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Ein neues Leben

GeschichteFantasy, Freundschaft / P18 / Gen
29.01.2020
14.05.2021
15
97.333
28
Alle Kapitel
80 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
06.11.2020 9.057
 
Mein hochgeschätzten Leserinnen und Leser, mit Freude kann ich euch ein neues Kapitel präsentieren.
Ein Warnhinweis! Das Kapitel enthält sexuelle Inhalte! Wer sich daran stört, sollte ab diesem Punkt nicht weiter lesen!

An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank an meinen Betaleser Dusd, ohne den diese Kapitel noch nicht fertig wäre.

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel.


Als Ohnezahn und Hicks die Höhle erreichten, fanden sie Sturmpfeil und Hakenzahn immer noch streitend vor. „Sag mal Kumpel, möchtest du da vielleicht was tun? Langsam wird es echt nervtötend mit den Beiden“, fragte der junge Wikinger seinen schwarzen Freund. „Ich kann es ja Mal versuchen, ob es was bringt, steht auf einem anderen Blatt“, erwiderte der Nachtschatten und versuchte sein Glück, den Streit seiner Freunde zu schlichten. Aber Ohnezahn wurde erneut von den Zweien ignoriert. Nun langte es dem schwarzen Drachen und er spie eine Plasmakugel zwischen die Beiden. „STURMPFEIL, HAKENZAHN! IHR HÖRT SOFORFT MIT DIESEM KINDISCHEN STREIT AUF! IHR BENEHMT EUCH JA SCHLIMMER ALS NESTLINGE!“, brüllte der Nachtschatten wütend. „Aber Ohnezahn, Hakenzahn hat damit angefangen“, versuchte sich Sturmpfeil plump zu rechtfertigen. „ES IST MIR EGAL WER ANGEFANGEN HAT! JETZT IST SCHLUSS MIT DEM BLÖDSINN! HABT IHR DAS VERSTANDEN?“, fauchte der schwarze Drache sauer. „Aber Ohnezahn“, kam es nun gleichzeitig vom Nadder und vom riesenhaften Alptraum. „HABT IHR DAS VERSTANDEN?“, wiederholte Ohnezahn laut. „Verstanden Chef“, kam es sehr kleinlaut von den beiden Drachen. „Gut, dann gebt einander die Hand“, sprach der Nachtschatten nun deutlich ruhiger. „Wie bitte?“, fragte Hakenzahn ungläubig, aber ein Blick seines Freundes reichte aus, um ihn zum Schweigen zu bringen. Unterdes verließ Hicks die Höhle. Er wollte ein wenig allein sein und nachdenken. In nur wenigen Stunden war doch sehr viel passiert, über das er in Ruhe nachdenken wollte. Besonders Raffnuss Verhalten und der Kuss geisterten ihm in seinem Kopf herum.


Raffnuss hatte den Waldrand erreicht und blickte hinunter auf Berk. Sie griff in ihre Tasche und holte das grüne Stück Stoff hervor, dass sie Hicks unbemerkt gestohlen hatte. Einen kurzen Augenblick betrachtete sie den Stofffetzen und steckte ihn lächelnd in die Tasche zurück. „Er lebt!“, dachte sie freudig und begab sich ins Dorf. Auf halben Weg kam ihr Valeska entgegen. „Wo warst du Raffnuss? Grobian hat sich Sorgen um dich gemacht“, sagte die rothaarige Kriegerin. „Ich war im Wald noch ein wenig trainieren. Irgendwie hat mich ein wenig die Müdigkeit überkommen. Ich habe mich in den Schatten eines Baumes gesetzt und bin eingeschlafen. Ich werde schnell zur Schmiede gehen und Grobian sagen, dass es mir gut geht“, antwortete Raffnuss. „Mach das, komm danach bitte hoch zum Schießplatz. Ich würde gerne noch einmal gegen dich antreten. Ach, und noch was. Lass das mit dem einsam im Wald schlafen besser. Nicht das du von Bären, Wölfen oder Drachen gefressen wirst“, entgegnete Valeska. „Die werden mich nicht mögen“, erwiderte die Schildmaid lachend und begab sich zur Schmiede. Als Raffnuss die Schmiede betrat, wurde sie von Grobian zurechtgewiesen. Das blonde Mädchen entschuldigte sich blumenreich und versprach, dass sie sich in Zukunft abmelden würde. Das stimmte den alten Wikinger versöhnlich. „Brauchst du mich hier noch Grobian, wenn nicht, würde ich gerne zum Schießplatz gehen. Valeska möchte nochmal gegen mich antreten“, sagte die Rekrutin. „Nein, du kannst ruhig gehen meine Lütte. Wir sehen uns dann Morgen zum Frühstück in der großen Halle“, erwiderte Grobian freundlich. „Kommst du nicht zum Abendessen?“, fragte Raffnuss etwas besorgt. „Nee, ich muss hier noch ein bisschen was fertig machen. Außerdem tut es meiner alten Brottrommel ganz gut, wenn ich ab und zu eine Mahlzeit auslasse“, lachte der Schmied und klopfte sich mit der Hand auf den Bauch. „Na gut, aber übertreib es bitte nicht. Taffnuss und ich hatten eine Tante, die unbedingt abnehmen wollte. Die hat 500 Pfund verloren und hat sich danach richtig mies gefühlt“, erwiderte die Schildmaid. „500 Pfund? Jetzt übertreibst du aber mein Mädchen“, entgegnete Grobian. „Nein das tue ich nicht. Drachen haben ihre Kuh geklaut“, antwortete das Mädchen lachend. „Jetzt hau schon ab, du dummes Huhn“, lachte Grobian und fuchtelte gespielt drohend mit seinem Schmiedehammer durch die Luft. „Dann bis morgen“, rief Raffnuss und verschwand.


Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause, trudelte Raffnuss auf dem Schießplatz ein. Valeska hatte bereits einige Probeschüsse gemacht. „Na? Fit, um gegen mich zu verlieren?“, fragte die Rothaarige frech. „Ich bin immer fit“, erwiderte die blonde Schildmaid. „Na dann ab dafür“, rief Valeska. Der kleine Privatwettbewerb dauerte nur eine Viertelstunde. Raffnuss verlor dieses Mal ganz knapp gegen Valeska. „Schade, du warst nicht ganz auf der Höhe“, meinte die Kriegerin und reichte ihrer Kontrahentin freundschaftlich die Hand. „Mal verliert man, Mal gewinnen die Anderen. So ist das halt im Leben“, antwortete die Blonde und schulterte ihren Langbogen. „Tja, du bist eben die geborene Verliererin Raffnuss“, frotzelte Astrid, die ihr eigenes Schießtraining unterbrochen hatte, um zuzuschauen. „Halt deine dumme Klappe Astrid!“, sprach Valeska sauer. „Du weißt das ich Recht habe. Raffnuss ist, war und bleibt immer eine Null“, erwiderte die blonde Schildmaid hämisch. „Ist es nicht furchtbar einsam auf der arroganten Seite des Lebens zu stehen?“, fragte Raffnuss provokant ruhig und schaffte es so Astrid aus der Fassung zu bringen. „Pass mal auf du Spatzenhirn. Ich kann es mir leisten arrogant zu sein, weil ich gut bin. Was hast du vorzuweisen, außer einem gefressenen Drachenzahnstocher, der mal in mich verknallt war“, konterte Astrid. Valeska sah, dass sich Raffnuss mächtig am Riemen riss, um nicht auszuflippen. „Komm, lass die blöde Kuh einfach stehen. Die ist es gar nicht wert, dass du dich aufregst“, sagte die rothaarige Kriegerin und führte die Zwillingsschwester von Taffnuss zur großen Halle.


