That's what I go to school for....

von Jule0489
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
28.01.2020
16.02.2020
11
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Hallo ihr kleinen Affenbabys ;) ich hoffe die Geschichte gefällt euch noch! ♡

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"Nein!" ruft Katharina und Klaas legt grinsend einen Finger auf seinen Mund.

"Psst! Nicht so laut, Katha! Muss ja nicht gleich ganz Oldenburg hören, dass wir uns geküsst haben."

Das blonde Mädchen nimmt einen großen Schluck von seinem Kakao.
"Und? Wie küsst er? Ist er gut?"

Klaas grinst und verdreht verträumt die Augen.
"Gott Katha, der küsst ja sowas von gut! Das kannst du dir gar nicht vorstellen."

Katha strahlt. "Oh Gott das ist so krass, ich kann das alles gar nicht richtig glauben..."

Klaas muss lachen.
"Ja, frag mich mal."

Eine Weile schauen sie sich breit grinsend in die Augen, dann greift Katha nach Klaas Hand und hält sie fest.
"Ich freu mich wirklich für dich."

"Danke." sagt Klaas und drückt Kathas Hand ganz fest. "Was ist eigentlich mit dir?"

Katha lässt seine Hand wieder los und trinkt erneut von ihrem Kakao. Dabei fallen ihr die blonden Locken in das hübsche Gesicht.
"Ja.. naja.. keine Ahnung. Ich glaube nicht das er mich mag. Wahrscheinlich weiß er nicht einmal, das ich existiere."

Klaas grinst. "Wer ist es? Raus mit der Sprache."

"Pascal aus der 12b."
Klaas kann sehen das sie ein wenig rot wird. Er kennt Pascal, sie sind zusammen im Sportunterricht. Er ist groß, blond, geht ganz offensichtlich pumpen und wenn Klaas nicht alles täuscht, ist er sogar Schülersprecher.
"Letzte Woche saß er neben mir im Bus."

"Und? Hat er was gesagt?"

Katha lacht. "Ja... 'ist da noch frei?' "

Sie müssen beide lachen und Klaas löffelt dabei den leckeren Milchschaum aus seiner Tasse.
"Na das ist doch schon mal ein Anfang. Morgen haben wir zusammen Sport, wenn du willst quatsch ich ihn mal an?"

Katha schüttelt den Kopf.
"Nein! Das wäre ja zu peinlich!"

Wieder müssen sie beide lachen, doch insgeheim schmiedet Klaas bereits einen Plan für morgen...

xxx

Am Abend sitzt Klaas in seinem Zimmer und lernt. Einfach so. Weil das Abi nun langsam aber sicher immer näher rückt und weil Joko ja vielleicht doch ein bisschen Recht hat wenn er sagt, dass seine Noten aktuell nicht die Besten sind.
Auch wenn Klaas noch keinen so rechten Plan hat, hat er es zumindest schon mal geschafft ein wenig Ordnung in seine Unterlagen zu bringen und sich einen Abiordner anzulegen.
Doch egal was er tut, am Ende landen seine Gedanken immer wieder bei Joko. Also klappt er seufzend seinen Ordner zu, greift sich sein Handy und schreibt eine WhatsApp an Joko.

"Ich kann nicht aufhören, an dich zu denken..." schreibt er ehrlich und es dauert keine zwei Sekunden, bis Joko ihm antwortet. Als hätte der Lehrer nur auf eine Nachricht von ihm gewartet.

"Geht mir genau so... was machst du gerade?"

Klaas muss ein wenig grinsen und legt sich mit dem Handy in der Hand in sein Bett.
"Ich wollte lernen, war aber nicht sehr produktiv."

Und dann dauert es eine Weile, bis Joko antwortet. Weil er immer wieder tippt, löscht, tippt, löscht und am Ende sendet er es doch.
"Brauchst du Hilfe?"

Quasi eine Einladung zu sich nach Hause. Auch wenn er es nicht direkt geschrieben hat.
Klaas zögert ebenfalls einen Moment, ehe er antwortet.
"Nur wenn du gut in Physik bist :) "

Auch er sagt es nicht direkt, nimmt Jokos Einladung aber natürlich an. Wie könnte er bei Joko auch jemals nein sagen...

