Per aspera ad Astra

GeschichteSci-Fi / P18
24.01.2020
23.05.2020
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23.05.2020 3.169
 
-Der Weise lernt aus dem Tod anderer-

Gedanke des Tages

Doktor Harper und seine Begleitung fuhren zu einem der sieben Eingänge welche in die Katakomben führten. Ein kleiner Torposten stand vor einem Rolltor durch das Lastwagen mit Leichen passieren konnten. Zwei Wachen saßen in dem Wachhäuschen und spielten Karten miteinander. „Hier sind Soldaten. Vielleicht gehen wir lieber zu einem anderen Eingang oder vergessen das ganze?“ die Pathologin hoffte immer noch irgendwie aus der Sache herauszukommen. „Unsinn! Das sind einfache Wachmannschaften, damit werde ich schon fertig. Bleibt einfach im Auto.“ der Doktor prüfte noch einmal den Sitz seines Respirators, griff zu seiner Arzttasche und ging selbstsicher auf das Wachhaus zu.
„Guten Tag, meine Herren. Ist die Leiche von Jane Doe schon eingetroffen und falls ja, wo liegt sie und habt ihr sie berührt?“ fragte Harper noch bevor die Wache die Tür vollständig geöffnet hatte. „Ich... keine Ahnung? Wir sorgen nur dafür das die Lastwagen passieren und keine seltsamen Leute die Toten schänden können. Was ist denn mit der Leiche?“ fragte der Wachmann. „Kam heute schon ein Transporter?“ Harper ging nicht auf die Frage ein. „Sicher, zwei.“ antwortete der Wachmann. „Dann ist die Leiche schon hier. War einer von euch nahe der Transporter? Fühlt sich womöglich jemand krank oder unwohl?“ der Doktor prüfte demonstrativ noch einmal den korrekten Sitz seiner Schutzausrüstung.
„Ja, ich habe so ein seltsames Kribbeln!“ der andere Soldat war hinzugekommen. „Vielleicht ist es schon zu spät.“ murmelte Harper nachdenklich. „Zu spät für was? Was geht hier vor?“ in den Gesichtern der beiden zeichnete sich große Unsicherheit ab. „Hört zu, ich darf das eigentlich nicht, aber ihr seht mir wie treue Diener des Imperators aus. Nehmt diese Pillen, geht direkt nach hause, sprecht mit niemandem. Wir postieren neue Wachen... diesmal mit besserer Schutzausrüstung. Einfach fahrlässig euch nicht einmal Masken zu geben während ihr Umgang mit den gefährlichen Leichen habt... vergesst das ich das gesagt habt, streng geheim. Geht einfach und ich tue so als hätte ich euch nicht gesehen, so der Imperator es will wirkt das Antibiotikum das ich euch gebe noch rechtzeitig.“ er drückte beiden jeweils eine Tablette in die Hand. „Danke! Wir gehen sofort!“ hastig nahmen die beiden Wachen die Tabletten und verließen ihren Posten. „Und nicht vergessen, kein Wort zu niemandem. Wenn jemand erfährt das ich euch vor der Seuche warnte landen wir alle auf dem Henkersblock!“ warnte Harper noch einmal eindringlich, ging hinein, griff sich eine Karte die hier herumlag, öffnete per Knopfdruck das Tor und ging zurück zum Fahrzeug. „Ihr habt sie angelogen! Was habt ihr ihnen gegeben?“ fragte die Pathologin entsetzt. „Placebos. Was habt ihr denn gedacht?“ fragte er sie, doch an ihrer Reaktion konnte er ablesen das sie wohl mit Gift oder zumindest einem starken Betäubungsmittel gerechnet hatte.