Auf dem Weg zur großen Halle schaute Valeska Raffnuss immer wieder von der Seite an. „Warum gehst du eigentlich immer hoch wie ein Vulkan, wenn sich jemand negativ über Hicks äußert?“, fragte die Rothaarige nach einer kurzen Weile. Die junge blonde Frau schaute sich kurz um und sprach: „Wenn ich ehrlich zu dir bin, ich war ziemlich in Hicks verknallt, war aber so blöd und feige und habe es ihm nie gesagt. Nun ist es zu spät.“ „Oh verstehe“, meinte die ältere der Beiden einfühlsam und ließ nun ihrerseits den Blick nach ungebetenen Zuhörern schweifen. „Hicks war schon schwer in Ordnung und handwerklich sehr geschickt. Er hat meinen Bogen angefertigt. Leider hatte er kein Händchen fürs Schießen“, fuhr Valeska fort. „Ich weiß Valeska. Hicks hat mein Schwert geschmiedet, bzw. hat damit begonnen. Ich habe Grobian darum gebeten es fertig zu schmieden und mir zu überlassen, als Andenken“, entgegnete Raffnuss und geriet ins Schwärmen. Sie wollte noch mehr sagen, hielt sich aber zurück, damit sie sich nicht verplapperte und versehentlich Preis gab, dass Hicks in Wahrheit noch lebte. „Ich mag und ich vertraue dir Raffnuss, deswegen möchte ich dir ein Geheimnis anvertrauen, dass mir die Verbannung einbringen würde, wenn es jemals an Haudraufs Ohren gelangt“, sagte die Junge Kriegerin. „Und was wäre das?“, fragte die blonde Jugendliche neugierig. Valeska schaute sich noch einmal um, dass auch wirklich keiner zuhörte. „Ich habe mit Hicks geschlafen“, gestand sie mit einem sanften Lächeln. „WAS?!?“, entfuhr es Raffnuss laut und wäre ihrem Gegenüber am liebsten, vor Eifersucht, an den Hals gesprungen. „Schrei doch noch lauter!“, erwiderte die Kriegerin mit einem gesenkten Zischen. Wieder wanderte ihr Blick umher. „Was soll das heißen, du hast mit Hicks geschlafen?“, fragte die jüngere der Beiden. „Das ich Sex mit ihm hatte. Bei den Göttern, du bist doch sonst nicht so schwer von Begriff Raffnuss“, erwiderte Valeska. „Das habe ich schon verstanden, aber wie ist es dazu gekommen, dass eine tapfere, angesehene Jungkriegerin wie du, mit einem Taugenichts wie Hicks intim geworden ist?“, fragte Raffnuss. Dabei hatte sie das Wort Taugenichts so betont, dass es nicht abwertend klang. Denn in den Augen des Dorfes, war Hicks ein Taugenichts. „Nun, es war nicht von uns geplant. Es war ein merkwürdiger Zufall, der uns damals zusammengeführt hat“, erklärte die Rothaarige. Wieder umspielte ihre Lippen dieses sanfte Lächeln der Freude. „Erzählst du es mir? Ich würde es sehr gerne verstehen“, bat die Blonde. „Wenn du es unbedingt hören möchtest, aber es darf niemals jemand etwas davon erfahren. Es schon schlimm genug für, dass ich seit Magnus Tod für alle Kerle das Lustobjekt geworden bin“, entgegnete Valeska. „Ich werde dein Geheimnis hüten wie meinen Augapfel“, versprach Raffnuss.


Valeska nahm Raffnuss an der Hand und führte sie zu ihrer Hütte, um ungestört mit ihr zu sprechen. Die Rothaarige bot ihrem Gast einen Platz in der kleinen Stube an und setzte sich ihr gegenüber. „Also, dann erzähl Mal Valeska. Wie ist es dazu gekommen, dass du mit meinem Hicks geschlafen hast?“, fragte Raffnuss. Die Angesprochene musste sich ein Lachen verkneifen, wegen der Wortwahl der Rekrutin.


„Okay, da muss ich aber etwas weiter für ausholen“, begann die Rothaarige ihre Erklärung. „Ich war auf der Flucht vor meinen „Verehrern“, deswegen bin ich zu dem kleinen Talkessel im Wald gegangen. Etwa eine Stunde zu Fuß vom Dorf entfernt. Diesen Platz kennst du bestimmt“, fuhr sie fort. Raffnuss nickte. Sie kannte den Talkessel mit dem kleinen See. Sie war selbst zwar nur 3 Mal dort, aber sie fand ihn schön und beruhigend. „Ich habe mich dort hin zurückgezogen, um meine Ruhe zu haben und etwas zu entspannen. Da der Tag recht warm war, entschloss ich mich dazu etwas schwimmen zu gehen. Ich wusste allerdings nicht, dass ich nicht allein im Talkessen war. Die ganze Zeit über, die ich im Wasser war, hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden. Ich habe es als Hirngespinst abgetan, bis ich aus dem Wasser kam und jemand auf einen Ast getreten ist. Wütend bin ich zu dem Baum, von dem das Geräusch ausgegangen ist und war überrascht, als ich Hicks fand. Im ersten Moment war ich verwirrt, im zweiten Moment wurde ich noch wütender als zuvor, weil ich ihn anders als die anderen eingeschätzt hatte. Ich wollte ihm eigentlich eine runterhauen, habe aber innegehalten, als ich die Angst in seinem Blick sah. Es war die Angst, dass er etwas falsch gemacht hatte. Es war dieser panische Blick, der mir klar machte, dass Hicks überhaupt nichts Falsches gemacht hatte. Später erzählte er mir, dass er sich ebenfalls an den See zurückgezogen hatte, um seine Ruhe zu haben“, erklärte die junge Kriegerin. „Verstehe, und weil du Hicks so süß gefunden hast, hast du gleich mit ihm geschlafen“, meinte Raffnuss trocken. „So ein Blödsinn. Ich war in diesem Moment, als ich Hicks sah, genauso erschrocken wie er. Es hat etwas gedauert, bis wir beide realisiert hatten, was eigentlich los war. Nachdem ich meinen anfänglichen Zorn überwunden hatte half ich ihm auf die Füße. Er bat mich darum, ihm nicht wehzutun. Es dauerte etwas, bis ich realisiert hatte, um was er bat. Ich war entsetzt. Ich wusste ja, dass der arme Hicks nicht sonderlich beliebt war, aber dass er solche Angst vor Bestrafung hatte, schockierte mich doch sehr. Ich zog mir schnell mein Wams über und versuchte ihn zu beruhigen“, fuhr Valeska mit ihrer Erklärung fort. Raffnuss nickte verstehend und rutschte unruhig auf ihrem Stuhl herum, gespannt was jetzt kommen würde.


Valeska dachte lächelnd einen Moment nach und erinnerte sich wie süß und verlegen Hicks war, als er sie so gesehen hatte. Raffnuss ließ ihr die Zeit. „Ich habe mich eine ganze Weile nett mit Hicks unterhalten. Ich fand es richtig süß, dass er mich immer wieder verstohlen und auch ein wenig fasziniert von der Seite ansah. Ich konnte irgendwann einfach nicht mehr widerstehen und beschloss ihn ein wenig aufzuziehen und fragte ihn, ob ich die erste Frau sei, die er nackt gesehen habe. Es war schon richtig niedlich, dass Hicks einen hochroten Kopf bekam und unsicher herumdruckste. Als er aufstehen und gehen wollte, habe ich ihn zurückgehalten und um Verzeihung gebeten. Ich wusste nicht warum, aber ich wollte nicht das er geht. Es war schön und angenehm sich mit ihm zu unterhalten. Und es war auch irgendwie schmeichelhaft, dass Hicks mich immer wieder angeschaut hatte. Ich war glücklich, dass er meine Entschuldigung angenommen hatte und blieb. Wir haben uns noch eine ganze Weile nett unterhalten. Ich habe Hicks nach einigen Tipps gefragt, wie ich meine Messer und Dolche am besten scharf halte. Er hat mir da noch richtig was beigebracht. Irgendwie haben sich unserer Blicke getroffen und ich habe mich in seinen wunderschönen grünen Augen verloren. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte mit einem Mal den Drang ihn zu küssen, was ich auch tat“, erklärte die Junge Kriegerin. Wieder hatte sie dieses vielsagende Lächeln auf den Lippen. „Okay, und wie war’s?“, fragte Raffnuss mit einer Mischung aus Neugier und Eifersucht. „Es war wunderschön. Hicks war im ersten Moment genauso erstaunt wie ich. Es war ja nicht von mir geplant. Er stotterte, genau wie ich, ein wenig herum. Dann machte Hicks etwas das mich erstaunte. Er küsste mich. Sanft und unbeholfen, aber es fühlte sich gut und richtig an. Wir umarmten uns, aber ich wollte mehr. Ich schob Hicks sanft von mir weg und zog mein Wams aus, wieder wurde er rot und wusste nicht, wo er hinschauen sollte. Beruhigend habe ich auf ihn eingeredet und vorsichtig seine Hände über meinen Körper geführt. Es dauerte etwas, bis er mutiger wurde und von sich aus agierte, ich genoss es. Seine Brührungen waren so anders als die von Magnus. Hicks war sanfter, zurückhaltender, zärtlicher. Ich hätte seine sanften Gesten den ganzen Tag genießen können, aber ich wollte auch ihm etwas Gutes tun. Vorsichtig habe ich ihm seine Fellweste abgestreift und ihm aus seinem Wams geholfen. Seine anfängliche Unsicherheit verflog zu meiner Überraschung recht schnell und wir haben uns gegenseitig verwöhnt und liebkost, aber ich wollte mehr und das habe ich ihn auch vorsichtig spüren lassen. Ich half Hicks aus seiner Hose und war überrascht was er zu bieten hatte. Für einen kurzen Augenblick verlor ich den Mut, aber Hicks‘ Blick und seine sanften Berührungen wischte alle Zweifel in mir hinfort. Ich gab mich ihm hin, auch wenn das alles neu für ihn und auch für mich war. Ich werde diesen kurzen Schmerz niemals vergessen, als er mir die Unschuld nahm“, sprach Valeska, in Nostalgie schwelgend. „Moment, soll das heißen, du hast nie mit Magnus geschlafen und Hicks hat dir die Unschuld genommen?“, kam es völlig perplex von Raffnuss. „Du hast es erfasst meine liebe Raffnuss. Hicks machte mich zur Frau und ich ihn zum Mann“, antwortete die Rothaarige glücklich. „Das ist unfassbar“, meinte das blonde Mädchen. „Was dich sicher noch mehr überraschen wird, es ist nicht bei diesem einen Mal geblieben. Wir haben uns öfters im Talkessel getroffen“, erwiderte Valeska. „Wie bitte?!? Das wird ja immer besser! Hattest du keine Angst, dass du da eventuell etwas Unerwartetes zurückbehalten könntest?“, fragte Raffnuss entsetzt. Ihr Gegenüber legte die Hand auf den Bauch und sprach: „Wenn etwas passiert wäre, dann würde ich jetzt voller Stolz sein Kind unter dem Herzen tragen.“  


