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Dornen der roten Rose

von Kajii
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Eldrie Eugeo Kirito OC (Own Character) Ronie Tiese
28.01.2020
05.08.2021
20
39.658
9
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Dieses Kapitel
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21.06.2021 2.147
 
Am nächsten Morgen stieg Kaji auch schon auf seinen Drachen. Die Sonne war noch nicht einmal ganz aufgegangen, aber sie hatten keine Zeit zu verlieren. Also hatte er sich mit Alice und Eldrie sofort auf den Weg nach Norden gemacht. Während die anderen schon aufgebrochen waren, saßen Ronie und Tiese noch immer im großen Bad, das eher einer heißen Quelle ähnelte, und entspannten ihre Muskeln. Nach Tagen ohne zu Baden war das ein himmlisches Gefühl für die beiden Mädchen.

"Tiese, hast du Angst?"

"Ein bisschen, ja. Aber ich weiß, dass Eugeo auf mich aufpassen wird", sagte die Rothaarige zuversichtlich, "Und wir selbst müssen ja nicht direkt kämpfen"

"Ja, du hast recht. Obwohl ich schon gerne einmal Seite an Seite mit Kirito kämpfen würde", träumte Ronie. Tiese kicherte nur.


Während die Mädchen noch entspannten legten Kirito und Eugeo ihre neuen Rüstungen an. Überraschenderweise wiegten sie wirklich fast nichts und passten perfekt. Außerdem hing Kirito gleich beide Schwerter an seinen Gürtel. Das Gefühl, endlich wieder zwei Schwerter zu tragen war unbeschreiblich schön.

"Passt ziemlich gut zu dir", lachte Kirito, als er Eugeo an sah. Diese Rüstung schien ihm so vertraut, und doch war er sich sicher, dass er sie in seinem Leben noch nie gesehen hatte.

"Zu dir auch. Besonders diese zwei Schwerter"

"Ja, jetzt siehst du wieder so aus, wie ich dich in Erinnerung habe", sagte Cardinal mit einem leichten Lächeln.
"Und ich habe hier noch etwas für euch"

Cardinal gab den Zweien jeweils eine Schriftrolle. Kirito rollte sie sofort auf. Dort las er in großen Buchstaben "Perfect Weapon Control".

"Da steht alles darauf, was ihr wissen müsst, um die Technik einzusetzen"

"Danke, Cardinal. Das wird uns sicher helfen", bedankte sich Eugeo und steckte das Dokument unter seinen Gürtel.

"Dann warten wir noch auf die Mädchen und dann könnt ihr aufbrechen", sagte Cardinal, "Ich wünsche euch viel Glück"

Nicht viel später kamen Ronie und Tiese aus den Bad, nun gekleidet in grüne Uniformen, die denen der Integrity Knights ähnelten. Diese hatten sie von Cardinal bekommen, da diese auch bemerkt hatte, wie dreckig die Schuluniformen waren und wie wenig Schutz sie boten. Raion und Bercouli waren auch dazu gestoßen.

"Dann ist es jetzt so weit… Ich wünsche euch Glück, meine Freunde"

Und mit diesen Worten stieß Cardinal ihren Stab auf den Boden und eine Tür erschien vor ihr.

"Ich danke dir. Ich bin bald zurück, Schwester", versprach Raion als er als erstes durch das Tor schritt.
Die Anderen folgten ihm und standen plötzlich in einem völlig dunklen Raum. Ronie erhellte die Umgebung mit einem Licht Element und kam nicht mehr aus dem Staunen. Der gesamte Raum war gefüllt mit Waffen, Rüstungen und ähnlichen Sachen.

"Das hier ist eines der Waffenlager", erklärte Bercouli, obwohl das eigentlich allen klar war, “Davon gibt es hier in den meisten Stockwerken eines”

Das hingegen war ein erstaunlicher Fakt. Wofür konnte die Kirche nur so viele Waffen und Rüstungen brauchen?

