Set me free

GeschichteDrama / P18 Slash
General Hux Kylo Ren
31.01.2020
14.02.2020
3
14124
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Hallo liebe Leser!

Eine Leserin auf AO3 hatte mich gefragt, ob ich zu meiner Kylux Story einen non-con oder einen dub-con Lemon schreiben würde und ich versprach ihr, einen Extrateil zu posten, nur um sie glücklich zu machen. Der (nicht vorhandene) Plot spielt im ersten Kapitel von "Alibi", nachdem Kylo Ren entdeckt hat, dass Hux ein Transgender ist und plant ihn zu schwängern. Da ich diese PWP aus bekannten Gründen auf ff.de nicht veröffentlichen kann, gibt es hier nun den Link dazu, falls mal jemand reinlesen mag:

https://archiveofourown.org/works/22632028


Vielen Dank für das liebe Feedback zum letzten Kapi an Eijikun.
Im aktuellen Kapitel begleiten wir Aris Genesung, sowie Kylo Ren und General Hux bei dem Versuch ein Baby zu machen. Außerdem lernen wir, dass es nicht leicht ist alle Prioritäten unter einen Hut zu bekommen, wenn man einen Sternenzerstörer führen und ein vierjähriges machtbegabtes Kind erziehen will.





Set me free

Kapitel 3

I swear to god
I'm the devil
Raise your hands to the sky and praise
I'm a thief
You're a liar
But we live in our wildest dreams

(30 Seconds to Mars, Great wilde open)


Kylo Ren

Es dauerte fünf Tage bis Arihnda endlich fieberfrei war und weder Kylo Ren noch General Hux fanden in diesem Zeitraum allzu viel Schlaf. Trotz der Antibiose schaffte es das kleine Mädchen in den Tagen bis das Mittel anschlug eine Mittelohr- und eine Mandelentzündung zu entwickeln, was ihren Gesamtzustand weiter verschlechterte. Sie konnte kaum essen, hustete sich die Lunge aus dem Leib und weinte ständig vor Schmerzen. Stundenlang musste einer ihrer Väter sie umher tragen und sie beruhigen und erst wenn sie vollkommen ausgelaugt und am Ende ihrer Kräfte war, schlief sie mit Hilfe der fiebersenkenden Stims endlich ein. In den ersten Tagen versuchte Hux noch seinen Pflichten als Kommandant nachzukommen, aber da er das Quartier weder verlassen wollte, noch die Ruhe fand von hieraus zu arbeiten, übertrug er seine Schichten schließlich an einen der anderen Offiziere, bis es Ari besser ging, so dass er sich die Betreuung seiner Tochter mit Ren teilen und in den Zeiten in denen sie schlief selbst kurz die Augen schließen konnte. Kylo Ren hatte im Gegenzug alle Aktivitäten, die eine Abwesenheit vom Schiff bedeuten würden, auf Eis gelegt und arbeitete soweit es ging ebenfalls aus dem Quartier heraus.

So sehr es ihm auch missfiel, keine direkte Kontrolle über die Vorgänge auf der Finalizer zu haben, so konnte er seine Familie im Moment nicht allein lassen. Auch wenn Hux es niemals offen sagen würde, aber er brauchte ihn. Der Rothaarige stand in mehr als einer Hinsicht am Rande des Nervenzusammenbruchs. Nervös und mental unausgeglichen durch das Absetzen seiner Hormone, checkte er selbst im Schlaf ständig Aris Temperatur und ihre Atmung, so als habe er Angst, sie könne ihm unter den Händen wegsterben, wenn er sie für einen Moment unbeaufsichtigt ließ. Am Tag nach der Diagnosestellung auf der Krankenstation hatte der General in den Eingang ihres Quartiers eine Desinfektionsschleuse einbauen lassen, so dass alles und jeder, der die Tür passierte so gut wie keimfrei gemacht wurde. Außerdem ließ er einen Medidroiden für sie auf Abruf bereithalten, der ihre Tochter jederzeit scannen konnte, wovon er gerade in der kritischen Phase der Krankheit immer wieder Gebrauch machte. Mindestens zwei Mal am Tag ließ er den Droiden in ihr Quartier kommen und Arihnda einem Bioscan unterziehen, um eine Verschlechterung ihres Zustands bereits bei den ersten Anzeichen zu behandeln.

