The price we have to pay

GeschichteDrama, Thriller / P18
02.02.2020
17.02.2020
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Gequälte Schreie erklingen während er sich auf die Beine hieft. Mit kaum ertragbaren Schmerzen nähert er sich den Kämpfenden, ergeift die Eisenstange und schlägt diese Florians Peiniger über den Kopf.
"Lass ihn in Ruhe!"
Er kippt um. Tot. Die Eisenstange fällt zu Boden und er selbst auf die Knie. Er schaut zu seinem Partner als Schüsse seinen Oberkörper durchzucken und er auf den Rücken knallt. Er sieht in das Gesicht des Schützen und das Grinsen erfüllt ihn mit Furcht.
"Bitte nicht…", fleht er.
"Ich schicke dich in die Hölle"
Die Worte dringen eiskalt zu seinen Knochen durch als er in den Lauf der Schusswaffe schaut und ein Schuss ertönt…


Voller Schreck fuhr Moritz hoch und keuchte. Die tränenden Augen weit aufgerissen, sein Körper am zittern und schweißgebadet. Erst nach einigen Momenten merkte er, dass er sich im Krankenhaus befand und strich sich mit dem Arm übers Gesicht als sich die Tür öffnete. Er zuckte enorm zusammen und sah panisch den Pfleger an, der auf einmal im Zimmer stand.
"Herr Breuer. Alles in Ordnung? Ihre Herzfrequenz und ihr Blutdruck stiegen auf einmal an", erklärte der Pfleger und musterte ihn.
"J-ja… h-hab nur schlecht… geträumt", stotterte Moritz und schluckte schwer, wischte sich die Tränen weg. Der Pfleger sah ihn eine Weile an bevor er nickte. Er schaute sich die Werte an und schüttete dem Patienten Wasser ins Glas, hielt es ihm hin.
"Trinken Sie einen Schluck", sagte er und Moritz ergriff das Glas mit beiden Händen, so zittrig wie er gerade war. Langsam trank er es aus.
"Es war nur ein Traum. Im Krankenhaus kann ihnen nichts passieren", versuchte der Pfleger ihn zu beruhigen. Der Blonde nickte nur und gab ihm das Glas zurück, welches er nochmal füllte und dann auf dem Nachttisch abstellte.
"Danke", murmelte Breuer.
"Keine Ursache. Wenn was sein sollte, dann klingeln Sie bitte", meinte der Pfleger und sein Patient nickte. Er wünschte ihm eine gute Nacht und verließ das Zimmer.

Moritz sah ihm nach bevor er seinen Kopf zu Florians Bett drehte. Sein Kumpel schlief friedlich und schien nichts mitbekommen zu haben. Der Blonde schluckte erneut bevor er sich auf die Seite legte und sich in seiner Decke vergrub. Er schluckte nochmals schwer und blinzelte mehrmals.
Dieser Alptraum. Das wäre passiert, wenn Marc nicht rechtzeitig gekommen wäre. Moritz fing wieder an stärker zu zittern, kuschelte sich mehr in die Decke ein. Er sollte nicht darüber nachdenken, schließlich ist doch alles gut ausgegangen. Aber wieso fühlte er sich auf einmal so unsicher und ängstlich?

***

"Kein Hunger?", fragte Florian seinen Kumpel bevor er erneut in sein Marmeladenbrötchen biss. Moritz sah zu ihm und schüttelte den Kopf.
"Nicht wirklich", erwiderte dieser und trank einige Schlücke von seinem Tee. Das der Kerl mal morgens kein Kaffee trank war echt merkwürdig. Zu merkwürdig.
"Du solltest vielleicht ein bisschen essen", versuchte er seinen Freund zu überreden.
"Ich will nicht…", erwiderte dieser.
"Du wirst Hunger bekommen und bis zum Mittagsessen gibt es nichts. Also bitte iss wenigstens ein halbes Brötchen Moritz", meinte Florian und der Blonde schwieg eine Weile vor sich hin bis er sich Butter auf eine Hälfte schmierte, diese mit Salami belegte und anfing zu futtern. Dabei sah er nicht so aus als würde er es genießen. Irgendwas stimmte da doch nicht. Flo beschloss nachzufragen, wenn die Schwestern die Tabletts rausbringen würden. Er biss erneut von seinem Brötchen ab und beobachtete den Blonden.