"Nehmt euch am besten jeder ein Schwert mit, Mädchen", schlug Raion vor, als er sich in der Kammer umsah, als hoffte er, ein Divine Object zu finden. Ronie und Tiese fanden diese Idee nicht schlecht und nahmen sich zwei gleiche Schwerter, die einen halbwegs brauchbaren Eindruck gemacht hatten.

"Wir sollten weiter", entschied Bercouli, "Deusolbert ist normalerweise hier auf Patrouille. Wenn er uns hier drinnen erwischt könnte das ein Problem werden. Viel Platz zum Kämpfen ist hier nämlich nicht"

"Verstehe… Dann gehen wir", stimmte Raion zu und ging zur Tür. Diese öffnete er nur einen Spalt breit, um zu sehen, ob auf der anderen Seite jemand war. Er konnte allerdings niemanden sehen. Also ging er voran nach draußen. Dort waren nur weiße Stiegen, die in das obere und untere Stockwerk führten. Doch als sie gerade aus der Tür kamen ertönten Schritte von oben.

"Ich hab einen Plan, spielt einfach mit!", befahl Bercouli und die Anderen nickten nur. Da kam auch schon ein Ritter in roter Rüstung die Treppe hinunter.

"Kommandant Bercouli? Was macht Ihr hier?", fragte dieser verwundert.

"Ich bringe diese Gefangenen nach oben. Frau Administrator will sie sehen", log dieser so glaubwürdig wie möglich.

"Ich verstehe… Dann will ich euch nicht aufhalten", sagte Deusolbert und trat auf die Seite. Bercouli und die Anderen gingen triumphierend die Treppe nach oben. Da hörten sie plötzlich, wie ein Pfeil von einer Sehne schnellte. Bercouli konnte diesen knapp mit seiner Klinge abwehren.

"Glaubt nicht, Frau Administrator hätte uns nicht über deinen Verrat informiert", sprach Deusolbert und spannte schon wieder seinen roten Bogen.

"Halt! Lass mich erklären!"

"Nein, du Verräter"

Und so flog auch schon der nächste Pfeil auf Bercouli zu. Auch diesen konnte er abwehren. Aber er wusste, dass Deusolbert sich zurück hielt. Warum er das tat war ihm allerdings schleierhaft. Vielleicht begann auch er, an Quinella zu zweifeln? Aber wenn er dennoch ernst machen würde, könnte er zu einem großen Problem werden.

"Dann eben so!", brüllte Eugeo plötzlich und zog seine Klinge mit einem eisigen Klirren aus der Scheide.
"Aincrad Stil, Slant!"

Deusolbert wich dem Schnitt mit einem Schritt zurück aus. Er wollte gerade den nächsten Pfeil abschießen, als Eugeo mit einem siegessicheren Grinsen noch einmal aus der entgegengesetzten Richtung zuschlug. Deusolbert, der erwartet hatte, dass Eugeo sich nach einer solchen Technik kurz nicht bewegen könnte, konnte dem Hieb nicht ganz ausweichen und das blau glänzende Schwert traf ihn einige Zentimeter hinter seiner linken Armschiene. Das Blut auf Eugeos Schwert gefror sofort und fiel als Eis auf den Boden. Auf dem roten Teppich zersplitterten die kleinen Tropfen in unzählige, winzige Splitter.

"Erstaunlich. Sagt, wie nennt man diese Technik?", lobte der Ritter und zog schon den nächsten Pfeil aus seinem Köcher.

"Aincrad Stil, Skill Connect, Slant", erwiderte Eugeo, sein Schwert noch immer auf Deusolbert gerichtet.

"Faszinierend… Aber diese Tricks werden dir hier auch nicht viel bringen!", sprach der Ritter bedrohlich.
"Enhance… Armament!"

Sofort fing der rote Bogen Feuer und die Sehne verbrannte. Doch wurde diese gleich von einer aus loderndem Feuer ersetzt. Und so spannte er seinen Bogen, Eugeo hatte keine Chance, auszuweichen. Er war sich sicher, dass er von diesem brennenden Pfeil durchschlagen werden würden.