Ren wusste, dass sie über den Berg war, als das Mädchen das erste Mal nach gezuckerten Marilani-Blüten verlangte, einer Süßigkeit, die ihre Leibspeise war. Während Ren sie in der Regel essen ließ, was sie wollte, war Hux normaler Weise strickt dagegen, ihr Süßes zu geben, aber in diesem Fall hatte auch er keine Einwände, als sie sich mit Appetit über die Blüten hermachte. Jetzt, wo ihre Krankheit langsam abklang, wurde auch Hux endlich wieder ruhiger, so dass er es wagte sie für kurze Zeit allein zu lassen, doch erst einen Monat nach der verhängnisvollen Diagnose traute er ihrer Gesundheit weit genug, um wieder seinem gewohnten Schichtplan nachzugehen. Arihndas Husten hielt sich allerdings hartnäckig und begleitete sie auch noch Wochen später in den Schlaf, doch die Ärzte versicherten ihren Vätern, dass sie für dieses Mal über den Berg war, was bedeutete dass sie sich nun endlich dem Vorhaben widmen konnten, ihrer Tochter ein Geschwisterchen zu schenken, das sie retten sollte.

XXXXXX


General Hux

Jeden Morgen die gleiche Prozedur. Auf die Toilette gehen, eine Probe abzweigen, auf das Ergebnis warten. Er konnte nicht einmal sagen, was ihm lieber war. Ein negatives Ergebnis, das ihm erlaubte seiner Routine ohne Verzögerung nachgehen zu können oder ein positives Resultat, das erneut die Hoffnung mit sich brachte, dieses Mal erfolgreich zu sein.

Die Sekunden vergingen.
Schließlich erschien ein grünes Licht. Ein fruchtbarer Tag.

Hux seufzte ergeben, während er den Slip wieder hochzog und die Tür des Badezimmers öffnete. Er musste nicht bis zum Bett gehen, um zu sehen, dass Ren wach war. Braune Augen sahen ihn im Schein der Notbeleuchtung fragend an und Hux nickte nur, bevor er sich umdrehte und zurück in die Nasszelle ging. Die Tür ließ er hinter sich offen, wusste er doch dass der andere Mann nicht lange auf sich warten lassen würde. Fast mechanisch zog er seine Unterwäsche aus und ließ sie auf den Boden fallen, bevor er in die Dusche trat und das Wasser anstellte. Trotz des Rauschens hörte er das Klappen der Tür, bevor ein Klicken verriet, dass sie verriegelt wurde. Sicher war sicher, auch wenn Ari scheinbar noch schlief.

Mit halb geschlossenen Augen stand Hux unter dem Wasserstrahl, als sich starke Arme von hinten um ihn legten. Ein harter Körper pressten sich an seinen Rücken, während raue Lippen seinen Hals liebkosten, ihn küssten, an ihm saugten und knabberten. Es nahm ein wenig von dem Reiz zu wissen, dass der Sex nur dem einen Zweck diente, trotzdem war Hux froh, dass sein Körper instinktiv auf Rens Präsenz reagierte. Seinen niederen Instinkten war es egal, dass sein Gehirn nur widerwillig auf den eingespielten, immer gleichen Ablauf reagierte. Ohne Gegenwehr schmolz sein Körper gegen den des anderen Mannes, rieb sich an seinem Geschlecht und wurde feucht als er das Erwachen von Rens Glied an seiner Kehrseite fühlte. Warm traf ihn Rens Atem auf seiner nassen Wange, dann drehte ihn der andere Mann herum, so dass sie sich jetzt Auge in Auge gegenüber standen.

