Formel 1 One Shorts

von Puschicat
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 Slash
Alexander Albon Carlos Sainz jr. Charles Leclerc Daniel Ricciardo Daniil Kvyat Pierre Gasly
25.01.2020
24.09.2020
20
79.243
6
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16.09.2020 4.496
 
Nach langer, langer Zeit gibt es mal wieder ein Kapitel. Ich hatte ja schon mal angedeutet, dass Fanfiction nicht so meine Seite zum schreiben ist, daher habe ich in letzter Zeit meine Oneshorts nur auf Wattpad veröffentlicht. Vielleicht kommt jetzt hier wieder öfters etwas, aber ich kann nichts versprechen.  
Wenn ihr wollt, lasst ein Kommi da.... ;) liebe Grüße
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Renningenieur per Funk:"Mehr Gas, Pierre!"

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Renningenieur per Funk:"Fahr schneller..!"

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Dr. Marko:"Gasly ist schwach..."
Christian Horner:"Ja, er hat in den letzten beiden Kurven vierzehntel verloren..."
Dr. Marko(verständnislos):"Und?"
Christian Horner(lacht):"Das könnten wir auch, ich weiß.."

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Renningenieur per Funk:"More Push!"

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Christian Horner:"Du verlierst in der Kurve zu viel Geschwindigkeit..."

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Christian Horner:"Wir fahren mit Pierre im Mittelfeld, während Max an der Spitze fährt..."

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Christian Horner:"...irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Pierre nicht mehr in Schutz nehmen kann..."

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Renningenieur per Funk:"Pushing, Pierre..."

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Renningenieur per Funk:"Du musst schneller fahren!"

*

Christian Horner:"Natürlich ist es nicht einfach für Pierre. Wir haben so viel Zeit und Mühe in ihn investiert. Aber es funktioniert einfach nicht..."

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Renningenieur per Funk:"Überhole, sobald du kannst!"

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Streckenreporter:"Wie gehst du mit dem Gerücht um, dass du deinen Stammplatz verlieren wirst? Du lächelst zwar..."
Pierre:"Kein Kommentar..."

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Christian Horner:"Er muss aufhören, sich mit Max zu vergleichen und einfach nur fahren..."

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Christian Horner:"Pierre verbringt viel zu viel Zeit damit die Daten zu studieren. Er hört einfach nicht genau auf seinen Instinkt...."

*

Christian Horner:"Bitte lass das Auto heile..."
Pierre:"Ich versuch's.."
Christian Horner:"Bitte, Pierre..."

*

Christian Horner:"Der Frust innerhalb des Teams nimmt immer weiter zu. Auf seinen Schultern lastet also eine Menge Verantwortung. Das Entscheidende ist aber, wie er mit den Druck umgeht..."

*

Crewmitglied:"Das war eine Schrecksekunde für Gasly..."
Christian Horner(lacht):"Mal sehen, ob er sich in die Hose gemacht hat."

*

Christian Horner:"Er ist ein guter Fahrer, aber er hat zu wenig Selbstvertrauen..."

*

Christian Horner:"Ich befürchte, dass er zu früh in dieses Team befördert wurde..."

*

Christian Horner:"Ich kann ihn nicht länger in Schutz nehmen..."

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Österreich/ Spielberg: 30.06.2019

Pierre fühlte sich einfach nur mies. Beschissen, wenn er ehrlich war...

Er ließ sich kraftlos mit dem Rücken an der weißen Holzwand der Toilettenkabine im Red Bull Paddock hinunter gleiten, winkelte seine Beine vor sich an und legte seine Arme verschränkt übereinander auf seine Knie.
Unendlich frustriert, absolut traurig und vorallem motivationslos ließ er sein Gesicht in seine Arme sinken, schloss seine Augen und konnte seine lodernden Gefühle nun nicht mehr zurückhalten.

