Die Volturiprinzessin und der Wolf

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Aro Jacob Black Leah Clearwater Marcus Renesmee "Nessie" Carlie Cullen
22.01.2020
10.10.2020
20
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31.01.2020 1.963
 
2. Billy wird wütend…
     (In La Push…)

„In ein paar Wochen werden Leah und Marcus mit den Kindern zu uns kommen“, empfing Renesmee ihren Mann Jacob, als dieser am Abend nach Hause kam.
„Da wird sich einer aber freuen“, brummte Jacob und gab seiner Frau einen Kuss.
„Sie kommen aber nur, wenn meine Eltern und die anderen Zeit haben, auch herzukommen, da Marcus mit Leah weiter nach Südamerika reisen möchte und die Kinder gerne hierlassen würde“, fuhr Renesmee fort.
„Wir Wölfe sind ihm wohl nicht gut genug, um auf seine Kinder aufzupassen“, grollte Jacob unwillig.
„Es sind nun mal seine größten Schätze“, gab Renesmee zurück, sie gab Jacob einen Kuss auf die Nasenspitze, „es ist doch schon ein Privileg, dass er uns so vertraut, dass sie überhaupt hier sein dürfen. Denk an früher.“
„Mir ist es ja auch lieber, dass die Volturi jetzt zu unseren…“, Jacob verzog das Gesicht, „…Freunden zählen. Aber trotzdem…“
„Kein Trotzdem“, unterbrach Renesmee ihn rasch, „ich habe lieber meine Eltern samt Großeltern, Tanten und Onkeln und noch dazu halb Volterra hier, als Marcus Volturi zum Feind. Außerdem wirst du dich eines Tages damit abfinden müssen, mit ihm verwandt zu sein.“
„Vielleicht prägt sich Billy ja noch auf jemand anders“, hoffte Jacob, aber er wusste selbst, dass das nur ein Wunsch von ihm war.
„Ja, ja, die Hoffnung stirbt zuletzt“, lachte Renesmee.
„Wo sind unsere Kinder überhaupt?“ fragte Jacob.
„Ich habe sie schon gerufen, sie müssten…“,
„Papa“, einem Wirbelwind gleich stürzte ein ca. 10 jähriges Mädchen zur Tür herein und umarmte ihren Vater.
Jacob hob die Kleine hoch und wirbelte sie herum. Sarah war ein hübsches Mädchen mit mahagonifarbenem Haar und schon jetzt sah man, dass sie einmal eine auffallende Schönheit werden würde. Aufgrund ihrer besonderen Herkunft sah sie zwar wie 10 aus und war in ihrer geistigen Entwicklung auch so weit, war aber erst 4 Jahre alt.
Hinter Sarah kam ein fast 2m großer muskelbepackter junger Mann zur Tür herein.
Auf den ersten Blick war Billy das Ebenbild seines Vaters Jacob, aber bei genauerem Hinsehen, erkannte man, dass seine Haut um einiges heller war und auch seine Gesichtszüge feiner waren. Am auffallendsten waren seine smaragdgrünen Augen, ein Erbstück seines Großvaters Edward, als dieser noch ein Mensch war. Und natürlich war auch Billy an Jahren noch jünger, gerade mal 16 Jahre, als man es nach seinem Aussehen vermuten könnte. Er und seine Schwester hatten ihre Kindheit zwar nicht so schnell wie ihre Mutter Renesmee hinter sich gebracht, aber doch um einiges schneller als normal menschliche Kinder.
„Wann gibt es denn etwas zum Essen“, fragte Billy und setzte sich an den großen Tisch.
„Jetzt, hast du dir die Hände gewaschen?“ kam von Renesmee die Gegenfrage.
„Mom, ich bin kein kleines Kind mehr“, maulte ihr Sohn unwillig.
„Dann solltest du so etwas selbst wissen“, gab Renesmee ungerührt zur Antwort und zupfte ihm ein Laubblatt aus den kurzen schwarzen Haaren, „du hast wohl wieder Ringkämpfe veranstaltet?“
„Wir üben doch nur“, verteidigte sich Billy, „Dad sagt immer, wir sollen immer bereit sein, uns und unsere Leute zu beschützen.“
„Das kann man mit sauberen Händen aber auch“, ließ seine Mutter nicht locker, worauf Billy sich seufzend erhob und in Richtung Badezimmer verschwand. Renesmee sah bedeutungsvoll auf die Hände seines Vaters, worauf dieser mit eingezogenem Kopf ebenfalls verschwand und Sarah kicherte.
„Unsere Männer mögen zwar wie gefährliche Bären aussehen, aber sie sind wie Kinder, deshalb muss man sie fest in der Hand haben, damit sie funktionieren, merk dir das“, sagte Renesmee ebenfalls schmunzelnd zu ihrer Tochter, worauf Sarah noch mehr kicherte.

