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Die Volturiprinzessin und der Wolf

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18
Aro Jacob Black Leah Clearwater Marcus Renesmee "Nessie" Carlie Cullen
22.01.2020
21.11.2020
23
52.205
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21.11.2020 2.406
 
23. Beiße mich!

Jacob setzte die Übungen mit Billy fort und verlangte, dass sich dieser solange von Diddy fernzuhalten hatte. Auch wenn sich nun alle sicher waren, dass Billy Diddy nie verletzen würde, hatten doch alle Sams und Emelys Geschichte im Gedächtnis und Emelys entstelltes Gesicht ständig vor Augen. Edward erklärte auch Diddy, warum sich Billy von ihr in nächster Zeit fern halten musste und sie verstand es auch, aber das änderte nichts daran, dass sie nun mit traurigen, missmutigen Gesicht herumlief. Sie ging kaum noch in die Schule, sondern lümmelte im Haus ihrer Großmutter vor dem Fernseher herum und Billy hatte ein ebenso verbissenes Gesicht, blaffte jeden an, der ihm in die Nähe kam, selbst seine Freunde wichen ihm nun aus. Nur dass er das Verwandeln immer besser konnte, die Übungen ihm immer mehr Spaß machten, bereitete ihm Genugtuung, allerdings wendete er dabei einen Trick an, den er so gut er konnte vor Edward und den Wölfen zu verbergen suchte. Er brauchte sich nur kurz vorzustellen, dass jemand Diddy zu nahe kam oder gar verletzen wollte und schon setzte die Verwandlung ein. Doch leider herrschte im Augenblick in seinem Kopf ein ziemliches Durcheinander, so dass Edward auch Kenntnis von seinem Trick bekam und dieser erzählte es besorgt seiner Familie. Alice versuchte sofort, die Zukunft der beiden zu sehen, aber da Diddy inmitten der Wölfe lebte, blieb es ihr verborgen, allerdings sah sie, dass sich Leah und Marcus weiterhin ruhig und gelassen verhielten, was die beiden nie tun würden, sollte Diddy auch nur ein Haar gekrümmt werden.
„Auch wenn Billy nun wieder übt, sich nur mit Kontrolle zu verwandeln, können wir uns nicht sicher sein, dass er es dann auch schafft, wenn es wirklich gefährlich wird“, meinte Carlisle ernst.
„Und wir können es nicht verantworten, dass Billy Diddy im jugendlichen Eifer dann doch verletzt“, warf Jasper ein, „wenn er ein Wolf ist, helfen meine Beschwichtigungswellen nicht und ich bin auch nicht immer in seiner Nähe.“
„Aber ich dachte, sie ist unverletzlich, ebenso wie ihr Vater“, warf Emmett ein, „darüber hatten wir doch erst gesprochen.“
„Ist sie auch“, nickte Edward, „aber da die Wölfe Vampire verletzen können, kann es sein, dass das bei ihr auch der Fall ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie trotz ihres übermächtigen Vaters nur ein Halb Vampir ist.“
„Aber die andere Hälfte ist ein Wolf“, erinnerte Esme, „können sich Wölfe untereinander überhaupt verletzen?“
„Ja, können sie“, nickte Edward wieder, „doch ihre Verletzungen heilen so schnell, dass es nicht weiter von Belang ist.“
„Warum dann überhaupt das ganze Gerede?“ wunderte sich Emmett, „sollte Billy die Kleine doch verletzen, heilt es ohnehin wieder so schnell, dass es Marcus gar nicht mitbekommen muss.“
„Es würden aber Narben bleiben“, Jasper streckte seinen von Bissnarben übersäten Arm in Richtung Emmetts vor, „ich glaube nicht, dass Marcus damit seine Freude hätte.“
„Wir wissen ja nicht mal sicher, ob ein Wolf Marcus nicht auch verletzen könnte, da er jeden verbrennt, der ihm auch nur zu nahe kommt“, meinte Bella nachdenklich.
„Vielleicht sollten wir Leah mal fragen, ob sie ihn im Eifer des Gefechts schon mal verletzt hat“, grinste Alice.
„Gefecht? In welchem Gefecht denn?“ wunderte sich Emmett, „ich dachte, die lieben sich so, dass sie nie streiten würden?“
„Ich meinte das Gefecht, bei dem du und Rosalie regelmäßig Häuser zertrümmert“, wackelte Alice bedeutungsvoll mit den Augenbrauen.
Emmett starrte sie einen Augenblick an, dann erhellte sich sein Gesicht.
„Ah, das meinst du!“ grinste er breit, dann sprang er auf, „ich muss zu Rosi, die Arme passt ganz allein auf Diddy auf.“
„Wenn du bei ihr bist, passt ihr gemeinsam auf und das heißt, kein knutschen oder sonstiges“, mahnte Carlisle, doch Emmett war schon weg.
„Egal, was auch immer, wir müssen etwas unternehmen, ich kann den beiden Kindern schon nicht mehr zusehen, wie sie leiden“, meinte Esme besorgt.
„Ja, aber was sollen wir tun, wir können nicht noch näher an Diddy heran, um sie zu bewachen“, war sich Jasper sicher, „und um ganz sicher zu gehen, müssten wir die ganze Zeit direkt neben Billy stehen, um rechtzeitig eingreifen zu können.“
Alle dachten nach, wie sie den beiden helfen könnten, doch niemand kam eine Idee. „Ich habe eine Idee!“ rief Bella plötzlich und alle sahen sie fragend an.
„Ja?“
„Einer der Wölfe muss Diddy beißen oder zumindest kratzen“, schlug Bella vor.
„Was?“ Esme sah sie entsetzt an, „aber das wollen wir doch gerade verhindern!“
„Es soll ja auch nicht ganz einfach so geschehen“, erläuterte Bella, „wir bitten einen der Wölfe, am besten Jacob, Diddy unter der Aufsicht Carlisles ein wenig zu kratzen, oder ganz wenig zu heißen, natürlich nur, wenn sie einverstanden ist. Dann werden wir ja sehen, ob er sie verletzen kann oder nicht und dann können wir besser entscheiden, wie die beiden miteinander umgehen sollen.“
Nun entstand eine kleine Diskussion, doch am Ende fanden alle, dass es eine gute Idee wäre und so machten sich Bella und Edward zu Jacob auf.