Doch da er nun eh alleine war, brauchte er sie nicht mehr zurückhalten oder verdrängen.
So schluchzte er schmerzhaft auf, denn die angesammelten Gefühle über dieses miserabel Rennwochenende schnürten ihm beinahe den Hals zu und nahmen ihn gefühlt die Luft zum Atmen. Er spürte wie die Tränen nur so unter seinen Augenlidern hervor traten, hemmungslos über seine Wangen hinab liefen und er immer mehr unter der Last und dem Druck im Team, zu weinen begann.
Er hätte bereits während des Rennnes und unter den ständigen Funksprüchen seines Renningenieurs Mike zu 'mehr Leitung', im Auto weinen können, doch dort hielt er sich noch zurück und sendete mit einem immer größer werdenen Kloß im Hals und gedämpfter Stimme nur knappe Antworten zu Mike zurück.
Fast jede Runde kam ein:'Du musst mehr Gas geben!', oder ein: 'Du musst eindeutig schneller fahren! XY ist schon in deiner DSR Zone!', worauf er schließlich nur mit 'Okay...', oder 'Ich versuche es...' antworten konnte.
Er hatte es ja auch wirklich versucht und alles gegeben.
Doch letztendlich zog Sebastian, der hinter ihm von Platz 10 gestartet war, schon in der ersten Runde an ihm vorbei, wobei er selbst nach über 10 Runden immer noch hinter Antonio hing. Kaum hatte er irgendwann Antonio überholt, hatte er Lando vor der Nase und an Dem kam er einfach nicht vorbei. Über 50 Runden fuhr er letzendlich dem kleinen Briten hinterher und kam nicht an Ihn vorbei. Kaum war von der Strecke her eine Chance zum Überholen gegeben, machte Lando geschickt die Tür zu und er musste gezwungenermaßen hinter den McLaren bleiben.


Pierre atmete tief unter dem Weinen ein, rang kurz nach Luft und brach alleine unter den Gedanken an das bescheuerte Rennen innerlich zusammen.
Es war wie ein Schlag mitten ins Gesicht. Max, im selben Auto wie er, überholte in der letzten Rennrunde sogar noch Charles, landete auf dem Siegertreppchen und beendete das Rennen als Erster.
Während er selbst im Mittelfeld einfach nicht voran und vorwärts kam...
Sein Teamchef 'gratulierte' ihm aus reinem Anstand zu P7, doch Christian wirkte, wie nach jeden bisherigen Rennen enttäuscht und die Aussage von Ihm nach der Siegerehrung:'Max hat gewonnen. Wir wissen also wenigstens, dass wir ein gutes Auto haben...', machte die Situation nicht besser.
Nach dem kurzen 'Gespräch' mit Christian und seinen anwesenden Physio, wo er sich noch versucht hatte, für diese erneute Schlussposition zu rechtfertigen und selbst ja auch einsah, dass er wahrscheinlich viel zu langsam unterwegs war, brauchte er unbedingt einen Moment für sich alleine. Also verabschiedete er sich mit der Ausrede, dass er aufs Klo müsse von seinem Team, verließ die Truppe und steuerte geradewegs in Richtung der Sanitärräume.


Hier saß er nun, weinte seinen ganzen angestauten Frust aus sich hinaus und war ganz alleine, während sein Teamkollege und ihr gemeines Team ihren Heimsieg hier im Red Bull Ring feierten.

Er hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren und wusste dementsprechend auch nicht, wie lange er nun schon hier saß, aber irgendwann wurden die Tränen weniger. Sie verstummten zwar nicht ganz, aber sie wurden weniger, sodass er wieder besser Luft holen und seine leeren, drückenden Lungen wieder etwas befüllen konnte.
Er blieb weiterhin in der zusammengekauerten Position sitzen, legte sein Kopf nur schräg auf seine verschränkten Unterarme und sah quasi mit geschlossenen Augen zu der verschlossen Toilettentür, hinter der er sich zurückgezogen und eingeschlossen hatte.