Während des Essens informierte Renesmee die Kinder, dass in nächster Zeit Besuch eintreffen würde.
„Tante Alice?“ fragte Sarah aufgeregt.
Sie mochte ihre Großtante Alice, denn die brachte immer Unmengen neuer Kleider für sie mit und ging mit ihr noch dazu auch oft shoppen, um dann zu Hause richtige Modeshows aufzuführen.
„Alice kommt wahrscheinlich auch, und zwar mit der ganzen Familie“, erklärte Renesmee, „aber die Cullen habe ich nicht mit Besuch gemeint.“
„Wer denn sonst?“ fragte nun auch Billy, zu ihnen nach La Push kam praktisch nie jemand, der nicht von der Familie war, außer…
„Leah und Marcus kommen uns besuchen und sie wollen Diddy und Sandro hierlassen, während sie weiter nach Südamerika reisen“, fuhr Renesmee mit einem kleinen Lächeln fort, die das Aufblitzen in den Augen ihres Sohnes bemerkt hatte.
„Die kommen bestimmt nicht allein, die haben doch immer ein riesiges Gefolge dabei“, brummte Jacob unwillig, „und bringen nur Unruhe ins Dorf.“
„Sei nicht ungerecht“, Renesmee legte ihrem Mann ihre Hand beruhigend auf seine, „unser Dorf verdankt Marcus sehr viel, wie sonst könnten die Kinder der Quileute ohne seiner Stiftung studieren? Und allen Dorfbewohnern hat er es ermöglicht, in schönen Häusern zu wohnen, es gibt nun hier alles, Schulen, Geschäfte, sogar ein kleines Krankenhaus.“
„Das unter Leitung eines Vampirs steht“, war Jacob noch nicht beruhigt.
„Ja, und des besten Arztes der Welt“, begann Renesmee nun ärgerlich zu werden, „du magst Carlisle doch auch und wo sollten die Wölfe mit ihren Problemen sonst hingehen? In ein normales Krankenhaus?“
Jacob brummte nur etwas in seinen nicht vorhandenen Bart, er wollte nicht zugeben, dass er alle Mitglieder der Cullen Familie richtig gerne hatte.
„Und Unruhe wird es auch nicht mehr als sonst geben“, meinte Renesmee abschließend, „Marcus wohnt mit seinen Leuten bestimmt nicht im Dorf, sondern wie immer im Haus meiner Großeltern und von seinen Wächtern werden wir gar nichts zu Gesicht bekommen.“
Marcus hatte nach der Geburt von Didyme-Sue und Alessandro überlegt, ob er in der Nähe von La Push ein Haus bauen lassen sollte, denn er wollte seinen Kindern die Gelegenheit geben, auch das Volk ihrer Mutter näher kennen zu lernen und auch unter anderen Kindern zu sein, denn in Volterra gab es nur Jahrhunderte alte Vampire, ein etwas langweiliger Haufen für zwei quirlige Kinder. So wurde es fast zu einer Regelmäßigkeit, dass Didyme-Sue und Alessandro immer wieder für einige Monate in La Push mit den Kindern der Quileute gemeinsam die Schulbank drückten.
Zwar waren sie denen in der Entwicklung und auch im Wissen meist weit überlegen, kein Wunder, bei den „Hauslehrern“, die sie in Volterra hatten, aber Marcus machte ihnen klar, dass es wichtig für sie war, um als Erwachsene normal mit Menschen umgehen zu können. Schließlich profitierten beide Parteien von der Abmachung, die beide wurden von ihren Mitschülern gerne als Nachhilfelehrer angenommen und sie konnten in La Push ganz einfach Kinder sein, niemand störte es, dass sie anders waren, denn schließlich waren die Quileute ja auch keine ganz normalen Menschen.

La Push liegt zum Teil im Olympic-Nationalpark und deshalb zögerte Marcus, dort die Ruhe mit dem Bau eines Hauses zu stören, er wollte die Quileute damit nicht beunruhigen, denn auch wenn sie ihn akzeptierten, so war er noch immer ihr Todfeind.
Bei anderen Völkern wäre er lange nicht so zimperlich gewesen, denn wenn er einen Befehl gab, wurde dieser ohne Wenn und Aber ausgeführt und wenn er wollte, konnte er mit einem Blick das ganze La Push samt Bewohner auslöschen, aber auch Leah war eine Quileute und ihm gefiel, wie stolz und aufrecht ihm die Wölfe gegenübertraten, deshalb respektierte er auch die Ablehnung der Wölfe gegenüber der Volturi und betrat nur auf Einladung von Seiten von Jacob, der einer der Rudelanführer war, das Dorf. Das gefiel wiederum Jacob, denn Marcus müsste als Herrscher über alles keinerlei Rücksicht auf die Wölfe nehmen, aber seit sie Seite an Seite um das Leben von Leah gekämpft hatten, verband beide fast so etwas wie Freundschaft. (siehe Feuer und Eis Teil 1)
Eine Lösung wurde gefunden, als Carlisle Marcus anbot, in seinem Haus zu wohnen, da dieses oft jahrzehntelang leer stand.

