Die Volturiprinzessin und der Wolf

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Aro Jacob Black Leah Clearwater Marcus Renesmee "Nessie" Carlie Cullen
22.01.2020
01.08.2020
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15. Du bist kein Versager!

Als Diddy und Billy vor seinem Elternhaus ankamen, zögerte dieser.
„Den Mutigen gehört die Welt“, flüsterte Diddy ihm zu.
„Ja eben“, gab Billy unglücklich zurück.
„Duuu“, Diddy zog ein wenig an seiner Hand, so dass er sie ansah, „egal, was die anderen sagen oder denken, ich finde, dass du ein toller Kerl bist, ob Wolf oder nicht“, setzte sie noch hastig hinzu, ließ ihn abrupt los und lief ins Haus.
Ja und da stand Billy nun, mit rotem Kopf und noch verlegener als vorher!

„Wo ist denn Billy?“ sorgte sich Renesmee, seine Mutter, als Diddy im Wohnzimmer auftauchte, wo sich die ganze Familie versammelt hatte und es daher ziemlich eng war
„Es geht ihm gut, er ist nur vor dem Haus“, antwortete diese vergnügt, sie wusste nur zu gut, dass sie Billy soeben verlegen gemacht hatte, sie war über ihre Bemerkung erst selbst überrascht gewesen, diese war ihr eher ungewollt über die Lippen gerutscht, aber sie hatte ihm ganz einfach helfen wollen, ihm Mut machen.
„Sieh mal Diddy“, Sarah kam herbeigelaufen und drehte sich vor ihr im Kreis. Sie trug zum neuen Pullover einen passenden violetten Rock, auf dem ebenfalls kleine Katzen abgebildet waren und der nun weit um ihre Beine schwang.
„Der Pullover passt perfekt dazu“, nickte Diddy etwas abwesend.
„Jaaa, Alice meinte zwar, er ist zu alt für den neuen Pullover“, sagte Sarah gedehnt und dann mit einem Seiten Blick zu ihrer Mutter, „aber Mom meint, dass er fast noch neu ist.“
„Das ist er auch“, verteidigte sich Renesmee, „kaum ein paar Monate alt, du kannst ihn zumindest diese Saison tragen, dann bist du ohnehin rausgewachsen.“
Bevor noch Alice Einspruch erheben konnte, tauchte Billy im Wohnzimmer auf. Edward nickte ihm aufmunternd zu und Jasper schickte ihm Mut machende Wellen, die sein Selbstbewusstsein stärken sollte.
„Alles in Ordnung?“ fragte Renesmee ihren Sohn leise.
„Ja danke“, nickte Billy verhalten.
„Na Brüderchen, was ist nun? Hast du es geschafft oder bleibst du ein Versager?“, empfing ihn Sarah, sie war verärgert, weil ihr ihre Mutter sichtlich nicht erlauben wollte, dass sie mit Alice Shoppen ging.
„Sarah, du vergisst dich!“ mahnte Renesmee ihre Tochter.
Fast schien es, als wollte Billy auf seine Schwester losgehen, ein tiefes Knurren entstieg aus seiner Kehle und schon wollte Jacob ihn rasch ins Freie ziehen, es wäre gar nicht gut, wenn er sich im Haus verwandeln würde, aber dann senkte Billy nur den Kopf und wandte sich um, wollte den Raum verlassen.
„Halt Billy, du kommst mit mir“, sagte Jacob zu ihm, nachdem er Sarah einen väterlich bösen und strafenden Blick zugeworfen hatte und an die anderen gewandt fuhr er fort, „Freunde, es tut mir leid, aber die Arbeit ruft. Wenn man Frauen hat, die ständig shoppen wollen, muss der Mann zusehen, dass er Geld ranschafft.“
„Jacob, du tust mir unrecht“, reagierte Renesmee ungehalten, „ich kaufe nur das Nötigste, ich kann nichts dafür, dass unsere Kinder beim Wachsen sichtlich einen Turbogang eingeschaltet haben.“
„Ach Darling, es war doch nur ein Scherz“, Jacob zog Renesmee an sich und gab ihr einen Kuss, „ich muss zur Werkstätte, das Auto des Bürgermeisters von Forks muss dringend fertig werden.“
„Du hast doch Seth und gute Mechaniker, die in der Werkstätte arbeiten“, wunderte sich Bella.
„Ja, dass schon, aber manche Dinge erledige ich lieber selbst, du weißt ja, Vertrauen ist gut, Kontrolle noch besser“, grinste Jacob, er nahm Billy beim Arm und zog ihn mit sich.
Vor dem Haus wandte er sich nochmals an ihn: „Du musst nicht mitkommen, wenn du nicht willst, ich wollte dir nur helfen, wegzukommen, ein bisschen Abstand zu gewinnen.“
„Danke Dad, wenn du es nicht gesagt hättest, so wäre ich mit dem Vorschlag von selbst gekommen.“
Billy wollte zwar die Schule fertig machen und auch mal studieren, aber er half auch immer gerne in der Werkstatt aus, verdiente sich so ein manches Trinkgeld nebenbei.
„Na, dann los“, im ersten Augenblick wollte sich Jacob verwandeln, um schneller laufen zu können, doch er besann sich noch im letzten Augenblick und ging zu seinem Truck.