Rens Pupillen waren weit vor Lust, als er Hux ansah, dann küsste er ihn auf den Mund. Feucht und hungrig und bereit und die Lippen des Generals bewegten sich wie eine Kopie mit ihm. Fordernd drängte Ren ihn zurück, bis Hux Rücken die Wand berührte. Die Hände rechts und links von Hux Körper abgestützt, fuhr er damit fort ihn zu küssen, bis der General ein Bein vom Boden nahm und es gegen die gegenüber liegende Wand stemmte, um ihm den Zugang leichter zu machen, dann drang Ren in ihn ein. Ein erstickter Laut, kam über Hux Lippen, doch er hatte sich schnell gefangen. Um das Gleichgewicht zu halten, hatte er seine Arme um den Hals des Ritters gelegt. Sein Blick hielt den von Ren, gestattete es sich nicht wegzusehen, als würde der Kontakt ihn der Kontrolle versichern und Ren erwiderte den Blick. Seine Augen hatten etwas Brennendes, Hypnotisches, während er immer wieder in den Körper des Generals stieß, so als könne er allein mit seinem Willen dafür sorgen, dass es dieses Mal klappte. Das Plätschern des Wassers übertönte ihr keuchendes Atmen, doch das Geräusch ihrer Becken, die klatschend aneinander krachten war trotzdem immer noch zu hören. Es dauerte nicht lange, bis sie beide bebten und zitterten und als Ren, dann seine Hand zwischen ihre Körper schob und mit seinem Daumen über das Nervenbündel an Hux Scheide strich, war es schließlich geschehen und der General kam mit einem erstickten Laut, der ein unterdrückter Fluch und ein Stöhnen zugleich zu sein schien. Sie wussten beide, dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis stieg, wenn auch Hux zu seinem Orgasmus kam, weshalb Ren immer dafür sorgte, dass der General zu seinem Höhepunkt kam. Das Zusammenziehen seiner Muskeln sorgte dafür, dass auch Ren nicht mehr lange brauchte, bevor er sich mit einem Laut tief aus seiner Kehle in ihn ergoss.

Einen langen Moment blieben sie so stehen, noch immer zu einem Körper verschmolzen und warteten darauf, dass Rens Erbgut eine Chance hatte sich in Hux Körper einzunisten. Erst als sein Glied langsam erschlaffte, nahm Hux sein Bein herunter und der dunkelhaarige Ritter zog sich zurück. Ohne große Worte, nur mit einem fahriges Pressen seiner Lippen auf den Haaransatz des Rothaarigen, wusch Ren sich sauber, bevor er aus der Dusche stieg und Hux seiner Morgentoilette überließ. Der General säuberte sich gründlich von den Resten des Spermas, das dabei war seine Beine hinabzulaufen, hoffend und betend, dass es dieses Mal funktioniert hatte, bevor er seinen restlichen Körper einseifte und mit der eigentlichen Routine begann.

Seit fünf Monaten versuchten sie schon ein Kind zu zeugen, bisher ohne Erfolg. Abgesehen von den selben Symptomen, die er auch damals gehabt hatte, als Ren seine Injektionen ausgetauscht hatte, merkte Hux in den ersten Monaten keinen großen Unterschied. Sein Bartwuchs war stagniert, die Rasur eher Gewohnheit als wirklich nötig. Die kläglichen Rest seiner Brüste waren äußerst empfindlich, er hatte Hitzewallungen und ihm war immer wieder schwindelig, aber er blutete nicht, was ihn fast darin bestärkte, dass die sogenannte Heilung ein Flop gewesen war, auch wenn die Ärzte nach einem Scan bestätigt hatten, dass seine Eileiter wieder intakt waren. Es dauerte nur halt ein wenig bis sein Körper die männlichen Hormone abgebaut hatte, ließen sie ihn wissen. Sie müssten eben Geduld haben, wurde ihnen gesagt, aber Hux, mit seinem taktischen Kalkül, konnte auch hier nicht ohne einen Plan auskommen. In gegenseitiger Absprache hatten sie beschlossen der ersten Phase sechs Monate zuzugestehen. Wenn er bis dahin nicht schwanger geworden war, würde er den Ärzten gestatten, ihm Hormone zu spritzen, die dafür sorgen würden, dass mehr als nur eine Eizelle pro Monat heranreifte, um so die Chance einer Befruchtung zu erhöhen. Erst wenn sie auch diese Möglichkeit ausgeschöpft hatten, würde Hux es zulassen über eine in vitro Fertilisation überhaupt nachzudenken. Doch noch war es nicht so weit. Noch gab es Hoffnung, auch wenn sie mit jedem Monat der verging weniger wurde.