"Pierre?", erklang nach einiger Zeit der (un-)angenehmen Stille um ihn herum, die Stimme seines Teamkollegen durch den Toilettenbereich, was ihm für einen kurzen Moment zusammenzucken ließ.
Unter der Nennung seines Names, öffnete Pierre mühsam seine feuchten Augenlider und sah durch den immer noch vorhanden Tränenschleier an die hölzerne, verschlossene Toilettentür.
Doch er antwortete nicht auf Max' Rufe, denn zum Einen hatte er die Befürchtung, dass er vom Heulen eh keine Stimme haben könnte und zum Anderen, wollte er einfach nur alleine sein. Wenn er nun auf sich aufmerksam machen würde, wäre er logischerweise nicht mehr alleine und auf Gesellschaft hatte er im Moment einfach keine Lust.
Also drehte er sein Gesicht wieder in seine Unterarme hinein und schloss seine vom Weinen müde gewordenen Augen, mit der innerlichen Hoffnung, dass Max seine augenscheinliche Suche aufgeben und wieder verschwinden würde.

"Pierre? Hey, wo steckst du?", fragte der Holländer erneut und drehte sich suchend einmal in dem recht kleinen Toilettenabteil des Red Bull Paddock um seine eigene Achse herum.
Er machte sich langsam aber sicher Sorgen um seinem Teamkollegen, aber auch sein schlechtes Gewissen Pierre gegenüber, machte sich immer in ihm breit.
Also verließ er nach einer kleinen Umarmungsrunde mit seinem Mechanikern und der anschließend kurzen Rennanalyse mit Christian und Helmut das gemeinsame Team und fragte sich bei Pierres Mechanikern nach dessen Aufenthaltsort durch, um nach ihm zu sehen.
Er hatte die Funksprüche zwischen Mike und Pierre während es Rennens mitbekommem und es fiel ihm tatsächlich schwer, sich nicht dort mit einzumischen und seine Meinung zu dem Thema für ALLE hörbar über das Teamradio zu funken.
Außerdem hatte Max vorhin, als er kurz vor der Siegerehrung im Paddock war, gesehen, dass sein Teamkollege in einer Diskussion mit dessen Physiotherapeuten und ihrem Teamchef steckte. Pierre hatte dort schon wässrige Augen, das konnte Max selbst mit einigen Metern Abstand mehr als deutlich sehen.


Der Holländer atmete einmal tief durch, trat zwei Schritte von den vier Toilettenkabinen zurück und konnte so mit dem nötigen Abstand, etwas durch die Spalte der jeweiligen Tür zwischen Tür und Boden sehen.
Die ersten drei Kabinen waren leer, bei der ganz letzten Tür, meinte er Jemand auf dem Boden sitzen zu sehen und so steuerte er auf diese letzte Tür, direkt am Fenster zu.
"Pierre, bitte....", meinte er sorgenvoll, blieb vor der verschlossenen Tür stehen und umfasste den weisen Türknauf:"Ich weiß, dass du hier bist. Komm, mach die Tür auf...", er brauchte gar nicht erst testen, ob die Tür abgeschlossen war, denn das war sie. Die rote Markierung am Schlüsselloch verriet es ihm nun auch, wo er die Tür genauer betrachtete.

Doch der Franzose reagierte nicht auf Max' Bitte, zog seine Beine noch enger an seinen Körper heran und atmete bewusst in dem Spalt zwischen seinen übereinanderliegenden Armen und seinen Brustkorb tief ein- und aus.
Hatte Max nichts Besseres zu tun, als hier an der Tür zu stehen?
Sollte er nicht lieber bei seiner Siegerparty sein?
Mit seinem Mechanikern feiern?
Was wollte er bitte hier?


"Wenn du die Tür nicht aufmachst, mache ich sie auf, Pierre...", meinte der heutige  Rennsieger mit einer Mischung aus Traurigkeit und Besorgnis aber auch mit einer leichten Drohung in der Stimme und griff in die Tasche seiner Jogginghose, die er direkt nach der Siegerehrung und der Champagnerdusche mit und von Charles gegen seinen Rennoverall eingetauscht hatte. Max fischte daraus eine der Kleingeldmünzen, die er meistens immer für den Kaffeeautomaten am Eingang des Fahrerlagers bei sich hatte.