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Eine knappe Stunde später steht er dann vor Jokos Wohnung. Frisch geduscht und so aufgeregt wie bei keinem einzigen ihrer bisherigen Treffen. Unter dem Arm hat er seinen Abiordner, im Rucksack dieses mal keine einzige Bierflasche und auch seine Haare hat er heute ganz bewusst unter einer olivgrünen Mütze versteckt, damit Joko ihm nicht wieder durch wuscheln kann.

Als sich die Wohnungstür öffnet müssen sie jedoch beide grinsen und Klaas betritt eilig Jokos gemütliche Wohnung.

"Hey..." sagt der Lehrer lächelnd und sein Blick fällt dabei auf Klaas Mütze. "Was ist los? Wirst du krank?"

Klaas streift sich im Stehen die Sneaker von den Füßen.
"Nein, das ist eine Sicherheitsmaßnahme." sagt er schmunzelnd und Joko schüttelt grinsend den Kopf und nimmt dem kleineren den Ordner aus der Hand.

"Und der hier? Willst du mich damit erschlagen wenn ich dir zu nahe komme?"

Klaas folgt seinem Lehrer lachend ins Wohnzimmer, wo sie sich wie selbstverständlich auf die große, graue Couch fallen lassen.
"Eigentlich sind da meine Abisachen drin... aber deine Idee ist gar nicht so schlecht."

Joko schüttelt schmunzelnd den Kopf und schlägt Klaas Ordner auf.
"Hey, du warst ja richtig fleißig." sagt er und blättert sich durch die sauber sortierten Unterlagen. Für jedes Fach hat Klaas eine extra Kartei angelegt und all seine abirelevanten Mitschriften darin eingeordnet. "Was wollen wir lernen?"

Klaas schaut seinen Lehrer lächelnd von der Seite an. Joko sieht gut aus heute. Er trägt eine schwarze Jogginghose, ein weißes T-Shirt, seine Haare sind zerwühlt und seinen Bart hat er offensichtlich schon länger nicht mehr rasiert. Aber Klaas gefällt es, wenn Jokos Bart ein wenig länger ist.
"Klaas?"

Der kleinere schüttelt kurz den Kopf.
"Sorry... was hast du gesagt?"

Joko grinst.
"Ich hab dich gefragt, was du lernen willst."

Der Lehrer hat sich in den Schneidersitz gesetzt, den Ordner dabei locker in seinen Schoß gelegt und Klaas blättert ein paar Seiten weiter, ehe er beim richtigen Fach angekommen ist.
"Das hier."

"Physik? Okay, wie du magst." sagt Joko lächelnd und überfliegt dabei kurz die Unterlagen.
Klaas kann einfach nicht anders, als ihm dabei ein paar Haare aus der Stirn zu streichen.

"Ich hol mir noch schnell was zu trinken." sagt er und Joko hebt den Blick von den Unterlagen und schaut Klaas mit seinen braunen, warmen Augen an. "Magst du auch was?"

"Gerne. Wasser steht da hinten und im Kühlschrank ist noch eine Cola." sagt der Lehrer und beobachtet dann schmunzelnd, wie sich Klaas wie selbstverständlich in seine Küche bewegt, dort ein paar Schränke öffnet um Gläser zu suchen und anschließend mit zwei kalten Colas in der Hand wieder zurück kommt.

"Fühlst du dich wohl hier?" fragt Joko leise als Klaas einen großen Schluck von seiner Cola nimmt und der kleinere stellt lächelnd sein Glas zurück auf den kleinen Tisch neben dem Sofa.

"Viel zu wohl." sagt er und auf Jokos Gesicht legt sich ein breites Grinsen. Eine Weile schaut ihn der Lehrer noch gedankenverloren an, ehe er sich wieder den Schulunterlagen widmet.

Klaas lehnt seinen Kopf in eines der weichen Kissen und greift dabei nach Jokos Hand.
"Was ist los, Winterscheidt? Worüber denkst du nach?"

Joko schlingt seine Finger fest um Klaas Hand und streicht dabei liebevoll mit dem Daumen über Klaas Handrücken.
"Ich hatte gerade so einen blöden Gedanken... vergiss es einfach. Wie weit bist du bei Physik gekommen?"

Klaas beißt sich fest auf die Unterlippe.
"Sag schon, Joko. So blöd war der Gedanke bestimmt nicht."