„Diddy und Sandro bleiben hier?“ fragte Billy nach, worauf seine Mutter nickte
„Dann wird Billy wieder wie ein Hündchen hinter Diddy her hecheln“, kicherte Sarah los.
„Das tue ich doch überhaupt nicht“, blaffte Billy sie an.
„Doch, das tust du“, stichelte Sarah weiter, „die hat dich doch voll am Gängelband. Du und die Volturiprinzessin! Ich sehe schon, wie du als Schoßhündchen vor ihr liegst und sie anbettelst, damit sie dich streichelt!“
„Duuuu!!!“ Wut stieg in Billy hoch, denn seine Schwester hatte genau den Finger auf seinen wunden Punkt gelegt.
Didyme-Sue war seit ihrer Geburt in seinem Kopf, er sehnte jeden Tag ihren Besuch herbei, fühlte sich nur ganz, wenn sie da war, aber verdammt, Diddy war noch ein Kind! Er wusste, dass Wölfe sich prägten, aber er war kein reinblütiger Wolf und während bei vielen seiner gleichaltrigen Freunde schon das Verwandlungsgen aktiv geworden war, hatte sich bei ihm bisher noch nichts dergleichen gezeigt.
„Schoß Hündchen, Schoß Hündchen!“ rief Sarah lachend.
„Sarah, lass Billy in Ruh!“ mahnte Renesmee, die die Wut in den Augen Billys sah, aber es war zu spät.
Billys Wut stieg immer weiter…
„Sofort raus mit dir!“ brüllte Jacob und bevor noch jemand reagieren konnte, hatte er seinen Sohn hochgerissen und aus dem Haus gezerrt.
Das war keine Sekunde zu früh, denn kaum waren sie vor dem Haus, flimmerte die Luft um Billy und gleich darauf stand ein riesiger rotbrauner Wolf da, auch als Wolf war Billy seinem Vater ähnlich, nur war er noch größer und sein Gesicht trug eine furchterregende dunkle Maske.
Jacob hate so schnell reagieren können, denn er hatte die körperlichen Veränderungen, die sein Sohn in letzter Zeit durchgemacht hatte, genau beobachtet und er wusste aus Erfahrung, dass die Verwandlung unmittelbar bevorstand.
„Ganz ruhig“, sagte er nun zu dem Wolf, der einerseits verdattert dastand, dessen Augen aber andererseits noch immer wütend funkelten.
„Billy, ich verwandle mich jetzt selbst, dann können wir uns in Gedanken unterhalten“, sagte Jacob ruhig, aber bevor er sich selbst verwandelte, wandte er sich noch an seine Frau, „Nessi, ruf Sam an und sag ihm, dass es soweit ist.“
>>Kannst du mich hören?<<  fragte Jacob, nachdem er sich ebenfalls in einen Wolf verwandelt hatte, seinen Sohn.
>>Dad?<< kam es zögernd zurück.
>>Ja, Billy, ich werde dir jetzt einiges erklären und auch zeigen, folge mir bitte<<, antwortete Jacob gedanklich, worauf er sich abwandte und aus dem Dorf lief.
Billy folgte ihm erst zögernd, denn dass er plötzlich 4 statt 2 Beine hatte, ließ ihn befürchten, über so viele Füße zu stolpern, aber siehe da, es ging wie von selbst!
Insgeheim freute sich Billy, dass er sich verwandelt hatte, denn es war sein sehnlichster Wunsch, auch so ein schöner und großer Wolf wie sein Vater zu sein und er hatte befürchtet, dass die Vampirgene in ihm einen Streich spielen könnten.

Als Renesmee ins Haus zurück ging, stand Sarah vor Schreck erstarrt da.
„Das wollte ich nicht“, stammelte sie.
„Ja, das war nicht sehr klug von dir“, nickte Renesmee, aber dann kam sie zu ihrer Tochter und legte ihr einen Arm um die Schulter.
„Mach dir nicht zu viele Gedanken“, sagte sie tröstend, „irgendwann wäre es in nächster Zeit ohnehin passiert, dein Vater und ich haben schon darauf gewartet. Aber halte in nächster Zeit ein bisschen Abstand von deinem Bruder, damit er dich nicht noch verletzt.“
Da sich die Wölfe verwandelten, wenn sie wütend waren und die Jungwölfe das noch nicht so richtig kontrollieren konnten, war es besser vorsichtig zu sein.
„Glaubst du, dass ich mich auch verwandle?“ fragte Sarah ängstlich, sie hatte eigentlich keine große Lust, als großer Hund durch die Gegend zu laufen.
„Nein, das glaube ich nicht“, beruhigte ihre Mutter sie, „Leah ist die einzige Frau, die sich jemals verwandelt hat“, sie nahm ihr Handy zur Hand, „da fällt mir ein, dass ich Leah auch Bescheid muss.“
Zuerst rief Renesmee Sam an, um ihm Bescheid zu sagen, aber danach informierte sie sofort Leah von der neuen Sachlage, denn Renesmee wollte sich gar nicht vorstellen, was Marcus tun würde, wenn Billy in seinem ersten Überschwang Diddy oder Sandro verletzen sollte!
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