Ohne auf eine weitere Antwort oder eine mögliche Reaktion seines Teamkollegen abzuwarten, schob Max mit der Münze die Verriegelung der Tür von außen zurück und öffnete so die Kabienentür nach außen hin.
Sofort sah er den Älteren zusammengekauert an der Kabinenwand herangelehnt auf dem Boden sitzen und sofort tat ihm dieses Bild unendlich weh. Er wusste, wie schwer es momentan für Pierre bei Red Bull war, doch er hatte nicht gewusst, wie sehr der Franzose scheinbar darunter litt.
"Hey...", meinte er mit deutlich abgesackter Stimme, trat mit in die kleine Kabine hinein und ließ sich vor dem Franzosen in die Hocke sinken.
Tröstend legte er seine Hände auf die verschränkten Arme des heutigen Renn- Siebten, ließ seinen Blick musternd über Pierre gleiten und sah ihn voller Sorge an.
"Es tut mir sooo leid, Pierre...", sagte er einfach, fühlte sich für dessen schweren Start in ihrem Team mitverantwortlich und es tat ihm auch leid, dass Er ihm in der vorletzten Rennrunde sogar überrunden musste.

Pierre seufzte ergebend auf, erhob seinen gefühlt tonnenschweren Kopf von seinen Armen und wischte sich mit seinem Jackenärmel über die feucht geweinten Wangen, damit er nicht ganz so verheult aussah und sah dann mit einem erneuten Kloß im Hals zu Max hinüber.
"Was willst du?", wisperte er leise, schniefte und wischte sich erneut mit dem Ärmel seiner Jacke über die linke Wange, auf der sich erneut eine Träne verlaufen hatte.

"Hör auf zu weinen, bitte...", meinte Max total berührt von dem Anblick seines weinenden Teamkollegen, nahm seine Hand von Pierres Arm und strich behutsam mit seinen Händen über dessen schimmernden Wangen, was für ihn eine durchaus neue aber angenehme Erfahrung war.
Doch Pierre ließ es ohne Gegenwehr zu, sah ihn einfach nur mit wässrigen Augen an und so schüttelte Max leicht den Kopf:"Erinnerst du dich, was wir am Anfang der Saison, bei diesem Fotoshooting, du weißt schon, gesagt haben? Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen...", sagte er bedrückt, rutschte noch einen Schritt dichter an Pierre heran und zog den aufgelösten Franzosen sanft in seine Arme.

Pierre rutschte mit seinem Hintern ein Stück von der Kabinenwand ab, warf sich regelrecht in Max' Armen und klammerte sich traurig an ihn, während seine Tränen wieder an Masse zu nahmen und er wieder deutlicher nach Luft ringen musste. Er schloss seine Augenlidern wieder, schluckzte erneut und krallte sich förmlich unter seinen erneuten Gefühlsausbruch in das Red Bull Shirt seines Teamkollegen.

Max fiel durch den kleinen Schwung vom Pierre quasi aus seiner Hocke und landete auf seinen Hintern, was aber weder weh tat noch wirklich schlimm war. Er schloss seine Arme ruhig um dem aufgelösten Franzosen, zog ihn dichter an sich und strich ihm beruhigend über den Rücken. Behutsam legte er seinen Kopf auf Pierres ab, atmete tief durch und schloss für einen Moment seine Augen, denn es fiel ihm unendlich schwer nicht gleich mit zu weinen.
Max gab zwar nach Außen hin dem Macho und den knallharten Typen, doch in Wahrheit war er nie der Typ, der hart bleiben konnte, wenn Jemand vor Ihm weinte und schon gar nicht, wenn Jemand weinte, den er schon lange kannte. Pierre und Er kannte sich schon über neun Jahre. Sie lernen sich damals als Konkurrenten beim Kartsport kennen, wurden abseits der Strecke Freunde und seitdem sie Beide für die Formel 1 fuhren, wuchs ihre Freundschaft und sie verstanden sich eigentlich ganz gut.
Als bekannt wurde, dass Pierre sein neuer Teamkollege werden würde, hatte er sich ehrlich gesagt, total gefreut.

