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Geheul bei Vollmond

von leomi
GeschichteAllgemein / P12
Edward Anthony Masen Cullen Jared OC (Own Character) Paul Sam Uley
26.01.2020
01.10.2020
21
49.886
5
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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30.03.2020 4.560
 
Luna

Die nächsten Tage vergehen ereignislos, am Dienstag hatten wir die ersten beiden Stunden Sport, was echt mega geil war. Unser Thema gerade ist Basketball. Nicht das Beste, doch besser als alles andere. Der Rest des Schultages war sehr entspannt, nach dem Unterricht bin ich mit zu Jake gefahren und wir haben den ganzen Nachmittag an seinem Bike geschraubt. Sam war abends auf Patrouille war einen Liebesfilm geschaut, um sie etwas abzulenken, was sie sehr gefreut hat.  Am Mittwoch regnete es den ganzen Tag weshalb ich den Nachmittag dafür nutzte meine Hausaufgaben zu machen, mein Zimmer aufzuräumen und später für die Jungs mit Emily einen Kuchen zu backen. Da ist doch noch etwas, Aiden hat sich entschuldig, Wir saßen beim Mittagessen in der Cafeteria und er kam zu unserem Tisch.

„Luna hast du eine Minute?“

„Die Zeit läuft 60,59 ,…“ ich schaue auf meine Uhr.

„Ich wollte mich für Montag entschuldigen, das ging echt gar nicht. Es wird nicht wieder vorkommen.“

„Okay, gut das du es nach 27 Stunden auch endlich mal geschnallt hast. Du hast trotzdem ein paar Schläge verdient. “ Antworte ich

„Da hast du recht, ich habe mich absolut falsch verhalten. Würdest du denn am Freitagabend mit mir essen gehen?“

Ich lache als Leah schließlich für mich antwortet „Nein das wird sie nicht und jetzt verzieh dich.“

Danach haben Aiden und sein bester Freund Danny angefangen überfreundlich zu mir zu sein und überhäufen mich mit Komplimenten wie „Du siehst echt gut aus heute.“ Oder „Du bist richtig schau.“ Oder auch „Du bist echt sportlich.“