Fast eine drei Stunden fuhren sie durch die dunklen Korridore. Hier waren zahllose Leichen in kleinen Alkoven in den Wänden aufbewahrt die in Reihen bis zur Decke gingen. Vor jedem der Gräber befand sich eine Plakette die den Toten identifizierte und in regelmäßigen Abständen standen Staturen des Imperators welche über die Leichen ewige Wacht hielten. „Wir sollten nicht hier sein! Das ist kein Ort für die Lebenden!“ drängte die Pathologin. „Das ist eine Leichenhalle auch nicht, trotzdem arbeitet ihr dort.“ gab er zurück. Sie kamen schließlich in einen Bereich der zu klein für ihr Fahrzeug war. „Okay, das hier dürfte der Bereich für die wichtigeren Gräber sein. Bleibt einfach hier, ich sehe mir nur kurz die Leiche an, nehme einige Proben und wir sind wieder weg.“ er öffnete die Tür. „Nein, lasst mich ja nicht allein hier! Was wenn Wachen vorbeikommen?“ sie stieg ebenfalls aus. „Das einzige hier unten sind Servitoren und Ratten, aber von mir aus kommt ruhig mit.“ Harper war es eigentlich egal.
Statt den kleinen Alkoven die übereinander aufgereiht waren fanden sie hier größere Grabkammern vor. Stumm gingen sie durch die Räume. In einigen waren mehrere Urnen und Familienbanner, in anderen Särge die mit Wappen oder kunstvollen Ornamenten verziert waren. Hier lagen die Adeligen und Helden des Planeten, jene die sich durch besondere Verdienste hervorgetan hatten oder durch ihr Geburtsrecht. Die Doktorin blieb gelegentlich stehen um sich die Plaketten durchzulesen, doch Harper hatte daran keinerlei Interesse und sie musste ihm immer wieder kurz nachlaufen weil er einfach weitergegangen war. Dann endlich fand er das Grab nach dem er suchte. „Wunderbar, ein Stasis-Sarg. Hoffentlich kann ich in diesem Gewebe noch etwas nachweisen.“ Doktor Harper untersuchte kurz das Kontrollfeld des Sarges, hebelte es mit seinem Messer ab und begann es kurz neu zu verkabeln. „Was tut ihr da? Das ist Tech-Häresie!“ fauchte sie ihn an. „Keine Sorge, ich repariere das wenn ich fertig bin. Warum sonst habe ich bitte binär gelernt und mich mit Tech-Priestern angefreundet? Nur ein bisschen Blut, Hirnwasser und ein paar Gewebeproben, sollte nicht lange dauern.“ er schaltete das Feld ab und begann sofort mit der Entnahme. „Macht wenigstens schnell! Ich glaube ich höre jemanden!“ warnte die Pathologin mit gesenkter Stimme.
„Ich sagte doch, nur Servitoren und...“ er stoppte spontan als er es auch hörte. Tatsächlich waren es schwere Schritte von mehreren Personen. Gab es hier unten doch Wachmannschaften? Er packte sich seine Begleitung, zog sie hinter den Sarg und deutete ihr zu schweigen. Die Geräusche kamen näher. „Oy, gib mir ma da Knaller. Ich will da mehr Dakka ranmachen.“ es war die unverkennbare Sprache der Orks. „Nimm da Drecksgriffel wech davon! Da Mek hat dat gemacht, da is genuch dran! Und sei mal net so laut, wir tun hier schleichen tun!“ mahnte ein anderer Ork. „Ich weiß, wir sind ja Kommandoz, aber wenn ich dat da dran mache dann macht dat Farben und rot is schneller.“ die Orks stritten weiter.
Harper griff leise in seine Arzttasche und griff zu einem Reagenzglas. Die Pathologin sah ihn nur entsetzt an, sichtlich der Panik nah. Sie hatte wohl die Befürchtung er wäre dumm genug sie anzugreifen, doch das lang ihm natürlich fern. Er war viel zu wichtig um sein Leben in irgendeinem Kampf zu gefährden. Er griff zu einer zweiten Reagenz und zog die Korken ab. „Haste dat gehört? War da wat? Können wir dat moschen? Sach bitte ja, komm schon!“ einer der Xeno´s hatte wohl das Geräusch gehört. Doch Harper störte das nicht. Er nahm seinen Reserve-Respirator aus der Tasche, legte sie seiner weniger begabten Kollegin schnell um und goss die beiden Chemikalien zusammen. Augenblicklich entwickelte sich ein bestialischer Gestank in der ganzen Grabkammer und den umliegenden Korridoren.
