Obsession

von Jacqie
GeschichteAngst, Horror / P18
Eddie Gluskin Jeremy Blaire Miles Upshur OC (Own Character) Waylon Park
24.01.2020
03.07.2020
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24.01.2020 1.973
 
Jack

„Dad, ich muss los! Jetzt! Sonst fangen die ohne mich an!”, maulte der dreizehnjährige Jack, der eine mini Version seines Vaters darstellte, nur mit dem Temperament seiner Mutter, wie Waylon selbst immer zu scherzen pflegte. Seit einer Woche nun freute sich Jack wie verrückt auf das Spiel, hatte er in seinem Kopf für nichts Anderes außer seinem heiß geliebten Sport mehr Platz, hatte er selbst die Schule aufgrund des vielen Trainings vernachlässigt, sehr zum Missfallen seiner Eltern, besonderes dem seiner Mutter. Ungeduldig zupfte der blonde Junge an dem Hemdzipfel seines Vaters, der ausgerechnet jetzt einen Anruf erhalten musste. Waylon verdrehte genervt seine Augen, als er sein eben gesagtes wiederholte, kurz darauf bemerkte er Jacks missmutige Miene, schenkte dem Jungen ein entschuldigendes Lächeln, wollte besänftigend über den blonden Schopf streichen, welches Jack jedoch geschickt umging, indem er einen Schritt zur Seite trat, die Hand seines Vaters hing für einen Moment lose in der Luft, ehe dieser die Hand langsam wieder sinken ließ. Trotzig verschränkte der dreizehnjährige die Arme, gab dabei fast der Versuchung nach wütend mit dem Fuß aufzustampfen, besann sich dann doch eines Besseren, war er schließlich keine fünf mehr. Ein kurzer Blick auf die dunkelblaue Uhr, die seine rechte Hand zierte zeigte ihn, dass er die Teambesprechung welche meistens eine dreiviertel Stunde vor dem Spiel stattfanden, verpasst hatte. Innerlich stöhnte er auf, als er an die Reaktion von Steve, den Coach, dachte, dem die „Gruppensitzungen“ heilig zu sein schienen, derweil sie den Spielern selbst, Jack mit einbegriffen, zum Halse hinaushingen. Wenn sie jetzt losfuhren, würde er fünf Minuten später als die anderen in der Halle erscheinen, was jedoch keinem großartig auffallen würde. Da er sein Sporttrikot jetzt schon angezogen hatte, würde die Zeit des Umziehens wegfallen. Ein irritiertes Stöhnen lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Vater, der mit frustriert aufeinander gepressten Lippen zu Boden starrte, die Hand mit der er nicht das Smartphone festhielt hatte er tief in die Hosentasche seiner verwaschen Jeans vergraben. Hin und wieder nickte er. Jack seufzte verärgert auf. Auch wenn er nicht hören konnte, wer am anderen Ende der Leitung die Nerven seines Vaters zu rauben schien, hatte er bereits eine Ahnung. Jeremy Blaire, oder wie er ihn auch gerne nannte, Dagobert Duck, passte es definitiv mehr zu dem arroganten Chef wie Jack fand. Er hatte immer ein perfektes Timing für irgendwelche Anrufe, die doch ach so wichtig waren. Nicht.
„Jack?“, hörte er plötzlich eine weibliche, verwunderte Stimme, die seiner Mutter gehörte. Offenbar hatte sie gesehen, dass das Auto noch immer in der Einfahrt stand. Als er aufsah, musterte sie ihn mit verwirrt gerunzelter Stirn, war mit wenigen Schritten bei ihm. „Solltest du nicht schon längst in der Halle sein?“ Statt auf die Frage seiner Mutter zu antworten, grummelte er nur etwas Unverständliches, ehe er missmutig zu Waylon deutete, der noch immer telefonierte. Warum legte er nicht einfach auf? Wichtiger als das Spiel, in dem er eigentlich geplant hatte, mitzuspielen konnte es kaum sein. Lisa folgte dem Blick ihres Sohnes, seufzte leise auf als sie ihren, offensichtlich gestressten Mann, mit dem Smartphone in der Hand entdeckte. „Warte hier, okay?“ Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen, und nun war es an Jack die Stirn zu runzeln, bei der geheimnisvollen Miene seiner Mutter, die nun zu seinem Vater schritt, leise etwas sagte, und in der nächsten Sekunde das Smartphone von Waylon in der Hand hatte, kurz nachsah wer der Störenfried an Waylons eigentlichen freien Tag war, verdrehte offensichtlich genervt, und wenig überrascht die Augen, ehe sie den Anrufer wegdrückte. Jacks Vater beobachtete dies mit großen Augen, was Jack leise kichern ließ. Vielleicht gab es jetzt doch noch Hoffnung, dass er es noch pünktlich zum Spiel schaffen würde?
