Schokolade im Mondlicht

GeschichteDrama, Romanze / P16
George Weasley Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Remus "Moony" Lupin Ronald "Ron" Weasley
01.02.2020
26.03.2020
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Guten Morgen. :3

Die Warterei hat sich jetzt ausgezahlt, jetzt lasse ich euch nicht mehr so hängen. xD

Vielen lieben Dank an Tashgy, Phoebe88 und BW84 für die Reviews!

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim lesen!



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17. Kapitel: Auflösung


Hermine drehte sich um, als sie Schritte hinter sich vernahm und zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Was machst du denn hier?“, fragte sie Remus, der sich neben sie stellte. „Verzeih mir, ich habe mir Sorgen gemacht und wollte nach dir schauen. Zumal ein bisschen frische Luft und ein kleiner Spaziergang wirklich nicht schaden kann“, antwortete er.

Stumm nickte Hermine, sie wusste nicht großartig was sie dazu sagen sollte, zumal sie wieder in seiner Gegenwart dieses nervöse und unruhige Kribbeln verspürte, was sich hinter ihrem Bauchnabel breit machte. „Willst du darüber reden?“ Sie sah fragend zu ihm auf. „Über das Pergament“, fügte er hinzu.

Sie biss sich auf die Unterlippe und zog den Mantel etwas enger um sich, viel weniger weil ihr kalt war, sondern mehr, weil ihr das ganze Thema etwas unangenehm war. „Das ist eine lange Geschichte, die ich selbst noch nicht so ganz verstehe“, äußerte sie sich schließlich relativ ungenau.

Remus sah zu ihr herunter, er hatte beide Hände in die Taschen seiner Jacke geschoben. „Kennst du ihn denn?“, fragte er und sie schüttelte den Kopf. „Nein… Also doch… Aber…“ Hermine hätte sich am liebsten die Haare gerauft, wie sollte sie etwas beschreiben, was sie selbst nicht verstand? „Aber?“, harkte Remus nach.

Hermine sah ein, dass er wohl so schnell nicht locker lassen würde, was eigentlich eher ungewöhnlich für ihn war, da er es bisher immer stets respektiert hatte, wenn jemand über ein Thema nicht sprechen wollte. Hatte er etwa irgendein eigenes Interesse an der Geschichte? Hermine beschloss der Sache etwas auf die Spur zu gehen.

„Um Mitternacht wurden die Masken abgenommen, wie dir vielleicht bekannt ist und ich habe auch gesehen, wie er seine vom Gesicht genommen hat. Ich kannte den Mann, aber… das Verhalten was ich von ihm kannte, war so völlig widersprüchlich zu dem, was mir der Maskierte gezeigt hat“, erläuterte Hermine ihre Skepsis.

„Menschen können sich ändern“, Hermine schüttelte den Kopf. „Nein, nicht so. Das wäre so, als wäre Draco Malfoy plötzlich Kürbiszüchter geworden“, widersprach Hermine. Sie konnte und sie wollte es nicht glauben, sie hatte gesehen wie er die Maske abgenommen hatte, aber jegliches Gesetz der Logik verbat ihr dies einfach so hinzunehmen.

„Würdest du ihn denn gerne wiedersehen?“, fragte Remus sie und Hermine zog die Augenbrauen nachdenklich zusammen. Wollte sie denjenigen wiedersehen? Wenn es wirklich Cormac war, dann war sie ehrlich gesagt nicht sicher und tendierte tatsächlich mehr zu einem Nein.

Doch wenn es jemand anderes war? Sie hatte sich noch nie so gut gefühlt, so lebendig, berauscht, voller Adrenalin, ausgefühlt von einer Person, deren Identität sie zu dem Zeitpunkt nicht einmal kannte. Hermine würde eigentlich niemals einfach so eine fremde Person küssen, aber bei ihm war es anders gewesen.