Am Donnerstagmorgen sitze ich allein mit Jared bei meinem Frühstück. Emily und Sam sind früh los, sie müssen irgendetwas in der Stadt besorgen. Ich trinke gerade einen Schluck meines Kaffes, als ein schlecht gelaunter Jakob sich zu uns gesellt. Ich ziehe eine Augenbraue nach oben „Guten Morgen Jake, was ist los?“ Jake schaut mich nicht an als er sagt „Er wird Bella verwandeln.“ Ich muss mich zusammenreißen, um nicht zu sagen, dass es absehbar war. Stattdessen sage ich „Wann?“ Jake lässt seinen Kopf mit einem rums auf die Tischplatte fallen. Wäre er kein Wolf, hätte er jetzt definitiv eine Gehirnerschütterung. Ohne den Kopf zu heben sagt er „Am Schulabschluss, der ist schon in einem Monat. Sie kann sich noch für mich entscheiden.“ Ich verdrehe die Augen. Das Thema haben wir fast jeden Tag. Jared rollt ebenfalls mit den Augen. Er wird mir immer sympathischer. „Jake alter, du musst sie langsam mal vergessen, sie hat sich GEGEN dich entschieden. FÜR ihn. Akzeptier das endlich mal.“ Jake hebt wütend den Kopf „Nein, es ist noch nicht zu spät. Sie wird sich noch für mich entscheiden. Du hattest deine Chance, doch nun ist er wieder da.“ Es kann doch nicht angehen, dass Jake sich so fertig macht, daran geht er noch kaputt. „Jake…“ er schaut mich an „So schwer es auch ist, ich stimme Jared zu.“ Dieser lächelt selbstsicher „Du hast dich nicht auf sie geprägt. Ich streite gar nicht ab, dass du sie nicht liebst, dennoch musst du dir eingestehen, dass ihr nicht füreinander bestimmt seid, sonst hätte dein Wolf sich schon längst bemerkbar gemacht. Und jetzt reicht es auch mal. Verstehe es endlich ich habe dich echt mega lieb. Genau deshalb muss ich das jetzt sagen, hör auf ihr hinterher zu rennen wie ein treudoofes Hündchen. Natürlich wirst du Liebeskummer haben, doch der wird vergehen, spätestens wenn du deine zweite Hälfte findest.“ Ich will gerade meine Hand auf seinen Arm legen als er aufspringt und nach draußen rennt „Sehr sensibles Thema.“ Kommentiert Jared das Geschehene und schnappt sich ein Brötchen. Ich zucke mit denn Achseln „Mehr als es ihm immer und immer wieder zu sagen, kann ich auch nicht tun. Ich beiße in mein Marmeladen Brötchen als die Marmelade von meinem Brötchen tropft. „Na toll, mitten auf meinen Pullover.“ Jared muss lachen „Soll ich dir morgen ein Lätzchen mitbringen.“ – „Ha. Ha. Ha. Sehr witzig.“ sage ich gespielt ernst „Quil kommt gerade rein, der draußen schon gehört hat, was passiert ist. „Ich habe bestimmt auch noch einen Schnuller von Claire.“ Ich verdrehe die Augen „Vielleicht habe ich auch noch eine Barbie für dich.“ Jared muss lachen und wir stimmen mit ein. Als wir uns wieder eingekriegt haben fragt Jared Quil „Was machst du eigentlich hier, dachte du hast mit Embry Patrouille.“ Quil nickt „Eigentlich hätte ich das auch, aber Jake wollte mich unbedingt ablösen. Jared richtet sich an mich „Kannst du das Gespräch nochmal mit ihm führen, wenn ich dran bin.“ – „Das hättest du wohl gerne.“ Ich muss lachen. Während Jared und Quil noch frühstücken, gehe ich nach oben, um mich umzuziehen. Auf der Treppe ziehe ich bereit mein Oberteil aus und werfe es beim vorbeigehen in den Wäschekorb, der im Flur steht. Ich öffne meinen Kleiderschrank und bin wieder ratlos, was ich anziehen soll. Ich betrachte mich im Spiegel und mein Blick bleibt auf meinen Oberarm hängen. Ich brauche etwas langärmliges. Ich trage eine schwarze Hose, weshalb ich mich für eine weiße lange Bluse entscheide, die ein bisschen Dekolleté zeigt, aber dennoch nicht zu viel. Da die Sonne scheint es draußen aber trotzdem nicht so warm ist, ziehe ich meine schwarze Lederjacke über. Zum Schluss ziehe ich drei silberne Kettchen an und checke mein Make-up. Alles im grünen Bereich. Ich trage noch einmal meinen Lippenstift auf und gehe nach unten. Unten angekommen ziehe ich meinen weißen Sneaker an, danach gehe ich ins Esszimmer. Die Jungs haben bereits aufgegessen und räumen den Tisch ab. Jared und Quils Blick fällen auf mein Dekolleté, sie lassen es aber unkommentiert. Nachdem wir den Tisch abgeräumt und die Spülmaschine angestellt haben machen wir uns auf dem Weg zur Schule. Jared ist heute Fahrer und lässt mich vorne sitzen. Ich ziehe meine Sonnenbrille auf und schaue nach draußen. Erst jetzt fällt mir auf das ich Seth noch gar nicht gesehen habe „Wo ist Seth eigentlich?“ – „Der ist bei für bis morgen bei seiner Tante in Seattle, die den Tod von Harry noch nicht ganz verarbeitet hat.“ Antwortet Quil mir. Ich nicke wissen. Durch Jake weiß ich das Seth den Tod „besser“ verkraftet hat als Leah, sie macht sich noch immer Vorwürfe. „Leah kommt heute auch nicht zur Schule, sie muss irgendwas für Sam machen.“ Ich nicke wieder. Was muss Leah denn bitte für Sam machen. Ich muss mich echt mal wieder mit ihr treffen, habe schon lange keinen Mädelsabend gehabt. Okay zwar mit Emily, aber das ist nicht dasselbe. Ich habe sie unfassbar lieb aber mit Leah kann ich halt über alles quatschen. Ihr würde es wahrscheinlich auch mal guttun. Ich überlege nicht lange und schreibe Leah eine Nachricht