Raffnuss war schockiert. Sie musste die erhaltenen Informationen erstmal verdauen. Auf der einen Seite wollte sie Valeska ans Leder, auf der anderen Seite war sie dankbar. „Und du hättest wirklich das Kind von Hicks ausgetragen, wenn du schwanger geworden wärst?“, fragte die Schildmaid. „Ja, dass hätte ich. Mit allen Konsequenzen!“, antwortete die junge Kriegerin. „Am liebsten würde ich dich töten! Aber ich muss eingestehen, dass es ja meine eigene Schuld ist, dass er mit dir geschlafen hat. Ich hätte ihm meine Gefühle ja offenbaren können“, sagte Raffnuss, die zum Ende immer leiser geworden war. „Ich habe dir meine Geschichte erzählt, jetzt erzählst du mir deine! Wie und wann hast du dich in Hicks verliebt?“, fragte Valeska geradeheraus. „Wie, was, warum?“, stammelte das blonde Mädchen verunsichert. „Hast du etwa erwartet, dass ich dir mein intimstes Geheimnis anvertraue und dich dann einfach so mit dem Wissen hier heraus marschieren lassen? Dann hast du dich aber geschnitten meine liebe Raffnuss, also, dann erzähl mal“, forderte die Rothaarige grinsend. „Nun, also ich weiß das gar nicht mehr so genau und wirklich spannend ist es eigentlich auch nicht“, druckste Raffnuss herum. „Hey Fräulein Torston, so billig kommst du mir nicht weg! Los jetzt, rede!“, erwiderte Valeska lachend. Die Schildmaid überlegte kurz bevor sie zu erzählen begann: „Also das muss jetzt ungefähr 2 Jahre her sein. Unsere Eltern, waren zusammen mit Haudrauf und den anderen Wikingern, zu einer weiteren Expedition aufgebrochen, um das Drachennest zu finden. Wir waren also wieder allein zu Hause und haben nur Blödsinn gemacht, wie üblich. Das Ganze ging auch nur ein paar Tage gut, denn ich kam auf die unheimlich dumme Idee Mutters Lieblingsdolch mit in den Wald zu nehmen. Beim Schnitzen ist er mir, mit der Spitze voran auf einen Felsen gefallen. Ich brauche dir nicht zu erklären, dass die Spitze hinüber war. Taffnuss fand die Situation saukomisch, aber ich war völlig in Panik. Ich wusste, dass meine Mutter mich umbringen würde, wenn sie den Schaden am Dolch entdecken würde. Ich habe vor lauter Angst 2 Nächte nicht geschlafen und dass mein Bruder mir den Dolch bei jeder Gelegenheit aufs Brot schmierte, trug nicht zu meiner Erleichterung bei. Irgendwann kam mir die rettende Idee. Mir war klar, dass Hicks der Einzige war, der mir helfen konnte. Grobian hätte meiner Mutter sofort von dem Dolch erzählt. Also habe ich Hicks nach dem Abendessen abgefangen, als er auf dem Heimweg war. Ich habe ihm mein Problem geschildert, aber er hat mich einfach stehen gelassen.“ „Nanu, das ist aber ungewöhnlich für Hicks. Wie kam es dazu?“, fragte Valeska sichtlich verwirrt. Sie wusste, dasa Hicks immer hilfsbereit war. „Er hat es mir wohl übelgenommen, das Taffnuss und ich ihm, einen Tag vorher, einen ziemlich üblen Streich gespielt haben“, antwortete Raffnuss und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Das ist natürlich suboptimal, dass du ihn vorher verärgert hast. Wie ging die Geschichte weiter? Er hat dir doch geholfen, nehme ich an?“, fragte die Rothaarige. „Ich habe 3 Tage lang bei Hicks die Klinke geputzt und immer wieder nur ein nein von ihm zu hören bekommen. Ich war so verzweifelt, das ich angefangen habe zu weinen. Ich habe mich völlig schwach und hilflos gefühlt. Scheinbar habe ich damit doch seine gute Seele anstoßen können. Er hat zumindest gefragt, was mein Problem wäre. Ich habe Hicks die Sache erklärt und ihm den Dolch gegeben.  Er hat ihn sich angeschaut und gesagt, dass er sich darum kümmert. Danach verschwand er und hat mich ohne ein weiteres Wort stehen gelassen“, sprach die Blonde. „Er hat dir also geholfen. Etwas anderes hätte ich auch nicht von ihm erwartet“, entgegnete die Kriegerin. „Schon am nächsten Morgen, hat Hicks mir den ausgebesserten Dolch zurückgegeben. Er hat sich wohl die Nacht damit um die Ohren geschlagen. Ich war ihm so dankbar und habe ihn gefragt, ob ich ihm was Gutes tun kann, um ihn zu belohnen, aber er hat abgelehnt und gesagt, dass es gut sei. Aber ich habe nicht lockergelassen. Ich wollte Hicks meine Dankbarkeit zeigen, was sich als schwierig herausstellte“, sagte Raffnuss. „Inwiefern schwierig?“, wollte Valeska wissen. „Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich rein gar nichts über Hicks wusste. Er war halt einfach immer da und ich habe ihn nie wirklich beachtet. Geschweige denn mich dafür interessiert was er mag und was nicht. Ich kam mir mit plötzlich dumm und oberflächlich vor, also habe ich Fischbein gefragt, ob er weiß woran Hicks seinen Spaß haben könnte, aber er konnte mir nicht weiterhelfen. Keiner konnte das. Und ich hatte zudem noch ein anderes Problem und das hieß Taffnuss. Ich musste meinen Bruder irgendwie loswerden, damit ich Zeit hatte mir etwas für Hicks zu überlegen“, erklärte die Rekrutin.


Valeska dachte über das Gehörte nach, besonders der letzte Teil stimmte sie traurig, denn sie fand sich selbst und das ganze Dorf darin wieder. „Wie ging es nun weiter?“, fragte sie nach einer unangenehmen Stille. „Ich habe mir über einige Tage den Kopf zerbrochen und mich irgendwie meines Bruders entledigt. Ich bin zu Hicks und habe gefragt, ob er etwas mit mir spazieren gehen wolle, aber er lehnte ab. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich mit einem einfachen Nein zufriedengeben würde. Ich begann ihn zu nerven, bis er schließlich einwilligte. Wir sind eine Weile durch den Wald spaziert und haben uns unterhalten, das heißt, eigentlich habe ich Hicks zugetextet. Er schwieg oder antwortete immer nur einsilbig. Es war ihm wohl unangenehm mit mir unterwegs zu sein und ich konnte es ihm nicht verübeln. Irgendwann wurde es mir zu viel. Ich habe ihm tief in die Augen geschaut und ihn für all die Streiche und Gemeinheiten, die ich ihm angetan hatte, um Verzeihung gebeten. Das hatte Hicks wohl nicht erwartet. Zumindest sagte das, sein überraschter Blick. Ich versprach, in Zukunft nett zu ihm zu sein und nicht mehr bei den Hänseleien der anderen mitzumachen. Er schenkte mir sein freundliches, warmes Lächeln, was mir nie an ihm aufgefallen war. Mein Herz setzte einen Schlag aus und ich verlor mich in seinen unergründlichen grünen Augen und wusste tief in meinem Inneren, dass er der Richtige ist“, erklärte Raffnuss. Valeska schmunzelte leichte. „Danke, dass du so ehrlich zu mir warst. Komm, wir sollten uns langsam zum Abendessen aufmachen, bevor man uns alles wegfrisst“, sagte die Rothaarige und erhob sich. Die Blonde folgte ihr zur Tür, hielt sie aber kurz vorher auf. „Warte Valeska. Ich danke dir für dein Vertrauen und deine Ehrlichkeit. Kann ich dir noch ein Geheimnis anvertrauen?“, fragte Raffnuss unsicher. „Aber natürlich“, antwortete die Gefragte. „Also, ich war vorhin auf dem Schießplatz nicht ganz ehrlich zu dir“, begann das Mädchen. „Das heißt?“, wollte Valeska wissen. In ihrer Stimme schwang Enttäuschung und Wut mit. „Was ich dir jetzt sage, darf wirklich niemand erfahren! Ich bin nicht im Wald eingeschlafen. Ich wurde verschleppt von einem Drachen, aber das ist nicht das Wesentliche. Viel wichtiger war, wer auf dem Rücken des Drachen saß. Es war Hicks. Er lebt“, antwortete Raffnuss. Valeskas Augen weiteten sich vor Erstaunen. Ihr Zorn verrauchte und sie begann zu lachen. „Raffnuss der Witz war zwar recht makaber, aber gut“, sagte die Rothaarige prustend. „Ich wusste das du mir nicht glauben würdest. Hier, ist das Beweis genug?“, erwiderte die Blonde und reichte der Kriegerin den Ärmel von Hicks Wams. Valeska nahm das Stück Stoff in die Hand und roch daran. Sie konnte den unverkennbaren Duft von Hicks deutlich wahrnehmen. „Er lebt? Wie ist das möglich?“, fragte Valeska völlig verwirrt. „Du wirst es nicht glauben, aber die Drachen haben Hicks bei sich aufgenommen. Er lebt unter ihnen“, antwortete Raffnuss. „Okay, wir gehen jetzt zuerst Abendessen. Morgen nach dem Drachentraining, kommst du umgehend zu mir und erklärst mir das, das interessiert mich doch sehr. Vor allem, warum Hicks nicht zurück nach Berk kommt“, entgegnete die Rothaarige und schob ihren Gast vor die Tür und in Richtung der großen Halle.  