Allein schon der Blickkontakt mit ihm hatte gereicht, um Hermine einen wohligen Schauder nach dem anderen über den Rücken zu jagen, es hatte ihr eine Gänsehaut verursacht. Hermine musste es sich eingestehen, gerne würde sie sich nochmal so fühlen wie zu diesem Zeitpunkt. „Ja“, war daher ihre klare Antwort, „ja, ich würde ihn gerne nochmal wiedersehen.“

Zwischen den beiden wurde es seltsam still, Hermine fühlte sich auf einmal etwas unwohl, so als hätte sie etwas völlig falsches gesagt. „Hermine, sieh mich bitte an“, bat Remus sie mit ruhiger Stimme, aber lag wieder dieses… fordernde etwas in seiner Stimme, wie zu dem Zeitpunkt, als sie in seinem Bett geschlafen hatte und er sie an den Schultern zurück in die Matratze drückte.

Hermine drehte sich zu Remus um und sah zu ihm hoch, wofür sie leicht den Kopf in den Nacken legen musste, aber was sie sah, jagte erneut einen Blitz durch ihren Körper. Graue Augen… Graue Augen mit goldenen Lichtfetzen um die Pupille herum. „Deine Augen…“, hauchte Hermine

Remus fuhr mit seiner Hand einmal waagerecht über seine Augen, dann waren sie wieder braun. „Ein kleiner Täuschungszauber, der meinen Augen eine andere Farbe verleiht“, erklärte er ihr. „Dann warst du…? Aber die Klamotten und die Maske!“, fiel es ihr wieder ein.

„Ein Tauschzauber, Cormac hat es nicht gemerkt, da er schon zu betrunken gewesen ist.“ Hermines Gedanken überschlugen sich, sie verstand es nicht und sie hatte Fragen. Viele Fragen. Aber sie schaffte es eine davon herauszufiltern. „Warum?“, wollte sie wissen. Wieso hatte er dieses Spiel mit ihr veranstaltet?

Der Professor fuhr sich mit einer Hand durch seine braunen Haare, wo schon einzelne graue Strähnen zu sehen waren. Ein schwaches und eher bitteres Lächeln trat auf sein Gesicht. „Eine sehr gute Frage, Hermine.“ Eine Frage auf deren Antwort sie definitiv ein Recht hatte, wollte sie doch meinen.

Aber er schien gerade nach den richtigen Worten zu suchen. „Ich fürchte um dir das erklären zu können, muss ich etwas weiter ausholen“, begann er dann schließlich, „ich bin davor bei Andromeda gewesen um Teddy zu besuchen. Sie gab mir einen Brief von Nymphadora, dessen Inhalt ich jetzt nicht genau wiedergeben möchte, aber ich kann dir verraten dass es ein Brief war, den sie geschrieben hatte, bevor die Schlacht in Hogwarts begann und in diesem Brief ging es darum, weiterzuleben.“

Hermine unterbrach Remus kein einziges Mal, während er erklärte. „Sie und Andromeda haben mir Mut gemacht, ein Leben ‚danach‘ zu beginnen und dann kam der Maskenball. Ich weiß nicht wirklich was mich dazu gebracht hat, ob dieser Brief, das Gespräch mit Andromeda, ich habe es als eine Art… Experiment gesehen. Ich wollte mich nicht zum Idioten machen und dieser Maskenball gab mir die Chance, unerkannt zu prüfen, ob ich noch dazu in der Lage bin, auf andere zuzugehen.“

Remus holte einmal tief Luft. „Als ich dich gesehen habe… Ich weiß nicht wie ich es erklären soll, ich war wie von den Socken, du sahst einfach wunderschön aus“, seine Wangen färbten sich tatsächlich ein bisschen rot, was Hermine trotz der schwachen Lichtverhältnisse bemerken konnte.

„Ich habe mir diese Anonymität und Maskierung zu eigen gemacht, dich zum Tanz aufzufordern, ich hatte keine Ahnung, dass es so eine Intensität haben würde. Und dann auf dem Balkon… Es war als wollte ich das immer weiter ausreizen, ich konnte mich einfach nicht von dir fernhalten. Aber… mir ist dann beim verlassen der Terrasse klar geworden, dass ich ein Idiot bin.“

Nun war Hermine doch sehr verwirrt. Mal wieder. „Meine Position als Professor ist mir wieder bewusst geworden, bei Merlin, ich hatte Angst eine minderjährige Schülerin geküsst zu haben, doch ich wollte mich von dem selbst überzeugen und herausfinden ob dem so war. Daher habe ich meine auffälligsten Kleidungsstücke und die Maske mit Cormac getauscht, der wie bereits erwähnt, zu betrunken gewesen ist, um das zu bemerken. Und dann habe ich mich abseits an die Wand gestellt, du warst so fixiert auf McLaggen dass du mich nicht bemerkt hast, aber ich wusste wer dann hinter deiner Maske steckte.“

