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Wieder vereint

OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P12 Slash
Gabriella "Gabi" Hernandez Jackson "Sonny" Kiriakis Justin Kiriakis William "Will" Horton
29.01.2020
29.01.2020
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Hallo, ihr Lieben!

Dies ist meine erste eigene Story zu Days of our Lives. Nachdem jetzt endlich klar ist, dass Will unschuldig im Knast gelandet ist, war ich einfach zu ungeduldig, um zu warten, bis er auch endlich das Gefängnis verlassen kann. Wer weiß, was sich die DOOL-Autoren noch so alles ausgedacht haben; Evan könnte gefährlich für WilSon werden.
Aber wie dem auch sei, hier ist meine Version von Wills Freilassung. Ich weiß nicht genau, wann sie am besten passieren sollte, vielleicht ein paar Wochen nach der Folge, als Ciara Will im Knast besucht hat.

Es gibt keine Spoiler, zumindest keine beabsichtigten. Ich weiß nicht, ob etwas davon wirklich passieren wird. *g*


***


Wieder vereint



„Ich bin einfach ein Idiot“, sagte Sonny Kiriakis entschieden und ging im Salon der Kiriakis Mansion auf und ab.

„Was hab ich mir nur dabei gedacht?“

„Sonny! Jetzt hör auf mit dem Herumlaufen, du machst mich ja noch ganz kirre!“

Gabi Hernandez saß auf der Couch und beobachtete ihren Freund schon minutenlang dabei, wie dieser alle möglichen Schimpfwörter an sich selbst testete. Wenn sie ehrlich war, verstand sie nicht einmal Sonnys Problem.

„Will ist unschuldig, Sonny“, sprach sie ihre Gedanken nun doch aus. „Eigentlich solltest du dich freuen, immerhin ist dein Dad gerade dabei, ihn aus dem Knast zu holen.“

Sonny sah sie an.

„Gabi, ich habe ihn monatelang für den Mörder meiner Mom gehalten. Meinen eigenen Ehemann!“

„Alles sprach gegen ihn, Sonny“, versuchte Gabi ihn zu beruhigen. „Sogar er selbst hat daran geglaubt.“

Sonny setzte sich jetzt endlich neben Gabi. Er schloss die Augen, atmete tief durch und hoffte, dass er in der nächsten Sekunde noch leben würde.

„Ich habe mit Evan geschlafen.“

Etwas perplex war Gabi daraufhin schon. Sie konnte verstehen, dass Sonny deswegen durcheinander war. Aber dennoch war es ihrer Meinung nach kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

„Hast du Gefühle für ihn?“, fragte sie sanft.

„Was?“ Sonny war etwas verwirrt, denn er hatte eher mit einer Standpauke gerechnet. Schließlich hatte er Gabis besten Freund betrogen.

„Nein, äh.... Ich meine, ich mag ihn, er ist super lieb und sexy... aber mehr als eine kleine Schwärmerei ist das nicht. Ich liebe Will.“

„Na, dann ist doch alles in Ordnung“, erwiderte Gabi. Sie rückte näher zu Sonny, um ihn an sich zu ziehen. So Arm in Arm sah man sie selten, aber in den letzten Monaten waren sie als Aris Eltern näher zusammengerückt.

„Wir haben alle Bedürfnisse, Sonny, und Will weiß das“, sagte sie leise. „Du hast deine Mom verloren und irgendwie auch deinen Ehemann. Es ist ganz natürlich, dass du ein bisschen Nähe gebraucht hast. Will wird dir verzeihen, da bin ich sicher. Er will einfach nur wieder bei dir sein.“

Sonny hoffte unendlich, dass Gabi Recht behalten würde.


*



„Justin! Ich bin so froh, dich zu sehen!“, rief Will Horton freudig aus, als sein Schwiegervater den Besucherraum betrat. Innerlich dankte er Ciara nicht nur dafür, dass sie ihn davon abgehalten hatte, die Scheidung offiziell zu machen.

Denn Justins Lächeln konnte nur eines bedeuten.

„Du bist frei, Will“, sagte Justin ohne Umschweife. „Ciaras Aussage und Victors Geständnis waren Beweis genug.“

„Ich...“ Will bekam kein weiteres Wort heraus. Stattdessen ging er auf Justin zu und fiel ihm um den Hals.

„Danke, Justin, danke für alles“, murmelte er mit Tränen in den Augen. „Ohne dich hätte Victor niemals gestanden, das weiß ich.“

Auch Justin musste sich zurückhalten, als er die Arme um Will legte. Er hatte es ernst gemeint, als er Will gesagt hatte, dass er ihn noch immer liebte wie einen Sohn – obwohl damals noch alle Welt geglaubt hatte, Will hätte Adrienne auf dem Gewissen. Aber Justin war unendlich erleichtert, dass er Will wieder in die Arme schließen konnte, ohne das Gefühl zu haben, Adrienne zu verraten.