Hicks kehrte aus dem Wald zurück zur Drachenhöhle. Er hatte über einiges nachgedacht und nun brannte ihm eine Frage unter den Nägeln und die würden seine Freunde ihm beantworten. „Hey Leute“, sagte der Junge, als er in die Haupthöhle kam. „Hicks, geht es dir gut? Wir haben uns Sorgen um dich gemacht“, rief Sturmpfeil und schloss den Menschen in ihre Arme. „Mir geht es gut. Ich habe nur etwas Zeit für mich gebraucht“, antwortete er und ließ sich bei den Drachen am Feuer nieder. „Zu welcher Erkenntnis bist du denn gekommen?“, fragte Hakenzahn. „Das du ein Irrtum der Natur bist, du Fossil“, antwortete Hicks lachend. „Du kleiner Drecksack, dafür rennst du morgen beim Training 2 Kilometer mehr“, erwiderte der riesenhafte Alptraum, musste aber auch lachen. Der Jüngling wurde ernst. „Was hat es mit dieser Prophezeiung auf sich, von der Eisenfang gesprochen hat? Er nannte mich den Auserwählten“, fragte Hicks. Die Drachen schauten sich kurz an und berieten sich. „Also Hicks, Drachen und Menschen waren nicht immer verfeindet. Vor mehr als 1000 Jahren, waren wir sogar Freunde und haben friedlich Seite an Seite gelebt, aber die Dummheit und Gier einiger Menschen und Drachen hat das empfindliche Gleichgewicht zerstört. Es gab viel Leid und Unrecht auf beiden Seiten. Schließlich kam es zum Bruch zwischen unseren Völkern und schlussendlich sogar zum Krieg. Vor gut 800 Jahren soll ein alter weiser Drache eine Vision gehabt haben. Er sprach davon, dass einst ein Mensch mit reinem Herzen und klarem Blick kommen wird, der unseren Völkern den Frieden bringen wird“, erklärte Ohnezahn. „Das ist eine alte Legende. Wer glaubt schon, dass ein einziger popeliger Mensch in der Lage ist einen Krieg zu beenden, der schon über 900 Jahre andauert“, brummte Kotz etwas abfällig. Würg verpasste ihm deswegen eine Kopfnuss. „Hey, was soll das? Du weißt genau, dass ich recht habe!“, maulte Kotz sauer. „Du vergisst, dass in jeder Legende ein Körnchen Wahrheit steckt“, meldete sich Donnerschlag zu Wort. Der schreckliche Schrecken flog auf und landete auf Hicks‘ Schulter. Der Wikinger begann den kleinen Drachen unter dem Kinn zu kraulen. „Aber warum soll ausgerechnet ich der Auserwählte sein? Ist es möglich, dass Eisenfang, wegen den Schmerzen fantasiert hat?“, fragte der Mensch. „Die Möglichkeit besteht. Ich denke aber, dass er doch mehr zu wissen schien“, antwortete Sturmpfeil. „Wie kommst du darauf?“, wollte Hakenzahn wissen. Auch Hicks schaute sie fragend an. „Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich habe da etwas in seinem Blick gesehen. Es kam mir so vor, als würde er die Erkenntnis, dass Hicks der Auserwählte ist, direkt von Glayder persönlich erfahren haben“, antwortete die Nadderdame und schaute in die Runde. „Das kann natürlich sein. Ich habe schon öfter davon gehört, dass Sterbende eine letzte Erleuchtung haben, bevor sie ihre letzte Reise nach Vanagard antreten“, sagte Ohnezahn. „Das ist doch alles Mumpitz. Wenn Hicks der große Friedensbringer ist, warum hat er uns dann noch keinen Frieden gebracht. Nicht einmal die Menschen wollten ihn haben“, sprach Kotz genervt. „Warum bist du so auf Krawall gebürstet und warum reitest du auf einmal so auf Hicks herum? Er hat dir nichts getan!“, fauchte Würg wütend und verpasste seiner anderen Hälfte eine weitere Kopfnuss. „Außerdem könnte genau das dafürsprechen, dass Hicks der Auserwählte ist. Schaut euch doch an, was er in den Monaten alles über Drachen gelernt hat. Glaubst du wirklich, dass ein normaler Wikinger so lernfähig wäre?“, fragte Fleischklops. „Nein, ich denke nicht. Verzeih mir bitte meinen Ausbruch Hicks“, kam es kleinlaut von Kotz. „Alles gut. Ich kann das selbst nicht glauben“, erwiderte der Junge. „Und warum nicht?“, wollte Ohnezahn wissen. „Schau mich doch mal genau an Ohnezahn. Ich bin zwar dank eurer Mühe und eurem Training kräftiger und ausdauernder geworden, aber ein Held bin ich deswegen noch lange nicht. Ich bin ein Schwächling, ein Drachenzahnstocher, wie man in meinem Dorf sagen würde. Wie soll ich einen Krieg beenden, der schon so lange andauert?“, erwiderte Hicks mit feuchten Augen. Sturmpfeil schloss ihn in die Arme und drückte ihn sanft an sich. „Wer sagt, dass ein Held ein Muskelberg sein muss? Ich denke schon, dass Eisenfang recht hatte und du der Auserwählte bist. Immerhin hast du Raffnuss bekehren können. Du hast ihr gezeigt, dass wir Drachen keine Diebe und Mörder sind. Und damit hast du schon mehr erreicht als jeder von uns“, sprach das Drachenweibchen einfühlsam. „Sturmpfeil hat recht. Niemand von uns hätte sich nach Berk gewagt, um die Menschen dort zu bekehren, oder einfach nur mit ihnen zu sprechen. Als man dich geopfert hat, hatten wir Angst, dass du bloß ein Köder bist, um uns zu fangen“, sagte Ohnezahn. Die Augen des jungen Wikingers weiteten sich.