Nun ergab es einen Sinn, wieso weder sie, noch Ginny Remus gesehen hatten, sie waren beide viel zu neugierig gewesen wer hinter der Maske steckte, als dass sie Remus am Rande bemerkt hätten. Und es erklärte auch, wieso er ihr die Zeit danach andauernd aus dem Weg gegangen war. Doch Remus war noch nicht fertig.

„Ich bin dir danach aus dem Weg gegangen, wie du sicher gemerkt hast, das Seminar kam wie gerufen, aber war es schon länger eingeplant gewesen, das hatte nicht nur etwas mit dir zutun. Ich dachte du würdest vielleicht weniger an diesen Abend denken und mich vergessen, aber vorhin habe ich dann gemerkt, dass dem nicht so ist.“

Hermine war sprachlos, es war so viel Inhalt, den sie verdauen musste, auch schienen ihre Gefühle so chaotisch zu sein, sie konnte die kaum einordnen und sich ein Bild davon machen. „Es tut mir leid, dass ich dich so getäuscht habe, Hermine“, entschuldigte Remus sich schließlich bei ihr.

Ironischerweise war dies tatsächlich der letzte Punkt über den Hermine nachdachte, denn sie fühlte sich nicht wirklich getäuscht, abgesehen von dem Tauschzauber, den er mit McLaggen angewandt hatte. Für Hermine klang die ganze Sache sehr logisch und da sie nun wusste, wer die Person wirklich gewesen war, kribbelte es auf ihren Lippen.

Sie wollte ihn unbedingt nochmal küssen, noch einmal diese Intensität spüren… Aber wie sollte sie das anstellen? Doch Hermine wäre nicht Hermine, wenn sie nicht direkt eine Idee hätte. Mit ernstem Gesichtsausdruck drehte sie sich zu Remus um. „Küss mich“, verlangte sie und ihr Professor schaute etwas verdutzt drein.

„W-Wieso?“, wollte er wissen. „Ich bin noch nicht ganz überzeugt“, war ihre schlichte Antwort. Remus schien innerlich mit sich zu ringen, aber schließlich hatte Hermine gewonnen. Er beugte sich langsam zu Hermine herunter, seine Hand legte sich an ihre Wange und sie erkannte die leicht rauen Innenflächen wieder.

Noch ein letzter Blick in seine braunen Augen, dann spürte sie diese wunderbar weichen und warmen Lippen auf ihren. Langsam schloss Hermine ihre Augen, kleine elektrisierende Blitze durchzuckten sie, warm prickelte es hinter ihrem Bauchnabel und sie erwiderte den Kuss so intensiv sie konnte.

Ihre Arme schlangen sich fast von selbst um den Hals des Zauberers, ihre Fingerspitzen fuhren durch seine braunen Haare und seine andere Hand legte sich auf ihren Rücken, drückte sie damit enger an sich und er fuhr ihre Wirbelsäule entlang, so sorgfältig, als wolle er mit seinen Fingerspitzen jeden Wirbel einzeln ertasten.

Und Hermine liebte es, sie wurde regelrecht süchtig, nach seinen Küssen, seinen Berührungen, wäre es nicht eiskalt um sie herum gewesen, hätte sie nicht dafür garantieren können, wo das noch hinführen könnte. Doch schließlich war es wieder Remus, der den Kuss löste und etwas atemlos wirkte, wie auch Hermine, deren Brust sich im schnellen Rhythmus hob und senkte.

„Überzeugt?“, fragte er sie leise. „Das war ich schon eben“, gestand sie und er runzelte die Stirn, doch ging ihm schnell ein Licht auf und wider ihrer Erwartung schmunzelte er. „Sehr hinterlistig, Miss Granger“, tadelte er sie spielerisch. Sie kicherte leise über seine Worte, aber die beiden mussten auch der Realität entgegen blicken.

„Also, wie geht es jetzt weiter?“
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