Mit einem triumphierenden Grinsen kehrte seine Mutter zu ihm zurück, strich dem Blondschopf liebevoll über den Rücken. „Dein Vater hat seine Pflichten für die Arbeit für heute erledigt, also spring ins Auto rein, damit ihr endlich losfahren könnt, okay?“
Ein Grinsen breitete sich im Gesicht des dreizehnjährigen aus, ehe er schwungvoll seinen Rucksack vom Boden klaubte, um mit diesen zu dem schwarzen SUV zu stürmen. Die Tür war bereits geöffnet, weshalb er seine Tasche achtlos auf die Rückbank schleuderte, die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fallen ließ, ehe er sich auf den Beifahrersitz fallen ließ. Als er sich anschnallte, erblickte er wie Lisa etwas sagte, Waylon daraufhin mit einem schiefen Grinsen an seinem Hinterkopf kratzte, dann aufsah, Jacks Blick bemerkte, diesem mit einem warmen Lächeln erwiderte, und einen Daumen hochreckte. Euphorie machte sich im Körper von Jack breit, als sein Vater seiner Mutter einen Kuss auf die Wange gab, ehe er leicht zu dem Wagen joggte, und sich neben ihn auf dem Fahrersitz fallen ließ. „Sorry dass du so lange warten musstest. Ich…“ Im nächsten Moment winkte er ab, startete stattdessen den Motor. „Freust du dich schon aufs Spiel?“, fragte er stattdessen, derweil in den Rückspiegel sah, um zu sehen ob ein Fahrzeug kam, sich dann noch einmal zur Sicherheit umdrehte, so wie er es immer tat, um sicher zu gehen, dass wirklich nichts ankam, ehe er schließlich zurücksetzte. „Und wie!“, entgegnete Jack, mit einem breiten Grinsen was nicht aus seinem Gesicht verschwinden wollte. Waylon, angesteckt durch die Begeisterung seines Sohnes, winkte Lisa, die am Straßenrand stand und die beiden mit einem seligen Lächeln auf den Lippen beobachtete, kurz zu, was Jack ihm gleichtat, ehe sie schließlich die Straße hinunterfuhren. Entspannt schloss er die Augen, froh darüber endlich im Wagen zu sitzen. Während der Fahrt verfielen die beiden in ein angenehmes Schweigen, ließen sich von den sanften Klängen einer Akustik Gitarre berieseln.
Nach einer halben Stunde fahren waren sie schließlich an der Halle angekommen, kaum hatte sein Vater angehalten, sprang er wie von der Tarantel gestochen aus dem Wagen, schnappte und schnappte sich seine Tasche von der Rückbank. Zu seiner Überraschung standen selbst noch einige Eltern von seinen Teamkollegen draußen, obwohl das Spiel in wenige Minuten beginnen sollte.
„Hey Dad . . . “
Doch als Jack sich umdrehte, sah er wie sein Vater, wieder einmal, am Smartphone hing, mit vor Konzentration gerunzelter Stirn auf das Display starrte.  Er spürte einen Stich der Enttäuschung in seine Brustgegend, warum war er überhaupt mitgekommen, wenn er sowieso nur an seinen Job dachte? Wie immer eigentlich…
„Hm?“, ertönte die abwesende, und verspätete Reaktion Waylons, der seinen Blick noch immer nicht von dem Gerät in seiner Hand löste, weshalb Jack augenverdrehend aufstöhnte. Bevor er sich weiter über seinen geistig abwesenden Vater aufregen konnte, hörte er einen Wagen ranfahren, und drehte sich um, um einen grünen Van zu erblicken. Einem ihn mehr als bekannten grünen Van.  Dieser kam wenige Meter von ihren Familien Wagen zum Stehen. „Und jetzt verpiss dich aus meinem Wagen“, ertönte die barsche Stimme von Derek, der sich nie die Mühe machte freundlich zu sein, egal wen er vor sich hatte. Am allerwenigsten gegenüber seinem kleinen Bruder, Matthew, von allen Matt genannt. Dieser nahm die abweisende Art seines Bruders jedoch locker, winkte ihn sogar hinterher, als dieser einen U-Turn machte, und den Parkplatz mit einer viel zu hohen Geschwindigkeit verließ. Jack konnte das breite Grinsen nicht verhindern, welches von einem Ohr bis zum anderen reichte, als sein bester Freund sich umdrehte, ihn entdeckte, und verwirrt an seinem Ohrläppchen zupfte, eine merkwürdige Eigenart, die er sich vor kurzem angeeignet hatte. „Du noch hier, Jack?“, fragte der Schwarzhaarige, ließ dabei seine Hand sinken und zog Jack in eine brüderliche Umarmung, ehe er sich wieder von ihm löste. Matt war ein Kopf größer als er selbst, was bei seiner mickrigen Körpergröße von 1,72 auch gut zu schaffen war. „Ja, hatten einige Startschwierigkeiten…“ Dabei deutete der Blonde hinter sich, wo sein Vater stand, höchstwahrscheinlich immer noch auf sein Display starrte, als würde er hoffen so im Lotto gewinnen zu können. Matt lachte über die missmutige Miene seines Freundes, war er schon oft genug bei ihm zuhause gewesen, um zu wissen wie sein Vater tickte. Locker schlang er einen Arm um die Schultern Jacks, lief gemeinsam mit ihm in Richtung des Einganges. „Aber jetzt mal was Anderes “, begann der gleichaltrige, sah dabei nachdenklich zu Boden, derweil er die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Freundes hatte.