„Entschuldige“, sagte Will plötzlich und zog sich etwas zurück. „Ich... ich wünschte immer noch, dass ich dir deine Frau zurückgeben könnte. Weißt du, ich hätte wirklich der Schuldige sein können. Ich hätte für meine Dummheit Menschenleben aufs Spiel setzen können.“

„Ja, das stimmt, mein Sohn“, erwiderte Justin und sein Herz schmolz dahin, als er Wills strahlende Augen sah. „Aber du bist nicht schuld, Will. Lass uns nach Hause gehen.“

Er wollte sich schon umdrehen, als Will ihn zurückhielt.

„Warte, Justin. Was ist mit Maggie? Wurde sie ...?“

„Ich habe bei Gericht erwirkt, sie für den Zeitpunkt des Unfalls für unzurechnungsfähig erklären zu lassen“, sagte Justin. „Adrienne hat Maggie geliebt, sie hätte sie nicht im Gefängnis sehen wollen.“

Will nickte. „Und... Victor?“

Justins Blick verfinsterte sich, als er an seinen Bastard von Onkel dachte. Er hatte ihm schon so vieles verziehen – aber auch seine Liebe zur Familie hatte Grenzen.

„Onkel Vic ist flüchtig.“

Will starrte Justin an.

„Flüchtig?“

„Bevor Rafe ihn verhaften konnte, ist Victor aus dem Krankenhaus verschwunden – und das trotz der Polizeiwache vor der Tür“, seufzte Justin. „Ich verwette meine Anwaltslizenz darauf, dass Xander ihm geholfen hat. Der ist nämlich auch wie vom Erdboden verschluckt. Deine Cousine Sarah ist am Boden zerstört.“

„Aber... Hast du keine Ahnung, wo er hin ist?“, wollte Will wissen.

„Nein, aber ich habe John drauf angesetzt“, sagte Justin mit seinem besten Anwalts-Gesichtsausdruck. „Ich schwöre dir, dass er dafür büßen wird, was er unserer Familie angetan hat.“

Will brauchte noch einen Moment, um zu begreifen, dass Justin ihn mit zu seiner Familie zählte. Er nahm sich vor, Ciara für ihre Hartnäckigkeit zu danken. Und er würde für sie da sein, falls sie es wirklich nicht schafften, Bens Unschuld zu beweisen.

„Kommst du, Will?“, wollte Justin schließlich wissen.

„Ähm... Könntest du schon mal meine Sachen besorgen?“, fragte Will. „Ich muss mich noch von jemandem verabschieden.“

Justin schaute Will überrascht an, doch dann verstand er. Es war wirklich ein Segen, dass Will Adrienne nicht auf dem Gewissen hatte. Wer demjenigen verzeihen konnte, der ihn umgebracht hatte, der musste einfach ein guter Mensch sein.


*



Sonny saß wie auf heißen Kohlen. Gabi war vor ein paar Minuten gegangen, Ari im Schlepptau. Es tat Sonny ein bisschen leid, dass sie Ari nichts von Wills Rückkehr gesagt hatten. Aber nach der Sache mit Gabis damaliger vermeintlicher Freilassung wollten sie einfach nicht das Risiko eingehen, Ari schon wieder zu enttäuschen.

Stattdessen machte Sonny sich Gedanken darüber, wie er Will seinen Seitensprung beichten sollte. Obwohl er Will schon so lange kannte, wusste er nicht, wie er reagieren würde. Immerhin waren sie nach wie vor verheiratet. Als sein Vater ihm von Wills Unschuld erzählt hatte, hatte Sonny alles stehen und liegen gelassen, um Will auf der Stelle ans Gefängnistelefon zu kriegen.


*



Zwei Wochen zuvor


„Will? Will! Bist du dran?“, fragte Sonny aufgeregt.

„Na, du wolltest mich doch sprechen, oder?“, gluckste Will.

Sonnys Herz hüpfte auf und ab, als er die altbekannte Fröhlichkeit in Wills Stimme hörte. Im Augenblick verdrängte er die letzte Nacht mit Evan, er war gerade einfach völlig aus dem Häuschen.

„Will, Schatz... Es tut mir so leid, alles, was ich gesagt habe. Ich hätte an dich glauben sollen, an deine Unschuld, ich...“, plapperte er drauf los.

„Sonny!“, unterbrach Will ihn. „Es ist alles okay, hörst du? Wir reden darüber, versprochen. Aber erst einmal muss dein Dad dafür sorgen, dass Maggie nichts passiert. Ich will nicht, dass sie meinetwegen in den Knast muss. Das hier ist nichts für sie.“

„Aber für dich oder was?“, brauste Sonny auf. „Will, du bist seit Monaten im Gefängnis, weil sie besoffen Auto gefahren ist! Wie kannst du das auf die leichte Schulter nehmen?“

„Sonny, ich muss gleich auflegen“, sagte Will. „Wir haben bald jede Menge Zeit zum Reden.“

„Will...“, Sonny zögerte, „...sind wir noch verheiratet?“

Er konnte Wills Lächeln beinahe hören.

„Ciara kam zum richtigen Zeitpunkt“, erwiderte Will. „Ich hab die Scheidungspapiere zerrissen.“


*



Intuitiv hatte Sonny denselben Gedanken wie Will: Ciara würde alles von ihm kriegen, dafür, dass sie Wills Unschuld bewiesen hatte.