„Wat is dat? Ich kann nix riechen, Boss!“ einer der Orks taumelte. „Da sind sicher da toten Menschenz, da sind schlecht geworden. Dat riecht als wenn da nen Squiggofant
hingeschissen hat!  Jungz, lasst da Knaller hier stehn, nix wie wech hier!“ röchelte der Anführer. „Aber sollen wir da nicht versteken?“ fragte einer seiner Untergebenen. „Stellste etwa mein Kommando in Frage stellen tun? Nein? Dat dacht ich mir und jetze wech hier!“ befahl der Boss und sie hörten wie sich der kleine Kommandoz-Trupp zurückzog. Harper war sehr zufrieden mit sich selbst. Nicht nur das er den hervorragenden Geruchssinn der Xeno´s gegen sie verwendet hatte, der Doktor hatte auch seine Proben und einen geheimen Angriff aufgedeckt. „Harper an ´Exact Navigation´, ich benötige ein Sprengstoff-Kommando an meiner Position und informiert den Lord-Captain das die Orks Sprengladungen unter der Hauptstadt verteilt haben.“ meldete er über das Vox. Wenn das nicht seinen Nutzen unter Beweis stellte würde es gar nichts tun.

-Der Lohn von Nachlässigkeit ist völlige Zerstörung-

Gedanke des Tages

Lord Rivers ging in seiner kleinen Zelle auf und ab wie er es jeden Tag seit seiner Inhaftierung getan hatte. Niemand hatte bisher über ihn zu Gericht gesessen und er vermutete auch nicht das dies bald geschehen würde, wenn es überhaupt passierte. Eigentlich war es egal. Er hatte bereits alles verloren. Seinen Sohn, seine Ländereien, seinen Status, alles wofür er jemals gelebt hatte war für immer fort. Ein Bauer hatte ihn besiegt.
Seine Zellentür öffnete sich überraschend. Für gewöhnlich reichten die Wachen sein Essen nur durch einen Schlitz in der Tür. „Gefangener, an die Wand!“ befahl der langhaarige Uniformierte. Der Adelige kam der Aufforderung nach. Es gab keinen Grund zu kämpfen oder zu fliehen, wohin sollte er auch gehen? Der Wachmann legte ihm Handschellen an, deutete ihm auf der Pritsche Platz zu nehmen und schloss die Tür von innen. „Ihr habt den Wahrsager getroffen. Ihr werdet mir alles darüber erzählen.“ verlangte die Wache.
Währenddessen ging Tina zum Empfangstresen der Brigg. Sie war sich zwar sicher das Rivers nichts über Kyrie wusste, doch er kannte sich mit den Gepflogenheiten ihres Heimatplaneten aus. Womöglich würde er gegen einige Annehmlichkeiten für seine Zelle bereit sein ein paar Quellen zu nennen die ihre Spione prüfen konnten. „Ich bin hier um mit dem Gefangenen Rivers zu sprechen. Bringt ihn ins Verhörzimmer.“ befahl sie der Wache. „Herrin, das Verhör hat doch bereits begonnen. Hier kam vor zehn Minuten ein Verhörspezialist vorbei und ist direkt in die Zelle gegangen.“ der Wachmann deutete den Korridor herunter. „Ist das so? Wie sah er aus?“ sie griff bereits zu ihrem Bolter. „Eine normale Wache halt. Er hatte alle nötigen Papiere.“ der Diensthabende holte einige Dokumente unter seinem Tresen hervor. „Ist er noch da drin?“ fragte sie kurz das Magazin ihrer Waffe prüfend. „Ja, Herrin, ich glaube schon. Irgendwas nicht in Ordnung?“ die Wache wurde angespannt. „Löst stillen Alarm aus und verriegelt alle anderen Ausgänge.“ befahl sie und ging schnellen Schrittes zu Rivers Zelle.