Hicks löste sich aus Sturmpfeils Umarmung und schaute seine Drachenfamilie ungläubig an. „Was ist los Hicks? Ohnezahn sagt die Wahrheit. Wir hatten tatsächlich Angst. Selbst Hakenzahn, unser John Flammbo für Arme, hatte Bammel“, sagt Fleischklops. „Aber warum? Jeder einzelne von euch, hätte mich doch spielend töten können. Bis auf Donnerschlag vielleicht“, entgegnete Hicks. „Wie gesagt, Menschen zu töten liegt eigentlich nicht in unserer Natur. Wir greifen eigentlich nur im Verteidigungsfall an, aber in der Regel, versuchen wir Menschen aus dem Weg zu gehen. Du bist die erste Ausnahme. Du bist einer von uns, kleiner Bruder“, sprach Ohnezahn und rieb seinen Kopf an dem jungen Wikinger. Hicks streichelte den Nachtschatten sanft, der sofort anfing zu gähnen. „Ich glaube ich werde mich aufs Ohr hauen“, sagte der schwarze Drache und gähnte erneut. „Du hast auch noch einiges an Schlaf nachzuholen, großer Bruder“, meinte Hicks liebevoll. Ohnezahn zog sich auf seinen Schlafplatz zurück. Donnerschlag flog von Hicks‘ Schulter ebenfalls auf seinen Platz, um sich zur Ruhe zu legen. „Komm Hicks, wir legen uns auch hin“, sagte Sturmpfeil. „Geh bitte schon vor, ich brauche noch ein klein wenig Zeit für mich“, erwiderte der Mensch. „Okay, aber lass mich nicht zu lange auf dich warten. Sonst komme ich und hole dich“, entgegnete der humanoide Nadder. „Ich werde gleich nachkommen“, versprach Hicks. Auch Fleischklops, Kotz und Würg verabschiedeten sich in die Nachtruhe. Nur Hakenzahn verweilte weiter am Feuer. Der riesenhafte Alptraum schaute seinen menschlichen Freund die ganze Zeit über an. „Was möchtest du wissen Hakenzahn?“, fragte Hicks unvermittelt. „Nun, es gibt da tatsächlich etwas, über das ich mit dir sprechen möchte“, begann der Drache. „Na dann schieß doch endlich los“, forderte Hicks sein Gegenüber auf. „Es geht um Sturmpfeil. Weißt du Hicks, weibliche Drachen sind 2-3 Mal im Jahr paarungsbereit, dass nennt man die Hitze. Nadder sind da keine Ausnahme. Allerdings setzt dieser Zyklus bei Naddern alle 4-6 Jahre aus und sie kommen nur 1 Mal in die Hitze, die dafür dann sehr viel stärker ausfällt. Bei Sturmpfeil ist das dieses Jahr der Fall. Sie wird in 1-2 Wochen ihre Hitze bekommen“, erklärte Hakenzahn. „Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz, was du mir damit sagen willst Hakenzahn“, erwiderte der Junger verwirrt. „Ganz einfach. Ich möchte, dass du Sturmpfeil in den nächsten 1-2 Wochen genau beobachtest, wenn sie sich dir gegenüber anders verhält, sag bitte Ohnezahn oder mir sofort Bescheid“, bat Hakenzahn. „Verstanden, wenn mir was auffällt, komme ich sofort zu dir, oder zu Ohnezahn. Aber auf was soll ich denn achten bzw. woran merke ich das sich Sturmpfeil merkwürdig verhält?“, fragte Hicks. „Nun ja, wenn sie zum Beispiel zudringlicher ist als sonst. Oder sie anfängt dir aus irgendeinem Grund, Geschenke zu machen“, antwortete der riesenhafte Alptraum. „Ach, weibliche Drachen machen ihren Partnern Geschenke?“, kam es neugierig vom Wikinger. „Ja, aber nur, wenn sie sich paaren wollen“, entgegnete Hakenzahn. „Apropos Paarung. Hast du denn schon näheren Kontakt zu einem menschlichen Weibchen gehabt?“, fuhr Hakenzahn fort. Der Gefragte lief rot an. „Nun….ähm….also“, stammelte Hicks und vergewisserte sich, dass Sturmpfeil wirklich außer Hörweite war. „Los, raus mit der Sprache, oder ich kitzle dich so lange durch, bis du es mir erzählst!“, forderte der Drache lachend, von seinem menschlichen Freud. Der Junge bekam einen hochroten Kopf und atmete einige Male tief durch, bevor er undeutlich nuschelte: „Ja, ich hatte schon Mal Sex.“ Und so erzählte Hicks seinem Freund Hakenzahn, die gleiche Geschichte, die Valeska wenige Stunden zuvor, Raffnuss erzählt hatte. „Wow, Hicks du alter Jagdhund. Das hätte ich dir nicht zugetraut“, sprach der riesenhafte Alptraum begeistert. „Stille Wasser sind tief“, erwiderte der Junge trocken. „Das stimmt. Wie sagt man so schön. Nicht nur zum Pinkeln lediglich, dient der Schippeldillerich“, entgegneten der humanoide Drache. „Und die holde Weiblichkeit, wittert dies und weiß Bescheid“, vervollständigte Hicks den Satz seines Freundes. „Wie ich sehe, kennst du den Spruch auch“, meinte der riesenhafte Alptraum. „Natürlich, das war das Erste was mir Grobian beigebracht hat“, antwortete Hicks. „Warum den Grobian? Das ist doch Schmied in Berk und dein Lehrmeister, oder nicht?“, fragte Hakenzahn überrascht. „Ja, da hast du Recht. Grobian hat mich aufgeklärt, da mein Vater der Meinung war, dass ich ohnehin nie eine Frau finden würde. Also brauchte ich in seinen Augen auch nicht aufgeklärt zu werden“, entgegnete der Jüngling. „Das war aber echt mies von deinem Vater“, bemerkte der Alptraum. „Tja, was will man machen. Es ist Vergangenheit und zählt nicht mehr. Wichtig ist, was die Zukunft für uns bereithält“, sprach Hicks. „Du bist sehr weise für dein Alter. Ich sehe in meiner nahen Zukunft meinen Schlafplatz. Lass Sturmpfeil nicht zu lange auf dich warten, sonst kommt sie dich wirklich holen. Gute Nacht Hicks“, erwiderte Hakenzahn. Gute Nacht Haki, bis Morgen beim Training“, entgegnete der Junge und begab sich zu Sturmpfeil. Was keiner der Beiden ahnte. Die Nadderdame hatte einen Teil des Gesprächs belauscht.


Als Hicks sich neben Sturmpfeil legte, schien die humanoide Drachendame bereits zu schlafen. Der Junge zuckte leicht zusammen, als das Nadderweibchen seine Arme um ihn legte. „Kommst du auch endlich?“, fragte sie mit einem neckischen Unterton. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht aufwecken“, erwiderte der Wikinger. „Du hast mich nicht aufgeweckt, ich habe auf dich gewartet. Du hast dich mit Hakenzahn also über meine Hitze unterhalten“, entgegnete Sturmpfeil. Hicks lief es kalt den Rücken runter. „Du hast gelauscht? Wie viel hast du mitbekommen?“, fragte Hicks panisch. „Nur, dass ihr euch über meine Hitze unterhalten habt.“, antwortete die Drachendame kichernd. Der Junge fühlte sich deutlich erleichtert, versuchte es aber zu überspielen. Er wollte sich nicht ausmalen, was Sturmpfeil machen würde, wenn sie herausfand, dass er mit Valeska geschlafen hatte. „Ein Sache Hicks. Es stimmt, ich erreiche in gut anderthalb Wochen den Höhepunkt meiner Hitze, aber du brauchst deswegen keine Angst vor mir zu haben. Ich habe meine Gefühle und meinen Trieb sehr gut im Griff. Ohnezahn und Hakenzahn übertreiben maßlos und machen sich da viel zu viele Sorgen“, sagt die Drachendame ernst, aber dennoch mit weichem Unterton. „Ich habe keine Angst vor dir. Warum sollte ich? Du bist meine Freundin und ich würde dir blind mein Leben anvertrauen“, erwiderte Hicks liebevoll. „Das weiß ich doch Hicks. Trotzdem finde ich es süß von dir, dass du es erwähnst“, erwiderte die Nadderdame lächelnd. „Was hältst du davon, wenn wir morgen nach dem Training, einen Ausflug zu einer anderen Insel machen? Nur du und ich. Ein schöner einsamer Strand, ein romantischer Sonnenuntergang und eine Nacht voller Leidenschaft, die nur uns gehört“, sprach Sturmpfeil, mit lüsternem Unterton. „Ahm… ähhh, findest du nicht, dass…. das……du vielleicht ein bisschen ü…..ü…..übertreibst?“, stammelte der Junge verlegen und mit aufsteigender Angst. Das Drachenweibchen begann leise zu lachen bevor sie sagte: „Reingefallen. Ich habe dich bloß ein wenig ärgern wollen Hicks. Aber nun sollten wir wirklich versuchen etwas zu schlafen. Dass Hakenzahn dich morgen beim Training 2 Kilometer mehr rennen lässt, meinte er ernst.“ „Ich weiß Sturmpfeil. Ich kenne ihn mittlerweile gut genug“, erwiderte der junge Wikinger. „Gute Nacht Hicks“, flüsterte Sturmpfeil leise. „Gute Nacht Sturmpfeil“, erwiderte der Jüngling sanft. „Sturmpfeil“, sagte Hicks leise. „Ja“, entgegnete die Nadderdame leise. Der Junge reckte ein wenig den Hals und hauchte Sturmpfeil sanft einen Kuss auf die Lippen, bevor er die Augen schloss. Das Drachenweibchen war froh, dass es bereits zu dunkel war, um den Rotstich in ihrem Gesicht zu erkennen. Sanft zog sie Hicks etwas enger an sich heran und tauchte langsam und glücklich ins Reich der Träume ein.