>Was hälst du von einem Mädelsabend die Tage?<

Eine Minute später antwortet mir Leah bereits

>Super Plan. Du glaubst gar nicht wie froh ich bin endlich nicht mehr das einzige „Mädchen“ hier zu sein, wenn man Kim nicht mitzählt.<

>Ich weiß genau was du meinst, ich bin auch froh endlich wieder mal in Mädchen hier zu haben was nicht „Mädchen“ ist. Haha ich denke du weißt wie ich das meine.<

>Haha ja ich weiß wie du das meinst.<

In den ersten beiden Stunden haben wir wieder Sport. An der Sporthalle angekommen trennen sich die Wege der Jungs und mir für einen Moment. Ich gehe in die Frauen- und die Jungs in die Herrenumkleide. Nachdem sich alle umgezogen haben sollen wir uns in einem Halbkreis um unseren Sportlehrer stellen. Mr. Coleman erklärt den Plan von heute. Als erstes laufen wir uns warm, danach wird die Klasse in zwei Teams aufgeteilt und wir spielen Basketball. Coleman mach mich und Caroline zu Teamkapitänen. Die Münze entscheidet, dass ich anfangen kann zu wählen. Ich wähle Jared, sie Ashley, ich Quil, sie Aiden, ich Kim und sie Danny. Danach wähle ich die mir scheinen die restlichen sportlichsten aus unserem Kurs und sie ihre Clique. Durch dem Anpfiff beginnen wir zu spielen und gehen schnell in Führung. Ich dribble den Ball in die Mitte des Spielfeldes. Jared steht frei vor dem gegnerischen Korb, weshalb ich zu ihm Passe, er wirft und trifft. Somit steht es nun 5:2 für meine Mannschaft. Den nächsten Korb erziele ich, als Kim zu Quil und der zu mir passt. Wir haben noch fünf Minuten Spielzeit. Jared und Quil passen sich den Ball zu, doch dann Block Aiden den pass von Caiden zu Jared ab und der Ball fliegt direkt auf mich zu. Ich stehe vor dem freien Korb und laufe dem Ball entgegen. Als ich ihn auffangen will, werde ich unsanft von der Seite gestoßen und falle auf den Boden. Ich keuche, als meine Schulter auf dem harten Hallenboden landet. Ich drehe mich auf den Rücken, um zu sehen, wer zum Teufel das war. „Oh nein.“ höre ich Kim rufen, ein „Oh oh.“, kommt es von Jared der meinen Blick sieht. Dann höre ich die laute Trillerpfeife des Lehrers. „Das war ein großer Fehler, ich bring dich um.“, knurre ich, während Caroline sich vor Lachen den Bauch hält. Ich springe auf, ein stechender Schmerz in meiner Schulter hält mich nicht davon ab. Jared der bereits neben mir aufgetaucht ist packt mich von hinten. Hätte er mich nicht festgehalten, hätte ich ihr jetzt eine reingehauen und ihr hässliches Gesicht zerkratzt. „Lass mich sofort los! Ich bring sie um! Soll sie doch noch schlimmer enden als Mark, stört mich überhaupt nicht.“ Quil stellt sich vor mich, damit ich Ashley und Caroline nicht mehr in meinem Blickfeld habe, was mich aber noch rasender macht. In der Zwischenzeit ist Coleman bei uns angekommen und baut sich wütend vor der Flachzange auf. „Das dulde ich in meinem Unterricht nicht, das war Unsportlichkeit der übelsten Art! Nachsitzen! Eine Woche. Heute werden Sie mit Ashley sämtliche Bälle aufpumpen, die ich finden kann.“ Dann wendet er sich zu mir, worauf Jared seinen Griff lockert mich aber trotzdem nicht loslässt. „Alles in Ordnung, Uley?“ Ich versuche, mich zu beruhigen, um nicht selbst mit Nachsitzen zu enden. Es war furchtbar schwer, meinen Ärger runterzuschlucken. „Körperlich ja.“ Coleman nickt „Der Sportunterricht endet heute. Gehen Sie jetzt duschen.