Leise näherte sie sich der Zellentür. „Zellentür 81 öffnen.“ befahl sie leise über das Vox und hörte wie das Schloss öffnete. Sofort stürmte sie hinein. Lord Rivers war erschlagen worden, sein Kopf hing in einem ungesunden Winkel zur Seite, das Genick eindeutig gebrochen. Niemand sonst war hier. War der Attentäter schon geflohen? Nein, das war nicht möglich, er musste noch hier drin sein. Sie ging ein paar Schritte zurück, gerade genug das sich jemand an ihr vorbei quetschen konnte. Da war worauf die Seneschall gewartet hatte, ein kleiner Luftzug. Sie schlug mit dem Schaft ihres Bolters nach vorn zu und spürte einen Widerstand. Ein langhaariger Mann welcher die Uniform eines Wachmanns trug erschien vor ihr wie aus dem Nichts und taumelte rückwärts in den Raum. Als seine Haare durch den Fall kurz durcheinandergewirbelt wurden sah sie darunter das Sanktionsierungssymbol eines Psionikers. Er schwang sich sofort wieder auf die Füße und wollte sie angreifen, doch sie würde ihm nicht die Gelegenheit geben zu fliehen oder auch nur zu kämpfen. „Zelle schließen!“ brüllte Tina laut und augenblicklich verriegelte der Maschinengeist die Tür wieder.  
Der Attentäter schlug kräftig gegen die Zellentür. Zuerst dachte sie das er einfach nur verzweifelt war, doch dann begann die schwere Tür Dellen zu bekommen. Er musste seine physischen Kräfte mittels seiner Psionik verstärkt haben. Sie stemmte sich gegen die Tür um noch ein bisschen Zeit zu erkaufen. Dann endlich hörte sie die Geräusche von schweren Stiefeln von beiden Seiten des Korridors. Zwei komplette Sicherheitsteams mit Schilden, Elektroschlagstöcken und schweren Panzerungen nahmen Aufstellung um jegliche Fluchtoptionen abzuschneiden.
Die Tür flog mit Wucht in den Korridor, sie konnte gerade rechtzeitig aus dem Weg springen. „Ergebt euch! Selbst wenn ihr uns alle überwältigen könnt, jeder Ausgang ist abgeriegelt und weitere Sicherheitsteams stehen bereit. Es gibt kein Entkommen!“ sie hielt ihn mit dem Bolter im Visier. Er sah sich kurz um und schätze mit dem geschulten Blick eines erfahrenen Taktikers seine Chancen ab. Dann nahm er langsam ein Mikrofunkgerät aus seinem Ohr und trat fest drauf. „Tod vor Schande!“ rief er laut, doch anstatt anzugreifen biss er fest auf seinen implantierten Giftzahn und brach augenblicklich zusammen. „Verdammt! Ich muss sofort Gwendell und den Lord-Captain unterrichten. Bewacht diesen Leichnam, niemand rührt ihn an ohne ausdrücklichen Befehl!“ wütend und enttäuscht über sich selbst das sie es nicht hatte kommen sehen griff sie zum Vox um Bericht zu erstatten.

-Nichts und niemand kann sich vor dem gerechten Zorn des Imperators verbergen-

Gedanke des Tages

Kyrie schoss einen Stahlpfeil auf eines der Übungsziele des Schießstandes ab und durchbohrte es damit. „Zweimal in die Mitte getroffen. Langsam werde ich besser.“ sie schulterte ihren Bogen wieder und rieb sich kurz die Armgelenke. Die neuen flexiblen Lederschienen leisteten gute Arbeit dabei ihren Zug und ihre Zielgenauigkeit zu erhöhen. Sie war sehr zufrieden mit ihrer neuen Ausrüstung und mit regelmäßigem Training würde sie Martin vor jeder Gefahr schützen können und er würde sich garantiert noch häufiger in Gefahr bringen weil er einfach ein zu viel guter Kerl war.
