Länderkrankheiten

von Yumestar
OneshotHumor, Schmerz/Trost / P16 Slash
Amerika China Deutschland England Frankreich Italien
23.01.2020
25.02.2020
7
20.728
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23.01.2020 2.126
 
Willkommen zu dieser OneShot-Sammlung!

Wie der Titel schon so schön verrät, wird es um die Länder und Krankheiten gehen. Dabei kommen sowohl akute Krankheiten (wie Erkältung, Grippe, Magen-Darm etc.) vor, als auch chronische Krankheiten (Asthma bronchiale, Laktoseintoleranz, COPD usw.) vor. Der Hauptfokus liegt aber nicht auf psychische Krankheiten, weswegen diese nur bedingt, bis gar nicht vorkommen werden.
Dennoch gelten folgende Warnungen:
-Beschreibungen von Erbrechen, Blut, Erstickungsanfällen
-Eventuell depressive Gedankengänge einiger Charaktere
-Shipping
- Ganz viel Liebe und Fluff

Die OneShot spielen zwar separat voneinander, können aber im selben Universum spielen. Das heißt, wenn ein Land beispielsweise eine chronische Krankheit hat, könnte diese in mehreren Kapiteln erwähnt werden oder auftauchen.

Zu guter Letzt: Habt Spaß und viel Vergnügen beim Lesen!
Vorschläge für Krankheiten, Shippings etc. werden gerne entgegen genommen! (Einfach per privater Mail anfragen!)
Hinterlasst doch ein Review und ganz viel gute Laune!

Länderkrankheiten


Frankreich/England – Luftholen


Auf den Straßen von Paris herrschte Hochbetrieb. Franzosen, aber auch Touristen liefen den Gehweg auf und ab, manche mit prallgefüllten Einkaufstüten, andere mit ihren Familien. Frankreich konnte das Lachen der fröhlichen Kinder bis zu seiner Wohnung im Élysée-Palast hören. Er seufzte tragisch, als er sich mit dem Armen aus dem Fenster lehnte und den Kindern zuschaute, wie sie vor ihren Eltern liefen und ihre Arme aufgeregt in der Luft hin und her bewegten. Dabei verschreckten sie die Tauben, die Schutz auf den Dächern suchten. Ein Kind fiel hin und weinte. Frankreich entfernte sich ein Stück vom Fenster und atmete durch.
Ich muss ihm doch helfen. Er wollte zur Tür rennen, stoppte aber inmitten seiner Bewegung, als ein Husten ihn durchschüttelte und zum Stillstand zwang. Er lehnte sich keuchend mit dem Rücken gegen die Wand und wendete sich mit dem Gesicht dem Fenster zu, damit die frische Luft seine Lungen füllen könnte. Doch sogleich als diese gefüllt waren, hustete er die Luft auch schon wieder aus. Kräftig und stark, dass er selbst von der Wucht überrascht war. Er fuhr sich durchs Haar, bis dieses fast verzottelt war und schaute wieder raus auf die Straße, wo ein Erwachsener dem Kind half. Seine Atmung beruhigte sich etwas. Dennoch ließ der Schmerz in seiner Lunge nicht nach. Schließlich setzte er sich aufs Bett, ließ die Arme auf den Schoss baumeln und starrte aus dem Fenster. Er sah nichts anderes als dieselben, langweiligen Häuser, die er schon zum trilliardsten Mal gesehen hatte. Selbst wenn die Fassaden noch so schön aussahen, so langweilte ihn doch derselbe Ausblick. Und wenn er dem Treiben auf der Straße so zusah, wünschte er sich, selbst Teil daran zu nehmen. Was hätte er an diesem Tag alles Gutes bewirken können?
Ich habe ihnen gesagt, dass ich noch verrückt werde! Frankreich tippelte mit den Füßen auf den Boden. Sie wollten laufen, Ich habe ihnen gesagt, dass ich es nicht lange aushalten werde! Er raufte sich wieder durch die Haare, hielt aber inne und strich sich stattdessen die Haare zurück, Wenn ich jetzt noch mein makelloses Aussehen verliere, dann-
Er schüttelte den Kopf, setzte sich gerade auf, hustete und stand auf, Dieses Land startet die nächste Revolution!
Er öffnete die Tür und als hätte man ihn wie eine Prinzessin bewacht, stand Macron vor seiner Tür.
„France, du gehst aus?“ Der Präsident musterte ihn von Kopf bis Fuß.
„Oui.“ Frankreich verzog keine Miene und ballte sogar die Hand zu einer Faust.
„Nun, hat dir denn die Gesundheitsministerin das Okay dazu gegeben?“
„Mais, bien sûre!“ Frankreich lächelte. Wie leicht ihm doch das Lügen fiel, „Aber sicher doch!“
Macron nickte nur und ließ Frankreich vorbeigehen, war aber doch etwas irritiert, als er sein Land in der Ferne husten hörte.