Doch diese Freude fing schon bei ihren gemeinsamen Testfahrten in Barcelona an zubröckeln und Max zweifelte dort schon für einen Moment daran, ob es die  richtige Entscheidung war, Pierre in ihr Team zu holen. Nicht weil er Pierre nicht mochte oder um sich herum haben wollte, denn das wollte er und fand es fast schon toll, Pierre ständig um sich herum zu haben.
Doch nachdem Pierre bei beiden Testfahrten in Spanien das Auto gegen die Mauer gesetzt und damit einen  Schaden von mehr als 2 Millionen Euro verursacht hatte, hörte Max selbst im Nebenraum die wortlaute Ansage von Helmut und Christian gegenüber Pierre und ab dem Zeitpunkt ahnte er schon, dass es eine schwierige Saison werden könnte.
In Australien und Bahrain stand Pierre zwar noch unter Welpenschutz bei Christian, doch mit jeden Rennen, das der Franzose nicht in den Top Fünf beenden konnte, wuchs der Leistungsdruck der Chefetage.
Max hörte, wie über Pierre teamintern gesprochen und geurteilt wurde und er sah auch, wie Pierres Physio seinen Schützling nach einem weiteren, blöd laufenden Rennen wieder aufbauen und motivieren musste.


Der Holländer seufzte traurig über den montanen Gegebenheiten im Team, öffnete seinen Augen wieder und sah bedrückt an die Kabinenwand, an der Pierre bis vor wenigen Sekunden noch  herangelehnt war.
Zärtlich und hoffentlich beruhigend strich er weiter mit seinen Fingern  über Pierres Rücken, spendete ihm so Trost und war einfach nur für ihn da.

Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis er in Max' Armen und dessen sanften Streicheleinheiten langsam wieder ruhiger wurde und seine Tränen nach und nach aufhören. Er schnappte irgendwann erneut erschöpft von den letzten Minuten nach Luft, lockerte seinen Klammergriff um seinen Teamkollegen und erhob sich mit leicht zittrigen Oberkörper aus dem Armen des Jüngeren. Immer noch unfähig etwas zu sagen, wischte er sich erneut mit seinem Jackenärmel über die nassen, tränenreichen Wangen und machte Anstalten wieder etwas von Max abrücken zu wollen.

Doch Max griff nach ihm, bevor er 'abhauen' konnte und packte Ihn sachte, aber bestimmt am Oberschenkel.
"Komm wieder her....", meinte Max leise, schmunzelte Pierre leicht an und drehte den Franzosen mit beiden Händen auf dessen Hintern auf den glatten Fliesenboden einmal um 180°, sodass Pierre nun mit dem Rücken zu ihm saß und zog ihn bestimmt wieder zu sich heran.
Max selbst lehnte sich mit dem Rücken an die Kabienenwand, zog den Franzosen in seine leicht gespreizten Beine und legte seine Arme wieder beruhigend von hinten um seinen aufgewühlten Freund herum:"Genieß es doch einfach mal, wenn Jemand bei dir ist und du nicht immer alles alleine mit dir ausmachen musst...", meinte der Rennfahrersohn fürsorglich und kuschelte sich von hinten an Pierre heran.

Pierre atmete tief durch, ließ sich ohne Gegenwert von Max in die Arme ziehen und schmiegte sich schlussendlich mit dem Rücken an Max' Oberkörper heran.
"Du solltest zurück zu deiner Party gehen...", wisperte er leise, atmete nochmals tief ein und versuchte sich langsam aber sicher wieder zu fangen, denn irgendwann würde ihr Team nach Ihm bzw. nach sie Beide suchen und dann musste nicht Jeder unbedingt sehen, dass er geheult hatte.

