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to look at each other

von Ava
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Dean Thomas Lavender Brown Parvati Patil Seamus Finnigan
30.01.2020
30.01.2020
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30.01.2020 1.377
 
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Geschrieben für einen Prompt aus dem Waisenhaus, #_2769 :: I want us to look at each other as we play with ourselves. Nothing but soft moans and long gazes.



Ganz kleine Schritte, klitzekleine Trippelschritte, aber ich werde schliesslich nicht wieder besser, in dem ich den Kopf in den Sand stecke. Also wird es wohl noch ganz viele unbeholfene kleine Ficlets dieser Art geben, bis ich eines Tages hoffentlich wieder etwas zu Stande bekomme, auf das ich vielleicht sogar ein bisschen stolz bin.



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TO LOOK AT EACH OTHER



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Seamus‘ Schwanz schmeckt wie gesalzenes Karamell.



»Fast ein bisschen bitter, weil der Zucker so lange geröstet wurde«, atemlos zwischen dem einen Kichern und dem nächsten, das zarteste Rosa auf den Wangen. »Aber eigentlich gar nicht übel. Nicht so jedenfalls, wie ich es mir ausgemalt habe. Was meinst du?«



Parvati wird sich zwingen, unausgesprochen zu lassen, was sie wirklich sagen will, und mit der selben Aufgekratztheit erwidern: »Du spinnst doch. Das hat geschmeckt, als wäre er sehr lange Zeit am Hafen spazieren gewesen.«



Aber das ist später.



Jetzt wird  Parvati von Lavender mit diesem Blick bedacht, der ihr sagen soll nun mach doch mal, während sie versucht, ihre schwitzigen Hände unauffällig am Sofabezug abzuwischen. Dean neben ihr ist eindeutig unbehaglich zumute, was das Ganze nicht gerade besser macht. Am liebsten würde sie ihm kameradschaftlich auf die Schulter klopfen, gute Nacht sagen und im Weggehen registrieren, wie er erleichtert die angehaltene Luft ausstösst und Gott und Merlin dankt, noch einmal davongekommen zu sein.



Stattdessen zwingt sie sich, ihre schwitzige Hand auf sein nervös zuckendes Bein zu legen, die Fingerspitzen an der Innenseite seines Oberschenkels. Sie kann die Hitze seiner Haut durch die Hose spüren und beisst sich schnell auf  die Lippe, ehe ein Kichern aus ihr herausbricht. Brennend vor Leidenschaft, schiesst es ihr durch den Kopf; es ist einfach zu komisch, wie wenig das auf Dean zutrifft. Zumindest in diesem Fall. Allerdings, wenn er malt, konzentriert an einer Zeichnung arbeitet, alles um sich herum vergisst …



Parvatis schweres Herz wird ein wenig leichter. Sie mag Dean. Sie wird mögen, wie seine Finger Muster auf ihren Körper malen. Bestimmt.



Ihre Hand wandert höher.



Jetzt wird’s langsam, sagen Lavenders Augen zufrieden.



Sie sitzt im Sessel gegenüber – oder besser gesagt: Seamus sitzt im Sessel und Lavender sitzt auf Seamus. Seine Hände sind unter ihrem Rock verschwunden und sein Mund macht irgendwas an ihrem Hals; küsst oder beisst sie oder speichelt sie einfach voll, schwer zu sagen. Die Whiskeyflasche zwischen ihnen ist halbleer, und das meiste davon hatte Seamus.



»Wollen wir es uns nicht gemütlich machen?«



Das Zeichen, den Schutz des zu dieser Stunde zwar verlassenen aber irgendwie doch nicht wirklich privaten Gemeinschaftsraumes zu verlassen. Nach oben zu gehen, in den Schlafsaal der Jungen. Stillezauber über die Betten der Schlafenden zu legen.



Das Zeichen dafür, dass es jetzt losgeht (vorbeigeht).



»Ja«, stimmt Parvati ein, denn so war es ausgemacht, »wir wollen ungestört sein. Meint ihr, ihr könnt uns mit auf euer Zimmer nehmen?«



»Aber – «, setzt Dean an.



Ein scharfer Blick von Seamus lässt ihn verstummen. Versau es nicht, sagt dieser Blick. Sei kein Schlappschwanz. Und so, wie Parvati es nicht über sich bringt, Lavender zu enttäuschen, erstickt auch Deans Widerwille im Keim.



Wir sollten sie gemeinsam verlieren, hat sie gesagt. Beide gleichzeitig zur Frau werden, meinst du nicht auch? Wir teilen alles miteinander. Und das ist einer der wichtigsten Momente im Leben. Das will ich mit dir gemeinsam erleben.



Es klang wie: Du und ich für immer.



Als wären sie nicht zu entzweien, von nichts und niemandem, niemals. Lavender und Parvati, Parvati und Lavender, beste Freundinnen, Seelenverwandte, eins. (Dabei sprach sie von Angst, vom Davonlaufen.)