Als Sonny die Haustür hörte, sprang er auf. Er zupfte sein Jackett zurecht, sah noch einmal an sich herunter – da öffnete sich auch schon die Tür zum Salon.

Will sah so gut aus. Offenbar hatte er sich in den letzten Wochen wieder sein übliches Strahlen angeeignet, denn er grinste von einem Ohr zum anderen, als er Sonny erblickte. Er trug Jeans und ein rotes T-Shirt. Beides hatte Sonny seinem Vater mitgegeben, denn er wollte nicht, dass Will die Sachen von damals anziehen musste. Von dem Tag, als er sich gestellt hatte.

Justin hatte sich bereits nach oben verzogen, denn bei der Wiedervereinigung würde er definitiv stören.


*



„Sonny!“ Will war mit zwei Schritten bei seinem Ehemann, um ihn in die Arme zu ziehen. Wie sehr hatte er Sonny vermisst. Seine starken Schultern, seinen einzigartigen Duft, das Gefühl der Geborgenheit, wenn er bei ihm war... einfach alles. Er spürte, wie Sonny zu zittern begann. Wie Will selbst, schien auch Sonny jetzt erst richtig zu begreifen, dass Will wieder zuhause war. Frei und unschuldig.

Als Will Sonnys Tränen an seiner Wange spürte, zog er sich etwas zurück, um ihn anzusehen.

„Es ist alles gut, Sonny, ich bin wieder da“, sagte er sanft und lächelte. Er hatte das unbestimmte Gefühl, dass Sonny nicht nur deswegen weinte.

„Will, ich... muss dir was sagen“, sagte Sonny mit belegter Stimme.

Will lächelte weiter, setzte sich auf die Couch und zog Sonny an der Hand mit sich. Sonny versuchte, zu lächeln, doch es misslang gründlich, weil er sich offensichtlich wegen irgendetwas quälte.

„Was ist los, Sonny? Ist es wegen Evan?“

Sonny starrte Will an.

„Woher... ?“

Will ließ Sonnys Hand nicht los, sondern nahm stattdessen beide Hände in seine. Sie waren kalt, etwas, das völlig untypisch für den Mann war, den Will kannte und liebte. Die letzten Monate mussten schrecklich für Sonny gewesen sein.

„Ich liebe dich, Sonny Kiriakis“, sagte Will zärtlich, „du bist der loyalste Mensch den ich kenne. Deshalb fällt es dir so schwer, mir in die Augen zu sehen. Du hasst dich dafür, dass du Evans Nähe zugelassen hast, obwohl wir noch verheiratet sind. Du hast dich in den letzten Monaten zwischen deiner Liebe zu mir und zu deiner Mom entscheiden müssen – und du hast dich richtig entschieden.“

Sonny machte große Augen. „Will, ich...“

„Psst, lass mich ausreden.“ Will legte Sonny den Zeigefinger auf die Lippen. Beide zuckten leicht zusammen – die erste intime Berührung seit Monaten.

„Deine Mom war eine wundervolle und liebe Person, die immer nur dein Bestes wollte. Du hast dich meinetwegen schon oft in brenzlige Situationen gebracht, vor denen sie dich bewahren wollte. Ich hätte niemals von dir verlangt, mich über sie zu stellen. Und als du glaubtest, als wir alle glaubten, dass ich sie auf dem Gewissen habe, da hat ein Teil von dir entschieden, mich zu hassen. Dieser Teil hat dich in Evans Arme getrieben. Du brauchtest Nähe und Zuwendung, Sonny. Ich bin dir nicht böse. Ich wollte ja, dass du wieder glücklich wirst.“

„Will“, sagte Sonny, immer noch etwas geplättet von Wills langer Rede, „ich wäre nie wieder so glücklich gewesen wie mit dir. Es tut mir trotzdem leid, Will.“

„Ich weiß, Schatz“, erwiderte Will. „Aber lass uns jetzt nicht mehr darüber reden. Ich will endlich wieder bei dir sein. So richtig.“

Endlich konnte auch Sonny lächeln, denn Will war nicht der Einzige, der sich das wünschte.

Will zog Sonny dicht an sich, damit er ihn küssen konnte. Als ihre Lippen sich trafen, spürten beide, ließen sie die Vergangenheit hinter sich. Es gab nur noch sie beide – Will und Sonny.

Sonny löste sich von Will, doch umfasste sein Gesicht mit beiden Händen.

„Ich liebe dich, William Horton.“

Will lächelte.

„Und ich dich, Jackson Kiriakis.“

Will stand auf und grinste, als er das enttäuschte Gesicht seines Mannes sah.

„Sonny“, sagte er, als er an der Salontür stand, „ich war monatelang mit Ben Weston in eine Zelle gesperrt. Er ist zwar okay, aber leider stockhetero. Ich hab Nachholbedarf, Babe.“

Damit verschwand er und Sonny konnte nicht anders, als ihm lachend zu folgen.
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