Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

SCHWAFFEL-O-MAT - Philosophie für wenig Geld [kein Wechselgeld]

GeschichteHumor / P12 / Gen
02.02.2020
25.07.2020
3
2.328
6
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
02.02.2020 455
 
[]   <-- 1 Euromünzen einwerfen.

o/ I []

o/   [I]

“Kloink”

o/….

o …

o …

o …

ↄ …



Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt würde stets vom Neuen beginnen. Nichts mit Reinkarnation oder so. Ne. Vielmehr, dass ich im gleichen Leben ständig vom Neuen anfangen muss. Biste im Kindergarten und bald ein Vorschulkind, bewundern dich alle unter dir. „Boah, der Maxi ist schon ein Vorschulkind, der darf schon bald in die Schule gehen“ und kaum rutschst du die rutschige Rutsche hinunter, um deine Schultüte entgegen zu nehmen, und schon stehst du mit deiner Tüte vor einer viel größeren Attraktion und möchtest am liebsten vor der nächsten Rutschpartie in den Trichter hineinkotzen. Und so geht es weiter. Von der Volksschule zum Gym. Dann in die Oberstufe und dann die Matura.

Ich glaube, ich hatte noch nie einen größeren Fall, wie der nach der Matura. 8 Jahre habe ich meine Zeit mit Leserbriefen, Logarithmus, Attraktionen in England und einer toten Sprache beschäftigt. In dieser Zeit hätte ich 36,5 Mal um die Welt reisen können. (Vielleicht noch mehr, wenn man berücksichtigt, dass man heute schneller unterwegs ist, als zu 1873 und jaaa ich gib zu, beim Ausrechnen dieser Zahl hat mir der Unterricht etwas geholfen)

Nun steh ich hier, ich armer Tor und bin etwas klüger als wie zuvor.

Nach meiner Maturafeierkrise, war meine Konzentration wieder auf Uni gepeilt. Vor einer noch größeren Attraktion sehnte ich mich wieder nach meiner Volksschul-, voll cool-, Wunderkotztüte, doch stand ausgestattet mit meinem Mininavi, mit der schnellsten Route, von meinem Kaff bis da, Gang rechts, Gruppe A, fürs Inskribieren für meinen Bacheloar. Bachelor.

Vermutlich wird das gleiche Spiel nach meinem Doktor gespielt werden, wenn ich dann endlich in die Berufswelt eintauchen kann, beim Heiraten und dann beim Kindererziehen. Wird dieses Gefühl selbst im hohen Alter da sein? Raunen da alle Pensionisten im Altersheim: „Herst gib dir den, der ist noch grün vor den Ohren, ist wohl noch ein Frühpensionist“. Redet man da überhaupt so?

Wahrscheinlich gibt es selbst im Tod das Gefühl, wieder vom Neuen beginnen zu müssen. Bestimmt lachen da alle Himmelsbewohner die Neuankömmlinge aus, wenn diese beim Eingangstest „Isst du den Apfel oder nicht?“ versagen. Jetzt Inkarnation und so.

Aber Spaß bei Seite. Dieses ständige Gefühl immer wieder von vorne beginnen zu müssen pisst mich an. Wieso das Ganze? Kann man nicht einfach weitermachen?

Nun, die Sache ist die. Eigentlich macht man weiter. Man nimmt die Erfahrungen der letzten Stufe, mit in die Neue und freut sich etwas Neues lernen zu können. Man verliert nicht seinen ganzen Progress, sondern geht einfach ins nächste Level über. So gesehen ist es ein ständiges Ansteigen. Von der Schaukel, aufs Karussell. Von dem Karussell, zum Autodrom. Und vom Autodrom zur Achterbahn.

Aus.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast