Right Choices

von Azuna98
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Inu-Yasha Kagome Miroku Naraku Sango Shippou
26.01.2020
14.02.2020
5
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Hallo alle zusammen!
Ich hatte die letzte Woche viel zu tun, deswegen kommt jetzt erst ein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch!
Viel Spaß beim Lesen!

Eure Azuna98

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Fasziniert blickte ich auf den Mann vor mir. Immer noch lag er etwas benommen vom Sturz vor mir und starrte mich verärgert aus seinen goldenen Augen an. Für einen kurzen Moment flackerte jedoch noch etwas anderes in seinen Augen. Eine Spur von Angst? Wovor hatte er denn Angst?

Ich ließ meinen Blick über ihn gleiten und blieb an seinem Haar hängen. Waren das Hundeohren? Vorsichtig streckte ich eine Hand danach aus und ehe InuYasha verstand, was ich vorhatte, strich ich sanft über ein Ohr.

Mit solch einer Energie, wie ich es in dem Moment nicht erwartet hatte, sprang InuYasha auf und griff nach meinem Arm. Er zog sie bestimmt von seinem Ohr weg und hielt sie fest.

„Finger weg!“, knurrte er mich an.

Erschrocken versuchte ich mich loszureißen, doch er hielt mich fest im Griff. Sein Blick war kalt geworden.

„Aua! Du tust mir weh!“, Tränen stiegen mir in die Augen und sofort ließ InuYasha mich los.

„Entschuldige. Aber niemand fässt meine Ohren an! Nur eine darf das!“, den letzten Teil sprach er so leise, dass ich ihn kaum verstand. Er senkte den Kopf. „Durfte...“

„Tut mir auch leid.“, ich setzte mich neben ihn auf das Gras.

„Ich bin froh dich endlich kennen zu lernen. Ich wollte mich unbedingt bei dir bedanken.“

Er machte Anstalten aufzustehen, vermied es mir in die Augen zu sehen.

„Ja ja. Kein Problem. Hätte ich für jeden getan.“

InuYasha drehte sich zum Wald und entfernte sich langsam von mir.

„Hey! Wo willst du denn jetzt hin? Warum gehst du mir immer aus dem Weg?“, rief ich ihm hinterher. Er hielt inne, drehte sich aber nicht zu mir um.

„Ich habe nicht vor, dich kennen zu lernen.“, knurrte er und ging weiter.

Ich lief ihm hinterher und stellte mich ihm breitbeinig in den Weg. Skeptisch stemmte ich die Hände in die Seite.

„Ach ja? Das glaube ich dir nicht! Du hast mir doch zugerufen, dass ich nicht gehen soll und verfolgst mich ständig! Das habe ich sehr wohl mitbekommen! Also nochmal. Warum meidest du mich?“

Er versuchte sich an mir vorbei zu schlängeln, doch ich versperrte ihm den Weg. Noch immer blickte er mir nicht in die Augen.

„Ist es, weil ich aussehen wie diese Kikyō? Liegt es daran?“

Ich merkte wie er etwas zusammen sackte. Da hatte ich wohl einen wunden Punkt getroffen.

„Lass mich dir eins sagen! Ich bin nicht Kikyō! Nur weil ich so aussehe wie sie, bin ich ein eigenständiger Mensch! Also entweder du siehst mich jetzt an und akzeptierst das oder ich werde dir so lange auf die Nerven gehen bis du es tust!“

Normalerweise war es mir egal, ob jemand mich mochte oder nicht. Aber jetzt hatte ich mich in Fahrt geredet, merkte gar nicht wie ich immer lauter wurde und ihn schon fast anbrüllte. Er hatte zwar echt noch nicht viel zu mir gesagt, brachte mich aber zur Weißglut. Alle in diesem Dorf behandelten mich so komisch. Niemand sah wirklich mich, sondern immer nur diese Kikyō. Das machte mich unglaublich sauer.

Ich starrte auf InuYasha. So fest wie er vorhin meinen Arm gehalten hatte, wusste ich, dass er auch einfach hätte verschwinden können. Aber nicht ohne mir irgendwie weh zu tun.