Ich schaffe das! Entschlossen marschierte Frankreich durch die Hallen und dann die Treppe hinunter in den Garten. Wie genoss er die sanfte Brise und das Vogelzwitschern, welches er schon ewig nicht mehr so laut gehört hatte. Es schienen ihn dieselben Tauben, die er eben noch gesehen hat zu grüßen und er winkte ihnen mit einem Lächeln zu. Sein Arm fühlte sich müde an, sodass er ihn wieder sinken ließ und sich mit schnellen Schritten zum Tor bewegte.
Die Wachen nickten ihm zu und ließen ihn passieren, sodass er mit ruhigen Schritten den Élysée-Palast verlassen konnte.
Endlich Liberté. Er atmete seine neu gewonnen Freiheit ein, doch hustete er diese gleich wieder aus. Er stützte sich leicht an den hohen Mauern, das Schloss umgaben und kam zu Atem. Wie schwer es ihm doch fiel, richtig Luft zu kriegen. Seine Bronchien fühlten sich verengt hat. Seine Atmung war laut und klang, als würde die Luft rasseln. Dennoch löste er sich wieder von den Mauern und ging gemächlich weiter. Der Gedanke, sich frei bewegen zu können, trieb ihn voran. Er hätte es keine Sekunde länger in diesem eintönigen Zimmer ausgehalten. Er brauchte das Treiben, die Menschenmassen und die Glückseligkeit seines Volkes. Wenn er die Menschen dabei beobachtete, wie sie sich über die Schönheit von Paris unterhielten oder sich freundlich verhielten, wurde sein Herz so warm, dass es ihn zum Lächeln brachte.
Das ist, was ich erreicht habe. Er sah es vor sich, diese fröhliche und alltägliche Szene. Die Franzosen liefen über den Champ de Mars, dem Platz vor dem Eiffelturm. Manche blieben stehen und beobachteten den prächtigen Turm sehr lange. Ein Pärchen küsste sich in der romantischen Szenerie. Ein kleines Mädchen aß einen Vanille-Macaron. Ein Hund tollte in den Blumenfeldern. Frankreich ließ da alles kurz auf sich wirken und lächelte glücklich. Dann setzte er sich auf eine Bank und genoss das fröhliche Gelächter und die Gespräche der Menschen. Wie aktiv sein Land und das Volk immer war. Er könnte nie genug davon kriegen, ihnen zuzuschauen und darüber zu lächeln, wie schön doch die Welt war. Vor allem, da er doch wusste, dass es nicht immer so war.