Und jetzt liegt sie in Deans Bett und Lavender in Seamus‘. Die Vorhänge zwischen ihnen sind offen, Mondlicht lässt die weissen Laken gespenstisch schimmern. Deans Körper auf ihr ist schwer, ein totes Gewicht. Seine Finger malen keine Muster auf ihren Körper, sie krallen sich links und rechts von ihr ins Bettzeug, als suchte er Halt; als würde er sonst untergehen und ertrinken. Was in Romanen als wunderschön und bedeutend beschrieben wird, ist in Wirklichkeit ein unangenehmes Reiben und Brennen zwischen ihren Beinen. Sie hasst, wie sich die Stelle anfühlt, wo Deans Bauch ihren berührt. Wie sein Atem klingt. Dass seine Augen geschlossen sind.



Parvati reisst sich von der Situation los. Lässt ihren Körper da, wo er ist, und schickt ihren Geist auf Wanderschaft, während sie jetzt zur Seite blickt, zum anderen Bett. Lavender hat ihre langen, blassen Beine eng um Seamus geschlungen, als könnte sie nicht nah genug bei ihm sein, drückt sich ihm entgegen, den Kopf in den Nacken gelegt.



Sie geniesst es.



Parvati weiss, wie es klingt, wenn Lavender sich selbst berührt, streichelt und drückt und reibt, bis der Druck in ihr sich ins Unermessliche gesteigert hat und die Lust kurz davor ist, wie eine Welle über ihr zusammenzubrechen. Sie hat ihr unzählige Male dabei zugesehen, ihr zugehört, als sie sich selbst zum Höhepunkt gebracht hat. Keine Berührung zwischen ihnen, aber einander im Blick.



(Das Schönste, wenn ich komme, bist du, hat Parvati einmal gesagt. Der süsse  Elbenwein war schuld, Parvati hätte es sonst nie ausgesprochen.



Wenn ich komme, sehe ich nur dich, hat Lavender geantwortet.



Ein paar Tage später fand Lavender, sie sollten ihre Jungfräulichkeit verlieren.)



Mach die Augen auf, fleht Parvati, als Seamus‘ Stösse schneller werden, bitte, bitte, Lavenders Seufzen erstickter, schau mich an.



Und Lavender schaut sie an, ihre grossen, offenen Augen verschlingen sie, sehen nichts anderes, und nichts anderes existiert mehr, nur sie beide und Lust.



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Dean ist raus.



Parvati weiss, es hat nichts mit ihr zu tun, nicht wirklich. Er findet Ausreden, um abends aus dem Gemeinschaftsraum zu verschwinden, ehe er sich allzu sehr leert, geht zeitig ins Bett. Scheint wohl nicht sein Ding zu sein, bedeutungslosen Sex zu haben, während sein bester Freund direkt neben ihm eine andere vögelt.



Wie eigenartig.



Also sind es nur noch sie beide – und Seamus. Er ist kein übler Kerl, ruft Parvati sich in Erinnerung, nur furchtbar tief versunken in seine Hormon gefluteten, schwanzgesteuerten Jahre. Er will alles, was er haben kann, und wenn sich ihm  zwei gleichzeitig anbieten, warum zur Hölle nicht. Warum sollte er nein sagen, wenn er von ihnen beiden nur ja ja ja hört? Warum sollte sie ihn verabscheuen, wenn sie die einzige ist, die lügt?



Sie braucht nicht einmal über dieses Theater, das sie den beiden vorspielt, nachzudenken, ihr Mund weiss genau, was er zu sagen hat, um Lavender zufrieden zu stellen, und wie er Seamus anlächeln und küssen muss, damit er keine Zweifel an der Korrektheit ihres Arrangements hat. Manchmal liefert sie eine so verdammt überzeugende Show, dass sie schon fast selbst glaubt, genau das zu tun, was sie will – und irgendwie stimmt das ja, sie will Lavender, will sie nicht verlieren, und wenn das bedeutet, die Nächte damit zu verbringen, an Seamus‘ Schwanz rumzuspielen, auf jede Art, über die gerade in den Frauenzeitschriften berichtet wird, und anschliessend so zu tun, als hätte sie es wahnsinnig aufregend gefunden, dann soll es eben so sein.



»Das hat geschmeckt wie gesalzenes Karamell«, sagt Lavender, und so weiter und so fort, und Parvati schweigt darüber, wie scheissegal es ihr ist, wie Seamus schmeckt und riecht, wie wenig es sie kümmert, dass seine Küsse mit jeder Nacht mehr an Liebkosungen und weniger an die Schlabberattacken von Hagrids Saurüden erinnern; dass sie im Grunde ihres Herzens nur diese eine Nacht auslöschen will, in der zu viel gesagt wurde, damit sie zurück dahin können, als sie einander angesehen haben, während jede in ihrem eigenen Bett lag und sich zum Höhepunkt brachte, als ihre ganze Welt noch so sanft und zart schien und sie naiv und hoffnungslos geglaubt hatte, so würde es für immer sein.



Doch im Grunde spielt das alles keines Rolle, denn: eigentlich hat Lavender einfach nur den leeren Raum zwischen ihrer beider Betten durch Seamus ersetzt. Tiefe Blicke, sanftes Stöhnen und dieses Sicherheitsnetz des sich-gegenseitig-nicht-berühren, das ihnen erlaubt, über die Bedeutung oder das Fehlen dieser zu sprechen.



Und um bei der Wahrheit zu bleiben: Mehr hätte Parvati sich ohnehin gar nicht zu geben oder nehmen getraut.



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Sie sehen einander an und in diesen kostbaren Sekunden gibt es keinen Seamus, keine Angst, kein Davonlaufen, nur Pavati und Lavender.



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