„Was soll ich tun?“ entgeistert starrte Jacob Bella an.
„Du sollst in Wolfsgestalt versuchen, Diddy zu verletzen“, wiederholte Bella geduldig ihren Vorschlag.
„Was habe ich dir getan, dass du willst, dass Marcus mir den Kopf abreißt?“ sagte Jacob anklagend.
„Du sollst sie doch nicht schwer verletzen“, verdrehte Bella ihre Augen, „nur ein bisschen kratzen. Wir wollen feststellen, ob ein Wolf sie verletzen kann, denn das kann für Diddys und Billys Zukunft maßgebend sein.“
„Wenn das Marcus erfährt, kommt er nicht nur mit ein paar Wächtern, sondern mit der gesamten Besatzung Volterras hier an“, wehrte sich Jacob noch immer.
„Er muss es ja nicht erfahren“, beschwichtigen Bella ihn, „wir erklären es Diddy und ich bin sicher, dass sie ihm nichts sagen wird.“
Nur sehr zögernd gab Jacob doch nach, verlangte aber, dass Carlisle dabei ist, um Diddy helfen zu können, sollte er sie doch verletzen.
„Das ist ohnehin klar“, nickte Bella zufrieden.

Nun galt es noch, Diddy dazu zu überreden, ebenfalls mitzumachen und zu aller Erleichterung war sie sofort damit einverstanden.
„Ich bin zwar überzeugt, dass Billy mir nie etwas tun wird, aber zu eurer Beruhigung werde ich mich heißen lassen“, meinte sie gelangweilt.
„Es ist aber vielleicht besser, wenn du das nicht deinen Eltern erzählst“, schlug Bella vorsichtig vor.
Diddy sah sie an, dann nickte sie.
„Ich glaube auch, dass es besser ist, wenn vor allem mein Vater nichts davon erfährt“, sie musste kichern, „ich glaube, der würde sonst hier sein, bevor ich noch das Wort Beißen zu Ende gesagt hätte.“
„Gut, dann sind wir uns einig“, war Bella froh, „wir müssen nur besprechen, wann und wo es Jacob machen soll.“
Edward überlegte kurz.
„Vor unserem Haus, dort haben wir ein Krankenzimmer und alles, um Diddy schnell helfen zu können“, schlug er vor.
„Himmel!“ rief Esme entsetzt, „Jacob soll sie doch nur kratzen und nicht zerfleischen!“
„Es genügt ein klitzekleiner Kratzer“, beruhigte Alice sie, „und soweit ich Diddy sehen kann, wird ihr auch nicht mehr geschehen.“