Der nächste Tag begann für Hicks unangenehm. Hakenzahn riss ihn anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang aus dem Schlaf. „Guten Morgen, du Wurm. Bereit für 12 Kilometer extrahart?“, fragte der riesenhafte Alptraum böse grinsend. Dem Jungen schwante böses und er behielt Recht mit seiner Vermutung. Hakenzahn ließ ihn nicht einfach nur 2 Kilometer mehr laufen, sondern er erweiterte die Übungen und quälte den Menschen bis aufs Blut. Ziemlich abgekämpft, ging es für Hicks bei Ohnezahn weiter. Der Nachtschatten war etwas humaner, forderte aber auch die Leistungsbereitschaft des Wikingers ein. Bei Sturmpfeil, Kotz und Würg war es nicht anders. Völlig fertig und ausgelaugt, ließ sich Hicks am Abend in die heiße Quelle fallen und wollte nach dem Bad nur noch schlafen. Der folgende Tag war etwas gemäßigter, da Sturmpfeil, Hakenzahn den Kopf gewaschen hatte. Der riesenhafte Alptraum versprach etwas dünner mit dem Training zu machen. Abends verfasste der Junge ein paar Zeilen für Raffnuss und schickte Donnerschlag damit zu ihr, um ein Treffen zu arrangieren. Die Antwort der Schildmaid folgte prompt, sehr zum Leidwesen der Nadderdame, die sich, aber bereit erklärte Hicks zu dem Treffen zu begleiten. Während des Treffens mit Raffnuss behielt der Wikinger, das Nadderweibchen genau im Auge. Die Drachendame verhielt sich ziemlich kaltschnäuzig und abweisend, dem Mädchen gegenüber. Hicks vermutete Eifersucht und ihre näherkommende Hitze dahinter. Nachdem sich die Schildmaid verabschiedet hatte und den Jungen kurz umarmte, knurrte Sturmpfeil besitzergreifend. Nachdem Raffnuss im Wald verschwunden war, stellte Hicks seine Drachenfreundin zu Rede. „Sag mal, was bei den Göttern war eigentlich los mit dir? So kenne ich dich gar nicht. Warum bist du so eifersüchtig auf Raffnuss?“, fragte er aufgebracht. „So ein Blödsinn. Ich bin doch nicht eifersüchtig! Und wegen Raffnuss schon gar nicht!!“, antwortete Sturmpfeil hitzig. „Oh doch, das bist du! Du schreist es geradezu heraus!“, fauchte der Wikinger aggressiv. „ICH BIN NICHT EIFERSÜCHTIG!“, brüllte die Nadderdame wütend. „WARUM VERHÄLST DU DICH DANN RAFFNUSS GEGENÜBER SO ABWEISEND?!?“, schmetterte der Mensch zurück. „WEIL DU MIT IHR GEFLIRTET HAST! DEINE AUGEN HABEN BÄNDE GESPROCHEN!“, schleuderte der Drache zurück. „Scheinbar hast du deine Gefühle wohl doch nicht so gut im Griff, wie du es noch vor 4 Tagen so vollmundig gesagt hast“, entgegnete Hicks nun etwas ruhiger. Sturmpfeils Pupillen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Ein Zeichen dafür, dass sie richtig wütend war. „Wie kannst du es wagen, so mit mir zu sprechen? Ist das nun der Dank dafür, dass wir dir dein Leben gerettet und dich bei uns aufgenommen haben? Wenn es dir nicht gefällt, wie ich mit Raffnuss umgehe, dann verschwinde doch zurück in das Dorf, dass dich verstoßen hat und lass dich von diesen Barbaren umbringen!“, zischte sie bedrohlich leise und ging ganz langsam, mit leicht aufgespannten Flügeln und aufgestellten Schwanzstacheln, auf den Wikinger zu. Hicks bekam es mit der Angst zu tun. Langsam wich er vor der Nadderdame zurück, bis er mit dem Rücken an einem Baum stand. Sturmpfeil knurrte drohend, witterte aber die Angst und sah die Panik in den Augen ihres Freundes. Sie schüttelte heftig den Kopf und ihre Wut verflog schlagartig. „Beim ewigen Drachen, was ist bloß in mich gefahren?“, fragte sich Sturmpfeil entsetzt über sich selbst und wechselt in ihre humanoide Gestalt. Sie sank weinend vor Hicks auf die Knie.


Hicks war mit der Situation total überfordert und schaute die weinende Sturmpfeil einen Moment lang an. Die Nadderdame wagte es nicht zu dem Jungen aufzuschauen und wiederholte immer nur, dass es ihr unendlich leidtat, was sie gesagt hat und getan hatte. Hicks Liebe zu Sturmpfeil, überwog die Furcht. Er schloss das humanoide Drachenweibchen in die Arme. „Shhhh Sturmpfeil, alles ist gut. Bitte beruhig dich“, sprach der junge Wikinger sanft. „Sei ehrlich zu mir, du hasst mich doch“, wimmerte der Nadder leise. „Nein Sturmpfeil, ich hasse dich nicht. Deine Hormone sind durchgegangen und deswegen warst du nicht Herrin deiner Sinne“, flüsterte der Mensch leise und einfühlsam. „Das sagst du jetzt nur, damit ich mich besser fühle. Du hasst mich. Ich weiß es “, kam es schmerzerfüllt von Sturmpfeil. „Das tue ich nicht. Du bist doch meine beste Freundin“, erwiderte der Jüngling. Aber es war wie verhext, egal was Hicks tat oder sagte, es war ihm nicht möglich, den Drachen zu beruhigen oder zu trösten. Dem Menschen kam eine letzte Idee. Sanft legte er seine Hand unter Sturmpfeils Kinn und hob ihren Kopf sanft an. Er schaute ihr tief in die Augen. „Sturmpfeil, ich liebe dich“, sprach Hicks leidenschaftlich und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen. Es dauerte, bis die Nadderdame begriff was passierte. Sie begann den Kuss zu erwidern, der alle schlechten Gefühle und die ganzen Zweifel wegwischte. „Du weißt gar nicht wie glücklich du mich gerade machst Hicks“, flüsterte Sturmpfeil mit Freudentränen in den Augen. Sie wechselte in ihre Drachenform und sprach: „Komm, lass uns Heim fliegen.“ Hicks stieg glücklich auf ihren Rücken.


Am nächsten Morgen erzählte Hicks seinem Freund Ohnezahn was geschehen war. „Ich hatte befürchtet, dass Sturmpfeil in Raffnuss eine Konkurrenz sieht. Auch wenn dir das jetzt vielleicht etwas schwerfällt, aber du solltest dich bis zum Ende von Sturmpfeils Hitze besser nicht mehr mit Raffnuss treffen. Das ist besser für die Beiden. Wenn Sturmpfeils Hitze noch weiter fortschreitet, könnte es sogar passieren, dass sie Raffnuss angreift und möglicherweise tötet“, sagte der Nachtschatten. Der Junge war von den Worten seines Drachenfreundes entsetzt und verfasste eilig einen Brief an das blonde Mädchen. Diesen übergab er an Donnerschlag, der eilends damit nach Berk flog. „Keine Bange Hicks, wenn die Hitze vorüber ist, wird Sturmpfeil wieder umgänglicher“, sprach Ohnezahn, der die Sorge im Gesicht seines Menschenfreundes sah. „Ich hoffe es“, erwiderte Hicks abwesend, bevor er mit Ohnezahn vor die Höhle ging und versuchte zu trainieren. Noch am selben Abend brachte Donnerschlag, das Antwortschreiben von Raffnuss. Das Mädchen war natürlich enttäuscht und verstand die ganze Aufregung nicht wirklich, da Hicks den Brief recht kryptisch geschrieben hatte, aber sie versprach sich zurückzuhalten.