"Enhance Armament", hörte Eugeo eine lustlose Stimme hinter sich und unzählige, dornige Ranken rasten auf Deusolbert zu und fesselten ihn, bevor er seine Pfeil auch nur abfeuern konnte.

"Zu langsam", spottete Raion, "Und jetzt, blüht meine Rosen"

Im nächsten Moment öffneten sich die Blüten an den Ranken und entzündeten sich selbst. Deusolbert, der sich kein Stück bewegen konnte, hatte sich schon damit abgefunden, hier zu sterben.

"Halt!", schrie Eugeo aber und die tödlichen Flammen erloschen.

"Was ist? Willst du ihn am Leben lassen?"

"Ja!", sagte Eugeo entschlossen und ging auf Deusolbert zu. Er hielt die Spitze seiner Klinge an seine Brust.
"Verzeih mir"

Darauf drückte er das Schwert ein paar Zentimeter tief durch den Brustpanzer in das Fleisch des Ritters. Doch anstatt zu bluten gefror die Wunde und wurde zu Eis. Und schnell hatte dieses Eis den ganzen Ritter eingeschlossen.

"Wo hast du denn das gelernt?", staunte Kirito.

"Von Raion. Und jetzt ist er hier keine Gefahr mehr"

"Ich danke dir, Eugeo. Dafür, dass du meinen Männern das Leben lässt", sprach Bercouli voller Dankbarkeit. Anscheinend lag ihm wirklich viel an seinen Rittern, was ziemlich ungewöhnlich für militärische Generäle war.

"Ist doch selbstverständlich. Sie wissen schließlich nicht, was sie tun"

"Ja, aber das werden wir ändern!", entschied Kirito voller Zuversicht.

"Ich mag eure Einstellung. Aber wir müssen weiter", unterbrach Raion die Drei zog sein Schwert aus dem verbrannten Boden und ließ es zurück in die Scheide an seinem Gürtel gleiten. Zu Kiritos erstaunen schloss sich das Loch im weißen Marmor wie von selbst. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine ziemlich fortgeschrittene Heilige Kunst.


“Kirito, kam dir dieser Ritter nicht auch irgendwoher bekannt vor?”, fragte Eugeo als sie schon einige Stockwerke weiter oben waren. Mit jedem Schritt war ihm dieser Name, Deusolbert, durch den Kopf geschossen. Er war sich sicher, ihn schon irgendwann einmal gesehen zu haben. Doch er konnte sich nicht daran erinnern, wo.

“Nein, da klingelt bei mir nichts. Aber vielleicht hast du ihn einmal gesehen, bevor wir uns getroffen haben?”

“Ja, kann sein… Aber sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen bringt sich wahrscheinlich auch nichts”

“Halt, da kommt jemand!”, warnte Raion seine Gruppe, als sie gerade im sechzigsten Stock angekommen waren. Doch da öffnete sich schon eine Tür und zwei kleine Mädchen traten heraus. Verdutzt sahen sie die Ritter an.

“Kommandant Bercouli? Ungewöhnlich, Euch hier zu sehen”

“Hört auf mit den Spielchen, ihr zwei”, gab der Kommandant nur seufzend zurück.

“Oh, also seid ihr Onkel Deusolbert schon begegnet…”, sagte das kurzhaarige Mädchen und klang traurig, als dachte sie, Deusolbert wäre tot. Diese Annahme war auch begründet, schließlich war Deusolbert ein Krieger, der lieber sterben würde als aufzugeben.
“Dann müsst ihr sterben”

Und mit diesen Worten zogen die Kinder ihre kleinen Dolche. Doch Bercouli schien nicht im geringsten beeindruckt.

“Ihr seid noch nicht so weit…”, seufzte er wieder. Erstaunlich flink entwaffnete er die Mädchen mit bloßen Händen. Die Dolche steckte er an seinen Gürtel.
“Und jetzt verschwindet”

“Was war…”, murmelte die Langhaarige und konnte nicht so recht glauben, was gerade passiert war.