Max schmunzelte leicht:"Vielleicht...", meinte er auf Pierres Worte, legte seinen Kopf auf die Schulter des Älteren, sodass ihre Wangen sich beinahe berührten und zog seine Arme behutsam enger um den inmer noch leicht zitternden Körper seines Teamkollegen herum:"Aber die Party kann warten und so lange mich Keiner vermisst und sucht, bleibe ich bei dir..."
Als würde er seinen Sieg feiern wollen und können, während Pierre total fertig und unglücklich über das Rennen und der allgemeinen Gesamtsituation war...
Ein Sieg, gerade hier im Red Bull Ring war toll, keine Frage. Aber es war nicht toll, wenn das ganze Team jubelte und feierte, und Pierre zerstört und unglücklich am Boden saß. Das war kein süßer Sieg, im Gegenteil, er schmeckte momentan einfach nur bitter.

Seinen Sieg feiern?: Ja, aber nur mit Pierre zusammen und erst dann, wenn Dieser bereit dazu wäre.
Als TEAM siegt man zusammen oder man verliert zusammen!
Noch nie lag Freud und Leid so dicht beieinander als Heute und der Zwiespalt im Team war wohl auch noch nie so deutlich spürbar wie Heute....


"Musst du nicht...", versuchte Pierre es erneut, schluckte den festsitzenden Kloß in seinem Hals hinunter und sah dann auf seine Hände hinab:"Ich komm schon klar...".
Wie im letzter Zeit immer..., fügte er im Gedanken hinzu und wusste selbst nicht warum, es ihm gerade so verdammt schwer fiel, Max einfach von sich zu stoßen und ihm weg zuschicken.
Vielleicht lag es an der Tatsache, dass er momentan einfach zu erschöpft war um mit Max zu streiten oder an der Tatsache, dass es nach einer gefühlten Ewigkeit die erste richtige Umarmung war und diese sich einfach so verdammt gut anfühlte. Als würde Max spüren, dass er dies einfach gerade brauchte. Körperliche Nähe, einen Halt und einen Freund.

"Müssen vielleicht nicht, aber ich möchte...", erwiderte Max ehrlich und lehnte seinen Kopf nun an Pierres heran.
"Ich habe vorhin das Gespräch zwischen Christian und dir mitbekommen... Du hattest dort schon Tränen in den Augen, dass hat Jeder gesehen und trotzdem ist Niemand zu dir gekommen und hat dich einfach mal in den Arm genommen...", erzählte der Holländer leise, legte seine Hände auf Pierres und strich mit dem Daumen über dessen Handballen:"Es tut mir leid, wie Christian dich momentan behandelt. Das ist nicht fair..."

Pierre dachte einen Moment über Max' Worte nach und zuckte dann deprimiert mit den Schultern:"Aber er hat Recht.... Es liegt nicht am Auto. Du hast gewonnen, mit dem selben Auto, dem selben Einstellungen und dem selben Set-Up wie ich und ich komme nicht mal an Lando vorbei...", meinte er schwer, verurteilte sich zum zweiten Mal innerhalb von nicht mal einer Stunde für dieses miese Rennen selbst knallhart und es zerriss ihm innerlich einfach.
Er hatte sich letzte Saison so gewünscht, in eins der Top Teams zu kommem und er war so voller Elan, als er von Toro Rosso nach Red Bull befördert wurde.
Doch bis jetzt kam er einfach nicht mit dem Auto zurecht, fand nicht das richtige Gefühl für den Boliden und fühlte sich  im Allgemeinen von Allen schief angeguckt, egal auf welchem Platz er in einem Rennen landete.