“ Als wir an Caroline vorbeilaufen und sich Coleman abwendet, will ich die Chance nutzen und mich auf sie stürzen, doch Jared war natürlich wieder schneller, hebt mich hoch und trägt mich zur Tür. „Ich hasse dich“, brumme ich wütend und gebe meine Fluchtversuche auf. Er war einfach stärker als ich. An der Tür angekommen, lässt er mich runter und versperrt mit Quil den Weg zur Sporthalle. Kim tätschelt meinen Arm. „Du hättest mich nicht aufhalten sollen.“, sage ich verärgert und sah Jared finster an. Ich bin so unfassbar wütend. Ich hole weit aus und boxe gegen die Wand. Kim zieht erschrocken die Luft ein. Quil muss erst einmal realisieren was ich getan habe und Jared sieht mich finster an „Ist das dein Ernst? Es reicht doch, dass Paul sich auf diese Weise immer in Schwierigkeiten bringt, dass brauche ich nicht noch von dir.“ Ich spüre warmes Blut an meinen Knöcheln herunterlaufen. „Zeig deine Hand.“ Widerwillig zeige ich Jared meine Knöchel „Hast du großartig gemacht, jetzt blutest du auch noch.“ erst als Kim mit Papiertüchern wiederkommt bemerke ich, dass sie weg war. Quil drückt mich die Tücher in die Hand „Draufdrücken.“ Jared sieht mich jetzt leicht besorgt an „Aber sag jetzt die Wahrheit, hast du dich vorhin irgendwo verletzt?“ Seufzend tastete ich mich schnell ab. Jetzt, wo wirklich all das Adrenalin in meinem Körper verschwunden ist, spüre ich Schmerzen an meiner linken Seite und auf meiner Schulter, auf die ich gestürzt war, noch deutlicher. „Nichts tragisches, werden vielleicht ein paar blaue Flecken“, murmelte ich und reibe mir die Schulter, was mich vor Schmerz fast zusammenzucken lässt. Jared und Quil scheinen mir das nicht abzukaufen und Quil drück auf meine Schulter. Ich kann ein Aufschrei gerade so verhindern und zucke zusammen. „Von wegen nur ein blauer Fleck, zieh dich um. Wir fahren ins Krankenhaus.“ Ich verdrehe die Augen „Ich brauche keinen Arzt, mir geht es super. Ihr braucht deswegen ja nicht den Unterricht verpassen, ich schone einfach meinen Arm und dann wird das schon.“ Jared zieht eine Augenbraue nach oben „Nur du und ich verpassen den Unterricht. Quil und Kim bleiben hier.“ Quil und Kim nicken. Ich schüttele den Kopf „Ich brauche keinen Arzt, schau.“ Um sie zu überzeugen Kreise ich meine Schulter, worauf ich die Tränen unterdrücken muss. Quil schüttelt den Kopf „So machst du es nur noch schlimmer.“ Ich gebe mich geschlagen und gehe mit Kim in die Umkleide. Als ich mich umziehen will, komme ich vor schmerzen nicht aus meinem Top. Kim hilft mir kommentarlos, weshalb ich ihr wirklich dankbar bin. Kim und ich verstehen und immer mehr. Sie ist ganz anders als man sie sich vorstellt. Als wir nach dem Duschen nach draußen kommen, warten die Jungs auf uns. Wir laufen zu Jareds Truck. Jared küsst Kim zum Abschied und steigt mit mir ins Auto „Wie kommen die beiden eigentlich nach Hause?“ denke ich laut „Je nach dem, wie lange das jetzt dauert hole ich sie später ab oder ich frag einen der Jungs.“ Ich deute auf die Anlage von Jared „Darf ich?“ er sieht mich skeptisch an „Liegt dran.“ – „Lass dich überraschen.“ Ich verbinde mich mit der Anlage und spiele den Song When I grow up von NF. Jared sieht mich mit großen Augen von der Seite an „Nicht dein Erst? Du hörst NF?“ ich muss lachen „Ja ich höre NF. Warum sollte ich nicht NF hören?“ – „Naja das ist halt nicht so dieser Girlyscheiß.“ Sagt Jared kleinlaut. „Ich glaube du müsstest wissen das ich nicht Girly bin.“ – „Da ist was dran.“ Stimmt Jared mir zu. Die restliche Autofahrt verbringen wir schweigend und lauschen den Zeilen des Rappers. Am Krankenhaus angekommen bleibe ich vor der Eingangstür stehen „Wir können noch umdrehen, mir geht es gut. Ich schlucke zuhause einfach nen paar Pillen und dann geht das schon wieder.