Es waren gemischte Gefühle in ihm hochgekommen, als er vier Monate nach der letzten Injektion, tatsächlich eine Mensturation bekam. Noch nie hatte sich Hux vor seinem eigenen Körper dermaßen geekelt wie jetzt, als ihm dieser mehr denn je bewusst machte, dass er nicht der Mann war, als der er sich fühlte, sondern die Frau, die er nie hatte sein wollen. Doch abgesehen von dem Unwillen die Auswirkungen des weiblichen Zyklus ertragen zu müssen, ließ das Blut doch die Hoffnung aufkommen, dass sie nun endlich Erfolg haben würden. Wie ein Mantra hatte er das Bild seiner Tochter herauf beschworen, während er die Einlage in seiner Hose mehrfach täglich wechselte und sich nach jedem Toilettengang gesäubert hatte. Er tat das für sie, für ihr Leben und dieses Opfer würde alles wert sein, das er erduldete.

Was letztendlich auch den Sex mit einschloss. Nicht dass er grundsätzlich etwas dagegen hatte mit Ren zu schlafen, daran hatte er sich in den letzten Jahren gewöhnt, aber die Tatsache, dass ihnen jetzt ein Computer die Zeiten vorgab, an denen sie intim miteinander sein mussten, wenn sie die Chance auf ein Baby haben wollten, machte ihn frustriert und wütend zugleich. Jeden Morgen der gleiche Test, um zu sehen ob er fruchtbar war und dann ein Quickie vor seiner Schicht. Seit Arihnda ihre Räume nicht mehr verlassen durfte, hatte sie zu viel Energie und schlief schlechter, so dass sie darüber einig gewesen waren, den morgendlichen Akt in die Nasszelle zu verlegen. Entweder unter der Dusche oder stehend gegen die Tür. Es war nicht unbedingt ideal, aber der einzige ungestörte Bereich in ihrem Quartier, wobei sie in Ermangelung an Alternativen inzwischen auch schon in Hux Büro intim geworden waren. Immerhin gab es dort einen Schreibtisch und einen Stuhl, damit sie in den Positionen variieren konnten. Trotzdem fing der Sex nach Plan an an ihrer beider Nerven zu zerren. Sie brauchten ein Ergebnis und sie brauchten es bald, damit Ari endlich geheilt werden konnte.

Als General Hux zwanzig Minuten später das Badezimmer verließ, traf er Ari in der Gesellschaft ihres Vater an, der am Tisch die Frühstücksutensilien verteilte, die ein Droide vorbeigebracht hatte, während sie lebhaft auf ihn einsprach. Scheinbar war die Kleine gerade erst aufgewacht, denn ihr Gesicht war ganz verquollen vom Schlaf und sie trug noch ihre Nachtwäsche, trotzdem war ihr Redeschwall kaum zu bremsen und Hux fragte sich nicht zum ersten Mal, von wem sie das eigentlich geerbt hatte.

„Guten Morgen, Prinzessin“, begrüßte er seine Tochter, die sofort als sie ihn sah, auf ihn zu stürmte. „Pa, gehst du zur Brücke?“

„Ja, mein Schatz. Ich bin für die Alpha-Schicht eingeteilt“, erklärte der General, indem er Ari auf den Arm hob und sie liebevoll auf die Wange küsste. Auch ohne Ren anzusehen, merkte er die Augen des Dunkelhaarigen auf sich ruhen. Offenkundig ahnten sie beide schon, in welche Richtung sich das Gespräch entwickeln würde, kam es in den letzten Wochen doch immer wieder zu solchen Szenen.