Wieder einmal stockte sein Atem. Das Ausatmen fiel ihm umso schwerer. Nicht einmal der Husten schien das zu lösen, was seine Atemwege blockierte und er rang um die Luft. Er beugte den Oberkörper nach vorne, legte die Hand auf seine schmerzende Brust und versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu bringen. Vergeblich, das keuchende Luftholen klappte zwar ansatzweise, doch dafür war das Ausatmen umso schwerer.
Verdammt, lass das kein Anfall sein. Er betete innerlich, obwohl er wusste, dass es fürs Religiös werden längst zu spät war. Wenn ich mich nicht beeile und Hilfe bekomme, dann- Er kniff die Augen zusammen und nahm alles zusammen, um nicht in eine plötzliche Panik zu verfallen, Ganz ruhig, France, du wirst an diesem Asthmaanfall nicht sterben.
Dennoch konnte er sich nicht gegen diese natürliche Unruhe wehren – Es fühlte sich wie ein Krieg an, den er innerlich austrug und nicht gewinnen konnte. Die Blockaden waren zu stark… Wie sollte der Sturm da jemals durchkommen?
„France?“
Als er sich fast ergeben wollte, hörte er eine Stimme, für die er dankbarer nicht hätte sein könnte.
„Angle-“ Der Rest seiner Worte unterdrückte die Atemnot, die ihn mit einem geballten Hustenanfall in ihre Gewalt riss.
„Nicht sprechen, France.“ England setzte sich neben Frankreich und streichelte ihm über den Rücken, „Hast du dein Spray dabei?“
Frankreich schüttelte hastig mit dem Kopf. Er hatte überhaupt gar nichts dabei.
„Great.“ England biss sich auf die Unterlippe und versuchte sein eigenes Temperament zu zügeln. Wie gerne er Frankreich gerade auch belehren wollte, er müsse sich dies wohl für ein anderes Mal aufheben. Am besten einen Moment, in welchem Frankreich nicht vor Atemnot japsend neben ihm auf der Bank saß.
„Okay, France, du versuchst dich erstmal zu beruhigen.“ Er ließ seine Hand auf Frankreichs Rücken und sprach weiter beruhigend auf ihn ein, „Du musst deine Lippen locker aufeinanderlegen und dann ausatmen, wie du es gelernt hast, okay?“
Frankreich nickte kurz und setzte Englands Rat augenblicklich um. Zwar fiel ihm das Atmen immer noch schwer, doch zumindest hatte er jetzt etwas, worauf er sich konzentrieren konnte, um nicht in Panik zu verfallen.

Warum weiß ich in dieser Situation eigentlich besser Bescheid als er? England schüttelte verständnislos mit dem Kopf, konnte aber selbst beruhigt ausatmen, als Frankreichs Atmung regelmäßiger wurde. Er würde es nicht zugeben, aber der Anblick eines panischen Frankreich löste auch in ihm Angst aus; so beruhigte es ihn aber auch, als er sah, dass es Frankreich besser ging.
„Geht es langsam wieder?“ In Englands grünen Augen schimmerte die Sorge hindurch.
„O-Oui.“ Frankreich nickte, hob den Kopf und atmete einmal durch, „Mais-“
„Wir bleiben noch etwas sitzen“, sagte England, als Frankreich wieder zu husten begonnen hatte.
„Oui, Angleterre.“ Frankreich, ganz erschöpft von dem starken Anfall, lehnte sich gegen England und legte seinen Kopf auf dessen Schulter.
„France, gerade sitzen, oder willst du wieder einen Anfall riskieren?“ England rollte genervt mit den Augen und drückte Frankreich von sich weg.
„Non, mais…“ Frankreich ließ sich mit einem Stöhnen gegen den Bankrücken fallen, „Ich bin soooo müde!“
„Warum bist du überhaupt hier, wenn du eigentlich Zuhause im Bett liegen solltest!?“ England sah ihn verständnislos an. Hinter den wütenden Augen blitzte doch die Sorge wie ein Smaragd hervor, „Vor allem, ohne deine Medikamente?“
„Pardon, aber vorher soll ich wissen…“ Frankreich räusperte sich, „dass ich schon nach ein paar Metern einen Anfall bekomme?“
„Sowas weiß man doch!“ England schüttelte mit dem Kopf und fügte schnell hinzu: „Vor allem sind es 2,5 Kilometer von hier bis zu deinem Schloss.“
„Huh?“ Frankreich schien nun doch verwundert, „Woher weißt du das denn?“ Er räusperte sich wieder, was zu einem leichten Husten wurde, „Nicht, dass ich es nicht wüsste.“
„Nun, ehm…“ England sah weg, um sein rot werdendes Gesicht zu verdecken, ja genau, warum weiß ich das?
Und er schüttelte den Kopf, als wolle er die Antwort nicht offenbaren.
Frankreich legte einen Arm um ihn und lachte leicht – wohl bedacht, dass er keinen Anfall dadurch auslösen würde.
„Was soll das!?“ England zuckte weg, als hätte ihn gerade ein Betrunkener verführen wollen.
„Sag doch einfach, dass du dich ständig verläufst.“ Frankreich nahm den Arm wieder weg, konnte sich aber das Grinsen nicht verkneifen.
„Ja, das wird es wohl sein. Hmpf.“ England verzog das Gesicht und kreuzte die Arme vor die Brust, „Und ich weiß das nicht deswegen, damit ich dir helfen kann, wenn du dich in solche Schwierigkeiten bringst.“
„Merci.“