So trafen sich Diddy, Jacob und alle Cullens am nächsten Vormittag vor ihrem Haus. Diese Zeit hatten sie absichtlich so gewählt, weil weder Jacob noch die Cullen Billy dabei haben wollten und dieser zu der Zeit in der Schule war. Sie hatten Angst, er könnte es zu verhindern suchen oder in seiner Wut gar jemand in Wolfsgestalt verletzen.
Jacob verwandelte sich und sah dann Diddy erwartungsvoll an. Sie trat zu dem Wolf und streckte ihm den Arm entgegen.
„Dann beiße mich mal“, meinte sie mit ihrem in den letzten Tagen üblichen gelangweiltem Gesicht, doch als der Wolf eine Pfote hob, Jacob wollte sie lediglich etwas kratzen, zog sie ihren Arm plötzlich zurück.
„Das geht so nicht“, sagte sie und wirkte jetzt erschrocken.
„Er wird dir nicht wehtun, nur ein wenig kratzen“, versuchte Esme sie zu beruhigen.
„Darum geht es mir gar nicht“, wehrte Diddy ab, „aber wenn ich wirklich eine Narbe davon trage und mein Vater sieht diese…“, sie musste nicht weiter sprechen, denn allen war klar, was das bedeuten würde.
Krieg mit den Volturi, Vernichtung der Quileute!
„Du hast recht“, nickte ihr Carlisle zu, „das wäre verantwortungslos, wir würden wegen so einer Lappalie einen Krieg heraufbeschwören. Es tut mir leid, dass wir daran nicht gleich gedacht hatten.“
Etwas betroffen, dass sie daran überhaupt nicht gedacht hatten, sahen sich alle an und Jacob trat zu Seite, um sich wieder in einen Menschen zu verwandeln.
„Halt!“ rief Diddy und Jacobs Wolf blieb auf der Stelle stehen, „ich habe nicht gesagt, dass wir es gar nicht machen, wir müssen nur eine andere, nicht so sichtbare Stelle finden.“
Sie sah an sich hinunter, fuhr sich über die Beine, überlegte hin und her, griff sich an den Nacken.
„Ich finde keine Stelle“, sagte sie dann unglücklich.
„Es ist auch besser, wir lassen es“, fand Jasper, „Billy wird sich bald wieder im Griff haben und dann kann Diddy ohnehin nichts mehr geschehen.“
„Ich will es aber jetzt selbst wissen“, schaltete Diddy auf stur, sie griff sich seitlich an den Oberschenkel, zog ihr ohnehin sehr kurze Short noch höher.
„Hier kannst du es machen“, sagte sie zu dem Wolf und Jacob kam wieder näher, bis er knapp vor ihr stand.

Da ertönte plötzlich ein wildes Knurren und ein noch größerer Wolf brach durchs Geäst, er schien sich auf Jacob stürzen zu wollen…
„Billy, nicht!“ rief Edward, „dein Vater will Diddy nicht verletzen, wir wollten nur etwas ausprobieren!“
Der stockte, sah von einem zum anderen, sein Zähnefletschen wurde von einem leisen verhaltenen Knurren abgelöst.