„Dad, es tut mir leid“, sagte Billy, als sie beide im Auto saßen und in Richtung von Jacobs Werkstätte fuhren.
„Was tut dir leid, mein Sohn?“ fragte Jacob etwas abgelenkt, da ihn gerade ein anderes Auto geschnitten hatte.
„Ich muss in deinen Augen ein totaler Versager sein“, murmelte Billy in seinen nicht vorhandenen Bart.
Jacob bremste so abrupt ab und hielt am Straßenrand an, so dass hinter ihm erst gehupt wurde und dann die Autofahrer ihn mit nicht gerade freundlichen Handzeichen bedachten, als sie vorbeifuhren. Jacob kümmerte sich weiter darum, sondern sah seinen Sohn an.
„Warum glaubst du das?“ fragte er ihn.
„Naja, da kommt die ganze Verwandtschaft zusammen, um meine Verwandlung zu sehen und dann schaffe ich es nicht, du hast dich für mich bestimmt furchtbar geschämt“, versuchte Billy zu erklären.
„Nein, habe ich nicht“, antwortete Jacob ruhig.
„Aber…“, Billy sah ihn verdutzt an.
„Billy, du bist mein Sohn, auf den ich sehr stolz bin, denn du hast mir noch nie Kummer bereitet und das ist viel mehr, als viele Väter von ihren Söhnen sagen können.“
„Aber jetzt bereite ich dir doch Kummer“, fragend sah Billy seinen Vater an.
„Nein, auch keinen Kummer, du hast mir nur sehr leid getan, denn ich kann mir vorstellen, wie es dir dabei ging“, berichtigte Jacob.
„Glaubst du, dass es für mich mit der Verwandlung vorbei ist?“
„Nein, ganz bestimmt nicht, daran kannst du dich nicht vorbeischummeln“, antwortete Jacob scherzhaft.
„Aber ich will mich doch gar nicht davor drücken“, wies Billy empört zurück.
„Das weiß ich doch“, Jacob lächelte ihn aufmunternd an.
„Weißt du was“, fuhr er dann fort, „vergiss jetzt mal die ganze Verwandlerei, denk nicht mehr daran und es wird wieder von ganz allein geschehen.“
„Das ist leichter gesagt als getan“, seufzte Billy.
„Vergiss nie, du bist mein Sohn und ich und auch alle anderen in der Familie lieben dich, ob du dich nun nochmals verwandeln kannst oder nicht“, versuchte Jacob ihn zu trösten.
„Das hat heute schon mal jemand zu mir gesagt“, murmelte Billy.
„Dass wir dich lieben? Wer? Edward vielleicht? Damit hat er nur bestätigt, was wir alle tun.“
Doch Billy schüttelte den Kopf.
„Nein, Diddy“, nuschelte Billy kaum verständlich.
Jacob zuckte zusammen, sah seinen Sohn scharf an. Sollte schon so weit sein? Aber es war doch viel zu früh?! Insgeheim hoffte Jacob von ganzem Herzen, dass sich Billy auf ein Mädchen der Quileute prägen würde, denn das würde vieles in Zukunft erleichtern. Obwohl Jacob Diddy sehr mochte, schauerte es ihm bei dem Gedanken, mit jemand von dieser volturischen Oberblutsaugerbande verwandt zu werden. Obwohl…durfte er denn Billy einen Vorwurf machen? Nein, denn er selbst hatte sich über alle Gesetze der Wölfe hinweggesetzt, als er auf Renesmee geprägt wurde. Und naja, eigentlich war Diddy ja auch zur Hälfte eine Quileute, auch wenn man das bei diesem übermächtigen Vater leicht vergaß.
„Diddy hat gesagt, dass sie dich liebt?“ fragte er dennoch mit einem eigenartigen Unterton.
„Nein“, trotz der Verneinung wurde Billy rot, „sie hat gemeint, dass es egal ist, ob ich es kann oder nicht, sie selbst habe auch keine Gabe und macht sich deshalb nicht den Kopf schwer.“
„Das sag ich doch“, nickte Jacob erleichtert, er startete wieder das Auto und fuhr los.
„Außerdem ist es besser, die Verwandlung fällt dir schwer, als wenn du dich unkontrolliert verwandeln würdest, so wie bei Paul damals“, setzte er noch hinzu.
„Onkel Paul?“ Billy bezeichnete Paul Lahote als Onkel, da dieser mit Jacobs Schwester Rachel verheiratet war, sonst sprachen sich alle Wölfe nur mit dem Vornamen an.
„Ja, genau der“, nickte Jacob, „ein schiefer Blick von jemand und schon war er in ein Zähne fletschendes Monster verwandelt. Einmal ging er sogar auf Bella los und ich konnte sie im letzten Augenblick vor ihm beschützen.“
„Aber so wild und zornig ist er doch gar nicht“, wunderte sich Billy.
„Ja jetzt nicht mehr, aber anfangs…“, Jacob schüttelte in Erinnerung an die Anfangsjahren seines Wolfsrudels den Kopf, „Sam konnte ihn kaum aus den Augen lassen. Erst als dieser Emely verletzt hatte, versuchte sich Paul zusammen zu nehmen. Doch den letzten Ausschlag gab meine Schwester Rachel, als sie ihm klar machte, dass er sich seine Prägung auf sie sonst wo hinschieben könne, und sie fortgehen wird, wenn er sich nicht ändert und das hat ihm so einen Schock versetzt, dass es seitdem mit ihm besser auszuhalten ist.“
Billy nickte nur, schwieg aber.