England hatte einen Konter erwartet, nicht aber ein Danke. Er schaute überrascht zu Frankreich, der aber zum Eiffelturm schaute. Warum schimmerten seine blauen Augen nur so traurig, wenn er sein schönes Land anblickte? England schüttelte den Kopf, denn er konnte beim besten Willen, Frankreich nicht verstehen. Warum war er, obwohl er im Moment dieses schwere Asthma hatte, trotzdem nach draußen gegangen? Warum brachte er sich immer in Gefahr?
Und vor allem, warum war er derjenige, der Frankreich immer retten kommen musste? Konnte das nicht Deutschland tun? Oder Italien? Oder Spanien?
Und zur gleichen Zeit machte es ihn eifersüchtig, nur daran zu denken, dass ein anderes Land ihm hätte zuvor kommen können. Ich meine, ich bin doch der Einzige, der von Frankreichs Erkrankung weiß!, versuchte er sich abzulenken. Trotzdem spürte er tief in sich drin diese Wärme und das Glücksgefühl, wenn er in Frankreichs Nähe war.
In genau diesem Moment spürte er eine warme Schulter an seiner.
„France.“ England verrollte die Augen, spähte dann aber doch auf Frankreich herab.
„Angleterre, je suis fatigue.“ Frankreich gähnte.
„What?“ England grummelte, „Ich verstehe nichts von deinem blöden Französisch.“
Frankreich stupste ihm in die Seite, „Aber du mit deinem hässlichen Englisch.“
„Wenn ich hier unerwünscht bin, kann ich auch gehen.“
„Non… Bitte bleib hier.“
England sah ihn überrascht an.
„Damit du mich nach Hause tragen kannst!“, fügte Frankreich noch hinzu und sah ihn mit Welpenblick an.
„Forget it.“ England sah weg, „Vergiss es.“
„Mais, je-“ Bevor Frankreich weitersprechen konnte, überfall ihn eine weitere Hustenattacke.
England fürchtete wieder einen Anfall, doch atmetet auf, als sich der Franzose wieder in den Griff bekam.
„Na schön, ich bringe dich nach Hause, aber du läufst selbst.“
Frankreichs Augen wurden groß, „Oh, merci!“
Er drückte England einen kleinen Kuss auf die Wange. England erstarrte und senkte den Blick und auch Frankreich realisierte gerade erst, was er dort getan hatte.
„Das ist die französische Art, sich zu bedanken“, sagte er schnell, bevor es noch zu irgendwelchen Missverständnissen kam.
England nickte nur, „Belassen wir es einfach dabei, France.“

Und damit belassen wir es auch mit dem ersten OneShot!
Natürlich musste am Anfang mein Lieblingsship kommen, aber keine Sorge, so viel FrUK wird es am Anfang nicht geben (abgesehen, ihr wünscht es euch). Eventuell wird einmal einen OneShot geben, in dem erzählt wird, wie England von Frankreichs Erkrankungen erfahren hat.
Ja, wie es wohl unschwer zu erkennen ist, hat Frankreich eine chronische Krankheit, nämlich Asthma, welche wahrscheinlich auch in anderen OneShots vorkommen wird bzw. erwähnt wird.
In dem nächsten OneShot werde ich mich aber erstmal den anderen Ländern widmen… Nun, wie wäre es denn mit etwas Asiatischem?
Bühne frei für China und Hong Kong!
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