„Ich will auch mal wieder mit. Darf ich?“ stellte Ari in diesem Moment die Frage, die Hux schon befürchtet hatte.

„Du weißt, dass das nicht geht“, entgegnete er bedauernd, bevor er sie wieder auf dem Boden absetzte und vor ihren Augen in seine Schuhe schlüpfte. Sie hatten versuchte es ihr so kindgerecht wie möglich zu erklären, ohne ihr Angst zu machen. Dass da winzig kleine Erreger lauerten, die sie schon einmal krank gemacht hatten und denen ihr kindliches Immunsystem nicht gewachsen war. Dass sie daran sterben konnte, musste sie nicht wissen.

„Aber ich huste schon ganz lange nicht mehr“, beharrte das Kind. „Ich bin ganz gesund. Wirklich.“ Hoffnungsvoll blickte sie zu ihrem Vater empor, der ihrem Blick jedoch auswich.

„Ich weiß, aber damit das so bleibt, musst du hier bleiben.“ Nachdem er die Jacke seiner Uniform übergezogen hatte, warf Hux einen Blick auf sein Datenpad, welches er auf dem Sideboard deponiert hatte. Wenn er jetzt nicht ging, würde er es nicht mehr schaffen vor Schichtbeginn auf der Brücke zu sein. Als Kommandant der Finalizer hatte er eine Vorbildfunktion, die er sehr ernst nahm. Wenn er nicht pünktlich kam, wie sollte er dann von seinen Crew-Mitgliedern erwarten, dass sie es waren?

„Ich will aber nicht hier bleiben. Hier ist es langweilig. Ich will mit dir gehen.“ Große blaue Augen mit winzigen braunen Sprenkeln sahen zu Hux hoch und der General brauchte seine ganze Kraft, um nicht einzubrechen. Sie verstand es einfach noch nicht, schließlich war sie erst vier Jahre alt. Egal welche Argumente er nannte, seine Tochter würde keins davon akzeptieren, doch dem Himmel sei Dank kam Ren ihm in diesem Moment zur Hilfe.

„Prinzessin, ich bleibe doch heute Morgen bei dir“, erbot sich der dunkelhaarige Ritter, indem er näher trat. „Wir können zusammen üben, wie man nur mit der Macht einen Turm aus den Klötzen baut, die du bekommen hast. Oder wir können deinen Ewok nach ganz oben auf das Regal schweben zu lassen. Was meinst du?“

„Ich will aber mit Pa gehen!“ Die Gläser auf dem Tisch begannen deutlich zu klirren während sich Arihnda in einen Wutanfall hinein steigerte. Nicht mehr lange und es würden Sachen durch die Gegend fliegen. Es wäre nicht der erste Vorfall dieser Art. Erst vor einer Woche war eine Vase zu Bruch gegangen, als sie ihren Willen nicht bekommen hatte, doch keiner ihrer Väter war gewillt, sie mit diesen nicht nur sprichwörtlichen Machtspielen durchkommen zu lassen.

„Ari, jetzt ist es gut. Sei lieb und lass Papa gehen.“ Mit einem Ausdruck im Gesicht, der dem kleinen Mädchen sagte, dass er keine Widerrede und keinen Einsatz der Macht dulden würde, entwand Ren ihre Arme von Hux Bein, an dem sie sich festgeklammert hatte und setzte sie auf einen der Stühle am Tisch, wo sie mit Tränen in den Augen und zitternder Unterlippe sitzen blieb. Schweren Herzens wandte Hux sich ab, doch er hatte die Desinfektionsschleuse vor der Tür zum Korridor noch nicht erreicht, als Ren ihn einholte und dem General eine silberne Dose in die Hand drückte.

