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Dornen der roten Rose

von Kajii
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Eldrie Eugeo Kirito OC (Own Character) Ronie Tiese
28.01.2020
05.08.2021
20
39.658
9
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Dieses Kapitel
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23.06.2021 2.149
 
"Bercouli, wie viele Ritter gibt es hier eigentlich noch?", fragte Eugeo, während er versuchte, sich zu erinnern, in welchem Stockwerk sie gerade waren.

"Wenn ich mich nicht ganz irre, sollten wir noch auf höchstens fünf treffen. Vier davon sind aber niedere Ritter, also sollten sie keine allzu große Gefahr darstellen. Aber die Fünfte… Ich hoffe, wir müssen nicht gegen sie kämpfen", sprach Bercouli und machte einen sehr nachdenklichen Eindruck.

"Ich bin mir aber sicher, dass sie ähnlich reagieren wird, wie dieser Deusolbert", mischte sich Raion ein.

"Nein, das glaube ich nicht. Ihre Willenskraft ist viel zu stark, als dass das passieren könnte"

"Dann hoffen wir, dass du recht hast"

"Ich hoffe eher, dass wir sie gar nicht sehen", murmelte Kirito, der wirklich vermeiden wollte, hier irgendwen zu töten. Zwar hatte er keine Zweifel, dass sie gegen die Ritter gewinnen konnten, aber er wusste selbst, wie schwer es war, einen Kampf zu gewinnen, ohne seinen Gegner zu töten. Und Raion würde sicher nicht riskieren, dass einer seiner Kameraden verletzt werden würde. Auch, wenn das bedeutet einen Ritter zu töten.

"Und wie viele Stockwerke müssen wir noch nach oben, bis wir bei den Ställen sind?", fragte Eugeo wieder.

"Die Ställe sind auf Ebene 75, also noch sieben, wenn ich mich nicht verzählt habe. Aber wir müssen zuerst auf siebzig etwas erledigen"

"Was denn? Was ist da so besonderes?"

"Fanatio", sagte Bercouli nur, ohne zu erklären, was er meinte. Doch irgendwie hatte keiner Lust, seine Entscheidung anzuzweifeln. Das hätte er auch niemals zugelassen.


"Was genau erwartet uns hinter der Tür?", fragte Raion, als die sieben Krieger vor einer großen Tür auf Ebene siebzig standen.

"Eine alte Freundin von mir. Überlasst das einfach mir", antwortete Bercouli und öffnete die Tür, ohne gänzlich zu wissen, was passieren würde.

Dahinter stand ein Ritter in voller Rüstung, die die Farbe von Lavendel hatte, den Rücken zur Tür gewandt. Selbst als Bercouli ihr näher kam drehte sie sich nicht um.

"Kommandant… Bitte geht", flehte sie schon fast.

"Fanatio, ich kann das erklären. Administrator hat…"

"Nein, du verstehst nicht… Ich glaube dir… Aber ich kann nicht…", stammelte sie mit von Schmerzen erfüllter Stimme und plötzlich erfüllte ein metallisches Klirren den Raum.
"Ich… kann mich nicht kontrollieren", sagte sie leise, während sie ihre Klinge auf Bercoulis drückte.

"Das Piety Modul", stellte Raion fest, obwohl eigentlich schon alle wussten, dass es daran lag.

"Können wir es entfernen?", rief Bercouli, der versuchte, Fanatios Angriffe so gut wie möglich abzuwehren.

"Wenn sie still halten würde, dann wahrscheinlich"

"Aber wie sollen wir das anstellen!?"

"Ich weiß wie! Bercouli, geht weg von ihr!", rief Eugeo plötzlich. Ohne zu zögern tat Bercouli, was sein Kamerad ihm befohlen hatte. Zwar kannte er ihn erst seit einem Tag, aber trotzdem konnte er ihm vertrauen.