“ Jared stellt sich mit verschränkten Armen vor mich „Nichts da, Sam weiß auch schon bescheid, er ist auch gleich hier.“ Ich schaue ihn schmollend an „Siehst du noch ist er nicht hier, also können wir auch noch gehen. Mir geht es gut.“ Jared verzieht keine Miene „Ich werde meine Meinung nicht ändern, außerdem würde Sam mir den Kopf abreißen. Also ab jetzt.“ Ich versuche es noch einmal mit einem Schmollmund, doch ich scheitere wieder und folge Jared lustlos. Mein Schmollmund hat auch mal besser funktioniert. Jared und ich folgen einer Krankenschwester zu einer Liege, auf der ich mich setzen soll. Wiederwillig nehme ich Platz. Als die Krankenschwester wieder weg ist sage ich „Ich wünschte ich wäre ein Wolf dann müsste ich hier jetzt nicht sitzen und es wäre schon wieder verheilt.“ – „Da haben Sie vollkommen recht.“ Ein gutaussehender Arzt stellt sich vor mich „Entschuldigen Sie die Einmischung Mrs. Uley. Ich bin Dr. Cullen.“ Jared mustert ihn „Ah jetzt geht mir ein Licht auf, kein Problem. Von mir aus gerne aber bitte nur Luna.“  Antworte ich ihm. Dr. Cullen nickt „Gerne ich bin Calise, also was ist passiert?“ – „Ich wurde in der Schule beim Basketball gefoult. Bin auf meiner Schulter gefallen und seitdem tut sie ein bisschen weh.“ Jared schaut mich mit einer hochgezogenen Augenbraue an „Okay, sie tut nicht nur ein bisschen weh.“ Calise nickt „Und was ist mit deiner Hand passiert?“ – „Sie hat gegen die Wand geboxt.“ Calise zieht überrascht die Augen auf „Deine Hand schaue ich mir gleich an, wie ich sehe hat sie schon aufgehört zu Bluten.“ Calise deutet auf meine Schulter, ich nicke. Als er meinen Arm bewegt verziehe ich vor Schmerzen mein Gesicht. „Ich würde das gerne röntgen.“ Er richtet sich an eine Schwester, die hinter mir aufgetaucht ist. „Während meine Kollegin dieses anmeldet, schaue ich mir mal deine Hand an.“ Er nimmt die Papierhandtücher von der Wunde und tupft es mit einem in Desinfektionsmittel getunktes Tuch. Ich verziehe mein Gesicht als die Flüssigkeit auf meinen Wunden anfängt zu brennen. „Da musst du durch, davon bist du selbst schuld.“, sagt Jared stumpf. Er hat ja recht, ist trotzdem kein schönes Gefühl. Calise betrachtet die Wunde und sagt „Es ist nicht tief und muss nicht genäht werden. Ich muss sie aber ebenfalls einmal röntgen lassen, ich denke nicht, dass sie gebrochen ist, dennoch will ich das abklären. Ich werde dir die Hand verbinden, damit du keine Infektion bekommst. Den Verband kannst du wahrscheinlich morgen schon wieder entfernen. Sollte es wieder anfangen zu bluten, muss die Wunde aber wieder verbunden werden.“ Ich nicke „Okay, alles klar.“ Die Schwester taucht wieder neben mir auf als Calise den Verband mit einem Tape befestigt „Sie sind nun so weit.“ Calise nickt „Danke.“ Dann wendet er sich an mich „Du gehst jetzt zum Röntgen. Ich schaue mir die Bilder an und wenn du fertig bist, treffen wir uns wieder hier.“ Ich bedanke mich bei ihm und mache mich mit Jared auf den Weg zum Röntgen. Auf dem Rückweg schaue ich Jared an „Ich weiß gar nicht,