Verwirrt runzelte Hux die Stirn. „Was ist das?“

„Frühstück“, erklärte Ren, bevor er mit Nachdruck hinzufügte. „Und ich erwarte, dass du es isst“


XXXXXX



General Hux

Seit Arihnda ihr Quartier nicht mehr verlassen konnte, schätzte Hux es noch weniger als zuvor, wenn Ren den Sternenzerstörer für eine Mission verließ, bedeutete es doch, dass er nicht nur die Pflichten des Obersten Anführers während seiner Abwesenheit übernahm, sondern sich auch noch allein um seine Tochter kümmern musste, die im Moment vor Energie schier zu bersten schien. Obwohl er versuchte seine Termine so zu legen, dass er ihre Räume so wenig wie möglich verlassen musste, war es trotzdem kaum möglich alles so auszurichten, dass er mehrere Tage, wenn nicht sogar noch länger aus seinem Quartier heraus arbeitete, weshalb er mit knirschenden Zähen das Kind doch öfter als ihm lieb war beim Nanny Droiden zurücklassen musste.

Doch obwohl die Maschine eine immense Erleichterung darstellte, war sie doch kein Ersatz für einen Menschen aus Fleisch und Blut, weshalb Ari nach seiner Schicht einem Gummiball gleich um ihn herum hüpfte und ihn zum Spielen zu animieren versuchte, was ihr Hux natürlich nicht abschlagen konnte. Wenn sie unausgeglichen war, nahmen die durch die Macht verstärkten Ausbrüche zu und obwohl Hux versuchte sich davon unbeeindruckt zu zeigen, war er sich doch im Klaren darüber, dass sie ihn damit unbeabsichtigt verletzten oder sogar töten konnte. Zwar hatte er keine Angst vor ihr, aber er würde auch nicht riskieren, dass sie sich in einen Wutanfall hinein steigerte, wenn er es verhindern konnte. Und so kam es, dass er nach einer manchmal zwölf Stunden umfassenden Schicht auf dem Boden saß und mit Arihnda und ihren Stofftieren Teeparty spielte, bis er vor Erschöpfung kaum noch die Augen offen halten konnte.

Ren wusste um diesen Umstand nur zu gut, trotzdem konnte er nach einem Hilferuf von Yavin 4 nicht anders, als sich den Truppen anzuschließen, die die Erste Ordnung ausschickte, um ihren Schutzbefohlenen zu Hilfe zu kommen, die von ihrem Nachbarplaneten überfallen worden waren.

„Sieh zu, dass du nicht länger als ein paar Tage weg bist“, gab ihm Hux zum Abschied auf den Weg und Ren antwortete: „Keine Sorge, spätestens bis zum ersten Zyklus der Hormontherapie bin ich zurück.“ Obwohl der dunkelhaarige Ritter für die Prozedur erst einmal nicht gebraucht werden würde, wollte Hux ihn für die körperlich und seelisch anstrengende Behandlung an seiner Seite wissen. Jeden Tag würde er sich eine Spritze setzen müssen und obwohl er vor den Nadeln keine Angst hatte, graute ihm doch vor den Konsequenzen. Aus seinen Recherchen aus dem Holonet wusste er inzwischen, dass so gut wie alle erdenklichen Nebenwirkungen auftreten konnten: Migräne, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen, Bauch- und Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen und Blutungen. Wenn auch nur die Hälfte davon bei ihm auftrat, würde der General es nicht schaffen, sich um Arihna zu kümmern und nebenbei auch noch Rens Posten abzudecken. Er konnte von Glück reden, wenn er seine eigene Arbeit fehlerfrei erledigen konnte.

Doch Ren hielt sich an sein Versprechen. Aus den Berichten, welche der Oberste Anführer und seine Truppen an die Finalizer sendeten, erfuhr Hux, dass die Kämpfe zwar schwer waren, die Verluste aber hauptsächlich die Reihen des Gegners ausgedünnt hatten, dessen Armee sie in der finalen Schlacht geradezu vernichteten, so dass sich die Aggressoren schließlich ergeben mussten. Sechs Tage nach seiner Landung auf Yavin 4 führte Ren die Friedensverhandlungen mit dem Nachbarplaneten und zehn Stunden später saß er im Cockpit seines Silencer, auf dem Weg zurück zum Sternenzerstörer, wo er dreckig und blutig und verschwitzt mitten in der Beta-Schicht in Hux Büro platzte.