Martin kam gerade aus dem Nachbarraum, einige Bücher unter dem Arm und in Begleitung eines Servo-Schädels der vor ihm herflog. „Wo gehen wir diesmal hin?“ fragte sie ihren Mantel wieder überstreifend. „Wir sind nicht zusammengeleimt, weißt du? Es gab Zeiten da waren wir wochenlang nicht zusammen.“ es war nicht so das Kyrie ihn wirklich störte, doch sie war erstaunlich anhänglich geworden in letzter Zeit. „Ja, das war bevor du Leute um dich hattest die schießen und sprengen und lauter anderes komisches Zeug machen.“ sie reihte sich hinter ihm ein. „Ich muss zugeben, manchmal vermisse ich die Zeit als meine Herde nur versucht hat wegzulaufen. Um allerdings deine Frage zu beantworten, zur Offiziersbesprechung. Anscheinend wurde jemand in der Brigg ermordet und hat dann Selbstmord begangen, mein Arzt wurde verhaftet nachdem er nicht nur ein Bombenattentat auf den Palast verhindert sondern auch einen Leichnam entweiht hat und niemand kann meinen Explorator finden.“ fasste er zusammen. „Klingt für mich nach einem typischen Tag auf der Weide.“ sie grinste breit als sie in den Zug Richtung Brücke stiegen.
Als die Beiden in den Besprechungsraum eintraten waren die Offiziere bereits anwesend. „Okay, wenigstens kriege ich eine Pause von Navy-Taktiken und Flottenmanöver 101.“ begann er. „Ihr habt ihm das zu lesen gegeben, Seneschall? Das ist so trocken.“ Gwendell hatte das Werk gehasst. „Es enthält alle erweiterten Schiffsmanöver in nur sieben Bänden.“ gab Tina zurück. „Ja, und folgt dabei dem Motto der Flotte. Opfere die Crew weil Schiffe schwer zu reparieren sind.“ die Magister Militaris rollte mit den Augen. „<<Zustimmung>>Diese Taktiken sind tatsächlich wünschenswert. <<Feststellung>>Menschliches Leben ist ein Verbrauchsgut, kritische Schiffssysteme jedoch schwer zu reparieren.“ bemerkte der Meister der Leere über seinen Servoschädel.
„Konzentration, bitte?“ der Lord-Captain setzte sich. „Natürlich, verzeiht! Wir konnten den Mann der sich in der Brigg selbst getötet hat noch nicht identifizieren. Lord Rivers konnte ebenfalls nicht wiederbelebt werden. Die bisher ausgewerteten Aufzeichnungen weisen allerdings darauf hin das er bereits in der Vergangenheit in unserer Brigg ein- und ausgegangen ist.“ fasste Tina zusammen. „Ein weiterer Agent des Konsortiums? Greifen sie schon wieder auf diese feigen Taktiken zurück statt sich offen zu stellen?“ fragte Adeline angewidert.
„Ich sagte doch jemand hatte mich bereits gefragt.“ Astropatin Dalia warf einen vorwurfsvollen Blick in Richtung Gwendell. „Könnte es nicht auch ein Agent der Inquisition sein? Das Vorgehen war elegant und es war nur dem Zufall zu verdanken das Seneschall Schwarz genau in diesem Moment zugegen war.“ bemerkte Gale gewohnt leise. „Wenn dann war es das wirken des Imperators, kein Zufall, Gale.“ belehrte Adeline die Navigatorin. „Ich lasse seinen Leichnam jedenfalls zusätzlich bewachen.“ fügte Gwendell hinzu. „Informiert mich sobald es weitere Erkenntnisse gibt. Was sonst noch?“ Martin schauderte bei dem Gedanken das es sich eventuell um ein Mitglied seiner heiligen Inquisition handelten konnte, doch er warf auch einige verstohlene Blicke in Richtung Kyrie welche die Nachricht über den Tod ihres Vergewaltigers allerdings nicht weiter zu kümmern schien.