„Wie ist das so mit der Prägung?“ fragte er dann unvermittelt.
Jacob war versucht, wieder anzuhalten, entschied sich aber dann doch dagegen.
„Du siehst ein bestimmtes Mädchen, es macht Pling und das war es“, versuchte Jacob es so beiläufig wie möglich zu beantworten.
„Und wenn man sich irrt? Ich meine, wenn man sich nur einbildet, geprägt worden zu sein?“ gab sich Billy mit der Antwort seines Vaters nicht zufrieden.
„Irrtum ausgeschlossen“, schüttelte Jacob heftig den Kopf, „es ist nicht nur ein Pling, es ist wie eine Explosion der Gefühle, so als ob dein Herz rausgerissen werden würde und nun in dem für dich bestimmten Mädchen weiter schlagen würde.“
„Geschieht es immer im ersten Augenblick, oder kann es auch erst später geschehen, auch wenn man das Mädchen schon kennt?“
„Erst wenn bei dem Jungen das Wolfsgen aktiv geworden ist, knallt es richtig“, erklärte Jacob, „das ist auch besser so, sonst würden schon Säuglinge voneinander abhängig sein.“
„Mom war auch ein Säugling“, erinnerte Billy ihn.
„Ja, sogar erst wenige Minuten alt“, nickte Jacob, er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, als wollte er die Erinnerung an diesen Augenblick wegwischen, „und es hat mich getroffen wie einen Blitz! Aber auch wenn deine Mom noch ein Säugling war, so war ich war doch bereits ein Wolf.“
„Glaubst du…“, Billy zögerte, „… glaubst du, dass ich mich auch prägen werde?“
Jacob sah ihn von der Seite an.
„Warum fragst du?“
„Ach nur so“, wurde Billy wieder rot.
Jacob nickte etwas erleichtert.
„Ich weiß es ehrlich gesagt nicht“, sagte er dann, „da du ein Wolf bist, würde ich sofort sagen, ja was denn sonst! Aber du hast auch Vampir Gene in dir und ich habe keine Ahnung, wie die sich auf deine Gefühlswelt auswirken.“
Er klopfte Billy auf die Schulter und machte Anstalten auszusteigen, denn sie waren vor der Werkstätte angekommen und dort herrschte bereits Hochbetrieb.
„Wenn du dich nicht prägst, dann hast du zumindest den Vorteil, dich frei entscheiden zu können“, meinte er abschließend.
„Aber wenn ich mit Did…, wenn ich mit einem Mädchen zusammen bin und dann präge ich mich auf ein anderes Mädchen, was dann?“ ließ Billy nicht locker.
„Dann ist es für alle drei erst mal furchtbar“, erwiderte Jacob ehrlich, „du kennst doch die Geschichte von Leah, Sam und Emily. Aber letztendlich hat es sich für alle drei zum Guten gewendet. Aber nun komm, die Arbeit wartet.“
Billy blieb noch einen Augenblick nachdenklich sitzen, folgte aber dann seinem Vater.

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(Es tut mir leid, dass dieses Kapitel etwas kurz geworden ist, aber leider bin im Augenblick etwas knapp mit der Zeit und ich dachte mir, noch immer besser als gar nichts
liebe Grüße Wolfsfalle)
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