machten uns auf den Weg zum Auto.
Ich zückte mein Handy und postete ein Bild von Christian, mir und seinem Flugzeug auf Facebook mit dem Kommentar „Hallo Berlin!“.
Kurz zögerte ich, denn ich hatte noch nie gepostet, wenn wir unterwegs waren.  Mittlerweile war es für mich fast zur Normalität geworden, auch wenn es für die anderen etwas Besonderes war.
Aber der Satz von Jan saß noch immer in meinem Ohr und somit war dieses Wochenende eher „Denen zeig ich’s“ angesagt.

Nach einer weiteren Stunde im Berliner Verkehr waren wir bei Four Music. Wir bekamen am Empfang wie immer unsere Pässe und betraten den Aufzug. In den letzten 2 Monaten, seit ich das letzte Mal hier gewesen war, hatte sich kaum etwas verändert.
Christian steuerte Zielsicher ein Büro an und klopfte laut an.
Die Tür wurde aufgerissen und schon wurde ich von Thomas D. in eine freundschaftliche Umarmung gezogen.
„Hey Kleine, dich haben wir ja schon ewig nicht mehr gesehen! Alles gut?“

„Hallo Thomas. Ja, mein Bruder hat sich endlich wieder erbarmt mich mit zu nehmen!“, lachte ich und erntete einen Bösen Blick von eben jenem.

„Kommt rein, dann besprechen wir noch schnell den Gig morgen!“, er machte eine einladende Geste und wir folgten.

Nach der Besprechung verließen wir die Firma wieder, es war schon 18Uhr und ich hatte einen riesen Hunger.
„Wir treffen uns gleich mit Michi beim Italiener!“, lachte Christian, nachdem mein Magen schon wieder laut protestiert hatte.

„Oh super, ich sterbe bald vor Hunger!“, grinste ich.

„Sag mal, warum hast du eigentlich das Bild am Flugplatz gepostet? Das hast du doch sonst nie gemacht!“, fragend schaute er mich an, als er den Wagen geparkt hatte.

„Naja…“ ich knetete meine Hände. „Ein Typ aus meiner Klasse, ach eigentlich alle an der Schule glauben, ich Lüge. Mit dem allem hier!“

„Aber das kann dir doch völlig egal sein! Ich meine, wir sind hier, oder? Du kennst die Wahrheit und alle anderen können dir gestohlen bleiben!“, sagte er und nahm meine Hand. „Wenn ich ihm mal eine reinhauen soll, dann sag Bescheid!“

Ich lachte und schüttelte den Kopf. „Du bist und bleibst der beste Bruder!“
Ich liebte Christian. Er war 8 Jahre älter als ich und ermöglichte mir so viel.

„Na komm, da drinnen wartet Michi auf uns und wir machen uns einen schönen Abend!“, ich nickte und stieg aus.

„Ja wen haben wir den hier?“, sagte Michi laut durch das Lokal und breitete seine Arme aus. Schnell ging ich auf Ihn zu und fiel ihm um den Hals. Er schloss die Arme um mich und drückte mich an sich.
„Ich hab dich vermisst!“, nuschelte ich an Ihn gedrückt  genoss diese Umarmung.

„Ich dich auch kleine!“, er gab mir einen Kuss auf den Scheitel und löste sich dann von mir.

„Hallo Michi!“, schlug Christian mit ihm ein und klopfte ihm auf die Schulter.  

Wir setzten uns an den Tisch, genossen das Essen und den Wein und hatten eine Menge Spaß. Gegen 22Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zu Michi, bei dem wir die nächsten Tage wohnen würden. Er und Christian waren sehr gute Freunde und für mich war er mittlerweile auch mehr als ein guter Freund. Auch wenn er fast 16Jahre älter war als ich.

Angekommen löste sich unsere kleine Gruppe schnell auf, denn für uns alle war es ein langer Tag gewesen. Ich zog mich in „meinem“ Zimmer um und verließ es dann auch schon wieder. Leise schlich ich über den Flur bis zu Michi's Zimmer und klopfte vorsichtig.

Als ich öffnete wurde ich schon warm angelächelt. „Darf ich?“, fragte ich vorsichtig.
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