„Die Gouverneurin war zwar erfreut darüber das Harper scheinbar ein großangelegtes Bombenattentat vereiteln konnte, doch als die PVS eintraf um nach weiteren Sprengsätzen zu suchen und den gefundenen zu entschärfen wurde er unter Arrest gestellt. Anscheinend hat eine Doktorin des lokalen Krankenhauses behauptet das er die Leiche ihres verstorbenen Sohnes geschändet und sie als Geisel gehalten hatte.“ berichtete Dalia nachdem niemand sonst etwas sagte. „Soll er doch schmoren.“ Tina fand das eine Zeit in einem Gefängnis dem Doktor ganz gut tun würde. „Ich dachte er sucht nach der Heilung einer Seuche? Wie kann man dabei nur inhaftiert werden? Was ist mit den Orks welche die Bomben gelegt haben?“ fragte der Lord-Captain nachdenklich. „Einige wurden von den PVS aufgerieben, unter moderaten Verlusten, doch es könnten noch mehr sein. Suchen laufen derzeit. Ich hätte meine eigenen Männer geschickt, fürchtete jedoch sie würden nicht mehr rechtzeitig eintreffen und habe das daher an die lokalen Behörden weitergeleitet. Bei Bomben von Orks würde ich mich nicht auf den Timer verlassen. Außerdem hatte die PVS Ortskenntnis.“ antwortete Gwendell. „Heimlich Bomben legen passt eigentlich nicht zu den Orks, also wieder diese Kommandoz? Jedes mal wenn ich denke ich könnte die Xeno´s nicht noch mehr hassen! Doch wenn sie die planetare Verteidigung schwächen wollen planen sie wohl bald einen größeren Angriff. Wir sollten ihnen zuvorkommen um ihnen den gerechten Zorn der Menschheit zu überbringen!“ Adeline empfand tiefste Abscheu gegenüber den feigen Taktiken der Aliens.
„Ich habe gute Nachrichten, Lord-Captain. Es war mir möglich das Hauptquartier der Xeno´s zu lokalisieren. Es ist in diesem Meteoritenfeld.“ Gale rief eine Karte des Subsektors auf und vergrößerte den entsprechenden Abschnitt. „<<Analyse>>Starte Augurenabtastung von Cluster-52. <<Datenauswertung>>Bestätigt, Xeno-Basis lokalisiert. Taktische Cogitatoren beginnen mit Informationsverarbeitung. Ritus wird in 5 Stunden 31 Minuten abgeschlossen sein“ Tan übernahm vorübergehend Stratos Rolle. „Gute Arbeit. Dann können wir dieser Plage endlich ein Ende bereiten bevor noch mehr Menschen zu schaden kommen.“ lobte Martin. „Wenigstens willst du diesmal nicht verhandeln.“ merkte Kyrie an. Tina warf einen verärgerten Blick in Richtung der Jägerin aufgrund der respektlosen Art in der sie mit dem Lord-Captain sprach, doch sie ignorierte dies stoisch. Womöglich hatte Gale recht, der Einfluss der Leibwächterin würde womöglich irgendwann zu einem Problem werden wenn sie nicht aufpasste.
„Lord-Captain, die Eldar haben ein Anliegen das den Angriff auf die Orks betrifft. Sie bieten an uns zu unterstützen wenn sie im Austausch ihre Waffen zurückerhalten. Sie haben auch Unsinn darüber erzählt das wir es bereuen würden wenn wir ihre Hilfe nicht annehmen. Es war keine direkte Drohung, doch sie wollen uns wohl Angst machen.“ Dalia hätte die Bitte der Xeno´s am liebsten gar nicht vorgetragen, doch sie wollte den Lord-Captain nicht erneut enttäuschen. „Keinesfalls! Sie auf dem Schiff zu haben ist eine Sache, doch sie zu bewaffnen eine ganz andere.“ widersprach Gwendell. „Die Eldar sind allerdings starke Krieger. Womöglich entbehrliche Sturmtruppen?“ suggerierte Gale.
„Gut, doch bevor wir einen Plan schmieden, kann mir dann noch jemand sagen wo mein Explorator geblieben ist?“ fragte Martin zum Abschluss. Schweigen machte sich breit. „Großartig, mein erster großer Kampf und einer meiner Tech-Priester kommt abhanden. Erinnert mich irgendwie an meine Schafe. Tan, seid so gut und findet ihn. Der Rest konzentriert sich auf die Angriffsplanung. Ich verhandle derweil mit der Gouverneurin um unseren Doktor und eventuelle Unterstützung. Und gebt den Eldar ihre Waffen, sollen sie sich beweisen.“ entschied der Lord-Captain. Gwendell wollte Einspruch erheben, besann sich jedoch eines besseren. „Gut, dann an die Arbeit! Stürmen wir eine Ork-Basis und machen endlich ein bisschen Profit!“ die Seneschall war hochmotiviert, genau wie der Rest der Crew. Martin´s erste Feuerprobe stand an.
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