was ihr immer alle habt, er ist doch mega nett.“- „Das lass mal nicht Sam hören.“, antwortet er murrend. Als ich mich wieder auf der Liege setze kommt Calise mit einem Tablet wieder. Er will gerade anfangen den Befund zu besprechen, als Sam hereingestürmt kommt „Luna?! Was machst du nur für Sachen? Und ist sie gebrochen?“ Ich verdrehe die Augen „Beruhig dich mal, mir geht es gut. Ich weiß noch genauso viel wie du, wir wollten gerade den Befund besprechen.“ Sam setzt sich neben mich auf die Trage und legt seine Hand auf mein Bein. „Hallo Sam.“ Grüßt Calise ihn. Sam nickt ihn kaum merklich zu als Antwort. Calise zeigt auf dem Tablet mein Röntgenbild. „Also deine Hand ist nicht gebrochen und nicht verstaucht. Die Verletzung ist nur oberflächlich.“ Calise macht eine Pause und zeigt dann auf das Röntgenbild meiner Schulter „Wie hier zu sehen ist, die Schulter ist nicht gebrochen.“ Sam atmet hörbar aus „Aber sie ist geprellt. Du wirst an der Stelle noch zusätzliche Blutergüsse bekommen. Eine Prellung kann innerhalb weniger Tage wieder verschwinden, im Schlimmsten Fall vier Wochen vier Wochen, kühlen hilft. Sofern du keine Schmerzen mehr hast und damit meine ich wirklich keine, darfst du sie langsam aufbauend wieder trainieren, dehnen und belasten. Sollte es nicht besser werden, muss ich sie mir noch einmal anschauen. Ich verschreibe dir noch Schmerztabletten und du eine Schlinge.“ Ich nicke „Guck alles gut Sam, sie ist nicht gebrochen, du hast dir umsonst sorgen gemacht.“ – „Ja ja ist klar, nicht schlimmes. Du wirst dich jetzt schonen junges Fräulein.“ Calise macht mir die Schlinge um, wo ich kurz durch seine Berührung zusammenzucke. Ich muss gleich erst einmal eine Pille schlucken. Dann wendet Sam sich an Calise „Danke.“ Calise nickt „Gerne.“ Dann verabschieden wir und gehen zum Auto. Am Auto bedanke ich mich bei Jared, der jetzt zur Schule fährt und Kim und Quil abholt. und steige zu Sam ins Auto. Sam schaut mich wütend an „Muss ich dir dazu noch was sagen, oder weißt du, dass das absolut scheiße war.“ Ich schaue auf meine Füße „Tut mir leid. Ich weiß, dass das falsch war. Ich dachte mir aber besser ich schlage gegen die Wand als einen der Jungs. Ich musste die Aggressionen irgendwie abbauen.“ – „Dann hoffe ich mal, dass das nicht noch einmal passiert und du anders versuchst deine Aggressionen abzubauen.“ Ich nicke. Den Rest der Autofahrt verbringen wir schweigend. Als wir vor unserem Zuhause halten schaut Sam mich an „Ich habe deine Eltern angerufen.“ Mir fällt die Kinnlade runter. Sam steigt aus und ich laufe ihm nach „Warum hast du das getan? Du weißt wie die sind. Die wollen wieder das ich die Therapie mache, oder?“ Sam bleibt still. „Ist das dein Ernst gerade? Ist doch so, oder? Antworte mir!“ er antwortet wieder nicht und geht die Treppe zur Terrasse nach oben. „Sam bleib stehen!“ ich stelle mich in seinen Weg. Auch die anderen haben uns bereits bemerkt und sind über das geschehene aufgeklärt. Erst jetzt schaut mich Sam an „Ja sie wollen, dass du die Therapie wieder machst.“ – „Ich werde nicht wieder in dieses Irrenhaus gehen.“, schnauzte ich ihn an. Sam stemmt die Arme in die Hüften „Du hast das gar nicht zu entscheiden. Du hast es wieder getan. Ich habe nicht gesagt, dass ich dich dahin schicke. Ich weiß einfach nur nicht was ich tun soll. Ich habe nur darüber nachgedacht.“ – „Es reicht auch schon, dass du darüber nachgedacht hast! Natürlich habe ich das zu entscheiden, ich bin alt genug, um meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ich mache alles aber auf gar keinen Fall mache ich eine Therapie und gehe dahin. Einmal hat gereicht. Das ist was ganz anderes! Das kannst du nicht hiermit vergleichen! Ich bekomme das auch so hin.“ Sam sieht mich finster an „Ich sehe ja wie du das hinbekommst? Du hast dich wieder verletzt! Ich will nicht, dass es so endet wie vor zwei Jahren! Und Luna verarsch mich nicht, wir wissen beide, dass das du nicht gegen die Wand geboxt hast, weil du die Jungs nicht schlagen wolltest.