Zwar hatte der General gewusst, dass sich der dunkelhaarige Ritter auf dem Rückweg befand, doch er hatte trotzdem gedacht, noch ein paar als dringend gekennzeichnete Nachrichten mit Captain Peavey besprechen zu können, bevor er Ren in ihrem Quartier empfing. Doch am Ende war dieser schneller gewesen als er. Das Geräusch der Tür, die zur Seite glitt, ohne dass jemand um Einlass ersucht hatte, ließ ihn in seinem Gespräch innehalten, als Ren in den Raum rauschte, nur um abrupt stehen zu bleiben, bevor er den Offizier erreicht hatte, der vor Hux Schreibtisch stand.

„Oberster Anführer“, begrüßte Peavey seinen Vorgesetzten respektvoll, doch Ren, der den Helm in seiner Hand hielt, starrte nur von einem zum anderen ohne ein Wort zu sagen.

„Danke, Captain, das wäre dann alles“, entließ Hux seinen Untergebenen, der merkte, wie nervös der Offizier durch Rens Präsenz wurde.

„Sehr wohl, General.“ Peavey salutierte gehorsam, dann wandte er sich ab und verließ das Büro, während Ren noch immer schweigend dastand. Erst als die Tür sich hinter dem Offizier schloss, suchte er den Blick des Generals. „Du bist schwanger.“

Es war keine Frage, nein, es war eine Feststellung und sie traf Hux dermaßen unvorbereitet, dass er für einen Moment nichts anderes tun konnte, als Ren einfach nur verblüfft anzustarren. Nach fast sechs Monaten des Wartens und Hoffens kam diese Nachricht dermaßen unerwartet, dass Hux auch dann nicht mehr überrascht gewesen wäre, wenn ihm der andere Mann eröffnet hätte, er habe ein drittes Auge auf seiner Stirn entdeckt. Natürlich war da immer dieser kleine Hoffnungsschimmer gewesen, der sich hartnäckig geweigert hatte zu verschwinden, obwohl alle Versuche fehlgeschlagen waren. Doch je näher der Tag gekommen war, an dem er sich der verfluchten Hormontherapie unterziehen musste, desto mehr hatte Hux aufgegeben noch auf ein Wunder zu hoffen. Bis jetzt.

„Was?“ brachte er nach einer schier endlos erscheinenden Stille hervor. „Wie kommst du darauf?“

„Ich kann es fühlen“, erklärte Ren und erlaubte sich ein Lächeln. „Du weißt noch, dass ich dir gesagt habe, je älter Ari wird, desto heller leuchtet die Macht in ihr, oder?“ Hux nickte stumm. „Nun ja, verglichen mit ihrem Licht, ist das hier so wie ein Funken, nicht mehr als ein Glühwürmchen, aber es ist da.“

Hux schluckte mechanisch, während er versuchte die Nachricht zu verdauen. „Was denkst du, wie lange schon?“

Ratlos zuckte Ren die Schultern. „Schwer zu sagen. Alles, was ich weiß ist, dass es noch nicht zu fühlen war, als ich nach Yavin 4 aufbrach. Verglichen mit dem ersten Mal, als du schwanger warst, würde ich sagen, drei Wochen vielleicht.“