"Das ist meine einzige Chance…", sprach er leise zu sich selbst und stieß sein Schwert in den Boden, "Bitte, meine Blaue Rose…"
Ein kalter Nebel breitete sich von der Klinge aus und der Boden begann leise zu gefrieren.

"Enhance… Armament!", brüllte Eugeo und ein Kreis aus Licht, der einem großen Stacia-Fenster ähnelte, umringte ihn. Er fühlte die vertraute Kälte, die von seinem geliebten Schwert ausging und die Energie, die es seinem Körper entzog. Plötzlich wurde aus dem Licht kristallklares Eis und eine Welle aus spitzen Kristallen raste auf Fanatio zu. Mit unglaublicher Geschwindigkeit sprang sie auf die Seite, doch ihr linkes Bein fror sofort als sie wieder landete am Boden fest. Sie versuchte, sich loszureißen. Doch das Eis war ebenso unbeugsam wie Fanatio selbst. Allerdings war ein festgefrorenes Bein bei weitem nicht genug, um ein Piety-Modul zu entfernen.

"Blüht meine Rosen!"

Und sofort fesselten Dornenranken die Ritterin. Doch wusste Eugeo, dass auch das nicht genug war, um sie lange aufzuhalten. Also zog er seine Klinge wieder aus dem Eis und ging auf Fanatio zu. Einige Meter vor ihr blieb er stehen und kniete nieder.

" Vergebt mir…", bat er, als er sein Schwert auf ein Neues in den Boden rammte.

"Enhance Armament"

Dieses Mal konnte sie unmöglich ausweichen und wusste, dass sie geschlagen war. Im nächsten Moment war auch schon ihr gesamter Körper, außer dem Kopf, in Eis gefangen. Dieser Kampf war schneller vorbei, als sie erwartet hatte. Doch auch das kam ihr zu Gute, denn dies war ja auch kein Kampf, den sie kämpfen wollte.

"Gut. Du schaffst das, Raion, oder?", fragte Bercouli während er Fanatio den Helm abnahm und auf den Boden legte. Darunter zum Vorschein kam das unerwartet hübsche Gesicht einer Frau, die ungefähr dreißg Jahre alt war. Ihre langen, violetten Haare fielen ihr ins Gesicht und der Kommandant der Integrity Knights zögerte nicht, das mit für ihn unwahrscheinlich sanften Bewegungen zu ändern. Dass diese zwei Ritter in einer besonderen Beziehung zu einander standen war für alle sofort klar.

"Könnt ihr mir wieder behilflich sein, Mädchen?"

"Ja!", antworteten beide voller Entschlossenheit. Tiese griff nach Ronies Hand. Zum ersten Mal fiel ihr auf, wie angenehm weich und warm diese war.

"Gut", sagte Raion und nahm Ronies vergleichsweise winzige Hand. Wieder rezitierten sie die Formel, die sie am Vortag für Bercouli benutzt hatten. Und nach nur wenigen Minuten hatte Raion ein weiteres der Piety-Module in der Hand.

"Und noch so ein Ding…", murmelte Raion voller Verachtung und Kirito war sich sicher, er würde es sofort auf den Boden werfen und zerschmettern. Doch stattdessen legte er es vorsichtig in die Tasche an seinem Gürtel. Das ließ in Kirito die Frage aufkommen, was mit dem anderen Modul passiert war. Doch tat er das im Moment als unwichtig ab und fokussierte sich wieder auf das wesentliche.

Nur Sekunden später schlug Fanatio die Augen auf.

"W-wo… Was ist passiert?", stammelte sie erschöpft.

"Keine Sorge, dir wird nichts passieren", beruhigte Bercouli sie, "Erinnerst du dich noch an mich?"

"Natürlich, Kommandant. Wie könnte ich dich vergessen?"

"Gut. Dann erinnerst du dich auch an den Kampf vorhin?"

"Welchen… Oh nein…", murmelte Fanatio geschockt, "Ich… Es tut mir Leid. Ich hatte meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Ich konnte nicht aufhören. Habe ich jemanden verletzt?"