Max schüttelte leicht den Kopf:"An unserem kleinem Briten vorbei zu kommen, schaffen selbst Seb oder Lewis kaum und das weißt du auch... Lando könnte auch mit seinem Fahrrad auf der Rennstrecke fahren und man würde trotzdem nur schwer an ihm vorbei kommen. Er kann sich einfach super verteidigen. Das ist nicht deine Schuld, dass du an ihn nicht vorbei gekommen bist...", versuchte Max die Andeutung seines Teamkollegen zu entkräften und sah auf ihre gemeinsamen Hände. Von klein Lando und dessen Verteidigungskünste konnte Max selbst schon ein Lied singen. Einmal musste er bisher durch eine Platzstrafe hinter Lando starten und das war eine Katastrophe, denn er hatte gefühlt das halbe Rennen benötigt um an den McLaren(!!)vorbei zu kommen.
Also war das defintiv nicht Pierres Schuld, dass er an Lando nicht vorbei kam.
"Du bist kein schlechter Fahrer, Pierre und du hast auch noch genügend Rennen Zeit um deinen Weg zu finden, aber du darfst nicht aufgeben. Früher hast du mich in jedem Qualifying abgezogen, erinnerst du dich? Ich konnte noch so gut sein, du warst immer besser und ich musste immer hinter dir starten....", meinte er einfühlsam, schmunzelte kurz über die Erinnerung an ihre gemeinsame Kartzeit, eher er dann wieder ernster wurde und auf seinen Daumen hinab blickte, der nach wie vor über Pierres Handballen strich:"Wir schaffen das schon, du schaffst das schon, okay?"

"Sie werden mich zurück zu Toro Rosso schicken, Max....", sagte Pierre flüsternd, aber dnenoch in einem ernsten Ton, atmete nochmal bewusst tief ein- und aus und lehnte seinen Kopf seitlich gegen den es Holländers heran:"Thomaz hat es nach dem Rennen, bevor Christian dazu kam, angedeutet. Vermutlich gleich nach der Sommerpause, es sei denn, ich schaffe bis dahin noch ein Podiumsplatz....", berichtete er nun von dem kleinen, vertraulichen Informationsaustausch zwischen Ihm und seinem Physio. Eigentlich wollte sein Physio ihn nach dem beschissen Rennen mal wieder mental aufbauen, doch da Thomaz gegenüber Pierre ziemlich schlecht in Dinge geheimhalten war, erzählte sein Physio ihm dies mehr oder weniger zwischen der Blume und Er erfuhr, dass Thomaz das Gespräch zwischen Dr. Marko und Horner bezüglich ihm und einer möglichen Zurückversetzung eher zufällig mitbekommen hatten.

Nun war es Max, der einige Wimperaufschläge über die eben gesagten Worte nachdenken musste.
Bis zur Sommerpause waren es noch drei Rennen. Silverstone, Hockenheim und Budapest- keine leichten Strecken. Wenn das stimmen sollte, was Pierre hier gerade erzählte, dann hatte Pierre keine Chance und seine Zurückversetzung war so gut wie besiegelt...
Ohne das Max es steuern oder dagegen ankämpfen konnte, zog es alleine unter dem Gedanken: Pierre möglicherweise zu verlieren, unangenehm in seiner Brust, sodass er seine Arme instinktiv enger um seinem Teamkollegen herum legte und seine Finger mit Pierres miteinander verschränkte.
Er wusste einfach nicht, was er dazu sagen sollte.
Irgendwie verlor er immer die Teamkollegen, die er mochte und Denen er gut klar kam. Mit dem letzten Rennen in Abu Dhabi letztes Jahr hatte er Daniel als Teamkollegen verloren und nun sollte auch Pierre gehen? Das war einfach nicht fair...

"Über was denkst du nach?", fragte Pierre leise, denn eine mögliche Antwort des Holländers dauerte ihm jetzt eindeutig zu lange. Also drehte er seinen Kopf ganz leicht nach links, sodass er Max aus dem Augenwinkel heraus ansehen konnte und spürte dessen Gesicht ganz nah an seinem eigenen. Es war zwar irgendwie komisch, Max so nahe zu sein, aber nicht unangenehm oder so.
Es war schön.


"Darüber, dass ich ständig die Teamkollegen verlieren, die mir etwas bedeuten...", antwortet der Red Bull Pilot ehrlich auf die Frage seines Teamkollegen, erhob seinen Blick leicht verträumt von ihren verschränkten Fingern und drehte seinen Kopf ebenfalls so herum, sodass er Pierre ansehen konnte.
"Es wäre nicht fair, dich zu versetzten....", meinte er, spürte Pierres warmen Atmen an seinem Gesicht und sah in die immer noch leicht geröteten, grünen Augen des Franzosen.