Der Lehrer wird ein wenig rot, legt den Ordner zur Seite und rutscht ein Stück näher zu Klaas.
"Doch, der war wirklich blöd. Wie geht's eigentlich deiner Hand?"
Joko zieht Klaas Hand mit dem Verband ein bisschen zu sich, um sie besser betrachten zu können. "Das Ding sieht aus als hättest du damit einen kompletten Garten umgegraben."

Joko hat Recht, der Verband sieht mittlerweile wirklich alles andere als appetitlich aus. Dreckig, zerfetzt und so richtig sitzen tut er auch nicht mehr.
"Ja, halb so wild. Den muss ich mal ab machen." sagt Klaas und will seine Hand wieder weg nehmen, doch Joko hält sie fest. Genau wie vor zwei Tagen im Lehrerzimmer.

"Komm, ich mach das." sagt er mit sanfter Stimme und ehe Klaas etwas erwidern kann, beginnt Joko auch schon den schmutzigen Verband von seiner Hand zu wickeln.
Klaas kann nicht aufhören, ihn dabei anzuschauen. Ihm so nahe zu sein und ihn nicht küssen zu dürfen... wie soll Klaas das bloß noch so lange aushalten?

"Sieht schon viel besser aus." sagt Joko und hebt lächelnd den Blick. Auf Klaas Hand könnte gerade eine Maus Foxtrott tanzen, er würde es nicht sehen. Denn noch immer starrt er seinen Lehrer an, schaut jetzt direkt in die schönen braunen Augen.
"Warte kurz, ich hol dir ein Pflaster."

Mit diesen Worten will Joko vom Sofa aufstehen, doch Klaas hält ihn am Handgelenk zurück.
"Geh nicht weg..." sagt Klaas leise und unweigerlich steigen ihm dabei Tränen in die Augen. Weil es so scheise unfair ist, das sie nicht zusammen sein dürfen. Weil es so verdammt perfekt sein könnte und trotzdem so schrecklich weh tut. Weil sie sich jeden verdammten Tag sehen und sich einfach nicht nahe sein dürfen und weil Klaas es verdammt nochmal keinen Tag mehr aushält.

"Hey..." sagt Joko und streicht ihm dabei liebevoll über den Rücken. "Was hast du denn?"

"Ich halt das nicht aus..." sagt Klaas und seine Stimme ist dabei so zittrig, dass er sich selbst kaum wieder erkennt. "Ich schaff das nicht bis zum Sommer."

Jokos Hand streicht noch immer liebevoll über Klaas Rücken und zieht den kleineren jetzt fest in seine Arme.
"Komm her..." sagt Joko und Klaas drückt sich augenblicklich ganz fest an seinen Lehrer, schlingt seine Arme um ihn und vergräbt seinen Kopf dabei an dessen Brust. "Natürlich schaffen wir das. Du wirst ein super Abi schreiben und danach zeigen wir der ganzen Welt, das wir zusammen gehören."

Klaas drückt sich ein Stück von ihm weg, um seinem Lehrer in die Augen schauen zu können.

"Versprochen?" fragt er leise und Joko lächelt.

"Versprochen."
Joko lehnt seine Stirn gegen die von Klaas und eine Weile schauen sie sich einfach tief in die Augen, ehe Joko sich wieder von ihm löst und nach dem Ordner greift.

Und dann lernen sie. Weil es einfach sein muss und weil sie sich beide wahrscheinlich nicht mehr lange beherrschen könnten, würden sie einfach weiter hier sitzen und sich so anschauen.
Seite für Seite gehen sie gemeinsam durch. Und mal liegt Klaas Kopf dabei auf Jokos Schoß, mal liegt Joko dabei irgendwie auf Klaas Schultern und am Ende liegen sie beide mit den Köpfen in den weichen Sofakissen und lächeln sich verliebt an.

"Kann ich heute Nacht bei dir bleiben?" fragt Klaas und lässt seine Finger dabei über Jokos muskulösen Unterarm streichen.

"Unbedingt." sagt Joko und beobachtet dabei schmunzelnd Klaas Finger auf seinem Arm, die jetzt verträumt mit den dünnen Armbändern spielen. "Es wäre ja unverantwortlich, dich bei der Dunkelheit alleine nach Hause zu schicken."