"Alles in Ordnung Moritz?", fragte Winter seinen Kumpel, welcher bloß abwinkte und sich hinlegte.
"Ja, alles gut. Hab nur schlecht geschlafen", kam die Antwort. Flo beobachtete ihn eine Weile, sagte aber nichts mehr. Schlechter Schlaf hatte jeder mal. Meistens verflog dieser dann im Laufe des Tages und auch Moritz wurde munterer. Nach dem Mittagessen kamen Paul, Stephan und Hannah vorbei und quatschten mit ihnen. Sie redeten über Gott und die Welt bis die Besucherzeit endete. Das Abendessen zog auch vorbei bis dann die Nacht anbrach. Flo war kurz vor dem Einschlafen als er Moritz Stimme vernahm und sich aufsetzte.
"Was?", gähnte er als er bemerkte, dass der Blonde gar nicht mit ihm gesprochen hatte. Dieser wälzte sich leicht in seinem Bett herum und jammerte vor sich hin.
"Bitte nicht… nein bitte…", stammelte sein Kollege und Florian war plötzlich hellwach.
"Moritz?", fragte er, doch der Angesprochene schien weiter in dem Apltraum gefangen zu sein, welchen er gerade erlebte. Winter wusste nicht genau was er machen sollte und schlug die Bettdecke zurück als Moritz plötzlich hochfuhr. Der Blonde atmete schnell und zitterte am ganzen Leib. Schien einige Augenblicke zu brauchen bis er etwas ruhiger wurde.
"Moritz?", fragte Flo und der Angesprochene zuckte zusammen, richtete den Blick auf ihn. In seinen Augen konnte er Furcht und Verzweiflung sehen, außerden liefen ihm einzelne Tränen über die Wange.
"Flo… I-ich… e-er wollte…", schluchzte Moritz und schluckte schwer.
"Was ist Moritz? Wer ist er?", fragte Florian und beobachtete wie sein Freund die Beine unter der Decke an sich zog, die Arme um diese legte und sein Kopf auf die Knie bettete.
"Er… er wollte m-mich… u-uns umbringen… W-wäre Marc… n-nicht gewesen", stotterte der Blonde erstickt und schniefte.

Florian sah ihn an während ihm selbst einige Erinnerungen durch den Kopf gingen. Der Mann über ihm, der immer wieder mit dem Messer auf ihn eingestochen hatte. Diese Angst. Diese Schmerzen, die er in diesen Momenten hatte. Dann war alles dunkel. Nur Moritz wusste, was danach geschehen ist. Und es musste schrecklich gewesen sein.
Der Blonde schluchzte erstickt und wimmerte. Florian richtete sich langsam auf, schritt zu ihm ans Bett und setzte sich neben seinen Kumpel, legte die Arme um ihn und drückte ihn an sich. Er spürte wie Moritz seinen Arm ergriff und wie dessen Tränen auf seine Haut fielen. Flo drückte ihn etwas fester an sich und legte sein Kinn auf den blonden Haaren ab während das Zittern langsam verebbte.
"Es ist vorbei Moritz. Wir sind am leben. Alles wird gut", flüsterte Florian und versuchte so seinen Freund zu beruhigen, ließ ihn sich ausheulen während der Mond am Nachthimmel entlang kletterte.

***

Als Freddy mit einer Schwester das Krankenzimmer betrat waren Beide doch etwas verdutzt bei dem Anblick. Ihre Patienten lagen im Bett von Breuer, wobei Florian den Blonden im Arm hielt und schien als würde er gleich vom Bett fallen.
"Wecken wir sie vorsichtig", meinte Seehauser und trat zum Bett, rüttelte leicht an den Schultern von Winter, welcher ein murrendes Geräusch von sich gab. Freddy grinste schief. Einen Polizisten zu wecken war doch nie eine gute Idee. Hier war es aber wohl besser. Der Arzt rüttelte weiter an ihn bis sich Florian regte und verschlafen die Augen öffnete, erst einige Momente brauchte um richtig zu realisieren, was hier eigentlich abging. Dann erschreckte er sich und wäre wirklich vom Bett gefallen, hätte Freddy ihn nicht rechtzeitig an den Armen gepackt.
"Ruhig mit den jungen Pferden. Was ist denn hier los?", fragte der Arzt und half ihm auf die Beine während Moritz sich verschlafen auf die Arme abstützte. Seine Augen waren ziemlich gerötet.
"Moritz hat schlecht geträumt. Ich hab ihn getröstet. Sag bitte nichts unseren Kollegen! Die kommen auf dumme Gedanken", erklärte Florian schnell und sah Dr. Seehauser flehend an. Dieser konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"Keine Sorge, ich stehe unter ärztlicher Schweigepflicht", meinte der Arzt und sah dann zu Breuer.
"Bei dir ist wieder alles gut Moritz?", fragte er leicht besorgt und der Blonde mit den verschrubbelten Haaren nickte darauf nur, setzte sich auf und richtete sein verrutschtes Hemd. Er gähnte herzhaft. War er von Alpträumen die restliche Nacht verschont geblieben.

"Ihr könnt euch gleich fertig machen, bald gibs Frühstück. Ich wollte mich nur vergewissern wie euer Zustand ist", erklärte Seehauser und lächelte.
"Alles gut soweit", meinte Flo, der nun mit geröteten Wamgen auf seinem Bett saß.
"Keine Beschwerden", meinte Moritz ebenso rot und Freddy entfernte ihm die Stecker vom Monitor.
"In zwei Tagen stellen wir die EKG-Überwachung in der Nacht ab", sagte der Arzt und Breuer lächelte dankbar.
"Gut, dann komme ich nachher zur Visite vorbei. Guten Hunger", sagte Seehauser und verließ das Zimmer. Die Schwester hatte es schon vorher verlassen nachdem sie einige frische Handtücher hinein gebracht hatte.

Florian sah zu Moritz.
"Kein Wort zu den Kollegen", meinte er.
"Ich schweige wie ein Grab", erwiderte der Blonde.
"Gut, hoffen wir, dass diese Träume aufhören", murmelte Winter während sein Kollege bloß schwieg.

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Jetzt wirds wieder emotional und auch mit Trost dabei. Schließlich müssen sie das Geschehene irgendwie verarbeiten.

Heute ist Valentinstag, was macht ihr so? Ich liege im Bett und esse Süßkram. Schokolade ist dein bester Freund :D
Grüße DarthSokratis
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