„Hast du schon jemand, mit dem du auf diesen Schulball gehst?“ Auch das noch… Jack hatte zuerst in Betracht gezogen, einfach zu schwänzen, wogegen natürlich seine Mutter protestiert hatte, und aus Erfahrung wusste er auch, dass Matt sein Fehlen nicht durchgehen lassen würde. Ungeduldig zuckte er mit den Schultern, schüttelte dabei Matts Arm von seinen Schultern. „Also ich wüsste schon jemand“, verkündete sein Freund, ließ dabei triumphierend seine Knöchel knacken, etwas von dem er wusste, dass Jack es hasste. Auch jetzt überzog seine Arme eine feine Gänsehaut als er es hörte. „Und zwar Becky.“ Unterdessen öffnete der Blonde die schwere Eingangstür, brauchte er sich gar nicht umzudrehen, um zu wissen, dass Matt wie ein Honigkuchenpferd grinste. Er selbst hatte es noch nicht so mit Mädchen, natürlich befanden sich auch einige Mädchen in seinen Freundeskreis, es war also nicht so, dass er sie verabscheute und sich vor ihnen ekelte, wie es in der Grundschule noch üblich gewesen war, im Gegenteil.  Und er hatte auch schon durchaus hübsche Mädchen gesehen, ob nun in der Schule, oder in der Stadt. Und dennoch sträubte sich sein inneres gegen den Gedanken eine Beziehung einzugehen. Einige Jungs hatten sich darüber lustig gemacht, dass er mit seinen dreizehn, beinahe vierzehn, Jahren noch immer keine Freundin gehabt hatte, derweil sie selbst in einem Monat drei verschiedene Freundinnen hatten, die sie dann als ihre große Liebe betitelten. Hin und wieder hatten ihn diese „Witze“ ein wenig verunsichert, was war, wenn er wirklich für den Rest seines Lebens Beziehungsunfähig blieb, so wie Dylan, einer der Rich Kids, wie Matt und er sie inzwischen nannten, es behauptet hatte?
Seine Mutter hatte seine Zweifel jedoch mit wenigen Sätzen verschwinden lassen. Er war noch ein Kind, und auch wenn Jack dies nicht gerne hörte, und sich erst recht nicht so fühlte, wusste er unterbewusst doch, dass seine Mutter recht hatte. Lisa hatte über seinen Kopf gestrichen, und gemeint, dass auf jeden Topf ein Deckel passen würde, und dass auch seine Zeit kommen würde. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht Morgen oder nächste Woche, aber sie würde kommen. Mittlerweile war es dem dreizehnjährigen egal was die anderen sagten, sollten sie doch ihre Freundinnen wie Unterhosen wechseln, dann dauerte es bei ihm eben ein wenig länger, so what? Solange er seinen besten Freund und den Sport an seiner Seite hatte, war alles gut.
In der Umkleidekabine angekommen, in der es jedes Mal so stank, als hätte jemand Zwiebeln unter den Bänken geklebt, dazu noch ein Kilo Mett gegessen, und dadurch Magenprobleme bekommen, stellten die beiden Jungs ihre Taschen ab. Matt hielt sich beide Hände vor den Mund, derweil seine dunkelgrünen Augen anklagend zu dem kleinen verschlossenen Fenster sahen, welches direkt über der Tür war. Jack bemühte sich möglichst flach zu atmen, während er seine Wasserflasche in seiner Sporttasche suchte, sie nach wenigen Sekunden gefunden hatte, dabei den Fehler machte erleichtert einzuatmen, und so den widerwärtigen Geruch in die Nase zu befördern. Er unterdrückte ein Würgen, stolperte unterdessen mehr oder weniger zur Hallentür, sein Freund dicht auf den Fersen. Er riss die Türe auf, um direkt in das überraschte Gesicht seines Trainers zu blicken, der mit in den Hüften gestemmten Händen in der Mitte der Halle stand.


Hi there! Dies ist mehr oder minder ein reupload, da ich diese Geschichte schon vor einiger Zeit begonnen und auch schon hochgeladen hatte, jedoch dann aus welchem Grund auch immer wieder gelöscht habe. (Falls einige sich wundern, warum ihnen die ersten Kapitel eventuell bekannt vorkommen...^^)
Fakt ist, dieses Mal werde ich die Geschichte auch zu Ende bringen, ich bin hoch motiviert und voller Ideen für dieses "Schmuckstück."
Hoffe das euch das erste Kapitel vorerst gefällt und es natürlich auch Lust auf mehr macht.

Bis zum nächsten Kapitel. :)
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