Zögerlich hob er kurz den Blick und seine goldenen Augen trafen meine Braunen. Der Moment war genau so schnell vorbei, wie er gekommen war.

„Ich habe kein Interesse dich kennen zu lernen!“, er drehte sich um und verschwand im Wald.

Nachdenklich blickte ich ihm hinterher. Ich glaubte ihm das nicht. Er hatte mich kurz angesehen, aber er sah immer noch nur Kikyō und nicht mich. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich würde allen schon beweisen, dass ich nicht Kikyō bin.

Das würde Krieg geben.

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Am nächsten Morgen schlenderte ich gemütlich durch das kleine Dorf. Ich hatte InuYasha schon oft im Dorf gesehen, doch er war immer vor mir geflohen. Doch ab jetzt würde ich anders reagieren. Ich hatte keine Lust mehr auf dieses Versteckspiel.

Gerade sah ich ihn zusammen mit Miroku. Sie waren in ein Gespräch vertieft und so näherte ich mich ihnen. Natürlich bemerkte mich InuYasha sofort, obwohl ich noch mehrere Meter von ihnen entfernt war. Schnell verabschiedete er sich von Miroku und ging weg. Den mitleidigen Blick, den mir Miroku zuwarf ignorierte ich gekonnt und sah InuYasha hinterher. Ich war mir nicht mehr so sicher, ob mein Plan eine gute Idee war, aber irgendwie musste ich ihn ja dazu bringen, mich näher kennen zu lernen. Und das ging nur, wenn er auch mal mit mir redete.

„Mach Platz!“

Sofort wurde InuYasha von der magischen Kette um seinen Hals zu Boden gezogen. Kaede hatte mich gestern Abend nach meinem Zusammentreffen mit InuYasha aufgeklärt.

Kikyō hatte InuYasha mit dieser Kette belegt, als sie ihn für eine Bedrohung gehalten hatte. Doch nachdem sie sich besser kennen gelernt hatten, hatte sie ihm geschworen diesen Spruch nie wieder zu sagen. Somit war es nun Teil meines Plans mich als eigenständige Person zu beweisen.

Langsam ging ich aus InuYasha zu und blieb neben ihm stehen. Er richtete sich gerade langsam wieder auf.

„Guten Morgen, InuYasha. Wie geht es dir heute?“, unschuldig lächelte ich ihn an. Seine goldenen Augen funkelten verärgert.

„Mach das nie wieder!“, knurrte er mich an.

Ich ging nicht darauf ein.

„Heute ist wirklich wieder schönes Wetter. Ich wollte gerade in den Wald Kräuter sammeln. Bis später.“, ich drehte mich Richtung Wald und ließ einen verdutzen InuYasha hinter mir stehen. Diesmal wollte ich als erste gehen.

Auf meinem Weg zum Wald kam mir Naraku entgegen.

„Ich würde ihn nicht zu doll reizen, wenn ich Du wäre. Das kann schief gehen.“

Ich konnte den Blick in seinen Augen nicht deuten, doch mein siegessicheres Lächeln war mir aus dem Gesicht gewichen. Wie immer war Naraku mir nicht ganz geheuer. Ich konnte ihn einfach nicht einordnen.

„Danke für den Tipp. Aber er wird mir schon nicht den Kopf abreißen.“, ich setzte meinen Weg fort, um dieser dunklen Aura zu entfliehen.

Irgendwas flüsterte Naraku noch hinter mir, doch ich verstand es nicht mehr. Gut klang es jedoch nicht.

Ich wusste, dass ich InuYasha zur Weißglut trieb, aber ich hielt eisern durch. Immer wenn er versuchte vor mir zu fliehen, sprach ich meinen Satz und wechselte ein paar Worte mit ihm. Auch wenn er mir immer drohte, so spürte ich, dass keine Gefahr von ihm ausging.

Überraschenderweise genoss ich sogar unsere Schlagabtausche und manchmal stritten wir sogar etwas länger als gewöhnlich.

