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Ark Survival Evolved - The Island

von BudgieMan
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
02.02.2020
23.02.2020
2
4.221
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02.02.2020 1.565
 
Spitzhacken haben höhere Erträge von Stroh, Feuerstein und Fleisch!

Bruchstücke! Daran kann ich mich erinnern! Nur an Bruchstücke meiner Vergangenheit und an mein früheres Leben. Ich wusste weder wer ich war, noch woher ich kam, noch wie ich hier gelandet war. Nur eines wusste ich - Ich war am Leben! Ich schlug die Augen auf! Sie waren schwer und schmerzten ein wenig. Geblendet von der Sonne, die hell und warm auf mich herab schien, hob ich meine Arme vor das Gesicht und war zunächst verwirrt. Ich lag auf weichen und warmen Sand. Langsam erhob ich mich schwermütig und noch war ich orientierungslos! Alles war so fremd und doch irgendwie vertraut. Es war wie ein Dejavue und doch konnte ich mich nicht wirklich daran erinnern. Ich betrachtete meine Hände und Arme. An ihnen klebte Sand, doch es war nicht der Sand, der so faszinierend war, sondern der rautenförmige Gegenstand in meinem linken Arm. Es schien aus Metall zu sein und leuchtete an den Rändern in einem satten Violett. Es tat weder weh, noch spürte ich es. Nur bei Berührung mit meiner rechten Hand kribbelte es leicht in meinem Arm. Ich versuchte es zu entfernen und ein unvorstellbarer Schmerz schoss durch meinen Arm bis zu meinem Kopf. Hastig ließ ich das Ding wieder in Ruhe und der Schmerz verging so schnell wie er kam.

„Was zum…?!“, fragte ich mich und sah mich um. Ich befand mich an einem Strand, der Sand war weiß wie Schnee, der Ozean leuchtend blau. Direkt am Strand angrenzend war ein Wald oder wohl eher ein tropischer Dschungel. Ein warmer Wind wehte an mir vorbei und ich bemerkte, dass mein Körper vollkommen entblößt war. Kein Stück Stoff bedeckte mich. Das gab mir ein gewisses Gefühl der Unsicherheit und Schutzlosigkeit. Ich war eine Frau, eine junge Frau, mein Kopf kahl rasiert und ohne Name und… Moment… da ist doch etwas… „Amelie! Mein Name ist Amelie!“, erinnerte ich mich. Vorsichtig stand ich auf. Meine Beine waren noch etwas wackelig und unsicher, aber mit jedem Schritt gewann ich an Sicherheit. Erst ging ich, dann lief ich und dann rannte ich. Es gefiel mir zu rennen. Als wäre ich das schnellste Wesen auf der Welt, doch ich wusste, dass ich es nicht so war. Schnaufend blieb ich stehen und sah mich erneut um. Keine Menschenseele war zu sehen, nur ein scheinbar leerer Strand! Aber dann machte mich ein Geräusch neugierig. Ein Rascheln hinter einem Busch verriet ein Geschöpf, dass sich dort wohl versuchte zu verstecken. Instinktiv ging ich in Kampfstellung! Warum wusste ich nicht! Aber ich wartete jeden Augenblick darauf von einem Raubtier angesprungen zu werden.

Letzten Endes war es nur ein ziemlich fetter und langsamer Vogel. Ich kicherte kopfschüttelnd. „Nur ein Dodo!“, sagte ich mir, aber dann fragte ich mich, woher ich wusste was für ein Geschöpf das war. Ich habe dieses Tier zuvor noch nie gesehen. Weitere Erinnerungen kamen zurück! Ich meinte mich zu erinnern, mal mit einer Schulklasse in einem Museum gewesen zu sein. Der Dodo war dort auch als Modell ausgestellt und war unter den ausgestorbenen Geschöpfen aufgelistet. „Wie kannst du existieren?“, fragte ich mich dann, „Und wenn du lebst, was lebt hier dann noch?“ Zur Sicherheit beobachtete ich den fetten Vogel und meine Anwesneheit schoen ihn gar nicht zu stören. Erst als ich ihn anfassen wollte, ging er etwas schneller von mir weg. Als ich ihn berührte, schnappte er etwas nach mir und versuchte krächzend davon zu rennen. Mir wurde mulmig. Ein Überlebensinstinkt ergriff mich und ich begann mit aus den Dingen am Strand primitive Waffen zu bauen. Ich sammelte Steine, Holz und Fasern und bastelte mir aus diesen Dingen eine Spitzhacke. Warum wusste ich wie das ging? Damit klopfte ich auf kleinen Felsen herum und sammelte Feuersteine. Daraus fertigte ich mir eine Steinaxt. Beide Waffen waren extremst primitiv. Würde ich mich nicht an Technologien wie Smartphones, Computer, Autos oder Flugzeuge erinnern, könnte man mich für einen Steinzeitmenschen halten. Der Gedanke brachte mich zum schmunzeln.

Ein Krächzen weckte meine Aufmerksamkeit. Der Dodo, der mich vorhin erschreckt hatte, wurde nun von zwei höchst eigenartigen und echsenähnlichen Kreaturen attackiert und getötet. Sie hatten einen klappbaren Kragen am Hals, der sehr auffällig gefärbt war. Neugier und Furcht zerrten an mir wie zwei wilde Bestien. Einerseits wollte ich die beiden Wesen betrachten, die gerade dabei waren den Dodo zu verspeisen, andererseits hatte ich Angst vor ihnen und hielt meine beiden Waffen etwas fester. Meine Gedanken waren gespalten, sollte ich jetzt weg rennen oder hoffen, dass mich diese beiden Tiere nicht bemerkten und sie vorbei ziehen lassen. Ich entschied mich für ‚heimlich davon schleichen‘ und kroch langsam vom Geschehen weg, bis ich auf einen Ast trat und er unter meinem Fuß knisternd zerbrach. Einer der beiden Dilophosaurier hob den Kopf und sah mich mit Blut verschmierter Schnauze direkt an. Er gab ein krächzenden Ton von sich und lenkte auch die Neugier und Aufmerksamkeit des anderen auf mich.