Billy hatte in der Schule missmutig vor sich hingestarrt, er war zutiefst unglücklich, weil er sich die Schuld gab, dass ihn alle von Diddy fernzuhalten versuchten, dabei mussten doch alle wissen, dass er ihr nie etwas tun würde!
Plötzlich befiel ihn eine unerklärliche innere Unruhe, er hob den Kopf, als ob er etwas wittern wollte und sein ganzes Inneres schrie: „Gefahr!“
Er sprang auf und mit einem zum Lehrer hingeworfenen: „Entschuldigung!“ stürmte er hinaus, verwandelte sich und jagte in die Richtung, wo er die Gefahr vermutete. Als er den Wolf so knapp vor Diddy sah, wollte er sie nur mehr beschützen, erkannte in diesem Augenblick gar nicht, dass der Wolf sein Vater Jacob war. Erst als er vor ihm stand, ihn warnend anknurrte, drängten die gedanklichen Stimmen so nach und nach in sein Gehirn.
>>Billy, beruhige dich<<  hörte er seinen Vater in seinem Kopf,  >>nie würde ich Diddy etwas antun wollen<<
>>Billy, ganz ruhig<<  das war Edwards Stimme,  >>Diddy ist damit einverstanden gewesen, es geschieht ihr nichts Böses<<
Diddy, die den Wolf natürlich ebenfalls sofort erkannt hatte, legte eine Hand an seinen Kopf.
„Danke, dass du mich schon wieder beschützen willst, Billy, sei deinem Vater nicht böse, wir wollen nur wissen, ob mich einer von euch verletzen kann und der Vorschlag kam von uns“, sagte sie ruhig und der Wolf hob seinen Kopf, sah sie an, ihre Blicke hielten stumme Zwiesprache.
„Du wirst mich kratzen oder beißen“, sagte Diddy entschlossen, doch der Wolf schüttelte den Kopf.
„Doch, du musst es tun, denn ich will nicht, dass du wegen so einer Kleinigkeit mit deinem Vater oder einem anderen Wolf einen Kampf anfängst“, sagte sie eindringlich.
„Billy, Diddy hat recht“, stimmte ihr Carlisle zu, „du musst es machen.“
Sie hielt ihm ihre Hüfte entgegen, schob die Short höher.
„Hier bitte“, forderte sie ihn auf, doch der Wolf rührte sich nicht.
„Diddy, was ist, wenn dich dein Vater im Bikini sieht?“ Rosalie deutete auf Diddys Oberschenkel, „dann ist diese Stelle auch sichtbar.“
„Oje“, Diddy ließ ihre Short los, seufzte, „dann werde ich wohl ungebissen bleiben müssen!“
Sie fuhr sich durchs schulterlange Haar, wiederholte den Vorgang, dann fing sie zu strahlen an.
„Hinterm Ohr!“ rief die, „da sieht es wirklich niemand!“
„Er kann dich nicht hinters Ohr beißen, da würde danach der halbe Kopf fehlen, oder zumindest das Ohr“, wehrte Jasper ab, der nur zu gut die Beißkraft von Werwölfen kannte.
„Nicht beißen, sondern kratzen“, korrigierte Diddy, sie sah Billys Wolf an, „nur ein bisschen kratzen, ja?“
Der Wolf schüttelte erst den Kopf, dann aber senkte er diesen zum Einverständnis.
„Ich setze mich vor dich, damit du es leichter hast“, meinte Diddy und gesagt getan, ließ sie sich vor dem Kopf des Wolfes ins Gras sinken, schob mit einer Hand ihre Haare so zur Seite, dass ihr Ohr frei lag, doch der Wolf rührte sich nicht.
„Billy, ich vertraue dir voll und ganz“, machte Diddy ihm Mut.
Zögernd hob der Wolf eine Pfote, näherte diese ihrem Kopf, aber dann stockte er in der Bewegung, es schien, als ob ihn eine Wand daran hindern würde, Diddys Haut zu berühren.
„Er glaubt, dass du deinen Schutzschirm über Diddy geworfen hast und bittet dich, ihn wegzunehmen“, sagte Edward zu Bella, doch diese sah ihn erstaunt an.
„Ich habe doch Diddy gar nicht unter Schutz genommen“, meinte sie verwirrt.
Wieder versuchte es der Wolf und wieder stockte seine Pfote, bis er es nach etlichen Versuchen aufgab und mit gesenkten Kopf stehenblieb.
„Er kann sie gar nicht verletzen und nun wissen wir ganz sicher warum“, meinte Emmett mit einem schiefen Grinsen.
„Ja, und er würde sich auf jeden Wolf stürzen, der es auch nur wagen wollte, ihr zu nahe zu kommen“, nickte Edward.
„Nun, zumindest wissen wir jetzt, dass für Diddy keine Gefahr besteht, wenn Billy als Wolf herumläuft“, war auch Carlisle zufrieden.
Alle sahen nun zu den beiden, Diddy war wieder aufgestanden und strich nun gedankenverloren durch Billys Fell.
„Am besten, wir vergessen die ganze Idee“, meinte Bella und alle nickten zustimmend. Jacob, noch immer in Wolfsgestalt, ging zu seinem Sohn, stupste ihn an. Billy sah ihn an, danach stupste er seinerseits vorsichtig Diddy, sah sie an, machte eine Kopfbewegung in Richtung seines Vaters und danach machten beide Wölfe kehrt und verschwanden im Unterholz.
„Jacob will mit Billy ein wenig jagen, damit dieser seine Kräfte austoben kann“, erklärte Edward.
„Jagen wäre keine schlechte Idee“, leckte sich Emmett über die Lippen.
„Du hast recht, wir könnten auch wieder etwas Blut vertragen“, gab ihm Carlisle recht, „aber jetzt warten wir erst mal, bis die beiden wieder zurück sind, damit wir Billy nicht in die Quere kommen.“
Emmett machte ein langes Gesicht, gab aber Carlisle recht.
Diddy hatte den beiden Wölfen noch nachgesehen, nachdem sie schon längst verschwunden waren, aber nun wandte sie sich den anderen zu.
„Also ich gehe jetzt jagen“, verkündete sie fröhlich und als sie alle verdutzt ansahen, fuhr sie lachend fort, „in den Kochtöpfen meiner Oma Sue, denn ich habe einen Mordshunger!“
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