Die Tage vergingen nur so und aus ein paar Tagen in der Vergangenheit wurden Wochen. Bald war ich schon ein Monat hier. Ich vermisste meine Familie schrecklich doll und auch mein altes Leben. Wie mir auffiel fehlte mir nur eine Person nicht wirklich. Hojo. Ich hatte kaum an ihn gedacht, seit ich in der Vergangenheit war.

Ich versuchte regelmäßig durch den Brunnen zurück in meine Vergangenheit zu kommen, doch es klappte nie.

Sango und ich wurden gute Freunde und auch der Rest aus der Gruppe wurden neue Freunde für mich. Mit Ausnahme von Naraku und InuYasha. Von Naraku hielt ich mich lieber fern. Seine Gegenwart machte mich nervös und zwar nicht auf die gute Art.

Mit InuYasha machte ich nur kleine Fortschritte. Immer wenn ich ihn jetzt sah rannte er nicht mehr weg. Er wusste ich würde sonst den Spruch benutzen. Meist unterhielten wir uns nur kurz oder stritten uns. Aber ich fühlte mich wohl bei ihm.

Doch obwohl ich mich in der Vergangenheit wohl fühlte, wollte ich zurück nach Hause. Ich versuchte mir gar nicht erst vorzustellen, wie sich meine Familie fühlte. Ob sie mich so sehr vermissten, so wie ich sie vermisste. Da ich am Brunnen jedoch nicht weiterkam überwand ich mich und erzählte eines Abends Kaede meine Geschichte.

Ich dachte sie würde mich auslachen, aber sie blieb ernst und hörte mir geduldig zu. Zwischendurch nickte sie verstehend, manchmal guckte sie jedoch auch verwirrt. Als ich mit meiner Geschichte geendet hatte, blickte sie mich nachdenklich an.

„Ich verstehe. Dann bist du wirklich die Wiedergeburt von Kikyō, so wie ich dachte.“

Ich unterbrach sie.

„Ja das kann sein, aber das ist einfach nicht wichtig gerade. Ich will einfach nur wieder nach Hause.“, als ich ihren Blick sah setzte ich noch dahinter, „Natürlich gefällt es mir hier. Ich habe euch auch langsam ins Herz geschlossen, aber hier ist einfach nicht mein Zuhause. Und auch nicht meine Familie. Verstehst du das?“

Wieder nickte Kaede.

„Das kann ich gut verstehen. Ich vermisse meine Familie ebenfalls, aber die ist schon lange fort.“

Überrascht blickte ich Kaede an. Wenn ich jetzt darüber nachdachte fiel mir auf, dass sie nie über ihre Familie gesprochen hatte und auch nie welche bei ihr gesehen hatte. Ich beschloss Sango später danach zu fragen.

„Aber ich kann dir leider nicht helfen. Mein Wissen ist begrenzt und ich habe auch noch nie eine Zeitreisende getroffen.“

Enttäuscht senkte ich meinen Blick.

„Ich glaube aber, ich weiß wer dir vielleicht weiterhelfen kann. Eine alte Freundin von mir. Haraiya ist eine Exorzistin und reist im Land umher um Dämonen zu vertreiben. Sie ist schon viel rumgekommen und kennt möglicherweise einen Weg, wie du wieder nach Hause kommen kannst.“

Ich strahlte Kaede an. Das war der Hoffnungsschimmer den ich gebraucht hatte!

„Wo kann ich diese Haraiya finden?“

„Das Problem ist, dass sie viel umherreist, aber ich glaube ich weiß wo ihr sie auf jeden Fall finden könnt. Einen Ort, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. Aber du kannst dort nicht alleine hinreisen. Der Weg ist gefährlich und es gibt viele starke Dämonen, die es auf ein junges Mädchen wie dich abgesehen haben könnten.“

„Und mit wem soll ich reisen? Sango und Miroku überlegen doch gerade eine Familie zu gründen. Und Shippou ist noch zu jung.“, mit Naraku zu reisen würde für mich auch auf keinen Fall in Frage kommen und Sango hatte mir in einer ruhigen Minute anvertraut, dass sie und Miroku es jetzt doch versuchen wollten eine Familie gründen.