"Nein, keine Sorge", versicherte Eugeo, "Und ich hoffe, dass ich Euch auch nicht verletzt habe?"

"Nein, mir geht es gut. Zumindest, wenn man ignoriert, dass ich in Eis eingefroren bin"

"Das lässt sich ändern", behauptete Raion und stieß sein Schwert in das ewige Eis. Sofort darauf begann es zu schmelzen und bald war Fanatio wieder frei.

"Aber wo sind die Vier?", fragte Bercouli und schien besorgt. Kirito schlussfolgerte sofort, dass er über andere Ritter redete.

"Sie sind bei den Ställen, es sollte ihnen gut gehen", sagte Fanatio, als sie ihren Helm vom Boden nahm und ihn wieder aufsetzte.

"Da wäre ich mir nicht so sicher…", sprach Raion, "Wenn Vater dort ist, werden sie bald ihren letzten Atemzug tun"

"Scheiße… Aber Alice, Eldrie und Eydis würden ihn doch sicher aufhalten, oder?"

"Können sie nicht. Dafür müssten sie ihn töten"


Zur gleichen Zeit segelten vier Drachen über den Luftraum von Centoria. Kaji hatte die achte Ritterin, Eydis, im Norden von Centoria getroffen. Diese hatte ihn informiert, dass sich die meisten Ritter gegen Bercouli gewandt hatten und versuchen würden, ihn zu töten. Da hatte er keine Zeit verloren und sich mit den drei Rittern auf die Drachen geschwungen und war in Rekordzeit in die Hauptstadt geflogen. Sie waren nur noch wenige Minuten von der Central Cathedral entfernt.

"Die Ställe sind offen…", stellte Eldrie fest.

"Ja. Sie erwarten uns sicher", vermutete Kaji.

"Aber woher sollen sie wissen, dass wir kommen?"

"Wissen konnten sie es nicht, aber vermuten. Also seid vorsichtig. Sobald wir drinnen sind finden wir die Anderen"

"Verstanden. Aber bitte…"

"Ich weiß, ich werd versuchen, keinen umzubringen", log Kaji kalt.


Nur wenig später setzten die vier Drachen auf den Landebahnen auf. Die Ställe waren, bis auf ein paar Drachen, komplett leer.

"Sie sind noch zwei Ebenen unter uns", stellte Kaji mittels einer Heiligen Kunst fest, "Aber wir sind hier nicht alleine…"

"Was? Aber ich sehe niemanden", sagte Eldrie und legte die Hand auf sein Schwert.

"Es sind vier Ritter", stellte Eydis fest, ohne ihre Gegner auch nur sehen zu müssen.

"Ihr drei geht nach unten, ich halte sie auf, bis die Verstärkung kommt", befahl Kaji.

"Aber du kannst unmöglich gegen vier Ritter auf einmal kämpfen!", protestierte Alice.

"Doch. Ihr müsst nämlich den anderen helfen. Ich glaube, sie kämpfen gegen Synthesis 2"

"Was? Gegen Fanatio?"

"Ja, und jetzt geht. Ich schaffe das schon", behauptete Kaji und zögerlich machten sich die anderen drei auf den Weg zu den Treppen.

"Endlich wieder ein richtiger Kampf!", lachte Kaji in Gedanken und zog seine Klingen.

"Wo seid ihr? Kommt heraus!"

Doch Kaji bekam keine Reaktion. Also beschloss er, in Richtung der Treppen zu gehen, die nach oben führten. Schließlich war der Auftrag dieser Ritter sicher, niemand höher hinauf gehen zu lassen.

Und tatsächlich. Als Kaji nur noch wenige Meter vor der Treppe stand hörte er das Klirren eines Schwertes, das aus seiner Scheide gezogen wurde. Plötzlich sprang ein Ritter in weißer Rüstung hinter einer ebenso weißen Säule hervor und stürzte sich auf Kaji. Dieser blockte den Angriff mit Leichtigkeit.