“Ihr seid immer noch zu langsam. Und überhaupt sind eure Techniken sinnlos, wenn euer Gegner davor schon weiß, dass eure Dolche vergiftet sind”, kritisierte Bercouli die Zwei, als wäre er deren Lehrer. Was in gewissen Maßen ja auch der Fall war.

“Zel, bist du dir sicher, dass Onkel Bercouli ein Krimineller ist? Er benimmt sich doch wie immer”, flüsterte die Langhaarige zu ihrer Freundin.

“Keine Ahnung, Nel. Aber der Alte Chudelkin bringt uns um, wenn wir ihn einfach weiter gehen lassen”

“Was redet ihr da?”, unterbrach Raion die Kinder, “Chudelkin war dieser komische kleine Sack, oder?”

“Äh, ja. So könnte man ihn beschreiben”, antwortete das Mädchen, das anscheinend Zel hieß.

“Und er zwingt euch kleine Kinder, für ihn zu kämpfen?”

“So ungefähr”

“Wo ist der Bastard? Ich reiß ihm das Herz aus der Brust”

“Aber…”

“Wenn ihr es mir nicht sagt, finde ich ihn selbst. Und jetzt aus dem Weg”, befahl der Ritter der roten Rose und ging zornig an den Mädchen vorbei. Diese sahen ihn nur verwirrt nach. Einen besonders kriminellen Eindruck machte dieser Typ ja nicht auf sie.

“Tut mir einen gefallen und kümmert euch in der Zwischenzeit um Deusolbert, okay? Er steht weiter unten”, bat Bercouli grinsend und streichelte Nel über den Kopf. Diese sah ihn nur beleidigt an.


“Also bin ich nicht der Einzige, der diesen Chudelkin nicht ausstehen kann?”, scherzte Bercouli zu Raion.

“Er lässt kleine Kinder für sich kämpfen. So ein Ding verdient es nicht, am Leben zu bleiben”

“Ach, mach dir um die Zwei keine Sorgen. Sie sind zwar jung, aber trotzdem Integrity Knights. Linel Sythesis 28 und Fizel Sythesis 29”

“Was? Es sind Kinder! Wie sind die zu Rittern geworden?”

“Lange Geschichte… Eigentlich waren sie Teil von einem Experiment von Quinella. Seit sie fünf waren haben sie sich Tag um Tag gegenseitig umgebracht, nur damit Quinella sie später wiederbeleben kann”

“Sie hat… Ich bring sie um… Ich reiß ihre alle Gliedmaßen einzeln aus und lass sie lebendig verbluten…”, murmelte Raion voller Zorn und Hass für diese Frau.

“Ich verstehe dich ja, aber… Sie ist doch immer noch deine Mutter, oder?”, mischte sich Eugeo ein.

“Ich habe keine Mutter. Sie hat mich nur in diese Welt gesetzt, um ihr eigenes Leben zu verlängern. Und als ihr Plan nicht aufgegangen ist hat sie mich mit meinem Bruder und Vater im Dark Territory versauern lassen, bis ich alt genug war, für sie Unschuldige zu schlachten”

“Was meinst du mit Unschuldige? Ich dachte, du hast gegen Ritter aus den Schattenwelten gekämpft?”

“Habe ich auch. Aber warum? Sie haben den Tod nicht verdient. Sie wollte sie nur aus dem Weg räumen, weil sie eine Gefahr für ihre Herrschaft sein könnten”

“Also doch…”, sprach Bercouli leise, “Ich wusste doch, dass da etwas faul ist. Die Goblins haben aus Spaß getötet, ja. Aber die Ritter haben nie etwas getan, das ihren Tod rechtfertigen würde. Die Geschichten, dass sie Dörfer überfallen würden waren bestimmt nur Lügen...”

“Mit Sicherheit. Quinella wollte Krieg zwischen Licht und Schatten. Und wenn sie Krieg will, soll sie den bekommen”






Und schon wieder ein Kapitel! Wir kommen Ebene 100 immer näher... Aber davor gibt's noch ein großes Duell! Und ich glaube es ist schon ziemlich offensichtlich, gegen wen. Also seid gespannt auf das nächste Kapitel!

Stay Cool,
   Kaji
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