„Dann bleibt dir nur noch InuYasha. Er ist auf jeden Fall stark genug, um dich zu beschützen und hat hier keine wirklichen Verpflichtungen, die ihn an das Dorf binden.“

InuYasha? Klar fühlte ich mich bei ihm wohl, aber wirklich kennen tat ich ihn nicht. Und dann noch alleine mit ihm auf eine Reise gehen.

„Ich glaube nicht, dass er da mitmachen würde. Er sieht mich immer noch kaum an und redet selten mehr als ein paar Sätze zu mir.“

„Da ich dich aber nicht alleine losziehen lasse, hast du wohl keine andere Wahl.“

Geschlagen nickte ich. Wollte der alten Priesterin nicht zu viele Sorgen machen.

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Am nächsten Morgen machte ich mich auf und suchte InuYasha. Mir war klar, dass ich ihm meine Geschichte erzählen musste, wie ich es auch gestern bei Kaede machen musste. Würde er mich sonst ohne Erklärung einfach begleiten?

Ich sah InuYasha aus einer der Hütten treten und ins Sonnenlicht blinzeln. Er schien gut Gelaunt und das machte mir Hoffnung. Ich näherte mich ihm und er bemerkte mich sofort. Angespannt blieb er stehen, war sich wohl unsicher, ob ich heute den Spruch benutzen würde. Es tat mir irgendwie leid, dass ich ihn sooft benutzt hatte, aber ich konnte die Vergangenheit nun nicht mehr ändern.

„Guten Morgen!“, rief ich ihm entgegen.

„Guten Morgen. Was willst du?“, knurrte er etwas mürrisch.

„Kann ich kurz mit dir reden? Alleine?“

Skeptisch blickte er mich an, nickte dann aber und ging Richtung Wald. Ich hatte gelernt, dass in dem Dorf oft zu viele Augen und Ohren waren und sich Nachrichten wie ein Lauffeuer verbreiteten. Das was ich zu sagen hatten, sollten jedoch nicht alle wissen.

Wir kamen an der kleinen Lichtung mit dem Brunnen an und ich ließ mich seufzend daneben nieder. Zögernd setzte sich InuYasha zu mir.

Seine Haltung gegenüber mir hatte sich komplett verändert und er wirkte nicht mehr gereizt oder Ähnliches. Er merkte wohl, dass es um etwas wichtiges ging. Und so erzählte ich ihm das Gleiche, wie am Vorabend Kaede, und ergänzte dann noch einen Teil.

„Kaede meint, dass ich nicht alleine nach Haraiya suchen darf. Deswegen sollte ich dich fragen, ob du mich begleiten würdest.“

Abwarten schaute ich ihn an. InuYasha hielt nachdenklich den Blick gesenkt. Zugern wüsste ich was er dachte, hatte ich eigentlich erwartet er würde mich auslachen und genervt anmachen. Aber mit Ruhe hatte ich nicht gerechnet.

„Du kommst wirklich aus der Zukunft?“, er hob seinen Blick und seine goldenen Augen trafen auf meine, raubten mir den Atem.

„Ja“, brachte ich lautlos hervor, immer noch gefangen in seinen Augen.

„Und du willst wieder zurück?“

Wieder bejahte ich.

„Dann werde ich dir helfen nach Hause zu kommen.“

Mir fehlte die Sprache. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er mich begleiten würde.

„Wieso hilfst du mir? Ich dachte du kannst mich nicht leiden und willst mich nicht kennenlernen.“

„Das will ich immer noch nicht.“, grinsend stand InuYasha auf und brach den Augenkontakt ab, „Aber je schneller wir dich wieder zurück in deine Zeit bringen, desto schneller werde ich dich ein für alle mal los sein!“

Lachend verschwand er im Wald und ich fluchte hinter ihm her. Das war ja klar gewesen! Typisch InuYasha!

„Mach Platz!“, schrie ich ihm hinterher und ich hörte einen gewaltigen Aufprall. Sein Lachen erstarb, „Geschieht Dir recht!“
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