Das würde zumindest erklären, warum er noch keine ausbleibende Regelblutung gehabt hatte. Dafür war es noch zu frisch und sein Zyklus schwankte außerdem stark. Drei Wochen hatte Ren gesagt und im gleichen Moment hatte Hux in seinen Augen gesehen, dass er ziemlich genau zu wissen glaubte, wann es dann passiert sein musste. Wahrscheinlich an dem Tag, als ihn der Ritter im Abendzyklus mit einer Flasche Wein in seinem Büro aufgesucht hatte. Phasma hatte währenddessen auf Ari aufgepasst. Die Tatsache, dass die Kleine ihretwegen krank gewesen war, nagte seit dem Vorfall an der Offizierin, so dass sie, obwohl Hux ihr gegenüber beteuerte, dass er ihr keine Schuld gab, trotzdem das Gefühl hatte, etwas gutmachen zu müssen, weshalb sie auch in ihrer Freizeit immer wieder anbot, sich um Arihnda zu kümmern, wenn ihre Väter gerade unabkömmlich waren.

Es war mehr als ersichtlich gewesen, dass Hux in den letzten Monaten unter enormem Druck gestanden hatte und Ren wollte die Gelegenheit nutzen, allein mit ihm zu sprechen. Er konnte fühlen, wie es an dem General nagte, dass sie keinen Erfolg damit hatten, ein Kind zu zeugen und dass sich Hux im Stillen die Schuld dafür gab. Er war zu alt, hatte zu lange männliche Hormone gespritzt oder seine Eileiter waren trotz Rens Heilung zu verkrüppelt, als das es funktionieren konnte. Wenn Ari krank wurde und starb, dann weil er versagt hatte. Weil sein Körper einfach nicht mehr in der Lage war zu tun, wofür er geschaffen worden war. Weil er ihn durch seine Wahl unbrauchbar gemacht hatte.

„Es stimmt nicht, was du denkst“, hatte Ren ihn an diesem Abend wissen lassen, während er Hux ein Glas eingeschenkt hatte. „Niemand gibt dir die Schuld dafür, dass es noch nicht geklappt hat und du solltest aufhören, dich deshalb zu quälen.“

„Wie könnte ich, wenn die Zeit doch gegen uns arbeitet“, hatte der Rothaarige entgegnet, als er das Weinglas hochhob und einen tiefen Zug daraus nahm, um die Spannung zu vertreiben, die sein Kreuz schmerzen ließ.

„Du musst loslassen“, war Rens kluger Rat gewesen, bevor er selbst einen Schluck Wein getrunken hatte. „Wenn es passiert, passiert es und wenn nicht, werden wir einen anderen Weg einschlagen.“ Mit diesen Worten hatte er Hux geküsst und dieser hatte versucht den Ratschlag zu beherzigen und den Kuss erwidert. Am Anfang war es nicht mehr gewesen als ein Austausch von Zärtlichkeiten, doch dank des Weines war die Stimmung dann irgendwann so aufgeheizt gewesen, dass sie Sex auf Hux Schreibtisch gehabt hatten und scheinbar hatte dieser Akt tatsächlich zum Erfolg geführt.

Schwanger.

Obwohl Hux so lange darauf gewartet hatte, dieses Wort zu hören, war es doch irgendwie surreal. Irgendwie hatte er erwartet, dass er sich anders fühlen würde, wenn Ren es tatsächlich geschafft hatte, ihn zu schwängern, doch er fühlte sich noch genauso wie in den Wochen zuvor. Nicht, dass er die Übelkeit, die er im ersten Trimester von der Schwangerschaft mit Arihnda durchlitten hatte, wirklich vermissen würde. Aber dass er sich im Augenblick gut fühlte, hatte noch nichts zu bedeuten, das konnte immer noch kommen, wenn Ren mit seiner Annahme überhaupt recht hatte. Vielleicht sah der dunkelhaarige Ritter auch einfach Dinge, von denen er sich wünschte, dass sie wahr waren. „Ich sollte zu einer Untersuchung auf die Krankenstation gehen. Nur um ganz sicher zu sein.“

„Ich bin mir sicher. Irrtum ausgeschlossen“, gab Ren unbeeindruckt von den Zweifeln des Generals zurück. „Trotzdem halte ich eine Untersuchung für eine gute Idee. Damit feststeht, dass alles so ist, wie es sein sollte.“



Tbc ...
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