Pierre erwiderte den Blick und versuchte für einen Moment etwas in Max' Augen heraus lesen zu können. Doch was genau er suchte, konnte er selbst nicht sagen, er wusste nur, dass er Max wahrscheinlich noch nie so intensiv angesehen hatte.
Er war Ihm so nah, saß quasi fest umschlungen in Max' Armen und spürte die Atmenzüge des Holländers an seinem Gesicht.

Ohne das Max darüber nachdenken konnte, beugte er sein Gesicht etwas vor und überwandt so die wenigen Zentimeter zwischen Ihnen.
Fast schon schüchtern legte er seine Lippen auf Pierres und zettelte so einen kleinen, scheuchen Kuss zwischen Ihnen an. Kurz bevor er den Kuss beenden und sich zurückziehen wollte, kam Pierre ihm entgegen und erwiderte den Kuss genauso schüchtern.
Der Franzose entklammerte, ohne den Kuss zu beenden, seine Hand aus Max seine, drehte sich noch ein Stück weiter zu dem Jüngeren herum und legte seine Hand zaghaft an Max' Wange.
Aus dem kleinen, scheuen Kuss wurde ein gefühlvoller und fast schon sehnlicher Kuss und als sie sich wegen Luftmangel von einander lösten, sah sie sich beinahe verlegen gegenseitig in die Augen.

Max konnte sich ein glückliches Schmunzeln nicht verkneifen, schmiegte seine Wange an Pierres Hand, die immer noch an seinem Gesicht ruhte und mopste sich einen weiteren kleinen Kuss von seinem Teamkollegen.
Das Denken fiel ihm im Moment echt schwer, aber das war egal.
Er war Happy. Dieser Kuss war defintiv mehr wert, als sein heutiger Siegerpokal.

Pierre erwiderte auch diesen Mini- Kuss, nahm sich dann die Freiheit und holte sich darauf von sich aus, einen weiteren von Max, den der Holländer ebenfalls erwiderte und sah den Jüngeren dann mit dem ersten Grinsen des heutigen Tages auf seinen Lippen an.
"Vielleicht solltest du vorher duschen gehen, bevor du auf deine Party gehst...", bemerkte er mit etwas besserer Laune und spielerisch an, ließ seinen Daumen über Max' Wange strichen und fühlte sich im diesem Moment einfach nur rundum wohl, obwohl es ihm vorher nie in den Sinn gekommen wäre, ausgerechnet seinen Teamkollegen zu küssen.
Einen anderen Mann.
Doch es fühlte sich in diesem Augenblick einfach richtig, natürlich und vorallem gut an.


Max zog irriert seine Stirn in Falten:"Willst du damit sagen, ich stinke?", fragte er gespielt beleidigt nach, konnte aber nur wenige Sekunden die Rolle der beleidigten Leberwurst halten, denn er fühlte sich für beleidigt sein einfach zu wohl in Pierres Nähe und musste dann doch leicht über dessen Worte lachen.
"Außerdem findet die Party nur statt, wenn du mitkommst und wenigstens ein Bier mit mir trinkst..."

"Muss das sein?", hakte Pierre nach, nahm seine Hand von Max' Wange und ließ sie stattdessen in dessen Nacken wandern:"Mir ist echt nicht nach feiern.", gab er ehrlich zu, stibitzte sich einen weiteren Kuss von dem Holländer und ließ seine Finger sachte durch Max' Haare wandern:"...und um deine Frage  zu beantworten: Du stinkst extrem nach Champagner..."

"Da kannst du dich bei deinem besten Freund bedanken. Der hat mich mit seiner halbe Flasche übergossen...", rechtfertigte Max sich sanft, legte nun seine Hände an Pierres Wangen und  umfasste so dessen Gesicht.
"Nur ein Bier mit mir trinken, nicht feiern, wenn du nicht willst...", flüsterte er, beugte sein Gesicht wieder vor und legte seine Lippen erneut zärtlich auf Pierres, der den Kuss wie selbstverständlich erwiderte.
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