“ Sam zieht meinen Ärmel nach oben. „Wo Luna? Wo? Denkst du im Ernst deine blauen Flecken fallen nicht auf. Was soll der scheiß. Ich dachte, dass du das Thema abgehackt hast.“ Mein Körper beginnt zu zittern und ich muss mich zusammenreißen. Sam mustert mich kurz. Auch Embry und Jake merken, dass etwas nicht stimmt. Ich werde so wütend, dass ich gar nicht merke, wie Sam Emily ins Haus schickt. Sam sieht mich jetzt vorsichtig an „Luna beruhig dich.“ Ich schüttele den Kopf „Nein ich will mich nicht beruhigen! Ich werde nicht noch einmal dahin gehen. Das hat einen Teil von mir kaputt gemacht. Wie kannst du mir das antun? Du weißt, wie schlimm das für mich war. Ich gebe zu, ja ich habe es wieder getan, aber du kannst nicht ernsthaft daran gedacht haben mich wieder dahin zurück zu schicken.“ Mein ganzer Körper bebt und ich spüre, wie sich in mir etwas regt. Erst jetzt wird mir bewusst was hier passiert „Nein, nein, das kann nicht sein.“ Ich schaue panisch zu Sam, der mir beruhigend zu spricht „Luna, hör mir zu. Es wird alles wieder gut, hörst du. Es wird alles wieder gut.“ – „Ich kann das nicht noch einmal Sam. Es geht nicht.“, ich bringe nur ein wimmern über meine Lippen. Ich sacke nach Luft ringend auf den Stufen zusammen. Ich höre mehrere Stimmen um mich herum, aber ich höre nur ein rauschen. Dann taucht Leahs Gesicht vor mir auf. Sie nimmt mein Gesicht in ihre Hände und ich versuche mich auf ihre Worte zu konzentrieren. „Luna? Es wird alles gut. Schau mich an, ich bin da.“ Ich spüre wie mir Tränen übers Gesicht laufen. Leah drückt mich an ihre Brust „Scht…“ – „Ich will nicht, ich kann das nicht.“ Leah nimmt mein Gesicht wieder in ihre Hände und schaut mir tief in die Augen „Hey, wir schaffen das okay? Wir finden einen anderen Weg, doch jetzt musst du dich erst einmal beruhigen okay?“ ich nicke schwach und Leah zieht mich wieder in ihre Arme. Ich versuche mich auf ihren Herzschlag zu konzentrieren und atme wie beim Yoga tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Ich spüre, wie das Zittern abebbt und ich mich beruhige. Die Jungs werden wahrscheinlich um mich herumstehen und das geschehene beobachtet habe. Als ich mich schließlich traue schaue ich auf, doch die Jungs sind nirgends zu sehen. Als Leah meinen suchenden Blick bemerkt sagt sie „Ich habe sie weggeschickt.“ Ich vergrabe meinen Kopf in meinen Händen und Leah umarmt mich „Das ist mir so unfassbar peinlich, doch ich gehe nicht noch einmal an diesen Ort und habe Panik bekommen. Dann kam noch das zittern dazu und das hat es noch schlimmer gemacht.“ Leah unterbricht mich „Ich weiß, alles gut. Wie gerade schon gesagt wir bekommen das zusammen hin. Wie wäre es, wenn ich heute bei dir schlafe mhm? Komm wir gehen hoch, damit du dich ausruhen kannst.“ Ich nicke und stehe mit Leahs Hilfe auf. Als wir am Esszimmer vorbei laufen traue ich mich nicht zur Seite zu schauen. Aus den Augenwinkeln sehe ich sie alle am Küchentisch sitzen Embry, Emily, Jakob, Quil, Jared und Kim. Letzte müssen gekommen sein, als ich zusammengebrochen bin. Und Sam, der in der hinteren Ecke des Raumes steht. Ich spüre ihre Blicke auf mir, doch ich schleife meine Füße weiter. Auf der Treppe stützt mich Leah bis in mein Zimmer. Im Zimmer angekommen hilf Leah mir beim Ausziehen. Die Kraft verlässt mich und ich lasse mich in mein Bett fallen. Ich liege gerade, als meine Augen schwer werden und ich einschlafe.