Klaas lächelt und vergräbt seinen Kopf dabei noch ein wenig tiefer in Jokos Pullover.
"Ich liebe dich." flüstert Klaas dann einfach so und ganz leise, ehe ihm noch hier in Jokos Armen die Augen zu fallen.

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Am nächsten morgen werden sie beide von einem penetranten Piepsen geweckt. Klaas liegt in Jokos Armen, die Augen noch immer geschlossen und unweigerlich schlingt er seine Arme noch fester um seinen Lehrer.

"Guten Morgen..." sagt Joko mit kratziger Stimme und gibt Klaas einen liebevollen Kuss auf die zerwühlten Haare. Doch der will nicht aufwachen. Er will überhaupt nie wieder aus diesem gemütlichen, warmen Bett aufstehen. Er will am liebsten für immer hier liegen bleiben, fest umschlungen von Jokos starken Armen. Diese Nacht darf einfach noch nicht zu Ende sein.

"Noch fünf Minuten..." grummelt der kleinere deshalb und drückt sich noch enger an seinen Lehrer. "Wie bin ich überhaupt in dein Bett gekommen?"

"Ich hab dich getragen." sagt Joko lächelnd und seine Hand streichelt dabei zärtlich über Klaas Rücken. "Komm du Schlafmütze, wir müssen in die Schule."

Angesprochener hebt nun doch ein wenig den Kopf, schaut dabei in Jokos kleine müde Augen und muss unweigerlich grinsen. Weil Joko einfach so unglaublich süß aussieht, wenn er müde ist und weil Klaas es noch immer nicht glauben kann, dass er wirklich bei ihm sein darf.
"Ich bin heute krank." sagt Klaas grinsend und Joko schiebt ihn daraufhin ein Stück von sich weg und zieht eine Augenbraue nach oben.

"Von wegen krank... du gehst heute zur Schule, und wenn ich dich dafür persönlich bis ins Klassenzimmer tragen muss."

Klaas grinsen wird augenblicklich noch breiter.
"Okay angenommen, du darfst mich tragen."

Joko lacht, zieht Klaas dabei noch fester in seine Arme und mit einem breiten Grinsen im Gesicht wirft Klaas die warme Bettdecke über ihre Köpfe und vergräbt sie noch ein wenig tiefer in Jokos Bett...

×××

Der Unterricht ist heute wie immer und doch ist es irgendwie anders. Weil Klaas nicht aufhören kann Joko anzustarren und weil er sich so sehr in seinen Lehrer verliebt hat, dass es schon weh tut.
Joko steht vor der Klasse, erklärt, schreibt an die Tafel, verteilt Arbeitsblätter. Und Klaas ist wirklich bemüht ihm zu folgen, doch Mathe ist einfach nicht seine Stärke und so sitzt er mal wieder völlig planlos vor seinem Arbeitsblatt und dreht seinen Stift in den Händen, als Joko sich plötzlich neben ihn stellt.

"Was ist? Willst du nicht anfangen?"
Der Lehrer zieht abschätzig eine Augenbraue nach oben und Klaas bekommt sofort wieder eine wohlige Gänsehaut. Joko ist jedes mal so unglaublich sexy, wenn er ihn so anschaut.

"Ich... ich weiß nicht wie." sagt Klaas leise und senkt schnell wieder den Blick auf sein Blatt. Er will nicht unnötig auffallen, auch wenn alle anderen in der Klasse gerade eifrig am rechnen sind.

Joko schüttelt kurz den Kopf, zieht seinen Stift aus der Brusttasche seines blauen Jeanshemdes und tippt damit auf Klaas Arbeitsblatt.
"Komm schon, Klaas." sagt er und beugt sich dabei viel zu nahe über ihn. Klaas kann seinen Lehrer riechen und augenblicklich kommen die Bilder von gestern Abend wieder in seinen Kopf. Wie Joko ihn angesehen hat, wie sie eng aneinander gekuschelt auf seinem Sofa lagen und wie er ihn heute morgen um ein Haar einfach wieder geküsst hätte. "Geodreieck raus, Parabel zeichnen, Gleichung lösen."

Klaas schluckt, kramt mit unnötig zittrigen Fingern nach seinem Geodreieck und zieht dann besagte Parabel über sein Arbeitsblatt.