Die folgenden 3 Tage, verliefen für Hicks recht monoton. Einzig und allein ein Rundflug mit Ohnezahn sorgte, für eine sehr willkommene Abwechslung. Der Mensch und der Nachtschatten genossen die gemeinsame Zeit. Rege tauschten sich die Beiden aus. Hicks sagte seinem Freund, dass er endlich den Mut gefunden hatte, Sturmpfeil seine Liebe zu gestehen. Ohnezahn beglückwünschte ihn, verfluchte aber den Zeitpunkt, den der junge Wikinger gewählt hatte. Der Nachtschatten schicke ein stilles Gebet an den ewigen Drachen und bat um seinen Segen und darum, dass Hicks und Sturmpfeil glücklich würden. Er kannte die dunkle Vergangenheit der Nadderdame und freute sich für sie, dass die nach 10 Jahren, endlich wieder etwas Glück gefunden hatte. „Komm wir landen auf der Insel da vorne“, sagte Ohnezahn mit einem Mal. „Von mir aus gerne“, erwiderte Hicks. Kaum dass der Drache gelandet und der Mensch von seinem Rücken gestiegen war, wechselte er in seine humanoide Form und streckte sich ausgiebig. „Was gibt es hier denn so Interessantes?“, fragte der Junge, nachdem er sich ebenfalls gestreckt hatte. „Als du heute Morgen mit Hakenzahn zum Training aufgebrochen bist, habe ich unseren Bestand an Gewürzen geprüft und festgestellt, dass wir nicht mehr viel haben. Deswegen bin ich mit dir hier hergeflogen“, antwortete der schwarze Drache und grinste unschuldig. „Aha, daher weht der Wind. Kein Ausflug zur Entspannung, sondern zur Auffrischung der Vorräte“, erwiderte Hicks lachend. „Nein, ich habe lediglich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden“, flunkerte Ohnezahn schelmisch. „Wer es glaubt, wird selig. Na gut, dann schauen wir mal, was es hier gibt“, meinte der Wikinger kopfschüttelnd. Tatsächlich gab es reichlich Kräuter auf der Insel. Bis zum frühen Abend, verbrachten die beiden Freunde mit dem Sammeln. „Komm wir fliegen zurück, sonst wird Sturmpfeil bestimmt sauer, weil du solange weg bist“, sagte der Nachtschatten mit einem Mal. „Ich glaube, da hast du Recht“, erwiderte der Junge mit einem Blick zum Stand der Sonne. Ohnezahn wechselte in seine Drachenform und ließ seinen Freund aufsteigen. Während des gesamten Rückfluges scherzten die Beiden miteinander und lachten viel. Das änderte sich, als sie kurz nach Sonnenuntergang die Höhle erreichten.


Sturmpfeil schaute Ohnezahn und Hicks wütend an. „Wo habt ihr euch rumgetrieben?“, fragte sie knapp und mürrisch. „Wir waren Kräuter sammeln. Ohnezahn hat heute Morgen die Bestände geprüft und festgestellt, dass wir nicht mehr viel haben“, antwortete Hicks. „Und da seid ihr einfach allein aufgebrochen?“, wollte die Drachendame wissen. „Ja das sind wir. Wir haben uns einen schönen Nachmittag unter Männern gemacht“, sagte Ohnezahn trocken. „Soso einen schönen Nachmittag unter Männern. Und dass ich hier halb krank vor Sorge um euch bin, ist egal, oder was?“, fauchte der Nadder. „Ich habe mir halt nichts dabei gedacht, außerdem war Hicks doch absolut sicher bei mir“, entgegnete der Nachtschatten. Sturmpfeil setzte mit einem bissigen Kommentar nach. Langsam schaukelte sich die Diskussion zu einem handfesten Streit hoch. Hicks stand im wahrsten Sinne des Wortes, zwischen den beiden streitenden Drachen. „Schluss jetzt!“, brüllte er, als es ihm zu viel wurde. „Aber Hicks“, meinte Sturmpfeil. „Spar dir dein, aber Hicks. Du tust gerade so, als sei Ohnezahn ein absoluter Vollidiot! Ich habe die Zeit mit ihm sehr genossen. Es war eine schöne Abwechslung zum Alltagstrott. Es hat mir auch sehr gutgetan, aus der Höhle rauszukommen, ohne mich gleich in irgendwelche Trainingseinheiten zu stürzen“, sprach Hicks sauer. „Okay, das verstehe ich ja, aber warum habt ihr mich hiergelassen?“, fragte das Drachenweibchen nun kleinlaut. „Weil Ohnezahn und ich Zeit gemeinsam verbringen wollten“, antwortete der Junge aufgebracht. „Gut, dann könnt ihr ja jetzt noch mehr Zeit miteinander verbringen! Gute Nacht!“, fauchte Sturmpfeil sauer und stampfte eingeschnappt zu ihrem Nachtlager. „Die Hitze“, sagten Hicks und Ohnezahn gleichzeitig und fingen an zu lachen. „Dann schläfst du halt heute Nacht bei mir. Aber lass bloß die Finger bei dir!“, witzelte der Nachtschatten und führte seinen Freund zum Nachtlager.


Am nächsten Morgen entschuldigte sich Sturmpfeil wegen ihrem Verhalten bei Hicks und Ohnezahn. Die Beiden winkten ab und sagte im O-Ton, dass es schon in Ordnung sei. Die Nadderdame war dankbar für das Verständnis ihrer Freunde. Beim Training bemerkte Hicks wieder eine Auswirkung der Hitze bei Sturmpfeil. Sie zeigte ihm einige Entspannungsübungen. Als der Junge eine der Figur falsch machte, korrigierte das Drachenweibchen den Fehler. Sie positionierte sich hinter Hicks und führte vorsichtig seine Arme in die richtige Stellung. Dabei näherten sich die Gesichter der Beiden dicht an. Der Mensch konnte deutlich den warmen Atem der Drachendame auf seiner Haut spüren. Auch wenn es unpassend war, genoss der Junge diese Nähe und ohrfeigte sich, weil er Sturmpfeil nicht sanft zurückwies. Mit zunehmender Hitze häuften sich diese kleinen, vermeintlich harmlosen Zwischenfälle. Hicks stellte Sturmpfeil erst zur Rede, als sie sich mit leicht gerafftem Kleid so vor ihm bückte, dass er deutlich ihre Weiblichkeit sehen konnte. Sie entschuldigte sich für diesen klaren Anmachversuch und bat darum, der Hicks das Ganze für sich behielt. Sturmpfeil hatte Angst, dass Ohnezahn, sie bis zum Ende der Hitze, wegschicken würde. Der Jüngling versprach, das ganze für sich zu behalten. Dankbar küsste Sturmpfeil ihren geliebten Hicks dafür und versprach, die Anzüglichkeiten zu unterlassen. Leider blieb das Versprechen leer. Immer wieder kam es zu diesen kleinen, freizügigen Zwischenfällen. Der Junge betete, dass die Hitze schnell abklang.  


Hicks erwachte früh an einem trainingsfreien Morgen, weil er etwas Ungewöhnliches spürte. Er schaute an sich herunter und sah, dass Sturmpfeil ihm die nackte Bauchdecke kraulte. Der Junge wandte sich um und sah, dass die Nadderdame tief und fest schlief. Vorsichtig weckte er sie. „Guten Morgen Sturmpfeil“, sagte Hicks sanft. Verschlafen öffnete Sturmpfeil die Augen. „Guten Morgen Liebster“, hauchte sie und drückte den Jungen etwas fester an sich. Sie begann ihm über den Rücken zu streicheln, was der Mensch genoss. Leider blieb es nicht dabei. Die Hände der Drachendame wanderten an Hicks‘ Rücken herab. Der Junge keuchte erschrocken auf, als er spürte, dass Sturmpfeils Hand, in seine Hose gelangte und seinen blanken Hintern liebkoste. „Sturmpfeil, lass das bitte! Ich will das nicht!“, sagte er fest und bestimmt. „Oh entschuldige bitte“, antwortete das Nadderweibchen und sprang abrupt auf und verließ die Höhle, ohne einen Blick zurück zu werfen. Ein sehr verwirrter Hicks schaute hinterher und rechnete. Innerlich jubelte der Junge, da die Drachendame den Höhepunkt ihrer Hitze erreicht hatte und schon morgen wieder alles normal sein würde.


Sturmpfeil stand schwer atmend vor der Höhle. Sie wollte Hicks, sie wollte ihn sofort. Ihr Körper schrie nach seinen Berührungen. Verzweifelt schüttelte der Drache den Kopf. „Ich bin stärker als der Trieb!“, sagte sie zu sich und schwang sich in die Luft und flog über das Meer hinaus. In einem steilen Sturzflug ließ sich die Nadderdame in das kalte Wasser des Atlantiks fallen, in der Hoffnung, dass das Wasser ihr brennendes Verlangen herunter kühlte. Diesen Vorgang wiederholte Sturmpfeil mehrerer Male und es verschaffte ihr etwas Linderung. „Nur noch dieser eine Tag, dann ist es überstanden. Bleib stark Sturmpfeil!“, sagte sie erneut zu sich, als sie zur Höhle zurückkehrte. „Guten Morgen Sturmpfeil“, grüßten Ohnezahn und Hakenzahn gleichzeitig. „Morgen Jungs, wohin geht’s“, erwiderte sie etwas zerstreut. „Wir wollen einige Fische fangen. Fleischklops, ist vor einigen Minuten zu einer anderen Insel aufgebrochen. Donnerschlag ist auf Spionageflug in Berk und Kotz und Würg haben sich auch nach irgendwohin verkrümelt“, sprach der riesenhafte Alptraum gelangweilt. „Sag mal Sturmpfeil, geht es dir nicht gut?“, fragte der Nachtschatten besorgt, als der dem Drachenweibchen ins Gesicht schaute. „Doch, doch mir geht es bestens. Ich wünsche euch viel Erfolg beim Fischfang“, antwortete Sturmpfeil lächelnd. Das kalte Bad im Meer hatte zur Folge, dass die Ausschüttung von Duftstoffen, bei dem Drachenweibchen, etwas gehemmt war, daher nahmen weder Ohnezahn noch Hakenzahn die drohende Gefahr war.