Als ich wieder wach werde, ist es bereits dunkel in meinem Zimmer und Leah ist nicht bei mir. Ich drehe meinen Kopf zur Seite, mein Wecker zeigt 21.36 Uhr. Ich überlege weiter zu schlafen, doch mein Bauch grummelt. Ich will aufstehen, doch meine Schulter lässt mich wieder in mein Bett zurückfallen. Ich schnaufe frustriert. Die Tür öffnet sich und ich ziehe schnell die Decke wieder über meinen nackten Körper „Nichts was ich nicht schon gesehen habe.“, sagt Leah lachend. Ich strecke ihr die Zunge raus „Ich wusste ja nicht wer da kommt.“ Erst jetzt fällt mir das Tablet in Leahs Händen auf „Was hast du da?“, frage ich sie. Leah setzt sich an meine Bettkante und hilft mir mich mit dem Rücken ans Bettgestellt zu lehnen. Dann reicht sie mir ein Glas Wasser „Mund auf, Tabletten schlucken.“ Ich öffne wie gesagt meinen Mund und spüle die Tabletten herunter. Leah stellt mir das Tablet auf den Schoß. „Emily hat gekocht.“ Mein Blick fällt auf die Schüssel Suppe. Ich schnappe mir den Löffel und beginne zu essen. Leah legt sich neben mich und schaut an die Decke. Ich muss an Sam denken und vergesse weiter zu essen „Wie geht es ihm?“ – „Luna du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich hätte genauso reagiert. Wahrscheinlich hätte ich ihm eine rein gehauen. Er weiß wie es dir dort ging. Er ist im Moment einfach nur ratlos. Er hat die Verantwortung für dich und will nicht, dass du dich verletzt. Noch sind wir Anfang und können schlimmeres verhindern. Er macht sich einfach nur Sorgen.“ Ich schaue auf meinen Löffel und lege ihn in die volle Schüssel. „Es tut mir einfach nur so leid, dass ich ihn so angefahren habe.“ – „Ich weiß.“ Sam steht in der Tür und schaut auf den Boden. Leah steht auf „Ich komme gleich wieder.“ Ich nicke. Sam setzt sich an Leahs Platz „Es tut mir auch leid, ich hätte wissen müssen, wie du darauf reagierst. Ich weiß aber einfach nur nicht mehr weiter.“ Ich nicke „Ich weiß.“ Sam nimmt mich in den Arm „Wir bekommen das hin okay? Wir müssen einfach einen Weg finden und glaube mir den werden wir finden. Ich werde dich auf gar keinen Fall so wie deine Eltern in dieses Loch stecken und hoffen das du dann „geheilt“ wirst. So etwas braucht nun mal seine Zeit. Wir sollten uns aber schnell was überlegen, denn deine Eltern sind felsenfest davon überzeugt, dass du wieder zurücksollst.“ Mir laufen Tränen über die Wangen „Danke.“ Sam tätschelt meinen Kopf. Ich schaue ihn an „Wissen die Jungs was passiert ist?“ Sam schüttelt den Kopf „Nein, ich wusste nicht ob du möchtest, dass sie das wissen. Emily, Leah und ich sind die einzigen. Die Jungs wissen, dass du mal in Behandlung warst aber mehr auch nicht. Ich habe ihnen verboten dich darauf anzusprechen.“ Ich lausche auf Sams Herzschlag, als ich schließlich einschlafe.
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