"Endlich!", brüllte Kaji, "Oh, wie ich das vermisst habe!"

Blitzschnell ließ er seine schwarze Klinge auf den Ritter zufliegen und lachte dabei wie ein Verrückter. Als sein Gegner den ersten Hieb angefangen hatte stach er auch schon mit seinem weißen Kurzschwert nach ihm. Seine Rüstung schützte den Ritter zwar, aber mit einem Divine Object konnte auch solch ein Meisterwerk der Schmiedekunst durchbrochen werden. Es war nur eine Frage der Zeit.

Doch gerade als Kaji zum nächsten Schlag ansetzen wollte sprang ein weiterer Ritter aus seiner Deckung und stach zu Kajis Rücken. Mit einem Schritt auf die Seite wich er geschickt aus und verpasste dem Angreifer einen kräftigen Fußtritt. Und im nächsten Moment stach er wieder auf den ersten Ritter ein. Diesmal zielte er auf dessen Hals.

Eine Fontäne aus Blut färbte das Stroh auf dem Boden rot und mit einem lauten Krachen landete der Ritter auf dem Boden.

"Eins…"

"Du Bastard!", brüllte plötzlich eine weibliche Stimme und eine dritte Ritterin sprintete mit erhobenen Schwert auf Kaji zu. Dieser grinste nur und wich ihrem von Hass erfüllten Angriff aus.

"Ein bisschen mehr Selbstkontrolle würde dir nicht schaden, Weib", spottete Kaji und setzte schon zum Gegenangriff an. Die Ritterin schaffte es, den Angriff abzuwehren und etwas Distanz zwischen sich und ihren Gegner zu bringen. Daraufhin sprang auch der vierte und letzte Ritter aus seinem Versteck. Doch bevor er auch nur richtig zum Angriff ansetzen konnte schwang Kaji sein Katana und traf ihn direkt an der Brust. Die unglaublich Scharfe Klinge schnitt den Brustpanzer glatt in zwei Hälften und schon spritzte der zweite Schwall Blut durch die Luft. Der Ritter hatte zwar versucht, wieder aufzustehen, fiel aber Blut spuckend ins Heu.

"Zwei…", sprach Kaji emotionslos und wandte sich wieder den letzten zwei Rittern zu.

Der männliche Ritter schien beinahe, vor Angst gelähmt zu sein. Doch die Ritterin stellte sich schützend vor ihn. Kaji hob sein Schwert und stach direkt auf ihr Bein zu. Mühelos wich sie dem Stich aus. Doch eine Sache bedachte sie dabei nicht.

"Drei…", flüsterte Kaji, als er sein Schwert tiefer und tiefer im Fleisch des Ritters vergrub.

Ohne zu zögern nutzte die Ritterin diese Gelegenheit zum Angriff. Doch mit seinem Kurzschwert blockte er den Hieb mühelos. Und mit dem blutigen Katana, das er aus der Brust des Ritters zog setzte er zum finalen Hieb an. Doch zum Glück für die Ritterin hinterließ der Schlag nur eine Kerbe im ihrer Rüstung. Wissend, dass dies ihre letzte Gelegenheit war, setzte sie zu einem weiteren Schlag und. Doch Kaji blockte auch diesen und schlug ihr die Waffe aus der Hand.

"Du hast gut gekämpft. Bevor du stirbst, sag mir, wie du heißt"

"Dakira", spuckte sie nur verachtungsvoll zurück.

"Dann hoffe ich, dass Stacia dir gnädig ist, Dakira", sprach Kaji und hob sein Schwert.




Ich glaube, das ist das beste Kapitel, das ich bis jetzt geschrieben habe. XD

Ich hoffe es stört euch nicht, dass die Geschichte ab jetzt ein bisschen... ernster wird. ^^'

Stay Cool,
   Kaji
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