Sturmpfeil betrat die Höhle mit gemischten Gefühlen. Sie fand Hicks in der Haupthöhle, der gerade damit beschäftig war, die Kräuter vom Vortag zu bündeln und zum Trocknen vorzubereiten. Eine Weile sah die Nadderdame dem Jungen zu, ohne, dass er sie bemerkte. Je länger sie ihn beobachtete, desto größer wurde ihr Verlangen. Sturmpfeil merkte, dass ihr Herzschlag und ihre Atmung schneller wurden. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Blut sich aufheizte und zu kochen begann. Ihre Hand wanderte kurz zwischen ihre Beine. Sie spürte es deutlich, ihr Körper stand in Flammen. Langsam näherte sich das Drachenweibchen, dem Menschen. „Hicks“, hauchte Sturmpfeil lüstern. Der Angesprochene drehte den Kopf. „Hallo Sturmpfeil“, erwiderte der Wikinger freundlich. „Ähm…möchtest du dir nicht vielleicht etwas überziehen?“, fragte Hicks, da Sturmpfeil nach ihrer abrupten Flucht, immer noch nackt war. „Warum? Gefällt dir nicht was du siehst?“, erwiderte sie grinsend und zog den Jungen auf die Beine, um ihn in eine Umarmung zu ziehen. „Ist alles in Ordnung mit dir?“, wollte der Gefragte wissen, weil die Nadderdame ihm wieder über den Hintern streichelte. „Es ging mir nie besser Liebster“, hauchte sie und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Mit einem kräftigen Ruck befreite sich Hicks aus seiner unangenehmen Lage. „Was hast du mein Geliebter?“, wollte das Drachenweibchen wissen und klang gespielt verletzt. „Sturmpfeil, deine Hormone gehen schon wieder mit dir durch“, antwortete der Junge ängstlich. „Mein geliebter Hicks, du brauchst keine Angst zu haben. Ich möchte dir etwas Gutes tun. Es wird dir bestimmt gefallen“, entgegnete Sturmpfeil und fixierte den Jungen mit ihrem Blick. Ihre Pupillen waren zu schmalen Schlitzen verengt. Wie ein Raubtier, schlich sich das Drachenweibchen an ihren menschlichen Freund heran, der panisch nach einem Fluchtweg suchte. Sturmpfeil sprang nach vorne, um Hicks zu packen und zu umarmen, aber der Winiger wich in letzter Sekunde aus und rannte. Leider gelang ihm die Flucht nicht. Die Nadderdame erwischte den Jungen und brachte ihn zum gemeinsamen Schlafbereich. Etwas unsanft legte sie den Menschen auf dem gemeinsamen Nachtlager ab.


Hicks lag auf dem Rücken und wand sich unter Sturmpfeil, die auf ihm saß und langsam sein Wams nach oben schob. Mit den Händen versuchte er verzweifelt die Drachendame wegzuschieben. Sie unterband dieses Unterfangen, indem sie ihn an den Händen festhielt. „Warum wehrst du dich so?“, fragte Sturmpfeil gespielt verletzt und tat so, als würde sie sich mit der freien Hand eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. „Sturmpfeil, du bist nicht du selbst. Versuche gegen den Drang anzukämpfen. Bitte“, flehte Hicks panisch. Das Nadderweibchen überging die Bitte und hauchte dem Jungen sanft einen Kuss auf den nackten Bauch. Ganz langsam und genüsslich arbeitete Sturmpfeil sich nach oben. „Bitte hör auf, das willst du doch gar nicht Sturmpfeil“, winselte der Wikinger ängstlich. Die Nadderdame hielt inne und schaute dem Jungen tief in die Augen. „Stopp, hör auf, du machst deinem Liebsten Angst“, mahnte ihr Verstand und der Junge konnte sehen, dass sich der Drache scheinbar im inneren Kampf befand.


Zur selben Zeit, ein Stück weit über dem Atlantik, flogen Hakenzahn und Ohnezahn und hielten nach Fischschwärmen Ausschau. „Ohnezahn, ist alles klar bei dir?“, fragte der riesenhafte Alptraum laut. „Wie, was ist los?“, fragte der Nachtschatten konfus. „Dich beschäftig doch etwas, das sehe ich dir an. Ich habe nämlich schon 5 Mal gesagt, dass da unten ein Schwarm Lachse ist“, antwortete Hakenzahn. „Ja in der Tat, mich beschäftigt wirklich etwas“, erwiderte Ohnezahn. „Ich rate einfach ins Blaue. Es ist Sturmpfeil“, entgegnete der große Drache. „Du hast Recht. Sturmpfeil kam mir vorhin etwas merkwürdig vor“, gestand der Nachtschatten seinem Freund. „Gut, dann fliegen wir zurück, Fische würden wir in deinem jetzigen Zustand, ohnehin keine fangen. Du eierst hier durch die Luft wie Narrengold“, sprach Hakenzahn und drehte auf Heimatkurs ab. Ohnezahn folgte ihm schweigend und weiterhin grübelnd. Der riesenhafte Alptraum beschleunigte auf Höchstgeschwindigkeit, denn auch er hatte ein ungutes Gefühl in der Magengrube.


Der Rückflug zur Höhle dauerte nur wenige Minuten. Nicht sonderlich elegant, setzten Ohnezahn und Hakenzahn zur Landung an. Sofort wechselte der Nachtschatten in seine humanoide Form, bat den riesenhaften Alptraum, aber in seiner Drachenform zu bleiben. Hakenzahn nickte. Gemeinsam betraten die Beiden die Höhle. „HILFE!“, drang der panische Schrei von Hicks an ihre Ohren. Der Nachtschatten rannte wie besengt durch die Höhle, um seinen menschlichen Freund zu retten. Der riesenhafte Alptraum war dabei dicht hinter ihm. Als Ohnezahn Sturmpfeils Schlafbereich erreichte, leckte sie dem Jungen über den Hals. „Tut mir leid Sturmpfeil“, sagte der Nachtschatten und schlug mit der Faust zu. Die Nadderdame flog benommen von Hicks herunter. „Lauf Hicks, Hakenzahn wartet auf dich! Schau nicht zurück!“, brüllte der schwarze Drachen und hielt die Nadderdame, die sich von dem Schlag bereits erholt hatte, in Schach. Der junge Wikinger lief, so schnell ihn seine Beine trugen. Hinter sich hörte er den schmerzerfüllten Aufschrei seines Freundes und einige wüste Beschimpfungen von Sturmpfeil. „Los spring auf!“, sagte Hakenzahn hektisch und senkte den Kopf. Ohne groß nachzudenken, sprang der Junge auf den Nacken seine Drachenfreundes, der sofort losrannte. Auf dem Weg aus der Höhle, brüllte der riesenhafte Alptraum plötzlich wütend auf und wurde etwas langsamer. „AHHH verdammte“, fluchte er. „Was hast du Hakenzahn?“, fragte Hicks besorgt. „Sturmpfeil hat mich mit ihren Schwanzstacheln getroffen“, antwortete der Drache mit zusammengebissenen Zähnen. Der Junge wagte einen Blick zurück und sah, dass die Nadderdame sie verfolgte und langsam näherkam. „Ich wusste gar nicht, dass Sturmpfeil in ihrer humanoiden Gestalt, so schnell rennen kann“, sagte der Mensch besorgt. „Keine Angst, wir schaffen das“, erwiderte der riesenhafte Alptraum zuversichtlich, denn er hörte Sturmpfeil hinter sich aufschreien. Als der Drache aus der Höhle kam, warf er sich in die Luft und gewann mit kräftigen Flügelschlägen schnell an Höhe. „Wo fliegen wir hin?“, fragte Hicks besorgt. „Wir bringen möglichst viel Distanz, zwischen dich und Sturmpfeil“, antwortete Hakenzahn angestrengt. Der Junge wunderte sich, dass sein Freund so abgekämpft war und suchte ihn oberflächlich nach Verletzungen ab. Er entdeckte einen von Sturmpfeils Schwanzstacheln im Oberschenkel. „Wie oft hat sie dich getroffen?“, wollte der Wikinger wissen. „2 oder 3 Mal, zum Glück sind es nicht ihre vergifteten Stacheln gewesen“, erwiderte Hakenzahn und beschleunigte noch etwas mehr, auch wenn es ihm schwerfiel. Hicks‘ Sicherheit war seine oberste Priorität.    

   

Ich hoffe sehr das Kapitel hat euch gefallen, auch wenn es sehr lang war.
Über ein Review von euch würde ich mich riesig freuen.


Bis zum nächsten Mal

Euer Fuchs
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