Joko schaut sich kurz prüfend in der Klasse um, legt seine Lippen ganz nah an Klaas Ohr und flüstert dann so leise er kann: "Ich liebe dich übrigens auch..." ehe er einfach weiter läuft als wäre nichts passiert.

Klaas muss hörbar einatmen, beißt sich fest auf die Lippen um nicht allzu auffällig grinsen zu müssen und kann dabei sein eigenes Herz hören, welches sich gerade zu überschlagen droht.
Joko hat es gesagt. Einfach so, hier, im Matheunterricht. Das darf doch alles nicht wahr sein...

Und als Joko schließlich durch die Klasse läuft um seine Skripte auszuteilen, macht er bei Klaas schon wieder einen Stop. Sein Blick fällt direkt auf die leere Seite in dessen Heft.
"Denkst du nicht es wäre angebracht, ein bisschen mit zu schreiben?" fragt er mit fester Stimme und zieht dabei streng eine Augenbraue nach oben.

Klaas muss schlucken, schaut demütig in die schönen, braunen Augen seines Lehrers und sagt dann leise: "Tut mir leid Herr Winterscheidt, ich bin heute irgendwie nicht ganz bei der Sache."

Jokos Mundwinkel zuckt für den Bruchteil einer Sekunde nach oben. Natürlich weiß er warum Klaas heute mit seinen Gedanken nicht beim Unterricht ist.
"Willst du reden?"

Klaas muss hörbar einatmen und kurz wandert sein Blick zu Katha, die sich schnell wieder umdreht und wissend in ihre Unterlagen grinst.
"Nein, alles gut. Danke."

Joko legt Klaas das Skipt auf den Tisch, schaut ihm dabei so intensiv in die Augen das diesem augenblicklich das Herz viel zu schnell schlägt.
"Dann arbeite ein bisschen mit, das schadet dir nicht." sagt er mit fester Stimme.

Mit roten Wangen nimmt Klaas das Skript entgegen und will gerade etwas antworten, als ihm plötzlich Maik von hinten ins Wort fällt.
"Prinzessin darf hier also 30 Minuten nur blöd glotzen oder was?"

Augenblicklich verfinstert sich Jokos Blick und er schaut Maik fragend an.
"Was war das?"

"Ich will wissen warum die Schwuchtel hier Sonderrechte hat!"
Das hätte er lieber nicht sagen sollen, denn kaum das er seinen Satz beendet hat steht Joko direkt vor seinem Tisch und funkelt ihn wütend an.

"Steh auf." sagt er mit fester Stimme, doch Maik macht keine Anstalten auf seinen Lehrer zu hören. Im Gegenteil, er grinst Joko jetzt auch noch frech ins Gesicht.
"Warum, weil ich Schwuchtel gesagt hab? Ist es jetzt verboten die Wahrheit..."

"Ich sagte steh auf!" Wie aus dem nichts schlägt Jokos flache Hand lautstark auf Maiks Tisch und die komplette Klasse inklusive Klaas zuckt erschrocken zusammen. Sofort steht Maik auf. "Nimm deine Sachen und geh, ich will dich in dieser Klasse nicht mehr sehen."

Maik klappt seinen Mund auf um etwas zu sagen, doch Joko ist schneller und greift wütend nach Maiks Rucksack.
"Wir haben hier keinen Platz für Mobbing, also nimm deine Sachen und geh mir aus den Augen."

Sichtlich überfordert und mit knallroten Wangen greift sich Maik seinen Rucksack und packt unter den Blicken der kompletten Klasse seine Mathesachen ein.
"Wohin soll ich denn jetzt gehen?" fragt Maik leise, doch Joko lässt seine Frage einfach unbeantwortet. Stattdessen läuft der Lehrer jetzt zur Tür und macht diese auf.

"Verschwinde. Falls du Interesse daran hast jemals wieder meinen Unterricht zu besuchen, werden wir uns vorher unter vier Augen unterhalten."

Mit gesenktem Kopf und dem Getuschel seiner Mitschüler im Nacken verlässt Maik die Klasse und als Joko die Tür hinter ihm schließt ist es für einen Moment so still in der Klasse, dass man einen Stecknadel fallen hören könnte.
Und dann fängt irgendwo in der hinteren Reihe plötzlich jemand an zu klatschen. Und noch jemand. Und dann klatscht die ganze Klasse Applaus. Und Joko, der steht mit roten Wangen neben seiner Tafel und wirft Klaas einen viel zu langen Blick zu.
Ja, Joko ist mit Abstand der beste Lehrer den sie jemals hatten. Da sind sie sich alle einig.