Sie wandten sich zu mir und kamen langsam und mit ausgebreiteten Fächer auf mich zu. Sie fauchten und knirschten. Ihre Fächer zitterten bedrohlich und einer der beiden wagte es sogar ein eigenartiges Sekret auf mich zu spucken. Der grüne Glibber löste einen extremen Juckreiz auf der Haut aus und traf mich knapp unterhalb im Gesicht. Der zweite spuckte nun auch auf mich und traf mich fast im Gesicht, während sie auf mich zu rannten. Ich bekam etwas davon in den Mund und sofort spürte ich wie eine Art Lähmung einsetzte. Panisch rannte ich vor den beiden Gestalten davon, die sich eine Verfolgungsjagd nicht entgehen ließen. Erstaunlich schnell blieben sie an mir dran, während ich versuchte sie auf der Strecke ab zu hängen, aber mir fiel auf, dass meine Ausdauer erstaunlich schnell zur Neige ging. Die Benommenheit setzte nach der Lähmung im Gesicht ein und  die Sicht wurde schwammig.

Ich versuchte mein Glück im Wald, in der Hoffnung meine Verfolger dort abhängen zu können. Ich sprang über hoch stehende Wurzeln, duckte mich unter tief hängende Äste, kroch an Felsen vorbei und hörte die ‚Dilos‘ noch immer hinter mit. „Geben die irgendwann auch mal auf?“, fragte ich mich fast schon fluchend. „Verschwindet, ich bin nicht essbar!“, schrie ich zu ihnen, aber das interessierte sie natürlich nicht die Bohne. Irgendwann hörte ich sie nicht mehr. Sie blieben einfach stehen, selbst dann wo ich fast ohnmächtig wurde. Ich stolperte über einen Stein und mein Zeh tat danach weh. Hastig erhob ich mich, aber eigentlich hätten sie mich schon wieder erwischt, wenn sie nicht einfach stehen geblieben wären. Ich sah zurück und da standen sie einfach. Sie standen einfach da und sahen zu mir, wagten aber keinen Schritt näher. „Was ist mit denen auf einmal los?“, fragte ich mich kurz, machte mir aber keine weiteren Gedanken mehr und rannte so gut es ging weiter.

Erschöpft ließ ich mich an einem kleinen See nieder. Auf einem Stein sitzend atmete ich erst mal durch und versuchte gegen die Orientierungsstörung an zu kämpfen. Mir war etwas schwindelig, aber ich konnte jetzt nicht sagen, ob das an dem Dilophoschleim lag oder daran, dass ich erschöpft war. Ich hatte Durst und der Hunger meldete sich auch allmählich zu Wort. Zitternd, weil es etwas kalt war, trat ich an den See und schöpfte mit den Händen das Wasser. Erst wusch ich mich den klebrigen Schleim vom Körper, der einen juckenden Hautauschlag dort hinterließ, dann trank ich ein paar Schluck. Das Wasser war kalt, aber wohltuend. An einem Gebüsch, dass sich gleich in meiner unmittelbaren Nähe befand, sah ich Beeren wachsen. Sie waren hellblau und sahen einer Himbeere sehr ähnlich. Schüchtern nahm ich eine von einem Ast und sah sie mir genau an. War sie giftig, würde sie mich krank machen oder in irgendeiner Weise töten? Um zu testen, ob sie essbar war, zerdrückte ich sie zwischen meinen Fingern und schmierte mir ihren Saft an die Lippen. Sie war sehr süß und als ich auch eine kleine Echse sie fressen sah, begann ich die blauen Beeren zu essen.

Schon bald hatte ich den ganzen Busch leer gefuttert und war zumindest ansatzweise gesättigt. Nochmals löschte ich meinen Durst mit ein paar Schluck Wasser und dann konnte es weiter gehen.

Ich bemerkte dass es allmählich dunkel wurde. Die Sonne versank langsam hinter dem Horizont und strahlte goldenes Licht in die Wälder und Täler der Insel. „Ich sollte mir mal ein Feuer machen!“, bemerkte ich als ich zu zittern begann. Also suchte ich mir ein paar Steine und legte sie im Kreis angeordnet auf den Boden. Dann begann ich Fasern, Stroh, kleine Äste und trockenes Laub hinein zu legen. Oben drauf kamen dann etwas dickere Äste und ganz oben drauf dann ein oder zwei dicke Holzstücke. Mit den Feuersteinen erzeugte ich Funken, wenn ich sie aneinander schlug. Damit zündete ich ein Büschel Fasern an und stopfte das unter das Holz. Die ersten paar Male klappte es nicht, das kleine Feuer ging sofort wieder aus aber irgendwann fing das Gestrüpp doch mal Feuer und in Kürze hatte ich ein kleines Lagerfeuer. Das Feuer spendete Licht und wärme und gab mir ein kleines bisschen Geborgenheit. Aber nur ein kleines bisschen, denn die nächtlichen Geräusche unterdrückten es sehr stark. Mal hörte man ein Krächzen, dann mal ein Heulen, das Summen fliegender Insekten oder das Schlagen von Flügeln. Ich legte mich neben das Feuer auf den Boden, aber Schlafen konnte ich nicht. Ich lag wach und lauschte jedem Geräusch, bis der Morgen graute und die unheimlichen Töne versiegten.
 
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