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Trotz des kleinen Zwischenfalls hat Joko seinen Unterricht noch durchgezogen und als es zur Pause klingelt stürmen dann wie immer alle schnell nach draußen. Nur Klaas nicht. Um keinen Preis der Welt würde er diese 20 Minuten mit Joko opfern wollen.
Als der letzte Schüler das Klassenzimmer verlassen hat, steht Klaas auf und stellt sich lächelnd zu Joko ans Pult.
"Du bist ja ein richtiger Held, Herr Winterscheidt." sagt Klaas und Joko hebt schmunzelnd den Blick von seinen Unterlagen.

"Du löst irgendwie einen ganz schlimmen Beschützerinstinkt in mir aus." sagt er und mustert Klaas dabei völlig ungeniert einmal von Kopf bis Fuß. "Siehst übrigens süß aus heute."

"Süß?" Klaas zieht eine kleine Schnute und schaut jetzt ebenfalls an sich herunter. Jeans, Chucks, Hoodie, Sturmfrisur. Eigentlich alles wie immer. Okay, abgesehen davon das es Jokos Hoodie ist. "Ich bin nicht süß."

Joko schaut lächelnd wieder nach unten auf seine Unterlagen und schreibt weiter.
"Doch, richtig süß sogar. Da kannst du so grimmig gucken wie du willst, das ändert auch nichts daran."

Klaas muss grinsen und setzt sich dann einfach so auf Jokos Pult. Mitten auf seine Unterlagen, in denen er eben noch eifrig geschrieben hat.
"Was soll das werden?"

Joko schaut ihn fragend an und zieht dabei vorsichtig eine offenbar wichtige Klarsichtfolie unter Klaas Hintern hervor.
"Darf ich mich nicht ein bisschen setzen?" sagt Klaas frech und beißt sich dabei fest auf die Unterlippe.

Doch Joko schüttelt den Kopf.
"Nein, nicht auf meinem Pult. Und jetzt steh auf, du sitzt auf der Ex."

Klaas grinsen verschwindet augenblicklich aus seinem Gesicht.
"Du willst eine Ex schreiben? Wann hattest du bitte vor mir das zu sagen?"

Joko lacht und wuschelt Klaas dabei durch die weichen, braunen Haare.
"Gar nicht?"

"Gar nicht?" wiederholt Klaas Jokos Worte um einiges lauter und springt nun doch vom Pult, aber nur um einen Blick auf besagte Ex zu erhaschen.

"Der Sinn einer Ex besteht darin das man sie vorher nicht ankündigt, Klaas. Also nimm deine Finger da weg."
Joko zieht schmunzelnd einen der Zettel vom Pult und lässt diesen kurzerhand in seiner braunen Tasche verschwinden.

"Aber... aber du hättest mir doch wenigstens sagen können..." setzt Klaas an, als Joko bereits aufsteht und sich seine Tasche unter den Arm klemmt. "Und wo willst du jetzt hin?"

Joko lächelt, nimmt Klaas Gesicht in seine warmen Hände und gibt dem kleineren einen sanften Kuss auf die Haare.
"Jetzt reg dich nicht so auf. Ich geh nur zum Direktor um ihm zu sagen, dass ich Maik vorerst vom Unterricht ausgeschlossen hab. Wir können heute Abend zusammen lernen, die Ex schreiben wir erst morgen."

Die Art und Weise wie Joko sein Gesicht hält lässt Klaas tatsächlich sofort wieder ruhiger werden.
"Ich will nicht lernen. Lass uns lieber ein Bier zusammen trinken heute Abend und ein bisschen Kuscheln." sagt er mit einem schiefen Grinsen und Joko zieht mahnend eine Augenbraue nach oben.

"Wir lernen Klaas, keine Diskussion. Und jetzt geh ein bisschen an die frische Luft."
Erneut küsst ihn der Lehrer sanft auf den Kopf, flüstert ein kleines "Hab dich lieb..." direkt in sein Ohr und verschwindet dann mitsamt seiner Tasche und der Ex aus dem Klassenzimmer.

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